Montag, 20. April 2015

Technische Aufrüstung, Teil 723

Waah. Waaaaah!!

Das ist mein üblicher Ausdruck, wenn es hierzulande, chez Lily, um technische Dinge geht.
Ich habe eigentlich keine größeren Verständnisprobleme, wenn es um Technik geht (Strom als solchen habe ich nicht verstanden, trotz des jahrelangen Bemühens von Freund und Kollege Bernard. Und jetzt alle: DANKE, BERNARD!)
Als einschränkende Bemerkung sei jedoch erwähnt, dass ich mich nur ungerne damit beschäftige, das etwas zäh gewordene Hirn wieder einmal mit der ein oder anderen Problematik zu ertüchtigen. Das findet nur zwangsläufig statt, wenn also "mein" Internet mal nicht geht oder so.
Nun ist der technische Fortschritt da ein tückichtes Ding. Vor 15, 16 Jahren noch hing diese vermaledeite Computerkiste so oft in den Seilen, dass ich einen Routerreset, eine Modemveränderung oder auch ein An-Pingen mysteriöser Gegner mittels irgendwelcher IP-Spielereien im Schlaf beherrscht habe.
In dem Maße, in dem ich Provider fand, die ihre Leistung jahrein, jahraus problemlos zur Verfügung stellten, hab ich dieses Wissen auf die hintersten und obersten Regalbretter meiner Brain-Storage-Einheit verbannt. Jetzt muss ich nicht nur das Wissen wiederfinden, sondern auch noch an eventuell geänderte technische Möglichkeiten anpassen...
Denn ich habe mir einen Tracker gekauft. Nicht das Ding für den Acker, das ist ein Trecker, sondern sowas, mit dem man seine 10.000 Schritte am Tag überwacht, verwaltet und so weiter. Das Ding trägt man an der Kleidung oder am Handgelenk, und verwaltet das ganze über sein Handy.
Kaum war das Ding hier eingetrudelt, stellte ich fest, dass mein (sage und schreibe) 16 Monate altes Smartphone mit vielem kompatibel ist, nicht jedoch mit der App, die man braucht, um den Tracker auszulesen und so. Es ist nämlich, tadaa, zu alt.
Also musste ein neues Handy her (hier leises Grollen einfügen). Um dieses mit dem Trackerdings zusammenarbeiten zu lassen, braucht man die App. Soweit, so logisch- aber an die App kommt man nur mittels Internetz. Mobilfunktechnisch bin ich Steinzeitbewohner. Ich habe zwar ein Smartphone, also mittlerweile eher 2, aber dank Prepaid-Karte normalerweise keinen Internetzugang. Kann man zwar buchen bei dem Anbieter, ich bin aber zu faul, zu nachlässig und auch nicht sonderlich motiviert gewesen, auf einem gefühlten 2-cm-Monitörchen Einzelbuchstaben so lang zu scrollen, bis sie eine Website ergeben.
Ergo musste das Guthaben (ich komme normalerweise ca. 18 Monate mit einer 30-Euro-Aufladung hin) Richtung Internetguthaben ausgedehnt werden. Das geht online, hurra, und wurde auch flugs erledigt.
Dann aber wollte ich die Daten vom alten Telefon mittels Simcard auf das neue umschaufeln. Naja, womit ich nicht gerechnet habe, war, dass es inzwischen neue Kartenformate gibt. Das neue Handy braucht eine Micro-Sim! und ich scheine eine in Macro-Format zu haben! Dumm gelaufen, oder?
Am vorletzten Freitag habe ich den Tracker bestellt. Der kam am Dienstag, das neue Handy am Donnerstag. Am Freitag der letzten Woche habe ich dann per Telefon (drücken Sie bitte die Wasweißich-Taste) die neue Simcard bestellt. Auf die Idee meines Sohnes, eine Youtube-Anleitung für das Anpassen der Simcard von normal auf micro mittels Schere zu Hilfe zu nehmen, bin ich angesichts der Investitionen nicht näher eingegangen... ich kenn mein Glück und habe keine Lust verspürt, mittels Nagelschere ein neues Handy zu ruinieren. Ergo warte ich dann noch ein bisschen auf meine Simcard...
Das bot aber immer noch keine Antwort auf die Frage,  wie ich dann die Daten von dem alten Ding mit der in das neue Ding nicht reinpassenden Karte übertrage.
Da hat der liebe Gott jedoch eine App für gemacht, mit der das Problem recht schnell erledigt war. Telefonieren kann ich zwar mit dem neuen Ding noch nicht, aber die Telefonnummern, die sind schon mal drauf.
Nach ein paar Telefonaten mit meinem Sohn hab ich dann auch endlich kapiert, warum man ein Smartphone auch per WLan ins Netz schicken kann, und dass es Sinn macht, zu Hause zumindest über WLan zu surfen.
Was aber kann mein Internetzugang nicht? Rrrrichtig. WLan.
Deshalb bin ich heute mittag ins Städtchen in den Laden, den mein Provider dort providet und habe die Frage gestellt, ob ich mein Internet-über-Fernsehen-Dings um einen WLan-Zugang erweitern kann.
Und kriegte die zwischen 32 blitzenden Zähnen hervorgekaute Antwort, nicht sehr freundlich: "Es gibt handelsübliche WLan-Router."
Das war alles. Und das, das wusste sogar ich schon vorher.
Ich mache jetzt nicht die Rechnung auf, wieviele Monate Fitnessstudio-Beiträge ich mir hätte leisten können, hätte ich nicht einen Tracker, ein neues Handy, eine neue Simcard, einen neuen WLan-Router und einen Monat Internetz gekauft...

