Montag, 12. Dezember 2011

Krisen


...krieg ich, wenn ich die Stimmen höre.



Nämlich die, die penetrant „The Woice of Germany“ sagen, mit watteweichem U im Anlaut- das ist so falsch, da rollen sich mir die Zehennägel auf. Würde ich derartige Sendungen anschauen, dann fiele diese, aus genau diesem Grund, durchs Raster.

Die andere Stimme sagt „Theeee Chemical Company“ (das ist BASF). Ich habs anders gelernt- der Artikel wird nicht mit einem „i“ am Ende ausgesprochen, sofern der folgende Begriff mit einem Konsonanten beginnt. Erleuchte mich, wer immer es besser weiß: Das ist doch ohrenschmerzenerzeugend falsch, oder?

Vielleicht hat diese Angewohnheit, mich von Ärgernissen in Werbespots vom Produkt selbst abzuschrecken, dazu geführt, dass ich keinen Alkohol trinken mag. Denn wenn ich eins als Jugendliche gehasst hab, dann war es diese ekelig-klebrige Stimme, die „Im Asbach Uralt ist der Geist des Weines“ meimelte.
Und das Geräusch, das in Bierwerbespots das Bier so fies ins Glas gluckern ließ.

Wah. Aber noch schlimmer ist der Herr SEITENbacher. Der, der wo immer die falschen Relativpronomina benutzt, und der in einem undurchdringlich dicken Dialekt seine unerträglichen Konzepte von gesunder Ernährung durchs Radio in meine Gehörgänge träufeln will. Der und sein Kumpel von Carglass bringen mich immer dazu, das Radio abzuschalten.

Die Zeiten sind vorbei, als Calgon-Man die Nation vor Lachen in den Schluckauf trieb- vielleicht liegts an der Tatsache, dass man kaum noch werbefreie Zeiten und Räume findet, ob im Netz, in der Zeitung oder im Radio, im Fernsehen oder Kino.
Vielleicht bin das aber nur ich, die das Alter (seufz) nicht etwa weise und milde stimmt, sondern kiebig und bissig macht.

Was nervt euch an Werbung, oder nervt sie gar nicht?

Ich bin froh, dass dieser/s Blog keine Einnahmen generieren muss. „Finanziert durch Produktplatzierung“ ist kein wirklich schöner Satz, den ich hier stehen haben will.

In diesem Sinne:

Schönen Montag!

DieLily



Kommentare:

Schäfchen hat gesagt…

Das kann ich zu 100% unterschreiben. Seitenbacher könnte das weltbester Leckerschmecker-Müsli produzieren. ICH würde es nicht kaufen - weil mich der "Woischd"-Kerl so kirre macht!

Wobei ich in der Vorweihnachtszeit - wenn die Kinderlein gerne mal in der Werbepause von SuperRTL kleben bleiben - auch kurz vor'm Amoklauf bin. Wer zu Geier glaubt, dass man Barbie-Scheiß-Gedöns mit saublöden, von bedauernswerten Studiosängerinnen ins Mikro geträllerten Texten verkaufen muss? *kreiiiisch*

Ohrblutende Grüße vom Schäfchen

karfunkel86 hat gesagt…

Woischd Lily, des Saidebachermüsli, des dud a diehr guad. Probiers a mal.
Da hast du echt den Nagel auf den Kopf getroffen.
Seitenbacher, Carglass und Marcel von 1&1 stehen auf meiner Hassliste ganz oben.
Aber herr Seitenbacher schießt echt den Vogel ab. Da denk ich im ersten Augenblick immer, das ist Satire.
Schönen Wochenanfang

Falcon hat gesagt…

Da sag ich doch nur:
http://www.ruthe.de/index.php?pic=1445

Frau Vau hat gesagt…

Bei Saidebacha wird bei mir SOFORT das Radio ausgeschaltet.. mir reicht schon der Gedanke daran dass es mich gruselt. Und darum würde ich auch nie das Müsli kaufen..
Karfunkel, langsam wird mir das wirklich unheimlich.. *g* Wir sind schon wieder absolut auf einer Welle.....

karfunkel86 hat gesagt…

Ja, Frau Vau, ein bisschen gruselig ist das schon. Aber auch ganz schön schön.....

Lily hat gesagt…

Ich bin mir nicht sicher, ob der Herr Seitenbacher und die Frau Carglass einfach nicht mitkriegen, wie schädlich ihre Werbung ist, oder ob es ihnen schlicht egal ist. Denn da scheint Deutschland komplett ein einig Volk von Brüdern zu sein.

Danke, Falcon, für die Cartoons :-))

Basel-based Michael hat gesagt…

Und wenn mir der A*sch platzt, ich fress nix vun demm Saidebacher!

Zu BASF, da hast Du natürlich Recht. Aber so wie ich Dich verstehe wollen die Werbefuzzis klar machen, dass es sich um DIE chemische Firma handelt und nicht irgendeine der anderen Feld-, Wald- und Flüssevergifter, wie bei Kollegen am entfernteren Rhein, resp. Wupper, die auch mit B beginnen.
In dem Fall darf man das 'e' wie ein 'i' aussprechen um auf die "Einzigartigkeit" hinzuweisen..

Bea W. hat gesagt…

Ich guck kein Fernsehen und ich hör kein Radio. Einer der Gründe ist, dass mich die Werbung dermaßen auf die Palme bringt ...

Britta hat gesagt…

Hehe - wenig Werbung, die mich NICHT zum Um- oder Abschalten zwingt... bedingter Reflex, mittlerweile... Was mir so ad hoc als besonders unangenehm erinnerlich ist, ist das widerliche Edding-Quietschen, wenn Yellow-Strom seine Vorteile herausstreichen wollte! - Und wenn die mir ein eigenes Windkraftwerk hätten schenken wollen - no way!!
Scheint aber wohl auch anderen so gegangen sein - und einige haben es wohl auch kundgetan: Die schmieren zwar immer noch mit Edding rum - aber das zehennägelondulierende "Kreide auf Tafel"-Quieksen ist weg...

Seltsam - Werber verdienen jede Menge Kohle... wie kann man denn nur so derart unglaublich verkaufsbremsende Fehlentscheidungen treffen??

Leon hat gesagt…

Leider muss ich dir the "The Chemical Company" widersprechen. Zwar hast du Recht, dass in der Regel nur vor einem Vokal das "e" am Ende von "the" wie "thee" ausgespochen wird, allerdings wird, wenn man ausdrücken will, dass es gerade diese eine, und keine andere Firma ist, das "the" ebenso ausgesprochen wie vor einem Vokal. Das ist vergleichbar mit dem deutschen "DIE Chemie-Firma", wo das "die" außerordentlich stark betont wird.

Ich hoffe, du konntest mir folgen.

Liebe Grüße von Leon

Lily hat gesagt…

@Michael: Danke für die Klarstellung:-)
@Bea: Ich überlege auch jedesmal, ob ein gut gezielter Aschenbecherwurf nicht so einiges Elend aus dem Weg schaffen würde. Leider bin ich derzeit NCIS-süchtig ("Gibbs was Besseres??)und das läuft leider nur bei den Privatsendern. Und mein Fernseher ist zu neu, als dass ich ernsthaft über Aschenbecherballistik nachdenken möchte :)
@ Leon: Klar konnte ich folgen :-)
Danke!