Freitag, 29. August 2014

#neuecouch

Alles ist fein, nur mein Hinterteil vermisst die alte.
Für den Rücken war sie die reine Folter, aber um drauf herumzulümmeln einfach nur gut.
Leider war ihre Zeit abgelaufen; sie ruhe in Frieden, die blau-weiße Plüschcouch.
Schwarzes Leder for the win.



Montag, 18. August 2014

Wallah!

Da hab ich doch in der Bloglist aufgeräumt und das Posting über die Glutenunverträglichkeit gelöscht. Sowas blödes.
Da ich immer im Editor von Blogger schreibe, hab ich natürlich keine Fassung mehr parat. Ich werde aber das Rezept für das Brot noch mal posten, wenn es wen interessiert. Man kann mir aber auch ne Mail schreiben (Ganz runter scrollen, und in der Fußzeile findet sich ein Link unter "Mail an mich: Hierhin").

Mein erster Arbeitstag heute- und ich mag nicht. Ich mag nicht! Hört ihr?

Bis später mal,

Lily. 

Samstag, 16. August 2014

Samstag oder so

Heute ist Samstag. Im Verlauf der letzten Wochen habe ich die Lily-Wohnung, die in den letzten Monaten sehr vernachlässigt wurde, mit Hilfe von Pinsel und Farbe, diversen gezielten Einkäufen und viel, viel, viel Arbeit in so etwas wie "ein gemütliches Heim" verwandelt.
Es hat gedauert, meine Lieben. Nicht nur, weil es so viel Arbeit war, sondern auch, weil ich nicht wieder so einen Mega-Aufräum-Rausch erzeugen wollte(naja, konnte), der doch nur einen Kater hinterlässt und mich für Tage auslaugt. Statt dessen hab ich mir Zimmer für Zimmer vorgenommen und gründliches Reinemachen mit Aufräumen und Entrümpeln verbunden. Dabei geholfen hat sicherlich, dass mit der anderen Ernährung diese elende Müdigkeit endlich der Vergangenheit angehört, nachdem diverse Klinikpackungen Psychopharmaka diesbezüglich nix ausrichten konnten. Allein den Ostflügel hat mich drei Tage gekostet, rechnet man den Umzug meines ehemaligen Kleiderschranks in denselben und das Einräumen der gemischten Güter dort hinein mit.
Der beste Bruder von allen hat geholfen, den "neuen" Kleiderschrank aufzubauen, und hat gnädig über Staubwolken und Chaos hinweg gesehen, ebenso wie über den wüsten Berg an Klamotten, den ich der Einfachheit halber aufs Bett geschmissen hatte. Mit sowas tricks ich mich gern selbst aus: Klamotten auf dem Bett heißt, dass man sie noch vor dem Schlafengehen wieder in den Schrank räumen muss- sonst kann so was auch schon mal eine Pause im Wäschekorb einlegen, da kenn ich nix.
Fünf Säcke Altkleider hab ich entsorgt, diverse Berge an Verpackungen und Kartons, gefühlte hundert Kubikmeter Altpapier, einen etwas älteren Zweit-Staubsauger (woraufhin der Erst-Staubi kaputt ging, danke schön) und noch so einiges. Alle Fenster sind geputzt, die Schränke, auch in der Küche, aufgeräumt und ausgewaschen. Zur Krönung hab ich am gestrigen Tag die Tiefkühltruhe und den Kühlschrank abgetaut und sauber gemacht, und auch das Tiefkühlzeugs mal durchgesehen (fragt nicht).
Ich hatte Urlaub, 14 Tage, von denen ich drei beim besten Freund verbracht habe und drei mit seiner Lebensgefährtin hier. Soviel Action hab ich seit Jahren nicht veranstaltet, und muss feststellen, dass mir die 14 Tage doch recht lang erscheinen, obwohl sie so kurzweilig waren (danke, liebe S.-es waren superlustige Tage mit dir hier. Dass die Zeit in N. immer gut ist, versteht sich von selbst!)
Heute morgen dann war ich um zehn nach sieben beim Discounter meines Vertrauens und um halb acht mit einem Haufen Tiefkühlzeugs wieder zu Hause, die Truhe ist wieder voll.
Und jetzt weiß ich nix mit mir anzufangen. Stricken geht derzeit nicht, weil mir die letzte Handarbeitenextase den Daumen beschädigt hat, der immer noch weh tut.
Das hab ich vor allem bei dem hier bemerkt:

