Montag, 15. September 2014

... sie wären in Euren Augen nur Kinder!

Wer seinen Peter Jackson kennt, kennt auch (vielleicht) diesen Satz. Er ist aus der Verfilmung von Tolkiens Mammut-Wortsammlung, vulgo "Herr der Ringe", und bezeichnet ...rrrichtig, Hobbits.
Abgesehen von den leckeren Keksen gleichen Namens, die ich mir verkneife, gibts ja da auch noch die zwei Drittel der geplanten Trilogie (oder, wie mein Ex-Mann immer sagte: Triologie), die ich mir am Wochenende reingezogen habe.

Kinders, ich brauch nen neuen Fernseher. Trotz HDI und Smartdings und allem Trallala außer 3D ist meiner ganz einfach zu klein für Filme. Serien kann man anschauen, da zeigen sie ohnehin nur Gesichter. Für Filme sitzt man hingegen auch auf der neuen Couch zu weit weg von den mickrigen 32".
Aber ungeachtet der nicht so dollen Sicht muss ich einfach sagen, dass ich ein wenig enttäuscht war. Irgendwie fehlt mir der Peter-Jackson-Touch, ein bisschen Kreativität. Vielleicht hab ich mich am Herrn der Ringe sattgesehen an den ganzen "Orks kommen den Berg runter wie eine Horde Ameisen"-Eindrücken, vielleicht auch an Männern mit Haarschmuck und in barbarischem Schick.
Ich kann mich auch nicht an soviel Slapstick im Hobbit erinnern, oder an einen Schwabbel-König, der schwer an Jabba the Hut gemahnt. Galadriel, die ein bisschen schräg und geheimnisvoll wirkte im HdR-Bruchtal, steht jetzt dekorativ in der Landschaft herum, und von Zeit zu Zeit bricht sich das Geschehen und die angestaute Spannung in mehrstimmigem Gesang Bahn.
Den dritten Teil schau ich mir dann aber trotzdem an, wenn er erscheint.
Vielleicht auch schon mit neuem Fernseher, wer weiß?

Spannender erschien mir dann aber doch das hier:


Da wartet man ja förmlich auf den alles vernichtenden Schlag. Oder?

:-)

Die Lily.

Samstag, 13. September 2014

Dem Selbst vertrauen

Depressionen, die ja ohnehin scheiße sind, haben noch zusätzlich die Angewohnheit, am Selbstvertrauen zu nagen wie ein Biber auf Baumentzug.
Unabhängig vom aktuell miesen Leistungspotenzial hat nämlich eins mit Sicherheit keine Winterruhe, und das ist die Bewertungs- und Vorsatz-Industrie, die immer weiter produziert, ob es einem gefällt oder nicht.
Man vegetiert  mehr oder minder modernd auf der Couch vor sich hin, und die innere Stimme ist das, was am lebendigsten ist. Sie verschont einen nicht mit sarkastischen Bemerkungen, harschen Urteilen und einer Taskliste, die jeden Tag länger wird.
Kriegt man dann mal was auf die Reihe, beruhigt dies die inneren Kritiker um kein bisschen. Denn jeder Versuch, sich deshalb besser zu fühlen, wird kommentiert mit "Demnächst findest du dich toll, nur weil du aufs Klo gehst, anstatt hier einfach sitzen zu bleiben" oder ähnlich aufmunterndem Wortwerk.
Jedes kleine bisschen Aktivität wird nicht begrüßt, sondern auch noch als zusätzlicher Anlass für Bösartigkeiten benutzt.
Das findet noch mehr Widerhall, weil man ja nach so vielen Jahren gelernt hat, dass man sich nicht darauf verlassen kann, nach einer Woche fleißiger Observanz der täglichen Pflichten nicht einfach wieder aufzuhören wie ein Auto, dem der Sprit ausgeht- einmal stottert der Motor, und schon darf man am Straßenrand auf den Abschleppdienst warten.
Also muss man sich, wenn es denn nötig ist, nicht nur gegen lähmende Antriebslosigkeit sondern auch gegen die eigene scharfe Zunge und die auch aus Verzweiflung geborenen Hohnattacken motivieren, damit man  trotzdem aufsteht.
Zwischendurch war es, wie mit einer Kugel am Bein durch hüfthohen Honig zu waten. Angefeuert von einer Horde hämischer Kommentatoren, die mit Tomaten werfen. Oder so.
Meist ist dann irgendwann der Punkt erreicht, an dem man sich sogar die guten Vorsätze spart und gleich zu Häme übergeht. Um gegen die inneren Kommentare anzukommen, müsste man mindestens ein oder zwei Jahre lang leben wie ein Soldat mit Zwangsstörung, und man weiß sehr genau, dass das nicht passieren wird.
Deshalb hat der jüngste Schub an Motivation und Ausdauer zuerst für Euphorie gesorgt, hielt er doch länger an als nur einen halben Tag- und im nächsten Atemzug kam dann schon die Panik, dass alles wieder so wird wie noch vor ein paar Wochen. Dieser gelähmte Zustand hat Jahre gedauert,  und nicht einmal die Psychiatrie hat viel geholfen. Der Klinikaufenthalt hat mir die Task-Liste für eine Weile aus der Hand genommen, und unter Psychopharmaka waren die Kritikerstimmen leiser, manchmal auch die Stimmung besser. Aber hat sich dadurch grundsätzlich was an der Motivationslage geändert? Nö.
Derzeit fange ich ein klitzekleines bisschen an, darauf zu vertrauen, dass das, was ich heute nicht erledige, mit Sicherheit dann morgen an die Reihe kommt. Etwas zu planen, fängt an, so etwas wie Sinn zu ergeben.
Das ist sehr ... unerwartet, irgendwie.

