Freitag, 19. Dezember 2014

Weihnachten, und Onkel

Onkel ist einer der meistverwendbaren Ausdrücke, der aus den bekannten  Verwandtschaftsgraden denkbar ist-
Dicker Onkel ist ein Zeh.
Kleiner Onkel ist das Pferd von Pippi Langstrumpf
Großer Onkel ist auch ein Zeh.
Böser Onkel ist jemand, den niemand treffen möchte, außer mit der Faust auf die Nase.
Guter Onkel ist auch ein böser Onkel, nur irgendwie anders.
Peinlicher Onkel nimmt keine Rücksicht und besäuft sich, bei der Taufe, der Hochzeit und der Beerdigung. Er muss auch kein Onkel sein, um peinlich aufzutreten.
Dann gibts da noch den reichen Onkel, und dessen Steigerung, den Erbonkel. Letzterer beinhaltet keine Cousins und Cousinen.
 Und euch allen, Onkel oder nicht, Tanten, Großmütter und zweitgradige Schwippschwäger: Ich wünsche euch fröhliche und entspannte Feiertage, und ein friedliches, gesundes und glückliches Jahr 2015.

DieLily.

Montag, 3. November 2014

Die Zeit, die Zeit…


Auch anderenorts wird sie als flüchtiges Wild beschrieben: Die Zeit, die einem bleibt, zieht man die notwendigsten Beschäftigungen wie Essen, Schlafen und Arbeiten von den 24 Stunden eines Tages ab.

Ich bin nicht als besonders geizig bekannt, aber mit meiner Zeit gehe ich geizig um- die wird, in der Hoffnung auf Erholung, gern allein verbracht. Zum Teil liegt das an den Depressionen, die mir Unternehmungen nur kurz als netten Anlass erscheinen lassen, aber bei Näherrücken der Termine diese ganz außerordentlich verabscheuen. Egal, was ansteht: ich mag dann nicht. Das Haus zu verlassen ist dann etwas, was einfach nicht mehr schön ist. Auf diese Weise vergrault man auch die, die einen mögen, denn irgendwann weiß jeder, dass ich ohnehin nicht auftauche.
Etwas anders ist das, wenn ich nicht von zu Hause aus los muss. Dann ist die Unterbrechung der Ruhezeit nicht vorhanden und man kommt sich weniger gestört vor. Ich kann dieses Gefühl nicht gut beschreiben, diese Erleichterung, nicht mehr unterwegs sein zu müssen. Aktive Freizeit ist eine Last, die ich manchmal einfach nicht schultern kann. Dabei weiß mein Hirn, dass Erholung sich nicht auf der Couch einstellt, egal, wie viel Zeit man mit Stricken verbringt, mit Telefonieren, Fernsehen, Lesen, Musikhören- Aktivität wäre besser, aber es geht einfach nicht. Der Bauch ist da mächtiger als das Hirn…
Von drei Verabredungen lasse ich zwei sausen, mit oft fadenscheinigen Entschuldigungen. Und wie der Teufel es will: Wenn ich dann mal tatsächlich nicht kneifen will, spielt mein Körper verrückt, schläft nicht, zaubert Migräne oder daddelt an meinem Blutzucker herum. Das führt dann dazu, dass Leute den Eindruck gewinnen, ich wäre ständig außer Gefecht.
Jedenfalls habe ich ständig das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben. Für die trägen Stunden auf der Couch UND für die Verabredungen, die sich so anbieten. Aber ich glaube, selbst die Erhöhung der Tagesstundenzahl von 24 auf 48 Stunden würde da keine Veränderung verursachen. Vielleicht würde es mir besser gehen, wenn ich regelmäßig Dinge im Anschluss an die Arbeit täte? Ins Fitnessstudio ginge oder so etwas? Bewegung zeugt Aktivität, das hat man uns in der Klinik erzählt. Da stimmte das auch. Aber ich hatte neben den Therapien und den Bewegungseinheiten sozusagen nix zu tun- und für keinen Kontakt mit Menschen musste man tatsächlich die Klinik verlassen. Nix musste aufgeräumt, geputzt oder vorbereitet werden. Alle Leute waren schon da, niemand musste fahren. Direkt neben den Räumen, in denen wir abends gemalt haben, lag das Schwimmbad, in dem wir jeden Abend Sport getrieben haben. Da fiel vieles leichter, muss man sagen.
Trotzdem habe ich keine Lust, den Rest meines Lebens in einer Einrichtung zu verbringen, das steht fest.

