Mittwoch, 29. Oktober 2014

Basteln




Basteln ist für mich ein ziemlich seltsames, beinahe gruseliges Wort, fast so wie Kuscheln. Beides spielt sich in einer Welt ab, die für mich keinen barrierefreien Zugang hat. Und doch.
Und doch erwischt mich von Zeit zu Zeit ein Basteltrieb, so auch neulich. Seit Monaten ärgere ich mich beim Stricken über das Chaos im Strumpfstrickzubehörbehälter. Das beginnt bei Nadeln verschiedenster Größe, die wild durcheinander in der bisher genutzten hübschen Geschenkschachtel herumstehen, vermischt mit Häkelnadeln, Kugelschreibern, Scheren und so weiter. Zettel sind eh nie zu finden, und wenn ich eine Nadel zum Vernähen brauche, muss ich der Schachtel auf den Grund gehen (und steche mich an den Stecknadeln, die auf eben jenem in wilden Haufen Parties feiern).
Seit Monaten also ärgert mich das. Und seit ebenso vielen Monaten habe ich den Plan, die Schachtel durch etwas Mehrteiliges zu ersetzen. Sowas Köcheriges, in dem man Nadeln nach ihrer Dicke sortieren kann, Häkelnadeln, Maßbänder, Stifte und Zettel ihren Platz haben und ohne Aufwand dahin können, wo man sie problemlos wieder finden kann. Eine Recherche im Netz ergab mal so gar keine sinnvollen Angebote. Das Wunschutensil bräuchte mindestens vier höhere und zwei flache Verstaumöglichkeiten, erstere für die Nadeln verschiedener Stärken, letzteres für die Ablage von allem weiteren Kram. Mindestens eine der flachen Ablagen müsste die Möglichkeit bieten, dort einen 10 x 10 cm-Block mit Notizpapier aufzubewahren.
Kurz und gut: Sowas gibt’s nicht. Es gibt diese unsäglichen Rollen, mit tausend fiesen kleinen Schläuchen, in die man die Nadeln reinpopeln kann, wenn man an zu viel Geduld leidet. Und es gibt das Zeug zum Schreibtisch-Aufräumen, das aber zu wenig Sortiermöglichkeiten für Nadeln hat.
Was macht die Lily? Einen Plan. Dazu wurde dann Bastelsperrholz (Achtung! Komisches Wort enthalten!), Leim und so ein Kram gekauft, und die Dekupiersäge meiner Mutter entstaubt.
Nach mehreren Stunden bzw. Anläufen stellte sich dann heraus, dass die Säge und ich keine Freundinnen werden können. Die sägt nämlich schief, und das ist bestimmt nicht meine Schuld. Meine Mutter faselte was von „Geduld“ und „Muss man üben“, aber ich war zu sehr mit Toben beschäftigt, um ihr zuzuhören.
Eine Alternative musste her. Wenn ich schon, so dachte ich für mich, zu blöd bin zum Sägen, so sollte ich doch Kleben können, stimmts?
Neues Holz musste her, und ich suchte überall nach kleinen Pappschachteln im gewünschten Größenbereich (also eher schmal und hoch statt breit und flach- gar nicht so einfach).
Nachdem mein mentaler Zustand also auf die Verwendung von Klebstoff, Scheren und ähnlichem umschaltete, konnte es am Sonntagnachmittag los gehen.
Mehrere Stunden, eine Tube Klebstoff, ein paar Schnitte in der Wohnzimmer-Tischplatte und diverse Wutanfälle später hab ich da jetzt was stehen, was seinen Zweck erfüllt (mehr aber auch nicht…).
Richtig zusammen hält es nicht durch den Klebstoff. Dieser dient eigentlich mehr dazu, in feinen Fäden das Gebastel zu umspinnen… das hat mich schon als Fünfjährige wahnsinnig gemacht. Alle Mädchen klebten brav und sauber das Tonpapier zusammen, meines sah aus, als habe eine schleimige, glitzernde Schneckenhorde ihre letzte Orgie darauf gefeiert. Sauber und gerade schneiden kann ich auch nicht. Wenn ich die Schere nehme, kleben anschließend die Schneiden zusammen (fragt nicht). Nehme ich das Cuttermesser und eine Anlegeschiene, dann zerschlitze ich die Schiene, auch wenn sie aus Metall ist (fragt immer noch nicht). Nach Abschluss der jeweiligen Bastelaktion sehe ich aus wie ein Schwein, das sich die Locken mit Uhu festigt, und alles ist voller feiner Papierfetzchen. Ich auch.
Diesmal hab ich den Klebstoff dazu genutzt, alles irgendwie vage auf die bretterne Unterlage (ich sag jetzt nicht Bastelsperrholz, da kommt das B-Wort drin vor) zu heften. Vorher hatte ich alle einzelnen Schächtelchen mit Geschenkpapier eingewickelt, damit es wenigstens ein bisschen harmonisch aussieht. Leere, an einem Ende offene Schachteln in Papier einzubinden ist übrigens nicht einfach, weil man kaum das Papier schön glatt streichen kann- dann klappen die Schachteln zusammen, und das ist doof.
 Klebstoff und auch Leim hielten nicht richtig, daher habe ich Klebeband zur Hilfe genommen- breites, klares Paketklebeband. Hält… Und dann, wie gesagt, alles nett auf dem (auch geschenkpapierten) Brett arrangiert- und zum krönenden Abschluss mehrere Meter von dem Klebeband außen rum gewickelt. Sieht alles so aus, als wäre es nicht richtig aus einer Zellophanhülle befreit worden. Und von weitem, bei spärlicher Lampenbeleuchtung, sogar richtig hübsch.
Und weil es sich so prima bewährt seit Sonntag, bin ich am gestrigen Tage in die Stadt marschiert und habe wie eine dreijährige Kindergartenanfängerin ein Bastelgeschäft aufgesucht- will auch eins für Mama machen, menno!!
Dreimal dürft ihr raten, was sie nicht haben? Rrrichtig. Schachteln. Zumindest keine, die eckig und hochkant und irgendwie…schachtelig sind. Nur Herzchenformen und sowas, und das kann kein Mensch gebrauchen… Aber es gibt Firmen, die winzig kleine Tüten in 11 x 7 x 4 cm Größe herstellen, aus dem gleichen Zeug, aus dem die Papiertüten beim Discounter sind- bzw. noch stabiler.
Dazu habe ich ein bisschen Scrapbook-Zubehör gekauft. So bedruckten Bastelkarton (ihh, B-Wort).
Mit dem bunten Karton hab ich dann die einzelnen Papptütchen zu einer Reihe zusammen geklebt und hab mir sehr viel Mühe gegeben, nicht alles einzusauen. Dann hab ich mit mehr von dem Druckkarton wieder Bastelsperrholz bezogen, und die gruppierten Tütchen sowie zwei noch vorhandene Schachteln darauf befestigt. Es sieht irgendwie merkwürdig aus, aber es ist alles drauf, und sogar ordentlich geklebt. Und ganz ohne Paketklebeband, hält aber trotzdem.
Und morgen werde ich wie ein Kindergartenkind meiner Mama was Selbstgebasteltes zum Geburtstag schenken. Und vorsichtshalber noch ein Buch, damit es nicht ganz so peinlich ist.

Schönen Tag Euch allen, und denkt immer dran: Leim und Zwingen halten Finger und Holz zusammen!

DieLily.

