Samstag, 19. Dezember 2009

Je später der Monat, desto witziger die Gäste :-)

Daher hier und heute, und mit großer Freude von mir präsentiert: thg, mit einer philosophischen Abhandlung über... na, lest selbst...

Bitte nicht wundern - hier schreibt heute nicht Lily, sondern thg. Konnas Blogjulklapp sei Dank, dass ihr heut mal eine andere "Schreibe" hier vorfindet.


Nachdem ich das Ergebnis der Auslosung las, habe ich mir natürlich Gedanken gemacht, was ich hier schreiben soll. Etwas Weihnachtliches? Etwas Nichtweihnachtliches? Ich habe mich dafür entschieden, etwas Nichtweihnachtliches zu verfassen. Schließlich soll es ja auch etwas Ablenkung bringeBevor ich loslege, möchte ich betonen, dass ich damit niemandem auf den Schlips treten möchte! Ebenso will ich gar nichts schlechtreden - es soll nur ein kleiner satirischer Blick auf eine Art Phänomen sein.

Vor einigen Wochen war ich mit meiner Mutter und meiner Tante unterwegs. Ein paar harmlose Gänge standen an - Post, Brot kaufen, derlei völlig unaufregenden Geschichten eben. Unser Plan geriet jedoch leicht durcheinander, als meiner Tante einfiel, dass doch ausgerechnet heute in der nahen Tupperware-Verkaufshalle eine Verkausausstellung sei. Wo sie doch ohnehin mal wieder "tuppern" wollte... also wurde die Route abgeändert und ein Zwischenstopp bei Tupperware eingelegt.
Ich finde es schon leicht befremdlich, wenn mir am Eingang meine Daten und der Name der Verkäuferin, sprich der personengebundenen Tupperware-Betreuerin, abverlangt werden. Aber was tut man nicht alles für den lieben Familienfrieden... zum Beispiel die Daten der eigenen Schwester eintragen. (Die hat damit zum Glück kein Problem.) Nach der Einlasskontrolle (das ist tatsächlich ein bisschen wie in einem angesagten Club - steht der Tuppertantenname nicht auf der Liste, kommt man nicht rein. Pech gehabt.) ging es also in die mit bereits zahlreichen Menschen gefüllte Verkaufshalle.
Was soll ich sagen? Ich hätte mich gern mehrere Stunden mit einem Block in die Ecke gehockt und Sozialstudien betrieben. Am häufigsten vorkommend waren natürlich Muttis diverser Alterklassen, gern auch mit ihren Muttis, gleich dahinter rangierten genervte Ehemänner, die der Gutsten wohl alles gekauft hätten, wenn sie dann bittebitte nur endlich raus aus diesem Plastikwunderland gekommen wären. An dritter Stelle stehen ningelnde Kinder, deren "OOOOh! Muttiiiii! Kuck maaaaal! Kaufst du mir daaaaaaaas?", selbst bei Brätern und Kellen alles überschallte Tupperware ist ein Phänomen. Ich möchte nicht abstreiten, dass es da sicherlich viele nützliche Dinge gibt, schließlich finden sich auch in meinem Haushalt Tupperdosen der verschiedensten Arten. Und was wäre ich ohne meine unglaublich platzintensive, blaue Tupperwarekäsedose mit dem Geruchsverschluss? Unsäglich ärmer wohl, denn ich müsste eine normale Dose verwenden. Oh Graus. Ähnlich verhält es sich mit der riesigen Wurstbox! Für den Fall, dass mal Hundertschaften mit Wurst zu verköstigen sind, bin ich zumindest gerüstet. Und wer möchte das allseits beliebte Gurkenkarussel missen? Ich jedenfalls nicht. Ich wüsste nicht, was ich mit dem leeren Platz im Schrank anstellen sollte.
Man merkt also: Meine Mutter zählt zu den zahlreichen Tupperwarefans. Bereits die eine oder andere Tupperparty fand bereits statt, deren Highlights für mich im geradeso zweistelligen Alter trotz allem Plastekram immer die essbaren Sachen waren, die die tolle Tuppertante in unserer Miniküche zubereitete. Ich erbat mir immer meinen Teil davon, welcher mir auch stets gewährt wurde. Vermutlich, damit ich Ruhe gebe.
Nun schreitet man also mit großen Augen und glühendem Interesse durch die Reihen der Papiertuchbespannten Tapeziertische und bestaunt die fabelhafte Welt der bunten Plastikschüsseln. Wie bereits erwähnt: Vieles davon ist sicherlich nützlich. wenn es dazu dann noch schön wäre, hätte es noch einen Pluspunkt mehr. Was ich mich allerdings frage ist, warum man bei so vielen Dingen nachfragen muss, wozu man das überhaupt verwenden kann. Mein Lieblingsexponat dieser Ausstellung war beispielsweise eine kleine Kanne, natürlich aus Plastik, rot. In meiner Grenzenlosen Unwissenheit und Verblendung habe ich mich erdreistet zu fragen, warum man neuerdings auch Sahnekännchen von Tupperware bräuchte. Ich hätte es nicht tun sollen. Die abwertenden Blicke der persönlichen Tuppertante sowie meiner eigenen weiblichen Verwandten waren niederschmetternd. Mit eiskalter Stimme erklärte mir die Fachfrau, dass dieses Kännchen ein Puddingkännchen sei. Weil sich mir allerdings der Sinn eines fingerhutgroßen Puddingkännchens nicht erschloss, berichtete ich ihr, dass ich meinen Pudding gemeinhin aus Tassen oder Schalen esse - wozu brauche ich dann ein Kännchen? Offensichtlich hatte ich mich damit als die größte lebende Ignorantin des roten Tupperwarepuddingkännchens geoutet, denn der Hass aus ihrer Stimme sprach zu mir, dass man damit ja wohl den Pudding in der Mikrowelle kochen würde, er brenne dann nicht mehr an. Essen könnte ich ihn, wie ich wollte.
Liebe Leser. Fassen wir kurz zusammen: Wer kocht Pudding in homöopathischen Dosen (oder in diesem Falle Kannen, haha... der miese Wortwitz sei mir verziehen!) in extra dafür gekauften, überteuerten roten Plastikkannen? Ich will noch nicht recht dahinter kommen, warum ich Geld für etwas ausgeben soll, was ich höchstens zwei mal im Jahr mache und wofür ich mit diesem Gerät mindestens vier mal so lange brauchen würde, die Zeit zum vierteln der Puddingkochangaben und des Puddingpulvers noch nicht inbegriffen!
Aber scheinbar gibt es Leute, die sich diese Mühe machen, denn sonst wäre dieses Puppenstubenpuddingkännchen nicht im Sortiment. Meine Tante zum Beispiel sprang der Tuppermutti sofort bei und versicherte mir, dass ihr Pudding, seitdem sie dieses Kännchen besitzen würde, noch nie angebrannt wäre. Auf meine Frage hin, wie oft sie seit dem Erwerb dieser Miniatur Pudding gekocht hätte, kam allerdings ein "Ein Mal." zurück. Das lässt tief Blicken.
Beim weiteren Erkunden der unergründlichen Weiten aus Plastik stießen wir auf den einzigen Lichtpunkt dieser Ausstellung! Es war ein Stand, an welchem Feuerzangenbowle und Glühwein verschenkt wurden. Meine Rettung nahte. Nach einem Glühwein sah die Tupperwelt schon viel bunter aus. Was allerdings auch am nächsten Stand gelegen haben könnte, denn dort präsentierte unsere personengebundene Tupperwarehostess uns eine neue Kollektion Dosen! In rot! Um-wer-fend! Und der Preis sei auch absolut in Ordnung, wirklich! Das ganze Seit zusammen ist zum Beispiel 4 Euro billiger, als wenn man die 12 Schachteln alle einzeln kauft! Na, wer da nicht zuschlägt, ist selber Schuld! Meine Mutter und meine Tante überschlugen sich fast vor Interessenbekundungen, ich ließ das 'über' weg und schlug mich lieber direkt gegen den Schädel. Der Grund: Dieses "brandneue" Set befindet sich bereits seit einigen Jahren im mütterlichen Haushalt. In blau. Wenn in Zukunft alles "brandneu" ist, was nur seine Farbe ändert, hat Tupperware zumindest immer die Chance, Monat für Monat "brandneue" Produkte auf den Markt zu schmeißen. Und in Anbetracht der Reaktionen meiner Angehörigen war mir in diesem Augenblick klar: Es ist völlig egal, wozu dieser Plastikkram gut sein könnte: Sobald die Tuppertante "brandneu" sagt, schlagen Mütterherzen offensichtlich höher.
An dieser Stelle eine kleine Küchenkunde: Die elterliche Küche ist nicht sonderlich groß. Sie hat zwar theoretisch ausreichend Schieber und Schränke, aber diese sind bereits alle komplett gefüllt. Natürlich ist vieles davon Tupperware. Zudem misst meine Mutter lediglich ca. 155cm, was schlecht ist, wenn viele Schränke einfach mal höher sind als 155cm plus ein ausgestreckter Arm. Ihren Einwurf, man könne ja doch Dinge auf die Schränke stellen, kann ich also nur mit einem mehr oder weniger kritisch-entsetztem Gesicht quittieren. Zudem kenne ich meinen Vater nun seit paarundzwanzig Jahren ganz gut. Ich weiß aus ettlichen Erfahrungen wie er reagiert, wenn meine Mutter mit Tupperkram ankommt. Ich weiß auch, dass auch er den Zustand unserer Küche kennt. Ich weiß allerdings nicht, ob meine Mutter in Situationen der plastikverklärten Verzückung noch so klar denken kann, dass sie das auch weiß.
Sämtliche Widerworte meinerseits fielen also nur bedingt auf fruchtbaren Boden. Falls mich die Tupperwareverkäuferin davor noch nicht gehasst hat, so tat sie es spätestens jetzt. Nur gut, dass der Heißgetränkestand direkt daneben war. Ich stieg von Glühwein sicherheitshalber direkt auf Feuerzangenbowle um. Wer weiß, was mich in den anderen Dreivierteln dieser Halle noch erwarten sollte.
Nun... ich behielt Recht. Nach wenigen Metern bereits ärgerte ich mich, dass ich nicht unter einem Vorwand gleich zwei Becher Feuerzangenbowle mitgenommen habe. Als die Dosenexpertin uns eine überdimensionierte Ausstechplatte für Ravioli (in wahnsinnig hässlichem hellgelb übrigens) anpries, regte sich der linke hintere Teil meines Studentenhirns und ließ mich sagen, dass die Dinger aus der Dose ohnehin besser schmecken. Und schneller gehen sie allemal. Und für selbstgemachte Ravioli werd' ich's ja wohl noch schaffen, dass bisschen Teig selber zusammenzubitzeln - wofür brauche ich dann eine derartige, platzintensive Ausstechplatte?
Ebenfalls besonders beeindruckend fand' ich ja einen Greifer zum Maultaschenformen. Ein Hilfsmittel für alle, die keine Gläser, mit denen sie aus dem Teig Kreise ausstanzen können, und Gabeln, mit denen sie den Teig um das darin verschlossene Essbare zusammendrücken können, haben. Na, Hauptsache, sie kaufen sich einen MaultaschenformerEine Erscheinung der besonderen Art sind diverse Schüsseln, Becher und dazugehörigen Utensilien einer bestimmten Reihe. Natürlich hat meine Mutter auch davon ein Schmuckstückchen in einem ihrer Schränke eingebastelt. Was so eigenartig daran ist? Die Farbkombination. Warum kommen Firmen allen Ernstes darauf, Dinge des täglichen Gebrauchs in der Farbkombination blau/grün zu machen? Bei uns hieß es früher immer "Grün und Blau geht dem Kasper seine Frau." (der Dativ winkt in diesem Falle dem Genitiv aus Reimtechnischen Gründen) - diesen Spruch bekamen nicht nur wir Kinder zu hören, wenn wir, laut unseren Eltern, mal wieder "unmöglich herumliefen". Zu Recht! Blau und grün, vor allem in dieser Tupperwarekombination, ist ungefähr genau so wie Öl und Wasser: geht nicht zusammen.
Nun eine Frage an alle mitlesenden Mütter und Väter mit schulpflichtigen Kindern: Wie oft verbummelt euer Sprössling Brotdosen und Trinkflaschen? Na? Wenn in der Grundschule auf den Meinigen kein Name gestanden hätte, wäre ich vermutlich immer ohne die Teile heimgekommen. Meine reizende Grundschullehrerin wurde allerdings irgendwie auch zu meiner persönlichen Brotdosenmitnahmeerinnererin. Später sah das anders aus, da ich weder mehr in der Grundschule war (cool!) noch meinen Namen in Brotdosen schreiben lies (uncool!). Resultat: Unzählige eingebüßte "Bemmensärge". Da wir derer drei Kinder daheim waren, kann man dieses Ergebnis ruhig noch mal multiplizieren, auch wenn meine große Schwester sorgfältiger ist als ich.
Warum ich das alles erzähle? Meine Tante war auf der krampfhaften Suche nach einer Brotdose. Als Weihnachtsgeschenk. Für ihren (O-Ton!) "Schwiegersohn in spe". Der ist 14! Was sie für Pläne hat... Na, mit 14 zumindest hatte ich nicht gerade meine auf-die-Brotbüchse-besonders-gut-aufpassen-Phase... Meine Mutter hätte vermutlich das Geld lieber direkt zum Fenster rausgeworfen, als mir eine überteuerte Tupperdose zu schenken. Ferner war man auf der Suche nach einer Trinkflasche. Natürlich auf Tupperware. Allerdings nicht etwa für einen Erwachsenen, sondern für eine Fünfjährige... Alles klar. "Tuppern" hat offenbar nichts mit nachdenken und Realismus, sondern eher mit so einer Art wahnartigem Kaufrausch zu tun. Darauf noch eine Feuerzangenbowle!