Und nu?
Hat wer eine Idee?

Und hier die Ergebnisse:

 Das ist das für Muttern. Im Hintergrund ein im Müllbeutel verpackter Ventilator.





Und das ist das meine. Im Vordergrund die Blutdrucktabletten, Version eins und Version zwei. Ebenso im Bild: Das vom besten Freund geschenkte Stövchen. Gibt sehr schönes Licht (und die vorgesehene Wärme selbstverständlich auch).
Man beachte den Unterschied im Glanzeffekt: Durchsichtiges Klebeband ist da ordinärer Pappe weit überlegen. Beide Exemplare sehen übrigens weitaus weniger stabil aus, als sie es tatsächlich sind.



Mittwoch, 29. Oktober 2014

Basteln




Basteln ist für mich ein ziemlich seltsames, beinahe gruseliges Wort, fast so wie Kuscheln. Beides spielt sich in einer Welt ab, die für mich keinen barrierefreien Zugang hat. Und doch.
Und doch erwischt mich von Zeit zu Zeit ein Basteltrieb, so auch neulich. Seit Monaten ärgere ich mich beim Stricken über das Chaos im Strumpfstrickzubehörbehälter. Das beginnt bei Nadeln verschiedenster Größe, die wild durcheinander in der bisher genutzten hübschen Geschenkschachtel herumstehen, vermischt mit Häkelnadeln, Kugelschreibern, Scheren und so weiter. Zettel sind eh nie zu finden, und wenn ich eine Nadel zum Vernähen brauche, muss ich der Schachtel auf den Grund gehen (und steche mich an den Stecknadeln, die auf eben jenem in wilden Haufen Parties feiern).
Seit Monaten also ärgert mich das. Und seit ebenso vielen Monaten habe ich den Plan, die Schachtel durch etwas Mehrteiliges zu ersetzen. Sowas Köcheriges, in dem man Nadeln nach ihrer Dicke sortieren kann, Häkelnadeln, Maßbänder, Stifte und Zettel ihren Platz haben und ohne Aufwand dahin können, wo man sie problemlos wieder finden kann. Eine Recherche im Netz ergab mal so gar keine sinnvollen Angebote. Das Wunschutensil bräuchte mindestens vier höhere und zwei flache Verstaumöglichkeiten, erstere für die Nadeln verschiedener Stärken, letzteres für die Ablage von allem weiteren Kram. Mindestens eine der flachen Ablagen müsste die Möglichkeit bieten, dort einen 10 x 10 cm-Block mit Notizpapier aufzubewahren.
Kurz und gut: Sowas gibt’s nicht. Es gibt diese unsäglichen Rollen, mit tausend fiesen kleinen Schläuchen, in die man die Nadeln reinpopeln kann, wenn man an zu viel Geduld leidet. Und es gibt das Zeug zum Schreibtisch-Aufräumen, das aber zu wenig Sortiermöglichkeiten für Nadeln hat.
Was macht die Lily? Einen Plan. Dazu wurde dann Bastelsperrholz (Achtung! Komisches Wort enthalten!), Leim und so ein Kram gekauft, und die Dekupiersäge meiner Mutter entstaubt.
Nach mehreren Stunden bzw. Anläufen stellte sich dann heraus, dass die Säge und ich keine Freundinnen werden können. Die sägt nämlich schief, und das ist bestimmt nicht meine Schuld. Meine Mutter faselte was von „Geduld“ und „Muss man üben“, aber ich war zu sehr mit Toben beschäftigt, um ihr zuzuhören.
Eine Alternative musste her. Wenn ich schon, so dachte ich für mich, zu blöd bin zum Sägen, so sollte ich doch Kleben können, stimmts?
Neues Holz musste her, und ich suchte überall nach kleinen Pappschachteln im gewünschten Größenbereich (also eher schmal und hoch statt breit und flach- gar nicht so einfach).
Nachdem mein mentaler Zustand also auf die Verwendung von Klebstoff, Scheren und ähnlichem umschaltete, konnte es am Sonntagnachmittag los gehen.