 


Das hab ich aufgrund der Anregung aus einem Kommentar gemacht, und zwar aus der Wolle, die ich für ein Jäckchen für Raphael gekauft hatte. Ich hab den Kommentar vorhin gesucht, aber nicht gefunden, sorry dafür.
Das Bärchen wohnt in meiner Tasche und ist immer dabei- nicht, dass ich den Kleinen je vergessen würde, aber so ist es gut.
Ich bemüh mich, trotz des "nix-anzufangen-Wissens" nicht in Trübsal zu verfallen. Fällt nicht leicht, auch, weil ich bei der Suche nach den Kommentaren etwas zu nah an Raphael und auch an Eddie gekommen bin. Trotzdem wünsche ich mir manchmal, für irgendetwas soviel enthirnten Enthusiasmus aufbringen zu können wie der Typ, der sich in der Antikal-Werbung über sein sauberes Badezimmer freut. Meine Güte. Was der nimmt, würd ich auch schlucken, ohne nachzufragen. Solange es kein Kalkentferner ist.

Schönen Samstag Euch allen,

Lily.


Sonntag, 3. August 2014

Sex und Gender und das gewisse Wasweißich


Da gibts ja diese Unterscheidung zwischen Sex und Gender und diesen ganzen Kram- also was wir an Organen haben und welchem Geschlecht wir uns zugehörig fühlen und so, was ja gerne ausufert in Rollenverständnis und -Zuschreibung, wo ich dann schnell die Trennschärfe der Begriffe verliere, weil ich diese Definitionen, abgesehen von der chromosomalen und phänotypischen Geschlechtserkennung überhaupt nicht so sehr hilfreich finde.
Und dann gibts da noch das Sex-and-the-City-Geschlechts-Definitonskonglomerat (das ist definitiv ein wissenschaftlicher Ausdruck, ich muss das wissen, denn ich hab ihn grad geschaffen).
Dass es jetzt diese Serie trifft, ist Zufall und liegt nur daran, dass ich in letzter Zeit soviel Werbung dafür sehe, wenn ich alte Folgen Grey's Anatomy anschaue.
Also.
Das Sex-and-the-City-Geschlechts-Definitionskonglomerat, auch SatCGDK genannt, umfasst folgende Einzelaspekte:

1. Frauen haben hohe Stimmen. Haben sie die nicht, sind sie entweder
-transsexuell
-Schlampen
-homosexuell
oder
-Unterschichtangehörige.
(Hört euch diese Serien mal in der Originalvertonung an, dann wisst ihr, was ich meine. In Europa wird da nicht so unterschieden. In hiesigen Fernsehserien ist man mit einer tiefen Stimme gern Staatsanwältin.)
2. Frauen haben zwar keinen Orientierungssinn, verlaufen sich aber niemals in
-Kaufhäusern oder
-ihren gigantischen begehbaren Kleiderschränken.
3. Frauen haben überquellende Schränke, aber niemals etwas anzuziehen, und kokettieren gern und ausdauernd mit diesem "Faktum".
4. Sie ernähren sich von Grapefruitsaft, Wodkatinis, Salat und Bergen von Schokolade.
5. Übergewicht fängt ab einem BMI von 19 an und ist strafbar. Schokolade macht glücklich, aber nicht dick, das gilt auch für Alkohol.
6. Unterhalb einer Menge von 15 Paar Schuhen je Kleinklima-Variante wird die Zugehörigkeit zur weiblichen Klasse widerrufen
7. Frauen wollen sämtlich geheiratet werden, um ihr Single-Dasein möglichst schnell einzutauschen gegen eine Vorstadt-Idylle
und was dergleichen mehr ist.
 Bei Männern gilt:
1. Männer lieben Sport. Wenn nicht, sind sie Nerds und entweder sehr dünn oder sehr dick.
2. Nerds haben hohe Stimmen und kriegen keine Frau, weil sie noch bei ihren alleinerziehenden Müttern im Keller wohnen, wahlweise auch in einer WG mit anderen Nerds. Mindestens einer ist Autist und daher ein lustiger Geselle.
3. Richtige Männer haben tiefe Stimmen und sind heterosexuell.
4. Homosexuelle Männer sind ständig auf der Suche nach neuen Vorhängen, wahlweise trinken sie den Wodkatini oder  Sekt mit den Frauen mit den hohen Stimmen.
5. Nur homosexuelle Männer können mit Frauen befreundet sein. Wegen der Vorhänge.
6. Verheiratete Männer sind dick, dann sind sie lustig. Schlanke verheiratete Männer gehen entweder fremd oder ihre Frau stirbt in der Serie, und er steht ihr bei. Manchmal sterben die Frauen auch, obwohl die Männer fremd gehen. Dann haben sie das meist verdient.  Weil sie Karrierefrauen sind oder abgetrieben haben, das kann man dann auf dem Sterbebett gestehen.

