Mittwoch, 20. Juli 2016

And now.

And now to something completely different.
Ich hab ja ein Auto, das hat ein (tadaa) Radio- und Cassettendings drin. Nun hab ich schon lange keine Cassette mehr gesehen, nenne keine mehr mein eigen, aber hab das Regal voller CDs, die ich gern beim Fahren hören würde. Geht aber nicht...
Also sann ich auf Abhilfe.
Der Möglichkeiten waren einige:

--Den CD-Player aus dem alten Auto nutzen. Das schied aus, weil mir das intakte Cockpit vom Bora so gut gefällt, und ich da nicht mit Chromfirlefanz und dem Kenwood-Logo stören wollte. Außerdem hab ich das Ding im Golf nie richtig fest gekriegt, weil der nötige Adapter für normale Geräte auf VW-Norm nicht richtig hinten ins DIN-Fach passte.

--Einen FM-Wandler kaufen, und Musik vom Handy hören, Downloads aus der Cloud zum Beispiel. Ist eine Option, mir aber, ehrlich gesagt, einiges zu fummelig. Vor allem, wenn man, wie ich, auch schon mal einzelne Sachen auf einer CD oder Playlist gerade nicht hören will. Dann hat das Telefon schon wieder das Display abgeschaltet und man sucht sich nach Wiedererweckung erstmal durch die Menüs. Nee.

--Das gleiche, nur mit einer Adaptercassette. Der beste Schwager von allen hat mir eine geliehen, Soundqualität ist allerdings gleich Müll. Hinzu kommen die Probleme wie oben. Scheidet also wirklich, glaubhaft und wahrhaftig aus.

--Handy und der Brüllwürfel, aka Bluetooth-Lautsprecher. Musikfindung wie oben schwierig, Soundqualität ganz gut, kann auch als Freisprechdings benutzt werden, beides muss aber eigentlich ständig am Strom hängen, sonst ist Essig mit Musik. Letzterem kann man mit einem Verteiler für die Bordsteckdose abhelfen, wenn der ein richtig langes Kabel hat, kann man die Steckdose im Kofferraum nutzen und das Kabel unter Teppich legen. Dose(n) selbst unter der Armstütze anbringen, und alles ist gut. Vorn in der Mittelkonsole will ich das Gebammel nicht haben, da stört es den Ganghebel.
Die Verteilerlösung ist überhaupt schon deshalb nötig, weil mit Navi und Telefon eh meist zwei Verbraucher im Auto sind.


-- Die Königslösung: Ein Original-CD-Player für den Golf IV/Bora. Gibts beim großen Onlinehandelshaus, für unter 50 €.
Alles prima, jetzt muss man es einbauen. Richtig? Richtig.
Nun hat der Bora in der Mittelkonsole drei DIN-Schächte für die Aufnahme diverser Dinge. Ganz unten ist bei mir die Klimaautomatik. Darüber das Radio/Cassettendings, und ganz oben eine Ablage.
Nix davon sieht irgendwie herausnehmbar aus.
Muss es aber sein, denn es gibt Leute, die da ihre Sauna Whirlpool Heimkinoanlage CD-Player untergebracht haben.
Was macht die kluge Frau, wenn sie was vorhat, aber nicht weiß, wie es geht? Richtig. Bei DuRöhre nachsehen.
Was ich getan habe. Da kann man zuerst mal lernen, wie man das Radio rausnimmt. Im zugehörigen Video zeigt ein dynamisch-sympathischer Jungbastler, wie er mithilfe einer Laubsäge, zweier Scheckkarten, eines Teppichmessers und eines Maßbands zwei Haken bastelt, mit denen man die eingerasteten seitlichen Sperren beim Radio löst.
Als ich das sah, fiel mir wieder ein, dass ich mal einen Satz diverser Montagehaken und -Hebel gekauft habe, um beim Golf 2 das Originalradio zu entfernen. Genau die hier benötigten Haken fanden sich jedoch leider nicht mehr in der Sammlung. D.h. es waren mal zwei, gefunden hab ich einen. Mit einem Haken allein klappt das allerdings nicht. Denn man löst die Sperre dann zwar einseitig, müsste aber das Radio ganz rauskriegen, um den Haken entnehmen und auf der anderen Seite des Radios verwenden zu können.
Also musste ein zweiter Haken improvisiert werden, und das hab ich mithilfe einer Kundenkarte, eines Eddings und einer Büroschere auch gemacht. Ging ganz hervorragend.