Wünscht mir Ausdauer und Glück, Herrschaften.

Euch wünsche ich das Gleiche, und außerdem ein schönes Wochenende.
DieLily

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Samstag, 6. September 2014

Ein Satz (Einsatz) gegen...

die politische Kultur:


Wer nicht gefragt wird, muss dazwischen schreien.



Freitag, 29. August 2014

#neuecouch

Alles ist fein, nur mein Hinterteil vermisst die alte.
Für den Rücken war sie die reine Folter, aber um drauf herumzulümmeln einfach nur gut.
Leider war ihre Zeit abgelaufen; sie ruhe in Frieden, die blau-weiße Plüschcouch.
Schwarzes Leder for the win.



Montag, 18. August 2014

Wallah!

Da hab ich doch in der Bloglist aufgeräumt und das Posting über die Glutenunverträglichkeit gelöscht. Sowas blödes.
Da ich immer im Editor von Blogger schreibe, hab ich natürlich keine Fassung mehr parat. Ich werde aber das Rezept für das Brot noch mal posten, wenn es wen interessiert. Man kann mir aber auch ne Mail schreiben (Ganz runter scrollen, und in der Fußzeile findet sich ein Link unter "Mail an mich: Hierhin").

Mein erster Arbeitstag heute- und ich mag nicht. Ich mag nicht! Hört ihr?

Bis später mal,

Lily. 

