Montag, 13. Juni 2011

Verwandschaft









Schönen Restmontag,

vonne Lily

Samstag, 11. Juni 2011

Der abgeschlossene Fotoroman.

















Wie man vielleicht erkennt, war ich heute im Zoo in Wuppertal, in geheimer Lauschmission. Leider hat sich dann eine Schulklasse vorgedrängelt, kurz bevor ich die Neuigkeiten über den Tierpfleger mitkriegen konnte. Aber so spielt das Leben: Man kann nicht alles haben.

Schönen Samstag noch,

vonne Lily

Donnerstag, 9. Juni 2011

Entscheidungen.



Letztens hab ich mich mit wem darüber unterhalten, ob uns das Leben, alles in Allem, eine Wahl lässt oder nicht.
Meine Meinung dazu ist (und bleibt): Man hat eine.
Dabei denkich nicht mal daran, dass der Onkel vom Lottoblock auf der Fußmatte steht und uns anbietet, die Kohle in
a)      Eimern oder
b)      Schubkarren
zu liefern. Nö, eher so an die versteckten, tückischen kleinen Alltagswahlen, die sich bieten. Bin ich nun freundlich zu der Kassiererin, oder nehme ich ihr übel, dass sie auch einen schlechten Tag hat und wir zwei prallen, zu unserer beider Missvergnügen, fett aufeinander?
Bin ich nickelig, weil Mann/Sohn/Hund/Katze (wieder) irgendwas falsch gemacht haben, oder lass ich mal Fünfe gerade sein? Nehm ich dem Gegenüber ab, dass er/sie/es sich entschuldigt, oder grumpel ich weiter herum? Lächle ich die fremde Frau an, die freundlich in meine Richtung schaut, oder bleibe ich misstrauisch? Lass ich mir eine Frechheit bieten, oder weise ich bestimmt und nötigenfalls unter Zuhilfenahme scharfer Waffen drauf hin, dass es so nicht geht?

Ich glaub nicht, dass diese kleinen Wahlen die Bedeutung des Schmetterlingsflügels entfalten, der, am Amazonas flatternd, ein Unwetter über Japan auslöst. Aber vielleicht kann das unbesorgt entgegengenommene Lächeln eines Fremden uns doch soweit pushen, launemäßig, dass wir bestens drauf nach Hause gehen und seit langem mal wieder einen harmonischen Abend haben.

Die Wahl, uns so oder so zu entscheiden, haben wir, auch wenn der eigentliche Entscheidungsmoment meistens kaum fassbar ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass ein Bewusstsein darüber, wie viel wir tatsächlich entscheiden und welche Tragweiten das haben kann, uns das manchmal heraufsteigende Gefühl der Machtlosigkeit nehmen kann.

Auch wenn ich mit den Zähnen knirsche, wenn ich lächle, statt freundlich aber bestimmt mein Recht einzufordern: Die Entscheidung darüber treffe ich jedes Mal selbst. Und nicht meine Eltern, nicht die Gesellschaft.

So, und nun werde ich folgendes tun:

a)      Der Büro-Putzfrau verzeihen, dass sie Sturm geschellt hat, bloß weil nicht in Sekundenschnelle geöffnet wurde- sie ist neu, und weiß nicht, wie lang wir brauchen, bis wir zur Tür kommen und ihr öffnen können.
b)      Gleichzeitig davon Abstand nehmen, sie zu hassen, weil sie laut singend durch die Flure geistert, während die meisten Leute hier schlechte Laune haben
c)      Mir überlegen, ob ich sie nicht doch ermorde, wenn sie noch mal so falsch pfeift. Menno.

Anschließend werde ich die erste Wahl für morgen früh vorbereiten:
Welches Shampoo?
-Colour and care?
-Extra Zeug mit dem sensationellen neuen Wirkstoff “24-Stunden-Anti-Platt” (Das ist kein Witz. Das ist L’Oreal.)?
-Zeugs, das der Hersteller „Kakao-Explosion“ getauft hat?
Meine Herrn. Ich weiß nicht, was die Leute genommen  haben, die diese Namen erfunden haben. Aber, vor die Wahl gestellt: Ich würde es auch nehmen. 24-Stunden-Anti-Platt, du liebe Güte.

