Manchmal sucht man als Blogger seine Themen, manchmal fallen sie einen regelrecht an, und manchmal klaut man eine gute Idee von jemand anderem.
Im Zweifel hat der sie auch schon geklaut- und wen störts, wenn man sich das Posting von jemand anderem zum Anlass nimmt, ein ähnliches Thema mit eigenen Mitteln zu bearbeiten? Dies ist vielleicht dein Thema, aber dafür mein Hammer, mein Meißel, und meine Stichsäge. Jawoll. Und deshalb ist das Stück selbst geschnitzter Dackel, was dabei zum Vorschein kam, auch mein Dackel, und nicht deiner.
Hunde mal beiseite, immer wieder sind Ausflüge in die Statistik-Ergebnisse recht beliebt.
Und man könnte beinahe glauben, ich wäre eine richtige Frau, wenn man sich anschaut, was da so alles gesucht wird, und zu welchen Themen ich etwas geschrieben haben soll.
Stets und immer wieder beliebt scheint blogorrhoe zu sein, wenn es um Kleider geht. Nicht irgendwelche Kleider, Gott behüte. Nein. Die ganz speziellen, besonderen und seltenen Stücke, gekennzeichnet durch folgende Suchworte:
Folterkleidung (Mein Hüfthalter bringt dich um! Ha! HAHAHA!!! Stirb, Schurke! Aber gesteh vorher!)
Dederon Kittel (Das hört sich nach DDR-Nylon an. Finde ich.)
Ich trage gern Hüfthalter und Kittel, bekennt da jemand, und findet kurz danach schon Gesellschaft bei dem, der „Frau im Kittel“ gegoogelt hat. War das nicht Frau im Spiegel?
Prima, vielleicht sollte ich „Partnersuche im Internet für TrägerInnen absonderlicher Kleidung“ zu den Spezialitäten meiner Seite hinzufügen.
Vermutlich schlagen ähnliche (wenn auch biologisch-technisch nicht ganz unbeeinflusste) Herzen in den Busen desjenigen, der „Katheter Badeanzug Girl“ und derjenigen, die „Samenstränge Hemd Maschinenbau“ gegoogelt haben. Also, mein Sinn für Humor sagt, dass das gut passt. Gebt mir eure IP, und ich bring euch zusammen, Kinders!
Aus der Ecke „Besser essen mit Lily“ (Wieder so ein urweibliches Thema!) wollten sich die bedienen, die „Oh tempura, oh mores“ und den All time Klassiker „Putenbrustbraten“ suchten- Ja, Tempura ist was zu Essen. Im Gegensatz zu tempora im eigentlichen Wortlaut dieses Zitats.
Und der Putenbrustbraten ist zwar ein Garant für zwei, drei Treffer am Tag, aber so langsam könntet ihr mal nach dem Linsenlecker suchen, ihr Banausen.
Weitere weibliche Schwerpunkte vermutete, wer hier landete mit den Suchtermini „Pflasterreste von Socken entfernen“ (uäääh.) „Treppen reinigen nass aufziehen“ und „Amerikanische Küchengardinen“. Mal ehrlich. Hab ich n Hausfrauenblog oder was?
Ab sofort wird hier nur noch über das Liebesleben der Tsetsefliege referiert, und nicht mehr übers Fensterputzen. Menno. Echt jetzt.
Also.
Klamotten- check. Kochen- ham wer auch, sowie ein paar Ratgeber, wie man die Höhle schmückt und die Fledermäuse fernhält- alle Steinzeitweiberklischees sind angesprochen.
Alle? Alle, bis auf eines. Bis auf das, was angeblich 90 % des Internets ausmacht (die restlichen 10 % sind Trojaner, und gefakete Gewinnbenachrichtigungen):
Der SEX. Der richtige SEX. So mit Körpern und so. Mit schwitzenden Leuten und zerwühlter Kleidung. Mit blindem Verlangen, das alle Zivilisation zum Teufel schickt, uns alle Kenntnisse aus dem Schädel treibt, und nur noch eins gelten lässt: SÄÄÄÄÄX. Öh- Nöh. SEEEEEX.
Aber zum Glück (bin ja so erleichtert...) haben wir da auch wen, der was gesucht hat und bei mir fündig wurde... Ja. Er wollte es wissen. Von mir. Von mir, der Spezialistin für erotische Szenen, der Frau mit der heißen Schreibe...
Er wollte wissen....
„was ist neklischee“
Und das Tragische ist: Fragen wir uns das nicht alle? Irgendwann?
Lily,
die sich überlegt, ob nicht doch mehr Sex auf die Seite gehört. Damit die Suchworte witziger werden.
Dienstag, 4. August 2009
Treffer
Alles so schön bunt hier!
Eine weitere Nacht wie die zum Montag hätte ich nicht ausgehalten, ohne ernsthafte Brüche in meinen sozialen Beziehungen fürchten zu müssen.
Bevor ich also in die Gefahr geraten konnte, mein Konterfei mit der Unterschrift: „Ist im Büro Amok gelaufen, ohne ausreichende Begründung durch Egoshooter“ an diversen Wänden hängen zu sehen, hab ich beschlossen, was gegen diesen Husten zu besorgen.
Die Apothekerin meinte, ich solle bloß nachts nichts nehmen, was den Husten löst, wenn ich nicht vorhätte, die ganze Nacht über zu husten, was nicht der Fall war.
Also gab sie mir was zum Stillen des Hustenreizes.
Das hat nicht nur den Husten still gelegt, sondern die ganze Lily.
Ich bin um viertel vor elf gestern Abend ausgegangen wie eine Kerze, und habe heute Morgen so gründlich verschlafen wie nicht mal gestern Morgen.
Es war ein bisschen so, als hätte man mir was Schweres auf den Kopf fallen lassen. Beispielsweise eine Waschmaschine.
Gehustet habe ich, zumindest bewusst, kein bisschen.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich geatmet habe, wenn auch die Beweislage (ich sitz hier und tippe) das durchaus nahe legt.
Echt gutes Zeug verticken sie hier in den Apotheken, das muss man sagen.
Es schmeckt nur ziemlich ekelig. Ungefähr so, wie ich mir einen Löffel konzentrierten, von einem Anfänger hergestellten Vanillins vorstelle. Irgendwie süß, aber nicht wirklich schmackhaft, mit einem Hauch von „Könnte lecker sein, wenn man das mit einem Waggon Wasser verdünnte“.
Brrr.
Aber solange mich das daran hindert, Fakten zu schaffen, die mich mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt und auf die Titelseite der B*ld-Zeitung bringen: Immer her damit.
Dezent pfeifend.
Lily
Montag, 3. August 2009
Immer die passende Werbung zur Hand.
Schnell sind die ja, die Jungs von Google-Werbung. Ich frag mich nur, welches Wort in dem vorigen Posting diese Anzeige ausgelöst hat.
I tell you why I don’t like Mondays.
Noch Sonntag…
22.00 Uhr
Erkältet sein.
22.08 Uhr
Keine Luft kriegen, weil die Bronchien pfeifen.
22.10 Uhr
Nicht einschlafen können, weil man husten muss, sobald man liegt.
22.14 Uhr
Das Kopfende des Bettes aufrichten, damit man wenigstens etwas leichter atmen kann. Macht aber einen krummen Rücken, der dann weh tut.
22.34 Uhr
Den Ventilator einschalten, damit das Rauschen des Rotors das Lungenpfeifen übertönt.
01.00 Uhr bis 04.00 Uhr
Jede Stunde wach werden, entweder, weil man hustet, oder weil man mal wieder zum Klo rennen muss- ein Infekt heißt immer auch: Hohe Blutzucker.
05.00 Uhr
Das letzte Mal um fünf Uhr wach werden, und dann, um sechs, den Wecker überhören und bis sieben Uhr -endlich etwas tiefer- schlafen. VERschlafen, um genau zu sein.
07.11 Uhr
In der Wanne beim Duschen um ein Haar ausrutschen.
07.15 Uhr
Emily dabei erwischen, wie sie neben das Klo kackt.
07.43 Uhr
Alles geht anschließend gut, bis kurz vorm Büro. Da fällt dann auf, dass das Portemonnaie zu Hause liegt. Samt Geld, versteht sich, was die Mittagsverpflegung gefährdet.
07.50 Uhr
Im Büro sitzen ein paar Kollegen, soeben aus dem Urlaub zurück, und unterhalten sich lautstark beim Kaffee.
Schlecht gelaunt mag man sich nicht mal dazu stellen, und geht in sein Zimmer. Arbeiten. Nicht ohne vorher, beim Kaffeeholen, misstrauisch beäugt zu werden (Hat die was? Was is’n mit der los? Dienstgeiles Kollegenschwein, oder was?)
07.55 Uhr
Lautstarkes Unterhalten stört beim Arbeiten. Wütendes Rumgemecker verkneift man sich jedoch lieber, wenn man eh beschissen drauf ist. Das geht meist schief.
08.15 Uhr
Letzte noch fehlende Kollegin rauscht um die Ecke, und sieht aus wie ein erbostes Mutterschwein.
Vergleichsweise hochroter Kopf, zusammen gekniffene Augen und Lippen, letztere auch noch mit herabgezogenen Mundwinkeln. Also entweder war das ein mega-mieses Wochenende, oder sie freut sich kein bisschen, mich zu sehen.
11 Uhr
Die drei Stunden sind irgendwie verdampft, spurlos. Erstes Aufschauen von den Akten seit Dienstbeginn, und ich lese die innerdienstlichen Mitteilungen.
Im Intranet steht, dass die Leute, die die gleiche Ausbildung wie ich machen, sich jetzt „Bachelor of Laws“ nennen dürfen, „Junggesellen des Gesetzes“, streng genommen. Das machts nicht besser..
11.13 Uhr
Soeben von draußen zurück, wo ich eine geraucht und meinen Lungen den Rest gegeben habe. Die können jetzt vierstimmig pfeifen. Mit sich selbst. Das soll mal einer nachmachen.
