Mittwoch, 8. Juni 2011

Die anderen

Bilder, die ich Euch auch nicht vorenthalten möchte.- Eigentlich das Übliche :-)


Ein Satz Eddie-Füße. Er hat zwei davon (Sätze, nicht Füße)


Ich mag diese Perfektion im Kleinen.


Es fehlt hier was: Kornblumen. Die sind irgendwie nirgendwo mehr.


Und es war Ostern- das erste Mal im Leben... (oder so)


Die Farben waren sogar noch eine ganze Ecke kitschiger, ich hab sie runtergedreht.


Sonnenaufgang, in ordentlich.


Und noch mal in so, wie er war.


Dienen alle dem gleichen Zweck, diese Dornen. Die Natur kriegt sie aber schöner hin. Ein paar Blüten würden mich sehr mit Stacheldraht versöhnen. Also gebt euch Mühe, ihr Drahthersteller.


Über den Wolken... träller...


Einen schönen Mittwoch!


Vonne Lily

Montag, 6. Juni 2011

A sea of clouds

Gestern morgen, im Naturschutzgebiet nebenan.
Einen erfreulichen Start in die Woche
wünscht Euch

die Lily

Sonntag, 5. Juni 2011

Früh übt sich.

Wenn man nach so langem Schweigen wieder die Tasten in die Hand nimmt und versucht, was zu schreiben, dann ist es zu allererst mal schwierig, die Textverarbeitung auf dem unübersichtlichen Desktop zu finden. Dann fehlt, natürlich, das Thema. Hätte ich welche, hätte ich geschrieben- was nicht bedeutet, dass ich nicht ungefähr zehn Mal am Tag einen Gedanken hätte, den ich gerne teilen würde.

Oft reicht es nicht, mehr als eine Zeile zu schreiben. Und ich denke nicht, dass ich damit einen Hund hinterm Ofen hervorgelockt hätte.
Daher hab ich ein bisschen gesammelt. Mal sehen, was davon blogtauglich ist.

- Eine Liste hab ich wieder gefunden, die ich von Anne mal bekommen habe: Die „Liste möglicher Gefühle“.
Hört sich seltsam an, hat aber was mit Depressionen zu tun. Denn diese können durchaus den Focus des Fühlens auf die negativen Seiten der Dinge richten, und alles so grau in grau abbilden, dass man auch diese negativen Gefühle nicht mehr scharf trennen kann. Das ist aber wichtig, denn nur so kann man gut einschätzen, welche Sachen tatsächlich schlecht laufen, und welche sich einfach bloß scheiße anfühlen. Derzeit mischt sich bei mir ein gebremster Tatendrang mit einer dezenten Erbostheit, weil dieses aufdringliche Hilfe-Glühlämpchen mir unterstellt, ich wüsste nicht recht, was ich hier schreibe. Oder wenigstens, wie ich es formatieren soll. Wie soll ich es sagen? Fuck off, Hilfefunktion.

Die Liste trennt positive, neutrale und negative Gefühle, und ich finde es hilfreich, mir ab und zu mal diese Reihen anzuschauen. Zwar ist die Aufstellung der negativen Gefühle wesentlich länger als die beiden anderen Spalten, aber das liegt, glaube ich, daran, dass diese Sammlung von Patienten aufgestellt wurde.

- Menschen hab ich wieder gefunden. Als Spezies, wobei diese Phase schon länger andauert. Als Individuen, wobei sich in den letzten Tagen da ein gewisses Grauen breit macht. Denn eine Mitpatientin aus der Klinik hat vor einigen Wochen versucht, sich das Leben zu nehmen. Für uns alle ist der Suizid nie weit weg gewesen, trotzdem ist der Anblick zweier breiter Narben an schmalen Handgelenken nichts, was die Stimmung fördert. Aber es ist nicht ihre Aufgabe, meine Stimmung zu fördern, sondern weiter zu leben. Wenn ihr auch derzeit die Überzeugung, was das betrifft, eher chemisch suggeriert wird. Ein bisschen erweckt das den Eindruck, als habe jemand auf eine Amputationswunde ein Pflaster geklebt- hat was von Kosmetik. Ich weiß nicht, ob ihr angemessen geholfen wird. Ich selbst bin komplett hilflos, was ich nicht gern bin, und möchte sie am liebsten mit nach Hause nehmen und mich um sie kümmern. Das wäre aus mehreren Gründen falsch. Auch diese Erkenntnis nimmt mir aber nicht das Gefühl, hilflos dabei zuzusehen, wie jemand komplett steuerlos und ohne Perspektiven durch die Reste seines Lebens treibt.

