Mittwoch, 22. Mai 2013

To Falcon, with Love!

Die Lily                                                              Lilyhausen, 18.05.2013

Lilyhausstraße xy
Kundennummer 1234567890



An Vodafone


Ihre E-Mail vom …….


In Ihrer E-Mail teilen Sie mir mit, dass ich für die Rücksendung Ihres Leihgerätes eine 14-Tages-Frist aus der Kündigungsbestätigung nicht eingehalten hätte.

Es betrübt mich Ihnen mitzuteilen, dass ich eine solche Bestätigung niemals erhalten habe. Mein Vertrag mit Ihnen wurde bereits vor einem Jahr gekündigt, und zwar weil ich den Anbieter gewechselt habe. Die Kündigung wurde durch meinen neuen Anbieter vorgenommen- vielleicht haben Sie das entsprechende Schreiben an diesen geschickt?

Ich nehme diesen Vertragsablauf jedoch noch einmal zum Anlass, um Ihnen darzulegen, weshalb ich den Provider gewechselt habe.

Die durch den Vertrag mit Ihnen zugesicherte Leistung, nämlich HD-Fernsehen, konnten Sie an meinem Wohnort vom Vertragsbeginn an nicht anbieten- weshalb ich zu einem Konkurrenten Ihrer Firma gewechselt habe. Dass die Leistung nicht angeboten werden konnte, wurde mir in Ihrem Vodafone-Shop an der XY-Straße in Lilyhausen auch bestätigt, nachdem ich mehrere Tage lang versucht habe, dem TV-Center etwas anderes als Fehlermeldungen zu entlocken.

Ein um seinen guten Ruf und rechtlich einwandfreies Handeln besorgter Provider hätte dies zum Anlass genommen, die im Jahr 2012 abgeschlossene Vertragsausweitung (und damit auch Vertragsverlängerung) auf eben dieses Produkt HD-Fernsehen rückgängig zu machen, und nicht ein komplettes Jahr lang eifrig die „fälligen“ Beträge von meinem Konto abzubuchen. Den Begriff „Fälligkeit“ setze ich in Anführungszeichen, weil davon m. E. keine Rede sein kann, wenn die Leistung nicht erbracht werden kann.

Eine Auseinandersetzung mit Ihnen habe ich bisher vermieden, da ich aus einer früheren Konfrontation mit einem Ihrer Mitbewerber bereits eine ausreichende Anzahl haarsträubender Schreiben erhalten habe, und einfach keine Lust mehr hatte, mich mit Hotlines, automatisch erstellten Schreiben und dem Lesen von Textbausteinen auseinander zu setzen. Seien Sie jedoch versichert, dass ich jeden Monat in diesem Jahr durchaus versucht war, ein missgelauntes Schreiben aufzusetzen.

Ich bin auch niemals scharf darauf gewesen, Ihr Leihgerät weiterhin in Anspruch zu nehmen, das seit gut einem Jahr auf einem Schrank ein einsames Dasein fristete. Insofern können Sie es gern wieder zurück haben, kein Problem. Und ich kann Ihnen versichern: Es ist so gut wie neu!

Aufgrund der Tatsache, dass ich –wie oben ausgeführt- eine Kündigungsbestätigung niemals erhalten habe und die „Erinnerungsmail“ besonders unfreundlich und patzig daher kam, habe ich mich dann doch noch entschlossen, Ihnen meinen Unmut mitzuteilen, zu Ihrer Information und zu meiner Erbauung. Seien Sie außerdem versichert, dass ich Ihre Leistungen (mit denen ich bis April 2012 sehr zufrieden war) im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter empfehlen werde.


(Die Lily)

... die mehr als gespannt ist, ob sie eine Antwort kriegt.

Kommentare:

Paula hat gesagt…

Wahrscheinlich nur, wenn Du den Brief per Einschreiben geschickt hast. Mails können ja immer im Internetnirwana verschwinden.

Viel Erfolg, sehr witzig formuliert!

Lily hat gesagt…

Hab das ganze sogar als Paket verschickt, mit dem hochtrabend "TV-Center" genannten Stück Elektronik zusammen.

Frau Vau hat gesagt…

Klasse!

Falcon hat gesagt…

Warum nur kommt mir das so unglaublich bekannt vor?
Übrigens, wusstest Du schon:
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Telekom-schmiedet-Turbo-Allianz-article10653751.html
Das erklärt viel, wenn nicht gar Alles...

Lily hat gesagt…

@Frau Vau: Danke dir :)
@Falcon: Ich bin so froh, dass ich nicht mehr bei dem Verein bin. Obschon ich glaube, dass das alles eine Unterscheidung zwischen Regen und Traufe ist- und dass man Glück haben kann (bei Vertragsabschluss an einem ungeraden Dienstag mit Merkur im Rückzug)- oder Pech. "Gute" Vertragspartner erkenne ich immer daran, dass ich das, was sie mir erklären, nach zwei Monaten noch reproduzieren kann, ohne puterrot anzulaufen und Tachykardien zu entwickeln. Wenn ich damit nicht so allein da stünde, würde ich mir mein altes Blechdose-mit-Schnur-Telefon wieder aus dem Schrank kramen.

Georg hat gesagt…

Ich war jahrelang Vodafone Kunde. Als sie mich verarschten und ich dessen gewahr wurde, waren sie mich los. Zu ihnen gewechselt hatte ich allerdings weil mein jetziger Anbieter damals gleiches mit dem Festnetz versuchte. Also egal wo. Alle verarschen dich.

Lily hat gesagt…

@Georg: Und so richtig Scheiße ist es, wenn man aus technischen Gründen auf einen Anbieter angewiesen ist. Das ist die Lizenz zum Verarschen für diese Unternehmen.