11.20 Uhr
Ein netter Mensch ruft an, und ich stelle fest: Sooo schlecht ist meine Laune gar nicht…
Trotzdem. Montage sind, alles in allem, nicht mein Ding.
Sonntag, 2. August 2009
Gute Vorsätze
wie man hier sehen kann.
Das da auf dem Bild sind ca. 9 BE. Zwei Scheiben Vollkorntoast, sind drei, und 100 g zuckerfreies Müsli, mit Milch, sind sechs BE. Gegessen habe ich nur das Müsli, danach war ich satt. Aber trotzdem- es sind gute 90 g Kohlenhydrate, diese 9 Broteinheiten. Meine Großmutter, weiland in den Achtzigern, war auf 11 BE "eingestellt", d.h. sie bekam eine feste Menge Insulin "zugeteilt" und konnte nur eingeschränkt essen. Die Insulindosis an das Essen anpassen ging nicht, denn das Insulin, welches sie bekam, war ein Mischinsulin, das den Basalbedarf (Grund-Versorgung mit Insulin, ohne die bei Mahlzeiten zugeführten Kohlehydrate zu berücksichtigen) und den durch Essen erzeugten Insulinbedarf gleichermaßen abdeckte. Das hört sich praktisch an, ist es aber nicht. Denn die Wirkungskurve eines solchen Insulins diktiert, wann der Patient Hunger zu haben hat und Nahrung zu sich nehmen muss. Isst man dann nicht, weil mans noch nicht runterkriegt, fällt man vielleicht schlicht um.
Einfach später spritzen, weil man noch keinen Hunger hat, geht auch nicht, denn dann fehlt der Basalanteil, und der Blutzucker steigt, ohne dass man was gegessen haben muss dafür.
Da hat man es heute als Typ 1 Diabetiker besser, weil diesen beiden unterschiedlichen Bedarfslagen, also Sockel- oder Basalrate und dem Mahlzeiteninsulin, inzwischen auch verschiedene Insulinpräparate, oder aber Pumpen, entgegengesetzt werden.
Zumindest für uns Einser ist somit dem Einheitendilemma Einhalt geboten.
Es ist schon was feines, wenn solche bösen Fallen ausgehebelt werden, man essen kann, wenn man hungrig ist- und man auf die ganz normalen Nickeligkeiten zurück geschraubt wird, die sich ergeben, wenn man versucht, als Mensch mit lediglich plumpen Methoden einen feinen Regelkreis von Hormonen nachzuahmen.
Eine besondere Nickeligkeit ist die lokale Resistenz.
Bei konstanter Abgabe von Insulin in kleinsten Mengen, wie es bei der Pumpe der Fall ist, kann sich, nach ausreichend langer Zeit, in der der Katheter an einer Stelle sitzt, eine lokale Resistenz bilden. Dann wirkt das Insulin weniger oder gar nicht mehr.
Abhilfe bietet ein Wechsel des Katheters, der ohnehin nach ein bis zwei Tagen gewechselt werden muss, und damit verbunden ein Wechsel der Kathetereinstichstelle.
Sonst kann man sich einen Wolf drücken- das Zeug wirkt einfach nicht mehr zuverlässig. Zum Korrigieren des Blutzuckers, wenn ich grad unterwegs bin und den Katheter nicht wechseln kann, hab ich dann meinen Insulinpen zur Hand. Es gibt auch eine generelle Resistenz, wenn der Körper, durch verschiedene Einflüsse, allgemein weniger oder schlechter auf das Insulin reagiert. Stress wird da diskutiert, eine gewisse Rolle hat auf jeden Fall Übergewicht, und auch beim Hungern oder bei Infekten ist die Insulinwirkung oft vermindert.
Ansonsten ist die Wirkung verändert, wenn man sich bewegt, wenn die Sonne scheint, wenn man gut drauf ist, ganz typisch auch gestaltet sich eine unterschiedliche Wirkung je nach Tageszeit, und, bei Frauen manchmal, im Verlauf des Zyklus. Das kriegt man mit der Zeit raus.
Durch die Erfahrung mit der Pumpe war ich also mit den lokalen Resistenzen durchaus vertraut, kann man sagen. Oft zu meinem entschiedenen Missvergnügen, denn diese Katheter sind recht teuer, gute 12 € je Stück, und auch wenn die Kasse das erstattet: Vorstrecken muss ich das erstmal.
So, und dann war ich vor 14 Tagen bei meiner neuen Diabetesberaterin, die sich die Spritzstellen/Katheterklebstellen auf meinem Bauch mal angeschaut hat.
Schnellwirkendes Insulin spritzt man in den Bauch, langsam wirkendes in die Oberschenkel, das hat mit der unterschiedlichen Aufnahme des Zeugs an verschiedenen Stellen zu tun.
Aufpassen muss man, damit man weder Narben, noch Muttermale, noch oberflächlich verlaufende Blutgefäße erwischt. So, wie ich am Anfang gespritzt habe, durch die Jeans ins Bein, auch das Mahlzeiteninsulin, das würd ich heute nicht mehr machen. Aber man lernt. Nicht wahr?
Jedenfalls schaute sie sich meinen Bauch an, der unter meiner Schwangerschaft vor endlosen Jahren sehr gelitten hat, wie das bei vielen sehr jungen Frauen der Fall ist.
Und dann zeigte sie mir meine Lieblingsstellen. Da hat sich nämlich, von mir vollkommen übersehen, eine typische Delle gebildet. Ich wusste, dass es unter Umständen Verhärtungen durch die Spritzerei gibt, aber ich dachte an kleine Knübbelchen unter der Haut, und die Asymmetrie, die ich schon sehen kann, wenn ich an mir herunter schaue, käme vom Alter. Oder von sonstwas. Nein, an der Stelle des nicht vorhandenen Sixpacks auf meinem Bauch, an der ich am liebsten spritze (weil ich gut dran komme, und weil die Schwangerschaftsstreifen da weniger schlimm sind), hat sich eine richtige, ausgedehnte Beule gebildet. Sie riet dringend dazu, die Stelle weiträumig zu umgehen. Leichter gesagt als getan- wenn ich noch aufpasse beim Einheitenberechnen und so, ist es doch inzwischen häufig, dass ich eher blind den Pen ansetze oder den Katheter klebe.
Na, und dann hab ich mal angefangen, aufzuschreiben, wo ich spritze (mit dem Pen)- ob links an der unversehrten Seite oder rechts, an der Lieblingsstelle.
Siehe da- rechts brauche ich beinahe doppelt soviel Insulin wie links, und es wirkt auch langsamer. Das ist der Stoff, aus dem die unerklärlichen Schwankungen sind. Dreimal rechts korrigiert, mit steigenden Dosen und ohne Effekt- und beim vierten Mal gedankenlos die noch höhere Dosis links gespritzt. Und ab geht die Luzi, dass es nur so rauscht. Hinzu kommt das übliche Dilemma, wenn man nicht genau einschätzen kann, wieviel man isst, z.B. bei Nudeln oder Reis, und fertig ist eine gewisse... Schwankungsbreite. In den letzten 14 Tagen pendelten die Werte zwischen 379 und 39- alles beides eher mies.
Dass sich der Begriff "lokal" als so weit reichend herausstellen würde, hätte ich nie gedacht.
Aber immerhin: Wieder mal was dazugelernt.
Und das ist doch auch was.
Schönen Tag Euch allen,
Lily
Hoppla. Auf dem Bild sind 12 BE- der Joghurt hat auch drei.
Samstag, 1. August 2009
Besserwissen mit Lily
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Der kleine Haushaltsalmanach
Rubrik „Der gepflegte Raum“
Teil Eins:
Fenster putzen
Wenn es draußen richtig hell ist, sollte es das, mit ein wenig Abstrichen, auch drinnen sein.
Ist dies nicht der Fall, und sind weder Rollläden noch Jalousien geschlossen, noch die Lichtschutzvorhänge vorgezogen, dann, ja dann ist es Zeit für die beliebte Übung des Fensterputzens.
Zu erst sollte man sich merken, dass man nie alle Fenster am gleichen Tag putzen sollte. Denn das bedeutet, dass sie auch beim nächsten Mal alle auf einmal schmutzig sind- und das heißt, außer in Zweiraumwohnungen, dass viel zu viel Arbeit auf einmal auf uns lauert. Und wer will das schon? Abgesehen davon, wäre das eine Samstagsarbeit. Und da schlafen wir doch lieber. Richtig? Richtig.
Philosophie beiseite: Armschmalz und Hirn sind gefragt.
Wir beginnen mit den Essentials: Man kann nur Putzen, wo Platz dazu ist.
In vielen Wohnungen stehen Blumen, Nippes und Kram auf den Fensterbänken herum. (Bei mir nicht, dafür sitzen da Katzen.) Jetzt ist der Moment, in dem man dieses alles forträumt.
Katzen sollten verscheucht werden.
Blumen sollte man in der Wanne oder Dusche parken. Man kann Wasser einlassen, und sie bei der Gelegenheit tauchen- muss man aber nicht.
Papiere, Bücher, Kram anderer Art sollten wir zügig und konsequent in den Raum bringen, der sie auch später beherbergen soll- so ein Zeug bleicht eh nur aus auf der Fensterbank, oder es vergilbt. Hat da also nichts verloren.
Dann machen wir uns einen halben Eimer mit warmem Wasser (im Winter: Kaltes Wasser! Und Handschuhe. Aus Gummi, natürlich. Warmes Wasser neigt dazu, auf eiskalten Scheiben anzufrieren. Kaltes komischerweise nicht so sehr.)
In dieses Wasser kommt Spülmittel- nicht viel, nur ein guter Spritzer. Haushaltsreiniger anderer Art geht auch, ist aber nicht nötig, Spülmittel ist billiger und funktioniert mindestens genauso gut. Das Wasser sollte nicht schon im Eimer schäumen.