Von all diesen wunderbaren Dingen eingelullt beschloss meine Mutter, Anfang des kommenden Jahres eine Tupperparty zu machen. (Als ich dies auf Arbeit erzählte, meinte meine Kollegin in ihrem typischen Humor zu mir: "Tupperparties sind die Veranstaltungen, auf denen sich Frauen gegenseitig ihre Dosen zeigen." -- ich fand's lustig! Aber nun endgültig genug des flachen Humors.) Im Raum stand nur noch die Frage, wann dies geschehen wird. Entschieden wird das natürlich nach dem Wert des Gastgeberinnengeschenkes sowie einiger anderer Prämissen ("Wenn die eingeladenen soundsoviel kaufen bekommen Sie als Gastgeberin diese Schüssel um soundsoviel Euro günstiger"). Die entsprechenden Angebote der ersten Monate des Jahres 2010 waren auf gesonderten Tischen aufgebaut und ließen mich spontan an eine Rückkehr zum Feuerzangenbowlestand denken, denn abgesehen vom todschicken Maultaschenformer gab es riesige Schüsselsets, die man höchstens nach einem kompletten Hausbrand noch kaufen muss und das tolle, riesige Ravioliausstechbrett zur Bestechung... keine guten Aussichten. Spontan entschied sich meine Mutter für das Schüsselset (Tor 3... immerhin nicht der Zonk!). In diesem Monat gibt es dann nämlich das "brandneue" Schüsselset in rot noch günstiger. Vermutlich sind's dann 6 statt nur 4 Euro Rabatt.
Am Ausgang dann wieder eine ähnliche Prozedur wie am Eingang: Zettel mit Anschrift und diversen Fragen/Antworten ausfüllen. Da frage ich mich doch: Warum? Denken die, dass ich zwischen Eingang und Ausgang meine Besinnung und damit die Erinnerung an Namen und Anschrift verloren habe? So viel Feuerzangenbowle habe ich nun auch nicht getrunken! Oder wollen sie kontrollieren, ob jemand versucht, sie über Nacht heimlich im Plastikschüsselwunderland einschließen zu lassen?
Für das erfolgreiche Schreiben des eigenen Namens gab es dann auch noch eine Entschädigung. Man konnte wählen zwischen einem Kugelschreiber, mit dem man vorher noch (in Druckbuchstaben, bitte!) seinen Namen gemalt hat, oder einem Orangenschäler. Allein dieser Orangenschäler hat dem Tupper-Event die Krone aufgesetzt.
Ich möchte nicht zu persönlich werden, aber wie schält ihr Orangen? Ich kann nur von mir sprechen: Mit einem Messer mache ich Längsschnitte durch die Schale von Blüte zu Stiel, kappe dann den Kopf der Orange und ziehe die Schale ab. Fertig.

Tupperware scheint diese Methode des Orangenstriptease zu profan zu sein. Man entwarf eigens ein kleines Plastikgerät, welches einem diese Arbeit erleichtern soll. Auf der einen Seite ist es abgeflacht und soll dazu dienen, die furchen, die man Früher mit dem Messer gezogen hat, in die Schale zu ritzen. Auf der anderen Seite befindet sich eine Art Pflug, mit dem man die Furchen nachziehen soll. Weiter geht's dann per Hand.
Man kann sich vermutlich denken, mit welcher Methode man schneller ist. Ich kann das sagen, weil sich ein solcher Orangenschäler bereits in meinem Besitz befindet. Er schlummert ein tristes Dasein in einer Ecke der Besteckschublade. Diese Dinger sind so was von ungeeignet zum Orangenschälen! Das einzige, was man damit bekommt, sind nasse, klebrige Hände und eine zermatschte Orange. Dazu dauert es auch noch länger.
Natürlich, denn Tupperware ist ja, wie gesagt, eine völlig irreale Angelegenheit, haben meine Mutter und meine Tante freudestrahlend zum Orangenschäler gegriffen. Meine Mutter meinte, ihr wäre mal einer zerbrochen (!), für den sie jetzt Ersatz bekäme -- und meine Tante schoss mit folgenden Worten den Vogel ab: "Ich hab zwar schon drei, aber von Tupperware kann man ja nie genug bekommen."

Freitag, 18. Dezember 2009

Wird’s bald?

