Montag, 9. Oktober 2017

Oha

Zwei Monate her, und der Blog gähnend leer... Aus euren Kommentaren erkenne ich, dass andere hier öfter vorbeischauen als ich.
Nun gut.
Ich war also im Urlaub.
Die erste Woche hab ich mir selbst ordentlich versaut, weil ich (und ich wage es kaum zu sagen) noch kurz vor der Abreise die fast leere Ampulle mit dem Langzeitinsulin ausgewechselt habe. Dann hab ich alles Zubehör eingepackt, und bin, unter Mitnahme der Freundin S., Richtung benachbartes Ausland aufgebrochen.
Natürlich unter Mitnahme der Plastikdose mit allerlei Diabeteszeug- Teststreifen, Ersatznadeln, Nachfüllampullen.
Und dann ging es rund:
Abends die Dosis Langzeitinsulin gegeben. Zwei Stunden später unterzuckert, und zwar kräftig. Einsatz von Notfall-Kohlehydraten. Morgens Blutzucker von > 400 mg/dl.Frühstück fällt dann aus, und der Tag zog sich hin, mit sehr schweren Beinen, extremer Müdigkeit... und einem kräftigen Unterzucker so gegen zehn. Weiteres Messen ergab stets irre hohe Werte, mit sämtlichen Begleiterscheinungen... und das ging eine Woche so weiter. Kräftige Unterzucker mit Werten von um die 40, abwechselnd mit Ergebnissen, die einem die Schädeldecke anheben.
Es hilft nicht, dass man mit sehr hohen Werten nicht mehr gut denken kann. Und es hilft auch nicht, wenn die Mitfahrerin bereits leicht angepisst ist, dass man nicht fröhlich und guter Dinge munter fürbaß schreitet. Zudem hatte die erste Nacht in der Mini-Hüpfburg, die von seiten der Vermieterin als Bett für zwei vorgesehen war, zu einer spontanen Lagerbauaktion und meiner Umsiedlung auf den Fußboden geführt. Wenn ich eins nicht leiden kann, ist das eine durchgehende Matratze. Einsvierzig breit. Für zwei, die nicht die halbe Nacht aufeinander liegen wollen.Nächte auf dem Fußboden, mit der diabetesbedingten häufigen Notwendigkeit, zum Klo zu rennen, sind aber auch nicht gut, Herrschaften. Nicht für meinen Rücken und nicht für mein Durchschlafen.
Nach einer Woche irrer Blutwerte dann hatte ich einen Geistesblitz und bin mal nachschauen gegangen- und hab dann festgestellt, dass ich in der Eile vorm Wegfahren in den Pen für das Langzeitinsulin...auch eine Ampulle Kurzzeitinsulin reingeschraubt hatte.
Das kann nicht funktionieren, und tut es auch nicht. Leider unterscheiden sich die zwei Insuline nur durch einen Farbring. Leider sind die beiden (das altbekannte Langzeit- und das relativ neu angewendete Kurzzeitinsulin) vom selben Hersteller, und passen daher auch beide in beide Pens. Leider hatte ich bis vor ein paar Wochen vom Langzeitinsulin Fertigpens, die nach Nutzung weggeworfen werden, und die man, türkis wie sie sind, nicht mit dem silbernen Pen für das Kurzzeitzeugs verwechseln kann.
Leider war ich ein nicht ganz bei der Sache seiender Vollhorst.
Nach einer Woche und zwei Tagen der wiederkehrenden Blutzuckernormalität ging es dann aufwärts.
Da konnte ich dann auch den Strand genießen (bei Temperaturen um 18 Grad um die Jahreszeit keine Selbstverständlichkeit), Amsterdam abscheulich unruhig finden und einen kontoleerenden Ausflug nach Haarlem ganz wunderbar.
Abgesehen davon war auch in der ersten Woche der Strand grandios, das Essen (low carb, dank der Freundin- wer weiß, was sonst passiert wäre...) fantastisch, der Nachbarhund ganz einfach anbetungswürdig, und ich habe es gehasst, schon wieder hier zu sein.



 Man achte auf die Zöpfe vom Hund.
Hach, Moush.


