Freitag, 25. April 2014

Update

Meine Schwiegertochter ist gestern langsam wach geworden. Raphael ist weiterhin bewusstlos. Für ihn sieht es nicht gut aus.

Dienstag, 22. April 2014

Ungewiss

Einige wissen es schon: Seit Ostersonntag sitzt hier die Lily-Oma.  Wir haben einen wunderhübschen neuen kleinen Jungen in unserer Familie, über dessen Geburt wir uns sehr freuen. Leider gibt es noch großen Grund zur Sorge, denn er ist fast acht Wochen zu früh geboren, und noch dazu unter medizinisch sehr ernsten Bedingungen. Sowohl seine Mutter als auch er sind sehr, sehr schwach und wir wissen nicht, was werden wird. Mein Sohn zerreißt sich derzeit, um seine Freundin und seinen Sohn auf zwei Intensivstationen in zwei verschiedenen Städten zu besuchen und diesen fast unerträglichen Anforderungen gerecht zu werden.
Zum Glück habe ich eine große Familie, die uns sehr unterstützt und die wir jetzt brauchen werden. Auch brauchen wir alle Kerzen und Gebete, die ihr vielleicht für uns anzünden oder sprechen möchtet.
Denkt an uns.

DieLily.

Mittwoch, 16. April 2014

Bits and Pieces

Über Ostern bin ich nicht hier, überlasse es also meinen Katzen, Ostereier zu suchen und mit dem O.-Hasen fertig zu werden. Natürlich kommt mein Sohn, um die Katzen zu gießen füttern, aber nur tagsüber- sofern sich der beohrte Knabe nachts hier hereinschleicht, wird er was erleben.

Ich habe heute mal ein bisschen Leserecherche auf diversen Baby-Zubehör-Seiten getrieben. Meine Güte. Was es nicht alles gibt. Ein Wunder, dass wir und unsere Kinder das Erwachsenenalter erreicht haben, so ohne Apps, die der Mama sagen, wann sie zu stillen haben (ernsthaft) (wir hatten da eine App, die hieß "Das Kind brüllt" und den Button "Mal nachsehen, was es hat"). Dann gibt es hunderte von Blogs und Foren-Beiträgen, die darüber grübeln, streiten, eifern und unentwegt ratentern, was die böse Schwiemu schon wieder alles falsch gemacht hat... Das Kind schreien lassen, das Kind nicht schreien lassen, ihm die Schuhe zugebunden oder auch nicht, die falsche Art Buch vorgelesen (ich würd dem Kind das Telefonbuch vorlesen, wenn es schlafen soll und eh noch nicht sprechen kann- viel Personen, wenig Handlung).
Die eine oder andere Großmutter, vor allem die Schwiegermütter, steht da in einem ätzenden Regen der Krittelei- ich werd mich natürlich gern belehren lassen, was a) aktuelle Sicherheitsregeln und b) medizinische Besonderheiten betrifft. Aber insgesamt wünsche ich mir jetzt schon, dass meine zukünftige Schwiegertochter einfach ein bisschen den Ball flachhält. Aber sie neigt, soweit ich sie kenne, nicht zur Hysterie.
Ganz anders manche Extrembeispiele: Da zermartern sich junge Mütter die Köpfe darüber, dass ihre elf Monate alten Kinder einige "Meilensteine" nicht im vorgesehenen Tempo absolviert haben... tja, Mädels, jetzt ist Essig mit der Elite-Uni, ist doch wohl klar. Was ein Durchschnitt ist, und wie man den ermittelt, scheint ihnen pünktlich mit der Geburt entfallen zu sein. Und niemand in diesen Foren pfeift sie mal zurück... niemals. Jammern, weinen und geifern scheint die adäquate Methode zu sein, niemand scheint mal darüber nachzudenken, dass man nicht ständig Dr. Google mit an Bord haben sollte- meine ziemlich weise Kinderärztin hat mich damals bei meinem 10 Tage alten Baby zurückgepfiffen, als ich (im Ernst... gute Güte.) das Baby nach jeder Mahlzeit wiegen wollte.
Mal im Ernst: Kinder sind stabil, jawoll! Und sie (sowie die Menschheit als Ganzes) haben schon die merkwürdigsten Erziehungs- und Pflege-Varianten nicht nur überlebt, sondern sind sogar trotz auf-dem-Bauch-Liegen zu netten Frauen und Männern herangewachsen. Natürlich sind manche Erkenntnisse wirklich wichtig, und man sollte schon auf der Hut sein, was neuere Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie und der Medizin betrifft.

