Mittwoch, 26. September 2012

Der zweitbeste Text (recycelt, aber ungebrochen)

Die Moritat von der Braut mit dem Schönheitsfehler
 Leut, eilt herbei, lasst euch berichten
 die allerseltsamsten Geschichten.
Schimären, ungeheuer hässlich,
und Sünden (alles, doch nicht läßlich)
 hiervon will ich erzählen heut
 und darum kommt herbei, Ihr Leut!

War einst ein Mädel wunderbar
 mit blond gelocktem Wallehaar
 Hatt’ Händ’ und Füßlein, wie geschnitzt
 von einem Schnitzer, der gewitzt,
 Hatt’ Äuglein voll Juwelenglanz
 tat biegen sich sehr schön im Tanz.

 Auch ihre Seele war so rein
 wie eine Seele kann nur sein,
 Die Engel schmerzte ihr Gesang
 weil dieser nun mal schöner klang,
 und selbst die Sonn am Himmel schmollt’
 ist’s Mägdelein doch gut wie Gold.

 Strebsam, eifrig, klug und tüchtig,
 sportlich, lieb, nicht eifersüchtig,
 witzig, hübsch und außerdem
 für keine Arbeit zu bequem.
 So war sie. Echt jetzt. Ehre-schwöre!

 Doch, geneigter Hörer, höre:
 Tat sie einen Kaufmann freien?
 Einem Graf ihr Herze leihen?
 Nahm sie einen Rittersmann,
 der mit ihr durch die Mitte rann?
 Hatt’ sie Verehrer landesweit,
 die um sie kämpften, stets bereit?

 Nein, gute Leute, nein und neiner-
 von diesen Männern nahm sie keiner.
 Ein jeder rannt’, ob dumm, ob schlauer
 durch Hagelsturm und Eisesschauer.
 Es flohen Helden und Monarchen...

 vor ihrem ungeheuren Schnarchen.

 Und die Moral der Ballalade?
 Es ist einfach furchtbar schade,
 wenn straff der Körper, Schicht um Schicht-
 nur das Gaumensegel nicht.

 Mit zäpfchenzitternden Grüßen

 Eure Lily, die dies vor gut drei Jahren schon mal gepostet hat... zu mehr bin ich derzeit nicht in der Lage.

Kommentare:

Paula hat gesagt…

Na sowas, der Herbst scheint zum Dichten zu animieren. Klasse Text!
Ich krieg nur Limericks zustande.

Weiter gute Besserung!

Georg hat gesagt…

Trotzdem gern gelesen. Danke

Anonym hat gesagt…

Scharf!!