Schönen Tag noch,

vonne Lily

Mittwoch, 8. Juni 2011

Fragen, Fragen...

und hier ein paar Antworten:

-Also, vor einem Jahr bin ich in die Klinik gegangen, nachdem ich mich über Jahre schlicht geweigert hatte, das in Erwägung zu ziehen. Ich war drei Monate "weg", und bin danach nicht geheilt, aber mit nur noch einer mittelschweren Depression und mit Medikamenten entlassen worden. Da meine Heimat-Therapeutin während meiner Abwesenheit selbst schwer erkrankte, hab ich die ambulante Therapie nicht weiter fortgesetzt, und bin daher derzeit nur auf Medikamente eingestellt. Die vertrage ich ganz gut, und hab auch nicht den Eindruck, dass sie mich am Leben hindern- im Gegenteil.
In der Klinik habe ich sehr viel Glück gehabt, dass ich einigen Menschen begegnet bin, mit denen ich ein paar Gehirnwellen gemeinsam habe- und die sehr wichtig geworden sind. Leider konnte ich sie, ebenso wenig wie meinen besten Freund, dazu überreden, nach nebenan zu ziehen. Kontakte sind daher immer mit viel Zeit auf der Autobahn verbunden. Aber das lohnt sich, auf jeden Fall!
Therapie im eigentlichen Sinne möchte ich derzeit nicht machen, da ich finde, eigentlich genug geredet zu haben. Gruppenarbeit, nonverbale Therapieformen, Körpererfahrungsgeschichten et cetera würde ich gerne mal näher ansehen, suche da aber noch nach geeigneten Angeboten. Wer weiß, was sich da noch findet.

-Meine Bilder hängen während der gesamten Zeit in Wuppertal. Ich hab leider keinen Schimmer, wieviel Platz für jede von uns ist- manche meiner Bilder sind schon recht groß, das könnte etwas enger werden. Toll wäre es natürlich, wenn sich wirklich was verkaufen würde. Aber das Wichtigste ist für mich, überhaupt den Mut aufgebracht zu haben, mit den Bildern an die Öffentlichkeit zu gehen.
Wer weiß- vielleicht sind es das nächste Mal Fotos. Wobei ich keine Ahnung habe, wie man das technisch angeht. Alles, was ich fotografiere, ist derzeit für die Ansicht am Bildschirm bearbeitet. Wie zuverlässige Quellen jedoch angedeutet haben, sind Druckfarben noch etwas komplett anderes. Und da muss man erstmal ein Labor kennen, dem man vertraut- und dann braucht man auch noch eine Idee, wie man die Bilder aufhängt. Aber das sind technische Details, die lassen sich lösen :-)

Einen schönen Abend zusammen

vonne Lily

Ausstellung...

Die Ausstellung beginnt am Sonntag, dem 18.06.2011, und endet ca. Mitte September. Ausstellungsort ist die FrauenBeratung und Selbsthilfe e.V. in Wuppertal. 
Wir stellen als Gruppe aus, und zwar mit all denen, die derzeit in der Ateliergemeinschaft mit Elena malen.
Alle Bilder, die ich ausstelle, werde ich hier auch posten, und natürlich gibts Fotos von der Eröffnung, falls ich nicht vor lauter Aufregung die Kamera fallen lasse.
Ich fürchte zwar, meine Bilder werden gegen Elenas Werke gnadenlos abkacken, aber sie malt ja auch schon ihr ganzes Leben lang, oder zumindest seit dem sie einen Stift halten kann. Es werden sowohl ältere als auch neuere Bilder zu sehen sein, die sämtlich sehr unterschiedlich sind, zumindest meine. Ich kann mich nämlich noch nicht entscheiden, ob ich abstrakt oder konkret malen soll :-) Verbindendes Element werden die Farben sein. Auch der Titel der Ausstellung weist darauf hin, denn dieser lautet: Die Welt in allen Farben. Das enthält den versteckten Hinweis darauf, dass sich unsere Ansicht der Welt, und zwar auch im Hinblick auf die wahrgenommenen Farben, sehr dadurch prägt, ob wir depressiv sind oder nicht. An meinen Bildern kann man sehr gut erkennen, wie grob- und großflächige, dunkel gehaltene abstrakte Bilder mit zunehmender Besserung der Symptome heller wurden, filigraner, konkreter, verspielter.