Kinders, es ist eine Woche vor Weihnachten, und die Stimmung lässt sowas von zu wünschen übrig... Anstelle im Mix aus Tannen- und Glühweinduft vor mich hin zu wabern, schone ich nicht nur meine muskelkatergeplagten Gliedmaßen, sondern hab mir wohl auch noch eine fiese Erkältung geholt bei meiner Auszeit auf dem Küchenfußboden.
Grrr. Jedenfalls ist zur Zeit meine Stimme eher nicht existent. Oder erotisch-heiser, wie man will :-)
Ich habs ja ohnehin nicht mit der Dekoration, allein schon, weil die sowieso wieder abgefetzt wird von meinen vierbeinigen Mitbewohnern. Deko fehlt also, wobei ich immerhin schon zwei Lichterketten nachgerüstet habe, die aber noch verpackt auf der Anrichte in der Küche liegen. Sie könnten sich auch mal n bisschen Mühe geben.
Insgesamt muss hier noch gewaltig was passieren bis nächste Woche um diese Zeit.
Auch hab ich noch nicht alle Geschenke... Ist doch immer das Gleiche. Eigentlich wollte ich längst mit dem ganzen Kram fertig sein... ach, menno.
Immerhin hat ein Trip zu Ik*a mir schon vor vier Wochen oder so eine Grundausrüstung an Geschenkpapier und -Band beschert, und Karten hab ich auch, beim vierbuchstabigen Discounter geschossen. Mit Engeln drauf.
Dafür ist das Geschenkpapier ziemlich unfeierlich: Weiß mit roten Tupfen. Und rot mit weißen Tupfen. Scheint sich um die Ik*a-Winterfarben zu handeln.
Im Gegensatz zu den Vorjahren hab ich aber in diesem Jahr kräftig selbst Hand angelegt bei der Anfertigung der Geschenke.
Außerdem muss ich noch überlegen, ob ich wohl einen Weihnachtsbaum haben möchte. Dagegen spricht, dass ich keinen Schmuck mehr habe und alles neu kaufen müsste (Außer ich beschränke mich auf 200 Lichterchen)... Dagegen sprechen auch sechzehn bekrallte, bemuskelte Katzenpfoten.
Dafür spricht...
Ach, ja... vielleicht würde das dann mal was.
Ist ja noch zwei, drei Tage Zeit bis dahin. Und ein klitzekleiner Weihnachtsbaum kann doch eigentlich gar nicht schaden, oder?

Was sagt ihr?

Donnerstag, 17. Dezember 2009

brumm

Heute schmerzt folgerichtig wirklich jede Faser in meinem Körper, und das führt zu ungeahnter Verlangsamung, wo ich normalerweise schon nicht grad der Springinsfeld bin.


Das einzig gute ist, dass auch meine Zunge schmerzt- so kann ich Bewegungsunfähigkeit wenigstens nicht mit mehr Essen kompensieren.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Glück gehabt

Die letzte Nacht hat eine Wiederauflage aller Dinge gebracht, die ich am Diabetes als kurzfristige Folgen so fürchte:

Ein erschrecktes Aufwachen aus unklaren Gründen aus einer Tiefschlafphase, orientierungsloses Durch-die-Wohnung-Irren, Erkennen der Symptome eines schweren Unterzuckers, hastiges Reinschaufeln von Kohlehydraten, während man schon merkt, dass das Hirn langsam abdreht, und dann eine unbekannte Zeit später ein Erwachen nach einem schweren Sturz, voller blauer Flecken, mit einem Zungenbiss und zitternden, schmerzenden Muskeln in jedem Körperteil von so einem beschissenen epileptischen Anfall.

Heute kann ich kaum sprechen, mir tut alles weh, ich kann keine Treppen steigen undes war nix mit duschen heut morgen, weil ich nicht in die Wanne kam.

Trotzdem Glück gehabt. Ich hätte mich bei dem Sturz auch richtig verletzen können.



Aber die Schnauze voll hab ich doch. Und mir graust vor dem Muskelkater morgen und übermorgen.

*geht schmollen*




Dienstag, 15. Dezember 2009

Schaut

sie euch alle, alle an- der Typ ist so genial, dass ich weinen könnte. Vor Lachen.

Hach... und wieder weg, Filmchen gucken

*schwurbel*

Bei Frau…äh…Mutti las ich, woher der Name stammt, den ihre Mutter trägt: Oma Eis heißt sie. Einst nach dem Mitbringsel für die Enkel benannt, hat sich der Name festgesetzt und ist geblieben, obwohl kein Eis sondern inzwischen Fleischwurst etc. die Enkelgaumen und –Mägen erfreut.


Meine kleine Oma nannten wir Oma Sand (weil dort eine Sandkiste war) und die andere hieß Oma Hansastraße (Das mag ich nicht erklären).

Eigentlich ist es schon verwirrend, dass wir Oma Sand auf sie/zu ihr sagten- denn diese Oma teilte mit uns das Haus, in dem wir lebten, und die Sandkiste war auch die unsere. Oma-zu-Haus wäre richtiger gewesen. Aber Kinder sind halt manchmal blöd.



Väter auch.

Der, dessen Lendenfrucht auch die meine ist (sprich: Der Vater meines Sohnes, hier noch nie erwähnt) hat jetzt bemerkt, dass er ein Problem damit hat, dass unser Sohn wieder bei mir wohnen wird. Einmal hat er ihn bei mir besucht. Zu diesem Anlass klingelte er, und als ich öffnete, lief er schnurstracks, ohne zu grüßen oder auch nur mit einem müden Arschrunzeln meine Anwesenheit zu registrieren an mir vorbei in das Zimmer des Lily-Sohns und verschanzte sich dort drinnen. Das passiert auf jeden Fall nicht wieder- aber wenn er sich anständig benimmt, lass ich ihn auch rein.

Das Problem hat also allein er. Mir ist es pfeifegal und brause, ob er oder der Würger von Wolfenbüttel bei mir einfallen. Solang der Würger sich zurück hält, heißt das.

Ich werde wohl keine Jubelperser beschäftigen, um ihm, also dem Lilysohnvater, Huldigungen darzubringen. Wozu auch? Er braucht aber auch nicht zu fürchten, dass ich ihn rausschmeiße, weil er in den letzten 28 Jahren nur ein bisschen Unterhalt gezahlt hat. Oder weil er, als zwischendurch seine Psyche absegelte, meinte, er müsse a) den WDR, b) Kardinal Hengsbach von Essen und c) die Stadtverwaltung per Brief darüber informieren, dass ich eine Hexe bin. (Ja, ich habs schriftlich. Bewundert mich. Und spendet, reichlich :D )

Jedenfalls scheint er sich inzwischen recht zu schämen über sein Verhalten in den letzten grob dreißig Jahren, seit er das Erscheinen eines blauen Streifens in einem Schwangerschaftstest als Startschuss in die unendliche Weite eines Studentenlebens genommen hat (Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Er hat ein schlechtes Gewissen!)

Doof find ich ihn trotzdem. Sagte ich schon, dass er 16 Jahre lang studiert hat, und jetzt so langsam anfängt zu meckern, warum das Lilykind nicht fertig wird? Und das, wo er seit 10 Jahren wirklich keinen einzigen Cent Unterhalt mehr gezahlt hat?

Anstatt das dumme Schwatzmaul zu halten, reißt er es auf, und riskiert, irgendwann mal von mir Prügel zu beziehen. Verbale, versteht sich, für alles andere ist mir meine Energie zu schade.

Zum Glück ist mein Sohn so stabil, dass er Kritik an seinem Erzeuger nicht persönlich nimmt. Wie sagte er heute? „Oha. Ich glaub, der will nach fast dreißig Jahren jetzt den Vater spielen. Den Zahn muss ich ihm aber ziehen.“

Und soll ich euch was sagen? Männer sind mir absolut, rundum und in toto vollkommen unverständlich. Ausnahmen gibt es, aber vielleicht drei oder vier auf der ganzen weiten Welt.

Die hab ich aber lieb.




Montag, 14. Dezember 2009

Around the world in 80 blogs, or: A Rose with scarcely a flower (but a lot of thorns)



 A few days ago Shannon from Everyday Stranger wrote, and I quote:

„On the same day, we will post about our lives in our parts of the prospective worlds, just a glimpse of what things are like in each little bubble that we blog from. We can connect, find something to tell others about our lives and our areas that maybe they never knew, and maybe for a day link the world up a bit. You read about my quiet little corner of Hampshire, but what about your areas? What is it like in your area, in your life? What is your day like, and what makes where you live so special to you?“


Oh yeah- My hometown. Capital of ugliness, but also of unsuspected beauty.
City of contrast. Small city, urban machine, country life nearby.
But take a look by yourself:



Suburban creativity


Urban tradition



One of the last of it's kind- a coking plant.

 

Too many malls, too little money.



Nature's resorts



The coking plant, main entrance, seamed with plane trees



              Plane trees along a suburban street




 Pastel colors, where grey is expected




 Incredulity



The most dangerous place for pedestrians in the whole town: This railway bridge.





"Plaster may fall off the wall!"





Plaster will fall off the wall.



 Off this wall, too.


Mother Earth's evensong

 

Oh, yes, and by the way: It's Bottrop

Sonntag, 13. Dezember 2009

So sah übrigens...

...das "Verfassen"-Fensterchen aus, bevor ich auf "Veröffentlichen" geklickt hab.
Genial, was Blogger draus gemacht hat.
Da krisch Plack!






 

Heute:








Fotos gemacht













und gebacken.