In diesen Eimer mit warmem Wasser versenken wir allen wasserfesten Nippes von der Fensterbank. Der neigt nämlich extrem zum Verstauben, und so wird er richtig sauber. Und deshalb ist der Eimer auch nur halb voll: Damit Nippes reinpasst. Großen Nippes zu den Blumen stellen, damit das Zeug nicht so einsam ist.
Dann schnappen wir uns unser Handwerkszeug.
Bei Lily ist dies ein Schwamm mit einer Scheuerseite (da lohnt es sich niemals, die billigen zu kaufen- besser was investieren. Die Dinger kann man waschen). Dazu kommt ein Mikrofasertuch der flauschigen Art, ein Fensterleder und ein altes Geschirrtuch, vorzugsweise Halbleinen. Baumwolle fusselt schon mal.
Kann es jetzt losgehen? Jep- es geht los. Es folgt die Variante für normal verschmutzte Fenster...
Das erste, was wir säubern, ist immer das Glas auf der Wohnungsseite der Fenster.
Da ist nämlich das Glas am saubersten und somit wird das Wasser nicht sofort so schmutzig, dass es gewechselt werden muss.
Zuallererst ist der Schwamm dran, und zwar mit der Schwammseite. Man macht ihn gut nass, und fängt oben an der Scheibe an, diese abzuwaschen. Nicht so, dass das Wasser wer weiß wie lospladdert, aber so, dass man die Scheibe richtig überall benetzt und auch in den Ecken den Schmutz erwischt. Den Schwamm zwischendurch auswaschen, und mit neuem Wasser weitermachen. Bei starker Verschmutzung sollte man das ruhig wiederholen- aber immer von oben nach unten arbeiten, was für alle senkrechten Flächen im Haushalt gilt, außer für lackierte Türen.
Niemals mit der Scheuerseite des Schwamms auf dem Glas herum schrubben, das kann zu blinden Flecken führen, wenn man Pech hat.
Nachdem man den Schmutz gründlich angefeuchtet und abgewaschen hat, ist die Scheibe sauber, aber nass.
Trocken bekommt man sie, indem man zunächst mit dem Mikrofasertuch nacharbeitet. Dazu macht man das Ding erstmal nass, und wringt es dann gründlich, wirklich sehr gründlich aus, so dass es nur noch eben feucht ist.
Damit fängt man dann wieder oben an, die Scheibe vorzutrocknen. Dabei merkt man dann auch, ob das Glas wirklich sauber war- sonst ist das Tuch nämlich ganz schnell schmutzig.
Wenn man die Scheibe dann mit dem Tuch bearbeitet hat, ist sie im Idealfall schon fast trocken- und man kann, in dem man das Geschirrtuch in der Hand zu einem Bausch knüllt, sie endgültig trocken reiben. Vorsicht, keine runden Ecken arbeiten- das sieht Scheiße aus. Besser mit einem tuchumwickelten Finger auch da mal nachbohren.
Wenn das Fenster nicht blank wird- war das Glas nicht sauber. Oder das Geschirrtuch nicht. Dann hilft nur Reinigung wiederholen, und das Geschirrtuch wechseln.
So. Scheibe sauber. Rahmen leider immer noch schmutzig.
Da das Glas nun sauber ist, sollten wir in den folgenden Arbeitsgängen etwas vorsichtig mit dem Wasser sein, und den Schwamm nur gut anfeuchten, bevor wir weitermachen.
Zuerst bei geschlossenem Fenster die Rahmenteile abwischen, die direkt am Glas befestigt sind. Niemals, niemals, niemals mit Scheuermilch oder der grünen Seite des Schwamms drauf herumscheuern- das ist megaböse, weil das die Oberfläche ankratzt, die danach nie mehr dieselbe ist.
Also hier: Mit dem Schwamm anfeuchten, säubern, mit dem Mikrofasertuch nachpolieren. Trockenreiben ist nicht nötig, das gibt keine Putzstreifen, wenn es richtig sauber ist.
Anschließend wird das Fenster geöffnet. Vorher Katzen einsperren, bzw. aussperren!
Jetzt macht man die Rahmenteile sauber, die an der Mauer befestigt sind... auf die gleiche Weise wie die schon gesäuberten Dinger.
Aufmerksamkeit erfordern die Falzen. Das sind alle die Teile der Schmalseiten, die Vertiefungen, Rinnen, Metallteile und so aufweisen. Der Dreck, der sich unten in der Rinne ansammelt, kann mit dem Schwamm teils rausgewischt werden, man kann ihn auch raus spülen, wenn man nicht gerade Hektoliter an Wasser reinkippt.
(Vorsicht Nachbarn! Wenn man da gut, kräftig und mit viel Wasser spült, kann man denen die sauberen Fenster mit dem Schmutz versauen, und wenn man Pech hat, entführen sie einem dann den Gartenzwerg, was nicht sein muss.)
So- im Idealfall sind jetzt die Innenseite des Fensters sowie alle verdeckten Teile sauber, und es folgt die Reinigung von außen.
Dazu sollte man erstmal Schwamm und Mikrofasertuch gründlich auswaschen. Dann fängt man bei den Rahmen an- man braucht außen dazu soviel Wasser, dass eine saubere Scheibe wieder nass und schmutzig würde, was doppelte Arbeit wäre.
Erst macht man die fest stehenden Rahmenteile sauber, wiederum ohne den Einsatz scheuernder Mittel. Ältere Kunststoffrahmen neigen dazu, Dreck förmlich auf zu saugen. Da muss man durch- es gibt Spezialreiniger dafür, und unter Umständen kann sich das lohnen, die mal zu besorgen. Meist sehen die Rahmen aber auch nur von wirklich Nahem grau aus, von weitem merkt das kein Mensch, und man kann das getrost so lassen, wie es nach einer normalen Putzaktion aussieht.
Auch die Scheibe außen ist ein bisschen anders als die innere Glasseite. Ich weiß nicht, ob das an Umwelteinflüssen liegt, an einfach dreckigerem Untergrund oder ob das Glas bei Isolierverglasung außen anders ist als innen- jedenfalls erfordert das oft ein, zwei Wiederholungen der Nummer mit dem Schwamm. Manchmal kann es nützlich sein, einen zusätzlichen Spritzer Spülmittel auf den Schwamm zu geben, dann kann man das Glas richtig abseifen. Vorsicht hier, bei geöffnetem Fenster kann man sich empfindliche Fußböden mit herab tropfendem Wasser versauen.
Sollte man versucht sein, die grüne Seite vom Schwamm zu benutzen, dann NIEMALS mit Druck. Es schäumt das Glas etwas besser ein, wenn man diese Seite nimmt, aber man sollte wirklich vorsichtig sein.
Wenn auch dieses Glas sauber ist, wird, angefangen mit dem Rahmen, das ganze äußere Fenster mittels Mikrofasertuch abgewischt, und, falls noch sehr viel Feuchtigkeit auf der Scheibe verbleibt, erst mit dem Fensterleder, und dann mit dem Geschirrtuch nachpoliert.
Dann wenden wir uns der Fensterbank zu, die abgewischt wird und getrocknet.
So.
Fenster schließen, bewundern, Zigarette rauchen. Katzen wieder reinlassen.
Die Nippessachen werden aus dem Wasser gerettet, mit dem Fensterleder abgetrocknet und wir wanken mit dem Eimer ins Bad, um ihn ins Klo zu entleeren. Vorsicht, vorher alle Lappen, Schwämme etc. rausfischen!
Blumen aus der Wanne retten, Töpfe, wenn nötig, trocknen, und alles wieder hübsch aufstellen.
Fettisch? Fettisch.
Was hier nicht erwähnt wird:
Butzenscheiben. Oberlichter, sowie komplizierte Apparaturen zum Öffnen und Schließen derselben- die muss man auch sauber machen, aber ich hab sowas nicht.
Auch wurde keine Leiter erwähnt. Weil ich keine brauche.
Bei letzterer ist wichtig: Niemals den Eimer hinter sich auf einer Leitersprosse aufstellen. Das macht nasse Füße, im Idealfall. Worst case ist ein gebrochenes Genick. Und das wär nicht wirklich gut, dann lieber ein schmutziges Fenster.
Des weiteren: Bei allen Arbeiten auf der Leiter richtige Schuhe anziehen. Keine Pumps, keine Socken, keine Schläppchen, Flipflops oder ähnliche Behelfe. Richtige Schuhe- sonst geht’s manchmal recht schnell abwärts.
Vielleicht hat jemand bemerkt, dass ich keine Sprühreiniger benutze, und keine Abzieher oder ähnliches. Sprühreiniger sind für mein Gefühl teurer Mumpitz- wenn das Fenster putzreif ist, reicht das allein niemals aus, und ich hab immer das Gefühl gehabt, dass das Zeug einen Film hinterlässt, der das Glas schneller anschmuddeln lässt. Ich hab sowas da, benutze es aber nur für Spiegel, und auch da nicht oft.
Abzieher hinterlassen bei mir immer Streifen. Das Ding liegt hier in der Wanne, für die Fliesen nach dem Duschen. Da macht das nichts aus, wenn Streifen bleiben.
So. Besserwissen für heute beendet.
Schönen Samstag, ohne Fensterputzen :-)
Lily
Freitag, 31. Juli 2009
Morgens früh um sechs kommt die kleine Hex'
Vorhin hab ich noch mal das Posting von gestern gelesen- es liest sich so hausfraulich- wohnungszentriert, dass ich ganz baff bin. Derartige Qualitäten sind eigentlich nicht meine...
Ein bisschen habe ich Haushaltsarbeit gelernt, so, wie wir das fast alle lernen, nämlich vom Zuschauen.
Es gibt einige Dinge, die man den Vorbildern oder Vormachern abschauen kann, gerade bei der Hausarbeit. Richtig schwierig sind solche Dinge heute nicht mehr, und Bedarf an Lehrgängen, wie man einen Kristallkronleuchter reinigt oder Klaviertasten, gibt es auch nicht gerade viel.