Manches ist aber auch einfach Mode. Klar sind viele Weisheiten der Schwiegermütter nicht mehr ganz taufrisch. Dafür haben sie andere Qualitäten. Ich höre zum Beispiel immer noch meistens heraus, warum das Baby brüllt. Hose voll? Bauch leer? Gelangweilt? Oder hat es die Nase voll vom Herumgeschlepptwerden, ist komplett überdreht und braucht ein bisschen Ruhe? (Hinweis: Dagegen hilft nur hinlegen und Ruhe einkehren lassen, auch wenn der Zwerg Stein und Bein schreit- das macht ihn nicht kaputt, btw.) Man lernt die Schreisprache, wenn man einmal eine Zeit mit einem Säugling verbracht hat. Das haben viele frische Mütter heutzutage nicht mehr, und das ist sehr schade. Damit geht oft sehr viel Zeit drauf, bis sich Eltern und Kind aufeinander eingespielt haben. Was aber noch keinem Kind geschadet hat, ist, dass man ihm zuhört. Und da wundere ich mich oft, wenn ich durch die Stadt gehe, wieviele Eltern ihren Nachwuchs durch die Gegend schieben, und dabei unentwegt texten oder telefonieren. Sofern das Baby noch klein ist und ohnehin schläft, find ich das in Ordnung. Halbwegs lebhafte Kleinkinder hingegen, die gern mal aus dem Wagen klettern, sollte man aber ein bisschen besser im Blick halten, bevor sie eine Abenteuerreise durch ein belebtes Kaufhaus starten.

So richtig entspannt und wirklich mit Kind sind so wenige, scheint mir, da gibts offenbar eine breit klaffende Schere zwischen FernsehenFacebookKlamottenachjadasBaby und denen, die am liebsten jeden Keim einzeln aus der Atemluft prügeln würden, und deren High-Maintenance-Babys vermutlich nie mit Schmuddelkindern spielen werden.

Meiner Meinung nach ist ein Kind ein wichtiges Mitglied der Familie, aber nicht DAS WICHTIGSTE. Es ist hilflos, aber das vergeht- wenn man es zulässt. Es ist von Gefahren umgeben- einen Teil kann man beseitigen, aber nicht alles, vor allem dann nicht, wenn das Beseitigen Wohl und Wehe eines anderen Menschen tangiert. Mit den Dingen, die man nicht beseitigen kann, wird das Baby umgehen lernen müssen. Erst unter dem Schutz der Eltern, dann auf seine eigene Weise. Und je mehr wir ihm da abnehmen, um so weniger wird es das lernen. Das kann schwer ins Auge gehen.

Robuste Elternschaft ftw, Herrschaften.


And now to something completely different:




Lily reitet spielt wieder. Oben sieht man meinen Charakter auf dem Linien-Greif zwischen Stormwind und dem Sumpfland.
Jawoll.
Schöne Ostern!