Montag, 27. Oktober 2014

Jauchzend in der Duldungsstarre







Die Überschrift, die mir so gut gefiel, als sie in einem Gespräch mit einer lieben Freundin sozusagen gekürt wurde, die lässt mir beinahe immer noch ein Grinsen im Gesicht stehen. Leider hab ich jetzt zwei Tage lang drüber nachgedacht, was man da Lustiges zu schreiben könnte, mir ist aber nur Unlustiges eingefallen.
Jedenfalls wurde diese Überschrift gemeißelt, geformt und geprägt, weil Silke G. aus BN und ich am Freitag Abend über das hier gelästert haben. Demnach hat frau den Beischlaf in der Ehe nicht nur zu dulden (->>> Duldungsstarre), sondern sie hat sich jeglicher abwertender Meinung bzw. Äußerung zu  enthalten. Eine rein passive Opferung ihrer selbst entspricht aber auch nicht dem, was sich weiland der oberste ordentliche Gerichtshof der Bundesrepublik so unter ehelichem Verkehr vorstellte (->>> Jauchzen).
Komisch- vor dreißig Jahren, als uns im Rahmen unseres FH-Studiums dieses Urteil des BGH erstmalig präsentiert wurde, haben wir uns noch schenkelklopfend über diese Richter amüsiert.
Heute erbost mich so ein Urteil, obwohl es beinahe 50 Jahre alt ist. Und weil es, trotz allem, nicht wirklich aus der Welt ist- 2009 wurde in Afghanistan ein Gesetz verabschiedet, nach dem sich eine Ehefrau wenigstens einmal in vier Tagen ihrem Ehemann zu unterwerfen habe.
Ob auch dies jauchzend zu geschehen hat, ist nicht überliefert.

Montag, 6. Oktober 2014

Neulich...

...an der Kreuzung:

Schwer beampelt, alle Ampeln (noch) rot. Ich stand vor der Ampel, die als nächstes grün kriegen würde.

Ein einsamer, in grünem Overall gekleideter Mann auf einem Fahrrad strampelt von rechts nach links mitten über die Kreuzung- er hat ganz offensichtlich rot.
Während seines Rittes über diesen potenziellen Schlachtplatz...
...bekreuzigt er sich unaufhörlich.
Nicht nur, dass er zwecks diesen Behufs den Lenker nur mit einer Hand hält (die er nach jedem Kreuzdurchgang wechselt), und damit neben dem Gott der Verkehrsregeln auch noch den Gott des "Herausgeforderten Schicksals infolge Provozierten Karmas" erbost.
Nein, er gibt auf das Ganze noch eins drauf, in dem er keine richtige Kreuzbewegung durchführt, sondern die Reihenfolge Stirn-rechte Schulter-linke Schulter-Brust vollzieht.
Damit hat er bestimmt noch ein paar weitere kleine und mittlere Gottheiten beleidigt.
Es wundert mich nicht, dass er in dem Moment mit dem Bekreuzigen aufhört, als er die gegenüber liegende Seite der Kreuzung erreicht.
Zumindest hat er keine Angst davor, dass die Rache der Götter ihn erst mit Verzögerung treffen könnte.

Immerhin.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Heute

ist ein denkwürdiger Tag.
Denn heute kam die erste Weihnachtskarte im Büro an. Gleichzeitig wünschte man einen guten Jahreswechsel nach 2015.

Es war mir eine Freude, den Eingangsstempel "2. Oktober 2014" draufzumachen.

Und ich frag mich, warum man Ostern nicht gleich mit eingeschlossen hat?


Montag, 29. September 2014

Sox on the rox.



Toe-ups.


Das da oben ist der Fachausdruck für Socken, die von der Spitze aus gestrickt werden. Im Grunde irreführend, denn das, womit man beim Stricken angefangen hat, steht nicht nach oben sondern hängt nach unten- aber man strickt schon von der Zehe aus nach oben, also stimmt es vielleicht doch ein bisschen.
Ich habe letzten Mittwoch oder so mein erstes Paar angefangen, und bin momentan beim zweiten Socken des zweiten Paares, und hellauf begeistert. Das einzige, was noch etwas hakelig läuft, ist das Aufschlagen der ersten 12 Maschen. Wer das mal versuchen will, sollte Ingrids Videoanleitungen bei Strickpraxis anschauen. Nur von Texten oder Fotos finde ich so etwas sehr, sehr schwer zu erlernen, weil es Bewegungsabläufe sind, die sich der Beschreibung, so finde ich, fast schon perfide entziehen.
Hat man erst die ersten 12 Maschen auf 36 erweitert, geht’s wieder auf ein Nadelspiel und von da an in Runden weiter. Ich habe Ingrids Basic-Toe-ups gestrickt, mit Spickel und allem Zilp und Zalp, und bin vor allem deshalb so angetan, weil viel weniger Gelegenheit ist, Löcher in die Socken zu stricken, wie es bei Standard-Socken mit Bumerang-Ferse passieren kann (verkürzte Reihen, anyone?)
Und auch an meinen komischen dicken Füßen sitzen die Dinger einfach fantastisch. Die Anleitung umfasst zwar „nur“ eine Größe. Die ist aber problemlos anpassbar mit den üblichen Tabellen für die Standard-Socke- alles, was man braucht, ist die Gesamtmaschenzahl je Größe und Garn-Dicke, die Fußlänge und dann kann eigentlich nix schief gehen. Puristen können das Tabellenwerk auch durch Maßnehmen und Maschenprobe ersetzen. Dann ist es sicherlich perfekt.
Mein persönlicher Geheimtipp beim Sockenstricken ist eigentlich, immer die dünnsten möglichen  Nadeln zu nehmen, so dass es soeben noch „rutscht“, dafür aber auch einen Zentimeter (mindestens) bei der Fußlänge einzusparen. Die dünneren Nadeln sorgen für ein enges Anliegen der Socke, die Verkürzung dafür, dass diese insgesamt gut anliegt. Es gibt nichts schlimmeres, als Socken, die in Schuhen verrutschen. Für Couch-Socken, die nicht in Schuhen getragen werden, gilt, dass sie ruhig lockerer sitzen können, und auch Muster am Fuß selbst haben dürfen. Zöpfe, Lochmuster und Co können bei empfindlichen Menschen nämlich für fiese Druckstellen und Wundlaufen sorgen, wenn Schuhe darüber getragen werden. Aus dem gleichen Grund sollten alle Garnenden und –Anfänge im Fußbereich niemals geknotet sondern nur mit Doppelfaden gestrickt und sehr flach vernäht werden (Doppelfaden: Die beiden Garnenden für 2-4 Maschen beide zusammen verstricken. Hält wunderbar.) Knubbelige und knotige Sockenenden an den Zehen sollten, egal, von wo der Socken begonnen wurde, auf jeden Fall nicht an Diabetikerfüßen Benutzung finden.
Es lohnt sich, finde ich, nicht, billige Wolle zu verarbeiten. Die Arbeit ist dieselbe, oft sogar mehr (wegen häufiger Anknotungen, bei denen dann Farbrapporte etc. nicht mehr stimmen und die man auseinanderschneiden und dann per Doppelfaden verarbeiten muss, wegen zu locker gedrehten Fadens, bei dem man nicht sofort die ganze Masche erwischt…) und nach dem ersten Waschen ist oft schon die Wolle voller Knötchen, oder sie filzt sogar. Das hab ich bei meiner Lieblings-Marke Lana Grossa „meilenweit“ noch nicht gehabt. Die gibt’s in sehr vielen Qualitäten, Dicken und Farben, momentan stricke ich mit der „Men Stretch“ eine, die ein Mischgarn aus Wolle, Baumwolle und Synthetik ist, mit einem kleinen Anteil Elité für den Stretch-Effekt. Angegeben ist die Wolle mit Nadelstärke 2,5 bis 3, ich stricke sie mit 2,0, und das ergibt ein sehr gleichmäßiges, festes aber elastisches Maschenbild.
Mein zweitliebstes Garn ist „Jawoll Magic“ von Lang Yarns. Da habe ich gerade ein sechsfädiges Garn „in der Mache“, für Kindersocken, die gut in Gummistiefeln und so etwas getragen werden können, weil sie schön dick und warm sind.
Aber so richtig, richtig freu ich mich auf das Projekt Spitzentuch- wenn ich nämlich mit all den Socken in der Warteschlange fertig bin, dann, ja dann ist ein Lace-Tuch dran.
Hach.