links im Bild: Originalhaken und Imitat aus Kundenkartenplastik.
Nach dem Abstellen der Schulterklopfmaschine musste jetzt nur noch das Radio hier angeliefert werden.
Auch das geschah, wie geplant und bestellt... und es handelt sich tatsächlich um ein nigelnagelneues CD-Playerchen der doppelten Bauhöhe und der VW-Herkunft.

Und dann kam der Mittag, mit ihm die Pause und der Kollege und ich sind losgezogen auf den Parkplatz, das alte Radiodings auszubauen und das neue CDdings einzubauen.

Die Rausziehhaken fix genutzt, das Radio entnommen, die Kabel abgefummelt, ein bisschen am oben drüber eingebauten Ablagefach gewackelt und dessen Entfernung erstmal verschoben. Stattdessen den Aufkleber neben dem Antennenstecker des CDteils gelesen.
Sinngemäß und auf rotem Untergrund:
Achtung. Kann sein, dass das hier alles nicht so richtig passen will. Dann brauchen Sie nen Adapter (Das "Ätsch!" haben sie nicht abgedruckt.)
Seufz.
Natürlich ist mein Auto aus einem früheren Baujahr. Und natürlich ist der CD-Player nicht abwärts- und selbstverständlich das Auto nicht aufwärtskompatibel. Wo kämen wir denn da auch hin?
Doppelseufz.
Und, wo kommen wir hin?
Richtig, in die Foren und Chaträume, um alldorten zu forschen nach dem Adapter.
Gesucht, und tatsächlich gefunden und bestellt... was mal wieder Wartezeit bedeutet (inzwischen sind knapp 14 Tage ins Land gegangen, Herrschaften...)
Dann kam der Mittwoch in der letzten Woche, als mich eine strategisch falsch aufgefasste Salzstange zahnfleischmäßig so aus dem Konzept brachte, dass ich von Donnerstag bis einschließlich gestern mittag nur ohne die Prothese im Oberkiefer die Schmerzen halbwegs in Schach halten konnte (heißt: Ohne Zähne keine Arbeit, weil ich dann nicht verständlich sprechen kann. Mal abgesehen von Nachwirkungen der Antibiotika, der ständigen Schmerzmittelschluckerei und einem gewissen Schlafmangel). Montag und Dienstag bin ich also zu Haus geblieben und habe Metamizol und Ibuprofen und Antibiotika gleichzeitig und beidhändig gefuttert.
Jetzt geht es wieder gut, und heute morgen machte ich mich dann trübäugig ob der Uhrzeit auf dem Weg ins Büro.
Und fand auf meinem Schreibtisch -tadaa- den Adapter vor. Den für die Datenkabel und den für das Antennenkabel, denn beides passte nicht.
Der Kollege und ich sind dann mit dem adaptierten und damit erheblich im Wert gestiegenen CDdings wieder auf den Parkplatz gelaufen, dann hab ich erst das Radio, und dann mit roher Gewalt die Ablage darüber entfernt, die Kabel verbunden, die Antenne angeschlossen, das CDdings in den Schacht geschoben (passt nicht... mehr Druck...passt nicht...noch n bisschen... sitzt!), den hellen Moment bewundert, der mich dazu gebracht hat, die dem CDdings beiliegenden Aufkleber auf die Bedienungsanleitung für das Auto zu kleben, den Code eingegeben (auf wundersame Weise auf einer Tastatur mit nur 6 Ziffern eine Codezahl mit einer Neun drin... ) und...
Trommelwirbel...
Sitzt, passt, wackelt und hat Luft und funktioniert sogar.

Jetzt wollen wir mal hoffen, dass sich keine elektronischen Zicken entwickeln. Ich las in einem Forum, dass es da Adapter gäbe, deren Eigenschaft es sei, Airbagelektronik zu stören. Nicht originär, aber man nimmt sich die Freiheit. So als Adapter.
Ich tröste mich damit, dass der Artikel von 2008 ist.
Und freue mich über meinen neuen CD-Player.