Heute vor einem Jahr bin ich in die Klinik gegangen- die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.

Alles Liebe,

Lily

Die anderen

Bilder, die ich Euch auch nicht vorenthalten möchte.- Eigentlich das Übliche :-)


Ein Satz Eddie-Füße. Er hat zwei davon (Sätze, nicht Füße)


Ich mag diese Perfektion im Kleinen.


Es fehlt hier was: Kornblumen. Die sind irgendwie nirgendwo mehr.


Und es war Ostern- das erste Mal im Leben... (oder so)


Die Farben waren sogar noch eine ganze Ecke kitschiger, ich hab sie runtergedreht.


Sonnenaufgang, in ordentlich.


Und noch mal in so, wie er war.


Dienen alle dem gleichen Zweck, diese Dornen. Die Natur kriegt sie aber schöner hin. Ein paar Blüten würden mich sehr mit Stacheldraht versöhnen. Also gebt euch Mühe, ihr Drahthersteller.


Über den Wolken... träller...


Einen schönen Mittwoch!


Vonne Lily

Montag, 6. Juni 2011

A sea of clouds

Gestern morgen, im Naturschutzgebiet nebenan.
Einen erfreulichen Start in die Woche
wünscht Euch

die Lily

Sonntag, 5. Juni 2011

Früh übt sich.

Wenn man nach so langem Schweigen wieder die Tasten in die Hand nimmt und versucht, was zu schreiben, dann ist es zu allererst mal schwierig, die Textverarbeitung auf dem unübersichtlichen Desktop zu finden. Dann fehlt, natürlich, das Thema. Hätte ich welche, hätte ich geschrieben- was nicht bedeutet, dass ich nicht ungefähr zehn Mal am Tag einen Gedanken hätte, den ich gerne teilen würde.

Oft reicht es nicht, mehr als eine Zeile zu schreiben. Und ich denke nicht, dass ich damit einen Hund hinterm Ofen hervorgelockt hätte.
Daher hab ich ein bisschen gesammelt. Mal sehen, was davon blogtauglich ist.

- Eine Liste hab ich wieder gefunden, die ich von Anne mal bekommen habe: Die „Liste möglicher Gefühle“.
Hört sich seltsam an, hat aber was mit Depressionen zu tun. Denn diese können durchaus den Focus des Fühlens auf die negativen Seiten der Dinge richten, und alles so grau in grau abbilden, dass man auch diese negativen Gefühle nicht mehr scharf trennen kann. Das ist aber wichtig, denn nur so kann man gut einschätzen, welche Sachen tatsächlich schlecht laufen, und welche sich einfach bloß scheiße anfühlen. Derzeit mischt sich bei mir ein gebremster Tatendrang mit einer dezenten Erbostheit, weil dieses aufdringliche Hilfe-Glühlämpchen mir unterstellt, ich wüsste nicht recht, was ich hier schreibe. Oder wenigstens, wie ich es formatieren soll. Wie soll ich es sagen? Fuck off, Hilfefunktion.

Die Liste trennt positive, neutrale und negative Gefühle, und ich finde es hilfreich, mir ab und zu mal diese Reihen anzuschauen. Zwar ist die Aufstellung der negativen Gefühle wesentlich länger als die beiden anderen Spalten, aber das liegt, glaube ich, daran, dass diese Sammlung von Patienten aufgestellt wurde.