Die Fotos gibts morgen, die Baguette mit Schinken sind schon Vergangenheit.
Einen schönen Rest-Drittadvent :-)







Ich hab jetzt zum dritten Mal versucht, diese Fotos in einer halbwegs vernünftigen Größe und Platzierung hier anzubringen- aber dieses mistige "Verfassen"-Fensterchen ist ungefähr 20x 10 cm groß und hat somit überhaupt nichts mit dem späteren Layout zu tun, die Funktion "Vorschau" ist ein Fließtext in ca. 10 cm Breite (und ist genau so nützlich) und die früher mögliche Ansicht des Textes im Blogformat ist nicht mehr möglich. Deshalb bleibt das Posting jetzt so, wie es ist.

Da Fotos in der Regel größer sind als das "Verfassen"-Fenster, ist deren Verschieben nur mit Verrenken möglich, und die freie Größenformatierung geht schon gar nicht. Die zu Recht kritisierten langen Absatzabstände sind auch nicht freiwillig so, sondern ein Zufallsprodukt (d.h. ich war bisher zu blöd, um den dahinter liegenden Anlass zu verstehen). Man kann sie rausnehmen, wenn man in dem "HTML bearbeiten"-Funktionsfensterchen rumhackt- was ich demnächst versuchen werde, wenn ich merke, dass lange Absatzabstände im Text sind. 

Samstag, 12. Dezember 2009

Momentan nicht so ganz da


Kann grad nicht bloggen.


Muss dem neuen Trockner zusehen. Blinklichter. Und Signaltöne. Und Innenbeleuchtung. Und es steht Siemens drauf. Das sinnliche Erlebnis für die ganze Familie, präsentiert von Ihrer Russenmafia, Unterabteilung Kasachstan, Ortsverein Almaty.


Wenn ich nicht die Rückkehr in zivilisierte Kleiderpflegezustände (ohne Katzenhaar, und richtig trocken) feiere, dann stricke ich.
Und im Hintergrund tickt die Uhr. Die Weihnachtsuhr. Irgendein Unseliger hat der einen Schubs gegeben. Sie ist jedenfalls losgerast, und ich versuche, ihrer Herr zu werden bzw. mitzuhalten.
Aber Ach! Und Weh! Das Nichtenkind will kein Buch zu Weihnachten haben. Die Socken stricken sich nur langsam, was auch an der Nadelstärke 2 liegen kann, und mein neuestes Projekt mag ich nicht aus der Hand geben. Auch wenn das bedeutet, dass das Gesocke nicht vorwärts kommt.
Und morgen ist der dritte Advent.


On a totally unrelated basis läuft am Montag bei Shannon drüben ihre Aktion „Around the world in 80 blogs“, wofür ich mich an diesem Wochenende auf Pirsch begeben werde.
Es gab schon schönere Jahreszeiten, um das Ruhrgebiet zu fotografieren.
Aber sei’s drum!


Euch ein schönes Wochenende,




Donnerstag, 10. Dezember 2009

!Hair!


Paul hat hier sehr anschaulich und gut erforscht über Rasiersitten in der Paul’schen Familie referiert- und mich daran erinnert, dass frau auch so einige Körperstellen haarlos bekommen möchte, und dazu auch allerlei Hilfsmittel in Gebrauch nimmt.
Lasst uns ebenso historisch wie Paul ein wenig in der Zeit zurück schreiten und uns zunächst an das Bild erinnern, das uns die sechziger Jahre in die Netzhaut gebrannt haben.
Ein Damenbart galt als „rassig“, Frau war damals keine Frau ohne Pelz an strategischen Stellen, und manch eine war so hip, dass sie sich den Pelz sogar als Mantel anzog.
Zu deutsch: Auf manchem Foto und in noch viel, viel mehr Filmen aus dieser Zeit wallte und wolkte und lockte sich das Haar aus Kleidern, Blusen, Strümpfen- und landesweit aus jedem Slip.
Nacktfotos aus den sechziger und siebziger Jahren zeigen äußerst bebuschte Damen- selbige Bilder konnten bei pubertierenden Mädels mit spärlichem Anfängerinnen-Bewuchs schon für Komplexe sorgen. Darum wurden sie vermutlich auch vor uns versteckt. Gesehen haben wir sie trotzdem.
Mein lieber Herr Gesangverein... mehr mag ich dazu nicht sagen.


In den Siebzigern hab ich erstmals mitbekommen, dass manche Frauen sich die Beine rasierten. Irgendwie galt das als dekadent, jedenfalls tat man das nicht in meiner Familie. Kann sein, dass das auch daran lag, dass alle, alle blond waren. Ich auch, aber dunkelblond. Also krochen die Härchen durch die Nylonstrümpfe, und sahen hässlich aus. Ohne Strümpfe noch mehr, denn ich bin von blasser Hautfarbe. Und trotz des Gejammers meiner Mutter („Sie wachsen DUNKEL nach und sie wachsen überhaupt nach und struppig und viel, viel dichter!!“) kaufte ich eine Tube von dem Zeugs, von dem die Ausschläge kommen, und hüllte mich in seine ätzenden Ammoniakdämpfe.
Als die Rötung abgeklungen war, waren auch schon wieder Stoppeln zu sehen- Thema erstmal vertagt.
Nur Monate später hatte sich dann auch bis zu mir herumgesprochen, dass es von Eleganz und dem Bemühen um körperliche Hygiene zeugt, die Achseln haarlos zu bekommen. Gute Güte, dieses Enthaarungszeug ist die Hölle, wenn man anschließend Deo benutzt. Das musste beinahe verbunden werden. Aber ich war jung und hatte keine Ahnung. Auch nicht davon, dass eine gewisse Empfindlichkeit, die sich an den Beinen zeigt, in den Achseln normalerweise nicht geringer ausfällt.


In den nächsten Jahren unterblieb daher alles, was in diese Richtung unternommen werden konnte- bis ich mit meinem Mann zusammenzog, und feststellte, dass es Einmalrasierer gab. WOW!!! DIE Erfindung seit geschnittenem Brot.
Und so rasierte ich munter vor mich hin, im Sommer, zugegeben, mehr als im Winter, und dachte mir nichts böses dabei.
Einige Zeit und einen Mann später glaubte dieser, mir einen Gefallen zu tun, in dem er mir Unsere Liebe Frau von der Folternden Fraktion schenkte: Eine Epilady.
Heißa, das tat weh. Das tat WEH!!!.
Und bei jeder Benutzung tat das mehr weh, woraufhin dieses Ding im Müll landete.
Und Heißwachs in Erwägung gezogen wurde, das bis jetzt die komplettesten Ergebnisse bei vergleichsweise schmerzarmer Benutzung gezeigt hat. Aber... man heißwachst sich die Beine nicht mal eben so zwischendurch. Nein. Das ist was, was Zeit braucht- also gilt für den ganz normalen Alltag: Einmalrasierer olé.
Wobei ich immer noch nicht dahinter bin, warum die Dinger, wenn sie rosa sind, gleich einen ganzen Haufen mehr kosten, als wenn sie irgendeine Männerfarbe haben. Wtf??
Wenn „Lady“ dran steht, sind sie noch teurer, haben dicke Griffe (für pummelige, ungeschickte Weiberhände?? Das Duplo unter den Rasierern oder was?) und meist ein angeblich hautschonendes Zusatzzeugs dran. Forget it. Hier bleibts billig und no-name.


All diese Sachen und Zubehörteile sind jedoch nur begrenzt einsatzfähig, wenn es um die Haarlosigkeitsherausforderung der ausgehenden neunziger Jahre und des neuen Jahrtausends geht: Der sog. Brazilian setzt sich da durch. Begrifflich nicht immer sauber abgegrenzt, ist doch für viele klar, dass es sich um eine mehr oder minder komplette Haarlosigkeit „da-unten“ handelt.
Wer nie in der Badewanne gesessen, gelegen oder gestanden hat und versucht hat, ohne Amputation sensibler Körperteile sich der „dort unten“ wachsenden Hautanhanggebilde zu entledigen, der hat was verpasst. Manches Mal schien mir, ich hätte die Wahl zwischen Ertrinken und Verbluten, aber sei’s drum: Wer schön will sein, muss leiden. Wobei ich finde, dass es kaum etwas Wartungsintensiveres gibt, als so einen selbstgebissenen Brasilianer. Jeden zweiten Tag muss ordentlich nachgebessert werden, sonst juckt es gottserbärmlich.
Also, da stehen wir, gründlich glatt rasiert von Hals bis Fuß, und lesen dann mit Staunen und weit aufgerissenen Augen, dass man solche mehr oder minder vollständigen „Da-unten“-Enthaarungen auch -in Studios (von Fremden! Die dafür bezahlt werden, jemand anderem... achdenkenwirliebernichtdrübernach) machen lassen kann. Unwillkürlich fragt man sich, wie da wohl wer dran kommen will, und warum man sich das freiwillig antun sollte, wo man doch schon so ungern zum Gyn geht- und dann erfährt man, dass sowas tatsächlich gewachst wird. Mit Wachs. Und Wachs. Und aua.
Und dann wird man ganz nostalgisch,und wünscht sich die 60er Jahre zurück. Aber auf der Stelle.




Haarige Grüße,




Mittwoch, 9. Dezember 2009

On a day like this

Heute war wieder so ein Tag.