Dienstag, 23. September 2014

Besser

altklug als neudumm. Obwohl.

Jedenfalls lerne ich gerade, wie man Socken von der Spitze an strickt. Da komme ich mir schon ziemlich neudumm vor. Oder, besser, ungeschickt. Den Stricknadeln fehlen Gelenke, und meinen Fingern auch ein paar. Aber auch ein türkischer Anschlag ist beherrschbar, und bereits der zweite Versuch hat ein anständiges Ergebnis gehabt.
Überhaupt, Socken. Das Stricken beruhigt mich so kolossal, dass ich aufpassen muss, die derzeit in der Mache befindliche Socke nicht ins Büro mitzunehmen. Dort würde sie mich zwar auch beruhigen, aber die Kollegen bzw. den Chef doch eher aufregen. Was dann wiederum nicht sehr klug wäre, alt oder nicht.
Beruhigen ist derzeit angesagt, da ein Gang zum Arzt einen gefährlich hohen Blutdruck ergeben hat (irgendwas in mir will immer "Blutdurst" schreiben), wogegen wir jetzt mit Chemie vorgehen. Ich behalte mal im Auge, dass am Wochenende keine Rede war von zu hohen Drücken. Aber ab Montag morgen waren die Werte wieder beschissenst. Vielleicht ist es ja doch die Arbeit, die da Einfluss nimmt... wenn dem so ist, muss ich mir was einfallen lassen.
Menno.


Montag, 22. September 2014

Happy...

...Birthday, Frodo und Bilbo :-))

Montag, 15. September 2014

... sie wären in Euren Augen nur Kinder!

Wer seinen Peter Jackson kennt, kennt auch (vielleicht) diesen Satz. Er ist aus der Verfilmung von Tolkiens Mammut-Wortsammlung, vulgo "Herr der Ringe", und bezeichnet ...rrrichtig, Hobbits.
Abgesehen von den leckeren Keksen gleichen Namens, die ich mir verkneife, gibts ja da auch noch die zwei Drittel der geplanten Trilogie (oder, wie mein Ex-Mann immer sagte: Triologie), die ich mir am Wochenende reingezogen habe.

Kinders, ich brauch nen neuen Fernseher. Trotz HDI und Smartdings und allem Trallala außer 3D ist meiner ganz einfach zu klein für Filme. Serien kann man anschauen, da zeigen sie ohnehin nur Gesichter. Für Filme sitzt man hingegen auch auf der neuen Couch zu weit weg von den mickrigen 32".
Aber ungeachtet der nicht so dollen Sicht muss ich einfach sagen, dass ich ein wenig enttäuscht war. Irgendwie fehlt mir der Peter-Jackson-Touch, ein bisschen Kreativität. Vielleicht hab ich mich am Herrn der Ringe sattgesehen an den ganzen "Orks kommen den Berg runter wie eine Horde Ameisen"-Eindrücken, vielleicht auch an Männern mit Haarschmuck und in barbarischem Schick.
Ich kann mich auch nicht an soviel Slapstick im Hobbit erinnern, oder an einen Schwabbel-König, der schwer an Jabba the Hut gemahnt. Galadriel, die ein bisschen schräg und geheimnisvoll wirkte im HdR-Bruchtal, steht jetzt dekorativ in der Landschaft herum, und von Zeit zu Zeit bricht sich das Geschehen und die angestaute Spannung in mehrstimmigem Gesang Bahn.
Den dritten Teil schau ich mir dann aber trotzdem an, wenn er erscheint.
Vielleicht auch schon mit neuem Fernseher, wer weiß?

Spannender erschien mir dann aber doch das hier:


Da wartet man ja förmlich auf den alles vernichtenden Schlag. Oder?

:-)

Die Lily.

Samstag, 13. September 2014

Dem Selbst vertrauen

Depressionen, die ja ohnehin scheiße sind, haben noch zusätzlich die Angewohnheit, am Selbstvertrauen zu nagen wie ein Biber auf Baumentzug.
Unabhängig vom aktuell miesen Leistungspotenzial hat nämlich eins mit Sicherheit keine Winterruhe, und das ist die Bewertungs- und Vorsatz-Industrie, die immer weiter produziert, ob es einem gefällt oder nicht.
Man vegetiert  mehr oder minder modernd auf der Couch vor sich hin, und die innere Stimme ist das, was am lebendigsten ist. Sie verschont einen nicht mit sarkastischen Bemerkungen, harschen Urteilen und einer Taskliste, die jeden Tag länger wird.
Kriegt man dann mal was auf die Reihe, beruhigt dies die inneren Kritiker um kein bisschen. Denn jeder Versuch, sich deshalb besser zu fühlen, wird kommentiert mit "Demnächst findest du dich toll, nur weil du aufs Klo gehst, anstatt hier einfach sitzen zu bleiben" oder ähnlich aufmunterndem Wortwerk.
Jedes kleine bisschen Aktivität wird nicht begrüßt, sondern auch noch als zusätzlicher Anlass für Bösartigkeiten benutzt.
Das findet noch mehr Widerhall, weil man ja nach so vielen Jahren gelernt hat, dass man sich nicht darauf verlassen kann, nach einer Woche fleißiger Observanz der täglichen Pflichten nicht einfach wieder aufzuhören wie ein Auto, dem der Sprit ausgeht- einmal stottert der Motor, und schon darf man am Straßenrand auf den Abschleppdienst warten.
Also muss man sich, wenn es denn nötig ist, nicht nur gegen lähmende Antriebslosigkeit sondern auch gegen die eigene scharfe Zunge und die auch aus Verzweiflung geborenen Hohnattacken motivieren, damit man  trotzdem aufsteht.
Zwischendurch war es, wie mit einer Kugel am Bein durch hüfthohen Honig zu waten. Angefeuert von einer Horde hämischer Kommentatoren, die mit Tomaten werfen. Oder so.
Meist ist dann irgendwann der Punkt erreicht, an dem man sich sogar die guten Vorsätze spart und gleich zu Häme übergeht. Um gegen die inneren Kommentare anzukommen, müsste man mindestens ein oder zwei Jahre lang leben wie ein Soldat mit Zwangsstörung, und man weiß sehr genau, dass das nicht passieren wird.
Deshalb hat der jüngste Schub an Motivation und Ausdauer zuerst für Euphorie gesorgt, hielt er doch länger an als nur einen halben Tag- und im nächsten Atemzug kam dann schon die Panik, dass alles wieder so wird wie noch vor ein paar Wochen. Dieser gelähmte Zustand hat Jahre gedauert,  und nicht einmal die Psychiatrie hat viel geholfen. Der Klinikaufenthalt hat mir die Task-Liste für eine Weile aus der Hand genommen, und unter Psychopharmaka waren die Kritikerstimmen leiser, manchmal auch die Stimmung besser. Aber hat sich dadurch grundsätzlich was an der Motivationslage geändert? Nö.
Derzeit fange ich ein klitzekleines bisschen an, darauf zu vertrauen, dass das, was ich heute nicht erledige, mit Sicherheit dann morgen an die Reihe kommt. Etwas zu planen, fängt an, so etwas wie Sinn zu ergeben.
Das ist sehr ... unerwartet, irgendwie.

Wünscht mir Ausdauer und Glück, Herrschaften.

Euch wünsche ich das Gleiche, und außerdem ein schönes Wochenende.
DieLily

.

Samstag, 6. September 2014

Ein Satz (Einsatz) gegen...

die politische Kultur:


Wer nicht gefragt wird, muss dazwischen schreien.



