Mittwoch, 4. März 2015

Noch was Neues.

Ein Kratzbaum muss her, wenn man Katzen bei sich wohnen lässt. Gibt man ihnen keinen, kratzen sie am Sofa. Gibt man ihnen einen, tun sie das auch, aber hoffentlich nicht so oft.
Kratzbaumanforderung Nummer eins hier chez Lily ist Stabilität. Die wurde vorgelebt von dem Baum, der jetzt im Müllmobil wohnt, weil er auf dem Weg ist zur städtischen Deponie. Der hat die meistens vier, inzwischen nur noch drei Fellmonster insgesamt 6 Jahre überlebt.
Man kann seinen Zustand gestern aber nur noch als "durch" bezeichnen. "Durch" mit Katzenhaardeko.
Der Traumbaum steht im örtlichen Katzenzubehörhandel, und kostet schlappe 300 €, was mir zuviel war, also musste wieder das online-Versandhaus herhalten, wo man einen für hundert kriegen konnte. Hundert Euronen, nicht hundert Katzen. So einen hab ich bestellt und gestern erhalten. Einige Flüche, Rückenschmerzanwandlungen und andere Kraftakte sowie drei Stunden Schraubarbeiten später steht er, in katzenhaargrau, und wackelt. Ein bisschen Wackeln ist normal, aber dieses Wackeln zeigt mir: Der hält keine sechs Jahre. Wenn ich Glück habe, hält er eines. Die Stämme sind selbst für das kleine Puscheltier zu niedrig, sie macht sich gern lang und streckt sich beim Krallenwetzen- da braucht sie mehr als 60 cm hohe Papprollen-mit-bisschen-Seil-drum. Schlechte Bäume, so auch dieser, haben oben und unten an den Kratzstämmen Plastikplüschabdeckungen, die nicht etwa nur die obere Kante verdecken, sondern tatsächlich alles sind, was oben und unten am Stamm zwischen einem Satz scharfer Krallen und einer billigen Pappröhre sitzt. Sämtliche Bretter, auf denen das Gekatze lagern soll, sind zu klein für Paul und Karl, und der Brüller ist die Kuschelmulde. Traditionsgemäß ist das ein Ring mit darüber gespanntem Stoff, in denen es sich die Pelznasen bequem machen sollen. Beim alten Baum war das ein ovales Holzbrett, am stumpfen Ende des Ovals mit rundem Ausschnitt versehen, 18 mm dick und mit Stoff überzogen. Durch das obere Ende des Ovals wird die Schraube in den Stamm geschraubt.
Der neue hat zwei solcher Teile, aus Metall. Die biegen sich schon so, dass Paul beinahe rausfällt. Mal gespannt, wann er das tatsächlich tut. Vielleicht sollte ich einfach die zwei Mulden ineinanderlegen und mit einer Schraube befestigen, vielleicht hält sie dann.
Den Stoff musste ich bei dem alten Baum auch einmal erneuern, weil die Krallen natürlich ihr Zerstörungswerk vollführten, ungeachtet meiner innigen Bitten. Auch habe ich einen neuen Stamm zwischendurch nachgerüstet, weil der alte beschädigt war und das Gekatze mittlerweile am Papp-Innenleben kratzte (und mir die Wohnung mit Papp-Fetzchen vollmüllte).
Leider war das nicht nur mein bisher einziges negatives Erlebnis beim großen Internet-Versandhaus, sondern auch noch ein ziemlich teurer Spaß. Und dann hielt das Ersatzrohr nicht mal anderthalb Jahre durch.
Ab sofort spare ich für einen richtig guten neuen Baum. Einen selbst konzipierten, für vermutlich viel Geld, der dann aber sowohl zwölf-Kilo-Schlafnase als auch sehr scharfkrallige Zwerg-Puschel verträgt. Und schön aussieht. Und leicht sauberzuhalten ist.
Noch was?
Ach ja: Bei dem frisch gefundenen Kratzbaum-Wunderland sollte bis dahin jemand eine Preisliste erstellt haben. Wenn man so gar keine Vorstellung davon hat, was die Prachtstücke kosten, dann schreckt das eher ab.