Samstag, 16. August 2014

Samstag oder so

Heute ist Samstag. Im Verlauf der letzten Wochen habe ich die Lily-Wohnung, die in den letzten Monaten sehr vernachlässigt wurde, mit Hilfe von Pinsel und Farbe, diversen gezielten Einkäufen und viel, viel, viel Arbeit in so etwas wie "ein gemütliches Heim" verwandelt.
Es hat gedauert, meine Lieben. Nicht nur, weil es so viel Arbeit war, sondern auch, weil ich nicht wieder so einen Mega-Aufräum-Rausch erzeugen wollte(naja, konnte), der doch nur einen Kater hinterlässt und mich für Tage auslaugt. Statt dessen hab ich mir Zimmer für Zimmer vorgenommen und gründliches Reinemachen mit Aufräumen und Entrümpeln verbunden. Dabei geholfen hat sicherlich, dass mit der anderen Ernährung diese elende Müdigkeit endlich der Vergangenheit angehört, nachdem diverse Klinikpackungen Psychopharmaka diesbezüglich nix ausrichten konnten. Allein den Ostflügel hat mich drei Tage gekostet, rechnet man den Umzug meines ehemaligen Kleiderschranks in denselben und das Einräumen der gemischten Güter dort hinein mit.
Der beste Bruder von allen hat geholfen, den "neuen" Kleiderschrank aufzubauen, und hat gnädig über Staubwolken und Chaos hinweg gesehen, ebenso wie über den wüsten Berg an Klamotten, den ich der Einfachheit halber aufs Bett geschmissen hatte. Mit sowas tricks ich mich gern selbst aus: Klamotten auf dem Bett heißt, dass man sie noch vor dem Schlafengehen wieder in den Schrank räumen muss- sonst kann so was auch schon mal eine Pause im Wäschekorb einlegen, da kenn ich nix.
Fünf Säcke Altkleider hab ich entsorgt, diverse Berge an Verpackungen und Kartons, gefühlte hundert Kubikmeter Altpapier, einen etwas älteren Zweit-Staubsauger (woraufhin der Erst-Staubi kaputt ging, danke schön) und noch so einiges. Alle Fenster sind geputzt, die Schränke, auch in der Küche, aufgeräumt und ausgewaschen. Zur Krönung hab ich am gestrigen Tag die Tiefkühltruhe und den Kühlschrank abgetaut und sauber gemacht, und auch das Tiefkühlzeugs mal durchgesehen (fragt nicht).
Ich hatte Urlaub, 14 Tage, von denen ich drei beim besten Freund verbracht habe und drei mit seiner Lebensgefährtin hier. Soviel Action hab ich seit Jahren nicht veranstaltet, und muss feststellen, dass mir die 14 Tage doch recht lang erscheinen, obwohl sie so kurzweilig waren (danke, liebe S.-es waren superlustige Tage mit dir hier. Dass die Zeit in N. immer gut ist, versteht sich von selbst!)
Heute morgen dann war ich um zehn nach sieben beim Discounter meines Vertrauens und um halb acht mit einem Haufen Tiefkühlzeugs wieder zu Hause, die Truhe ist wieder voll.
Und jetzt weiß ich nix mit mir anzufangen. Stricken geht derzeit nicht, weil mir die letzte Handarbeitenextase den Daumen beschädigt hat, der immer noch weh tut.
Das hab ich vor allem bei dem hier bemerkt:

 


Das hab ich aufgrund der Anregung aus einem Kommentar gemacht, und zwar aus der Wolle, die ich für ein Jäckchen für Raphael gekauft hatte. Ich hab den Kommentar vorhin gesucht, aber nicht gefunden, sorry dafür.
Das Bärchen wohnt in meiner Tasche und ist immer dabei- nicht, dass ich den Kleinen je vergessen würde, aber so ist es gut.
Ich bemüh mich, trotz des "nix-anzufangen-Wissens" nicht in Trübsal zu verfallen. Fällt nicht leicht, auch, weil ich bei der Suche nach den Kommentaren etwas zu nah an Raphael und auch an Eddie gekommen bin. Trotzdem wünsche ich mir manchmal, für irgendetwas soviel enthirnten Enthusiasmus aufbringen zu können wie der Typ, der sich in der Antikal-Werbung über sein sauberes Badezimmer freut. Meine Güte. Was der nimmt, würd ich auch schlucken, ohne nachzufragen. Solange es kein Kalkentferner ist.

Schönen Samstag Euch allen,

Lily.