Donnerstag, 14. Juli 2016

Intermezzo

Nach fast einem Jahr mal wieder den Fernseher angeworfen.
Feststellungen:

a) Set-top-Box macht nicht mehr das, was sie soll (behoben, Gerät resettet.)
b) Fernbedienung streikt bei einigen Tasten (behoben, neue besorgt)
c) Reklame scheint auf bestimmten Sendern keine Produkte mehr zu promoten. Dafür wird das Einkaufen als Tätigkeit beworben. Höchst irritierend. Lad dir ne App, damit du Rabatte und Boni kriegst, um irgendwas billiger zu kaufen, was du wahrscheinlich niemals brauchen wirst? Lass dir kistenweise Produkte zum Ausprobieren schicken, die du vermutlich ebenfalls nicht brauchst? Da lob ich mir das ZDF. Haftcreme und Inkontinenzeinlagen werden wir alle brauchen. Irgendwann.

Fazit: DVDplayer reaktiviert. M.A.S.H. geguckt. Mit Staffel eins bin ich jetzt durch. Auch nicht viel intelligenter, aber wenigstens ohne diese haarsträubenden Spots.

Dienstag, 5. Juli 2016

A Knife Between my Teeth


Zurzeit gibt es hier chez Lily genau zwei Aggregatzustände: Müde oder wütend. Oder den überlappenden Zustand aus beidem.

Mich bringt alles in Wut. Leute, die was von mir wollen, Umstände, die ich nicht ändern kann, meine Eltern, die Kollegen (selten), das Wetter, die Katzen, deren Bedürfnisse. Zuviel zu tun, zu wenig Lust, was zu tun, zu wenig Dinge, die ich mir als schön vorstellen kann (außer die, die man kaufen kann), die Spritpreise, Werbung, mein Kontostand- lauter Sachen, die mich aufregen, bis es Abend ist und ich vor Zorn nicht schlafen kann.
Es ist mir klar, dass das ein pathologischer Zustand ist. So schnell und gründlich bin ich meist nicht aufzuregen, wenn auch vielleicht etwas fixer als Ottonormalfünfzigerin. Mein letzter Urlaub war irgendwann vor Oktober 2014, ich weiß nicht mehr genau wann, und das hat bestimmt damit zu tun.

Mich ärgert die Selbstverständlichkeit, mit der Leute über mich verfügen, und das Gejammer meiner Mutter. Mich macht mein Arschlochbruder sauer, der sich die Eier breitsitzt und Andere machen lässt- er wäre außer mir der einzige hier vor Ort und ebenso in der Pflicht wie die anderen. Wobei die anderen zurzeit auch durch Abwesenheit glänzen und ich hier mit zwei Enkeln meiner Eltern und meiner Wenigkeit versuche, die unhaltbaren Zustände zu halten. Mich ärgert es, mir dreimal am Tag meine Mutter anzuhören, wie sie mit leidender Stimme die gleichen Sachen erzählt und mich flugs mit ominösen Gesundheitsproblemen aus dem Sonntag holt, wenn ich den Samstag nicht bei ihnen verbracht habe. Mich regt es auf, wenn sie zeigt, dass sie das passiv-aggressive Manipulieren zu einer Kunstform entwickelt hat. Entsprechend gereizt reagiere ich dann, woraufhin sie sich mit Jammerstimme entschuldigt und ich sie fast anschreie, dass sie aufhören soll mit dem Entschuldigungsgeseire. Es macht mich aggressiv, dass ich hier gefühlt alleine ausbaden kann, dass meine Mutter sich Jahre nicht darum gekümmert hat, sich und/oder meinen Vater für eine Altenwohnung oder einen Pflegeplatz anzumelden. Um ein Haar in einen hysterischen Wutanfall hat es mich heute getrieben, dass sie meinte, sie brauche eine Sekretärin (für den Schriftwechsel mit einer (!) Krankenkasse(!)). Dreimal dürft ihr raten, wer sich nicht bewirbt? 
Richtig.
Und dann hab ich das getan, was für einen kurzen Moment einen roten Blutschleier vor meinen Augen verursacht hat:
Ich habe gegoogelt „Wohin mit meiner Wut“.

