Freitag, 22. März 2013

A Walk in the Park


Im Moment herrscht à la maison Lily die pure Nostalgie. Auf dem Rechner wird Mah Jongg gespielt, im DVD-Player läuft die komplette Ally McBeal, Courtesy of a Sonderangebot beim Laden der so heißt wie ein langer Fluss, und meine Playlist enthält derzeit eigentlich nur Abba und Mike and the Mechanics. Und während ich mich frage, ob Ms Flockhart tatsächlich erwachsen ist, dünn und schmollmündig wie sie ist, könnte ich mich über das tanzende Baby immer noch schlapp lachen. Klar ist der ganze Streifen (also alle 30 DVDs) vom Standpunkt eines aufgeklärten Feminismus' aus betrachtet eine Ansammlung höchst gefährlicher Ideen und Lebensentwürfe, aber auf diese Weise kommt man zu einer Art modernem Slumming, ohne dass man die Couch für etwas anderes als Getränkenachschub verlassen muss. Und dazu jammert Annafrid etwas über einen Typen namens Fernando...
Natürlich gehören die einzeln zugeführten Retro-Drogen zu ganz unterschiedlichen Zeiten, was mich zu der Erkenntnis bringt, dass ich ein paar Jahre mehr auf dem Buckel habe, als mir recht ist, zuzugeben. Wer aufmerksam die linke Seitenmarge liest (und wer tut das schon), hat vielleicht registriert, dass die „Über mich“-Rubrik in den letzten Wochen die ein oder andere Änderung erfahren hat. Von „vierzig und etwas mehr“ zu „noch einen Monat mit der Vier vorne“ zu einem eher undeutlichen Gebrummel, in dem eine fünf vorkommt... Zu deutsch: Ich hab letzten Monat genullt und somit das letzte rentenfreie Lebensjahrzehnt eingeleitet.
Wah.
Und obwohl ich lange gedacht habe „so alt wird kein Schwein“, ist auch dieser Termin verstrichen, ohne im Raum-Zeit-Kontinuum eine wirkliche Delle zu hinterlassen. Es war zwar der schönste Geburtstag seit langem, aber dann doch unspektakulärer als ich annahm. Ich bin zu diesem Anlass geflohen zum Besten Freund Von Allen, wie es in der Vergangenheit oft der Fall war, und habe dort einige schöne Tage verlebt, aber mir ist nicht der Himmel auf den Kopf gefallen, die Depressionen sind nicht schlimmer als sonst, und der Frühling macht auch mit 50 noch unruhig.
Moooment. „Does your Mother know“ brauch ich nun wirklich nicht... So. Nächstes Lied.
Was Muttern nicht weiß... gilt irgendwie immer noch. Obwohl ich mich amüsiere, es zuzugeben: Es gibt eine Menge, was meine Mutter nicht von mir weiß (und darauf einen Wowereit, Dames et Heeren!), aber im Unterschied zu früher ist das nicht mehr wichtig. Sondern, rrichtig: Gut so!
Im Gegenzug hoffe ich mal, dass ich auch einiges nicht weiß, was meinen Sohn betrifft. Richtig gelesen, ich hoffe es. Denn es würde mich wirklich deprimieren, wüsste ich alles über ihn. Er wurde letzten Sonntag 32, da dürfen Mütter nicht mehr alles wissen. Sonst stimmt was nicht!

Ansonsten ist im Moment nicht viel Zeit in meinem Leben, in der etwas passieren könnte. Immer noch mucho Arbeit, mucho Neurose- solange sich die beiden nicht treffen, geht’s halbwegs. Sofern das eine sich in das andere mischt, sind Magenschmerzen die Folge. Es ist tatsächlich immer noch schwierig, sich abzugrenzen und die Grenzen freundlich, aber unmissverständlich zu verteidigen. Es ist immer noch ein Problem, nicht ständig auf kleiner Wutflamme zu kochen, wenn was nicht so läuft, wie ich es will, und beim Kontakt mit lebenspraktisch herausgeforderten Mitmenschen nicht mit einer Mischung aus Mütterlichkeit und Mordlust zu reagieren.