Freitag, 29. August 2014

#neuecouch

Alles ist fein, nur mein Hinterteil vermisst die alte.
Für den Rücken war sie die reine Folter, aber um drauf herumzulümmeln einfach nur gut.
Leider war ihre Zeit abgelaufen; sie ruhe in Frieden, die blau-weiße Plüschcouch.
Schwarzes Leder for the win.



Montag, 18. August 2014

Wallah!

Da hab ich doch in der Bloglist aufgeräumt und das Posting über die Glutenunverträglichkeit gelöscht. Sowas blödes.
Da ich immer im Editor von Blogger schreibe, hab ich natürlich keine Fassung mehr parat. Ich werde aber das Rezept für das Brot noch mal posten, wenn es wen interessiert. Man kann mir aber auch ne Mail schreiben (Ganz runter scrollen, und in der Fußzeile findet sich ein Link unter "Mail an mich: Hierhin").

Mein erster Arbeitstag heute- und ich mag nicht. Ich mag nicht! Hört ihr?

Bis später mal,

Lily. 

Samstag, 16. August 2014

Samstag oder so

Heute ist Samstag. Im Verlauf der letzten Wochen habe ich die Lily-Wohnung, die in den letzten Monaten sehr vernachlässigt wurde, mit Hilfe von Pinsel und Farbe, diversen gezielten Einkäufen und viel, viel, viel Arbeit in so etwas wie "ein gemütliches Heim" verwandelt.
Es hat gedauert, meine Lieben. Nicht nur, weil es so viel Arbeit war, sondern auch, weil ich nicht wieder so einen Mega-Aufräum-Rausch erzeugen wollte(naja, konnte), der doch nur einen Kater hinterlässt und mich für Tage auslaugt. Statt dessen hab ich mir Zimmer für Zimmer vorgenommen und gründliches Reinemachen mit Aufräumen und Entrümpeln verbunden. Dabei geholfen hat sicherlich, dass mit der anderen Ernährung diese elende Müdigkeit endlich der Vergangenheit angehört, nachdem diverse Klinikpackungen Psychopharmaka diesbezüglich nix ausrichten konnten. Allein den Ostflügel hat mich drei Tage gekostet, rechnet man den Umzug meines ehemaligen Kleiderschranks in denselben und das Einräumen der gemischten Güter dort hinein mit.
Der beste Bruder von allen hat geholfen, den "neuen" Kleiderschrank aufzubauen, und hat gnädig über Staubwolken und Chaos hinweg gesehen, ebenso wie über den wüsten Berg an Klamotten, den ich der Einfachheit halber aufs Bett geschmissen hatte. Mit sowas tricks ich mich gern selbst aus: Klamotten auf dem Bett heißt, dass man sie noch vor dem Schlafengehen wieder in den Schrank räumen muss- sonst kann so was auch schon mal eine Pause im Wäschekorb einlegen, da kenn ich nix.
Fünf Säcke Altkleider hab ich entsorgt, diverse Berge an Verpackungen und Kartons, gefühlte hundert Kubikmeter Altpapier, einen etwas älteren Zweit-Staubsauger (woraufhin der Erst-Staubi kaputt ging, danke schön) und noch so einiges. Alle Fenster sind geputzt, die Schränke, auch in der Küche, aufgeräumt und ausgewaschen. Zur Krönung hab ich am gestrigen Tag die Tiefkühltruhe und den Kühlschrank abgetaut und sauber gemacht, und auch das Tiefkühlzeugs mal durchgesehen (fragt nicht).
Ich hatte Urlaub, 14 Tage, von denen ich drei beim besten Freund verbracht habe und drei mit seiner Lebensgefährtin hier. Soviel Action hab ich seit Jahren nicht veranstaltet, und muss feststellen, dass mir die 14 Tage doch recht lang erscheinen, obwohl sie so kurzweilig waren (danke, liebe S.-es waren superlustige Tage mit dir hier. Dass die Zeit in N. immer gut ist, versteht sich von selbst!)
Heute morgen dann war ich um zehn nach sieben beim Discounter meines Vertrauens und um halb acht mit einem Haufen Tiefkühlzeugs wieder zu Hause, die Truhe ist wieder voll.
Und jetzt weiß ich nix mit mir anzufangen. Stricken geht derzeit nicht, weil mir die letzte Handarbeitenextase den Daumen beschädigt hat, der immer noch weh tut.
Das hab ich vor allem bei dem hier bemerkt:

 


Das hab ich aufgrund der Anregung aus einem Kommentar gemacht, und zwar aus der Wolle, die ich für ein Jäckchen für Raphael gekauft hatte. Ich hab den Kommentar vorhin gesucht, aber nicht gefunden, sorry dafür.
Das Bärchen wohnt in meiner Tasche und ist immer dabei- nicht, dass ich den Kleinen je vergessen würde, aber so ist es gut.
Ich bemüh mich, trotz des "nix-anzufangen-Wissens" nicht in Trübsal zu verfallen. Fällt nicht leicht, auch, weil ich bei der Suche nach den Kommentaren etwas zu nah an Raphael und auch an Eddie gekommen bin. Trotzdem wünsche ich mir manchmal, für irgendetwas soviel enthirnten Enthusiasmus aufbringen zu können wie der Typ, der sich in der Antikal-Werbung über sein sauberes Badezimmer freut. Meine Güte. Was der nimmt, würd ich auch schlucken, ohne nachzufragen. Solange es kein Kalkentferner ist.

Schönen Samstag Euch allen,

Lily.


Sonntag, 3. August 2014

Sex und Gender und das gewisse Wasweißich


Da gibts ja diese Unterscheidung zwischen Sex und Gender und diesen ganzen Kram- also was wir an Organen haben und welchem Geschlecht wir uns zugehörig fühlen und so, was ja gerne ausufert in Rollenverständnis und -Zuschreibung, wo ich dann schnell die Trennschärfe der Begriffe verliere, weil ich diese Definitionen, abgesehen von der chromosomalen und phänotypischen Geschlechtserkennung überhaupt nicht so sehr hilfreich finde.
Und dann gibts da noch das Sex-and-the-City-Geschlechts-Definitonskonglomerat (das ist definitiv ein wissenschaftlicher Ausdruck, ich muss das wissen, denn ich hab ihn grad geschaffen).
Dass es jetzt diese Serie trifft, ist Zufall und liegt nur daran, dass ich in letzter Zeit soviel Werbung dafür sehe, wenn ich alte Folgen Grey's Anatomy anschaue.
Also.
Das Sex-and-the-City-Geschlechts-Definitionskonglomerat, auch SatCGDK genannt, umfasst folgende Einzelaspekte:

1. Frauen haben hohe Stimmen. Haben sie die nicht, sind sie entweder
-transsexuell
-Schlampen
-homosexuell
oder
-Unterschichtangehörige.
(Hört euch diese Serien mal in der Originalvertonung an, dann wisst ihr, was ich meine. In Europa wird da nicht so unterschieden. In hiesigen Fernsehserien ist man mit einer tiefen Stimme gern Staatsanwältin.)
2. Frauen haben zwar keinen Orientierungssinn, verlaufen sich aber niemals in
-Kaufhäusern oder
-ihren gigantischen begehbaren Kleiderschränken.
3. Frauen haben überquellende Schränke, aber niemals etwas anzuziehen, und kokettieren gern und ausdauernd mit diesem "Faktum".
4. Sie ernähren sich von Grapefruitsaft, Wodkatinis, Salat und Bergen von Schokolade.
5. Übergewicht fängt ab einem BMI von 19 an und ist strafbar. Schokolade macht glücklich, aber nicht dick, das gilt auch für Alkohol.
6. Unterhalb einer Menge von 15 Paar Schuhen je Kleinklima-Variante wird die Zugehörigkeit zur weiblichen Klasse widerrufen
7. Frauen wollen sämtlich geheiratet werden, um ihr Single-Dasein möglichst schnell einzutauschen gegen eine Vorstadt-Idylle
und was dergleichen mehr ist.
 Bei Männern gilt:
1. Männer lieben Sport. Wenn nicht, sind sie Nerds und entweder sehr dünn oder sehr dick.
2. Nerds haben hohe Stimmen und kriegen keine Frau, weil sie noch bei ihren alleinerziehenden Müttern im Keller wohnen, wahlweise auch in einer WG mit anderen Nerds. Mindestens einer ist Autist und daher ein lustiger Geselle.
3. Richtige Männer haben tiefe Stimmen und sind heterosexuell.
4. Homosexuelle Männer sind ständig auf der Suche nach neuen Vorhängen, wahlweise trinken sie den Wodkatini oder  Sekt mit den Frauen mit den hohen Stimmen.
5. Nur homosexuelle Männer können mit Frauen befreundet sein. Wegen der Vorhänge.
6. Verheiratete Männer sind dick, dann sind sie lustig. Schlanke verheiratete Männer gehen entweder fremd oder ihre Frau stirbt in der Serie, und er steht ihr bei. Manchmal sterben die Frauen auch, obwohl die Männer fremd gehen. Dann haben sie das meist verdient.  Weil sie Karrierefrauen sind oder abgetrieben haben, das kann man dann auf dem Sterbebett gestehen.

Die Individuen in diesen Serien sind nur minimal unterschiedlich, Frauen kann man an der Haarfarbe auseinanderhalten, die Männer an der Kleidung. 

Und jetzt muss ich euch was gestehen:
Ich habe einen neuen Kleiderschrank, anderthalb mal so groß wie der alte. Nach Aussortieren von 4 (!) Müllsäcken Altkleider ist der neue Schrank trotzdem voll. Und ich habe nix richtig schönes anzuziehen...

...klagt die Lily mit tiefer Stimme, und zählt ihre Schuhe.

5 Paar. Inklusive Wander- und Walkingschuhe.

Muss ich mir jetzt einen homosexuellen Freund suchen? Oder eine Staatsanwältin?

Einen schönen Sonntag wünsche ich Euch!












Donnerstag, 31. Juli 2014

Kleiner Feldversuch I und kleiner Feldversuch II

Versuchsreihe I
Hilfsbereitschaft und so.

(Das ist jetzt nicht direkt ein wissenschaftlicher Titel, aber ich hab mir Mühe gegeben.)

Dieser Versuch startet ergebnisoffen, ergo machen wir uns nicht die Arbeit, sowas wie eine These zu formulieren.

Wir fangen einfach an, indem wir zwei Tage hintereinander einen PKW der Kompaktklasse (Versuchsgolf) bis zum Rand mit Brettern voll laden und vor einem Mietshaus (Versuchsmietshaus) abstellen. Dann ordern wir eine mittelalte, moppelige und schwitzende Dame (Versuchsdame) und bitten sie, das Auto zu entladen und die enthaltenen Bretter zwanzig Meter weit in das Versuchsmietshaus zu tragen, die Tür aufzuschließen, die Bretter vor einer Tür im Hochparterre abzustellen und den nächsten Bretterstapel zu holen. Fortsetzen, bis nur noch eine 2,50 m lange Latte im Auto liegt, die noch einen Tag mitfahren darf der Dame den Todesstoß geben würde, wenn sie sie auch noch rein trüge. 


Tag eins.

Es ist schwül (27 Grad und 70 % relative Luftfeuchtigkeit), die Versuchsdame trägt eine Art Vogelnest eine hässliche Frisur  einen Haufen Haare auf dem Kopf. Sie muss aufpassen, dass die schwitzenden Moppelhändchen die etwas unhandlichen und vor allem schweren Bretter richtig zu fassen kriegen.
Mehrere Versuchsnachbarn kommen vorbei, im Verlauf der ca. 30 Minuten des Versuchsablaufs insgesamt sieben. Darunter drei Männer, einer um die Vierzig (Versuchsvierziger) und zwei knapp Dreißigjährige (Versuchsdreißiger eins und zwei). Alle drei sind durchtrainiert und kräftig.

Vier Frauen betreten in der Zeit ebenfalls das Haus. Drei davon sind auch um die dreißig, untergewichtig und ausgezehrt modisch schlank und schick gekleidet. Die vierte ist knapp fünfzig, ziemlich dürr und auf dem Weg zur Nachtschicht im Krankenhaus.
Zwei von den auftauchenden Versuchsnachbarn bleiben an der Tür stehen, schauen sich den verkehrswidrig parkenden Versuchsgolf an und  blicken kritisch. Sie winken kurz und gehen weiter.
Einer, mit seinem Auto aufs Versuchsmietshausgelände wollend, hupt, damit die Versuchsdame ihr Auto verdammt nochmal da weg stellt.
Zwei lächeln und grüßen freundlich. Zwei bieten ihre Hilfe an.

Tipp: Keine von beiden trägt ein Y-Chromosom.

Tag zwei

Es ist warm, aber auszuhalten und die Versuchsdame war beim Friseur, und trägt nicht mehr so schwer am Vogelnest. Die Bretter sind noch unhandlicher, weil die neue Ladung mit Scharnieren versehen ist und gerne weg klappt. Außerdem sind die Teile noch länger.
Wiederum parken wir den Versuchsgolf, heute etwas näher und nicht in der Einfahrt, weil ein Parkplatz vor dem Haus frei ist.
Diesmal ist die Anzahl der Versuchsnachbarn niedriger, weil es später am Tag ist, und alle Mülltüten raus- und alle Feierabendhabenden reingebracht sind.
Es kommen und gehen fünf Nachbarn, drei davon aus dem direkten Nachbarhaus.
Alle fünf weiblich, alle bieten Hilfe an.

Ist das Zufall?

Ich hab niemanden mitschleppen lassen, weil man im engen Treppenhaus sich ohnehin nur im Weg steht. Aber ich frag mich schon die ganze Zeit: Sind Frauen hilfsbereiter? Oder einfach besser erzogen? Oder haben sie schneller und richtiger erkannt, dass ich sie nicht hätte mitschleppen lassen?

Wieder ein Versuch, der mehr Fragen aufwirft als beantwortet.

Versuchsreihe II
Körperliches Geschick und Treffsicherheit. 



Die Versuchsdame ist wiederum die gleiche. Versuchsort ist die Wohnung der VD, die Versuchsgegenstände sind eine Dose Hering in Pfeffersoße und ein Lakritzbär, ehemals in Zucker gewälzt und inzwischen leicht angenagt vom Zahn der Zeit von den Katzen.
 Außerdem spielen mit: Ein Telefon, ein Bruder, ein neuer, kurzer Haarschnitt.