Donnerstag, 10. August 2017

Es ist August

der zehnte August, und ich hab seit Ewigkeiten nix mehr geschrieben. Es ist nicht so, dass mir nichts mehr einfiele. Nein, da ist derzeit vieles, aber es reicht nicht von der Couch bis an den Schreibtisch- diese doofen mobilen Dinger haben das Platz nehmen am Rechner (zu Hause, meine ich) zur Ausnahme gemacht.
Daher hier kurz das Wesentliche zusammengefasst:
Die Lily hat alle abgenommenen Kilos wiedergefunden und ordentlich an den Hüften und den runden Beinchen befestigt, wie sich das gehört.
Die Lily hat sich zum WS 2017/18 für einen Bachelor in Kulturwissenschaften immatrikuliert und kann prompt an der Eröffnungs- Info-Veranstaltung nicht teilnehmen wg. Urlaub. Im Ausland. Jawoll.
Die Lily hat nur noch zwei Katzen, diesmal jedoch nicht durch Seuchen- sondern durch Abgabe-Einwirkung, denn die Trudi ist viel glücklicher als Einzelkatze bei einem Einzeldosenöffner.
Die Lily doktert gerade mithilfe der örtlichen Diabetologie an ihrem Zucker herum. Bisher mit nicht so viel Erfolg.
Die Lily grüßt euch alle ganz herzlich :-)

Freitag, 9. Juni 2017

Wir fräsen, oder: Geglückte Investitionen

Wer kennt das nicht? Something shiny am Horizont. Irgendwas glitzerndes, das sich verlockend auf der Amazon-Seite räkelt und verführerisch raunt: Kauf mich.
Aus den verschiedensten, im Endeffekt nicht immer stichhaltigen Gründen fällt man auf dieses Geraune herein, und klickt mit zugekniffenen Augen auf SofortKaufen, nur um zehn Tage später mit sinkendem Mut zu konstatieren, dass das wohl ein Schuss in den Ofen war, und man das Ding nun eigentlich wirklich nicht braucht. Entweder, weil es nicht so funktioniert wie gedacht oder weil es dann doch zu teuer ist für das, was man sich davon erhoffte.
Fleißige Menschen schicken es dann zurück. Leute, denen ihre Fehlentscheidungen peinlich sind, räumen das Ding weg und versuchen, es unter "Dumm gelaufen" zu verbuchen, verbunden mit dem festen Vorsatz, das nie wieder zu machen. Der Vorsatz ist so fest wie kurzfristig.
Unter diese Kategorie kann ich Dinge wie den Staubsaug-Roboter verbuchen, der seit Jahren von Herrchen zu Herrchen wandert, weil niemand ihn wirklich gebrauchen kann. Der Nutzvorteil, nämlich die Katzenhaar-verseuchte Bude dauerhaft von denselben zu befreien, war gleich Null, der Nachteil, die Katzenhaarverstreuer zu verschrecken, maximal. Zudem war meine Wohnung offenbar nur für Menschen und Katzen navigierbar, Roboter finden sich nicht zurecht und verenden regelmäßig unter einem Möbelstück, von wo aus es kein Entkommen gibt.
Es gibt aber auch beglückende und dauerhaft erfreuliche Erwerbungen.
Davon habe ich in den letzten Wochen mehrere gemacht:
1. Der Schredder.
Ich bin ein Unterlagen-auf-Stapeln-Ableger. Ein Exfreund sprach von mir als der Bergbauerin. So eine baut Berge. Von Unterlagen. Die mindestens mit meinem Namen, wenn nicht mit noch mehr persönlichen Daten versehen sind, was es unmöglich macht, sie einfach so weg zu werfen. Daher haben sich im Laufe vieler, vieler Jahre viele, viele Unterlagen zu einer stattlichen Anzahl Stapel gesammelt. Die nehmen Platz weg, sehen Scheiße aus und bedrücken, weil man irgendwann auch nicht mehr weiß, ob nicht doch was wichtiges drin liegt. Dazu sammeln sie Staub an, welchselbigen man wirklich nicht mit einem Staubsaugerroboter weg kriegt.
Also habe ich mir nun endlich einen Aktenvernichter gekauft. Nicht den allerbilligsten, aber auch keinen CIA-Beweisannihilator, der zwei Aktenordner je Minute schreddert.
Und seither sitze ich abends da, neben mir der Schredder, der friedlich und glucksend vor sich hin fräst, und vor mir ein Stapel von Papier. Der minütlich kleiner wird.
Gut angelegte 29 €.
2. Der Kurs
Vor einigen Jahren schon habe ich über ZeitzuLeben einen Selbstcoaching-Kurs gemacht, und Anfang diesen Jahres noch einen. Beide hatten einen nachhaltigen Effekt auf mich, und haben zudem noch Spaß gemacht. Das ganze fand jetzt einen vorläufigen Höhepunkt in einer sogenannten Challenge, was auch ein Kurs ist, aber schneller. Jeden Tag, über 30 Tage, gibt es eine Aufgabe, und die Summe der Aufgaben und Übungen führen einem im Idealfall zu einem Ziel. Diesmal ging es um Sowas wie Zielentwicklung und persönliches Wachstum. Ein wunderbarer Kurs, der mich 79 € gekostet hat und mehr gebracht hat als 12 Wochen stationäre Psychotherapie, was die Zielbildung betrifft. So ein Kurs hätte mich nicht so aufbauen können, wie die Klinik das damals tat, aber in Bezug auf das Leute-in-die-Gänge kriegen ist deren Ansatz echt unschlagbar. Ich habe es tatsächlich geschafft, aus dem vagen Gefühl des "Es wird sich nichts mehr tun in deinem Leben" zu einem "Oh doch" zu kommen. Zu einem sehr konkreten Oh-doch. Ich genieße jede Minute.
Das nur für heute.
So siehts aus, Herrschaften!