- Menschen hab ich wieder gefunden. Als Spezies, wobei diese Phase schon länger andauert. Als Individuen, wobei sich in den letzten Tagen da ein gewisses Grauen breit macht. Denn eine Mitpatientin aus der Klinik hat vor einigen Wochen versucht, sich das Leben zu nehmen. Für uns alle ist der Suizid nie weit weg gewesen, trotzdem ist der Anblick zweier breiter Narben an schmalen Handgelenken nichts, was die Stimmung fördert. Aber es ist nicht ihre Aufgabe, meine Stimmung zu fördern, sondern weiter zu leben. Wenn ihr auch derzeit die Überzeugung, was das betrifft, eher chemisch suggeriert wird. Ein bisschen erweckt das den Eindruck, als habe jemand auf eine Amputationswunde ein Pflaster geklebt- hat was von Kosmetik. Ich weiß nicht, ob ihr angemessen geholfen wird. Ich selbst bin komplett hilflos, was ich nicht gern bin, und möchte sie am liebsten mit nach Hause nehmen und mich um sie kümmern. Das wäre aus mehreren Gründen falsch. Auch diese Erkenntnis nimmt mir aber nicht das Gefühl, hilflos dabei zuzusehen, wie jemand komplett steuerlos und ohne Perspektiven durch die Reste seines Lebens treibt.

- Es gibt noch andere Dinge, die ich aus der Psychiatrie mitgenommen habe: Das Malen, zum Beispiel. In 14 Tagen hängen einige meiner Bilder zum ersten Mal in einer Ausstellung. Ein bisschen aufgeregt bin ich schon- andererseits ist es nicht so schlimm, weil sie da nicht allein hängen, sondern weil wir als Ateliergemeinschaft ausstellen. Da ich, trotz einer großen Anzahl von erzeugten Bildern, noch immer nicht sicher einen Stil entwickelt habe, ist das ein echtes Abenteuer. Dem Malen, vor allem aber Elena, verdanke ich eine neue Qualität in meinem Leben: Die Geduld. In den Anfängen habe ich bei einer Ergotherapie-Sitzung manchmal drei bis vier Leinwände gebraucht, die alle in Windeseile mit einer entsprechenden Menge Farbe versehen und flugs für fertig erklärt wurden. Ich hab immer noch mehrere Sachen gleichzeitig in Arbeit, aber brauche viel länger, bis ich was zu Ende gebracht habe. Viel öfter hab ich einen Plan, den ich verfolge- was nicht bedeutet, dass die Spontaneität leidet. Die findet statt, wenn ich die Grundierung für ein Bild mache. Da lasse ich nur die Farben und mein Bauchgefühl sprechen. Es kommt oft etwas Überraschendes dabei heraus, und das inspiriert dann wieder zu den Feinarbeiten, die sich durchaus über Wochen hinziehen können. Hört sich langweilig an, ist es aber nicht. Dieses Ausarbeiten, vom Groben ins Feine, fordert Konzentration und Stille, und das tut beides gut. Einmal in der Woche male ich immer noch bei Elena, dafür nehme ich die 140 Kilometer Hin- und Rückfahrt gerne in Kauf. Und oft sitzen wir da stundenlang und schweigen, und malen. Hier zu Hause ist das immer noch schwieriger, weil es mir an geeignetem Platz fehlt. Aber in Bälde, so hoffe ich, hat mein Sohn eine Wohnung und dann kann ich hier die nötigen Änderungen durchführen, so dass Arbeitsflächen fürs Malen und Nähen und sowas vorhanden sind. So langsam werde ich ungeduldig.
Wenn ich mir meinen Sohn so anschaue, hat das Aufgeben des Studiums ihm sehr gut getan. Abgesehen von einer erheblichen Gewichtsabnahme (weniger Zeit zum Essen, mehr Bewegung!) hab ich seit Monaten keine schwarzen Ringe mehr unter seinen Augen gesehen.

- Der jüngste Haushaltszuwachs hier chez Lily ist klein, eifrig und schnüffelt in allen Ecken herum. Die Katzen mögen ihn nicht, und beobachten sein oft etwas unsensibles Vorgehen mit Argusaugen. Emily lässt sich da weniger stören als die anderen drei, vermutlich, weil sie ihn nicht hören kann. Eine gewisse Eigenwilligkeit akzeptiert die Felidensippschaft offenbar nur bei ihresgleichen. Es wird noch eine Weile dauern, bis sie ihn machen lassen, so wie er will- derzeit wird gefaucht, gehauen und geflohen, was das Zeug hält. Zum Glück zeigt er keine Neigung, auf die Couch, den Tisch oder, Gott bewahre, auf Eddies Lieblingsfluchtschrank zu klettern. Denn er ist an den Boden gebunden, ich hab strikte Order, ihn keinesfalls auf das Sofa zu lassen. Die Rede ist von ihm hier.