Die Individuen in diesen Serien sind nur minimal unterschiedlich, Frauen kann man an der Haarfarbe auseinanderhalten, die Männer an der Kleidung. 

Und jetzt muss ich euch was gestehen:
Ich habe einen neuen Kleiderschrank, anderthalb mal so groß wie der alte. Nach Aussortieren von 4 (!) Müllsäcken Altkleider ist der neue Schrank trotzdem voll. Und ich habe nix richtig schönes anzuziehen...

...klagt die Lily mit tiefer Stimme, und zählt ihre Schuhe.

5 Paar. Inklusive Wander- und Walkingschuhe.

Muss ich mir jetzt einen homosexuellen Freund suchen? Oder eine Staatsanwältin?

Einen schönen Sonntag wünsche ich Euch!












Donnerstag, 31. Juli 2014

Kleiner Feldversuch I und kleiner Feldversuch II

Versuchsreihe I
Hilfsbereitschaft und so.

(Das ist jetzt nicht direkt ein wissenschaftlicher Titel, aber ich hab mir Mühe gegeben.)

Dieser Versuch startet ergebnisoffen, ergo machen wir uns nicht die Arbeit, sowas wie eine These zu formulieren.

Wir fangen einfach an, indem wir zwei Tage hintereinander einen PKW der Kompaktklasse (Versuchsgolf) bis zum Rand mit Brettern voll laden und vor einem Mietshaus (Versuchsmietshaus) abstellen. Dann ordern wir eine mittelalte, moppelige und schwitzende Dame (Versuchsdame) und bitten sie, das Auto zu entladen und die enthaltenen Bretter zwanzig Meter weit in das Versuchsmietshaus zu tragen, die Tür aufzuschließen, die Bretter vor einer Tür im Hochparterre abzustellen und den nächsten Bretterstapel zu holen. Fortsetzen, bis nur noch eine 2,50 m lange Latte im Auto liegt, die noch einen Tag mitfahren darf der Dame den Todesstoß geben würde, wenn sie sie auch noch rein trüge. 


Tag eins.

Es ist schwül (27 Grad und 70 % relative Luftfeuchtigkeit), die Versuchsdame trägt eine Art Vogelnest eine hässliche Frisur  einen Haufen Haare auf dem Kopf. Sie muss aufpassen, dass die schwitzenden Moppelhändchen die etwas unhandlichen und vor allem schweren Bretter richtig zu fassen kriegen.
Mehrere Versuchsnachbarn kommen vorbei, im Verlauf der ca. 30 Minuten des Versuchsablaufs insgesamt sieben. Darunter drei Männer, einer um die Vierzig (Versuchsvierziger) und zwei knapp Dreißigjährige (Versuchsdreißiger eins und zwei). Alle drei sind durchtrainiert und kräftig.