Mittwoch, 31. Mai 2017

...des Teufels

Den gestrigen Feierabend habe ich damit verbracht, ein, zwei Möbelstücke ins Haus zu schleppen und dort für ihre künftige Benutzung vorzubereiten.
Den Balkontisch habe ich auf den Balkon gebracht. Alles ist gut.
Die kombinierte Küchensitz-/Schuhaufbewahrungsbank habe ich zusammengebaut.
Anderthalb Stunden lang musste ich dafür in der Arbeit nicht zuträglicher Haltung zubringen, um mittels Behelfswerkzeug eine Explosionszeichnung in einen Tätigkeitsablauf umzusetzen. Ein Puzzle aus mehreren großen Holzteilen, bei denen leider kaum festzustellen war, welches wofür gedacht war. Alle wiesen nicht nur die Vorbohrungen und Montagelöcher auf, die man für diese Bank brauchte. Nein, offenbar handelte es sich um den Spitzgdackelschäferhund der chinesischen Kleinmöbelindustrie- es waren doch erheblich mehr Löcher drin als nötig. Ein Sortierungsschema anhand abgezählter Bohrungen schied schon mal aus.
Bleibt Trial-and-Error, auch als "Versuchmachtkluch" bekannt. Die ersten zwei Versuche brach ich kurz vor Vollendung wegen a) schief und b) falsche Kanten vorn (rauhes Sperrholz, nicht der schicke Umleimer), außerdem schief, ab.
Beim dritten Versuch stellte sich dann heraus, dass zwei ziemlich essentielle Bohrlöcher eingespart wurden. Daher blieben zwei Möbelschlösser samt Schrauben  übrig, und gesellten sich zu den Schrauben der nicht angebrachten Topfscharniere. Denn, wie das Leben so spielt, meinen schicken, kleinen, bisher nicht gebrauchten Akkuschrauber, den ich vor ungefähr sechs Wochen gut weggelegt habe, damit ich ihn jederzeit finde, wenn der Fall der Fälle eintritt, war unauffindbar. Und ohne Schrauber keine Scharniere.
Jetzt ist die Schuhbank soweit fertig und harrt nur noch der Anbringung der Sitzfläche. Und ich vermute mal stark, dass meine Möbelaufbauzeit abgelaufen ist, denn meine arthritischen Hände sind heute für nix Sinnvolles zu gebrauchen.
Aber, jay, ich habe eine Sitzbank, wenn man auch nur dann drauf Platz nehmen sollte, wenn man nichts gegen Leisten hat, die sich einem in den Hintern bohren. Und wahrscheinlich alsbald abbrechen.



Dienstag, 23. Mai 2017

Echt kaputt...

... war das Handy nach 10 Tagen.
Wirklich. Ehre-Schwöre kaputt. Akku im Eimer, Laderoutine im A..., Telefon zurückgeschickt, neues gekauft.
Ein anderes, denn man weiß ja nie.
Was ich auch nicht wusste, ist, dass James Bond nach einer literarischen Quelle in Wattenscheid geboren wurde.
Immerhin. Nebenan, sozusagen.
Das zum Gedenken an Roger Moore...