- Es gibt noch andere Dinge, die ich aus der Psychiatrie mitgenommen habe: Das Malen, zum Beispiel. In 14 Tagen hängen einige meiner Bilder zum ersten Mal in einer Ausstellung. Ein bisschen aufgeregt bin ich schon- andererseits ist es nicht so schlimm, weil sie da nicht allein hängen, sondern weil wir als Ateliergemeinschaft ausstellen. Da ich, trotz einer großen Anzahl von erzeugten Bildern, noch immer nicht sicher einen Stil entwickelt habe, ist das ein echtes Abenteuer. Dem Malen, vor allem aber Elena, verdanke ich eine neue Qualität in meinem Leben: Die Geduld. In den Anfängen habe ich bei einer Ergotherapie-Sitzung manchmal drei bis vier Leinwände gebraucht, die alle in Windeseile mit einer entsprechenden Menge Farbe versehen und flugs für fertig erklärt wurden. Ich hab immer noch mehrere Sachen gleichzeitig in Arbeit, aber brauche viel länger, bis ich was zu Ende gebracht habe. Viel öfter hab ich einen Plan, den ich verfolge- was nicht bedeutet, dass die Spontaneität leidet. Die findet statt, wenn ich die Grundierung für ein Bild mache. Da lasse ich nur die Farben und mein Bauchgefühl sprechen. Es kommt oft etwas Überraschendes dabei heraus, und das inspiriert dann wieder zu den Feinarbeiten, die sich durchaus über Wochen hinziehen können. Hört sich langweilig an, ist es aber nicht. Dieses Ausarbeiten, vom Groben ins Feine, fordert Konzentration und Stille, und das tut beides gut. Einmal in der Woche male ich immer noch bei Elena, dafür nehme ich die 140 Kilometer Hin- und Rückfahrt gerne in Kauf. Und oft sitzen wir da stundenlang und schweigen, und malen. Hier zu Hause ist das immer noch schwieriger, weil es mir an geeignetem Platz fehlt. Aber in Bälde, so hoffe ich, hat mein Sohn eine Wohnung und dann kann ich hier die nötigen Änderungen durchführen, so dass Arbeitsflächen fürs Malen und Nähen und sowas vorhanden sind. So langsam werde ich ungeduldig.
Wenn ich mir meinen Sohn so anschaue, hat das Aufgeben des Studiums ihm sehr gut getan. Abgesehen von einer erheblichen Gewichtsabnahme (weniger Zeit zum Essen, mehr Bewegung!) hab ich seit Monaten keine schwarzen Ringe mehr unter seinen Augen gesehen.

- Der jüngste Haushaltszuwachs hier chez Lily ist klein, eifrig und schnüffelt in allen Ecken herum. Die Katzen mögen ihn nicht, und beobachten sein oft etwas unsensibles Vorgehen mit Argusaugen. Emily lässt sich da weniger stören als die anderen drei, vermutlich, weil sie ihn nicht hören kann. Eine gewisse Eigenwilligkeit akzeptiert die Felidensippschaft offenbar nur bei ihresgleichen. Es wird noch eine Weile dauern, bis sie ihn machen lassen, so wie er will- derzeit wird gefaucht, gehauen und geflohen, was das Zeug hält. Zum Glück zeigt er keine Neigung, auf die Couch, den Tisch oder, Gott bewahre, auf Eddies Lieblingsfluchtschrank zu klettern. Denn er ist an den Boden gebunden, ich hab strikte Order, ihn keinesfalls auf das Sofa zu lassen. Die Rede ist von ihm hier.

- So, und jetzt gehe ich raus, fotografieren. Irgendwas Positives muss ja dran sein, wenn man schon nicht schlafen kann.



Schönen Sonntag,

wünscht dieLily

Donnerstag, 12. Mai 2011

Was wurde eigentlich

aus dem Morsenbroicher Ei? Was aus Willich-Schiefbahn, dem Kamener Kreuz und dem Autobahnkreuz Hilden?