Szenario:
Die Versuchsdame hat soeben das letzte Brett an die letzte freie Wand gestellt und raidet den leeren Kühlschrank. Aus der Vorratsschublade nimmt sie dann eine Dose Hering in Pfeffersoße, schnappt sich Teller, Besteck und den festen Willen, in diesem Leben oder wenigstens heute Abend nicht mehr von der Couch aufzustehen und setzt sich auf dieselbe.
Dann öffnet sie die Dose, um an den heißbegehrten Inhalt derselben zu kommen.
Ihr kennt diese Dosen? Flach und ovalig und mit einem Zipp-Ring?
Dann kennt ihr auch diesen Moment, in dem nur noch ein knapper Zentimeter des vorgestanzten Deckels mit der Dose verbunden ist. Der Deckel ist soßenbedeckt, und man weiß genau, dass es spritzen wird. Natürlich könnte man die Dose an der Spüle öffnen, oder mit Schutzkleidung draußen im Garten.  Aber man ist zu faul, um noch mal aufzustehen, die Schutzkleidung zu suchen und anzuziehen und man weiß genau, dass, bis man sich umgezogen hat, die Katzen die Fischdose geleert haben und rülpsend von dannen ziehen. Man weiß auch, dass nachher eine von ihnen kotzen würde, und zwar fischig.
Man nimmt allen Mut zusammen, wackelt vorsichtig und ohne Druck mit dem Deckel, immer in der Hoffnung, dass sich die Verbindung sanft löst und eben nicht spritzt.
Dann löst sich die Verbindung, dann spritzt es.
Der Versuchsdame ins linke Ohr.
Aufgabe:
Berechnen Sie die Chancen, das absichtlich hinzukriegen.
Wieviel Jahre des Trainings bräuchte man dafür? Sieben? Zehn?
Berechnen Sie auch die Zeit, die vergehen wird, bis das Ohr (wiewohl sofort gewaschen) nicht mehr fischig duftet.

Dann rufen Sie Ihren Bruder an, und erzählen ihm, wiehernd vor Lachen, was soeben geschehen ist.
 Sie gehen telefonierend in Ihrem (meine Finger schreiben "Ohrem") Wohnzimmer auf und ab und treten plötzlich auf etwas Weiches. In einem Katzenhaushalt passiert das oft, und man nähert sich dieser unverhofften Weichheit in der Regel vorsichtig. Und misstrauisch.
Sie bücken sich und identifizieren den Gegenstand als ein antikes Lakritzbärchen. Das letzte Lakritzbärchen wurde hier gegessen, als Tiberius Kaiser in Rom war- ist also schon länger her. Sie versuchen, sich NICHT vorzustellen, wo das Lakritzbärchen die Zwischenzeit verbracht hat.
Den Gedanken, das Bärchen im Müll zu entsorgen, fasst ihr Gehirn in diesem Zustand nicht. Sie wandern weiter, telefonierend, und bücken sich ein bisschen, um das Lakritzbärchen auf die letzte Reise vom Balkon in die wilden Büsche hinter dem Haus zu schleudern (fragt mich nicht warum- ich war abgelenkt).
Etwas zielen, ausholen und werfen- und den dicken Paul treffen. Auf die Nase. Mit links. Das Geräusch war ein kurzes "Pock".

Eine Viertelstunde später saß der Paul immer noch da, den Kopf geneigt, die Ohren nach vorn geklappt, und untersuchte den Flugbären auf Katzenart mit der Pfote. Er ist mir kein bisschen böse, vermutlich hat er gar nicht mitgekriegt, dass Bären in der Regel nicht fliegen.


Demnächst hier auf Wunsch eines ungenannt bleiben wollenden Bruders:
Die Stellenbeschreibung für einen Schiffschaukel-Bremser.



Euch einen schönen Tag, voller Hilfsbereitschaft und Treffgenauigkeit. 

Ach- und was der kurze, neue Haarschnitt mit dem Fisch im Ohr zu tun hat? Ganz einfach. Bei dem Wust von Haaren, den ich noch vorgestern hatte, hätte ich mir den Fisch in die Haare geschleudert, und nie nicht mein Ohr getroffen.















Mittwoch, 30. Juli 2014

Aua

Der derzeitige Aufräum-, Umsortier- und Renovierungswahn fordert so seine Opfer:
Gestern habe ich einen Schrank gekauft. Gekauft im Nachbarort, bei einer Kollegin, einen schönen, sechstürigen Kleiderschrank für mein Schlafzimmer. Er hätte komplett in den Golf gepasst, den ich ohnehin für ein Stück platzbezogener Zauberkunst halte. Aber dann wäre der Wagen vermutlich überladen gewesen, und wenn ich hätte scharf bremsen müssen, hätte das schief gehen können. Ergo fahre ich heute nochmal, die Türen und die beiden Außenwände abholen.
Die Einpack-Aktion lief gut bei den tropischen Temperaturen (und vor allem 70 % relativer Luftfeuchtigkeit), weil mir da der Mann der Kollegin half. Aber hier ist nun mal kein Mann. Und direkt vorm Haus parken hat auch nicht geklappt, weil das die beliebtesten Plätze sind. Also bin ich so zwanzig Mal mit den schweren Brettern und so gelaufen, bis alles im Haus und in der Wohnung war.
Das muss hier immer sorgfältig in Etappen aufgeteilt werden, da ich nicht Haus- und Wohnungstür offen lassen und Zeug reinschleppen kann. Dann versuchen nämlich die Pelzpfoten die Welt zu erkunden. Also muss erst alles aus dem Auto ins Haus, und nach einem Zwischenlager neben der Wohnungstür kann ich es dann fix in den Flur stellen. Drinnen angekommen, kann ich die Stapel und Berge dann bei geschlossener Wohnungstür verteilen, so dass keine Katze die Bretter umwerfen kann oder sich an irgendeinem schweren Teil verletzt. Mein Alptraum ist, dass ich nicht mehr in die Wohnung kann, weil direkt hinter der Tür irgend ein schweres Teil liegt, welchselbiges von der Katzerei dorthin gekippt wurde. So ein Erlebnis hatte ich schon mal, als ein hinter der Schlafzimmertür aufbewahrtes Bügelbrett (ohne kätzische Einwirkung) umkippte und die Tür blockierte.
Jedenfalls hab ich gestern erst geschleppt wie eine Irre, dann hab ich mich trotz Navi verfahren (wenn ich den Bildschirm, so wie gestern, nicht sehen kann, dann ist mir der Unterschied zwischen rechts und links nicht so unbedingt klar...) und dann hab ich wieder geschleppt wie eine Irre.
Gleich fahre ich ins Büro, erledige die paar Arbeiten, die da derzeit meiner harren (es ist SO STILL dort, man kann es kaum glauben, und kaum was zu tun im Moment... ) und dann fahre ich wieder los, schleppen wie eine Irre.
Wenn dann der Schrank hier ist, und mein sehr geliebter Bruder Georg morgen hier im Städtchen eintrifft, wird er aufgebaut und dann, und dann.
Dann nämlich wandert mein alter Schafzimmerschrank ("SzS") in den Ostflügel. Der alte SzS hat die Besonderheit, einer von ursprünglich zwei dreitürigen Schränken zu sein. Der andere, den ich in einer Wohnung mal nicht brauchte, ist von Umzugshelfern beim Auszug versehentlich zur Kippe gebracht worden... aber was beiden gemein war, ist, dass sie nur 1.80 hoch und breit, dafür aber einen Meter tief sind bzw. waren. Ich hab die Hälfte noch, die ein Abteil mit einer sehr kurzen Stange, dafür ein breites Abteil mit sehr wunderbar großen Ablagefächern hat. Die Ablagefächer sind aus sehr dicken, massiven Birkenbrettern. Dort dann wird der gesammelte Kram im Ostflügel Platz finden. Solche Schränke (noch aus den fünfzigern, Echtholz Birke, mit Glastüren mit Gardinen dahinter :-) ) findet man heute nicht mehr. Die niedrige Höhe ist absolut unmodern, aber meine Schwiegereltern, von denen ich den Schrank geerbt habe, hatten ein gigantisch großes Schlafzimmer von fast 30 m², in dem nicht nur die beiden Schränke standen, sondern auch noch zwei riesenhafte Einbauschränke. In dem weitläufigen Raum sahen die beiden Schränke immer sehr angenehm aus, weil sie eben niedrig waren und nicht so eintönig wie die Einbauschränke. Durch die große Tiefe kann man Sommer- und Wintersachen in einem Schrank lagern, in dem man das aktuelle Zeug einfach nach vorn räumt. Platz satt somit für gesammelten Kram in Kisten, für Werkzeug und Malsachen und Co.