Ich finde, Waaaaah!! ist da noch sehr milde ausgerufen. 








Kommentare:

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Also wenn ich das jetzt richtig verstehe, musstest Du Dich entscheiden: zwischen Handy- oder Leibesertüchtigung. Oder?
Also ich kann Deine Wahl durchaus verstehen *lach*
Fitnessstudios werden ja sooo überbewertet :)

Lily hat gesagt…

Um das eine zu bekommen, musste ich diese ganzen endlosen Verbesserungs- und Aktualisierungsmaßnahmen ergreifen. Pfui Spinne.

Falcon hat gesagt…

Hättest Du das doch nur etwas eher gepostet. Dann hätte ich (oder der Herr S.) Dir die Sache mit dem WLan-Surfen auch verraten können.
Ein entsprechender neuer Router wäre vermutlich deutlich günstiger, als einen Handyvertrag entsprechend aufzubretzeln.
Andererseits - nachdem ich immer gegen dieses mobile Internetz gewettert habe, bin ich dann auch schwach geworden und mittlerweile doch recht begeistert.

Lily hat gesagt…

Huhu Falcon, der neue Router war günstiger als die andere Lösung. Hat nur 19 € gekostet... und funktioniert grandios. Auch das Trackerding läuft gut, die App auch- was will man mehr :-)

Paula hat gesagt…

Bin beeindruckt von Deinem Bildungshunger und Deiner Hartnäckigkeit, aber auf Apps verzichte ich trotzdem weiterhin. WLan benutze ich nur im Hotel und Smartphones kommen mir nicht mehr ins Haus.

Paula
https://paulacolumna.wordpress.com/?s=Sim+Card

PS Wozu musst Du denn Deine Schritte überwachen, kannst Du sie nicht einfach machen??

Lily hat gesagt…

@ Paula: Bildunghunger ist das eine- was anderes ist, dass ich meine Sachen am liebsten so habe, dass ich sie selbst regeln kann. Wenn also irgendwas neues am Horizont auftaucht, dann muss ich mich damit beschäftigen, sonst komm ich nicht klar damit.
Schritte machen tu ich ja, sonst kann sie keiner zählen. Aber es ist sehr motivierend, wenn ich eine Zahl auf dem Tisch habe, von der ich deutlich sagen kann, dass sie mehr ist als die Zahl gestern oder vor 14 Tagen. Leider bin ich nämlich nicht gut im Behalten und Nachvollziehen von solchen Dingen, ohne technische Hilfsmittel...