Vier Frauen betreten in der Zeit ebenfalls das Haus. Drei davon sind auch um die dreißig, untergewichtig und ausgezehrt modisch schlank und schick gekleidet. Die vierte ist knapp fünfzig, ziemlich dürr und auf dem Weg zur Nachtschicht im Krankenhaus.
Zwei von den auftauchenden Versuchsnachbarn bleiben an der Tür stehen, schauen sich den verkehrswidrig parkenden Versuchsgolf an und  blicken kritisch. Sie winken kurz und gehen weiter.
Einer, mit seinem Auto aufs Versuchsmietshausgelände wollend, hupt, damit die Versuchsdame ihr Auto verdammt nochmal da weg stellt.
Zwei lächeln und grüßen freundlich. Zwei bieten ihre Hilfe an.

Tipp: Keine von beiden trägt ein Y-Chromosom.

Tag zwei

Es ist warm, aber auszuhalten und die Versuchsdame war beim Friseur, und trägt nicht mehr so schwer am Vogelnest. Die Bretter sind noch unhandlicher, weil die neue Ladung mit Scharnieren versehen ist und gerne weg klappt. Außerdem sind die Teile noch länger.
Wiederum parken wir den Versuchsgolf, heute etwas näher und nicht in der Einfahrt, weil ein Parkplatz vor dem Haus frei ist.
Diesmal ist die Anzahl der Versuchsnachbarn niedriger, weil es später am Tag ist, und alle Mülltüten raus- und alle Feierabendhabenden reingebracht sind.
Es kommen und gehen fünf Nachbarn, drei davon aus dem direkten Nachbarhaus.
Alle fünf weiblich, alle bieten Hilfe an.

Ist das Zufall?

Ich hab niemanden mitschleppen lassen, weil man im engen Treppenhaus sich ohnehin nur im Weg steht. Aber ich frag mich schon die ganze Zeit: Sind Frauen hilfsbereiter? Oder einfach besser erzogen? Oder haben sie schneller und richtiger erkannt, dass ich sie nicht hätte mitschleppen lassen?

Wieder ein Versuch, der mehr Fragen aufwirft als beantwortet.

Versuchsreihe II
Körperliches Geschick und Treffsicherheit. 



Die Versuchsdame ist wiederum die gleiche. Versuchsort ist die Wohnung der VD, die Versuchsgegenstände sind eine Dose Hering in Pfeffersoße und ein Lakritzbär, ehemals in Zucker gewälzt und inzwischen leicht angenagt vom Zahn der Zeit von den Katzen.
 Außerdem spielen mit: Ein Telefon, ein Bruder, ein neuer, kurzer Haarschnitt.

Szenario:
Die Versuchsdame hat soeben das letzte Brett an die letzte freie Wand gestellt und raidet den leeren Kühlschrank. Aus der Vorratsschublade nimmt sie dann eine Dose Hering in Pfeffersoße, schnappt sich Teller, Besteck und den festen Willen, in diesem Leben oder wenigstens heute Abend nicht mehr von der Couch aufzustehen und setzt sich auf dieselbe.
Dann öffnet sie die Dose, um an den heißbegehrten Inhalt derselben zu kommen.
Ihr kennt diese Dosen? Flach und ovalig und mit einem Zipp-Ring?
Dann kennt ihr auch diesen Moment, in dem nur noch ein knapper Zentimeter des vorgestanzten Deckels mit der Dose verbunden ist. Der Deckel ist soßenbedeckt, und man weiß genau, dass es spritzen wird. Natürlich könnte man die Dose an der Spüle öffnen, oder mit Schutzkleidung draußen im Garten.  Aber man ist zu faul, um noch mal aufzustehen, die Schutzkleidung zu suchen und anzuziehen und man weiß genau, dass, bis man sich umgezogen hat, die Katzen die Fischdose geleert haben und rülpsend von dannen ziehen. Man weiß auch, dass nachher eine von ihnen kotzen würde, und zwar fischig.
Man nimmt allen Mut zusammen, wackelt vorsichtig und ohne Druck mit dem Deckel, immer in der Hoffnung, dass sich die Verbindung sanft löst und eben nicht spritzt.
Dann löst sich die Verbindung, dann spritzt es.
Der Versuchsdame ins linke Ohr.
Aufgabe:
Berechnen Sie die Chancen, das absichtlich hinzukriegen.
Wieviel Jahre des Trainings bräuchte man dafür? Sieben? Zehn?
Berechnen Sie auch die Zeit, die vergehen wird, bis das Ohr (wiewohl sofort gewaschen) nicht mehr fischig duftet.