- So, und jetzt gehe ich raus, fotografieren. Irgendwas Positives muss ja dran sein, wenn man schon nicht schlafen kann.



Schönen Sonntag,

wünscht dieLily

Donnerstag, 12. Mai 2011

Was wurde eigentlich

aus dem Morsenbroicher Ei? Was aus Willich-Schiefbahn, dem Kamener Kreuz und dem Autobahnkreuz Hilden?

Vermutlich gibt es sie noch, jedoch sind sie in stau- und belanglose Verhältnisse gefallen.
Tragisch eigentlich, so nämlich, ohne ihre mehrmals tägliche Erwähnung in der WDR- Stauschau, werden sie am Wegesrande liegen gelassen, ignoriert, gehasst, geschasst und ausgesetzt.
Mal ehrlich: Ohne diese stete Berieselung hätte doch niemand jemals sich auf den Weg gemacht, um das legendäre Ei zu besuchen.
Seht ihr: Genau da haben einige Leute gemerkt, dass Radiowerbung macht, dass man in aller Munde ist, Ei oder kein Ei, und seither wird sie verkauft, die Radio-Werbezeit.
Also haben wir unsägliche Beiträge, wie zum Beispiel Seitenbacher Müsli, oder Carglasrepariertcarglassmachtwasauchimmer, in Wirklichkeit dem Mörsenbroicher Ei zu verdanken.
Damit ist endlich bewiesen, dass das Ei zuerst da war, nicht die Henne.

Genial, was?

Meint die Lily.

Sonntag, 8. Mai 2011

Hurra.

Hurra, sagt die Lily, und springt ein wenig in die Luft. Nicht allzu hoch, denn das macht das alte Gebein nicht mehr mit, aber ein bisschen- das muss genügen.
Denn: Gestern war die Bewilligung des Jobcenters in der Post, mein Sohn darf die angepeilte Wohnung anmieten. Für die, die sich jetzt wundern: Er hat sein Studium im Februar durch einen beherzten Abbruch beendet, denn nach 11 Jahren des Studierens hatte er nicht nur das letzte Bisschen Elan verloren, sondern auch noch eine leicht grummelige Mutter dazu gewonnen, die ein wenig angepisst davon war, dass immer noch der Lebensunterhalt des Sohnes sicherzustellen war, und, je älter er wurde, immer weniger Geld dafür zur Verfügung hatte. Der Gesetzgeber geht nämlich davon aus, dass die lieben Kleinen mit 28 oder, für die später Geborenen, mit 25 Jahren, endlich auf eigenen Füßen stehen, und stellt die Kindergeldzahlungen ein. Da ich Beamtin bin, und mein Sohn, ebenso wie ich, anstelle eines Arbeitgeberanteiles an der Sozialversicherung von meinem Dienstherrn die Hälfte der Behandlungskosten in Form der sogenannten Beihilfe bezogen, die sich am Kindergeldbezug festmacht, endete somit auch dieser Anspruch. Und ich musste ihn komplett privat krankenversichern, was Spaß macht, vor allem bei chronisch Kranken. Was er ist.
Also hab ich ab seinem 28. Geburtstag nicht nur auf das Kindergeld verzichten müssen, sondern satte 200 € im Monat an Krankenversicherungsbeitrag aufbringen müssen, die aber nur 90 % der Kosten deckte. Bei chronisch Kranken ein Lotteriespiel. Teure Medikamente können einen da schon herausfordern.
Mit 30 Jahren, die er dies Jahr im März erreichte, wurde das noch einen Tacken teurer, es waren dann knappe 400 €. Das alles neben den Kosten, die ein 30-jähriger noch braucht, um zu essen, sich zu kleiden und ab und zu mal vor die Tür zu gehen. Seit meinem Krankenhausaufenthalt, bei dem im Familiengespräch ein Urlaubs- bzw. Krankheitssemester eingeleitet wurde, hat er auch seinen Job an der Uni nicht mehr gehabt, so dass er  komplett von mir abhängig war. Bei aller Liebe: Das ist nicht der Stoff, aus dem die gelassenen, ausgeglichenen Mutter-Sohn-Beziehungen geschmiedet werden. Und A10, was keine Autobahn sondern meine Gehaltsstufe ist, ist ohne die Zulagen für Kinder auch nicht mehr sehr witzig.
Ergo musste sich was ändern, und das hat es auch.
Er sucht eine Wohnung (und hofft, dass er die, die er sich ausgeguckt hat, auch bekommt, vermietertechnisch) und hat sich erst einmal eine Arbeit gesucht, eine, die man auch ohne Studienabschluss problemlos kriegt. Bei einer Zeitarbeitsfirma. Nicht der Traumjob, aber er ist erstmal zufrieden, wieder eigenes Geld zu haben. Bis alles sauber und rund läuft, bezieht er ergänzende Leistungen von der Agentur für Arbeit, bzw. dem örtlichen Jobcenter.
Und da hat er tatsächlich eine hübsche kleine Wohnung in Aussicht, ziemlich nahe bei, verkehrsgünstig gelegen an einem Haltestellenknotenpunkt und einem kleinen Vorortbahnhof, der in 10 Minuten zu Fuß zu erreichen ist.
Und hier, hier wird sich was ändern, sobald er ausgezogen ist. Es freut sich drauf

