Sonntag, 31. Juli 2011

Meanwhile...

geht das Leben weiter.
Heute morgen hab ich mir eigentlich schon einen Doktortitel verdient, indem ich meine Pulsuhr programmiert hab. Normalerweise rangiert das nicht unter „Höhere Leistung“, aber wer das so einfach abtut, kennt die Uhr nicht, die damit prunkt, dass sie 34 verschiedene Funktionen hat. Aber nur fünf Knöpfe, Dames et Heeren, so dass grob gesagt knapp 7 Funktionen je Knopf hinterlegt sind. Dazu kommt das Licht, was aber zum Glück nicht funktioniert, weil es mein hübsches Köpfchen vermutlich überanstrengen würde. Nun ist sie schon ein paar Jahre alt, und schlummerte bis dato ungenutzt vor sich hin (unter Anderem, weil es mir nie gelungen war, was anderes als Datum und Uhrzeit einzustellen- ein Teil meiner Genetik ist männlich und weigert sich, Bedienungsanleitungen zu lesen). Also griff ich heute morgen zur Lesebrille (das Handbuch ist für Zwerge, und außerdem auf Englisch), und schritt munter fürbaß.
Das Problem bei solchen Dingern ist ja immer, dass man sie im Idealfall nicht nur auf der Couch bedient, sondern vielleicht mal unterwegs eine Stoppuhr nutzen möchte- ich bin mal gespannt, ob mein Hirn ausreicht, mir die nötigen Knopfdurchgänge zu merken. Die Verlaufsdiagramme sehen, was das betrifft, nicht viel versprechend aus.

Ich muss aber auch sagen, dass ich eigentlich nicht sehr scharf auf einen Doktortitel bin, da das ja heutzutage beinahe automatisch Das Internet auf den Plan ruft (Ist euch schon mal aufgefallen, dass der Ausdruck „Das Internet“ diesem eine entschiedene Persönlichkeit zuschreibt? Ganz so wie „Der Mob“, „Das Verderben“ oder auch „Die Scheißtechnik, die immer am Wochenende in die Knie geht“).

Man kann auch aus anderen Worten, die man einfach so dahin sagt oder in den Raum wirft, ganze Geschichten basteln. Da braucht selbst der Deutsche keine seiner geliebten, geteilten Prädikate!
Was zum Beispiel macht man aus „Pulsuhr“, „Neue Walking-Schuhe“ und „Sonntags morgens um sieben“?
Rrrichtig! Eine Geschichte, die davon erzählt, dass die Lily mal wieder zum Sport greift. Ab und zu, beflügelt von den Wundergeschichten, die unter anderem die oben genannte Internet-Entität verbreitet, erwacht in mir die Sehnsucht nach Bewegung. Immer, wenn ich drahtige, geschmeidige Gestalten sehe, die unangestrengt und schön aussehend ihre Runden drehen (okay, das ist meist dann im Fernsehen), möchte ich auch... leider haben die Götter ein paar Bugs in die Matrix programmiert, so dass es einiger eigener Anstrengung bedarf, bis es soweit ist. Und schaut man sich die Freizeitläufer an, so scheint es ihnen meist keinen Spaß zu machen, was mich dann wieder am Sinn des Ganzen zweifeln lässt.
Aber ich versuche es, immer wieder. Meist geb ich damit an wie eine Tüte Mücken, bis das Thema dann langsam abflaut und die wunderbaren Schuhe zur Arbeit angezogen werden.
Ich halte euch auch diesmal auf dem Laufenden, was das betrifft, wenigstens so lange, bis der Elan wieder verpufft ist. Ein bisschen intelligenter (so hoffe ich) stelle ich es diesmal doch an. Hab mir nämlich einen Plan aus dem Netz gefischt, mit dessen Hilfe übergewichtige, mittelalterliche Diabetiker zu smarten Laufwundern werden können, in nur 10 Wochen! Jay! Eine ist schon um, und ich verfüge noch immer über 100% meines bezaubernden Selbst. Da schrumpft nichts in Form, Ihr Lieben, nicht dass ich wüsste jedenfalls. Aber trotzdem muss sich die Anschaffung dieser Schuhe lohnen, deshalb wird nicht aufgegeben. Vorerst jedenfalls nicht.

Und weils so schön ist, noch ein paar Bilder der Bedeutungsvollen Art ™. 

Auf dem Parkplatz hinter meinem Büro. Hat bestimmt was zu bedeuten.

Die Wespe war schon halb tot- Doc Lily musste eingreifen. Ja, ich hab eine Wespe mit Zuckerwasser aufgepäppelt. Weil sie mir leid tat.
Auf der Fensterbank im Büro, die Phalaenopsis vom Kollegen. Meine weigert sich, zu blühen.

Ich wünsch euch einen schönen Sonntag!


Die Lily.

Kommentare:

Georg hat gesagt…

Weiter so. Ich habe mich auch mal wieder entschlossen ans Sporten gemacht. Die Waage zeigt ein Defizit von immerhin acht Kilo. Nun wähnte ich mich bereits rank und schlank. Bis ich auf den Boden der Tatsachen zurück geholt wurde. Bei einem Einsatz wurden wir durch den WDR gefilmt. Und das was ich des Abends in der Aktuellen Stunde sah war alles andere als schlank. Naja. Aber ich bin ohne zu kotzen zwei Kilometer hinter einer angeschossenen Wildsau hergelaufen. Auch ein Erfolg. Zumindest für mich. Nicht für den Eber.
Dir viel Spaß beim walken.

Meise hat gesagt…

Ich hab mal ne wunderhübsche riesige Hummel aufgepäppelt. Ist doch ein schönes Gefühl, wenn so ein Tierchen danach wieder durchstarten kann.

Mir geht's ähnlich mit meinen geplanten sportlichen Aktivitäten. Da verpufft auch immer viel zu schnell meine Lust oder mein Ehrgeiz. Im Moment möchte ich gerne mit dem Rad unterwegs sein...

Mit Pulsuhr aber, das klingt richtig professionell. Wow.

Georg hat gesagt…

Pulsuhr ist wichtig. sonst bist du schnell über dem Limit. Gerade am Anfang.

Paula hat gesagt…

Tröstlich, dass andere auch immer wieder neu mit dem Sporten anfangen. Ich auch, z. Zt. mit Fahrrad und Schwimmbrille an der Ostsee.
Nein, nicht beides gleichzeitig, unter Wasser zu fahren, hab ich nicht vor. Dort würde es mich wahrscheinlich auch vor Quallen und Coladosen gruseln...
Die Yogamatte steht allerdings noch hübsch dekorativ und unbenutzt in unserer Ferienwohnung. Vielleicht sollte ich sie mal aufs Wasser legen und mich einfach drauf treiben lassen?