Montag, 8. Mai 2017

Es ist so schön

Dies ist ein hundertprozentig profaner Artikel, der lediglich die Haptik und die Optik meines neuen Telefons besingen soll.
Extrem geschmackvolles Weiß, und so wunderbar glattes Material, dass es nicht nur bei eingeschaltetem Vibrationsalarm, sondern auch bei nur leichtem Gefälle sehr elegant vom Tisch rutscht. Zugegeben, das ist ein Haken, aber dafür sieht es dabei hinreißend schön aus.
Es ist sehr empfindlich gesonnen gegenüber der Magnetisierung der Tablet-Hülle, auf der ich es abgelegt hab, damit es eben nicht vom Tisch rutscht. Denn die Hülle vom Tablet ist antirutsch. Legt man es auf das Tablet, schaltet sich das Telefon nach einigem verärgerten Bildschirmrunzeln einfach mal ab. Sehr interessant.
Es ist das teuerste Handy, das ich je hatte, was was aussagt, wenn man weiß, dass ich seit 1998 eigentlich nur prepaid-Handys besitze. Ohne Simlock. Selbst dieses macht aber das Telefonieren im Schnitt immer noch billiger als der billigste Vertrag. Was aber auch nur deshalb wahr ist, weil ich mit dem Ding vieles mache, aber vielleicht drei Telefonate im Jahre führe. Der Rest wird benötigt fürs Chatten und Fotografieren.  Für Mutter Dinge bei Amazon kaufen, und googeln, wenn mir was nicht einfällt. WLAN ist überall wo ich bin, also ist auch die Internet-Flat in minimalem Zuschnitt höchst ausreichend.


Und es ist schön anzusehen, erwähnte ich das schon?



Mittwoch, 3. Mai 2017

Ich bin...

die Person, für die Google und Co. den Button "Passwort vergessen?" erfunden haben.

Dienstag, 2. Mai 2017

Beliebtheit. Oder auch nicht.

Ich hab ein recht gutes Handy. Ja wirklich, mir hat es gute Dienste geleistet. Schmiert nicht ab, macht keine Zicken und ganz gute Fotos. Was es nicht so dolle macht, ist die Sache mit den Updates. Es enthält eine Menge X von vorinstallierten Apps. Apps, die man nicht los wird. Alle diese Apps werden von Google bereitgestellt, und führen permanent Updates aus, wenn man sie lässt. Ich will diese Apps nicht. Ich brauche keine Google-Kiosks für haste nicht gesehen was noch. Mir reicht meine Medion-App für AldiTalk, und weil ich verwegen bin, Whatsapp  und die Amazon App, neben denen, die, wie Uhr, Kalender, Taschenrechner, Kamera... Bestandteile des Handys selbst sind.
Die speicherfressenden Apps, die ich nicht haben will, kann ich nicht löschen. Nun könnte ich sie ignorieren, wenn, ja wenn sie nicht durch ihre permanente Updaterei mir den kompletten Speicher des Telefons blockieren würden. Alle paar Tage fordert mich das Telefon auf, doch bitte die Aldi-Talk-App oder Whatsapp zu löschen, damit irgendeine Googlescheiße sich auf dem Handy noch breiter machen kann. Klar sind acht G Speicher nicht viel. Aber da ist es besonders ärgerlich, wenn sich Whatsapp nicht davon überzeugen lässt, Bilder- und Videodateien doch bitte gleich auf die Speicherkarte zu schreiben, wenn überhaupt jede kleine miese App originäres RAM braucht, um zu laufen, und sich nicht bequem auf der Speicherkarte installieren bzw. dahin schieben lässt. In den letzten Wochen war es so, dass ich den Download von Bildern und Videos verweigern musste, weil mir sonst das Gerät komplett abgeschmiert wäre. Es erdrosselt sich sozusagen selbst.
Glanzleistung, wirklich.

Das neue Gerät kommt heute. Mal sehen, wann die 32 G an ihre Grenzen stoßen.

Seufz. First World Problems.

Montag, 17. April 2017

Ärgernis

Kleiner Hinweis an die Werbetreibenden hier im www: Es erhöht keinesfalls die Beliebtheit einer Marke, wenn als Warteschleife zwischen zwei Leveln eines Spiels immer.dieselbe.dreißig.Sekunden.Werbeeinblendung stattfindet. Mich beschleicht da der Verdacht, dass die Spieleanbieter den Werbekunden inzwischen genau so hassen wie ich. Kann doch echt nicht sein, Leute.
Abgesehen davon, dass die Werbeaussage genau so hakt wie diese verf... Tastatur, die ich hier behämmere.
Da steht eine Frau im Deko-Wahn. Umgeben von Tüten und Beuteln, arrangiert sie belanglose Kerzenhalter. Der hinzueilende Gatte fragt, ob sie dieser Dinge tatsächlich bedürften. Sie antwortet darauf, dass sie das nicht bräuchte. Aber sie habe Bock drauf gehabt, so wie auf ihn damals.
Was lernt der Kunde?

a) Man sucht sich den Partner offenbar aus, wie man Kerzenhalter aus Massentierhaltung Massenproduktion wählt.

b) Es ist egal, ob man etwas braucht. Man schmeißt sein Geld gern mal so raus.

c) Wohnungen sind um so begehrenswerter, je mehr man sie anfüllt- in dem Zimmer da ist zu wenig Platz für Sauerstoff, um länger als eine Stunde am Leben zu bleiben.

