Mittwoch, 23. September 2015

Post Nummer 1293, in dem Verschiedenes vorkommt.

Zunächst einmal gab es eine Überraschung: Eine neue Leserin. Dieselbe hat sich per Mail eigens vorgestellt und mir berichtet, dass sie sich von vorn bis hinten durch den Blog liest. Wahnsinn- vielen Dank und herzlich Willkommen, Manuela.
Und das noch dazu so kurz vorm Blogoläum- 8 Jahre werden das, am 30.September. Ich hätte wetten können, dass ich noch in meiner alten Wohnung gelebt habe, als ich hier anfing zu schreiben. Aber das war wohl doch nicht so- denn es sind jetzt ziemlich genau 9 Jahre, dass sich chez Lily genau hier befindet.
Und das bringt mich dazu, von meinen derzeitigen Aktivitäten zu berichten. Chez Lily wird renoviert. Jawoll. Wenn es der Lily zu wohl wird, fährt sie Farbe kaufen. Mein Bad (man beachte die Ironie: Kaum ist die eine Badezimmerkatastrophe zu einem Ende gekommen (ohne Wertung, ob gut oder schlecht...), fängt man hier ne neue an. Aber im Gegensatz zu meinen Eltern habe ich nicht zwei Monate, sondern  nur einen Tag gebraucht, alle Fliesen sind noch da, wo sie vorher auch waren, und kein Mitarbeiter wurde zwischendurch arbeitsunwillig. Irgendwo im vorletzten Satz fehlt eine Klammer...
Bis dato hat mich der Gedanke an die Streicherei, die ja unstreitbar bereits mehr als überfällig war, echt geschreckt. Denn mit Katzen an Bord habe ich das bisher noch nicht gemacht, und der Gedanke an Alpina-Werbekatzen, die mal eben so im Vorbeiwischen die Wand erneuern, hat mich da auch nicht getröstet.
Und, Spoiler-Alarm: Das machen die auch tatsächlich nicht.
Und noch ein Spoiler: Farbe geht sehr schlecht aus Katzen wieder raus. Obwohl ich doch teure Farbe gekauft habe- diese Marke jedoch kommt mir nicht mehr auf den Paul Pinsel. Sie haftet auf den Katzen besser als auf der Wand, von Spritzfreiheit kann nicht die Rede sein (das habe ich aber sowieso nicht geglaubt. Ich bin Malers Tochter. Ich streiche nur mit albernem Papierhut, und mit sorgfältig abgeklebter Umgebung. Es sei denn, ich habe keine Lust aufs Kleben, dann streiche ich mit ganz viel Putzen) und wie fing der Satz noch mal an? Ach ja. Die Farbe. Sie deckt nicht. Dabei hab ich nicht etwa dünne Kalkplörre auf tieflila Wand aufgetragen, sondern eine fertig angemischte Weißvariante auf ein blasses Lachsorange.
Nachdem ich also am Sonntag das Bad erlegt habe, mit vorhandenem Farbton "Buttercup" (im Vertrauen: Eher ein sehr grün-stichiges Gelb als der Vanilleton, der einem da so vorschwebt), und einen Tag lang überlegt habe, bin ich gestern nach der Arbeit in den Baumarkt des dekorativen Entzückens, und habe alldorten besagten Weißton für meinen Flur erstanden. Eigentlich nur für die Decke. Für die Wände hatte ich mir ein Frühlingsgrün ausgesucht, das aber hier bei Lampenlicht sehr nach Apfelgrün, Marke Granny Smith, aussieht. Der Flur hat die falsche Form, um alle Wände mit diesem Grün zu verzieren, unter anderem fehlt dieser Form das ein oder andere Loch in Gestalt eines Fensters. Also habe ich ungefähr 40 Prozent der Wände auch in dem wirklich schönen Weißton gestrichen, und dabei dann festgestellt, dass er fantastisch auf weißen, nicht jedoch auf pastelligen Untergründen deckt. Nun ja. Man kann nicht alles haben.
Das Experiment wird heute fortgesetzt- wir mischen Cotton White mit Apfelgrün und hoffen, dass wir anschließend nicht die Anerkennung als Werder-Bremen-Fanshop beantragen müssen. Was dem Flur und auch dem Bad am besten bekommen ist, ist übrigens das Leerräumen. Ich habe aus meinem 4 m² Badezimmer einen halben Schwerlastmüllsack (120 Liter) voller Zeugs, Kram und Dingens rausgeschleppt. Und es sieht nicht so aus, als sei es jetzt leerer. Aber dafür kann man jetzt auch wieder in alle Ecken schauen, ohne sich zu gruseln. Und die Fliesen sind zur Gänze abgewaschen, das Billy-CD-Regal (das einzig mögliche Möbelstück- sonst ist kein Platz für so Kinkerlitzkes) zerlegt, gesäubert und wieder aufgestellt, und ich habe auch, wie es im Hause Lily Tradition beim Renovieren ist, alle Schalter und Steckdosen und Lampen demontiert, gespült und wieder angebracht.
Und weil es so schön war, hab ich dann auch die seit längerem defekte Deckenbeleuchtung im Flur und im Schlafzimmer endlich, endlich repariert bekommen. Licht. Echtes, helles, Licht, von der Decke. Nicht von Nachttischlampen, nicht von Klemmspots. Und das alles nur, weil ich so furchtbar ungern auf Leitern klettere, und noch viel ungerner Geld für Handwerker ausgebe.
Zum Ausgleich der erfreulichen Vorkommnisse an den Wänden spielt derzeit mein Blutzucker ein eigenes, perfides und wildverrücktes Theaterstück. Man kommt sich dabei vor, als würde man ein Brettspiel beginnen, mit unbekannter Anzahl Gegner, einer Menge Regeln, die man erst erfährt, wenn man gegen sie verstößt- und obendrein steht der Spieltisch auf einer Falltür. Nicht gut. Würde ich in einem amerikanischen Krimi leben, würde ich nach wem suchen, den ich verklagen, oder wenigstens anschreien kann.
Irgendwer muss doch die Schuld tragen, oder?
So. Jetzt mal abwarten, ob meine Konzentration dazu ausreicht, mir eine Woche lang zu merken, dass ich am 30.09. Blogoläum habe. Eigentlich habt ihr dann ein Stück Literatur verdient. Krieg und Frieden, mindestens... Obwohl- hat schon mal einer alle 1293 Posts gelesen? Na bitte.
Danke :-)