Vermutlich gibt es sie noch, jedoch sind sie in stau- und belanglose Verhältnisse gefallen.
Tragisch eigentlich, so nämlich, ohne ihre mehrmals tägliche Erwähnung in der WDR- Stauschau, werden sie am Wegesrande liegen gelassen, ignoriert, gehasst, geschasst und ausgesetzt.
Mal ehrlich: Ohne diese stete Berieselung hätte doch niemand jemals sich auf den Weg gemacht, um das legendäre Ei zu besuchen.
Seht ihr: Genau da haben einige Leute gemerkt, dass Radiowerbung macht, dass man in aller Munde ist, Ei oder kein Ei, und seither wird sie verkauft, die Radio-Werbezeit.
Also haben wir unsägliche Beiträge, wie zum Beispiel Seitenbacher Müsli, oder Carglasrepariertcarglassmachtwasauchimmer, in Wirklichkeit dem Mörsenbroicher Ei zu verdanken.
Damit ist endlich bewiesen, dass das Ei zuerst da war, nicht die Henne.

Genial, was?

Meint die Lily.

Sonntag, 8. Mai 2011

Hurra.

Hurra, sagt die Lily, und springt ein wenig in die Luft. Nicht allzu hoch, denn das macht das alte Gebein nicht mehr mit, aber ein bisschen- das muss genügen.
Denn: Gestern war die Bewilligung des Jobcenters in der Post, mein Sohn darf die angepeilte Wohnung anmieten. Für die, die sich jetzt wundern: Er hat sein Studium im Februar durch einen beherzten Abbruch beendet, denn nach 11 Jahren des Studierens hatte er nicht nur das letzte Bisschen Elan verloren, sondern auch noch eine leicht grummelige Mutter dazu gewonnen, die ein wenig angepisst davon war, dass immer noch der Lebensunterhalt des Sohnes sicherzustellen war, und, je älter er wurde, immer weniger Geld dafür zur Verfügung hatte. Der Gesetzgeber geht nämlich davon aus, dass die lieben Kleinen mit 28 oder, für die später Geborenen, mit 25 Jahren, endlich auf eigenen Füßen stehen, und stellt die Kindergeldzahlungen ein. Da ich Beamtin bin, und mein Sohn, ebenso wie ich, anstelle eines Arbeitgeberanteiles an der Sozialversicherung von meinem Dienstherrn die Hälfte der Behandlungskosten in Form der sogenannten Beihilfe bezogen, die sich am Kindergeldbezug festmacht, endete somit auch dieser Anspruch. Und ich musste ihn komplett privat krankenversichern, was Spaß macht, vor allem bei chronisch Kranken. Was er ist.
Also hab ich ab seinem 28. Geburtstag nicht nur auf das Kindergeld verzichten müssen, sondern satte 200 € im Monat an Krankenversicherungsbeitrag aufbringen müssen, die aber nur 90 % der Kosten deckte. Bei chronisch Kranken ein Lotteriespiel. Teure Medikamente können einen da schon herausfordern.
Mit 30 Jahren, die er dies Jahr im März erreichte, wurde das noch einen Tacken teurer, es waren dann knappe 400 €. Das alles neben den Kosten, die ein 30-jähriger noch braucht, um zu essen, sich zu kleiden und ab und zu mal vor die Tür zu gehen. Seit meinem Krankenhausaufenthalt, bei dem im Familiengespräch ein Urlaubs- bzw. Krankheitssemester eingeleitet wurde, hat er auch seinen Job an der Uni nicht mehr gehabt, so dass er  komplett von mir abhängig war. Bei aller Liebe: Das ist nicht der Stoff, aus dem die gelassenen, ausgeglichenen Mutter-Sohn-Beziehungen geschmiedet werden. Und A10, was keine Autobahn sondern meine Gehaltsstufe ist, ist ohne die Zulagen für Kinder auch nicht mehr sehr witzig.
Ergo musste sich was ändern, und das hat es auch.
Er sucht eine Wohnung (und hofft, dass er die, die er sich ausgeguckt hat, auch bekommt, vermietertechnisch) und hat sich erst einmal eine Arbeit gesucht, eine, die man auch ohne Studienabschluss problemlos kriegt. Bei einer Zeitarbeitsfirma. Nicht der Traumjob, aber er ist erstmal zufrieden, wieder eigenes Geld zu haben. Bis alles sauber und rund läuft, bezieht er ergänzende Leistungen von der Agentur für Arbeit, bzw. dem örtlichen Jobcenter.
Und da hat er tatsächlich eine hübsche kleine Wohnung in Aussicht, ziemlich nahe bei, verkehrsgünstig gelegen an einem Haltestellenknotenpunkt und einem kleinen Vorortbahnhof, der in 10 Minuten zu Fuß zu erreichen ist.
Und hier, hier wird sich was ändern, sobald er ausgezogen ist. Es freut sich drauf

die Lily

Samstag, 7. Mai 2011

Flora und Fauna, und Kunst.