Will sagen, eine Maschine Wäsche birgt keine unlösbaren Geheimnisse, abgesehen vom Einzelsockenrätsel, und das wird auch eine Diplom-Hausfrau nicht aufklären, dazu bedarf es eines forschenden Geistes, der noch geboren werden will.
Dann sind da Dinge wie Einkaufen, Kochen, Kloputzen, Staubsaugen und -wischen, Gardinenwaschen und Fensterputzen, Flicken, Bügeln... Die seltener vorkommenden Arbeiten, die das gepflegte Heim erfordert, als da seien Lampen säubern, Steckdosen und Lichtschalter reinigen, auf-den-Türen-Staubwischen kriegt man als unfreiwilliger Haushaltsazubi oft gar nicht mit.
So, und dann zieht man in seine erste eigene Wohnung, hat im Idealfall schon mal gesehen, wie jemand eine Pfanne reinigt und vielleicht sogar schon mal selbst eine Treppe geputzt.
Kann man davon schon Haushalt?
Nö, eher nicht.
Manche Leute können es, aber das ist kein Verdienst. Denen liegt vermutlich die Systematik im Blut.
Dem Rest geht’s so wie mir: Auch wenn ich alle Teilbereiche (oder jedenfalls eine Menge davon) beherrsche, „kann“ ich noch nicht das Ganze.
Einem ganzen Haufen Menschen fehlt eine Idee, wie man diese Dinge nun staffelt und plant, damit mit minimalem Aufwand alles zu seiner Zeit mal gemacht wird.
Erinnert (außer prähistorischen Leuten wie mir) sich noch einer an die Zeiten, in denen man einmal im Monat (gaaanz früher) bzw. einmal die Woche große Wäsche machte? Der ganze Haushalt lag lahm, weil Mutter wusch, was richtig harte Arbeit war und ein erhebliches Maß an Routine und Planung erforderte. Ich rede nicht von dem Moment, in dem wir als sechsköpfige Familie aus einem dreiwöchigen Urlaub zurück kehrten, und die ganze Terrasse voll war mit Schmutzwäsche, die es zu sortieren und dann zu waschen galt (es gibt Fotos davon), sondern von Zeiten, als meine Mutter noch keine Waschmaschine hatte, dafür aber drei Kinder, nur eins davon schon aus den (Stoff-)Windeln.
Alle Unterwäsche, Handtücher, Windeln und so mussten in einem Riesenkessel auf dem Herd gekocht werden, anschließend kamen sie auf die Bleiche, und irgendwann, spät abends, waren sie dann fertig (Mutter auch). Dazu kam Oberbekleidung, Bettwäsche, Geschirrtücher, Taschentücher, Socken, Tischwäsche, Gardinen - und alles musste anschließend auch irgendwie trocken werden, gebügelt und wieder in die Schränke verpackt.
Sowas hatte seinen Rhythmus, alles andere wäre gaanz schlecht gewesen. Heute ist jeden Tag Waschtag, und auch die anderen Dinge, wie der Frühjahrsputz und so etwas sind entschieden aus der Mode gekommen. Manchmal beschleicht mich der Verdacht, dass die Leute in früheren Zeiten sehr wohl wussten, dass diese eher endlose Arbeit, die ein Haushalt macht, gut durchsortiert sein sollte, damit man nicht den Verstand verliert- vor allen Dingen in menschenreichen Haushalten.
In ganz alten Kochbüchern kann man manchmal sowas nachlesen. Da ist dann exakt angegeben, was man bei welcher Haushaltsgröße wann tut, wie man in welcher Reihenfolge welche Dinge reinigt, damit nicht das Säubern des einen Gegenstand alles andere wieder schmutzig macht. Henriette Davidis hat ein bisschen davon geschrieben, inklusive Speisepläne für das ganze Jahr, fein säuberlich nach unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnissen sortiert. Falls ihr sowas mal in die Hand kriegt: Das ist sehr amüsant, und eine andere Art Geschichte als die, die man in Form oft schlechter Dokus im Fernsehen sehen kann.
Heute hingegen ist so eine Versorgung einer Familie und einer Wohnung ein amorpher Haufen Arbeit, eine schier endlose Folge täglich gleicher Abläufe, kaum unterbrochen von Dingen wie dem besagten Frühjahrsputz, der oft genug ausfällt, oder der alle sechs Wochen stattfindenden Wasserplantsch-Orgie beim Fensterputzen.
Kaum ein Mensch muss noch lernen, wie man einen silbernen Tafelaufsatz reinigt, empfindliche Stickereien pflegt, Kragen wendet oder welches die Vorzüge eines Herdes sind- im Gegensatz zum offenen Feuer (eines meiner alten Kochbücher propagiert doch energisch, dass man sich einen Kochherd zulegt- offene Flammen seien doch eher out...)
Manchmal glaube ich, dieses Vereinfachen macht die Hausarbeit so stumpfsinnig.
Meine Mutter hat die sechziger Jahre, die Zeit, als sie „Nur“-Hausfrau und Mutter von vier Kindern war, als einen irren Kreislauf von Hausarbeit beschrieben, immer getrieben von dem Gedanken, dass jedes Nachlassen und jedes Nichtputzen sie in einen Abgrund stürzen würde, aus dem sie nie wieder herauskäme. Ich wäre abgeschmiert, das weiß ich, und ich vermute mal, ihr wäre das auch passiert, hätte sie nur fünf Minuten Zeit zum Nachdenken gehabt.
Die Bedingungen waren jedenfalls danach - der Haushalt war groß, wir waren teilweise zehn Personen, die Kohle war knapp, und der Tag hatte auch damals nur 24 Stunden. Sie hat jeden Abend (jeden Abend!) bevor sie ins Bett ging die gesamte untere Etage gewischt. Damit es niemals wirklich schmutzig wurde. Als ich Jugendliche war, lief am Tag drei bis fünf Mal die Waschmaschine, und jeder Socken musste aufgehängt werden, denn einen Trockner gab es nicht. Bettwäsche und Tischwäsche wurde gereckt, gefeuchtet, zur Mangel gebracht und abgeholt, Socken wurden noch gestopft und alte Pullover aufgezogen („aufgeribbelt“ hieß das bei uns), die Wolle gewaschen, gespannt und erneut zu Knäulen gewickelt, damit etwas Neues draus gestrickt werden konnte.
Sie hat selten gemeckert, wenn eine von uns (nein, ausnahmsweise nicht ich :-) ) jeden Tag zwei Badetücher benutzt hat, die sie anschließend vom Boden aufheben konnte- weil meine kleine Schwester es nicht hinbekam, die Dinger aufzuhängen.
(Ein frisches Badetuch am Tag hat übrigens jeder von uns gebraucht. Jeder einzelne von uns- und meine Schwester würde heute ihre Kinder an die Wand tackern, wenn die ihre Handtücher einfach so auf den Boden werfen würden. Würfen. Wärften? Worfen? Egal)
An gewisse Abschnitte kann ich mich auch erinnern, besagte vier bis sechs Wochen für das Fensterputzen, dreimal im Jahr wurden die Gardinen gewaschen, einmal im Jahr die Blumen umgetopft, warm gekocht zweimal täglich (einmal für uns und einmal für meinen Vater, wenn der am späten Nachmittag von der Arbeit kam). Gefrühstückt wurde im Galopp, außer Samstags und Sonntags, und jeden Tag wurde gemeinsam zu Abend gegessen.
Was man daraus erkennt ist, dass sie einen Rhythmus hatte, wenn auch einen etwas zwanghaften. Außerdem hat sie „es“ richtig gelernt, denn sie ist ausgebildete Hauswirtschafterin. Da gab es Unterricht im Hemdenbügeln, ohne Scheiß.
Wir hatten somit eine schwer schuftende Haushälterin zu Hause, was schade war. Denn Zeit für Familienleben als solches gab es irgendwie nie- oder viel zu selten.
Vielleicht wäre das anders gewesen, hätte sie uns ein bisschen mit anpacken lassen. Vier Kinder? Für die wüsste ich einiges zu tun. Und zwar regelmäßig, und von Kindesbeinen an, damit man sich dran gewöhnt. Das war aber nie ihre Intention, dafür war der ganze Kram zu eindeutig ihre Sache.
Leider vertrat sie auch die Ansicht, dass sie die einzelnen Arbeiten viel schneller selbst erledigen konnte, als wenn sie uns hätte mitarbeiten lassen. Nicht gut, so eine Einstellung... aber, wie gesagt, man kann vieles auch vom Zusehen lernen, bis auf Hemdenbügeln, das hat sie uns aber tatsächlich richtig beigebracht. Zumindest ihren Töchtern.
In 25 Jahren eigenem Haushalt, teilweise auch mit drei bis fünf Personen bestückt, hab ich das dementsprechend auch nur sehr mühsam gelernt- das relativ gelassene Verteilen der nötigen Arbeiten, sowohl in der zur Verfügung stehenden Zeit, als auch auf die zur Verfügung stehenden Leute. So voll allerdings war mein Stundenplan nie, wie es der meiner Mutter war- es gab auch immer Abstriche für die Tatsache, dass ich Vollzeit berufstätig war und bin.
Es hat aber, trotz der relativ entspannten Lage, Zeiten gegeben, da haben sich die Wollmäuse in den Ecken gepaart, und auch heute noch droht schon mal der ein oder andere GAU. Dann kommt einem schnell alles, was sich angehäuft hat, so überwältigend und außerdem noch sinnlos vor. Wozu das ganze Theater- es wird ohnehin alles wieder rummelig?
Das Geheimnis ist, glaube ich, jeden Tag ein Bisschen zu machen. Vor allen Dingen kann das auch für Abwechslung sorgen, wenn man nicht jeden Tag zwei Teller und eine Tasse spült, sondern einfach nur jeden zweiten Tag, dafür an einem anderen Tag wäscht. Bügelt. Und sich nicht immer Berge von Arbeit für die ohnehin überfrachteten Wochenenden lässt.
Das hilft dann auch dabei, sich nicht überwältigen zu lassen- weil sich richtig viel damit nie anhäuft.