Mittwoch, 25. Februar 2015

Daneben

also neben dem Dings, dem -ääh- Kühlschrank hat sich bei Lily ein neuer Kindle angemeldet. Denn obwohl Amazon damit angibt, dass da tausend Bücher drauf speicherbar sind, hat der alte sich nach circa hundert Büchern hardwaremäßig verabschiedet... die Blätter-Tasten hängen und haken.
Der neue hat einen Touchscreen, was das Problem mit der Hardware nicht mehr dem Verschleiß anheimgibt.
Gleichzeitig hab ich einen für mich neuen Lieblingshelden, Agent Pendergast aus den Preston /Child-Krimis. Immer ein bisschen Richtung Höhlenhorror, ein klitzekleines bisschen surreal und voller erahnter Gespenstergeschichten, aber super gut wegzulesen zu Entspannungszwecken. Bei jedem gehe ich eine Wette mit mir selbst ein, dass es einen Showdown in einem Tunnel, einem Bergwerk oder einem geheimnisvollen Kellergewölbe gibt, meist gewinne ich und finde es trotzdem immer wieder spannend. 14 gibt es, 9 hab ich mir zugelegt- und bewundere seither den Lord-Peter-meets-Sherlock-Helden aus den Südstaaten. Meinetwegen kann das miese Wetter draußen noch eine Weile so bleiben. Toll am Kindle-Touch ist die Möglichkeit mittels Tippen auf ein Wort die Erklärung angezeigt zu bekommen, per Duden oder Oxford Dictionary, oder, bei WLan, auch per Netz.
Leider passt die Hülle vom alten nicht auf den neuen Kindle. Die neu erworbene passende Hülle war zwar extrem viel billiger (20 % des Preises für die erste), aber die integrierte Beleuchtung verschenkt das, was sie sein könnte. Schade. Dafür ist sie aus Kunstleder, ergo unempfindlich, und schön gepolstert. Perfekt ist einfach selten!
Trotzdem bin ich angetan- und diese Meinung stellt eine komplett unbezahlte Werbung dar. Nicht das jemand glaubt, ich schriebe hier für Kohle.
Schönen Tag euch allen, lest was feines!

DieLily



Samstag, 21. Februar 2015

Das neue Zentrum

meines Daseins wird mein Kühlschrank sein... Er kühlt so kühl! Er steht in weißem Glanze! Es ist irre viel Platz drin! Ich glaube, ich werde Führungen anbieten!
Ich wette, in der Fabrik haben seine Freunde geweint, als Siemens' Bester die Seinen verließ. Und ich wagte es nicht, seinen Adel zu beschmutzen, in dem ich bereits in seinem Vorgänger stehende Vorräte auf ihn so einfach übertrug. Nein. Ich gab einen Haufen Kohle aus, um ihm eine Erstlingsfüllung zukommen zu lassen. Und jetzt weiß ich nicht, was ich essen soll, weil die Auswahl so groß ist.
Selbst das Mineralwasser hier chez Lily wird zukünftig gekühlt angeboten werden. Ein Novum, denn die 1,5 l-Flaschen passten in den Alten nicht rein. Eigentlich sollte, rein aus Prinzip und weil er wirklich fürnehm fürbaß schreitet da steht, auch eine Flasche Champagner drin liegen.
Den Schrank, in dem sein Vorgänger wohnte, werde ich als Vorratsregal in den Ostflügel umziehen lassen. Denn die drei Fächer und Schubladen würden mir sonst fehlen.

So, und jetzt ist Schluss mit Haushaltsgeräten. Jetzt folgen andere Banalitäten.