Ab Mittags frei (nicht wirklich übel). Zu Hause angekommen, steht das Wäschewaschwasser anderer Leute (wwwAL) in meiner Spüle, Oberkante Überlauf, und ekelt so vor sich hin- schon übler.
Zum zweiten Mal den Vermieter informiert und um dringende Benachrichtigung eines Rohrdienstleisters gebeten- naja. Bei dem Gespräch schon mal angedeutet, dass ich, nach der ersten Benachrichtigung am Freitag, davon ausgegangen bin dass sich das Thema erledigt hat- dass aber die Brühe in meiner Wasch- und in meiner Spülmaschine steht, und dass ich hoffe, dass nichts davon Schaden genommen hat. In der Folge betroffenheitsbedingte Schweigesekunde und Absenken der vermieterlichen Stimmlage um eine kleine Terz registriert. Mit Befriedigung, wie ich gestehen muss.
Dann mit dem Rohrservice selbst telefoniert, der sein Bedauern ausdrückt, die Nachbarn dieser Etage nicht erreicht zu haben. Nicht etwa, weil er sonst das Rohr nicht freikriegt, sondern weil vielleicht die Brühe aus deren Spüle kommt, wenn er Druck aufs Rohr gibt. Ist mir, ehrlich gesagt, ganz furchtbar schnuppe.
Ich verspreche aber, den Nachbarn einen Zettel an die Tür zu pappen. Ich kenn die Leute nicht, es ist die vierte Partei in der Nebenwohnung, seit ich hier lebe.
Während ich durchs Haus renne, Zettel anbringe und alle Leute, die ich antreffe, um Abschalten ihrer Wasch- und Spülmaschinen bitte, höre ich ein unheilvolles Gluckern und boshaftes Blubbern aus den Rohren.
Die sind aber auch wirklich sensibel hier, die Rohre.
Und meine Spüle ist wieder vollgelaufen. Ich schätze, da ist wer außer Haus, und hat zuvor seiner Waschmaschine treuhänderisch das Waschen übertragen.

Irgendwann hat es sich ausgeblubbert, die Brühe ist langsam im Abfluss versunken, und ich mache mich auf den Weg, um den am Montag gebraucht geschossenen Wäschetrockner abzuholen. Meine eigene Wäsche krieg ich noch auf so einem Gestell getrocknet, aber ab Weihnachten sind wir zu zweit hier. Das geht dann nicht mehr, und einen (Wäsche-)Keller oder andere Trockenmöglichkeit gibt es hier nicht. Katzenhaare kriegt man auch nicht besonders gut nur mit Waschen von den Klamotten. Ergo musste ein neuer Trockner her. Von Elektro-Eb*y, wie schon mit dem Geschirrspüler angetestet.
Halb fünf ins Auto, Kind vom Bahnhof geholt (allein krieg ich so einen Trockner nicht ins Auto. Und sich drauf verlassen, dass der Verkäufer mit hilft ist leichtsinnig, der Geschirrspüler z.B stand im zweiten Stock eines Mikro- Siedlungshauses in Oer-Erkenschwick-West, und Besitzer war eine kleine alte Dame- da is nix mit Anpacken. Das Treppenhaus trug das Prädikat "besonders steil und eng". Sowas hab ich außerhalb von Hühnerställen noch nicht gesehen.)
Kind also geholt, auch ab ins Auto, und dann ab zum Verkäufer, diesmal nach Bottrop-Süd, und dort geklingelt, woraufhin niemand öffnet.
Megaübel.
Telefonnummer? Hm. Handy fängt mit H wie Wohnung an, und da liegt es auch.

Eine Viertelstunde nach der verabredeten Zeit, das Lilykind wird ungeduldig und die Lily muss aufs Klo, fahren wir zur Lily nach Hause, dort ist ja auch das Handy.
Ein hörbar peinlich berührter Verkäufer gesteht, uns vergessen zu haben. Ist ganz einfach, ich hab ja auch erst heut morgen den Termin festgemacht.
Grrrr.
Neuen Termin für Freitag Nachmittag verabredet.
Kind wieder ins Auto gesetzt, und einmal quer durchs Ruhrgebiet gefahren, um den hilfsbereiten und gut erzogenen Sohn zurück in seine Stadt zu bringen.
Auf dem Rückweg ist an der üblichen Stelle ein längerer Stau als letzte Woche noch. Da ist es sonst zweispurig, diesmal haben wir noch eine Spur, und der Reißverschluss ist was, was das Volk hier meint, erzwingen (wirklich erzwingen) zu dürfen. Ich bin aber- nach 20 Minuten für 1,5 Kilometer- schon obermegasauer, und will mich nicht zwingen lassen.
Der BMW-Fahrer-W...er neben mir lernt dann, dass es bei einem 16 Jahre alten Auto nicht mehr sehr drauf ankommt, ob da einer eine Beule reinmacht oder nicht. Jedenfalls entnimmt er das (zu Recht) aus meiner Fahrweise, die sich durch eklatantes nicht-nach-rechts-Gucken auszeichnet, und verzichtet dann doch lieber darauf, sich noch vor mich zu setzen. Wäre er stehen geblieben oder hätte er irgendwie gezögert, hätte ich ihn reingelassen. Vermutlich. Vielleicht. Eventuell.
Vielleicht war er ja auch im Recht. Keine Ahnung.
Aber ich hatte schlechte Laune, schlechtere als er.

Ich mag jetzt Feierabend haben, und nichts mehr gluckern hören.
Verstanden, da oben?

Morgen früh kommt der Installationsonkel, irgendwann. Und ich hab wieder einen Tag Urlaub.
Ich glaube, morgen muss ich Wolle kaufen, zur Entschädigung.

Der Katzenbrüller schlechthin :-)

Dienstag, 8. Dezember 2009

Diverses, mal wieder

--Wer hier öfter liest, hat vielleicht mitbekommen, dass die ein oder andere Eintragung in der Sidebar verrutscht bzw. verschwunden ist- ich versuche derzeit, das Ganze optisch ein bisschen zu entladen.


Schwierig ist, dass ich zu Hause einen Monitor der Klasse Widescreen habe. Da das Textfeld nicht festgezurrt ist, sondern sich der Monitorbreite anpassen kann, wirken zu Hause weder die Beiträge wer weiß wie lang, noch ist die Darstellung insgesamt irgendwie gedrängt- letztens hab ich jedoch mal genau hingesehen, als ich im Büro (rein zufällig, versteht sich  ) die Seite geöffnet habe.

Und hui, ist das voll hier.

Bildchen oben, Bildchen in der Mitte, und noch mehr Bildchen links.

Das Ganze auch noch bunt.

Waah.

Alles bisschen viel. Ich werde mich also dran machen und in der nächsten Zeit das ein oder andere ausprobieren. Und ich bitte um Meldung, wenn was Augenkrebs macht oder abscheulich aussieht.





-- Wenn ich nach draußen schaue, glaub ich den Klimaforschern ohne weiteres, dass es mit dem Wetter bergab geht- hier ist es seit gefühlten 10 Tagen nicht mehr hell geworden. Apokalypse now? Hat die nicht Zeit bis nach Weihnachten?

Ach, früher war alles besser, selbst das schlechte Wetter.





-- Das Sockenstrickvirus hat mich fest im Griff. Ich hab noch vier unangebrochene Sockenprojekte (in Gestalt von jeweils hundert Gramm Wolle), die alle noch vor Weihnachten fertig werden wollen. Darunter zum Glück nur eines mit dieser ganz besonders dünnen Wolle. Denn so gern ich Socken stricke- mehr als zwei Abende für einen Socken mag ich derzeit nicht verplanen.

Nächstes Projekt: Bumerangferse. Vielleicht krieg ich im Netz noch eine etwas einleuchtendere Anleitung als die, die in dem Buch von der Schwester der Nichte der Oma…





-- Operation Keksebacken am Sonntag war ein voller Erfolg. Nach ungefähr einer Stunde waren der Sohn und ich dem Erbrechen nahe (es fehlte die Oma, die uns hätte sagen können, dass roher Teig so ungesund ist… warum wird das eigentlich behauptet? Mal abgesehen von Tod durch Überfressen- was soll an Teig so ungenießbar oder unerfreulich sein? Gibt’s Erkenntnisse??), also, uns war übel, und wir mochten keine Kuvertüre mehr sehen und keinen Mürbeteig mehr vom Löffel lecken.

Es gab Spritzgebäck, von einem Kilo Mehl, 500 g Butter und so. Die Hälfte davon wurde mit geschmolzener Schokolade vermischt. Eigentlich sollten die daraus gewonnenen Kekse dann jeweils zu zweit mit Marmelade aneinandergepappt und noch mal in Schokolade getunkt werden- allein der Gedanke daran hat aber für Alarm auf meinem Blutzuckermessgerät gesorgt, also gibt’s dieses Jahr weißes und dunkles Spritzgebäck, ganz ohne Marmelade. Und von dem hellen Gebäck ist auch nur ein Bruchteil mit Schokoladenüberzug versehen.



Dann gab es noch Haselnusskekse auf einer Art Baiserbasis.

Wobei Haselnusskekse nicht ganz richtig ist. Eigentlich war laut Rezept ursprünglich ausschließlich die Verwendung von Hasel- und keiner anderen Sorte Nüsse vorgesehen, aber sie sind meiner Rezeptänderungsmanie zum Opfer gefallen. Ich kann einfach nicht ein Rezept so machen, wie es irgendwo geschrieben steht oder mir erklärt wird. Einmal vielleicht- dann muss –MUSS- ich es ändern.