Für eine tagesangemessene Menge von Mordlust kann zum Beispiel „Fire Water Burn“," The Bad Touch" oder „Along comes Mary“ sorgen- beide auch schon Oldies, denn die hab ich schon 1998 gehört, als ich meine erste Nach-Ehe-Wohnung renoviert habe. Eignen sich hervorragend, um den Pinsel zu schwingen und Wände umzuhauen.
Überhaupt, Musik... Einer der Vorsätze für die Zeit mit der 5 vorn ist, mehr davon im Alltag zu haben. Sie hilft nämlich, in Schwung zu kommen, zur Ruhe zu kommen und mehr Rhythmus zu kriegen...
Was läuft bei euch gerade? Hört ihr Musik?
Tanzt ihr?
Like nobody's watching?

Das ist nämlich das Wichtigste beim Tanzen.

Findet
Lily.

Kommentare:

Falcon hat gesagt…

Letztes rentenfreies Jahrzehnt? Hihi, das glaubst aber nur Du...
Bis es dann tatsächlich soweit ist, gibt es wahrscheinlich noch soviele "Anpassungen" des Rentenalters (vulgo:"Erhöhungen"), dass Du vermutlich froh sein kannst, vom darauf folgenden Jahrzehnt als letztem rentenfreien sprechen zu können.
Und die 50? Ist im ungünstigsten Fall doch gerade mal Halbzeit, so dass Dir noch viel Zeit bleibt zur Bestreichelung diverser Katzen und um dem Genitiv retten tun zu können.

Freu Dich drauf!

Frau Vau hat gesagt…

Alles Liebe zum Geburtstag nachträglich!
(Hast du meinen Eintrag in deinem Post über deine Maus noch gelesen? Hats geholfen?)
Dass mein Sohn wieder Single ist, hab ich auch nur über face*book erfahren.. die Kinder werden erwachsen. Ja, gut so. Du hast Recht. Fällt mir aber doch noch ein bisschen schwer..

Lily hat gesagt…

Bestester Falcon, ich werd nicht eine Minute länger meinem Dienstherrn gehorchen als unumgänglich. Das kennst du ja, da sind wir Beamten eiskalt und rücksichtslos... 'ne Mitteilung über den voraussichtlichen Eintritt des R-Falles haben wir alle schon bekommen. Ich bin dran mit 66 oder so... in Wirklichkeit werde ich, hoffentlich, rechtzeitig in den Genuss einer MdE-Regelung kommen, wie unser gemeinsamer Freund sie hat.

@Frau Vau: Danke für die Glückwünsche, sind immer willkommen :-)
Um die Maus hab ich mich noch nicht gekümmert, bin zu faul gewesen. Aber morgen und übermorgen ist ja Wochenende...

Meise hat gesagt…

Bei mir läuft viel Depeche Mode.
Kommt aber nicht von ungefähr, ich hab ne Karte für ein Konzert im Juli. *grinsbreit*

Lily hat gesagt…

Huhu Meise,
na, da MUSS man sich doch drauf einstimmen, oder? bg,
Lily

Paula hat gesagt…

Mensch hier ist ja auf einmal wieder mächtig was los, herzlichen Glückwunsch nachträglich!

ich höre gerade Aretha Franklin "Respect" und kann mich kaum auf dem Hocker halten.

Lily hat gesagt…

And along comes Mary... Huhu Paula, danke für die Glückwünsche. Ich glaube, so langsam gewöhne ich mich an die viele Arbeit hier und die langen Tage mit 10 und mehr Stunden. Kann auch sehr befriedigend sein, wenn man viel auf die Beine stellt und nicht nur für den Papierkorb (wie auf der vorherigen Stelle) arbeitet. Da kommt es dann zu Auswirkungen auch auf andere Lebensbereiche.
Schön, oder?

LG
dieLily.