Google hat mir heute als Erste/s/r (welches grammatikalische Geschlecht hat ein Internetdienst?) zum Geburtstag gratuliert, und ich hab es tatsächlich bemerkt. Obwohl ich noch nicht richtig wach bin. Da steht tatsächlich "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Hier-Lilys-richtigen-Namen-einsetzen" .
Auch wenn ich mir sicher war, dass Google alles über mich weiß, hat das schon einen kleinen Wachwerd-Schock ausgelöst. Absurderweise hab ich mich trotzdem gefreut. Und das, obwohl ich Ende Januar meine Facebook-Seite gelöscht und getilgt habe, weil ich es satt habe, dass jemand Geld damit macht, mir zielgerichtet Werbung unterzujubeln. Und auch, weil ich endlich bei Amazon nach Pornos suchen will, ohne dass das auch noch bei Facebook breitgetreten wird (Hinweis: Es lohnt sich nicht, ihr könnt euch das Surfen sparen).
Irgendwo hab ich also in des Internets unendlichen Weiten mein Geburtsdatum hinterlegt. Selbst schuld, denke ich. Aber immerhin, da stand jetzt nicht, wie alt ich werde.
Mit dem Älterwerden ist das in den letzten 2 Jahren so eine Sache. Ich plane zwar nicht, in den nächsten Jahren von meinem Ableben Gebrauch zu machen, aber habe trotzdem das Gefühl, die Zeit liefe mir einfach so davon. Und eines zunehmender Dissonanz zwischen dem Personalausweis-Alter, dem innerlichen Alter und dem Spiegelbild-Alter. Nicht zu vergessen das Alter am Montag Morgen, wenn der Wecker Laut gibt. Gegen die letzten zwei kann man wahrscheinlich was tun, aber die Motivationslage ist eher mies.
Trotzdem war unter dem gestern gekauften Füllgut für  seine kalte Majestät jede Menge (für meine Verhältnisse!) Gemüse und so n Kram. Vielleicht wird das ja noch mal was.
Komisch, wie alles hier immer am Kühlschrank endet.
Anlässlich meines Geburtstags werde ich heute nachmittag mit ein paar Leuten (wenig, wenig...) an einer Stadtführung in Bottrop-Ebel  teilnehmen. Thema: Vom Faustkeil bis zum Betonschaf. Ein mir lieber Mensch macht den Bärenführer, ich freu mich drauf, weil er sehr kenntnisreich ist. Hoffentlich spielt das Wetter mit. Wer von euch Mitlesern Zeit und Lust hat und in der Nähe ist, kann gerne dazu stoßen- Treffpunkt 15.00 Uhr am Eingang vom Bernepark, Ebelstraße 25, Bottrop. Umsonst und draußen- schöner kann Kultur nicht sein.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein fantastisches Wochenende.
Bis dahin!
DieLily.



Montag, 16. Februar 2015

Freier Tag heute :-))