Mehrere Stunden, eine Tube Klebstoff, ein paar Schnitte in der Wohnzimmer-Tischplatte und diverse Wutanfälle später hab ich da jetzt was stehen, was seinen Zweck erfüllt (mehr aber auch nicht…).
Richtig zusammen hält es nicht durch den Klebstoff. Dieser dient eigentlich mehr dazu, in feinen Fäden das Gebastel zu umspinnen… das hat mich schon als Fünfjährige wahnsinnig gemacht. Alle Mädchen klebten brav und sauber das Tonpapier zusammen, meines sah aus, als habe eine schleimige, glitzernde Schneckenhorde ihre letzte Orgie darauf gefeiert. Sauber und gerade schneiden kann ich auch nicht. Wenn ich die Schere nehme, kleben anschließend die Schneiden zusammen (fragt nicht). Nehme ich das Cuttermesser und eine Anlegeschiene, dann zerschlitze ich die Schiene, auch wenn sie aus Metall ist (fragt immer noch nicht). Nach Abschluss der jeweiligen Bastelaktion sehe ich aus wie ein Schwein, das sich die Locken mit Uhu festigt, und alles ist voller feiner Papierfetzchen. Ich auch.
Diesmal hab ich den Klebstoff dazu genutzt, alles irgendwie vage auf die bretterne Unterlage (ich sag jetzt nicht Bastelsperrholz, da kommt das B-Wort drin vor) zu heften. Vorher hatte ich alle einzelnen Schächtelchen mit Geschenkpapier eingewickelt, damit es wenigstens ein bisschen harmonisch aussieht. Leere, an einem Ende offene Schachteln in Papier einzubinden ist übrigens nicht einfach, weil man kaum das Papier schön glatt streichen kann- dann klappen die Schachteln zusammen, und das ist doof.
 Klebstoff und auch Leim hielten nicht richtig, daher habe ich Klebeband zur Hilfe genommen- breites, klares Paketklebeband. Hält… Und dann, wie gesagt, alles nett auf dem (auch geschenkpapierten) Brett arrangiert- und zum krönenden Abschluss mehrere Meter von dem Klebeband außen rum gewickelt. Sieht alles so aus, als wäre es nicht richtig aus einer Zellophanhülle befreit worden. Und von weitem, bei spärlicher Lampenbeleuchtung, sogar richtig hübsch.
Und weil es sich so prima bewährt seit Sonntag, bin ich am gestrigen Tage in die Stadt marschiert und habe wie eine dreijährige Kindergartenanfängerin ein Bastelgeschäft aufgesucht- will auch eins für Mama machen, menno!!
Dreimal dürft ihr raten, was sie nicht haben? Rrrichtig. Schachteln. Zumindest keine, die eckig und hochkant und irgendwie…schachtelig sind. Nur Herzchenformen und sowas, und das kann kein Mensch gebrauchen… Aber es gibt Firmen, die winzig kleine Tüten in 11 x 7 x 4 cm Größe herstellen, aus dem gleichen Zeug, aus dem die Papiertüten beim Discounter sind- bzw. noch stabiler.
Dazu habe ich ein bisschen Scrapbook-Zubehör gekauft. So bedruckten Bastelkarton (ihh, B-Wort).
Mit dem bunten Karton hab ich dann die einzelnen Papptütchen zu einer Reihe zusammen geklebt und hab mir sehr viel Mühe gegeben, nicht alles einzusauen. Dann hab ich mit mehr von dem Druckkarton wieder Bastelsperrholz bezogen, und die gruppierten Tütchen sowie zwei noch vorhandene Schachteln darauf befestigt. Es sieht irgendwie merkwürdig aus, aber es ist alles drauf, und sogar ordentlich geklebt. Und ganz ohne Paketklebeband, hält aber trotzdem.
Und morgen werde ich wie ein Kindergartenkind meiner Mama was Selbstgebasteltes zum Geburtstag schenken. Und vorsichtshalber noch ein Buch, damit es nicht ganz so peinlich ist.

Schönen Tag Euch allen, und denkt immer dran: Leim und Zwingen halten Finger und Holz zusammen!

DieLily.