Und jetzt geh ich wieder auf meine Couch und denke weiter darüber nach, was man eigentlich den Völkern dieser Welt ins Trinkwasser getan hat. Und in wieweit Massen und Masochismus mehr als nur die ersten drei Buchstaben gemein haben.
Es ist unfassbar.
Trump. Putin. Erdogan. Duterte. Kim Jong-Un. Assad.
Und eine Menschheit, die mit jeder neuen Generation von Wahlberechtigten offenbar mehr vergisst, als sie je gelernt hat.

Da gibts ja den Bilderwitz, auf dem sich zwei Planeten begegnen.
Sagt der eine zum anderen: "Wie gehts?"
Sagt der andere: "Schlecht. Ich hab Homo Sapiens."
"Das geht vorbei..."
Um meinen lieben Freund Klapsenschaffner zu zitieren:

So siehts aus, Herrschaften. 

DieLily






Montag, 3. April 2017

...und da bin ich schon wieder

Echt kaum zu glauben, so schnell gehen zwei Monate herum. Ich sollte bei der Frequenz des Schreibens überlegen, die Webadresse aufzugeben und zu Einkaufszetteln zurück zu kehren. Sowas aber auch. Zwischenzeitlich bin ich der Pension wieder ein Stück näher gerückt, kann es kaum noch abwarten- 11 Jahre noch, und dann ist das auch vorbei. Was ich ab da dann so anstelle, weiß ich immer noch nicht. Nach meinen Wochenenden zu urteilen, wird das langweilig und sehr öde, und irgendwann hab ich dann, mangels Tageslicht, Skorbut und ranze so auf meiner Couch vor mich hin.
Zu deutsch: Der Arsch, der moppelige, verlässt momentan das Sofa nur höchst ungern. Die Anschaffung eines E-Book-Readers war eine gute Idee, einerseits. Andererseits kann man wirklich und wahrhaftig dann überall lesen. Es fällt unter der ganzen "wir gehen mit gesenktem Kopf durch die Welt"-Bewegung gar nicht mehr auf, dass das Ding höchst unkommunikativ ist und man damit keine Mails verschicken, Fotos machen oder mit Freunden chatten kann.
Da fällt mir ein, dass ich neulich mit meinem Handy telefonieren musste. Gute Güte. Das tu ich so selten, dass ich wirklich ordentlich rumgeeiert bin, bis ich dann Anschluss hatte.
Jedenfalls entdecke ich einen lesenswerten Autor nach dem anderen, und selbst der Fernseher bleibt abgeschaltet. Derzeit lese ich die Nicht-Appleby-Romane von John Innes Mackintosh Stewart, der als Michael Innes eben jene Romane geschrieben hat, in denen Inspektor Appleby ermittelt. Milde Krimis, nicht allzu blutrünstig und auf angenehme Weise spannend. Anschließend hab ich die nicht sehr milden Tess-Gerritsen-Romanvorlagen für Rizzoli & Isles gelesen, und bin nach diesen dann wieder bei Preston & Child gelandet, wo ich mir Agent Pendergast zum zweiten Mal reinziehe. Natürlich ist das alles nix für wirklich gebildete Menschen, aber ich hab als Entschuldigung, dass ich sie alle auf Englisch lese und mich damit in einer Fremdsprache vervollkommne. Insofern möge man mir verzeihen, dass meine Wahl nicht auf Nobelpreisträger fällt. Einen oder zwei hab ich auch davon schon  in der Hand gehabt, lesbar fand ich nur Böll. Den aber sehr.
Weder mein Buchgeschmack noch der in Musik oder Filmen ist was anderes als schlichter Mainstream, demnach.
Dafür bin ich aggressiver als der Durchschnitt, lauter, und meine Sätze sind länger.
Alles wird gut.-

Die Lily

Montag, 13. Februar 2017

Wo war ich?