Selbst wenn grad mal wieder Wohnungsstyle Modell Verdun angesagt ist, nicht alles auf einmal in Angriff nehmen, hat sich bei mir als sinnvoll herausgestellt. Lieber vorn rechts anfangen und so lang jeden Tag eine Viertelstunde aufräumen, bis man hinten links angekommen ist.
Mit relativ geringem Aufwand, einer täglichen halben Stunde im Schnitt, kommt man anschließend in einem Singlehaushalt auch mit vier Katzen locker zurecht, abgesehen vom Kochen und Einkaufen vielleicht. Jeden Tag ein anderes Zimmer etwas gründlicher vornehmen (wenn man das macht, wird’s nie wirklich viel), möglichst nie länger als eine Viertelstunde an der gleichen Sache verbringen, sonst wird’s langweilig, und sich vorher ein paar Gedanken machen, was man konkret erledigen will. Wenn man fertig ist damit: Aufhören! Auch wenn man noch mehr machen könnte. Damit verhindert sich das tot umfallen nach zuviel Hausarbeit am Stück.
Das klappt nicht immer in der gebotenen Konsequenz, aber oft genug, und hat hier wirklich schon Wunder gewirkt. Wer da ein Training und eine feste Hand braucht, sollte sich bei www.flylady.com umtun, da gibt es sowas, samt Coaching und Durchhalteparolen- das war mir aber zu strikt auf Dauer. Und einfach zuviel Planen. Da hat das Chaos protestiert...
Genug gepredigt?
Allerdings.
Oder halt!
Noch eine klitzekleine, abschließende Weisheit der guten Tante Lily:
Gegen unangenehmen Geruch beim Fischbraten hilft ein Töpfchen mit Altöl, auf mittlerer Hitze auf dem Herd warm gehalten.
Guten Appetit!
Stets die Eure,
Lily
Die Überschriften...
Donnerstag, 30. Juli 2009
In dem Zustand...
...definiert im Wesentlichen durch
a) das Blutzuckermessgerät,
b) eine Rolle Klopapier als Taschentuchersatz
c) zwei Insulinpens und ein Fieberthermometer
sowie
d) Nasentropfen und Kopfschmerztabletten
und bewaffnet mit meinem genialen Staubwedel, habe ich gestern die Kammer des Schreckens, aka mein Schlafzimmer, betreten und, tadaa, mal wieder einer gründlichen Entwäschung unterzogen.
Mein Schlafzimmer ist klein. Der Schrank da drinnen ebenso. Mit ihm ist es so ähnlich wie mit Tetris: Es sollte alles lückenlos und gut überlegt gestapelt werden, sonst, bingo, game over. Da ich ein bügelfauler Mensch bin, hatten sich in letzter Zeit diverse Körbe, Stühle etc. auf mirakulöse Art mit Stapeln und Bergen frisch gewaschener, aber nicht einsortierter Wäsche bedeckt.
Durch die dem Trocknertod zu verdankende Notwendigkeit, irgendwo in diesem Katzenhaushalt einen Wäscheständer aufstellen zu müssen, an den das Pelzvolk nicht dran kommt, wurde es langsam eng. So eng, dass das Rolladen-Hochziehen am Morgen eine Trainingseinheit im Hürdenlauf-mit-Slalom wurde.
Ich hasse das. Morgens schon die Knie hochkriegen müssen- das geht gar nicht gut.
Außerdem ist Wäsche, die auf einer Leine gehangen hat, in der Regel bügelpflichtig, ergo nahm auch dieser Stapel in alarmierender Weise zu- die Sachen, die ich aus dem Trockner gezogen hab, hab ich meist noch warm aufgefaltet, da spart man sich so einiges an Bügeleiseneinsatz.
Ich weiß nicht genau, welcher Fleißteufel mich da gestern geritten hat.
Der Schrank musste komplett entleert werden und von Grund auf neu eingeräumt- wie gesagt, er ist nicht groß (1,50 breit), der Zeitaufwand hält sich in Grenzen. Leider hat sich kaum noch was ergeben, was man wegwerfen konnte. Nein, die sieben Jeans, die alle eine Nummer zu klein sind und alle höchstens einmal getragen, hab ich nicht weg getan. Die sind ein Memento an dünnere Zeiten und ich überlege, ob ich eine davon an den Kühlschrank tackern soll- als Erinnerung...
Normalerweise geht so eine Aktion eher schnell. Bedingt durch die Paraphernalien einer heftigen Erkältung jedoch musste ich ab und zu mal ein Päuschen einlegen, und da ist dann auch das Stilleben entstanden, das ihr oben vermutlich mit Abscheu betrachtet habt.
Nach Verklappen der Klamotten im Schrank hab ich dann tatsächlich das Bügeleisen ausgepackt und bei 28 Grad im Schatten eine geschlagene Stunde vor mich hin gebügelt.
Und entsprechend dem Film, den ich dabei gesehen habe (Harry Potter und die Kammer des Schreckens, was sonst) hab ich mir am Ende was verliehen:
50 Punkte für Gryffindor.
Einen schönen Tag wünsch ich euch,
Lily, die Erkältete.
Montag, 27. Juli 2009
Selbstvertrauen
Mit dem Wort geht’s mir so wie mit Banane: Je öfter man es ausspricht, desto komischer fühlt es sich „im Mund“ an. Im Gegensatz zu Banane kann jedoch, sofern man der deutschen Sprache hinreichend mächtig ist, „Selbstvertrauen“ zerlegt werden, in Selbst und in Vertrauen.
Ich versuche gerade, in Teilen meines Lebens ein gewachsenes und solide in der Vergangenheit verankertes Selbstmisstrauen schön langsam abzubauen. Wenn man sich selbst oft genug enttäuscht hat, was Vorhaben und Vorsätze und solche Dinge betrifft, dann erlebt man wirklich Zeiten, in denen man seinen Intentionen, seinem Durchhaltevermögen und seinen Fähigkeiten überhaupt nicht mehr vertraut. Woher das kommt, ist eine müßige und noch dazu rein akademische Frage, deren Beantwortung nicht hilfreich ist, was das weitere Vorgehen betrifft. Fest steht für mich, dass es, wenn ein so dominantes Misstrauen im Spiel ist, beinahe unmöglich ist, irgendetwas zu erreichen von den Dingen, die man gern möchte. Meist kann man sich kaum noch dazu bringen, irgend etwas zu wollen. Ganz zu schweigen davon, etwas zu beenden.
Eine Nabelschau ist somit nicht (mehr) das richtige... im Zweifel zeigt sie nur die berühmten Fusseln. Und wer will die schon?
Entscheidend ist vielmehr, sich mit sich selbst wieder eine Vertrauensbasis zu schaffen. Also den winzig kleinen Fleck psychischer Stabilität, auf dem man soeben noch seine beiden Füße unterbringen kann, vorsichtig Stückchen für Stückchen auszuweiten, festen Boden zu finden, dem von Fehleinschätzungen und Überforderungen, von Irrtümern und Voreiligkeiten unterspülten Grund ein bisschen Halt zu geben.
Dazu gehört, ganz klein anzufangen, und sich selbst gegenüber die eigenen Versprechen zu halten. Erstmal die ganz kleinen. Die „Heute Abend werde ich tatsächlich drei Minuten die Zähne putzen“-Sorte Versprechungen.
Ich versuche, gut zu überlegen, was ich mir verspreche. Und ich versuche, die Latte für „Versprechen eingehalten!“ nicht sehr hoch zu legen- wenn nicht sehr viel Platz ist auf dem Stückchen festen Boden unter mir, sollte ich besser keine großen Sprünge machen.
Was derzeit hilft, sind die Bücher von Thích Nhat Hanh. Sie haben mir schon so einige Techniken vermittelt, mit deren Unterstützung ich lerne, bei der Sache zu bleiben.
Es kommt nicht sehr auf die Sache an. Nur darauf, tatsächlich da zu sein.
Lily, ziemlich entspannt im Hier und Jetzt.
Sonntag, 26. Juli 2009
Noch mehr Fotos.
Auch auf die Gefahr hin, euch zu langweilen:
Ein Teil der Ausbeute meines heute morgen absolvierten Frühspaziergangs :-)
Und apropos Langeweile: Ich überlege, die Bilder demnächst nach Flickr zu setzen- damit ihr euch nur dann welche anschauen könnt, wenn ihr das auch so wollt.
Die sind dann ebenso öffentlich wie bisher, aber eben nicht zwingend alle direkt hier auf der Bloggeschichte zu sehen.
Was haltet ihr davon?
Sagt mir eure Meinung.
Lily
Samstag, 25. Juli 2009
It's a wild, wild life
Während ich gerade ein paar Johannisbeeren wusch und putzte (alles, um ein schönes Foto zu machen, bevor ich sie verspeisen wollte) klingelte das Telefon.
Teller auf dem Tisch und ich nicht da- das geht nicht. Da will das Gekatz immer mitessen, und daher wandert bei solchen Gelegenheiten der Teller in den Schrank, oder, wie hier, in den Kühlschrank.
In der Sekunde, bevor ich ihn da hineinstellte, sah ich, dass ein Stückchen Stiel noch oben auf den Beeren lag- aber bevor ich das rauspulen konnte, war es schon nach unten gerutscht.
Das Telefonat kaum beendet, holte ich den Teller wieder aus dem Kühlschrank- und, oh Wunder: Das Stückchen Stiel war wieder oben auf den Beeren. Und ließ sich ums Verrecken nicht von den Beeren abzupfen. Es schien auszuweichen. Nein, es wich aus. Definitiv.
Das kann nicht sein, denkt ihr?
War aber so.
Was beweist, dass eine Grundannahme falsch war.
Nämlich die, dass es sich um ein Stückchen Stiel handelt.
Vielmehr war das eine Schnecke. Echt.
Beweisfoto Nummer eins- bevor ich die Makro-Einstellung (yay, sie hat eine!!!) der Kamera entdeckte. Daher mussten auch die dummen Pfeile sein. Aber natürlich auch, damit man die Größenverhältnisse erkennen kann.