So.. Kühlschrank gekauft, den Inhalt kann ich mir jetzt eher nicht mehr leisten, aber egal. Am Freitag kommt das Goldstück, und sie nehmen natürlich den alten mit. Die Frage, wie weit ich den noch mal blitzsauber schrubbe, stellt sich jetzt natürlich. Ebenso die, wie es wohl hinter und auf dem alten Schrank aussieht, der zu hoch ist, als dass ich ihn öfter in den acht Jahren hier jemals von oben gereinigt hätte.
Aber, wie sagt Scarlett O'Hara noch so schön: Darum kümmere ich mich morgen.
Heute ist ein Extra Sonder Super freier Tag, nämlich Rosenmontag, und da finde ich es ganz toll, dass so viele Leute das Rathaus stürmen wollen. Denn aus diesem Grund hat das Amt zu. Und die Lily hat frei!
Zeit, heute mal ein bisschen was an Mount Washmore zu ändern und dem Geschirr an den Schmutzkragen zu gehen. Eigentlich wollte ich das schon am Wochenende tun, aber da musste ich lesen. Ungefähr zwei Tage lang. Und mich vor dem alten Kühlschrank graulen, der jetzt, wo er leer ist, merkwürdige Gerüche entwickelt. Was für ein Abschluss-Schrubben spricht, wenn ich es recht bedenke. Schrubben, mit Essig. Oder Orangenreiniger, oder Lysol. Egal, Hauptsache riecht nicht nach ollem Kühlschrank. Offen lassen, damit er nicht weiter stinkt, geht nicht, denn ich fürchte, dass das Gekatze dann reinspringt. Ist schließlich auch eine Art Höhle.
Das befellte Volk hier erfreut mich momentan mit Besuchen, sowohl auf der Couch als auch hier am Rechner. Paul hat kein bisschen dazu gelernt, er liegt immer noch am liebsten auf meinem rechten Handgelenk, und Karl will immer dabei sein.  Das macht das Bloggen zur Schwerstarbeit (und fügt dem defekten Daumengrundgelenk vermutlich noch mehr Schaden zu). Aber was tut man nicht alles für die, die ein langes, verschlamptes Wochenende mit einem aushalten, und nur ab und zu nach einer frisch geöffneten Dose Futter verlangen. Am Valentinstag haben sie ganz besonders entzückend geschnurrt.
An solchen verschnarchten Tagen bin ich immer todfroh, dass ich ein Single bin. Sowas ist ja nur eingeschränkt möglich, wenn man mit mehreren oder zwei Leuten ist. Andererseits fehlt dann natürlich auch jemand, der einem zu hohen Feiertagen, wie Valentin oder Geburtstag mit Aufmerksamkeiten überschüttet...
Die übliche Variante ist aber wohl die, dass man nicht allein vor sich hingammeln kann, weil eben doch jemand mit einem die Couch teilt, Geburtstage oder Weihnachten aber trotzdem sehr gern vergessen werden.Wobei das ja nicht wirklich auf Partner beschränkt bleibt. Mein Sohn kann das auch. Und meine Ansage zu seinen Studienzeiten: "Spar dir deine paar Kröten, du hast selbst nix und brauchst mir nix zu schenken" scheint sich in seiner DNA festgefressen zu haben.
Dabei krieg ich gern Geschenke, und wenn es auch nur Kleinigkeiten sind. Wir reden jetzt mal nicht von Büchern, die der Schenker gern selbst lesen würde, oder von dem Eisenbahn-Simulationsspiel, welches mir der Nachwuchs zum vierzigsten schenkte (warum denn bloß?? Wer jetzt antwortet: Weils im Angebot war", der kriegt Blogverbot). Er ist da so wie einige andere Herren, die meinen Pfad gekreuzt haben: Braucht die genaue Beschreibung, Bestellnummer, Größe und Farbe dessen, was er mir als Überraschung schenken möchte. Wenn man bedenkt, dass er ohne Vater groß wurde, ist das aber vermutlich wieder meine eigene Schuld.
Im Nachhinein könnte ich aber wieder brüllen vor Lachen über die Nummer von vor fünf Jahren: Da wohnten wir mal wieder kurz zusammen, und es war Geburtstag, der meinige. Und er hat nicht dran gedacht. Ist mit keiner Silbe darauf eingegangen. Ich war damals sehr, sehr depressiv und für mich ging die Welt ein bisschen unter. Ergo hab ich den Tag damit verbracht, zu weinen und meinem besten Freund am Telefon die Ohren voll zu jammern. Immer wenn der Nachwuchs aus seiner Höhle schlurfte, hoffte ich, er hätte sich vielleicht eine Überraschung ausgedacht, und die käme jetzt- weit gefehlt.
Abends dann, gegen halb zehn, kam er nochmal ins Wohnzimmer, in dem das Mutterelend auf dem Sofa hockte mit rot verheulten Augen. Frug mit teilnehmender Stimme, ob es mir nicht gut gehe- und auf meine Antwort, dass er als kleines Scheißarschloch den Geburtstag seiner Mutter verpasst und offenbar komplett vergessen habe.... ging er wortlos in sein Zimmer.
Ein kleines Teil von mir hoffte immer noch auf irgendeine Überraschung, einen Glückwunsch oder eine Primel oder eine Karte oder IRGENDWAS, als er dann wieder ins Wohnzimmer kam.
Mir die Hand auf die Schulter legte.
Und sprach: Na, dann wünsch ich dir noch einen schönen Abend.
Brüllen vor Lachen ist die eine Sache, die mir dazu einfällt. Über diesen Hirni. Auf der anderen Seite bin ich leider immer noch sauer über diese Nicht-Aktion.  Seiner Freundin übrigens schenkt er Dinge, er fragt mich sogar, ob angemessen oder nicht und ob sie wohl erfreut sein wird. Da ich das Mädchen kaum kenne, wir keine gemeinsame Muttersprache und eigentlich auch keine Themen gemeinsam haben, kann ich das nicht so genau sagen, sondern ihm nur den Tipp geben, dass was zum Umhängen, Anziehen oder Beduften immer gut kommt, auch Blumen und so. Da reißt er sich echt den Hintern für auf, und das ist auch gut so.
Wenn ich meine Erfahrungen mit dem Beschonkenwerden so Revue passieren lasse, wird mir klar, dass meine Partner auch mit erhöhtem Misstrauen zu rechnen gehabt hätten, wenn sie zwischendurch mal mit Blumen gekommen wären. Denn wer an Geburtstage erinnert werden muss, Gutscheine verschenkt oder Bargeld oder Haushaltsgeräte (das Schlimmste? Ein Kärcher), der kommt nicht einfach mit etwas nur Schönem daher. Der MUSS ein schlechtes Gewissen haben.
So. Das haben wir jetzt auch geklärt.
Herzlich,
Lily. Single.