Jetzt weiß ich, was ich tun soll. 
Nicht etwa Leute aufschlitzen, faulen Ärschen die Nase platt hauen, jemanden so lang vors Schienbein treten, bis er lacht, einen geschliffenen, bösartigen Brief an die Krankenkassen schicken oder sonstwie für die Veränderung der Umstände sorgen… Nein. Mir was Schönes ausdenken. Ein Bad nehmen. Mir vorstellen, dass es schlimmer kommen könnte. Glücklich sein, dass ich lebe. 

Da fällt mir doch nur ein WHAT THE FUCK IS WRONG WITH YOU??? ein…(Man beachte die Zahl der Satzzeichen…) 
Überall wird von Frauen offenbar erwartet, dass sie entschuldigend ein Wattebäuschchen vor sich her pusten, wenn die einzige Lösung ein bewaffneter Aufstand wäre. In keiner der verdammten und verzuckerten Beispiele von Niederjournalismus im Psychologenpyjama ist die Rede davon, dass man sich vielleicht mal hinsetzen sollte (mit dem spitzen Bleistift, nicht zwingend mit dem Stilett) um zu überlegen, wie man an den Umständen was ändern kann. 
Wo man tatsächlich vielleicht Recht mit seiner Wut hat. 
Wo es krank macht, sich immer vorzustellen, dass man ja auch einbeinig in einer Grashütte auf den äußeren Hundsinseln leben könnte- nur um nicht zu merken, dass man verarscht, manipuliert und ausgebeutet wird.
 
Mein Eindruck war eigentlich, dass wir die Fünfzigerjahre lang hinter uns gelassen haben und dass inzwischen klar ist, dass alberne kosmetische Schraubereien an der eigenen Zufriedenheit weiß Gott nicht jedes Problem lösen. Und dass sich das auch schon in die Blättchen herumgesprochen hat, die man aus unerfindlichem Grund Frauenzeitschriften nennt. Aber weit gefehlt… 
Für richtige, vollständige, hirntragende Frauen sind die Dinger nun wirklich nicht gedacht. Staats- und familienerhaltende Schleimabsonderungspostillen sind das. Und so eine Art verbales Narkosemittel, vermutlich.
Und jetzt geh ich raus. Barrikaden anzünden. Und wenn es nur die in meinem Kopf sind.