Mittwoch, 9. April 2014

Leidensfähigkeit

Unvereinbar mit der Existenz von mehr als einer Katze im Haus ist ein gewisser Sinn für Ästhetik. Vor Beginn der WG-mit-Tieren besaß auch ich allerlei Zierrat und Steh-Rümchen, Gardinen, Zimmerpflanzen und anderen eitlen Tand. Katzen hingegen pflegen ihre Hobbys nicht auf Tischen (naja, sie sollten das zumindest nicht tun), sondern auf dem Boden. Das nehmen sie zum Anlass, vieles von dem, was vorher oben stand, auf denselben herunter zu holen. Unter Inkaufnahme von Kollateralschäden, versteht sich. Überlebt wurden diese Umgestaltungsaktionen nur von Unzerbrechlichem, was dazu geführt hat, dass hier chez Lily nur noch Katzenspielzeug neu angeschafft wird.
Kater Henry, seines Zeichens einer der Pioniere in Sachen Katzenraumgestaltung, hat seinem Hobby damals viel Zeit gewidmet, und unter anderem einem jahrzehntealten, liebevoll gehegten Mordstrumm von Elefantenfuß (der Pflanze) den Garaus gemacht. Nur unter Benutzung seiner Zähne. Ich geb zu, ich hab Dinge nach ihm geworfen, um ihn davon abzuhalten. Da ich aber einen Großteil des Tages nicht anwesend war und bin, und dieses kleine graue Katertier wie kein zweiter Türen öffnen konnte, war der Verfall unvermeidlich und der Kater zum Schluss der Sieger.
Was der moderne Katzator von Tischdecken hält, hat man mir ebenfalls schnell klar gemacht. Kekse auf Tischen werden gefressen. Kiwis, Pflaumen und Co kann man durch die Gegend rollen, man muss sie nur erst aus der Schale holen, was eine sinnvolle, stundenlang durchgehaltene Beschäftigung für den Katzennachwuchs sein kann.
Mit Fell überzogene Möbel sind zuletzt in den siebziger Jahren richtig modern gewesen, aber meine Tiere tun ihr möglichstes, um diesen Trend wieder aufleben zu lassen. Seit das Gretelchen hier wohnt, kann man sich darüber freuen, dass dieser Pelz nicht mehr nur hell ist, sondern gemischt. Was dazu führt, dass die Beschränkung auf helle Jeans nicht mehr bedeutet, dass man zumindestens von Weitem gepflegt aussieht. Ich habe z.B. eine schwarze Jeans, mit der ich grundsätzlich in meiner Wohnung NICHT SITZE.
Auch auf nicht-Design-Gebieten sorgt mein Fellvolk dafür, dass nostalgische Gefühle wieder aufleben. Nur, dass es jetzt keine Legosteine sind, auf die ich nachts trete, sondern Aufziehmäuse und Katzenminze-Spielzeuge. Gruselig ist es, im Dunkeln auf die Spielzeugratte zu latschen, noch gruseliger, wenn Karl mal wieder irgendwohin gekotzt hat. Das kann auch gefährlich sein, weil Ausrutschgefahr besteht, also wird bei nächtlichen Wanderungen chez Lily immer das Licht eingeschaltet.
Wer also Ästhetik liebt, der schaffe sich keine Katzen an. Oder nur eine. Oder nur Ausgestopfte.
Wer es liebt, dass man ihn anschnurrt, austrickst, zerkratzt, anmault, belagert, im Weg steht, und entweder ignoriert oder aufdringlich beschmust, der, nur zu, gehe ins nächste Tierheim. Nicht über Los, ohne Einziehung der Los-Übertritts-Kohle, und ohne Gewähr.
Das Gefühl ist unvergleichlich:-)

Einen schönen Tag wünscht die Lily, samt der Pelzbande.

Donnerstag, 3. April 2014

Rätsel der Zivlilisation, Teil 2

Wer das hier damals gelesen hat, der weiß, dass das Universum Rätsel an verschiedenen Stellen für uns deponiert hat. Kaum hat die Menschheit eines gelöst, schwups, kommt das Universum angewackelt und pappt ein neues irgendwo an, was dann im Weg steht, Staub ansetzt und allgemein abnervt.
Was aber jetzt geschehen ist, lässt mir den Atem stocken. Die Frage, die mich damals umtrieb (Wo kommen die ganzen Katzenscheißeschaufeln her, und warum?) ist nun wiederum zu stellen. Naja, nicht ganz, aber irgendwie ähnlich. Diesmal frage ich das Universum, und zwar mit klagender Stimme: "Wo sind all die Katzenscheißeschaufeln hingeraten? Und- WARUM?"
Nicht genug, dass die Vorrats- KaScheScha (Abk.) klammheimlich meinen Ostflügel (unaufgeräumtes Abstellzimmer, Anm.d.Red.) verlassen haben. Nein. Sie haben auch noch ihren besudelten und in Gebrauch befindlichen Kumpel mitgenommen.
Wenn man, anders als ich, kein verhärtetes, schwarzes kleines Herz hat, dann kann man es beinahe sehen, wie im Schutz der Dunkelheit raschelnd sich die KaScheScha aus ihrem Kistchen erheben, mühselig den Rand überwinden, leise und fluchend über den Boden krabbeln, eine Räuberleiter bilden, um an die Türklinke zu kommen.
Einen wackligen Moment lang stehen sie dort, schwankend, bis endlich die Tat gelingt und sich lautlos die Türe öffnet. Dann schleicht eine ganze Kette von ihnen in die Küche zu ihrem geschändeten Bruder, nimmt ihn zwischen sich, und unter gezischten Durchhalteparolen treten sie gemeinsam ihre Reise an, in das Land, in dem KaScheScha glücklich werden können.
Nicht dass ich ihnen das nicht gönnte. Nein. Sollen sie doch glücklich werden.
Aber womit mach ich jetzt die Klos sauber?
Kann mir das mal einer sagen?
Und WARUM??