Posting Nr. 1245, in dem Wärme und Improvisation vorkommen

Das Hausfrauendasein (welches einem echt keine Härte erspart) kann manchmal ganz schön warme Momente bescheren. Vorgestern nämlich stellte ich fest, dass es meinem gegen Abend genossenen Joghurt an einer zentralen Eigenschaft fehlte- der Kälte.
Ich hab dann den alten Wecker, den mit dem Thermometer an Bord, für eine Nacht im Kühlschrank ausgesetzt und morgens dann konstatiert, dass 15 Grad sowohl für Februar als auch für eine Kühleinrichtung recht kuschelig sind...zu kuschelig.
Nun habe ich das Ding vor recht kurzer Zeit abgetaut- es kann also nicht an einem vereisten Thermostatfühler oder sowas liegen. Bei 15 Grad hält sich so ein Eisding auch nicht lang. Ebensowenig übrigens wie andere Dinge, die auf Kühlung angewiesen sind, um genießbar zu sein. Im Einpersonenhaushalt ist das ganze jetzt nicht so tragisch, besitze ich doch noch einen Riesengefrierschrank und eine Kühltasche. Die kühlt jetzt derzeit, mit wechselnden Kühlelementen bestückt, mein Insulin (das nicht gefrieren darf) und Käse, Butter und Joghurt. Es ändert jedoch nichts daran, dass ich definitiv einen neuen Kühlschrank brauche.
Den Sonntag hab ich also mit Marktevaluation verbracht. Was es nicht alles gibt, kann ich nur konstatieren, was es nicht alles gibt!
Und auch hier gilt: Was schön ist, ist zu groß und zu teuer. Wie bei Autos. Was passend wäre für Geldbeutel und für mich als Einzelperson, ist definitiv hässlich. Die spontan ausgewählte Kalteinrichtung war ein dreihundert Liter Standalone-Gerät, in knallrot.
Für über tausend Euro. *hüstel*
Für dieses Volumen müsste ich eine WG gründen, sonst bliebe nur, den Katzen ein Plätzchen drin freizuräumen, denn um Luft zu kühlen bin ich zu geizig, und würde ich das Mordstrumm mit Lebensmitteln auffüllen, landeten sie praktisch sofort auf meinem eh schon geplagten Hüftbereich. Ein Einbauteil, in den vorhandenen Schrank gesetzt, möchte ich gar nicht haben. Denn der Schrank ist nicht mehr in Ordnung, und damit ein (weiterer) Schandfleck in meiner Küche. Ich brauche auch nicht wieder eine Kühl-Gefrierkombi, denn, wie oben berichtet, ein Riesengefrierschrank fristet hier auch sein Dasein.
Ein Unterbaugerät oder ein stinknormaler Kühlschrank passten zwar dahin, aber die Arbeitsplatte endet da, wo jetzt der Einbauschrank für den Kühler steht. Wenn ich noch eine Arbeitsplatte ersetzen muss, dann kann ich gleich einen großen Kühlschrank kaufen. Zumal selbst die großen, ohne Gefrierabteil, einen eher zu vernachlässigenden Stromverbrauch haben.
Ach. Ist das schwierig.
Der zunächst gefundene Kompromiss, ein hoher Kühlschrank ohne Froster, ohne Schrank drumherum aufstellbar und mit recht geringem Stromverbrauch, könnte erst am 23. geliefert werden... Indiskutabel, denn ich erhalte Freitag Besuch für ein paar Tage, und auch wenn ich für mich gern improvisiere, so ist das ein Problem, wenn man Lebensmittel für drei kühlen möchte.
Naja, und auch wenn ich sonst viel im Internet kaufe: Sowas soll ein paar Jahre halten, und ich kann es nicht so einfach entsorgen und neu kaufen wie beispielsweise einen Fernseher. Denn auch ein kleiner Kühlschrank passt nicht in den Golf (eher umgekehrt), Lieferung und Altgerätemitnahme sind also essentiell, und sowas verhandele ich lieber vor Ort. Auf meinem Weg vom Büro ins Städtchen ist ein Elektroladen, so ein altmodischer, mit Schaufenstern und echten Menschen drin, und sie haben oft Angebote. Da werde ich gleich mal einfallen- sofern die am Rosenmontag offen haben. Und dann muss ich nur noch sehen, wie ich den alten Schrank aus der Ecke bekomme. Wünscht mir Glück!