 Eine Apfelblüte in Elenas Garten.


 Detail eines ihrer Bilder.


 Blutahorn


 Die Blüte, der Staub.


 Eine Zeichnung für Elenas zweites Bilderbuch.


 Ostern bei meinem besten Freund


 Efeu


 Salzverkrustetes Reisig im Gradierbau I in Bad Nauheim


 Der Gradierbau als Ganzes


 Der Gradierbau, noch mal.


 Licht und Schatten

 Die schönsten Blumen sind lila:-)


 ...auch nach dem Regen.

 Selbst nassgeregnet in der Abfalltonne sehen Pusteblumen noch nach etwas Besonderem aus.


 Salat, bei Barb.


 Regen auf Spinnennetz, bei Barb. Sie hat einen ziemlich zauberhaften Garten.


 ...und auf einer Tulpe. Auch bei Barbara


 Ich verstehe manchmal nicht, warum die als Unkraut gelten- sind doch so schön.

 Weiße Blümelein, ich hab keine Idee, was das ist.

Katzen sind nützliche Tiere; sie können auch vor zuviel Sonne schützen. Das Bild ist von Elena.

Ich bin schwer eingespannt zur Zeit, und wenn ich nicht arbeite oder Bereitschaft habe oder Grey's Anatomy (alte Folgen, ein Geschenk! Ein Geschenk!!) anschaue, dann schlafe ich. Oder ich male. Manchmal nähe ich auch. Oder ich besuche Barbara oder Elena, meist für etwas Kreatives oder auch nur zum Reden. Aber oft gibt es Zeit zum Fotografieren, und über Ostern habe ich meinen besten Freund besucht- nach sehr langer Zeit wieder. Kinders, es wäre so schön, wenn ihr alle ein bisschen näher beieinander wohnen würdet. Lasst uns doch einfach alle zusammen ziehen.
Ach ja- der Soundtrack zur Zeit ist "Still", von Jupiter Jones. Und Pink, Greatest Hits (so far).

Die Sonne scheint, es ist Samstag, eine ziemlich volle Woche ist hinter mir. Neue Erkenntnis ist, dass Stress mir Kopfschmerzen macht und die Haut an meinen Händen auch keine Aufregung mag, sie hängt in Fetzen. Da nützen auch die Psychopharmaka nicht viel- aber das hat jetzt ein Ende, ab heute ist nur noch viel Arbeit zu bewältigen.
Ich hoffe, ihr genießt euer Wochenende.

Alles Liebe,

vonne Lily

Samstag, 30. April 2011

Die Lösung.



In meinem letzten Posting habe ich angekündigt, die Lösung an sich für den Ausstieg aus der Energieproblematik gefunden zu haben- und jetzt ist es so weit.
Ich habe lange nachgedacht, als ich jüngst mal wieder das Lied „Pflaster“ hörte, das von der deutschen Gruppe (? Oder ist es ein Duo?) Ich und ich gesungen wird.
Und da, versteckt in schlechten Reimen und melodramatischer Stimmführung des Rätsels Lösung.-
Wer ist es nämlich, der so oft die Planung neuer Kraftwerke behindert? 
Mal abgesehen von Anwohnern.

Wer ist es, der nimmermüde laufen will und beinahe keinen Raum mehr dafür hat?

Wer ist possierlich anzusehen und ein Freund vor allem kleiner Menschen?

Richtig. Der Hamster.

So lasst uns denn neue Wege beschreiten. Jedem Hamster sein Rad. Jedem Menschen seine Hamster, die unermüdlich in ihren Rädern Energie erzeugen! Jawohl! Lasst sie laufen, lasst sie rennen. Lasst sie kleine Dynamos antreiben, von der Erfindungskraft deutscher Ingenieure zu ungeahntem Wirkungsgrad gebracht. Millionen kleiner Feldhamster strampeln für Strom!

