Samstag, 1. September 2012

Text

Seit gestern hab ich Urlaub. Und ich hoffe und bete, dass es diesmal nicht so schrecklich wird wie beim letzten Mal... denn obwohl ich mir ein oder zwei Löcher in den Bauch freue, bei der Aussicht auf ein paar freie Tage, bekommt mir das Freihaben so überhaupt nicht. In der Regel lass ich sofort alle sinnvollen, den Tag strukturierenden Dinge weg und versinke in einer anarchischen, chaotischen Geisteshaltung, die sich durch intensives Rumhängen und Extrem-Couching auszeichnet. Das macht mich zuverlässig sehr unzufrieden, und spätestens nach zwei Tagen zerreibt mir das die letzte Motivation, irgendwas in Angriff zu nehmen. Am besten bekommen mir Arbeitsurlaube mit einem festen Ziel, möglichst von anderen gesetzt. Denn meine eigenen Ziele erreiche ich normalerweise nicht- darauf (und nur darauf) kann ich mich verlassen.
Ansonsten sehe ich, wie die Tage schwinden und immer schneller vergehen. Und schwupps- da isser wieder, der Alltag.
Gruselig und kaum erträglich war es im letzten Jahr an Weihnachten, und auch der ein oder andere dazwischen geschobene freie Tag war nicht besser. 
Es ist in etwa so, wie mit einem Auto mit kaputter Lichtmaschine unterwegs zu sein. Ich kann die Batterie jede Nacht an den Schnelllader hängen, so richtig dasselbe ist es nicht. Urlaubserholung bleibt also aus, das Abschalten sowieso.
Und, Überraschung!  es bringt gar nichts, sich deswegen Vorwürfe zu machen.
Nun hab ich derzeit einen Arbeitsplatz, an dem ich das, was ich zu tun hab, gut schaffe, und wo mir auch nichts liegen bleibt. Mehr könnte ich schaffen, wenn ich mich besser konzentrieren könnte und die Flüchtigkeitsfehler in den Griff bekäme...  Trotzdem hat der erste freie Tag gestern einen üblen Einfluss auf meine Verdauung gehabt, und in unseliger Erinnerung meiner früheren Arbeit hat wieder die Panik eingesetzt, irgendetwas vergessen/falsch gemacht/verbummelt zu haben. Ganz genau zu wissen, dass es so nicht ist, hat überhaupt keine Wirkung gezeigt.
Gestern abend bin ich, zum ersten Mal seit Wochen, nicht um neun im Bett gewesen, weil ich nicht müde war. Leider war dann aber an Schlaf gar nicht zu denken, weshalb ich gegen halb drei wieder aufgestanden bin. In ein paar Stunden kommt mein Sohn, wir wollen zusammen in den Baumarkt, danach werde ich mich hinlegen (müssen). Eine gute Chance besteht, dass auch dieser Tag ein verschluderter und vergeblicher wird.
Das ist hier alles ziemlich zusammenhanglos, was natürlich am Schlafmangel liegt, denn obwohl ich das Gefühl habe, nicht schlafen zu können, ist mein Gehirn müde. Es hat leider meinen Körper noch nicht überzeugt, dass es besser wäre, ein bisschen die Augen zu zu machen.
Sowas kommt wahrscheinlich auch  davon, dass ich immer noch den Eindruck habe, dass mir der frühe Morgen ganz allein gehört, und niemand von mir erwartet, in dieser Zeit etwas anderes zu tun als zu lesen, zu schreiben oder ein bisschen am Rechner zu daddeln. Im Gegenteil: Ein um diese Zeit röhrender Staubsauger hat mit Sicherheit Konsequenzen unangenehmer Art. Den Tag dann zu verdösen ist eine logische Folge davon.
Problem erkannt, Problem gebannt?
Mitnichten.
Das nennt man ausbleibende Lernkurve...

findet die Lily, die immer noch höchst verblüfft darüber ist, dass man ein gut funktionierendes Hirn haben und trotzdem dumm wie Brot sein kann.



Kommentare:

Paula hat gesagt…

Moin! Rhythmus halten, ganz wichtig, zur selben Zeit Aufstehen wie sonst und möglichst zur selben Zeit ins Bett gehen, da fühle ich mich am besten. Nicht nur im Urlaub, sondern auch am Wochenende.
Jetzt muss ich nur noch schaffen, das zu tun was ich mir vorgenommen habe, und nicht irgendwas anderes....Seufz.

Schönen Samstag!