die Lily

Samstag, 7. Mai 2011

Flora und Fauna, und Kunst.

 Eine Apfelblüte in Elenas Garten.


 Detail eines ihrer Bilder.


 Blutahorn


 Die Blüte, der Staub.


 Eine Zeichnung für Elenas zweites Bilderbuch.


 Ostern bei meinem besten Freund


 Efeu


 Salzverkrustetes Reisig im Gradierbau I in Bad Nauheim


 Der Gradierbau als Ganzes


 Der Gradierbau, noch mal.


 Licht und Schatten

 Die schönsten Blumen sind lila:-)


 ...auch nach dem Regen.

 Selbst nassgeregnet in der Abfalltonne sehen Pusteblumen noch nach etwas Besonderem aus.


 Salat, bei Barb.


 Regen auf Spinnennetz, bei Barb. Sie hat einen ziemlich zauberhaften Garten.


 ...und auf einer Tulpe. Auch bei Barbara


 Ich verstehe manchmal nicht, warum die als Unkraut gelten- sind doch so schön.

 Weiße Blümelein, ich hab keine Idee, was das ist.

Katzen sind nützliche Tiere; sie können auch vor zuviel Sonne schützen. Das Bild ist von Elena.

Ich bin schwer eingespannt zur Zeit, und wenn ich nicht arbeite oder Bereitschaft habe oder Grey's Anatomy (alte Folgen, ein Geschenk! Ein Geschenk!!) anschaue, dann schlafe ich. Oder ich male. Manchmal nähe ich auch. Oder ich besuche Barbara oder Elena, meist für etwas Kreatives oder auch nur zum Reden. Aber oft gibt es Zeit zum Fotografieren, und über Ostern habe ich meinen besten Freund besucht- nach sehr langer Zeit wieder. Kinders, es wäre so schön, wenn ihr alle ein bisschen näher beieinander wohnen würdet. Lasst uns doch einfach alle zusammen ziehen.
Ach ja- der Soundtrack zur Zeit ist "Still", von Jupiter Jones. Und Pink, Greatest Hits (so far).

Die Sonne scheint, es ist Samstag, eine ziemlich volle Woche ist hinter mir. Neue Erkenntnis ist, dass Stress mir Kopfschmerzen macht und die Haut an meinen Händen auch keine Aufregung mag, sie hängt in Fetzen. Da nützen auch die Psychopharmaka nicht viel- aber das hat jetzt ein Ende, ab heute ist nur noch viel Arbeit zu bewältigen.
Ich hoffe, ihr genießt euer Wochenende.

Alles Liebe,

vonne Lily

Samstag, 30. April 2011

Die Lösung.