Sonntag, 3. August 2014

Sex und Gender und das gewisse Wasweißich


Da gibts ja diese Unterscheidung zwischen Sex und Gender und diesen ganzen Kram- also was wir an Organen haben und welchem Geschlecht wir uns zugehörig fühlen und so, was ja gerne ausufert in Rollenverständnis und -Zuschreibung, wo ich dann schnell die Trennschärfe der Begriffe verliere, weil ich diese Definitionen, abgesehen von der chromosomalen und phänotypischen Geschlechtserkennung überhaupt nicht so sehr hilfreich finde.
Und dann gibts da noch das Sex-and-the-City-Geschlechts-Definitonskonglomerat (das ist definitiv ein wissenschaftlicher Ausdruck, ich muss das wissen, denn ich hab ihn grad geschaffen).
Dass es jetzt diese Serie trifft, ist Zufall und liegt nur daran, dass ich in letzter Zeit soviel Werbung dafür sehe, wenn ich alte Folgen Grey's Anatomy anschaue.
Also.
Das Sex-and-the-City-Geschlechts-Definitionskonglomerat, auch SatCGDK genannt, umfasst folgende Einzelaspekte:

1. Frauen haben hohe Stimmen. Haben sie die nicht, sind sie entweder
-transsexuell
-Schlampen
-homosexuell
oder
-Unterschichtangehörige.
(Hört euch diese Serien mal in der Originalvertonung an, dann wisst ihr, was ich meine. In Europa wird da nicht so unterschieden. In hiesigen Fernsehserien ist man mit einer tiefen Stimme gern Staatsanwältin.)
2. Frauen haben zwar keinen Orientierungssinn, verlaufen sich aber niemals in
-Kaufhäusern oder
-ihren gigantischen begehbaren Kleiderschränken.
3. Frauen haben überquellende Schränke, aber niemals etwas anzuziehen, und kokettieren gern und ausdauernd mit diesem "Faktum".
4. Sie ernähren sich von Grapefruitsaft, Wodkatinis, Salat und Bergen von Schokolade.
5. Übergewicht fängt ab einem BMI von 19 an und ist strafbar. Schokolade macht glücklich, aber nicht dick, das gilt auch für Alkohol.
6. Unterhalb einer Menge von 15 Paar Schuhen je Kleinklima-Variante wird die Zugehörigkeit zur weiblichen Klasse widerrufen
7. Frauen wollen sämtlich geheiratet werden, um ihr Single-Dasein möglichst schnell einzutauschen gegen eine Vorstadt-Idylle
und was dergleichen mehr ist.
 Bei Männern gilt:
1. Männer lieben Sport. Wenn nicht, sind sie Nerds und entweder sehr dünn oder sehr dick.
2. Nerds haben hohe Stimmen und kriegen keine Frau, weil sie noch bei ihren alleinerziehenden Müttern im Keller wohnen, wahlweise auch in einer WG mit anderen Nerds. Mindestens einer ist Autist und daher ein lustiger Geselle.
3. Richtige Männer haben tiefe Stimmen und sind heterosexuell.
4. Homosexuelle Männer sind ständig auf der Suche nach neuen Vorhängen, wahlweise trinken sie den Wodkatini oder  Sekt mit den Frauen mit den hohen Stimmen.
5. Nur homosexuelle Männer können mit Frauen befreundet sein. Wegen der Vorhänge.
6. Verheiratete Männer sind dick, dann sind sie lustig. Schlanke verheiratete Männer gehen entweder fremd oder ihre Frau stirbt in der Serie, und er steht ihr bei. Manchmal sterben die Frauen auch, obwohl die Männer fremd gehen. Dann haben sie das meist verdient.  Weil sie Karrierefrauen sind oder abgetrieben haben, das kann man dann auf dem Sterbebett gestehen.

Die Individuen in diesen Serien sind nur minimal unterschiedlich, Frauen kann man an der Haarfarbe auseinanderhalten, die Männer an der Kleidung. 

Und jetzt muss ich euch was gestehen:
Ich habe einen neuen Kleiderschrank, anderthalb mal so groß wie der alte. Nach Aussortieren von 4 (!) Müllsäcken Altkleider ist der neue Schrank trotzdem voll. Und ich habe nix richtig schönes anzuziehen...

...klagt die Lily mit tiefer Stimme, und zählt ihre Schuhe.

5 Paar. Inklusive Wander- und Walkingschuhe.

Muss ich mir jetzt einen homosexuellen Freund suchen? Oder eine Staatsanwältin?

Einen schönen Sonntag wünsche ich Euch!