Abgetaucht war ich. Grenzmäßig gings mir, mit Schwerpunkt schlecht, von Schlafstörungen bis zu Heulanfällen wieder alles dabei. So übel war es schon lange nicht mehr.
Von Motivation zu irgendwas keine Rede. Zwei Monate irgendwo in meinem mentalen Horror-Freizeitpark, auf der Achterbahn.
Mein Schlafdefizit ist mächtiger als das auf meinem Konto, meine Hände sehen aus, als wären sie im Schredder zur Hospitation gewesen, und mein Hintern wird auch immer dicker.
So langsam schleicht sich wieder ein Rhythmus ein in meinen Tag, der nicht mehr nur aus "Kaffee auf der Couch, und dann still halten bis zum Ins-Bett-Gehen" besteht. Natürlich war ich nicht krank geschrieben, dafür hätte ich zum Doc gemusst, und ich hab grad keinen Birnen-Geraderichter. Statt dessen hab ich im Büro so getan als wüsste ich, wo es lang geht, und die komplette Belegschaft mit demotivierenden Wutanfällen geplagt. Mein Chef nimmt reißaus, wenn ich um die Ecke biege. Was mich einige Wochen lang noch wütender gemacht hat.
Wut kann ich nicht gut. Da tob ich entweder, bis der Putz anschließend leise von der Wand rieselt, oder ich renn weg.
Seit zwei, drei Wochen bin ich auf dem Weg aus dem Rückfall. Über Aktivität und Motivationsförderung, wie eigentlich immer, das funktioniert bei mir. Natürlich ist der Einstieg grottenübelschwer.
Gestern dann hab ich an meinem neuen Rechner ein paar Sortierungsarbeiten gemacht (jawohl, da bin ich schon. Wohnzimmer ist auch gestaubwischt). Ich klick mein Bildbearbeitungsprogramm an, das fängt an, sich die Bilder von der alten Platte zu holen und die ersten Fotos, die ich sehe, sind die von meinem Enkel.
Direkt nach der Geburt zuerst, dann Fotos die zeigen, dass er immer weniger wird. Die letzten drei sind vom Friedhof.
Das wars dann mit dem Sonntag.

Drei Jahre sind es im Mai.

Sorry dafür, aber das muss leider raus, da ist sonst niemand, dem ich das erzählen kann. 


Freitag, 10. Februar 2017

Gift und Gegengift

Auf den Privatsendern, die mit Vorliebe Fiktion für den Mädelsabend senden (Sixx und so) kann man derzeit zwei Arten Werbung beobachten:

Gift und Gegengift.

Zum Beispiel Spots, die nur das Kaufen als Tätigkeit bewerben- mittels Apps, Punkten und so weiter, die die Erfüllung der Begehrlichkeiten der Menschen durch vermeintliche Belohnungen versüßen.
Danach kommt dann der Spot, der das Gegengift ist: Da kann man die aus den obigen Impulskäufen zu Hause sich ansammelnden Produkte gebraucht wieder verscherbeln. Es geht, wohlgemerkt, bei der ersten Spotvariante NICHT mehr um die Gegenstände, sondern nur noch um den angeblichen Lustgewinn beim Shoppen selbst.

Oder:

Die Süßigkeit/das Kultgetränk/die Kalorienbombe, die man einfach haben muss, wird im ersten Spot beworben.
Anschließend darf man sich dann eine App/ein Programm/ein Pülverchen nahelegen lassen, dass das Gleichgewicht wieder Richtung schön, schlank, gesund und sportlich verschiebt.

Seltsam.

Ach, und schönes neues Jahr :-)




Donnerstag, 15. Dezember 2016

Was das Leben leichter macht

Da gibts so n paar Dinge, die erleichtern den Alltag. So manche(r) setzt da gnadenlos auf Optik, verstärkt durch Klamotten und Styling, um besser durchzurutschen im Leben.
Nach einigen entsprechenden Rückmeldungen hab ich beschlossen, mal auszuprobieren, ob ich tatsächlich eine erotische Telefonstimme habe (solange weder Bildschirmtelefonie verbreitet ist noch die Lily schöner wurde, kann ich auf Sichtbares nicht so bauen... :-))Und siehe da. Wohl moduliert, ein bisschen rau an den Ecken gelassen, etwas Satzmelodie zur Abrundung, und es wird ...

Handwerker? Behörden? Versicherungen?  Alles prima, solang keine Frau heterosexuellen Glaubens an der Strippe ist. Das ist dann nicht so erfolgreich. Aber man kann nicht alles haben.
In diesem Sinn:
Fröhliche Neukonzeptionierung und einen guten Rutsch ins neue Jahr,

vonne Lily

Mittwoch, 30. November 2016

Es wuselt.