In meinem letzten Posting habe ich angekündigt, die Lösung an sich für den Ausstieg aus der Energieproblematik gefunden zu haben- und jetzt ist es so weit.
Ich habe lange nachgedacht, als ich jüngst mal wieder das Lied „Pflaster“ hörte, das von der deutschen Gruppe (? Oder ist es ein Duo?) Ich und ich gesungen wird.
Und da, versteckt in schlechten Reimen und melodramatischer Stimmführung des Rätsels Lösung.-
Wer ist es nämlich, der so oft die Planung neuer Kraftwerke behindert? 
Mal abgesehen von Anwohnern.

Wer ist es, der nimmermüde laufen will und beinahe keinen Raum mehr dafür hat?

Wer ist possierlich anzusehen und ein Freund vor allem kleiner Menschen?

Richtig. Der Hamster.

So lasst uns denn neue Wege beschreiten. Jedem Hamster sein Rad. Jedem Menschen seine Hamster, die unermüdlich in ihren Rädern Energie erzeugen! Jawohl! Lasst sie laufen, lasst sie rennen. Lasst sie kleine Dynamos antreiben, von der Erfindungskraft deutscher Ingenieure zu ungeahntem Wirkungsgrad gebracht. Millionen kleiner Feldhamster strampeln für Strom!

Und das einzige verbleibende Problem, nämlich das der Nachtaktivität, hat die Gruppe auch schon gelöst.
Oft ist es nämlich störend, des Hamsters Geklapper zu hören, das bereits in alten Volksliedern fälschlich den Mühlen zugeschrieben wurde (sowie dem rauschenden Bach). Klipp-Klapp, so macht der Hamster in seinem Rad, klipp-klapp.

Dabei kann kein Mensch schlafen.

Deshalb: Verlegt die Räder nach draußen!

Denn wie singt des Barden kleiner Bruder in jenem unverdient gepushten Song:


Das ist visionär, das ist Weitsicht.

Jawohl.

Findet

DieLily. 

Vielen Dank der lieben Elena. Die hat beim Hören von Herbert Grönemeyers letztem Dings, äh Lied, immer verstanden "Ich brauche mehr Geschlechtsverkehr", und hat mich dazu gebracht, über Wahrheit in der Poesie nachzudenken. 
In diesem Sinne: Schönes Wochenende!

Und beim nächsten Mal:
Blumen und Zierpflanzen.


Freitag, 29. April 2011

Weibisch.



Letztens outete ich mich, und das völlig ungeplant. Im Büro kam die Rede auf die Kohle, die irgendwer im Lotto gewonnen hatte- und ich sagte, mit verträumtem Blick: „Einmal ohne Limit im Baumarkt einkaufen…“ was bei den Anwesenden für Erstickungsanfälle sorgte.
Tja, so unweiblich bin ich.

Trotzdem: Prinzessin sein, vor allem Prinzessin Lily sein, ist unschlagbar. Man kann Kleider tragen. Hat man keinen Bock auf viel Stoff, tuts auch eine Jeans. Da kann der Prinz nur die Augen verdrehen- soviel Auswahl hat er nicht. Es sei denn, er heißt Prinz Charles und das Röckchen ist kariert.

Was mich daran erinnert… heute heiraten der Willi und die Käthe. Was sich anhört wie eine Annonce aus der Zeit meiner Großeltern ist in Wahrheit ein tagesaktuelles Ereignis, spielt es sich doch in London ab und die beiden heißen Willjäm und Käät. Und soviel Alltagsprinzessin bin ich ja tatsächlich noch: Ich weiß, erstens, dass die zwei heut heiraten, ich weiß, zweitens, dass jeder, der eine Feder oder eine Tastatur oder eine Kamera bedienen kann und Zugang zum Netz hat, darüber heute berichtet, und sei es nur, indem er genau dies Thema absichtlich und gar nicht, nie nicht, berührt. Auch das Ignorieren einer Tatsache  ist ein Hinweis auf die Existenz derselben, wie Sherlock Holmes sagte (und falls nicht, hätte er das jedenfalls sagen können. Schließlich ist es wahr).