Mittwoch, 15. Juni 2016

In Gesundheit und Krankheit






Auch so ein Versprechen, das man abgibt, wenn weder das eine noch das andere besondere Relevanz hat.
Auch so ein Versprechen, das sehr schwer bis unmöglich zu halten ist, wenn es hart auf hart geht.
Denn wenn es so ist wie bei meinen Eltern, dann geht das eine und das andere kommt. Schleichend oder über Nacht, aber oft für beide.
Und dann?
Mein Vater ist dement. Er ist körperlich eingeschränkt, hat Parkinsonismen beim Laufen, Inkontinenzprobleme und sein Herz hat Vorschäden. Er hat nur noch eine funktionsfähige Niere, einen Lungenschaden und Arthritis in den Händen. Sein Blutdruck entbehrt jeder Regulation, aufgrund einer erneuerten Herzklappe ist er Macumar-Patient und so weiter, und so weiter.
Mutter ist auch schon Mitte siebzig, hat eine Autoimmunhepatitis, massive Durchblutungsprobleme, einen nigelnagelneuen Bypass im Bein (als lebenslange Nichtraucherin), das übliche an Alterswehwehchen und einen inkompetenten und unmotivierten Hausarzt. Der erwartet den Patienten samt von diesem selbst gestellter Diagnose und bereits vorausgewähltem Medikamentenvorschlag. Die Durchblutungsstörungen im Bein meiner Mutter hat er als „Ach, das ist wahrscheinlich der Ischias, nehmen Sie doch einfach noch zwei Ibu mehr am Tag“ abgetan und nur zögerlich den Weg zum Angiologen frei gemacht. Sie nimmt bereits 800 mg am Tag und das wegen Hüftproblemen nach einer unfallbedingten Beinverkürzung vor 20 Jahren. Physiotherapie? Überweisung an einen Orthopäden? Fehlanzeige.
Mein Vater kriegt weder Krankengymnastik noch Lymphdrainage für seine auf Melonengröße angeschwollenen Füße, mal zu schweigen von Diagnostik. Der Doc hat meiner Mutter erfolgreich klar gemacht, dass Vaters Blutdruck ab 140/90 kräftig und energisch nach unten korrigiert werden muss. Daher dämmert der arme Kerl ständig mit herumdümpelnden Werten im Sessel vor sich hin.
Momentan bekommt er keine Überweisung zum Neurologen. So ängstlich und depressiv und schlafgestört, wie er aufgrund seiner Demenz ist, würde dieses sich aber empfehlen. Soweit Dr. Google sagt, kann durchaus bei Demenzpatienten auch etwas gegen diese Symptome getan werden. Die Hälfte der dreizehn oder vierzehn Präparate, die er bekommt, sind gegen die Nebenwirkungen. Folsäure, Pantoprazol, MTX-Folgen-Beschränker, the works. Die Bitte meiner Mutter, ihm ein Präparat zu verordnen, das ihn nachts durchschlafen lässt, hat der Arzt abgelehnt. Mit der Begründung, wenn er stürze, hätte sie erst Recht Probleme. In Bezug auf die Blutdruckmedikation hat er solche Hemmungen nicht.
Ich empfinde es als viel größeres Risiko, dass er nachts wach wird, und sie nicht erkennt, aber verängstigt ist und sie bedroht, weil er wissen möchte, was sie mit seiner Frau gemacht hat. Er ist zwei Köpfe größer als meine Mutter und hat den Stock am Bett.
Die letzten drei Wochen hat Mutter im Krankenhaus verbracht, und er in der Kurzzeitpflege. Wir haben Mitte Juni, und das Jahreskontingent an Pflege hat er morgen erreicht.
Ab morgen Abend kommt ein Pflegedienst für ihn. Und ab dem nächsten Quartal werden die zwei einen neuen Hausarzt haben. Wir sind es nämlich leid. Und sobald ein Platz auf einer Demenzstation frei wird, wird er vermutlich den Haushalt verlassen und stationär untergebracht werden (müssen). In Gesundheit und Krankheit? Zur Hölle mit unerfüllbaren Versprechen.

Dienstag, 14. Juni 2016

Recycling

heute hier drauf gestoßen: Alter Text.
Ich muss sagen, das ist wenigstens verblüffend.
Wenn nicht bizarr.

Sonntag, 5. Juni 2016

Alles so schön...