Und das einzige verbleibende Problem, nämlich das der Nachtaktivität, hat die Gruppe auch schon gelöst.
Oft ist es nämlich störend, des Hamsters Geklapper zu hören, das bereits in alten Volksliedern fälschlich den Mühlen zugeschrieben wurde (sowie dem rauschenden Bach). Klipp-Klapp, so macht der Hamster in seinem Rad, klipp-klapp.

Dabei kann kein Mensch schlafen.

Deshalb: Verlegt die Räder nach draußen!

Denn wie singt des Barden kleiner Bruder in jenem unverdient gepushten Song:


Das ist visionär, das ist Weitsicht.

Jawohl.

Findet

DieLily. 

Vielen Dank der lieben Elena. Die hat beim Hören von Herbert Grönemeyers letztem Dings, äh Lied, immer verstanden "Ich brauche mehr Geschlechtsverkehr", und hat mich dazu gebracht, über Wahrheit in der Poesie nachzudenken. 
In diesem Sinne: Schönes Wochenende!

Und beim nächsten Mal:
Blumen und Zierpflanzen.


Freitag, 29. April 2011

Weibisch.



Letztens outete ich mich, und das völlig ungeplant. Im Büro kam die Rede auf die Kohle, die irgendwer im Lotto gewonnen hatte- und ich sagte, mit verträumtem Blick: „Einmal ohne Limit im Baumarkt einkaufen…“ was bei den Anwesenden für Erstickungsanfälle sorgte.
Tja, so unweiblich bin ich.

Trotzdem: Prinzessin sein, vor allem Prinzessin Lily sein, ist unschlagbar. Man kann Kleider tragen. Hat man keinen Bock auf viel Stoff, tuts auch eine Jeans. Da kann der Prinz nur die Augen verdrehen- soviel Auswahl hat er nicht. Es sei denn, er heißt Prinz Charles und das Röckchen ist kariert.

Was mich daran erinnert… heute heiraten der Willi und die Käthe. Was sich anhört wie eine Annonce aus der Zeit meiner Großeltern ist in Wahrheit ein tagesaktuelles Ereignis, spielt es sich doch in London ab und die beiden heißen Willjäm und Käät. Und soviel Alltagsprinzessin bin ich ja tatsächlich noch: Ich weiß, erstens, dass die zwei heut heiraten, ich weiß, zweitens, dass jeder, der eine Feder oder eine Tastatur oder eine Kamera bedienen kann und Zugang zum Netz hat, darüber heute berichtet, und sei es nur, indem er genau dies Thema absichtlich und gar nicht, nie nicht, berührt. Auch das Ignorieren einer Tatsache  ist ein Hinweis auf die Existenz derselben, wie Sherlock Holmes sagte (und falls nicht, hätte er das jedenfalls sagen können. Schließlich ist es wahr).

Also, worauf ich hinaus will: Baumarkt hin, Baumarkt her- ich hatte gerade den Liveticker laufen. Nicht, weil ich mich am Unglück zweier den Bund fürs Leben schließender Liebender ergötzen wollte. Sondern weil mich das Kleid interessiert. Schließlich ist das, sowie die Größe der Kirche und die Menge der Eingeladenen eigentlich das, wovon sich Ottilie Normalbrautens Hochzeiten von derlei royalem Zirkus unterscheiden.

Leider, und dafür mache ich mal, ganz informierte mündige Mitarbeiterin, meinen Arbeitgeber verantwortlich, leider ist hier kein anständiger Livestream zu kriegen, denn die Kabel sind hier nicht die dollsten. Also, die Verbindung ist lahm.

Und wer jetzt drüber motzt, dass Frau während der Arbeitszeit Internet guckt, der ist nicht darüber informiert, dass die (männlichen) Kollegen sich hier gern die Auslosung gewisser Fußball-Turnier-Gruppenzuweisungen oder so was anschauen. Auch per Livestream.
Und dann wird genau so geflucht. Hurra, das ist Gleichberechtigung,

findet

DieLily.

Beim nächsten Mal: Wie uns ein kleiner Säuger aus der Energiekrise befreien kann.

Ach, und was ich eigentlich sagen wollte: Eine halbe Arbeitsstunde versaubeutelt. Und kein Foto vom Kleid gesehen...