So ein Haushalt gerät schnell aus den Fugen, wenn da ein neues Herzchen einzieht. Im Grunde läuft es ganz gut, bedenkt man, dass alle Beteiligten keine Kinder mehr sind. Es gibt vergleichsweise wenig Gebrumm, und seltener noch ein Fauchen. Ab und zu kriegt einer mal eine Watschen ab, aber ohne wirkliche böse Absicht.
Klar, die Karten werden neu gemischt, und die Stammbelegschaft sieht die eigene Position in Gefahr. Der Große Vorsitzende macht seinen Job ganz gut, und demonstriert Anwesenheit, ohne allzu aufdringlich zu sein. Die kleine Miez ist nur halb so hoch und so schwer wie die zwei Anderen, behauptet sich aber tapfer, wobei ihr zu Gute kommt, dass sie die Verspielteste und vermutlich Intelligenteste der Bewohner ist. Sie leert auf jeden Fall das Fummelbrett entschieden schneller als die zwei Großen, und hat daher das meiste von den Leckerchen auf ihrer Seite des Parcours'.
Das Trudi-Tierchen hat noch nicht genug Entspannung aufgebaut, um in Ruhe zu spielen oder auch nur mit den Beiden herumzutoben, sie schaut aus dem Fenster und ergötzt sich an vorbei fahrenden Autos, die sie wohl endlos faszinierend findet. Jeden Morgen, wenn ich ihr Zimmer betrete, hüppt sie auf die Kratztonne, schmeißt sich auf die Seite und schnurrt laut, während ich sie kämme und das dicke Fell bürste. Sie ist richtig langhaarig, scheint aber nicht in so einem Tempo Fell abzuwerfen, wie Karl das noch tat. Der hatte zwar kurzes Fell, aber ordentlich Unterfell, das in ganzen Wolken in der Wohnung unterwegs war.
Trotzdem ist natürlich die Anspannung für mich fühlbar, und ich merke auch, dass mich das sehr in Anspruch nimmt. Sobald irgendwo was grummelt, bin ich alarmiert. Manchmal bringt tatsächlich nebenan jemand die Bohrmaschine zum Einsatz, manchmal ist es Trudi, die sich in die Enge gedrängt fühlt.
Die Dinge sind in Bewegung, soviel ist sicher.




Dienstag, 22. November 2016

Fotos

von der Neuen.




Das Fahrrad und den Müllsack verzeiht mir, bitte- Altkleider und ein Fahrrad aus dem derzeitigen Katzenzimmer im Flur-Asyl. Das Rad kann da nicht umkippen.

Alles in Allem eine imposante Erscheinung, die etwa die Hälfte von Paul wiegt. Der hat derzeit zu kämpfen, denn er ist der Clanchef. Und da kommt dann so eine Braveheartine daher, und ist einfach anwesend. Da muss man sich aufregen...


Samstag, 19. November 2016

Und immer wenn du denkst, jetzt reicht es hier...

wackelt von irgendwo eine Katze zu mir.

Der freie Platz auf meiner Couch ist ab morgen wieder vergeben. Gundi zieht bei mir ein, sie ist eine sehr liebe und geplagte Maine-Coon-Katze, sieben Jahre alt und leider höchst unglücklich, weil der ebenfalls bei ihren Dosenöffnern lebende Hund sie auf dem Kieker hat. Da sie sich nicht wehrt, ist sie Beute.
Die Besitzer sperren jeweils ein Tier weg, aber das ist keine Lösung. Vor allem, da die Katze nur Stress hat und der Hund natürlich auch einen Rappel kriegt.
Ich hatte mir geschworen, frei werdende Plätze nicht mehr neu zu besetzen und das Katzenthema auslaufen zu lassen... aber nicht damit gerechnet, dass ich diesen Entschluss schon so bald vor mir selbst verteidigen müsste. So hat mich die Freundin kalt erwischt, die einfach angefragt hat, ob ich die Pelzdame nehmen würde.
Eine Nacht hab ich überlegt, und gestern Abend habe ich sie kennengelernt.
Was soll ich sagen: Love at first sight.
Seufz.


Mittwoch, 16. November 2016

Das Lied des Kastraten

Hier chez Lily gibt es ja nur ehemalige Kätzinnen und Ex-Katzenmänner. Also, alles Kastraten. Wie viele von den menschlichen Kastraten, die bis in die Neuzeit hinein um ihrer Stimme willen Teile ihres Körpers verloren, hat auch Paul, der Ex-Mann, keine besonders bassige Stimme entwickelt. Nein, er soprationiert so vor sich hin, am liebsten abends, am liebsten im Flur, denn da hallt es so schön.
Er pault halt gern, der Jaul.
Äh.
Vorgestern abend, es dunkelte schon, saß er wieder im Flur und sang die Wände an, Lieder von Trauer und dem Abschied von allem Weltlichen... ich singe dann immer den Kontraalt dazu und versuche, ihn davon zu überzeugen, dass er nicht "alleun auf döser Wööölt" ist, wie Seelefant bei Urmel sang.
Irgendwann dann schwieg er, kam auf mich zu, als ich mein Handy ans Ladegerät hing (kommt zwischen Zähneputzen und Ins-Bett-Gehen), schlängelte sich in Achten um meine Knöchel und maunzte nur noch leise.Ich kraulte ihn ein bisschen, es war dunkel in der Wohnung und ich schon ein bisschen schläfrig.
"Hast du etwas gesagt?" ertönte plötzlich eine kühle Stimme hinter mir- und mir blieb das Herz fast stehen.
"Ich habe dich nicht verstanden!" sagte die Stimme, und ich war bereit, jemanden mit meinen (zugegeben, kurzen) Fingernägeln zu zerfleischen, um meine Tugend Katzen gegen jeglichen Angreifer zu verteidigen.