Samstag, 14. Februar 2015

'sch 'ab Rücken

Aua.
Alles fing ganz harmlos an, mit ein bisschen Ischias, kenn ich seit dreißig Jahren und stört mich nicht weiter. Passiert halt.
Aber aua.
Schonhaltungen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.
AUA.
Dann war da dieser Alptraum heute nacht, in mehreren Staffeln, mindestens so lang wie Emergency Room und mit ähnlich viel Blut. Hat mich alle zwanzig Minuten, immer rechtzeitig zur Werbepause, wach gemacht, und gegen vier wusste ich nicht mehr, ob ich tatsächlich schon mal ermordet wurde oder das nur geträumt habe (im Moment stehen die Wetten auf  "Wirklichschontot"). Jedenfalls war der Gedanke an Aufstehen um viertel vor fünf angenehmer als der an Weiterschlafen. Was man so Schlafen nennt.
Der Ischias reicht derzeit vom linken Ohr bis zum Kleinzeh auf derselben Körperseite. Meine Wohnung sieht aus, als habe ein Trupp bekiffter Heinzelmännchen ihren Schulabschluss gefeiert, so mit Katzenrennen und so, und aua, mein Hintern schmerzt.
Das wird nicht besser vom Rumsitzen, im Gegenteil. Aber Bewegung macht derzeit auch keinen richtigen Spaß (wer mir verrät, wie man den Spaß-bei-Bewegung erzeugt und dauerhaft vorrätig hält, wird in meine Abendgebete eingeschlossen. Bei den guten Wünschen.)
Am frühen Aufstehen ist das Beste, dass um fünf Uhr morgens kein Mensch ernsthaft irgendwelche Arbeit von einem verlangen kann, ganz egal, ob Bewegung gut täte, die Wäsche auf die Leine gehört oder die Katzenhaare derzeit versuchen, aus dem Laminat einen Teppichboden zu machen.
Zu-früh-für-Arbeit ist aber gleich vorbei.
Ich glaub, ich geh wieder ins Bett.
Schließlich hab ich Rücken.