Montag, 27. Oktober 2014

Jauchzend in der Duldungsstarre







Die Überschrift, die mir so gut gefiel, als sie in einem Gespräch mit einer lieben Freundin sozusagen gekürt wurde, die lässt mir beinahe immer noch ein Grinsen im Gesicht stehen. Leider hab ich jetzt zwei Tage lang drüber nachgedacht, was man da Lustiges zu schreiben könnte, mir ist aber nur Unlustiges eingefallen.
Jedenfalls wurde diese Überschrift gemeißelt, geformt und geprägt, weil Silke G. aus BN und ich am Freitag Abend über das hier gelästert haben. Demnach hat frau den Beischlaf in der Ehe nicht nur zu dulden (->>> Duldungsstarre), sondern sie hat sich jeglicher abwertender Meinung bzw. Äußerung zu  enthalten. Eine rein passive Opferung ihrer selbst entspricht aber auch nicht dem, was sich weiland der oberste ordentliche Gerichtshof der Bundesrepublik so unter ehelichem Verkehr vorstellte (->>> Jauchzen).
Komisch- vor dreißig Jahren, als uns im Rahmen unseres FH-Studiums dieses Urteil des BGH erstmalig präsentiert wurde, haben wir uns noch schenkelklopfend über diese Richter amüsiert.
Heute erbost mich so ein Urteil, obwohl es beinahe 50 Jahre alt ist. Und weil es, trotz allem, nicht wirklich aus der Welt ist- 2009 wurde in Afghanistan ein Gesetz verabschiedet, nach dem sich eine Ehefrau wenigstens einmal in vier Tagen ihrem Ehemann zu unterwerfen habe.
Ob auch dies jauchzend zu geschehen hat, ist nicht überliefert.

Montag, 6. Oktober 2014

Neulich...

...an der Kreuzung:

Schwer beampelt, alle Ampeln (noch) rot. Ich stand vor der Ampel, die als nächstes grün kriegen würde.

Ein einsamer, in grünem Overall gekleideter Mann auf einem Fahrrad strampelt von rechts nach links mitten über die Kreuzung- er hat ganz offensichtlich rot.
Während seines Rittes über diesen potenziellen Schlachtplatz...
...bekreuzigt er sich unaufhörlich.
Nicht nur, dass er zwecks diesen Behufs den Lenker nur mit einer Hand hält (die er nach jedem Kreuzdurchgang wechselt), und damit neben dem Gott der Verkehrsregeln auch noch den Gott des "Herausgeforderten Schicksals infolge Provozierten Karmas" erbost.
Nein, er gibt auf das Ganze noch eins drauf, in dem er keine richtige Kreuzbewegung durchführt, sondern die Reihenfolge Stirn-rechte Schulter-linke Schulter-Brust vollzieht.
Damit hat er bestimmt noch ein paar weitere kleine und mittlere Gottheiten beleidigt.
Es wundert mich nicht, dass er in dem Moment mit dem Bekreuzigen aufhört, als er die gegenüber liegende Seite der Kreuzung erreicht.
Zumindest hat er keine Angst davor, dass die Rache der Götter ihn erst mit Verzögerung treffen könnte.

Immerhin.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Heute

ist ein denkwürdiger Tag.
Denn heute kam die erste Weihnachtskarte im Büro an. Gleichzeitig wünschte man einen guten Jahreswechsel nach 2015.

Es war mir eine Freude, den Eingangsstempel "2. Oktober 2014" draufzumachen.

Und ich frag mich, warum man Ostern nicht gleich mit eingeschlossen hat?


Montag, 29. September 2014

Sox on the rox.



Toe-ups.