Also hab ich ein Drittel der gemahlenen Haselnüsse durch gemahlene Mandeln ersetzt, und anstelle der krönenden Haselnuss bappt jetzt eine halbe Walnuss auf jedem Plätzchen.

Das Rezept geht (in der Lily-Variante) so:



Drei-Nüsschen-Kekse (ca. 80 Stück) (der Name ist auch von mir)



Ofen auf 125- 150 ° C vorheizen


Bleche mit Backpapier belegen und bereitstellen



6 Eiweiß steif schlagen

500 g Puderzucker nach und nach hinzugeben

¼ der Masse abnehmen und in einer Schüssel beiseite stellen

½ Fläschchen Bittermandelaroma oder ½ TL Zimt der Masse hinzufügen (Zimt mag nicht jeder)

400 g gemahlene Haselnüsse und 200 g gemahlene Mandeln mit der Masse verrühren.

Walnusshälften (fertig geknackte) bereit stellen- 1 Packung reicht.


Dann mit einem kleinen Löffel jeweils etwas Masse nehmen und zu ca. walnussgroßen Kugeln rollen. Diese auf dem Backpapier plattdrücken (auf gut ½ cm Dicke).

Bleche belegen, dann auf jeden Keks einen kleinen Klecks von der zu Anfang beiseite gestellten Eiweiß-Masse aufsetzen. Jeweils eine halbe Walnuss darauf setzen und etwas andrücken.

In den Ofen für ca. 30 Minuten. Die Kekse trocknen eher als dass sie backen, daher kann man ganz gut an einem vorne auf dem Blech liegenden Exemplar feststellen, ob sie schon gut sind- sie werden fester, wenn man sie vorsichtig anfasst. Die Farbe ändert sich kaum.



Sie machen tatsächlich satt, man glaubts kaum. Und haben bestimmt eine Melone Kolonien.



Aus den Eigelben mache ich Pfannkuchen, oder Vanillekipferln. Damit besteche ich dann meinen Diabetologen.

In diesem Sinne, verregnete Grüße

von



Montag, 7. Dezember 2009

Lily zu Gast bei...

Holger, und zwar ab 9:00 Uhr heute.
Geht mal rüber:-)

Sonntag, 6. Dezember 2009

weia

Es wird schon, oder: Der Räuber, und seine Beute.
























Na, was fixieren wir denn da?






















Hallo, Meise!
:-)

Der schwarze Rahmen ist der Rahmen des Todes ein Überbleibsel vom Bildverkleinern mit Irfanview. Ich wär dankbar für Tipps, wie man den weg bekommt. Bei mir dauert das Tage, bis ich irgendwann wutentbrannt aufgebe.
Danke, Bea!!!!

Und hier ein tadaa: 





Na sehn Sie. Wird doch.


Schönen zweiten Advent,





 

Samstag, 5. Dezember 2009

Ich hab dich nicht gewollt, Teil 2





Das schreit nach einer Fortsetzung, findet ihr nicht auch? An so ziemlich jeder Ecke könnte ich einhaken, und weiter berichten- was ich hiermit tue. (Alle Verwendungen von „tun“, die für sich allein stehen, tun mir weh <---diese hier zwar nicht, aber da heißt das ja auch „weh tun“)


Ich erhoffe mir so viel von der nächsten Zeit mit meinem Sohn- ein bisschen Gelegenheit, was wieder gut zu machen, ein wenig die Chance, etwas Positives in unserer beider Leben zu bringen, in mancher Beziehung etwas Nachreifen, für uns beide.
Wir fangen jetzt schon mal an- morgen treffen wir uns zum Plätzchenbacken. Das haben wir nur einmal gemacht, vor 18? Jahren, und ich fands schrecklich. Wahrscheinlich, weil ich das nur getan hab, weil „man“ es so mit seinen Kindern macht. Wegen der guten Erinnerung und so. Oh Mann, was glaubt man doch für eine Scheiße.
Natürlich ist es wichtiger, eine gute aktuelle Beziehung mit seinen Kindern zu haben als ausgerechnet mit Ende 20 Plätzchen zu backen und Weihnachtsrituale zu etablieren.
Die Bäckerei wird jedoch veranstaltet, weil ich ganz gern mal backe, und er was lernen soll, und weil wir beide Lust auf Spritzgebäck haben.
(Btw: Weiß wer, wie man einen angerosteten Fleischwolf wieder backtauglich kriegt? Spülmaschine hat nicht viel gebracht, und eingefettet hab ich ihn- ohne sinnvolles Ergebnis. Ich glaub, ich schieb da nachher mal ordentlich Probeteig durch)


Eine gute Beziehung haben wir, das hat mir das Nachdenken über das letzte Posting gezeigt- sofern das bei uns beiden überhaupt geht, ist das sogar eine vertrauensvolle Beziehung. Denn obwohl wir beide gern und viel reden, erfährt man von uns nicht ohne weiteres, was wirklich wichtig ist, und da sind wir unglückseligerweise erstgradig verwandt.
Also, jede Menge zu tun :-)


On a totally unrelated basis gibt’s da noch die Beziehung zu meinen Eltern.
Weiland vor einem Jahr, nach dem Vorfall, den ich in Teil eins geschildert hab, war ich so unglaublich sauer- ein bisschen was davon spiegelt sich sogar in einigen eurer Kommentare :-). Ich hab einige Zeit geschäumt vor Zorn. So- und dann hab ich mir überlegt, was ich mit dem Zorn anfange? Wohin mit der Wut? Bomben werfen? Riesenfamilienkrach vom Zaun brechen? Nie wieder mit meiner Mutter sprechen?
Nach und nach, mit dem allmählichen Sacken der Geschichte, hab ich ein bisschen Gas rausgenommen.
Denn- zu dem Zeitpunkt, als die ganze Geschichte geschah, war ich 17, und meine Mutter war 39. Neununddreißig- sieben Jahre jünger als ich es heute bin, die Lily, die ich mir hier auch herausnehme, mir über vieles im Unklaren zu sein, Fehler zu machen und Emotionen und Bedürfnissen die Zügel schießen zu lassen. Die manchmal laut jammert, dass das Leben keine Stützräder mehr hat (Danke, S :-))
Dass sich Erwachsene bedürftig wie die Kinder verhalten, ist heute normal. So furchtbar normal, dass man es heute als sein gutes Recht ansieht, seinen infantilen Erwartungen an das Leben gnadenlos nachzugeben, und zum Beispiel vielfach gern den Arsch nicht mehr hochkriegt, um auch nur die Basics für seine Kinder sicherzustellen.
Das fängt beim Aufzeigen von Grenzen an. Das nicht zu tun, ist ein Nachgeben gegen die Faulheit des Augenblicks, notdürftig kaschiert durch „Wir sind ja so gute Freunde, mein Kind und ich“. Es rächt sich, spätestens wenn die Kinder keine Autorität mehr respektieren. Aber es beruht ursprünglich darauf, dass die Eltern einfach nicht in der Lage sind, ihre Bedürfnisse nach „liebgehabt werden“ auch mal nicht erfüllt zu kriegen.
Kinder finden ihre Freunde im Kindergarten, in der Schule und auf dem Spielplatz. Zu Hause brauchen sie Eltern, die auch mal Verantwortung übernehmen, die was aushalten, die stabil und verlässlich Liebe und Werte und so einen Kram vermitteln.
Dass ich das so gut weiß, liegt daran, dass ich während der gesamten Kindererziehungszeit mit meinen eigenen kindlichen Bedürfnissen im Clinch gelegen habe. Wie oft hätte ich dies oder jenes tun, sagen oder durchsetzen sollen- aber es war wichtiger, eigenen Dingen Raum zu geben.
Klar, ein gesunder Egoismus bei Eltern ist auch wichtig, denn Kinder sind keinesfalls der Mittelpunkt des Universums. Wenn sie das nicht zu Haus lernen, dann spätestens in der Schule- wer sein Kind liebt, macht es schon vorher mal damit vertraut.
Ein vermeintlich egoistisches „Jetzt erfülle ich erstmal meine eigenen Bedürfnisse nach Ruhe und Schlaf, sonst dreh ich durch“ ist für mich okay.
Ein „Geh Fernsehen, ich will nicht gezwungen sein, mit dir zu spielen“ ist nicht okay.
Dazwischen kommts auf die Situation an.
Wo war ich? Ach ja.
Mir selbst hab ich also all diese Rechte eingeräumt, auch das des Irrtums, auch das der Bequemlichkeit (oft genug...), und meine Mutter soll sehen, wo sie bleibt?
Das ist schon irgendwie ungerecht... Das hat sie definitiv nicht verdient. So, wie ich sie kenne, wie ich sie als Erwachsene kennen gelernt habe, hat sie ihr Bestes getan. Jahrzehntelang, für vier Kinder und ein Enkelkind. Mehr war nicht möglich. Das habe ich zu akzeptieren- ob es mir passt oder nicht.
Und im übrigen: Ab einem gewissen Alter muss man leider die Verantwortung für sein Leben selbst übernehmen, sofern man nicht derart intellektuell herausgefordert ist, dass man kaum seinen Namen buchstabieren kann.
Das kann ich nun nicht ins Feld führen. Ich hab dreimal meinen Namen gewechselt, und kann sie noch alle schreiben, und es waren komplizierte Namen dabei. Also. Für alles das, was ich nicht erreicht habe, sollte niemand den Kopf hinhalten, außer mir selbst- ich bin nicht das Opfer wirklich schwerer kindheitlicher Traumata. Es war nicht alles optimal. Aber das ist es bei niemandem.