Montag, 9. Februar 2015

Spannung und Richtigstellung

Heute morgen, kaum betrat ich das idyllische Kleinbüro, überfielen mich schon die Kollegen mit ernsten Gesichtern:
Man hat eingebrochen, an diesem Wochenende. Die wirklich teuren Sachen sind hier geblieben (der teure Kopierer, was wohl an dessen Größe lag- die Diebe konnten das Gebäude nur durchs Fenster verlassen, die Zwischentüren der Etage sind sämtlich abgeschlossen und nicht aufbrechbar ohne sehr großen Aufwand). Statt dessen, und anstatt die recht neuen Computer mitzunehmen, beschränkten sich die Schandtaten auf einen antiken Laptop mit kaputtem Akku und auf einen Beamer mit Grünfehler. Und zwanzig Euro aus der Bar-Kasse. Das ist nicht die Ausbeute schlechthin, kann man sagen. Ich hoffe, die haben sich auch noch den Fuß verstaucht- das Zimmer, in das sie eingestiegen sind, liegt im Hochparterre über einem Treppenabgang.
Jedenfalls freut sich der Kollege, dessen Laptop ihn verlassen hat, über die Aussicht auf einen neuen, und wir brauchen den Beamer nicht reparieren zu lassen.
Und wir sind zwar Stärkungspaktgemeinde, aber 20 € können selbst wir noch verschmerzen.

Und die Richtigstellung?
Die richtet sich an alle die, die das letzte Posting als depressiven Leuchtturm gesehen haben. Darum ging es nicht, sondern darum, dass ich es vermessen finde, dass so viele Menschen derzeit äußern, "Charlie" zu sein. Der Durchschnittswohlstandsbürger hierzulande ist eben nicht Charlie. Nicht, weil er noch lebt, sondern weil er meist ja doch schweigt, wenn er sich äußern könnte, aus Angst oder Vorsicht oder aus welchen Gründen auch immer. Ich nehme mich davon nicht aus- und das wäre kein bisschen anders, wenn ich keine Beamtin wäre. Es ist auch so, dass wir Beamte tatsächlich eine Meinung haben dürfen, niemand hindert uns daran. Vielleicht können wir sie ja auch klarer äußern, weil wir keine Angst um unseren Arbeitsplatz haben müssen? Natürlich darf unsereiner nix Strafbares sagen, aber das würde ich ohnehin nicht so einfach tun- das ist ja schließlich für alle strafbar. Was ich bedaure, ist, dass ich mich nicht als Kandidat einer Partei zur Wahl des Stadtrates aufstellen lassen kann. Aber niemand hindert mich dran, es mal im Landtag zu versuchen, oder im Bundestag (Besser leben mit Diäten...)
Ansonsten habe ich mir ein wunder-, wunderschönes Notizbuch von Paperblank gekauft, Blautöne mit einer Silberfiligran-Verzierung, in A4, liniert und ich schwelge darin, es ob seiner Schönheit zu bewundern.
Zudem hab ich erneut The Lymond Chronicles von Dorothy Dunnett zur Hand genommen und schwelge, wenn nicht in der Schönheit von Notizbüchern, in der Üppigkeit dieser Geschichten, der Sprache und Atmosphäre des 16. Jahrhunderts und den sorgsam verwickelten Plots und Handlungssträngen. Meine Güte, konnte die Frau schreiben.
Schönen Tag zusammen!
DieLily

Samstag, 31. Januar 2015

Je ne suis pas.

Nein, ich bin nicht Charlie.
Ich bin nicht die Krankenschwester, die in den USA vor einer Abtreibungsklinik erschossen wird, ich bin kein NSU-Opfer, ich fliege nicht mit einer Autobombe vor einer Grundschule in Bagdad in die Luft.
Ich habe keinen Grund und auch nicht das Recht, mir den Überlebensmut, die Courage, die Intelligenz anderer Menschen auf die Brust zu schreiben.
Ich muss nicht hungern, ich friere nur beim Rauchen auf dem Balkon.
Ich trage eine Schere im Kopf, die mir oft die Meinungsäußerung schon beschneidet, bevor ich sie zu Ende formuliert habe.
Ich bin ein kleines Rädchen in einem bedeutungslosen Getriebe an einer überflüssigen Maschine, die eine unwichtige Arbeit auf einem abgelegenen Bauernhof nicht besonders gut erledigt.

Ich habe die Pflicht, in Frieden mit meiner Umgebung und unserer Welt zu leben.
Ich habe die Pflicht, Andersdenkende zu respektieren.
Ich habe die Pflicht, die zu lieben, die mich das tun lassen.
Ich  habe die Pflicht,  mein verdammtes Maul aufzumachen und eigene Gedanken herauszulassen.