Womble hat gesagt…

Das ist alles weder etwas worauf man stolz sein kann, NOCH etwas wofür man sich schämen müsste.
Letzteres schonmal gaaarnich, wa?
Sobald du ENDLICH gerafft hast, das diese Zeit dir gehört, ist alles gut.
(...und wenn du das geschafft hast, sag mir wie du das gemacht hast)
Du hast Urlaub, und du darfst rumhängen. Sich allerdings dafür selbst an den Pranger zu stellen, das gehört nicht zum klassischen Verständnis des Wortes "Urlaub".
Sieh zu, dass du Spaß hast...das ist das wichtigste.
Alles andere...sinnvolle Tätigkeiten, prduktives Handeln, ...das ist Arbeit und von der hast du gerade.... genau.... Urlaub. :-)))))

Womble hat gesagt…

...ich hatte ein "o" vergessen, hier ist es: o

Falcon hat gesagt…

Du glaubst gar nicht, wie wir in unserem Urlaub herum gehangen haben - allen vorherigen guten Vorsätzen zum Trotz. Es ist Dein Urlaub, da darfst Du tun oder auch lassen, was immer Du willst. Und ein schlechtes Gewissen deswegen ist absolut unnötig!

Paula hat gesagt…

Womble hat Recht, Spaß haben ist gut im Urlaub, aber Spaß kann auch geplant werden. Hier ein paar von außen vorgegeben Ziele, eine To Do Liste für Deinen Urlaub, bitte zu 50% abarbeiten, mehr ist sowieso nicht realistisch:

Samstag Vormittag: Baumarkt
mittags: Essen
nachmittags: eine Runde im Wald laufen, Baumarktprodukte zusammenbauen
abends: Essen, Couch, Bloggen, Lesen, TV
nachts: schlafen

Sonntag Vormittag: Frühstück,
Spülmaschine füllen, Küche gründlich putzen, Essen für Abend vorbereiten

Sonntag Mittag: Imbiss und Nickerchen
Sonntagnachmittag: Fototour im Wald oder jemand im Garten besuchen
Sonntagabend: Essen, Couch, Bloggen, Lesen, TV
nachts: schlafen

Montag Vormittag: Frühstück, Schreibtisch Korrespondenz und Ablage
Montag Mittag: Essen, Küche aufräumen, Katzenklos, Nickerchen
Montag Nachmittag: Einkauf bei IKEA, ALDI, C&A was Schönes kaufen
Montag Abend: Essen, Couch, TV, Bloggen, Lesen
nachts: schlafen

Dienstag Vormittag: Frühstück, Waschmaschine füllen, Wäsche bügeln, Bad putzen

Dienstag Mittag: Essen, Kuchen backen, Nickerchen
Dienstag Nachmittag: Kaffeeklatsch mit XY (eingeladen)
Dienstag Abend: Essen, Couch, Bloggen,Lesen, TV
nachts: schlafen

Mittwoch: Frühstück, Ausflug mit Auto nach da wo es schön ist, Waldspaziergang mit Fototour
Mittwoch Mittag: Essen im Restaurant oder Imbiss
Mittwoch Abend: Couch, TV, Bloggen, Lesen
nachts: schlafen

Oder weigere Dich einfach das alles zu tun und mach was Du willst. Du hast noch 'ne ganze Woche Zeit, für Dich, wie toll ist das denn?

P. (zwinker!)

Lily hat gesagt…

Vielen lieben Dank für Eure Kommentare! Vor allem für den Stundenplan, besteste Paula von allen. Gut gefällt mir das Schlafen jede Nacht ;-))
Ihr habt natürlich Recht. Es ist mein Urlaub, und wenn ich ihn nicht auch zum Abhängen und für Schönes nutze, dann hab ich ihn wahrscheinlich gar nicht verdient. Meine Planung sieht jetzt jeden Morgen ein, zwei Stunden Hausarbeit und sowas vor, und danach- Pause!!Einseinself.
Hat gestern schon ganz gut geklappt.
Ha.

Kate hat gesagt…

Wenn du in deinem Urlaub ans Meer gefahren wärst (oder irgendwo anders hin), würdest du da gar nicht drüber nachdenken! Da wär der Stundenplan dann: aufstehen, frühstücken, ans Meer legen, essen, ans Meer legen, essen, schlafen! Schlechtes Gewissen??? nöööö!!!
Urlaub zu Hause kann toll sein, aber auch gefährlich! Ich mach da auch gerne Sachen, zu denen ich sonst nicht komme (und da gehört mit Sicherheit auch haushaltstechnisches zu) aaaber: (und das muss ich auch noch lernen) Urlaub ist zum Erholen da! Womble hat Recht!!!
Das Problem ist nur, dass man dann meint, man müsste jetzt total produktiv sein weil man ja Zeit hat aber das soll ja kein Stress werden!
Schwierig ist es bei dir im Moment nur, weil du dir selber so nen Druck machst und von daher ist so ein Stundenplan mit bisschen Produktivem vielleicht nicht verkehrt...aber erhol dich bitte auch und genieß es!!!

In diesem Sinne: einen wunderschönen Tag!!!