Dann rufen Sie Ihren Bruder an, und erzählen ihm, wiehernd vor Lachen, was soeben geschehen ist.
 Sie gehen telefonierend in Ihrem (meine Finger schreiben "Ohrem") Wohnzimmer auf und ab und treten plötzlich auf etwas Weiches. In einem Katzenhaushalt passiert das oft, und man nähert sich dieser unverhofften Weichheit in der Regel vorsichtig. Und misstrauisch.
Sie bücken sich und identifizieren den Gegenstand als ein antikes Lakritzbärchen. Das letzte Lakritzbärchen wurde hier gegessen, als Tiberius Kaiser in Rom war- ist also schon länger her. Sie versuchen, sich NICHT vorzustellen, wo das Lakritzbärchen die Zwischenzeit verbracht hat.
Den Gedanken, das Bärchen im Müll zu entsorgen, fasst ihr Gehirn in diesem Zustand nicht. Sie wandern weiter, telefonierend, und bücken sich ein bisschen, um das Lakritzbärchen auf die letzte Reise vom Balkon in die wilden Büsche hinter dem Haus zu schleudern (fragt mich nicht warum- ich war abgelenkt).
Etwas zielen, ausholen und werfen- und den dicken Paul treffen. Auf die Nase. Mit links. Das Geräusch war ein kurzes "Pock".

Eine Viertelstunde später saß der Paul immer noch da, den Kopf geneigt, die Ohren nach vorn geklappt, und untersuchte den Flugbären auf Katzenart mit der Pfote. Er ist mir kein bisschen böse, vermutlich hat er gar nicht mitgekriegt, dass Bären in der Regel nicht fliegen.


Demnächst hier auf Wunsch eines ungenannt bleiben wollenden Bruders:
Die Stellenbeschreibung für einen Schiffschaukel-Bremser.



Euch einen schönen Tag, voller Hilfsbereitschaft und Treffgenauigkeit. 

Ach- und was der kurze, neue Haarschnitt mit dem Fisch im Ohr zu tun hat? Ganz einfach. Bei dem Wust von Haaren, den ich noch vorgestern hatte, hätte ich mir den Fisch in die Haare geschleudert, und nie nicht mein Ohr getroffen.