Kommentare:

Paterfelis hat gesagt…

Du meine Güte, dein Beitrag sprudelt ja förmig - ja, vor was eigentlich? Irgend etwas vermittelt da was Miteißendes. Wird man vom Renovieren süchtig? Dann fange ich besser gar nicht erst an. Man muß ja an die Gesundheit denken. Da kann ich so eine Sucht gar nicht gebrauchen. Zuviel Pinsel in der Hand gibt nur Rücken. ;-)

Lily hat gesagt…

Noch so ein Early Bird. Guten Morgen, Paterfelis. Und zuviel Pinsel gibt nicht Rücken, sondern Handgelenk und Ellenbogen. Rollen allerdings- mit den Teilen kann man sich Schultern, Nacken und Rücken zufügen. Ganz übel ist Heizkörperpinsel. Das gibt Daumengrundgelenk.

Frau Vau hat gesagt…

3. Versuch. ..... Grrrrrrrrr
Moin Lily, bin auch schon wach ( und btw bei der Arbeit *hust*)
Renovieren macht meistens erst hinterher Spaß, also viel Erfolg! ;-)

Lily hat gesagt…

Ach Frau Vau, du Arme. Schon bei der Arbeit, um die Uhrzeit? Meine Güte...

Paterfelis hat gesagt…

@ Lily: Bei MIR gibt das primär Rücken. Gar nicht gut.

Frau Vau hat gesagt…

Ich hab sogar schon eine Stunde früher angefangen... dafür hatte ich aber auch entsprechend früher Schluss. Man muss sich ja alles schönreden.... ;-)

Lily hat gesagt…

Im Sommer dürfen wir auch um sechs anfangen und um drei Schluss machen. Es sei denn, wir haben Sprechzeiten ( also immer).

Lily hat gesagt…

So n Scheiß. Kann doch keiner gebrauchen....

Lily hat gesagt…

Das mitreißende ist der quasselstrom, der sich ungebremst ergießt...

Paterfelis hat gesagt…

Jetzt verstehe ich! Frauen reden sich also alles schön, während die eher wortkargen Männer die Realitäten annehmen. Interessante Sache. :-D

Lily hat gesagt…

Wir reden so lang, bis auch die Männer die Realität anerkennen und annehmen... HierSmileyEinfügen.

Manuela Marcucci hat gesagt…

Uii, vielen Dank für die liebe Begrüßung! Habe über die alten Beiträge ganz vergessen, dass es auch neue gibt ;-)

Bin jetzt übrigens im August 2009 angekommen, also noch viel Lesestoff...

Liebe Grüße
Die Ela

Lily hat gesagt…

Oh ja, da kommt noch einiges... Nicht nur Schönes, aber auch. Ich finde nur doof, dass man den Bloglauf für solche Aktionen nicht rückwärts stellen kann. Also so eine Art Behörden-Heftung, das Älteste zuerst. Wenn Blogs Tagebücher sein sollen, wäre das ja wohl auch richtig.
Trotzdem wünsch ich viel Spaß.

Voodooschaaf hat gesagt…

Gnihihi, die Wandfarbenproblematik hab ich auch hinter mir, guggst du:
http://www.voodooschaaf.org/blog/?p=955

Es gruesst janz brav das Schaaf

Lily hat gesagt…

Waaaaah. Billigfarben never. So arbeitsgeil kann ich gar nicht werden, wie man damit sein muss. Immer zweimal streichen und immer anschließend das Grün aus den Haaren?? Nö. Dass das Grün hier so mies gedeckt hat lag auch eher an der Latexfarbe darunter. Da braucht es eine richtig trockene Farbschicht, weil nur dann die zweite Lage wirklich hält. Ich plane für das Wochenende 40 Quadratmeter Wohnzimmer mit ca 5000 Büchern drin. Wünscht mir Glück.