Freitag, 30. Januar 2009

Potenz.

Es gibt Dinge, die verstärken sich mit zunehmender Dauer der Einwirkungszeit, die …andere Dinge auf sie haben.
Das ist so ähnlich, als ließe man einen nassen Lappen auf seinem Schoß liegen- irgendwann ist das Hosenbein einfach nass. (Und nach noch längerer Einwirkungszeit wieder trocken. Müffelt aber. Auch gibt es Stockflecken.)
Das Phänomen kann man auch als „steter Tropfen höhlt den Stein“ beschreiben.

Interessanter Weise höhlen manche Dinge auch das Hirn.

Nicht anders ist es zu erklären, dass die Wirtschaft in den letzten Jahren dazu neigt, ihre unübersichtlichen Konglomerate von miteinander verflochtenen, institutionalisierten Beispielen für steuerlich absetzbare Misswirtschaft zunehmend mit Namen belegt, die
a) kaum noch voneinander zu unterscheiden sind und
b) sich aus einigen zufällig zusammen gewürfelten Konsonanten (generell aber weitaus mehr Vokalen) zusammen setzen.

Da wird dann aus dem Kaufhaus Müller das Eventcenter Myloidiaia oder so (hört sich jetzt eher nach einem hartnäckigen Pilzinfekt an, aber sei’s drum, das ist künstlerische Freiheit).

Die gute alte Ruhrkohle konnte man immer noch –rein namenstechnisch- auf ihre Ursprünge zurückführen. Den Namen, den man ihr vor kurzem erteilt hat, habe ich verdrängt, woran man schon erkennt, dass er vermutlich in der Masse untergeht. Ob das so beabsichtigt ist?
Die Frage ist für mich immer gewesen, wie in Gottes Namen (ha! Wortspiel!) die Leute auf das schmale Brett gekommen sind, nicht nur Sinn gebende Buchstabenkombinationen sondern auch feste Bilder, die sich im Bewusstsein der Menschen verankert haben, einfach so aufzugeben für Namen, die sich Tolkien in seinen schlimmsten Alpträumen nicht hätte ausmalen wollen.
So langsam glaube ich aber, dass auch die Namen der Konzerne von einem allgemein anzutreffenden Phänomen befallen sind, und das ist der Kevinismus.

Heute morgen, ich senkte meine Augen auf ein Schriftstück, ergriff nämlich das Grauen von mir Besitz.
Da, auf diesem unschuldigen Papier, fand sich die Erklärung.
Auf dem Zettel standen die Namen einiger Kinder.
(Was daran zu erkennen war, dass hinter jeder Buchstabenkolonne ein (Geburts?-) Datum stand, und dahinter jeweils ein Buchstabe zur Kennzeichnung der Geschlechtszugehörigkeit.)
War auch nötig, die Kinder hießen nämlich
Angelina (okay, so heißen alle, aber jetzt kommts…)
Mayo Lardo und
Mira Kelvi (warum nur fehlt mir ein „P“ als Initial für den dritten Vornamen?)…
Es gab auch noch ein viertes Kind. Den Namen konnte ich nicht lesen, weil die bitteren Tränen, die in meinen Augen standen, mir die Sicht verdarben.

Wieso nennt man seine Kinder nach Gewürzsaucen?

Ganz einfach.
Die Eltern hießen Kevin.
Und Chantalle.

Lily.

Kommentare:

Frau W. hat gesagt…

Die armen Kinder. Oder sollte ich auch schreiben: Die armen Eltern?! Chantalle? Das tut beim Lesen weh. Und ein bisschen wundert es mich, dass Mayo als Vorname durchgeht. Heißt es nicht, dass das Geschlecht aus dem Namen eindeutig hervogehen soll? *grmpf* Irgendwie fehlt mir die Phantasie für so einen Mist.

Lily hat gesagt…

Na, wenn ich die wirklich da stehenden Namen erwähnt hätte, dann wär das nachverfolgbar gewesen... Es war also nicht direkt Mayo. Aber schwer so ähnlich:-)

Lily
(nein, auch nicht Shily- Sosie. Wirklich nicht.)

Frau Vivaldi hat gesagt…

Shily-Sosie... ich lach mich grad weg!! Schantalle ist ja noch schlimmer als Schakkeline...
noch schlimmer ist dann, wenn die Kinder klein und fe.. nein, das schreib ich jetzt nicht... ist böse!! ..
Toma Tenk und Etsch Up für alle.. prost!

Anonym hat gesagt…

Da kann ich mithalten *gg*
Sharon-Dean-Maryate und für die, die nicht wissen was es sein soll: ein Mädchen

Lily hat gesagt…

Ich rätsel immer noch, wie man das "Maryate" ausspricht. Das ist auf so viele verschiedene Arten einfach nur falsch...
Vielleicht so wie "Maria aß"? Oder Merriääähti?
Nett fand ich auch ein bleiches,dickliches, kahlköpfiges und kränklich aussehendes Baby, das den Namen Sheryl Raven trug. SO gothic.
Cheyenne Sophie. Unser Dschäsen. Oder die drei Brüder, die Rick, Mick und Nick hießen.
Wenn ich beim Standesamt arbeiten würde, wäre ich laufend in der Bildzeitung, wegen körperlicher Übergriffe auf die Kundschaft.
L