Donnerstag, 14. April 2011

Alles so schön bunt hier!



Mein Fernseher feierte jüngst seinen 20. Geburtstag. Zu diesem außerordentlichen Beispiel von Zuverlässigkeit und Langlebigkeit kann man nur freundlich sein- deshalb wird er jetzt nicht verschrottet. Nein, mein Sohn nimmt ihn mit, wenn er auszieht.
Ich hab mir einen neuen gekauft, einen 32“-Flachbildschirm. Jetzt endlich kann ich wieder was erkennen auf meinem Fernseher. Die HdR-Trilogie in 20x40 Zentimeter ermangelte ein wenig der optischen Brillanz, weswegen ich lang schon mit mir rang, ob ich mir ein neues Gerät gönnen solle oder nicht. Dagegen sprach, dass ich einfach nicht fernsehe. Dafür spricht, dass ich mir öfter Filme anschaue, und dass die auch auf dem PC-Monitor nicht viel größer waren als auf dem 50-cm-Fernseher. Ein günstiges Angebot von Samsung brauchte ich dann noch, um endgültig die Waagschale Richtung Neuzeit kippen zu lassen...

Gestern Abend konnte ich also in einer Farborgie sonder gleichen das Fußballspiel genießen. Anschließend gab es einen kleinen Ausflug nach Hobbingen und zum Herrn Elrond. Der Kitsch-Koeffizient der Tolkien-Verfilmung ist aber doch um so enormer, je  mehr Details man erkennt.

Heute wird, abgesehen vom Kleid der irren Marquise (ich neige dazu, Markise zu schreiben, verdammt), welches der Vervollständigung harrt, Star Wars laufen. Schön bunt. 

Außerdem muss ich zwei Meter florentinischen Tülls zu einer Stola verarbeiten. Auch irre Markisen (hihi) wollen nicht frieren. Das Hauptproblem aber, ob nämlich meine rote Thekenschlampenperücke zum Kleid der irren Markise passt, ist damit noch nicht gelöst. Neben drei Metern Saum, die zu säumen und zwei Meter Rüsche, die anzunähen sowie sechs Quadratmeter Gardine, die in Umhanggestalt (oder Stola, s. o.)wiedergeboren werden wollen, muss ich deshalb vielleicht noch eine Haube nähen. Heute Abend, denn morgen habe ich was vor. Und am Samstag geht’s auf nach Holland, zum Elf Fantasy Fair.
Ich hoffe, die kommentierende Barb macht dann ein paar schöne Fotos von mir.
Ach ja- einen Pompadour für die Kamera muss ich auch noch nähen *schwitz*.- Das nennt man Freizeitstress.

Aber besser als Langeweile- oder?


Fragt sich

dieLily

Sonntag, 10. April 2011

Sonntag. Fotos. Wortlos








Donnerstag, 7. April 2011

Fotos von heute, und von letztens in Leverkusen. Auch aus Wuppertal.

Neulich in Leverkusen, an einer Rheinbrücke:


Auch das sah man auf einigen Steinen. Sowas kann mich immer verlocken... Moos und Flechten.


Mupfel.  Schneckengehäuse.


Viele Mupfeln.


Die Sonne schien.


Das ist der Tisch, an dem wir freitags malen. Elena hat ihn gestaltet, und das Essen schmeckt dann auch immer gut von den farblich passenden Tellern.


Die Kirsche vor dem Balkon.


So siehts inzwischen bei mir aus. Überall Bilder.


Da ist mir Eddie auf seinem Lieblingsplatz dazwischen gekommen, aber danach gehts weiter mit...


...noch mehr Bildern.

Hab ich erwähnt, dass ich Bilder habe? Zuviel Bilder?


Karl findet das auch.


Wenn ich nicht male, nähe ich. Zum Beispiel dieses Kleid, mit dem ich als Irrenwärterin zum Elf Fantasy Fair gehen werde:



 Naja, vielleicht gelingt es mir, das Kleid noch einmal zu nähen, aus Taft in einem schönen Beerenfarbton. Dann gehe ich als die irre Marquise dahin. Wir werden sehen, und ich werde berichten.
Gehabt euch wohl
wünscht euch

Die Lily

Mittwoch, 6. April 2011

Waaa.