Aufgrund der ungewöhnlichen Maße passte immer sehr viel in den Schrank hinein, aber eben halt nur aufgefaltetes Zeug. Alles, was auf Bügel gehängt werden muss, hängt im Ostflügel auf einem Kleiderständer. Im Flur steht noch ein alter Jugendstilschrank, den ich mal allein aufgebaut habe, und der jetzt im Zuge der Umräumarbeiten auch noch ein wenig Verbesserungen erleiden wird. Der Schrank im Flur ist der Fluchtort der Katzen. Da ich ihn ohne Hilfe aufgebaut habe, schließt die Tür nicht ganz- und egal, was ich versuche, die Pelzbande kriegt sie auf. Sobald jemand an der Haustür klingelt, sind sie drin - und kommen freiwillig nicht mehr raus, bevor die Luft rein ist. Das mittlere Element an diesem Schrank steht fest, und man hat kaum eine Möglichkeit, an die Sachen ranzukommen, die dahinter hängen. Also ist er so gut wie leer (bis auf ...Katzenhaare). Es ist eine Frage, ob ich ihn überhaupt behalten will. Eigentlich nämlich ist er nutzlos, bis auf die Funktion als Katzenzuflucht. Und mein Monopoly liegt oben drauf, und wird so langsam eine Antiquität.

Wenn dann endlich eine Aufbewahrungsmöglichkeit im Ostflügel steht, dann kann ich drüber nachdenken, ob ich irgendwann mal ein Bett dafür besorge, und mir damit ein Gästezimmer einrichte.
Die Küche hab ich übrigens am Samstag und Sonntag aufgehybscht.


Aus dem Wohnzimmer




Das blaue Feld an der Wand ist neu. Links daneben ist ein Panel an die Wand geklebt, das ich vor ewigen Zeiten mal gekauft habe, und das Bild hängt rechts, weil ich die Kante nicht sauber hingekriegt habe. Rauhfaser halt... Der Tisch, inzwischen blassgelb lackiert, steht seit Sonntag morgen im Ostflügel zum Trocknen. Weiß einer, wie lange sowas braucht, bis der Lack belastbar ist? Wenn er wieder da raus kommt, werde ich ihn nicht mehr längs an der Wand stehen lassen, sondern nur noch mit der Schmalseite daran stellen. Dann kann ich beim Essen auf den Hof schauen, und auf die neuen Jalousien, die so aussehen:


Es ist immer noch ein bisschen kahl und kühl, aber ich mag in der Küche keine Staubfänger herum hängen haben. Und die Nachbarn, die an dem Fenster vorbei kommen, sind auch dran gewöhnt, dass sie mir in die Küche schauen können. Letztens stand ich da und maß das Feld aus für die blaue Farbe, als ein Nachbar vorbei trudelte- und ich hatte nix an. Ich hoffe, dass er nicht blind wurde.

Von der blauen Farbe ist noch was übrig, und einen Topf im Farbton "Buttercup" hab ich auch noch. Das werde ich im Schlafzimmer zu einer Neugestaltung der Wand nutzen, an der mein Bett steht (und an der auch das Bett meines Sohnes stand, als er noch hier wohnte. Die Wand ist etwas abgeschabt).

Ach, und was ich eigentlich sagen wollte: Aua. Mir tut alles weh, vom Schleppen.
Und alle Männer, die nicht hier wohnen, können dankbar sein, dass sie nicht hier wohnen. Denn sonst hätte ich sie gegen halb fünf geweckt, um diesen Wortschwall abzulassen.
Aber dafür hab ich den Blog, und er trägt auch einen passenden Namen.

Einen schönen Tag in die Büros, Hotels, Wohnungen vonne


Lily.

Sonntag, 27. Juli 2014

Vorher-Nachher


Vorher-Nachher-Bilder sind gerne solche, die den besonderen Erfolg von besonderen Maßnahmen dokumentieren sollen.
Manchmal allerdings dienen sie zu anderen Zwecken. So auch hier.









Zugegeben, das obere Bild ist bearbeitet, zwecks idüllischerem Aussehen. Das untere aber auch.

Sic transit und so. Oder?


EDIT: Bevor jemand denkt, ich lebte in Baumfrevlerhausen: Das sind Schäden vom Pfingststurm Ela. Die hat mal eben so ein Wäldchen von vielleicht 2-3000 m² zu Schanden geblasen, wie man auch auf dem Schild liest. Auf der anderen Straßenseite ist kaum ein Ästchen runtergekommen. Ich weiß, dass es in anderen Städten noch viel schlimmer ist- und so aufgestapelt sieht alles wieder sehr, sehr ordentlich aus. Aber erstens ist das "Kindheitsturf" von mir, da bin ich immer durch den Wald gebraust mit meinem Fahrrad, und zweitens- als ich das erste Mal nach dem Sturm dort vorbeifuhr, sah das aus wie nach einem Bombenabwurf. Lauter Stümpfe, abgebrochene Kronen, geborstene Stämme... 




Donnerstag, 24. Juli 2014

Aus gegebenem Anlass: Lilys kleiner Berufsfinder

Heute:

Ich werde Verschwörungstheoretiker,
oder: Sieben leicht fassliche Übungen für einen erfüllten LebensFeierabend


Wie wir alle wissen, ist es zunehmend schwierig, für allerlei Spaß und Geselligkeit Gefährten zu finden. Viele von uns sitzen abends vor dem Fernseher, erschöpft von des Tages Müh´ und Plag´, und fragen sich, wie dieses Elend rasch ein Ende finden kann, ohne a) von der Möglichkeit vorzeitiger Bettruhe Gebrauch zu machen oder b) die Notwendigkeit, Hinterteil und Couch voneinander ohne Anwendung chirurgischer Mittel zu trennen, um zum Beispiel die Spülmaschine einzuräumen.

Freizeitforscher (die damit auch ein hübsches Hobby gefunden haben!) weisen verstärkt darauf hin, dass das Berufsfeld des Verschwörungstheoretikers da eine sinnvolle Ergänzung  darstellen kann, wenn es gilt, einen  Ausgleich zu der modernen Monotonie des Alltags zu finden.
Der geneigte Leser mag sich fragen, ob sich der Aufwand lohnt, noch mehr Dinge zu lernen, mit denen man dann doch nichts anfangen kann- aber halt! in vielen Feldversuchen zeigt sich immer wieder, dass Ruhm, Ehre und zumindest eine lokale Prominenz in greifbarer Nähe sind, wenn nur ein paar wichtige Punkte Beachtung finden.
Dabei muss man noch nicht einmal so weit gehen, vor dem Frühstück zehn unmögliche Dinge zu glauben. Winston Churchill hat einmal gesagt: "Gebt mir einen Computer, und ich drucke das Internet aus", womit  er nichts anderes ausdrücken wollte, als "Tausend Euro auf den Tisch des Hauses, Zugriff auf eine Kiste Papier, und ihr werdet sehen, was passiert".
Meine Damen und Herren, nehmen Sie sich ein Beispiel an diesem  alten Haudegen der unzuverlässig übermittelten Zitate diesem Literaturnobelpreisträger (das war er tatsächlich) und legen Sie einfach los!

Übung 1
Setzen Sie sich entspannt hin. Kommen Sie zur Ruhe, und atmen Sie tief ein und aus.
Einatmen. Ausatmen. Lauschen Sie dem Pfeifen Ihrer Lungen Atem... Einatmen. Ausatmen.
Immer so weiter machen. Sobald Sie das Ein- und, fast noch wichtiger, das Ausatmen beherrschen, haben Sie den wichtigsten Teil dieser Übung schon geschafft! Sie können ein bisschen stolz auf sich sein!
Gut.
Dann konzentrieren Sie sich  auf Ihr Umfeld. Sitzen Sie bequem und entspannt? Kneift der Jogger, oder geht's noch? Spüren Sie tief in sich hinein, und dann wieder hinaus. Da! Was war das? Wenn Sie lang genug üben, hören Sie über kurz oder lang etwas an der Schwelle Ihrer Hörfähigkeit herumkratzen.
Da! Da ist es schon wieder!
Was IST das?