Also, worauf ich hinaus will: Baumarkt hin, Baumarkt her- ich hatte gerade den Liveticker laufen. Nicht, weil ich mich am Unglück zweier den Bund fürs Leben schließender Liebender ergötzen wollte. Sondern weil mich das Kleid interessiert. Schließlich ist das, sowie die Größe der Kirche und die Menge der Eingeladenen eigentlich das, wovon sich Ottilie Normalbrautens Hochzeiten von derlei royalem Zirkus unterscheiden.

Leider, und dafür mache ich mal, ganz informierte mündige Mitarbeiterin, meinen Arbeitgeber verantwortlich, leider ist hier kein anständiger Livestream zu kriegen, denn die Kabel sind hier nicht die dollsten. Also, die Verbindung ist lahm.

Und wer jetzt drüber motzt, dass Frau während der Arbeitszeit Internet guckt, der ist nicht darüber informiert, dass die (männlichen) Kollegen sich hier gern die Auslosung gewisser Fußball-Turnier-Gruppenzuweisungen oder so was anschauen. Auch per Livestream.
Und dann wird genau so geflucht. Hurra, das ist Gleichberechtigung,

findet

DieLily.

Beim nächsten Mal: Wie uns ein kleiner Säuger aus der Energiekrise befreien kann.

Ach, und was ich eigentlich sagen wollte: Eine halbe Arbeitsstunde versaubeutelt. Und kein Foto vom Kleid gesehen...

Donnerstag, 14. April 2011

Alles so schön bunt hier!



Mein Fernseher feierte jüngst seinen 20. Geburtstag. Zu diesem außerordentlichen Beispiel von Zuverlässigkeit und Langlebigkeit kann man nur freundlich sein- deshalb wird er jetzt nicht verschrottet. Nein, mein Sohn nimmt ihn mit, wenn er auszieht.
Ich hab mir einen neuen gekauft, einen 32“-Flachbildschirm. Jetzt endlich kann ich wieder was erkennen auf meinem Fernseher. Die HdR-Trilogie in 20x40 Zentimeter ermangelte ein wenig der optischen Brillanz, weswegen ich lang schon mit mir rang, ob ich mir ein neues Gerät gönnen solle oder nicht. Dagegen sprach, dass ich einfach nicht fernsehe. Dafür spricht, dass ich mir öfter Filme anschaue, und dass die auch auf dem PC-Monitor nicht viel größer waren als auf dem 50-cm-Fernseher. Ein günstiges Angebot von Samsung brauchte ich dann noch, um endgültig die Waagschale Richtung Neuzeit kippen zu lassen...

Gestern Abend konnte ich also in einer Farborgie sonder gleichen das Fußballspiel genießen. Anschließend gab es einen kleinen Ausflug nach Hobbingen und zum Herrn Elrond. Der Kitsch-Koeffizient der Tolkien-Verfilmung ist aber doch um so enormer, je  mehr Details man erkennt.

Heute wird, abgesehen vom Kleid der irren Marquise (ich neige dazu, Markise zu schreiben, verdammt), welches der Vervollständigung harrt, Star Wars laufen. Schön bunt. 

Außerdem muss ich zwei Meter florentinischen Tülls zu einer Stola verarbeiten. Auch irre Markisen (hihi) wollen nicht frieren. Das Hauptproblem aber, ob nämlich meine rote Thekenschlampenperücke zum Kleid der irren Markise passt, ist damit noch nicht gelöst. Neben drei Metern Saum, die zu säumen und zwei Meter Rüsche, die anzunähen sowie sechs Quadratmeter Gardine, die in Umhanggestalt (oder Stola, s. o.)wiedergeboren werden wollen, muss ich deshalb vielleicht noch eine Haube nähen. Heute Abend, denn morgen habe ich was vor. Und am Samstag geht’s auf nach Holland, zum Elf Fantasy Fair.
Ich hoffe, die kommentierende Barb macht dann ein paar schöne Fotos von mir.
Ach ja- einen Pompadour für die Kamera muss ich auch noch nähen *schwitz*.- Das nennt man Freizeitstress.

Aber besser als Langeweile- oder?


Fragt sich

dieLily