Manche Fallen stellt man sich selbst- soeben habe ich mein kleines Trennmesser (zum Nähte-Auftrennen) gesucht. Es ist ca. 5 cm lang und rund, hat also die Eigenschaft, zu rollen (wenn man es lässt) und zu Boden zu fallen (wenn man es nicht daran hindert). Außerdem gibt es in diesem Haushalt einige Katzen, die nichts lieber tun als rollende Gegenstände durch die Gegend zu kicken. Vorzugsweise unter die Möbel, meist die Couch, weil alles andere hier direkt auf dem Boden steht. Immer wieder findet man dort interessante oder eklige Dinge. Z. B. von der Katzenmafia entführtes Hühnergebein, aus dem Mülleimer geklaut, durch die Gegend gekickt und unter der Couch versteckt. Letzte Woche irgendwann. Feuerzeuge? Schau mal unter der Couch nach. Sektkorken mischen sich liebevoll mit kleinen, rappelnden Mäuschen, eigens gekauft zur Erheiterung der bepelzten Wahnsinnigen. Staubflocken paaren sich mit Katzenhaarmäusen- kaum jemand muss so oft unter den Möbeln putzen und saugen wie Katzendiener.

Der Gemütlichkeit halber hat sich vor kurzem  hier im Wohnzimmer ein Teppich eingefunden, der mit flauschigen Flor feline Füße färmt wärmt. Deshalb schiebt man nicht mehr einfach das Sofa weg, wenn man was darunter Gefallenes oder Gerolltes wiederfinden möchte. Nein, man hebt die Couch an! Einseinself.

Just in dem Moment, wo man bestrebt ist, die Couch, da schwer, wieder herunter zu lassen, krabbelt eine Katze drunter. Hmpf. Kaum hat man diese mit Hilfe gezielten Fußeinsatzes verscheucht, sind an der anderen Seite gleich zwei Katzen unter das Möbel gekrochen, und finden es furchtbar spannend da unten. Die soeben verscheuchte Katze und ihr Bruder nehmen derweil auf der schräg in der Luft hängenden (ha! Wenn sie das täte! Aber ich musste sie festhalten, das Miststück) Platz und schnurren, was das Zeug hält.
Das sind die Momente, die die Dosenöffnerin mit ganz neuen Flüchen bekannt machen, die tief, tief in ihrer schwarzen Seele auf genau diese Sekunde gewartet haben.

Und gleich ziehen der beste Sohn von allen und die ich los, und schauen sich eine Wohnung an. Für ihn allein, und ganz ohne Katzen.

Kann ich gar nicht verstehen,

meint DieLily

Donnerstag, 31. März 2011

Erde an Lily

Es ist Frühling, wie man an jeder Ecke sehen kann. Hier regnet es gerade, und wenn ich aus der Tür des Bürogebäudes komme, um eine einsame Zigarette zu rauchen (sonst alles Nichtraucher hier), dann kann ich auf einen Garten schauen, in dem in den letzten Tagen eine Frau ein bisschen herumgewerkelt hat- sie hat Töpfe bepflanzt, um sie auf die Terrasse zu stellen, den Rasen gemäht und vertikutiert, halt so ein bisschen Frühlingsarbeit verrichtet.


An den stilleren Nachmittagen, wenn die Grundschule gegenüber ihre Pforten geschlossen hat und der Strom der Autos ein wenig abebbt, dann kann man über den Garten hinweg auf ein altes Gebäude aus dem 19. Jahrhundert schauen, das über allen anderen Häusern in der Straße thront, ganz oben gekrönt von den goldenen Ziffern einer Uhr. Aus einem der offen stehenden Fenster hört man jemanden Flöte spielen, und das verbindet sich mit der überwiegenden Stille des Nachmittags zu einem Erlebnis von ganz besonderem Reiz- ich gebe zu, zwischen 14 und 15 Uhr stehe ich gern draußen und rauche.