Es ist eine wirklich, wirklich winzige Schnecke gewesen- und ich musste mich höllisch beeilen, um sie aufs Bild zu kriegen. Die war nämlich recht schnell.
In der Wohnung war an ein klares Bild gar nicht zu denken, auch mit Blitz nicht, also hab ich sie auf einen Untersetzer krabbeln lassen und auf dem Balkontisch erneut mein Glück versucht:
Anschließend hab ich sie in einen Topf mit Efeu gesetzt.
Guten Appetit, Babyschnecke.
Schande
Ich schäme mich. Hier braust grad wieder ein Gewitter über den Ort, es donnert, blitzt und die Katzen haben Angst.
Und ich?
Ja, ich?
Ich finds lustig...
Jetzt mit Haaren, oder auch ohne.
Seit Tagen geistert mir die Idee durch den Kopf, eine Fortsetzungsgeschichte hier im Blog zu schreiben, mit dem Titel: James, der haarige Töpfer. Oder auch Wolfgang, der haarige Selbige.
Leider wäre das nur eine Gelegenheit, das lahme Wortspiel „Hairy Potter“ anzubringen. Und, ihr Lieben: Das reicht nicht. Bei weitem nicht.
Also muss die Fortsetzungsgeschichte noch eine Weile auf sich warten lassen.
Was nicht heißen soll, dass sonstigen Blogeinträgen immer bessere und tragfähigere Ideen zu Grunde lägen. Im Gegenteil, manchmal ist es nur eine kleine alte Dame mit rosa Taschenschirm.
Aber, wie regelmäßige Leser wissen, hält mich das nicht ab von wortreichen Ergüssen, im Gegenteil. Manchmal glaub ich, je kleiner und fitzeliger das Thema, desto eher kann ich mich hinein verbeißen.
Ergo folgt jetzt ein Posting mit klitzekleinen Schnipselchen.
Im Zuge des geplanten Besuchs eines Lichtspielhauses (zwecks Ansehens von HP 6) habe ich mich ordentlich vorbereitet, in dem ich erst Teil sieben noch mal gelesen habe, und dann Teil sechs. Dann noch mal, der guten Ordnung halber, Teil sieben.
Dann habe ich mir alle bisherigen HP-Filme noch einmal angeschaut, auf meinem antiken Fernseher mit der 50 cm Bildschirmdiagonale. Ein Genuss... sähe anders aus.
Jetzt kann der Halbblutprinz kommen, ich bin gewappnet.
Beim Ansehen der ersten fünf Filme und auch bei der- zugegeben bereits mehrfach stattgefunden habenden- Lektüre der Bücher ist mir aufgefallen dass man als Zauberschüler niemals duscht oder sich wäscht oder auch nur die Zähne putzt- immer springen die Protagonisten -schwups- aus den Betten direkt in die Umhänge. Müsst ihr mal drauf achten. Man schläft gleich im T-Shirt, so dass keine großartigen Aufrisse nötig sind, und dann schreit Hermine: „Los, Ron, zieh dich an!“ und auf geht’s.
In Teil sieben wird an einer Stelle erzählt, dass dem Room of Requirement, in dem die in Hogwarts verbliebenen Reste von Dumbledores Armee kampieren, erst ein Badezimmer „gewachsen“ ist, als die Mädchen einzogen. Also, im Original steht die Formulierung„sprouting a bathroom“- was ich eine entzückende Idee finde. Ich bräuchte auch noch eins, für Gäste. Wenn ich oft genug Gäste habe, wächst meiner Wohnung dann eines? Mit Bidet? Und Dusche? Bitte. Ganz lieb Bitte-Bitte. Nein?
Menno.
Ansonsten haben die Schulpräfekte ein eigenes Badezimmer. Das sieht aber antik aus, und wird wohl nur benutzt, wenn Trimagische Champions ihre Eier baden. (Es handelt sich bei diesen aber nicht um die klassische Hodenbadegruppe, die in den Achtzigern ihr Unwesen trieb...Ihr wisst schon, was ich meine. Und wenn nicht: Folgt dem Link!).
Also, die Hygiene ist @Hogwarts nicht besonders stark ausgeprägt.
Dafür hat niemand Pickel. Erstaunlich. Ein ganzes Schloss, bis zum Rand mit Pubertisten gefüllt, garniert mit dem ein oder anderen Lehrer- und es gibt keine Mitesser, keine rosa Riesen, und auch sonst nichts Neues an der Pickelfront. Aber eigentlich ist das nicht weiter verwunderlich. Auch Hanni und Nanni hatten nie Pickel... Ich glaube, ich hätte meine Eltern zwingen müssen, mich auch ins Internat zu geben. Mir wäre so einiges erspart geblieben.
Niemand kann behaupten, diese exorbitante Pickellosigkeit habe etwas mit Magie zu tun. Wenn das so wäre: Warum hat Snape dann fettige Haare? Wäre doch nicht nötig. Er kann nicht nur zaubern, und das ziemlich gut, sondern er hat auch noch einen eigenen Chemiebaukasten, und so ein magisches Haarwaschmittel (Schau ma, dunkler Lord, seit wir Fettex nehmen, fällt dein Haar noch viel schneller aus!) kann doch nicht das Problem sein.
Aber nein, er ölt, leise weinend, vor sich hin.
Was mich zu der Überzeugung bringt, dass das fettige Haar ihn als Outcast, als Bösewicht, als Doppelagenten kennzeichnet. Und der Böseste Von Allen ist glatzköpfig*
Und sonst?
Harry hat eine unbeherrschbare Mähne (in Film fünf allerdings zugunsten einer Art Crew Cut aufgegeben), Hermine wallt munter über alle Zopfspangen. Dumbledore muss aufpassen, nicht auf Haupthaar und Bart zu treten, und die Weasleys sind sämtlich ginger heads, also Rothaarige.
Mrs Rowling zeigt also eine gewisse... Fixierung.
Da liegt der Kalauer „Hairy Potter“ doch ganz schön nahe, oder?
Wollte ich auch nur gesagt haben.
Lily.
*Der Böseste Von Allen ist auch nasenlos, aber das ist eine andere Geschichte... Wenn man von besagtem Schloss voller Pubertisten angegriffen wird, die noch dazu alle nicht duschen, dann kann es sich dabei auch um reinen Selbstschutz handeln. Armer Lord Voldemort.
Freitag, 24. Juli 2009
Wenn man es vermeiden kann,
mag man schon auf die Schweinegrippe verzichten.
Aber ein SchweinGERIPPE?
Das geht gar nicht. Gefunden bei Arcor.
Breitgrinsend,
Lily
Ohne viele Worte- Waldspaziergang, revisited.
So geschehen am Mittwoch- eine Freundin und ich hatten uns vorgenommen, ein bisschen durch den "Hauptwald" des Ortes zu laufen und zu fotografieren. Man kann von da aus ausschließlich durch Wälder bis ins Münsterland hineinwandern. Das haben wir nicht gemacht, aber wir waren trotzdem drei Stunden unterwegs.Wasser, wohin man schaut.
Man hat viel gelernt hier- auch, dass ein Wald, unaufgeräumt, immer waldiger wird. Die Gegend hier ist sehr feucht, und der Bergbau mit den folgenden Bergsenkungen hat immer wieder zu neuen Biotopen mit viel Wasser geführt- dazu braucht man keinen Tagebruch, da reicht ein minimal veränderter Bachlauf, mit plötzlich stärkerem oder schwächerem Gefälle.
Fehlen nur noch Hänsel und Gretel.
Das sieht gefährlich aus.
Japanisch anmutende Kiefern. In natura sah man das noch deutlicher. Und die Grenzen einer Kompaktkamera merkt man auch.
Moos
Mehr Moos
Cyril ist längst noch nicht vergessen.
Die Gegend heißt auch "versunkener Wald"- das Teilstück ist komplett unter Wasser, und die Bäume sterben ab. Eine der schönsten, weil geheimnisvollsten Ecken hier im Wald.
Da hab ich wieder bereut, kein Makroobjektiv zu haben.
Sekunden später bin ich um ein Haar im Matsch gelandet, konnte mich soeben noch abfangen.
Der Wald ist sehr- hoch. Also die Bäume. Für mich die Verkörperung des Waldes, die eher niedrig wachsenden Gebiete in meiner direkten Nachbarschaft kommen mir immer nicht "richtig" vor.
Auch in einer Pfütze kann man den Himmel sehen.
Es war ein sehr erholsamer Nachmittag- einer der schönsten seit langem.
Einen genussvollen Freitag euch allen,
Lily
PS: "niedrig wachsende Gebiete"- oh. Mann. Ich war schon mal besser. Echt jetzt.
:D
Donnerstag, 23. Juli 2009
Gut gemeint
… ist was total, vollständig und rundum anderes als „gut“.
Das fällt mir am krassesten dann auf, wenn wieder jemand versucht, sich möglichst gewählt auszudrücken, dabei aber voll ins Klo greift.
Wie man den folgenden Formulierungen entnehmen kann, ist man davor auch in Behörden nicht sicher.
In einem Aktenvorgang (in EINEM Aktenvorgang) war, unter anderem, folgendes zu lesen:
„intuitionsübergreifend“
Das ist so eine Art Telepathie, wie mir scheint.
„der Lausbub aus den Augen springend“
Das schmerzt, schon bei der Vorstellung.
„mit gesengtem Kopf“
Auch das: Autsch.
„…muss mit dem Eintritt einer drohenden Behinderung gerechnet werden“.
Na, dann ist ja alles gut; schlimm wäre, wenn die Behinderung selbst schon einträte.
Solange man nur mit der Drohung rechnen muss- bitte. Damit kommen wir klar.
Und, der Klassiker:
„… übersende ich Ihnen hiermit die Abtrittserklärung“
Die was bitte?
Kinders, es heißt „Abtretung“. Ein „Abtritt“ ist was vollständig anderes.
Den kann man nicht erklären, den kann man nur putzen, oder nutzen.