Mittwoch, 30. Juli 2014

Aua

Der derzeitige Aufräum-, Umsortier- und Renovierungswahn fordert so seine Opfer:
Gestern habe ich einen Schrank gekauft. Gekauft im Nachbarort, bei einer Kollegin, einen schönen, sechstürigen Kleiderschrank für mein Schlafzimmer. Er hätte komplett in den Golf gepasst, den ich ohnehin für ein Stück platzbezogener Zauberkunst halte. Aber dann wäre der Wagen vermutlich überladen gewesen, und wenn ich hätte scharf bremsen müssen, hätte das schief gehen können. Ergo fahre ich heute nochmal, die Türen und die beiden Außenwände abholen.
Die Einpack-Aktion lief gut bei den tropischen Temperaturen (und vor allem 70 % relativer Luftfeuchtigkeit), weil mir da der Mann der Kollegin half. Aber hier ist nun mal kein Mann. Und direkt vorm Haus parken hat auch nicht geklappt, weil das die beliebtesten Plätze sind. Also bin ich so zwanzig Mal mit den schweren Brettern und so gelaufen, bis alles im Haus und in der Wohnung war.
Das muss hier immer sorgfältig in Etappen aufgeteilt werden, da ich nicht Haus- und Wohnungstür offen lassen und Zeug reinschleppen kann. Dann versuchen nämlich die Pelzpfoten die Welt zu erkunden. Also muss erst alles aus dem Auto ins Haus, und nach einem Zwischenlager neben der Wohnungstür kann ich es dann fix in den Flur stellen. Drinnen angekommen, kann ich die Stapel und Berge dann bei geschlossener Wohnungstür verteilen, so dass keine Katze die Bretter umwerfen kann oder sich an irgendeinem schweren Teil verletzt. Mein Alptraum ist, dass ich nicht mehr in die Wohnung kann, weil direkt hinter der Tür irgend ein schweres Teil liegt, welchselbiges von der Katzerei dorthin gekippt wurde. So ein Erlebnis hatte ich schon mal, als ein hinter der Schlafzimmertür aufbewahrtes Bügelbrett (ohne kätzische Einwirkung) umkippte und die Tür blockierte.
Jedenfalls hab ich gestern erst geschleppt wie eine Irre, dann hab ich mich trotz Navi verfahren (wenn ich den Bildschirm, so wie gestern, nicht sehen kann, dann ist mir der Unterschied zwischen rechts und links nicht so unbedingt klar...) und dann hab ich wieder geschleppt wie eine Irre.
Gleich fahre ich ins Büro, erledige die paar Arbeiten, die da derzeit meiner harren (es ist SO STILL dort, man kann es kaum glauben, und kaum was zu tun im Moment... ) und dann fahre ich wieder los, schleppen wie eine Irre.
Wenn dann der Schrank hier ist, und mein sehr geliebter Bruder Georg morgen hier im Städtchen eintrifft, wird er aufgebaut und dann, und dann.
Dann nämlich wandert mein alter Schafzimmerschrank ("SzS") in den Ostflügel. Der alte SzS hat die Besonderheit, einer von ursprünglich zwei dreitürigen Schränken zu sein. Der andere, den ich in einer Wohnung mal nicht brauchte, ist von Umzugshelfern beim Auszug versehentlich zur Kippe gebracht worden... aber was beiden gemein war, ist, dass sie nur 1.80 hoch und breit, dafür aber einen Meter tief sind bzw. waren. Ich hab die Hälfte noch, die ein Abteil mit einer sehr kurzen Stange, dafür ein breites Abteil mit sehr wunderbar großen Ablagefächern hat. Die Ablagefächer sind aus sehr dicken, massiven Birkenbrettern. Dort dann wird der gesammelte Kram im Ostflügel Platz finden. Solche Schränke (noch aus den fünfzigern, Echtholz Birke, mit Glastüren mit Gardinen dahinter :-) ) findet man heute nicht mehr. Die niedrige Höhe ist absolut unmodern, aber meine Schwiegereltern, von denen ich den Schrank geerbt habe, hatten ein gigantisch großes Schlafzimmer von fast 30 m², in dem nicht nur die beiden Schränke standen, sondern auch noch zwei riesenhafte Einbauschränke. In dem weitläufigen Raum sahen die beiden Schränke immer sehr angenehm aus, weil sie eben niedrig waren und nicht so eintönig wie die Einbauschränke. Durch die große Tiefe kann man Sommer- und Wintersachen in einem Schrank lagern, in dem man das aktuelle Zeug einfach nach vorn räumt. Platz satt somit für gesammelten Kram in Kisten, für Werkzeug und Malsachen und Co.

Aufgrund der ungewöhnlichen Maße passte immer sehr viel in den Schrank hinein, aber eben halt nur aufgefaltetes Zeug. Alles, was auf Bügel gehängt werden muss, hängt im Ostflügel auf einem Kleiderständer. Im Flur steht noch ein alter Jugendstilschrank, den ich mal allein aufgebaut habe, und der jetzt im Zuge der Umräumarbeiten auch noch ein wenig Verbesserungen erleiden wird. Der Schrank im Flur ist der Fluchtort der Katzen. Da ich ihn ohne Hilfe aufgebaut habe, schließt die Tür nicht ganz- und egal, was ich versuche, die Pelzbande kriegt sie auf. Sobald jemand an der Haustür klingelt, sind sie drin - und kommen freiwillig nicht mehr raus, bevor die Luft rein ist. Das mittlere Element an diesem Schrank steht fest, und man hat kaum eine Möglichkeit, an die Sachen ranzukommen, die dahinter hängen. Also ist er so gut wie leer (bis auf ...Katzenhaare). Es ist eine Frage, ob ich ihn überhaupt behalten will. Eigentlich nämlich ist er nutzlos, bis auf die Funktion als Katzenzuflucht. Und mein Monopoly liegt oben drauf, und wird so langsam eine Antiquität.