...silbern hier.
Da wollte ich doch nie wieder ein silbernes Auto. Auch, weil in den letzten Jahren offenbar kaum etwas anderes gebaut wurde als weiß, grau, silber und schwarz. Etwas trübe Palette. Am Rostbraunrot meines Golfs hab ich mich auch satt gesehen. Das liegt auch daran, dass ich offenbar ein Baujahr erwischt hab, das mit einer Art Plaka-Farbe lackiert war, anders ist der matte und müde Farbton nicht zu erklären. Der Vorgänger des derzeitigen Golfs, noch einige Jährchen älter, hatte nicht nur weniger (wesentlich weniger) Rost aufzuweisen, sondern da glänzte der Lack noch nach fast 25 Jahren, wenn man den kleinen Kerl mal einer Säuberung unterzog. Was, zugegeben, nicht zu meinen Hobbys gehört. Das Ende einer Autoliebe sieht man meinen Karren  immer sehr an.
So auch im Moment. Der Rote ist eine fahrende Gesundheitswarnung, denn mal abgesehen von der Zuladung aus Kram, Zeug und alten Zeitungen, regnete es kräftig durch die rostgeplagte Heckklappe (zwei sehr mürbe Stellen am unteren Rand der Heckscheibe) und leider gilt bei Autos nicht, dass das, was reinkommt, auch wieder rausläuft.
Alles an Feuchtigkeit landete in den Teppichen, und woher die Feuchtigkeit kam, die im Fahrerraum schwappte, hab ich nicht rausgekriegt. Und es schimmelt munter vor sich hin, seit vor einigen Tagen die Regenzeit angefangen hat.
Nicht gut, nicht gesund, und ständig beschlägt einem die Brille.
Es muss mal wieder was neues her, sagte sich die Lily. Und diesmal nicht wieder ein Pauschalen-Auto: 500 €, zwei Jahre TÜV. Das führt nämlich dazu, dass jede Tour, die einen aus der Heimatstadt zum Beispiel zum besten Freund führt, gleich ein Abenteuer ist. Man kann sich unentwegt auf die Schulter klopfen, weil die Tatsache, dass die Uraltkisten viel Sprit saufen, dadurch kompensiert wird, dass man Müll verhindert, indem man ihn fährt. Leider macht dieses einseitige Klopfen genau solche Rückenschmerzen wie das Kauern in einem ausgeleierten und ausgenudelten Sitz.
Zudem ist es nervtötend, den ultimativen TÜV-Termin unaufhaltsam näherrücken zu sehen und damit die Frage, was eher vorbei ist: Die Frist oder das Auto.
Und jetzt war es wieder so weit. Der Termin kam (und verstrich, wie ich gestehen muss), und ich konnte mich nicht entscheiden. Die Gurke reparieren, und damit einer sehr verstrichenen Liebe Geld nach werfen?  Wieder eine Billigkiste? Etwas (oder auch sehr viel) mehr zahlen, und länger was davon haben?
Einen Neuwagen würde ich nur dann fahren wollen, wenn ich mir erstens die Werkstattpflege leisten könnte und zweitens nicht einen Herzkasper riskieren würde, wenn das Auto geklaut oder beschädigt würde. Zwanzig- oder dreißigtausend Euronen rüberwachsen zu lassen, auch wenn ich gern Auto fahre? Niemals. Was nicht heißt, dass ich nicht Spaß hätte an einem wirklich schicken Auto. Wirklich schick scheint bei mir aber immer einen Preis von mehr als 30.000 € zu bedeuten. Und das? Nö, siehe oben.
Gestern aber sollte es losgehen, der Lily einen neuen fahrbaren Untersatz kaufen.
Das Portemonnaie voller Bargeld, wollten der Kollege und ich in aller Herrgottsfrühe aufbrechen, um in die Welt der Gebrauchtwagenhändler einzutauchen. Der Kollege hat nicht nur Plan von Autos, er kann auch handeln. Was bei mir so gar nicht funktioniert. Ich geb auch schon mal mehr als der Verkäufer haben möchte. Weil er mir leid tut, zum Beispiel.
Die Zeit brach an, der Kollege tauchte auf- in einem Auto mit Überführungskennzeichen.
Ab und  zu kauft er mal eins günstig, arbeitet es auf und vertickt es mit Gewinn. Und tags zuvor hatte jemand seinen Verhandlungskünsten nachgegeben und ihm ein Auto preiswert überlassen. In meiner Gewichtsklasse, finanziell und auch sonst. Wieder ein älteres Auto, aber megagut im Schuss, mit wenig Kilometern, und allem, was ich mir so vorgestellt habe.
Und da isser nun :)



Wieder ein VW.

Diesmal ein Bora. Sieht man nicht so oft. Die Stufenheckvariante vom Golf, (hier: IV). Ein irgendwie erwachseneres Modell als sein kürzerer Bruder, finde ich.
Schön ausgestattet, mit praktischen Details wie tatsächlich einer geteilt klappbaren Rückbank (abschließbar), keinen überflüssigen Getränkehaltern (nur zwei, mehr wird nicht benötigt) endlich einer Klimaanlage, Mittelarmlehnen vorn und hinten, für die arthritisgeplagten Ellbogen, Regensensor, und, und, und.
Wieder ein Automatik, da kann man sich sehr schnell dran gewöhnen. Sowohl in der Stadt als auch außerhalb.
81.000 km, die wohl real sind, wie man dem Zustand der Sitze, des Lenkrads und der Pedale entnehmen kann.
2000 Euro.
Freut euch mit mir :-))
Und zündet eine Kerze an, für die Leute in den Überschwemmungsgebieten. Mein Bruder wohnt im Landkreis Ahrweiler, in einem der vom Hochwasser am schwersten getroffenen Örtchen. Da ist alles kaputt, voller Schlamm und Wasser, und viele haben nur das retten können, was sie am Körper tragen. 
Ihm geht es gut, das Haus, in dem er wohnt, liegt am Hang. Trotzdem sind auch die Leute, deren Eigentum und deren Gesundheit verschont wurde, hart getroffen. Nicht nur, dass sie ihren Nachbarn selbstverständlich beistehen, sie riskieren auch viel bei den Aufräumarbeiten. 
 