Das gehört auch zum Loslassen können: Den Eltern nicht länger die Verantwortung zu schieben für das, was wir selbst in der Hand haben.
Wenn das klar ist, kann man auch klarer sehen, was die Verantwortung für das Leben der eigenen Kinder angeht, und sich irgendwann daraus verabschieden.




In diesem Sinne:
Einen schönen zweiten Advent.
Und danke fürs Zuhören :-)









Freitag, 4. Dezember 2009

Verschiedenes, und Stricken.


Du weißt, dass du wirklich ein armes Schwein bist, wenn






dein Stalker fremdgeht




deine Frau mit dem Gerichtsvollzieher durchgegangen ist




du extra deine Katze vom Schreibtisch schubst, damit du hier aufschreiben kannst, dass du zu blöd bist, Socken zu stricken (oder eher: Zu faul).


Mein Versuch, für den besten Freund von allen ein paar warme, kreischbunte (<---kann ich gut!) und zum In-Socken-Rumlaufen geeignete Socken zu stricken, war bis jetzt von wenig Erfolg gekrönt. Viermal hab ich das Begonnene schon wieder aufgemacht, weil es entweder zu locker gestrickt war (2 mal), die Konstruktion erhebliche Mängel aufwies (einmal) und, als letztes, ich mich geschämt hätte, diese ...Säcke als Socken auszugeben.
Wiewohl Sack und Socke vermutlich sprachwissenschaftlich gesehen aus derselben Ecke kommen, wären diese merkwürdig verformten Fußhüllen eine Beleidigung gewesen- wer solche Füße hat, hat auch einen Schwanz und Hörner noch dazu. Plus eine Mistgabel, um die Seelen derer, die da unwürdige Socken stricken, wieder zurück zu schubsen ins Fegefeuer.
Nun gab dann gestern die Lily-Mutter mir ein Nadelspiel in erheblich dünner als vorher, und ich bin nun guter Dinge, dass das Projekt in diesem Jahr noch etwas wird. Wenn es auch so ist, dass man mit dünneren Nadeln mehr stricken muss, um die gleiche Fläche abzudecken. Aber es wird sich zeigen, inwieweit sich das auf die Passform auswirkt.
Stricktechnisch ist es gut, wenn man, so wie ich, mehrere Sachen gleichzeitig in Arbeit hat. Frustriert einen gerade der Armausschnitt am Pullover, kann man ein wenig geistloses Sockenstricken einschieben, und umgekehrt.
Am besten ist aber Schal, weil man Schal auch kann, wenn im Fernsehen was läuft, was man tatsächlich sehen (und nicht nur hören) will. Zwei rechts, zwei links, zwei fallenlassen.


Heute darf ich erneut einen Tag zu Hause bleiben, da der Lily-Vermieter jemanden vorbei schickt, der mir--- tadaaaa--- die Heizkörper entlüftet. Geschickt ausgedacht, um einmal jährlich in alle Räume zu kommen? Oder bin ich just a little bit paranoid?
Egal. Urlaubstage in der Vorweihnachtszeit kommen gut.
Euch einen schönen Tag,




Mittwoch, 2. Dezember 2009

Wer mich liebt

findet die Tasche originell.











































Alle anderen behalten ihre Meinung bitte für sich- der Tag war schlimm genug.

Montag, 30. November 2009

Ich hab dich nicht gewollt, mein Kind

So heißt ein Buch, das ich vor einigen Jahren gekauft und gelesen hab. Ich weiß gar nicht, ob ich es noch habe- gelesen hab ich es mit einem Auge, immer auf dem Sprung.

Den Inhalt kann man sich vorstellen, eine Mutter erzählt ihrer Tochter, dass sie sie nicht gewollt hat. Hart, aber ehrlich (doofe Worte, aber mir fallen keine anderen ein).

Das Thema ungewollte Schwangerschaft löst bei mir Hirnlähme aus, und Ausweichverhalten und Weglaufenwollen. Wer’s nicht glaubt (aber warum sollte das wer nicht glauben) braucht nur hier und heute zu lesen, oder auch zu schauen wie ich hier sitze, zappelig und aufgeregt. Viel zu aufgeregt für ein Thema, das vor 30 Jahren anfing, mir mein Leben zu diktieren.

Noch sieben oder acht Monate, dann ist er wirklich dreißig Jahre her: Der Tag, an dem ich schwanger wurde. Trotz Pille, nach einem Magen-Darm-Infekt, wie ich vermute (aber nicht mehr sicher rekonstruieren kann).

Der erste Verdacht wurde von mir noch mit dem Kindsvater geteilt, den das nicht weiter interessierte. Der Beipackzettel der Pille verhieß, dass es sich auch nur um eine hormonelle Abweichung handeln könne, und empfahl das energische Abwarten.

Der zweite Monat, der ereignislos verstrich, brachte mich zum Kauf eines Schwangerschaftstests, und in der Folge zum Arzt, der das Ergebnis bestätigte. Den Kindsvater schien auch das nicht weiter zu erschüttern, dachte ich jedenfalls (ich hab nie wieder einem Partner mitgeteilt, wenn ich befürchtet habe, schwanger zu sein. Das habe ich immer allein geregelt)

Bevor ich es aber meinen Eltern verklickern konnte, hatte der Kindsvater es schon den seinen gesteckt- die daraufhin meine informierten, und ihren Sohn weg schafften, damit das zarte Bübchen nicht länger das schädliche Lily-Miasma einatmen musste. (Das bedeutet, ich hab ihn das letzte Mal gesehen, als ich ungefähr in der achten Woche schwanger war. Und dann noch mal, auf der Abiturfeier unseres Sohnes)

Von da an ging alles sehr schnell.

Die Erinnerung an die folgenden Gespräche mit den „betroffenen“ Großeltern ist für mich hinter einer dicken Scheibe aus Zorn, Angst, Ungläubigkeit und Fassungslosigkeit verschlossen. Ich komm nicht dran, es ist alles sehr indirekt und verschwommen, und übertüncht von vermeintlich geschuldeter Dankbarkeit.

Andere Leute übernahmen, entschieden, und sorgten dafür, dass ich nicht auf die Idee kam, eventuell eigene Entscheidungen zu treffen. Dazu hätte ich mir eine Meinung bilden müssen, und dazu wiederum hätte man mir zubilligen müssen, dazu in der Lage zu sein.

Aber ich war minderjährig.

Was einige der Entscheider zu der Auffassung bewog, dass ich nicht mal berechtigt sei, selbst über meine Zukunft zu entscheiden.

Diese Einstellung wiederum ist auf soviel verschiedene Arten falsch, dass mir die Worte immer noch fehlen. Worte fehlen, aber ich spüre, wie mir das Frühstück mehrerer Jahre wieder hoch kommt.


Binnen kürzester Zeit war alles, was mein Leben betraf, fest vermauert und geregelt- ich würde das Kind kriegen, ich würde nicht heiraten, und ich würde meine Schule weiter machen. Anschließend würde ich einen Beruf ergreifen- letzteres wurde nicht gesagt, aber von mir erwartet. Auch Siebzehnjährige können unausgesprochene Erwartungen noch spüren, und ich war immer ein angepasstes Kind.

//Schnitt//

Von Zeit zu Zeit hat meine Mutter in den letzten 30 Jahren höchst befriedigt aus der Wäsche geschaut, und gesagt: „Dieses Kind (also das Lilykind) war ein Segen für unsere Familie“. Und ich hab das jeweils unangezweifelt im Raum stehen lassen bis…



Bis.

Bis ungefähr vor einem Jahr.

Da kamen wir gesprächsweise auf Abtreibung, und gerieten flugs in eine Auseinandersetzung darüber. Da ich durchs Autofahren bei der Gelegenheit ein bisschen abgelenkt war, schlug die Diskussion eine Richtung und ein Tempo ein, die ich, unabgelenkt, nicht zugelassen hätte.

Binnen fünf Minuten hatten wir einen heftigen Streit.

Ich bin entschiedene Befürworterin des Rechtes einer jeden Frau, selbst und ausschließlich allein entscheiden zu können, ob sie ein Kind bekommen will oder nicht.

Nach Ansicht meiner Mutter gehört Abtreibung verboten, wenn sie auch Ausnahmen einräumt.

Irgendwann im Lauf der Diskussion, die immer lauter geriet, schaute sie wieder so entsetzlich zufrieden drein und sprach erneut die Worte vom „Segen für die Familie“.

Da bin ich ganz gewaltig aus den Schuhen gekommen, Autobahn hin oder her, und hab sie angeranzt, wie sie denn, verdammt, auf das schmale Brett kommt- ein Segen??

Sie hat das aber einfach nur immer wieder wiederholt, und ich hab immer wieder gesagt, und nachher schon fast geschrien: Für euch vielleicht, für mich aber nicht.

