Montag, 23. September 2013

Wir singen zusammen: Teil 1, Krautsalat Killed the Android Phone



Nicht wirklich. Aber es hätte sein können.
Stunden nachdem einer der zwei mir im Gedächtnis gebliebenen Wähler gestern seinen Stimmzettel in der Wahlkabine in Brand gesetzt hatte, gönnte ich mir einen Korfu-Teller im Aegidi-Grill, just around the corner.

Ich hatte nämlich Pommes-Hunger.
Das habe ich selten, vielleicht zwei Mal im Jahr, und meist ist es ein griechisch eingefärbter Hunger, der neben Pommes zu seiner Befriedigung auch gern noch einen exotisch benamten Teller mit diversen Fleischgerichten in Anspruch nimmt.

Das Erfrischungsgeld, welches ein freundlicher Stadtwahlleiter an das Personal in den Wahlvorständen verteilen lässt, kam mir da gerade recht. Da ich sonst seltenst Geld in der Tasche habe, muss der Aegidi-Grill oft auf meine Kohle verzichten (beim Burger King kann man tatsächlich mit der Karte bezahlen. Ab fünf Euro).

Von der Fleisch- und Pommes-Orgie übrig blieb der Krautsalat (und ein Teil der stahlharten Pommes, die in ihrem ersten Leben als Splinte ihren Unterhalt verdient haben).
Der Krautsalatbehälter fand dann in der Montagmorgenhektik seinen Weg in meine Tasche, erwies sich jedoch als übervoll, mit Alu-Folie umwickelt und undicht.

Die Sammlung an Elektronik in meiner Tasche (Blutzuckermessgerät, Handy, Navi) riecht demnach inzwischen nach Essig und Kohl. Nichts davon ist allerdings kaputt gegangen.

Trotzdem frag ich mich:

WARUM bin ich immer die Trottelin, der so was passiert? Es gibt Millionen von Menschen, die mein Alter erreicht und es zwischendurch geschafft haben, die Auswirkungen eines Besuchs im Aegidi-Grill ihrer Wahl auf ihre Hüften zu beschränken.
Jedoch: Die Hälfte meiner Zeit könnte ich theoretisch damit verbringen, die Hände zu ringen wegen der Entscheidungen in der anderen Hälfte. Das verschlingt viel Zeit. Zeit, die ich zum Beispiel zu Sport und Spiel nützen könnte.
Aber ach... Hände ringen ist alles, was ich tun kann. 


Der zweite Wähler, der mir im Gedächtnis blieb, äußerte Verschwörungsbefürchtungen, weil er nicht bei mir wählen konnte, sondern einen anderen Wahlvorstand aufsuchen musste (der im gleichen Saal saß, in dem auch meines war). Ich habe den Mann wirklich  nur mit Mühe weg schicken können. Dafür blieb er dann tatsächlich ca. 20 Minuten (!!) in der Wahlkabine. Wozu auch immer, dafür aber ohne Rauchentwicklung. 

Ein Sonntag in Deutschland, meine Lieben!











Kommentare:

frauvau hat gesagt…

Hoffentlich war wenigstens das Fleisch lecker...

Paula hat gesagt…

Wenn bei mit etwas mit dem Schmetterlingsorgan nicht im Lot ist, passieren mir auch so Sachen wie Gläser zerdeppern, Schlüssel verlieren, auf Fernbedienungen draufsetzen und so. Auch Schlafmangel spielt manchmal üble Streiche.
Sowas ist nicht psychologisch, glaub ich.

Georg hat gesagt…

Du bist eine der wenigen Frauen die von wirklich fast allem Ahnung haben. Du bist in vielen Dingen besser und geschickter als alle anderen die ich kenne.
Warum du hier so ein vollhonk bist ist ...
Keine Ahnung.
Aber da kommt dein Sohn ganz nach dir. Der Apfel....

Jetzt hab ich auch Pommes Hunger.

Lily hat gesagt…

@Frau Vau: Ja, danke, ein Genuss!
@Paula: Die Schildkröte krabbelt gerade ganz regulär vor sich hin, ich schlafe gut und nicht zuviel- ich kann mir das nur so erklären, dass ich die meiste Zeit geistig nicht da bin, wo sich meine Hände gerade aufhalten, oder auch der Rest von mir.
@Georg: Danke :-) Ahnung allein reicht aber vermutlich einfach nicht aus...
Und: Geh Pommes holen!!!