Samstag, 10. Oktober 2009

Echt.


Suuuper Zeiten.






Die Stunden, die ich gestern Abend und heute Nacht online und mit Computerspielen verbracht habe, haben mir dezent den Schlaf geraubt- sprich, Einschlafen war nicht.
Ist halt so, wenn man älter ist, hab ich mir gedacht und mich in allerlei meditativen Tugenden geübt, bis dann so gegen zwei Uhr endlich sich des süßen Schlafes Irgendwas auf meine müden Lider senkte.
/schnitt/
Um halb sieben fing oben der Umzug an! Nicht etwa eine Parade zu meinen Ehren, nein. Die Familie oben, denen die 70 m² für sich und ihre zwei lebhaften Kleinkinder nicht mehr reichen, die ziehen um.
Mit Helfern, wie sich das gehört, die Kinder ausgetuppert, wie sich das auch gehört, und die ganze Truppe sehr hörbar erleichtert, dass man jetzt aus der Wohnung raus kommt. Jausa!
Mein Katzenvolk, ebenso aus dem Schlaf gerissen wie ich, nutzte die sich in Mulden und Pfützen sammelnde Aggression zu einer Prügelei unter allerlei Lärmerzeugung direkt vor, und, wie es sich anhörte, auch IN der Schlafzimmertür.
Woraufhin dann noch mehr Aggression entstand, und zwar in meinem Inneren.
Seither sitze ich am Rechner, seit also ungefähr sieben, und beobachte die Katzen, die auf der Fensterbank sitzen und das Beladen der diversen Mercedes-Sprinter vor der Tür überwachen.
Meiner Emily geht’s irgendwie nicht gut, hat sich mir aus diesem Bild erschlossen; sie hat mehr als üblich unter dem Gemobbe der Kater zu leiden, und kann sich schlechter wehren. Außerdem bewegt sie sich sehr, sehr schwerfällig, geradezu geriatrisch (das ist allerdings von Tag zu Tag unterschiedlich).
Ich schwöre, sie hat dunkle Ringe unter den Augen.
Ich weiß ja, dass ihr Leben endlich ist, und mit sechzehneinhalb Jahren ist sie, für ein nie gesundes Katzentier und noch dazu als Rassekatze, schon recht betagt.
Trotzdem. Keine schönen Aussichten, dass irgendwann mal meine Em nicht mehr hier sein wird.
Ich hab meine entschiedenen Ansichten zum Thema Leben verlängern bei Tieren. Akute Erkrankungen werden immer behandelt, sofern eine gute Chance besteht, dass die Behandlung dazu führt, dass es dem Tier besser geht. Chronische und behandelbare Geschichten kriegt auch der Tierarzt zu sehen, und was nötig ist, ist nötig und wird gemacht. Aber alles, was das Tier ohne erkennbare Rechtfertigung quält ist off limits.
Das menschliche Bedürfnis danach, nicht ohne ein Tier zu sein, das einem ans Herz gewachsen ist, ist auf dem Hintergrund von möglicher Verlängerung des Leids der reine Egoismus.
Trotzdem hat Emily hier ihre ganz besondere Rolle. Allein schon deshalb, weil sie es war, die mich ausgesucht hat, und zwar als erste Katze in meinem Leben.
Der Tod ihres Bruders hat mich damals überrascht und ich mach mir heut noch sinnlose Vorwürfe, dass ich in seinen letzten zwei Tagen nicht netter zu ihm war. Henry war immer ein Kampfschmuser, den man manchmal beinahe chirurgisch vom Schoß seiner Dosenöffner entfernen musste, damit man auch mal was anderes tun konnte als den Kater kraulen. In seinen letzten Tagen war er noch anhänglicher- und, weil ich eben nicht wusste, warum er so an mir klettete, hab ich ihn regelmäßig runter gesetzt. Im Nachhinein war das natürlich nicht richtig- und die Tatsache, dass ich ihn dann auf dem Arm hatte, als er starb, macht es kein bisschen besser.
Es ist mir insofern eine Lehre, als dass ich Emily, wenns irgendwie geht, bei mir lasse, wenn sie denn meine Nähe sucht.
Da sie aber eine sehr eigenwillige Vertreterin ihrer Art ist, sucht sie sich natürlich immer Momente aus, in denen man alles besser gebrauchen kann als einen, wenn auch noch so leichten, Katzenkopf auf der Maushand. Oder einen fluffigen Haufen Fell auf der Tastatur, dem Buch, dem Teller dem Schoß.


Ansonsten birgt der Samstag schöne Dinge, wie zum Beispiel eine Einweihungsparty bei der Exbraut, die heut Land und Leute eingeladen hat, um mit ihr und dem ihr amtlich Zugewiesenen den Einzug ins Haus zu feiern. Ich freu mich schon. Und wünsch Euch auch ein schönes Wochenende, viel Erholung, Entspannung und so.
Bis dahin gehabt Euch wohl,











Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Dir auch ein schönes Wochenende und noch eine gute zeit für deine Katze---Gruss Trude

Svenja-and-the-City hat gesagt…

Lily, deine Einstellung zu Tieren, sowie auch zu umziehenden Nachbarn finde ich prima und teile ich voll und ganz.
Dir wünsche ich einen besseren Schlaf, der M die schnelle Genesung und den Nachbarn ein schönes neues Leben möglichst weit weg.

Lily hat gesagt…

@Trude: Vielen Dank...

@Svenja: Die Wohnungen hier sind echt nicht so geeignet für Kinder, was beinahe alle jungen Familien früher oder später feststellen. Ich wohn seit 3 Jahren hier und bin jetzt die Wohnälteste im Haus, glaub ich.
Und sehr gespannt, wie die neuen Leute wohl sind.
L

Paula hat gesagt…

Du machst das schon richtig mit Deiner Katze. Manche ziehen sich lieber zurück, wenn es auf's Ende zugeht, wie mein von einem Jäger angeschossener Kater vor vielen Jahren.

Ich musste ihn dann einfangen und zum Tierarzt bringen, und habe danach volle drei Tage lang geheult. Aber dann war auch gut, er hat ein schönes Grab unter einer alten Kastanie bekommen...

Katzen haben keine Moral, also sind nachträgliche Schuldgefühle sinnlos. Nur manchmal projiziert man jemand in die Katz, den man mal geliebt und verloren hat.

Kater
Vater
Mater
z.B.....