In diesem Sinne: Schönen Donnerstag zusammen!
Eure
Lily
Dienstag, 21. Juli 2009
Emily special
Das- das ist der Neid vieler anderer Katzenmenschen: Eine Katze, die sich gern kämmen lässt. Vorsicht: Enthält Gesprochenes.
Wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte ich noch ne Stunde weiter kämmen können. Eher fällt mir der Arm ab, als dass sie genug hätte.
Stets die Eure,
Lily
Hass.
Gestern ist wieder ein Stück Weltbild von mir abgebröckelt. Ich feg gerade die Reste zusammen und suche noch eine Mülltonne, in die ich sie stopfen kann.
Mann, manchmal reichts echt.
Man hat mir mein Portemonnaie geklaut. Und ja, ich habs dem oder derjenigen auch noch relativ leicht gemacht, weil meine Bürotür nicht abgeschlossen war. Fakt ist, dass ich das nicht ausschließlich aus Faulheit oder Vergesslichkeit unterlassen habe, sondern auch wegen eines Kollegen, der gestern nur durch mein Büro zum Postschrank gelangen konnte, und zum Fax-Gerät. Er hat nämlich vor Monaten schon seinen Büroschlüssel verschlampt, und war bis dato zu träge, um sich einen neuen Schlüssel zu besorgen. Wenn also meine Nebenzimmerkollegin nicht da ist, die Hüterin von Postein- und -Ausgang, dann muss er durch mein Zimmer und die Zwischentür, um seine Sachen wegbringen zu können.
Ein Teil Faulheit war auch dabei- schließlich kostet es, zusammengerechnet, vermutlich Jahre meines Lebens, auf dem Weg aus dem Zimmer zur Toilette oder zur Kaffeemaschine mal eben den Schlüssel mit zu nehmen.
Natürlich war im Portemonnaie nicht nur Bargeld und die Kontokarte, sondern auch noch Führerschein, Fahrzeugpapiere, Personalausweis, und eine Million Fotos sowie sonstiger Kleinkram.
Das geringste Problem sind die 10 Euro, die drin waren. Der Papierkrieg, die neuen Ausweise und so, das wird teuer. Und viel Rennerei, und bis dahin komme ich nicht an die fünf Kröten, die noch auf meinem Konto sind. Fuck.
Zum Glück kann man nicht nur unter der Nummer 116116 seine Kontokarten sperren lassen, sondern die Polizei kann (und sollte) die Karte auch noch für den Lastschriftverkehr sperren lassen. Nur so kann man verhindern, dass ein Depp (oder auch Arsch? Ja. Definitiv Arsch.) irgendwo mit Karte und Unterschrift einkaufen geht.
Lauter Dinge, die ich eigentlich nicht lernen wollte, nicht an einem Montag.
Und als ich über den Parkplatz Richtung Polizeiwache spaziert bin, und mich gefragt hab, wo man genau entlang laufen muss, um den möglichst kürzesten Weg zum Eingang zu finden, fiel mir auf, wie oft ich da schon her gegangen bin- irgendwie scheint man mir öfter was zu klauen. In den letzten vier Jahren drei CD-Player aus dem Auto, zwei Fahrräder, jedes unter 6 Monaten alt und eins davon aus dem abgeschlossenen Keller, und jetzt das Portemonnaie.
Ich finde, das reicht.
Zudem Ottilie wirklich kaputt ist, Bruderherz und Sohn und ich konnten sogar das Geräusch einer im Kamin ihr Leben aushauchenden Kuh erneut hervorrufen. Offenbar längt sich, je heißer der Trockner wird, irgendein Antriebsriemen, der dann durchrutscht und befremdliche Töne produziert.
Nun ja.
Derzeit spare ich also Stromkosten, in dem Wäsche wieder traditionell auf die Leine geworfen wird. Leider hat das keinen Effekt auf die anhaftenden Katzenhaare, die kriegt nur ein Trockner wieder runter. Draußen aufhängen wäre eine Alternative, leider bin ich nicht oft genug zu Hause, um den fallenden Wassermassen zuvor zu kommen, die behaupten, sie seien Regen. Schauerartiger Regen, um genau zu sein.
Aber um noch mal auf das Weltbild, welches zerbröselt, zurück zu kommen- warum wird eigentlich gern behauptet, der Bestohlene trüge eine Mitschuld an einem Diebstahl, wenn er sein Eigentum nicht mit Elektrozaun oder dicken Gittern schützt? Hat irgendwer von euch vielleicht zu Hause gelernt, dass man sich nehmen darf, was einen nicht beißt oder was nicht weg läuft? Im Endeffekt läuft diese Ansicht doch darauf hinaus, dass jeder, der was sieht, es sich nehmen darf, und der, dem es gehört, ist erstens Schuld dran, und muss zweitens ein schlechtes Gewissen haben, weil er wen anderes zu kriminellem Tun „verführt“.
Es ist ganz einfach, liebe Diebe: Die schmierigen kleinen Pfoten in der Tasche halten. Das hilft gegen Gefängnis. Und falls ihr eins auf die Finger braucht: Kommt vorbei, ich hab grad die richtige Laune dafür. Gratis gibt’s auch noch eins auf die Fresse dazu.
Schweinesauer,
Lily
Sonntag, 19. Juli 2009
Können
Neulich las ich bei Merlix, der die schöne Rubrik „Neu auf dem Nachttisch“ hat, etwas über Galsworthy.
Nun gehör ich noch zu den Leuten, die weiland vor gefühlten hundert Jahren die Forsyte-Saga im Fernsehen bewundert haben, komplett mit Soames und Winifred und Irene (Eirini :-) ), das war kurz vorm Haus am Eaton Place und knapp zu der Zeit der Waltons.
Also fernseherische Frühgeschichte.
Irgendwann in den letzten zwanzig Jahren hatte ich die Forsytes auf Deutsch gelesen, und fand, dass es jetzt Zeit ist, das mal in der Originalsprache zu tun. Schließlich hat der Mann nicht umsonst einen Literaturnobelpreis dafür bekommen. Richtig? Richtig.
Nun ja- trotzdem ich reichlich englischsprachige Lektüre habe, und eigentlich durch die Bank wenig Probleme damit, hat es mich eine Weile gekostet, mich da einzulesen. Ist schließlich schon so ca. 80 Jahre her, dass er das geschrieben hat, und auch die englische Sprache hat Veränderungen erfahren. Mal ganz abgesehen vom persönlichen Stil.
Inzwischen hat mich der Virus endgültig erwischt. Meine Güte, konnte der Mann schreiben.
Das schönste Stück Prosa, das ich je gelesen habe, nicht nur rein sprachlich, ist ein Einschub in die erste Trilogie (die Forsytes bestehen aus drei Trilogien, also insgesamt 9 Bücher), genannt „Interlude: Awakening“ (letztes Kapitel des dritten Teils des zweiten Buchs der ersten Trilogie...) . Es ist nicht mehr und nicht weniger als die Beschreibung eines Nachmittags im Leben eines kleinen Jungen, eines der insgesamt (also, bisher) vier Figuren in diesen Büchern, die Jolyon Forsyte heißen. Der Nachmittag, verbracht im Garten und in den Räumen eines Hauses auf dem Land, zeigt die Dinge, die der Junge so anstellt, enthält ein paar Rückblicke auf die Geschehnisse seit seiner Geburt – nie lang, nur in Stichworten und halben Sätzen- und steigt ein, als der kleine Junge oben auf der Treppe steht und überlegt, wie herum er das Treppengeländer herunterrutschen soll. Er wartet auf seine Eltern, die aus Irland zurück kommen sollen.
Die Eltern kommen wenig später nach Hause. Man isst gemeinsam zu Abend, und die Mutter bringt das Kind zu Bett. Als Jolyon nicht einschlafen kann, steht er noch einmal auf und hört seine Mutter durch das offene Fenster, wie sie im Salon Klavier spielt. Später, die Mutter schaut noch einmal nach ihm, trifft sie ihn wach an, und er darf die Nacht in ihrem Bett verbringen.
Es geschieht nicht viel auf diesen paar Seiten, aber es ist ungeheuer beeindruckend, wie Galsworthy die Gestalt des etwas einsamen kleinen Jungen zeigt, seinen Alltag und seine Freuden, die Mischung aus Einfallsreichtum und liebenswertem Dickkopf, die warmherzige Distanz, die sein Vater zu ihm hat und die Manifestation einer tiefen Liebe zu seiner Mutter.
Mit der farbigen Ansicht des Innenlebens des kleinen Jungen kriegt Galsworthy es gleichzeitig hin, eine weitere Zeitenwende in dieser langen Saga auf den Weg zu bringen, einen Generationswechsel und gleichzeitig die Vorstellung eines Protagonisten, der erst Jahre später in dieser Erwachsenengeschichte eine Rolle spielen wird.
Der kleine Junge taucht erst wieder auf, als er neunzehn ist, und sich in die Tochter des ersten Mannes seiner Mutter verliebt. Weiter bin ich noch nicht, aber ich glaube, dass er einer von denen sein wird, die die Geschichte weiter führen.
Dieses kurze Stück, sprachlich ein Genuss und sowohl von der Konstruktion in sich als auch in Bezug auf seine Stellung im Gesamtgeschehen so wunderbar präzise geschrieben, hat mir heute Nacht einen englischen Land-Traum beschert und dafür gesorgt, alle Versuche, selbst zu schreiben wegen Mangels an Talent in einer Schublade einer alten Kommode in einem abgeschlossenen Raum am Ende eines Flurs in einem Keller eines Hochhauses am Ende der Welt zu begraben.
Ihr solltet ihm dankbar sein, dem Herrn Galsworthy.
Ich bin ihm dankbar für dieses wunderschöne Stückchen Geschichte.
Lily
Samstag, 18. Juli 2009
Freitag, 17. Juli 2009
Noch n Film
Merkt ihr was? Ich kann gar nicht mehr anders.