Bei dem spärlichen Regen, der zurzeit fällt, kann man, auch in der Innenstadt, den Duft der feuchten Erde riechen, und mich verfolgen Bilder aus der Zeit, als ich noch einen Garten hatte. Samstags morgens in aller Frühe hinauszugehen, zu überlegen, was wohin gepflanzt werden soll, zum ersten Mal im Jahr nach dem Werkzeug zu schauen, Spaten und Harke und Dreizack und Rasenmäher ans Licht zu holen, das waren wichtige und sehr schöne Tage. Gegen zehn Uhr dann zu einem Pflanzenhändler fahren, Kräuter für die Töpfe und Primeln, Schachbrettblume, Jakobsleiter, tränendes Herz, Rittersporn und Phlox zu kaufen, vielleicht auch ein kleines, hoffnungsvolles Gehölz anzuschaffen, und danach in den Gartenschuhen hinaus und die Käufe in die Erde setzen. Stauden teilen oder herunter schneiden, die letzten Reste des Herbstlaubs unter die Sträucher ziehen, und die erste Ladung Gras auf den Kompost zu hieven- das hat mich immer derartig angeschoben, dass ich stundenlang ohne Rücksicht auf Verluste weitergemacht habe, ohne einen einzigen Gedanken an Pausen, Essen, Ausruhen.

Abends dann aus dem Fenster in den Garten schauen, die Erde dunkel und erwartungsvoll da, wo neues wachsen soll und das helle neue Grün an Bäumen und den ersten Tulpen… das hat mich zufrieden und glücklich gemacht wie kaum etwas anderes.

Es fehlt mir sehr.

Geht, und macht euch die Finger schmutzig ;-)

Ganz die Eure,

Lily

Montag, 28. März 2011

Hier

Stand gestern morgen noch ein Posting zum Thema Auszug meines Sohnes- eine recht emotionale und, schlimmer, ziemlich hämische und hässliche Angelegenheit, die nach nochmaligem Lesen ins Nirwana verdammt wurde. Tina und Georg hatten bereits kommentiert, diese Kommentare sind mit dem Posting verschwunden. Sorry dafür!

Fakt ist, mein Sohn zieht wieder aus. Ich freu mich drauf, er freut sich drauf, uns beiden geht’s gut damit.

Ich mache eifrige Pläne, was die Nutzung des frei werdenden Zimmers betrifft, und bin schon recht weit gekommen dabei. Das derzeitige Wohn/Näh/Mal/Katzenschlaf- und –Schlägereizimmer wird dann seiner Wohnfunktion in Teilen beraubt, was die Platzierung der technischen Ausstattung zum Filmegucken betrifft. Zum Glück ist mein Fernseh-Stereo-Dingstischchen mit Rollen versehen, so brauche ich nicht kostbare Hirnzellen verschwenden, um die Verkabelung neu zusammen zu basteln.

Das bisherige Sohneszimmer wird dann in Zukunft dazu dienen, mir Platz zum Lesen und Filmeschauen zu bieten. Ich freu mich schon so…

Jetzt muss ich nur überlegen, wie ich meine Bilder (die, die nicht an irgendeine Wand passen) möglichst sinngebend unterbringe, so, dass ich dran kann, aber dass sie nicht im Weg stehen. Angesichts der Maße der Dinger wird’s schwierig, denn das breiteste ist einen Meter breit, und das höchste einsfünfzig hoch.

Aber mal sehen. Vielleicht werden ja welche gekauft bei der Ausstellung im Juni in Wuppertal.



Einen schönen und hoffentlich nicht zu sehr von dieser verf…. Zeitumstellung geplagten Tag wünscht Euch



DieLily

Donnerstag, 24. März 2011

...lebenszeichen...

lest mal hier.
Bei mir ist zurzeit viel los, ich bin ziemlich beansprucht und hab gut zu tun. Neben der Malerei beschäftigt mich meine neue Nähmaschine, sowie die Tatsache, dass ich fast nur noch unterwegs bin. Vor 14 Tagen war ich abends tanzen, im Bahnhof Langendreer, und zwar auf einer reinen Frauenveranstaltung. Hat mir gut gefallen- die letzten Tanzeinheiten hatte ich in der Klinik, und in einer Turnhalle komm ich mir total blöd vor, wenn ich meine Emotionen und Perspektiven tänzerisch ausdrücken soll. Da war es eine angenehme Sache, im Dunkeln, schwitzig und mit vielen anderen Leuten, abzuzappeln ohne dass einem eine Therapeutin dabei auf die Füße guckt.
Wenn man derart ausgelastet ist, und der Job Freude macht, dann, ja dann- bleibt nicht viel Zeit zu schreiben.
Aber ich "binne nicht tot!", wie Oma Wetterwachs so gerne sagt.
Nein, ich binne nicht tot, ich lebe, und mehr denn je.
Schöne Zeit wünscht

DieLily