Wenn dann endlich eine Aufbewahrungsmöglichkeit im Ostflügel steht, dann kann ich drüber nachdenken, ob ich irgendwann mal ein Bett dafür besorge, und mir damit ein Gästezimmer einrichte.
Die Küche hab ich übrigens am Samstag und Sonntag aufgehybscht.


Aus dem Wohnzimmer




Das blaue Feld an der Wand ist neu. Links daneben ist ein Panel an die Wand geklebt, das ich vor ewigen Zeiten mal gekauft habe, und das Bild hängt rechts, weil ich die Kante nicht sauber hingekriegt habe. Rauhfaser halt... Der Tisch, inzwischen blassgelb lackiert, steht seit Sonntag morgen im Ostflügel zum Trocknen. Weiß einer, wie lange sowas braucht, bis der Lack belastbar ist? Wenn er wieder da raus kommt, werde ich ihn nicht mehr längs an der Wand stehen lassen, sondern nur noch mit der Schmalseite daran stellen. Dann kann ich beim Essen auf den Hof schauen, und auf die neuen Jalousien, die so aussehen:


Es ist immer noch ein bisschen kahl und kühl, aber ich mag in der Küche keine Staubfänger herum hängen haben. Und die Nachbarn, die an dem Fenster vorbei kommen, sind auch dran gewöhnt, dass sie mir in die Küche schauen können. Letztens stand ich da und maß das Feld aus für die blaue Farbe, als ein Nachbar vorbei trudelte- und ich hatte nix an. Ich hoffe, dass er nicht blind wurde.

Von der blauen Farbe ist noch was übrig, und einen Topf im Farbton "Buttercup" hab ich auch noch. Das werde ich im Schlafzimmer zu einer Neugestaltung der Wand nutzen, an der mein Bett steht (und an der auch das Bett meines Sohnes stand, als er noch hier wohnte. Die Wand ist etwas abgeschabt).

Ach, und was ich eigentlich sagen wollte: Aua. Mir tut alles weh, vom Schleppen.
Und alle Männer, die nicht hier wohnen, können dankbar sein, dass sie nicht hier wohnen. Denn sonst hätte ich sie gegen halb fünf geweckt, um diesen Wortschwall abzulassen.
Aber dafür hab ich den Blog, und er trägt auch einen passenden Namen.

Einen schönen Tag in die Büros, Hotels, Wohnungen vonne


Lily.

Sonntag, 27. Juli 2014

Vorher-Nachher


Vorher-Nachher-Bilder sind gerne solche, die den besonderen Erfolg von besonderen Maßnahmen dokumentieren sollen.
Manchmal allerdings dienen sie zu anderen Zwecken. So auch hier.









Zugegeben, das obere Bild ist bearbeitet, zwecks idüllischerem Aussehen. Das untere aber auch.

Sic transit und so. Oder?


EDIT: Bevor jemand denkt, ich lebte in Baumfrevlerhausen: Das sind Schäden vom Pfingststurm Ela. Die hat mal eben so ein Wäldchen von vielleicht 2-3000 m² zu Schanden geblasen, wie man auch auf dem Schild liest. Auf der anderen Straßenseite ist kaum ein Ästchen runtergekommen. Ich weiß, dass es in anderen Städten noch viel schlimmer ist- und so aufgestapelt sieht alles wieder sehr, sehr ordentlich aus. Aber erstens ist das "Kindheitsturf" von mir, da bin ich immer durch den Wald gebraust mit meinem Fahrrad, und zweitens- als ich das erste Mal nach dem Sturm dort vorbeifuhr, sah das aus wie nach einem Bombenabwurf. Lauter Stümpfe, abgebrochene Kronen, geborstene Stämme...