Das da oben ist der Fachausdruck für Socken, die von der Spitze aus gestrickt werden. Im Grunde irreführend, denn das, womit man beim Stricken angefangen hat, steht nicht nach oben sondern hängt nach unten- aber man strickt schon von der Zehe aus nach oben, also stimmt es vielleicht doch ein bisschen.
Ich habe letzten Mittwoch oder so mein erstes Paar angefangen, und bin momentan beim zweiten Socken des zweiten Paares, und hellauf begeistert. Das einzige, was noch etwas hakelig läuft, ist das Aufschlagen der ersten 12 Maschen. Wer das mal versuchen will, sollte Ingrids Videoanleitungen bei Strickpraxis anschauen. Nur von Texten oder Fotos finde ich so etwas sehr, sehr schwer zu erlernen, weil es Bewegungsabläufe sind, die sich der Beschreibung, so finde ich, fast schon perfide entziehen.
Hat man erst die ersten 12 Maschen auf 36 erweitert, geht’s wieder auf ein Nadelspiel und von da an in Runden weiter. Ich habe Ingrids Basic-Toe-ups gestrickt, mit Spickel und allem Zilp und Zalp, und bin vor allem deshalb so angetan, weil viel weniger Gelegenheit ist, Löcher in die Socken zu stricken, wie es bei Standard-Socken mit Bumerang-Ferse passieren kann (verkürzte Reihen, anyone?)
Und auch an meinen komischen dicken Füßen sitzen die Dinger einfach fantastisch. Die Anleitung umfasst zwar „nur“ eine Größe. Die ist aber problemlos anpassbar mit den üblichen Tabellen für die Standard-Socke- alles, was man braucht, ist die Gesamtmaschenzahl je Größe und Garn-Dicke, die Fußlänge und dann kann eigentlich nix schief gehen. Puristen können das Tabellenwerk auch durch Maßnehmen und Maschenprobe ersetzen. Dann ist es sicherlich perfekt.
Mein persönlicher Geheimtipp beim Sockenstricken ist eigentlich, immer die dünnsten möglichen  Nadeln zu nehmen, so dass es soeben noch „rutscht“, dafür aber auch einen Zentimeter (mindestens) bei der Fußlänge einzusparen. Die dünneren Nadeln sorgen für ein enges Anliegen der Socke, die Verkürzung dafür, dass diese insgesamt gut anliegt. Es gibt nichts schlimmeres, als Socken, die in Schuhen verrutschen. Für Couch-Socken, die nicht in Schuhen getragen werden, gilt, dass sie ruhig lockerer sitzen können, und auch Muster am Fuß selbst haben dürfen. Zöpfe, Lochmuster und Co können bei empfindlichen Menschen nämlich für fiese Druckstellen und Wundlaufen sorgen, wenn Schuhe darüber getragen werden. Aus dem gleichen Grund sollten alle Garnenden und –Anfänge im Fußbereich niemals geknotet sondern nur mit Doppelfaden gestrickt und sehr flach vernäht werden (Doppelfaden: Die beiden Garnenden für 2-4 Maschen beide zusammen verstricken. Hält wunderbar.) Knubbelige und knotige Sockenenden an den Zehen sollten, egal, von wo der Socken begonnen wurde, auf jeden Fall nicht an Diabetikerfüßen Benutzung finden.
Es lohnt sich, finde ich, nicht, billige Wolle zu verarbeiten. Die Arbeit ist dieselbe, oft sogar mehr (wegen häufiger Anknotungen, bei denen dann Farbrapporte etc. nicht mehr stimmen und die man auseinanderschneiden und dann per Doppelfaden verarbeiten muss, wegen zu locker gedrehten Fadens, bei dem man nicht sofort die ganze Masche erwischt…) und nach dem ersten Waschen ist oft schon die Wolle voller Knötchen, oder sie filzt sogar. Das hab ich bei meiner Lieblings-Marke Lana Grossa „meilenweit“ noch nicht gehabt. Die gibt’s in sehr vielen Qualitäten, Dicken und Farben, momentan stricke ich mit der „Men Stretch“ eine, die ein Mischgarn aus Wolle, Baumwolle und Synthetik ist, mit einem kleinen Anteil Elité für den Stretch-Effekt. Angegeben ist die Wolle mit Nadelstärke 2,5 bis 3, ich stricke sie mit 2,0, und das ergibt ein sehr gleichmäßiges, festes aber elastisches Maschenbild.
Mein zweitliebstes Garn ist „Jawoll Magic“ von Lang Yarns. Da habe ich gerade ein sechsfädiges Garn „in der Mache“, für Kindersocken, die gut in Gummistiefeln und so etwas getragen werden können, weil sie schön dick und warm sind.
Aber so richtig, richtig freu ich mich auf das Projekt Spitzentuch- wenn ich nämlich mit all den Socken in der Warteschlange fertig bin, dann, ja dann ist ein Lace-Tuch dran.
Hach.