War aber nicht nötig. War nur mein Handy, das mein Gequatsche mit dem Kater auf sich bezogen und dann nicht verstanden hatte.
Puh. Noch mal davon gekommen.

Montag, 7. November 2016

Neue Kiste

Da wir Anfang Dezember zum Rudelimpfen gehen, die Katzis und ich, habe ich jetzt eine neue Box beschafft.

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft
Ich bin mir nicht hundert Prozent sicher, ob es eine gute Idee ist, mit beiden in einer Kiste zum TA zu fahren. Bisher hatte ich immer je Katze eine Box, aber in keine davon passte Paul (links im Bild) so richtig rein. Da musste man immer ordentlich falten, damit man ihm weder Ohr noch Schwanz abklemmte. Bzw., bei den Frontladern, waren die Türöffnungen zu schmal für ihn, der brauchte sich nur aufplustern und schon ging nix mehr. Eigentlich mag ich für Katzen lieber Toplader, da können sie nicht einfach alle Viere ausfahren und sich außen (oder innen...) fest in der Türöffnung verankern. Aber die werden meist auch nur von einem Schloss aus Plastik gehalten, und ich traue den Deckelgriffen und auch den Plastikschlössern nie so richtig. Bei einer besonders preisgünstigen Box ist mir mal der Griff aus der Verankerung gerutscht. Zum Glück ist das ohne Blessuren und ohne Flucht ausgegangen. Aber die arme Emily war schon reichlich verdattert.
Karl hab ich in der Deckelbox mittels Schulterriemen transportiert, aber die zwei sind wehrhafter, weil gesund, und ich fürchte um meine Kleidung.
Aber wer weiß. Vielleicht pack ich auch die Kleine in die Klappkiste, die ist immer noch nicht soo zahm, und obwohl Paul der schwerere Brocken ist, ist er auch ein echter Gemütskater. Aber trotzdem:




Das falsche Ende der Katze.

Am Wochenende hab ich (natürlich? natürlich.) die Homepages der Tierheime in der Umgebung angeschaut. Nur mal so.
Aber zum Glück hat nichts mein Herz so bewegt, dass ich Grund zum Losfahren-und-Kennenlernen gehabt hätte. Und das war auch gut so. Es gibt viele arme Kätzchen und Kater und Katzen, die im TH sind, aber ich bin derzeit mal echt froh, nur eine Katze pro Hand kraulen zu müssen.
Außerdem hatte ich mir vorgenommen, die Plätze nach und nach abzubauen. Denn je mehr Katze, desto mehr Futter, Streu, Spielzeug und Arztkosten.

Und auch mehr Herzschmerz, wenn sie gehen. Ich glaube nicht, dass ich das noch oft aushalte.

Mittwoch, 2. November 2016

Da waren's nur noch zwei

Gestern Abend, spät, sollte Karl noch sein Abend"essen" kriegen,  wehrte sich jedoch mit aller restlichen Kraft. Ich hab ihn gelassen... denn er hatte offenbar Blähungen😯 und da wollte ich ihn nicht noch mehr verstören.
Heute morgen dann hat er laut gejammert und geschrien, als ich mit der Spritze voll Päppelzeug kam. Da gab es dann die zweite Dosis Novaminsulfon. Minuten später robbte er von der Couch, fiel zu Boden und krampfte. Es gab nur eine Lösung: Er musste wieder mit ins Büro. Von da aus ist man schneller bei der Tante Tierarzt. Und man ist unter Kontrolle, was mir wichtig war.
Inzwischen kennen die mich da, also bei der Tierärztin, und wir kamen schnell dran. Die Ärztin teilte meine Meinung, dass alles weitere Behandeln Quälerei wäre, und er ist auf meinem Arm sehr friedlich eingeschlafen.
Ach, mein Karl.

Ach... :-(((




                                                                       Karl.