Montag, 30. Mai 2016

Ähem.

Also ich war ne faule Blogsau, die letzten Wochen. Aber aus Gründen.
Wie hinlänglich bekannt, ist derzeit im Hause der Lily-Eltern eigentlich immer Trubel, von wg. Gesundheit und so, und allgemeiner Alterserscheinungen. Das müsste mich nicht weiter beeinträchtigen, teilten wir uns das gerecht auf. Aber das tun wir natürlich nicht. Oder irgendwie schon- der Steuermann aus der Bootsanalogie im letzten Sommer hat sich komplett aus unserem Leben verabschiedet. Exit einer von vieren, macht noch drei, die sich engagieren. Und natürlich macht das jede Menge Wut, wenn man bedenkt, dass der, dessen Name in der Familie nicht mehr genannt wird, nicht mal das Benehmen hat, z. B. meiner Mutter zu ihrem (runden) Geburtstag zu gratulieren, ihre Telefongespräche nicht annimmt und auch unsere Mitteilungen z. B. bei Whatsapp nicht mehr liest.
Er wird von finalen Entwicklungen dann vermutlich aus der Zeitung erfahren. Es ist eine üble Sache, soviel steht fest. Mein Vater kann das überhaupt nicht mehr begreifen, und der Rest der Familie, auch wenn nicht dement, hat so seine Probleme  mit soviel Kaltschnäuzigkeit und komplett unangebrachtem, selbstmitleidig auf hohem-Ross-Herumgesitze. Arschloch, so ist die herrschende Meinung, Arschloch kann man nicht lernen, das ist man.
Jedenfalls haben die elterlichen Herrschaften ein recht großes Haus, samt (für Großstadtverhältnisse) großem Garten. Das Haus kriegt Mutter noch halbwegs hin, trotz der zeitintensiven Beschäftigung mit meinem Vater. Der Garten aber wächst schneller, als sie arbeiten kann, und sie ist halt Mitte siebzig- da springt man auch nicht mehr von Baum zu Baum. Die, die meine Schwester ist, hat selbst einige Fußballfelder an Grundstück zu pflegen, samt Obstwiese, Gemüsegarten, diversen Teichen und Riesen-Staudenanlage rund ums Haus. Der, der mein Bruder ist, und hier auch schon mal kommentiert, wohnt gut 150 km weit entfernt.
Ich mag Gärten, und ich mag auch die Arbeit.
Also dürft ihr dreimal raten, wo ich in den letzten Wochen war. Rrrrichtig. Im Garten. Man hat mir die Entscheidungsmacht übertragen, so dass ich aus dem Hilfsrasenmäher-Status raus bin. Ich grabe also um, schneide runter, lege Beete an, und hole mir Blasen und Muskelkater. Mein letzter Garten ist knapp 20 Jahre her, und Steine schleppen ist schwere Arbeit. Aber es macht wirklich Spaß, auch wenn es dann natürlich doch nicht mein Garten ist. Im Grunde könnte ich auch einen Schrebergarten pachten, das ist ungefähr das Gleiche. Nur näher, denn in einem Kilometer Umkreis um meine Wohnung sind gleich zwei Anlagen. Der Elterngarten hingegen ist knapp sechs Kilometer entfernt.

Das dauert alles, Herrschaften... und deshalb schreib ich hier nicht. Oder weniger.
Aber bald, da bin ich mit den grundlegenden Arbeiten fertig, dann bleibt nur Rasenmähen und sowas übrig. Dann hab ich auch wieder Zeit.
Ach ja...