Sie hat nicht zugehört, sondern immer und immer wieder dasselbe gesagt…



Bis ich irgendwann gefragt habe, worin denn dieser verfickte Segen bestanden habe?



Woraufhin sie herausplatzte mit: „Hättest du das Kind nicht bekommen, wärst du zum Studium weggegangen und wärst nie wieder gekommen und das hätte ich nicht ertragen“

Ich glaube, sie weiß bis heute nicht, wie knapp sie einem schweren Unfall entgangen ist.

Mir wurde wirklich schwarz vor Augen, und mich hat ein Zorn überschwemmt, der auch heute noch dicht unter der Oberfläche liegt und schnell bereit ist, überzulaufen.



Da lag also der Hund begraben- die ganze Geschichte kam ihr womöglich damals ganz gut zupass, denn sie brauchte auf diese Weise nicht auf ihre älteste Tochter zu verzichten??

Kein Wunder, dass mir so bereitwillig und schnell jegliche Verantwortung abgenommen (und abgesprochen) wurde.

Kein Wunder, dass sie lange Zeit gerne die Betreuung meines Sohnes übernommen hat, wenn ich zur Schule ging oder arbeiten musste.

Kein Wunder auch, dass ich bis heute das Muttersein mit Gefangensein gleichsetze.



Aus diversen Mommyblogs und Büchern, aus Erzählungen und Geschichten weiß ich, dass es Frauen gibt, die das Kinderhaben genießen (natürlich nicht jede Minute- aber die Grundidee).

Das hab ich nie verstanden, weil ich jede- jede einzelne!- Minute gehasst habe.

Ich beneide die Kinder dieser Frauen darum, dass sie geliebte Kinder sind. Das bedeutet nicht, dass mein Sohn nicht geliebt ist. Oder vielleicht doch. Das weiß ich einfach nicht. Ich habe ihn nicht geschlagen, er hatte immer genug zu essen, ein Dach überm Kopf und im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten auch Spielzeug, Technik, Urlaube. Ich weiß selbst, wie arm sich das anhört, aber positiveres habe ich nicht zu berichten.

Wie eine Mutter hab ich mich höchst selten gefühlt, eigentlich immer mehr wie eine ältere Schwester, deren Bedürfnisse kontinuierlich ignoriert werden dürfen, weil sie irgendwo unterschrieben hat, ohne zu wissen, was sie tut.

Solange mein Sohn auf der Welt ist, hab ich ihn älter gemacht, als er ist (derzeit berichte ich auf Nachfrage, er würde dreißig. Dabei ist er achtundzwanzig). Vielleicht mit dem Hintergrund, ihn schneller erwachsen zu sehen.

Gleichzeitig habe ich immer Entschuldigungen dafür gefunden, dass er nicht so vorwärts kommt, was sein Studium betrifft, wie es seiner Begabung entspräche.

Ich bin mir alles andere als sicher, welche unausgesprochenen Botschaften ich ihm vermittle- denn vermutlich signalisiere ich ihm auf irgendeiner Ebene, dass er mich bloß nicht in die Unabhängigkeit (meine und seine) verlassen soll. Er wiederum zeigt mir durch Misserfolge und Versagen an einigen Stellen, dass ich etwas falsch mache/gemacht habe- zumindest interpretiere ich das so.

Es scheint ein Teufelskreis zu sein und ich finde keinen Ausweg aus dem Gefühl, unentrinnbar in einem tiefen Loch voller klebrigster Verantwortung zu stecken.

Für die Ewigkeit, so wie es scheint.



//Schnitt//



In sechs oder sieben Monaten ist es dreißig Jahre her, dass ich schwanger wurde.



Ende Dezember zieht mein Sohn wieder bei mir ein. Mir ist nämlich das Geld ausgegangen für seinen Unterhalt.

Bis er dreißig ist, werde ich ihn noch unterstützen, und zusammen mit ihm versuchen, einen Ausweg zu finden aus diesem Loch, und ich will versuchen, ihm die Erlaubnis und den Tritt zu geben, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, und meines wirklich nur noch für mich alleine zu führen.



Danach? Will ich dieses elende Kapitel ein für alle Mal abgeschlossen haben.

Sonntag, 29. November 2009

Spontan und lecker: Resteverwertung

Lilys Zimt-Müsli-Nichtse


4 Eier
170 g Zucker
300 g rosinenfreies, zuckerfreies Müsli
1 TL Zimt


















Eier trennen, Eiweiß steifschlagen. Zucker einrieseln lassen, Zimt hinzufügen. Löffelweise das Müsli einrühren, dann ca. 40 kleine Häufchen auf Backpapier aufs Blech (oder das papierbelegte Rost) häufeln, bei 170 ° im Umluftofen solang backen, bis die Häufelchen sich einfach so vom Papier abnehmen lassen (ausprobieren- dauert so ca. 15-20 Minuten).
Diese Nichtse sind so leicht wie Baiser, aber haben ein bisschen was zum Kauen drin:-) Und sind nicht so hart wie Haferkekse.




Von dem Eigelb kann man dann Zimtsterne backen, oder, unbegabtere Zeitgenossen so wie ich, Zimtsteine. Da die bei mir immer betonhart werden, kommt hier kein Rezept dazu!
















Hm....

Eilmeldung


Es puckert.
Der Abfluss in der Küche macht wieder Zicken, wie immer, wenn neue Leute eingezogen sind ins Haus.
Noch puckert es nur aus den Tiefen des Rohres... und das Wasser läuft noch ab, wenn auch zögernd. Ich hab schon meine Geheimmischung aus Spülmittel und kochendem Wasser eingesetzt, das hilft gerade bei Küchenabflüssen immer vorzüglich. Zudem kann man dann leicht feststellen, ob der eigene Siphon an der Verstopfung teilhat (nein, wird komplett und bis zur Wand knallheiß). Wenn das Zeug drin ist, muss es ein bisschen einweichen, weshalb Sonntag morgen keine schlechte Zeit ist für diese Aktion. Außer mir scheint hier alles noch zu schlafen :-)
Ich werde nur zu allen Heiligen der Abflussrohre beten, dass es keine wirkliche Verstopfung wird. Das wär nämlich schlecht- ich hab noch zwei Maschinen Wäsche zu waschen und zwei Maschinen Geschirr zu spülen. Sonst gibt’s heut nichts zu essen, und morgen nichts zum Anziehen.

Betet mit mir:-)




Statistik

Heute seit vier Wochen rauchfrei.
Seit zehn Tagen ohne Medikamente.
Nicht zugenommen (sagt meine Jeans, die Referenz-Jeans)
Einen Teil der Kosten für die Medikamente hat tatsächlich die Kasse bezahlt.

Viele Dinge sind hier grad im Wachsen und Werden.
Als da seien:
Drei Paar Socken, zu stricken.
Ein Kapuzenschaldings, auch zu stricken. Extrem dünne Wolle, ein üppiger Rest Kid-Mohair aus den achtziger Jahren in mint (!)
Ein Pullover, immer noch der von letzter Woche, das Rückenteil ist fast fertig, das Vorderteil schon ganz
Eine Tasche, die ich komplett frei Schnauze aus verschiedenen, rein nach Farbe zusammengekauften Filzgarnen stricke. Sie hat merkwürdige Laschen und Knopflöcher und ist überwiegend rot, lila und pink, und wird nach der Fertigstellung in der Waschmaschine gewaschen und damit gefilzt.
Ich habe keine Ahnung, ob das nicht ein teures Fiasko wird- aber es ist enorm toll, etwas zu tun, was nicht passen muss, wo nicht gezählt wird, sondern einfach gestrickt, und wo ich, wenn ich möchte, mal eben noch ein bisschen blassrosa Wolle dazwischen packe. Einfach mal wirklich was Kreatives tun, und nicht nach Anleitung. Das hat was:-)
Von Muttern hab ich einen Tadel bekommen, weil die Socken, die ich angefangen hatte, alle wegen zu groß gewählter Nadeln zu locker waren und zu formlos. Seufz.






Aber es ist eine tolle Sache, seine Herbstabende so zu verbringen.
Ne Kanne Tee, was zu tun in den Fingern, und Musik hören oder ein Hörbuch. Oder auch einen Film. Leider kann ich den Film dann meist wirklich  nur hören- denn blind stricken kann ich zwar, aber nicht mit Muster.
Einen schönen Sonntag wünsch ich,








PS: Hat vielleicht jemand eine Idee, warum ich keinen Sound von Youtube mehr hören kann? Das Headset funktioniert, zumindest bei Winamp, aber Youtube bleibt komplett stumm.




Samstag, 28. November 2009

For no one







Your day breaks, your mind aches
You find that all her words of kindness linger on
When she no longer needs you

She wakes up, she makes up
She takes her time and doesn't feel she has to hurry
She no longer needs you

And in her eyes you see nothing
No sign of love behind the tears
Cried for no one
A love that should have lasted years

You want her, you need her
And yet you don't believe her when she says her love is dead
You think she needs you

And in her eyes you see nothing
No sign of love behind the tears
Cried for no one
A love that should have lasted years

You stay home, she goes out
She says that long ago she knew someone but now he's gone
She doesn't need him

Your day breaks, your mind aches
There will be times when all the things she said will fill your head
You won't forget her

And in her eyes you see nothing
No sign of love behind the tears
Cried for no one
A love that should have lasted years