Auf dem untigen (wenn es "obig" gibt, warum nicht auch untig?) Exemplar seht ihr, was Paul und Karl anstellen, um den Laserpointerpunkt zu fangen. Es gelingt nicht wirklich.
Der passiv herumliegende Kerl ist Eddie, und das, was im Hintergrund rumpelt, meine Waschmaschine.
Ach, und Emily taucht bei solchen Spielchen unter. Das ist ihr zu hektisch.
Donnerstag, 16. Juli 2009
Kartoffelstampfer.
Warum, warum, WARUM sind die so gemacht, wie sie gemacht sind? So, dass man oben auf ein mehr oder minder klein dimensioniertes (und damit potenziell spitziges) Ende des Stiels mit der Handfläche Druck ausüben muss?
Warum gibt’s nicht
a) breit endende Kappen zum Überstülpen oder
b) umklappbare Trickgriff-Dingsdas,
so dass endlich, endlich nach vollbrachter Tat erstens die Kartoffeln gestampft sind und zweitens die Handfläche intakt ist?
Hä?
Fragt sich
Lily.
Mittwoch, 15. Juli 2009
Mal ne Frage...
wenn ich einen Text aufnehmen will, so richtig mit gesprochen und so, auf meinem Rechner hübsch ordentlich speichern und dann auf CD oder DVD (welche Verschwendung... aber ein Cassettendings hab ich nicht da dran) oder auf meinen mp3-Player packen will- wie mach ich das? Welches Programm? Media Player oder WinAmp oder was nimmt man da?
Ratlos,
Lily
Dienstag, 14. Juli 2009
Rest in Pieces, Ottilie
Es passiert nicht oft in meinem Leben, aber gestern war es wieder so weit.
INSTINKT!! hat sich eingeschaltet.
Oft genug ist es nur Sodbrennen, aber gestern war es INSTINKT!!
Kurz vor dem Zubettgehen, mit frisch geputzten Körperersatzteilen überall da, wo sie hin gehören (Brille? Check. Insulinpumpe? Check. Zähne? Check.Check.Check. Ersatzhirn? Öhm.) warf ich noch ein paar nasse Kleidungsstücke in den Wäschetrockner, und startete das übliche Programm.
Es ist nett, abends im Bett zu liegen und wer anderes muss noch arbeiten. Auch, wenn er das für meine Stromrechnung tut.
Also, ich lag im Bett, und in der Küche wolfte der Trockner so vor sich hin.
Manchmal, nur manchmal schießt mir in solchen Situationen der Gedanke durch den Kopf, was ich wohl täte, öffnete sich die Wohnungstür und Francis Dollarhyde stünde da. Oder, noch besser, Hannibal the Cannibal schliche in mein Schlafzimmer- obwohl der bestimmt zu gesundheitsbewusst ist, um bei meinem Anblick nicht an seinen Cholesterinspiegel zu denken. Außerdem bin ich zäh.
Ich lag also in meinem Bett und versuchte, mittels Lesebrille (ach ja- die auch...) noch vor dem Einschlafen Retha Warnickes Prosa in „The Rise and Fall of Anne Boleyn“ wertzuschätzen, da traf mein Ohr ein Stöhnen.
Jawoll.
Ein Stöhnen, verehrteste Leser, von draculäskem Ausmaß.
Und nur wenige Augenblicke wieder: STÖHHHHN.
Dieses Geräusch... es suggerierte MASSE. PRÄSENZ, um nicht zu sagen ANWESENHEIT.
Eins war mir klar: Das stammte garantiert von keiner mir bekannten lebenden Seele in meinen vier Wänden. Keine der Katzen hat, trotz unbestreitbarer Meriten, so viel Persönlichkeit aufzuweisen wie diesem Stöhnen innewohnte. Ja, dieses Stöhnen war so gewaltig, dass mir recht schnell klar wurde, dass diese Wohnung definitiv nicht groß genug für uns beide ist.
Also, was tut die zarte, allein lebende Großstadtblume, wenn sie des Nachts fremdes Stöhnen hört? Immer vorausgesetzt sie ist sich sicher, an der richtigen Adresse zu sein?
Richtig. Sie nimmt sich ein Herz (es darf gern das eigene sein) und steht auf.
Geht in die Küche, weil es von dort just in diesem Moment erneut stöhnt.
Steht vor dem Trockner, welcher stöhnt, und fragt sich einen bangen Moment, ob alle Katzen... richtig, da sind sie, alle um den Napf versammelt.
Dann fasst sie sich das nächste Herz (ja.) und öffnet den Trockner.
Welchselbiger rülpst. Oder gurgelt. Egal. Auf jeden Fall macht er ein eindeutig organisches, die Vorstellung von Feuchtigkeit, Röhren und Adern und Gasen erweckendes Geräusch.
Und das mehrere Sekunden lang. Ein Trocknerfurz, eindeutig.
So etwas Bizarres ist mir in meinem ganzen Leben sehr, sehr selten untergekommen.
Aber ich hab ja auch selten INSTINKT!!
Die Wäsche im Trockner war ultraheiß, sehr, sehr, sehr trocken, und irgendwie war mir der ganze Aufriss nicht geheuer.
Ich hab dann das Ding abgeschaltet, die Wäsche weg geräumt und bin wieder ins Bett gegangen.
Heut morgen hab ich dann nachgeschaut. Offenbar sitzt die Trommel fest, sie lässt sich kaum noch drehen. Warum der Thermostat die Heizung nicht abgeschaltet hat, weiß nur der Himmel.
Aber ich vermute stark, dass das Ding hätte locker richtig überhitzen können, und dann? Dann bin ich mir nicht so sicher, ob ich heut hier sitzen und bloggen würde.
Aber zum Glück hab ich INSTINKT.
Mit soviel Ausrufezeichen wie ich will.
Wie bin ich froh, dass der Trockner keinen Namen trug. Sonst müsste ich hier jetzt noch „Rest in Pieces, Ottilie“ schreiben.
Stets die eure,
Lily
Montag, 13. Juli 2009
Erstmal
der romantische Ausblick aus meinem Küchenfenster- kurz bevor hier vorgestern die nächste Regenwand durchrauschte.
Und dann...
tadaa...
verwackelt, aber vorhanden:
Die.Neuen.Zähne.
Wow.
Und das Mittagessen hab ich auch runtergekriegt, Schonkost bei Muttern. Fragt nicht.
Schönen Tag,
Lily
Heatwave
Jetzt wird’s ernst.
Als ich heute morgen aufstand und in die Küche wankte, um wie üblich dem Getier zuerst das ihm zustehende Fresschen zu verpassen, fiel mir eine gewisse Nebeligkeit um das Fenster herum auf. Es handelte sich um kondensierte Feuchtigkeit- das Fensterglas ist kühler als die Luft draußen, und das morgens um sechs. Und es ist genug Feuchtigkeit in der Luft, um Tropfen auf der Scheibe zu verursachen, wobei es letztmalig gestern abend geregnet hat. Und die Sonne scheint, wobei sie ein paar gravierende Mängel in meiner Fensterputztätigkeit von Samstag aufdeckt. Da muss ich noch mal bei, wie Oma gern sagte.
Hab ich schon mal erwähnt, dass diese Tropenluft nicht so mein Ding ist? Vermutlich.
Außerdem muss ich gleich zum Zahnarzt. Uärgh.
Andererseits ist da das Filmchen vom dicken Paul, der auf der Couch liegt und sich von mir an den Füßen kitzeln lässt. Er scheint es zu mögen, ist aber der einzige der Viererbande, der nicht kitzelig ist. Wenn man drüber nachdenkt, ist er der einzige von Fünfen, der nicht kitzelig ist.
Das Filmchen vom dicken Paul ist eines von mehrerereren, die ich gemacht habe, seit die neue Kamera Heim und Herd mit mir teilt. Meine emotionale Beziehung zu diesem technischen Gerät, auf Comic-Ebene präsentiert, würde jede Menge dicker, pinkfarbener Herzchen erfordern. Ich liebe sie, so einfach ist das.
Es ist so EINFACH!!!! Und ich liebe sie!!!!! (Mit mir durchgehende Satzzeichen sind ein Symptom für eine ernsthafte Verstrickung das lasst euch gesagt sein).
So, und dann wollte ich euch teilhaben lassen und ein Filmchen (Katze! Und Wohnung! Und mein dämliches Gesäusel!!!) hierher setzen... aber pffft. Nachdem Blogger 4 Stunden gebraucht hat und immer noch nicht das Ende des Ladebalkens in Sicht war, hab ich aufgegeben. Und den Rat eines guten Freundes angenommen: Lad den Kram nach Youtube.
Da hats dann nur eine dreiviertel Stunde gedauert.
Ich finde, Paul hats geschafft, seine neun Kilo recht zierlich zu präsentieren. Das kann er gut, muss man ihm lassen. Es endet alles recht abrupt, als er nach der Kordel schnappt, die an der Kamera befestigt ist- mit ein Grund, warum dieselbe immer tieeef in einer Schublade vergraben auf ihren nächsten Einsatz wartet. Katzen sind manchmal recht merkbefreit und begreifen nicht, dass Menschenspielzeug und Katzenspielzeug nicht zwangsläufig identisch sein müssen.
Ach, und an irgendeiner Stelle sag ich „Eddie?!“ Das war ein Versuch, seinen Bruder mit ins Bild zu kriegen. Eddie ist nicht kooperativ.
Ich wünsche euch einen schönen Tag-
stets die eure,
Lily
Edit: Das komische "eh-eh-eh" im Hintergrund ist Karl, der einen Vogel entdeckt hat, vermutlich auf dem Balkon. Er ist ein komischer Kater.
Sonntag, 12. Juli 2009
Ärgerlich...
ist es, wenn man mal wieder ein Lilyskop gebastelt hat, und dann das ganze ohne Überschrift veröffentlicht. Das bedeutet, auch wenn man dem Ganzen nachträglich noch eine Überschrift gibt, wird diese in keinem Feed erscheinen. Sondern nur das Datum. Grrr...
Naja, dafür ist das hier kostenlos. Immerhin =0)
L