Donnerstag, 9. Dezember 2010

Neulich in der Matrix

Als ich letztens zu Zwecken des Ortswechsels ein öffentliches Personentransportmittel nutzte, fiel mir wieder auf, in welch großem und weit reichendem Umfang die Matrix den steten Rückgriff auf ihre Datenbasis benötigt, um weiter wie gewohnt zu funktionieren.
Es scheint mir von beginnender Schwäche des Systems zu künden, dass das Betreten eines dieser Transporter vor allem bei nachwachsenden Matrix-Bewohnern den sofortigen Griff nach dem Träger der Leben erhaltenden und Sinn stiftenden Elektronik erfordert. Viele von ihnen waren mittels kleiner, seitlich am Kopf attachierter und mit Kabeln versehener Konnektoren mit ihrer E-Basis verbunden, bei einigen erforderte der Kontakt auch eine verbale Eincheck-Routine.
Dass es sich bei den Geräten um der Kommunikation dienliche Kleintelefone handelt, kann mir kein Mensch erklären- denn wer muss morgens um fünf vor halb sieben telefonieren? Und mit wem? Wer muss auf Touchscreens herumtippen während er angeblich mit seinen Freundinnen spricht? Wer muss mit geschlossenen Augen auf seinem Sitz rhythmisch hin- und her schwingen, und dabei angeblich den Vorgaben der Musik folgen, während er seine Haltestelle verpasst?
Seht ihr? Diese Argumente gehen alle ins Leere, weil sie nämlich keinen Sinn ergeben.
Die einzig akzeptable Erklärung ist die, dass die Matrix ein stetes Backup fordert, damit sie auch morgens um halb sieben funktioniert.

Irgendwie kann man das verstehen, finde ich. Schließlich kann die Matrix um die Uhrzeit nicht auf Kaffee zurück greifen, so wie



die Lily.

Kommentare:

Georg hat gesagt…

;-) klasse!

Paul hat gesagt…

Du bist gut, Lily. Verdammt gut. :)

Meise hat gesagt…

Ich brauchte heute morgen auch die Verbindung zur Matrix, um den Weg zur Arbeit zu finden... Musssik im Ohr tröstet über blaue Flecken vom Hinfallen hinweg.

Wortbestätigung als Statement?
Proape

Muschelsucher hat gesagt…

Super... und ich gönne mir jetzt einen Kaffee ;-)