Seufz.

Montag, 24. März 2014

Rechtschreibung...

is a bitch, too. Vor allem wenn man glaubt, dass man als online-Magazin sowas gar nicht mehr braucht.


Fig. i: Das Frack-Wrack-Phänomen.


























Dinge falsch zu schreiben, kann sich respektlos anfühlen, scheint mir.


Freitag, 21. März 2014

Aufgeben ist auch eine Option

...wenn es nämlich darum geht, Entscheidungen, die sich als falsch erwiesen, neu zu treffen.
So geschehen im Hause der Lily im Frühling anno MMXIV. Da ergab es sich, dass der im Herbst erworbene "Ich weck dich mit Licht"-Wecker mittels eines Gnadenschusses erlegt wurde.
Weil es sich nämlich als Ärgernis herausgestellt hat, sich für einen billigen Wecker entschieden zu haben.

Aus Gründen:
-Das Displeh ist so hell, dass man dabei lesen könnte. Und wenn nicht das, so stört es, in seiner gelbstichigen oder eisigblauen Strahlkraft, entschieden den Schlaf.

-Die Weckzeit umzustellen erfordert mehr Durchhaltevermögen, Kraft im Zeigefinger und Gedächtnisleistung, als ich abends, wenn ich ins Bett falle, aufbringen kann. Daher steht dieser Wecker seit gefühlten Monaten auf 7 Uhr. Deshalb steh ich oft einfach zu spät auf, um noch früh dran zu sein. Das ist so scheiße.

-Sofern ich früher aufstehe und den Wecker vergesse (man kann ihn einfach nicht ausschalten bevor er weckt, ohne sich durch das Menü zu klicken, für das mir auch morgens die Dinge aus Punkt zwei fehlen, also Durchhaltevermögen etc.), also wenn ich ihn nicht in flagranti ausschalte, dann weckt er weiter. Und weiter, und weiter. Und, na ja, weiter. Bis abends, bis zum Morgen, und bis nächsten Donnerstag. Mit Licht, und Geräuschen.

-Das Weck-Licht ist nicht hell genug, um mich zu wecken. Auch nicht, um dabei zu lesen. Es ist gerade ausreichend, um z. B. abends nicht einschlafen zu können. Dafür macht das grelle Displeh viel Freude, s. oben.

-Und die Geräusche... don't come me with the Geräusche. Man kann zwischen einigen Naturgeräuschen wählen, die so natürlich sind wie Erdbeeraroma aus Fichtenrinde. Nämlich Null. Im Unterschied zu Fichtenrinde schmecken die Geräusche aber nicht wie Erdbeeren (wenn man die Augen zukneift und sich ganz fest konzentriert), sondern sie hören sich an wie, naja, wie Erdbeeraroma, das man aus Brückengeländern herstellt. Oder aus gebrauchten Stoppschildern.
Der Regenwaldsound, z. B., hört sich an wie ein Radio mit ohne Sender und dafür mit Stromschwankungen... wwwschschschsschschschschwwwwschschschschschwwwwww....., interpunktiert mit den Lautäußerungen eines asthmatischen Mopses. Röchel. Der Mops soll wohl ein quakender Frosch sein, verfehlt dieses Ziel aber bei weitem.
Ich hasse diesen Sound inzwischen. Die anderen sind aber genauso synthetisch, schlecht geloopt und ärgerlich.

Also hab ich mein geiziges, kleines, schwarzes Herz gestern in die Hand genommen und mir wieder ein Philipps Wake-up-Light-Weckerding gekauft. Die sind erstens schöner, zweitens überhaupt und drittens haben sie schöne und erträgliche Wecksounds. Diesmal, Ehre-Schwöre, werde ich nicht mit scharfen Gegenständen das Gehäuse öffnen, wenn die LED hin ist, sondern das Teil brav einschicken und das beste hoffen.

In diesem Sinne: Schlaft schön, ihr Lieben, und wacht entspannt auf.

Bis dahin,

DieLily