Übung 2
Stehen Sie nun auf (das ist wichtig, auch wenn es schwer fällt!) und gehen Sie langsam in Ihrer Wohnung umher.
Bleiben Sie in jedem Zimmer stehen und legen Sie auf dekorative Weise den Kopf schräg. Letzteres ist wichtig, denn Anmut und Grazie fördern das körperliche Selbstbewusstsein und Ihre physische Präsenz. Außerdem kann man dann besser Geräusche orten.
Irgendwann, wenn Sie sich der Quelle der Störung des Geräusches nähern, werden Sie in der Lage sein, es auch räumlich zu orten.

Übung 3
Ist es Ihnen gelungen, das zu tun, bauen Sie Ihre sogenannte  "Innere Nachbarschaft (tm)" auf. Das ist die erste Stufe für ein Gedankengebilde, welches Verschwörungstheoretikern am Anfang ihrer Laufbahn dabei behilflich ist, in der ungewohnten  neuen Berufswelt die Orientierung nicht zu verlieren. Dazu stellen Sie sich in Gedanken vor Ihr Wohnhaus auf die Straße.
Erinnern Sie sich.... lassen Sie Ihr inneres Auge schweifen... und stellen Sie sich konkret vor, aus welchem Haus, aus welcher Mülltonne, aus welchem Abflussrohr oder schlecht geparkten Auto die Geräusche dringen. Dabei entwerfen Sie Stück für Stück in Ihrem Inneren ein Bild von Ihrer Nachbarschaft.
Der entscheidende Schritt ist nun, diese Nachbarschaft mit Menschen, Geschichten und Szenarien zu füllen.
Dazu braucht es einiges an Übung. Ihre Phantasiemuskeln sind sicherlich, nach Jahren von CSI und Co, verkümmert und untrainiert. Aber geben Sie nicht auf. Der Nachbar von rechts oben, der immer so etepetete im Treppenhaus an Ihnen vorbeitänzelt. Die Hunde der Frau von gegenüber, die offenbar alle eine milde Form der Tollwut haben. Der Opa von 36 a, der Ihnen neulich fast über den Fuß gefahren ist... Sie alle finden einen Platz in Ihrer Inneren Nachbarschaft ("IN"). Und da sind noch viele, die Ihnen bisher kaum bekannt sind. Menschen, die ein geheimes Leben führen, eines, das SIE nicht kennen. Eines, das Geräusche macht. Eines, das Wirkung hat. Auf SIE.

Übung 4
Lauschen Sie weiter auf die Geräusche. Konzentrieren Sie sich auf die "IN". Und entwickeln Sie ein Bewusstsein für die Wellen, mit denen die Geräusche auf Sie eindringen. Weiten Sie dieses Bild aus. Alles hängt mit allem zusammen...
Der Gully mit dem Abfluss, der Abfluss mit dem Bach, der Bach mit dem Strom mit dem Meer mit Amerika, mit den Menschen dort, der Politik, dem Ku-Klux-Klan, den Südstaaten, mit Louis Armstrong mit Neil Armstrong.
Halt.
So jemand wie Neil Armstrong, persönlich verbunden mit Ihnen durch den Gully vor Ihrem Haus (s. Beweiskette im vorigen Satz), der soll auf dem Mond gewesen sein?
Ich bitte Sie.
 Ihre Innere Nachbarschaft, die ist mit Sicherheit nicht mit dem Mond verbunden. Den kann man sehen, vielleicht, und auch nur, wenn man sich aus dem Wohnzimmerfenster ganz weit nach rechts heraus lehnt. Bei Vollmond, manchmal. Aber sonst?
Kaum zu glauben, dass so etwas wie der Mond existiert. Darauf herum gelaufen ist bestimmt nie jemand. Das würden Sie spüren, wegen der Verbindungen. Sicherlich würden Sie das spüren, genau so, wie Sie diese lästigen Geräusche hören, im Arbeitszimmer, direkt an der Südwand.


Übung 5
Überhaupt, der Mond.

Übung 6
Die Erde soll ja eine Kugel sein.
Warum erzählen die Lehrer so etwas? Das ist schließlich nicht bewiesen, oder? Hat irgendwer das gesehen? So richtig? Astronauten? Ich bitte Sie. Diesen Blödsinn mit Raumfahrt, das kann man ja mal gleich abhaken. Haben Sie doch in der vorletzten Übung bewiesen, dass das alles Schwindel ist, oder? Alles nur eine Ablenkung von Seiten der Regierung, damit die in Berlin weiterhin machen können, was sie wollen. Beschäftigen schon die Kinder in der Schule damit, dass jede Menge unnützes und erlogenes Zeug gelernt werden muss.
Man kennt das ja aus CSI. Da gibt es eine Gruppe von Mächtigen, und die sind alle eingeweiht. Da gibt es extra Treffen, man kennt das, wo die Politiker die Neuen jeweils über alle diese Lügen informieren. Die schützen sich, und verschweigen den Menschen, dass die Erde wie ein flacher Pfannkuchen sich langsam kriechend fortbewegt von allem, was gut und richtig ist. Wissenschaftler haben ja bewiesen, dass Dinge zu Boden fallen, wenn man sie nicht festhält. Also würde auch alles herunterfallen, was unten an der Kugel hängt, oder? Sehen Sie.
Womit wird die Erde bei ihrem Kriechen angetrieben wird, fragen Sie? Mit Atom, das ist doch ganz klar, das lernen doch schon die Kinder in der Schule, dass Atom sowas hinkriegt.

Übung 7
Atom... darüber sollten Sie dringend auch nachdenken.

Bis diese Gedanken dann zu Ende gedacht sind, sollten Sie sich eine Homepage im Internet zulegen. Veröffentlichen Sie regelmäßig dort Ihre neuesten Erkenntnisse. Und bald, sehr bald, sind Sie nicht mehr allein, so abends auf Ihrer Couch.
















Mittwoch, 23. Juli 2014

Alltagsdrama

Soeben erst den letzten Aufkleber kaputtgedruckt. Konstatiert, dass die bedruckbaren Ordnerrückenschilder vom Teufel erfunden wurden. Meine Bögen sind jedenfalls immer mindestens mit einer Bedruckung auf der nicht klebenden Rückseite versehen.
Diesmal -wie gesagt- der letzte auf dem Bogen. Ich glaube, in Zukunft nehme ich einfach einen neuen Ordner und beschrifte ihn mit der Hand. Meine Arbeitszeit für das Bedrucken MUSS einfach mehr kosten als die 1,27 € oder so, die mein Arbeitgeber pro Ordner springen lässt.
Dann, beim Zuschieben der Papierschublade, hab ich mir den Finger geklemmt. Bei der Rückkehr an den Schreibtisch bin ich, immer noch kopfschüttelnd wegen der "Wie herum kommt dieser Bogen nochmal in den Drucker"-Problematik, vor die offene Rollcontainer-Schublade gelaufen (die untere, die schwere. Die, mit der man blaue Flecken kriegt).
Bevor mein Stuhl jetzt unter mir zusammen bricht, geh ich nach Hause.

Fröhlichen Feierabend, Euch allen.
Und bleibt weg von Büromöbeln.


Sonntag, 20. Juli 2014

Und so weiter...

soeben auf den Rat von Georg hin etwas getan, was ich niemals nicht tun wollte:
Ein Exemplar von "Jetzt mach helfe ichs mir selber " für meinen Roten Blitz Witz angeschafft. Wenn ich bedenke, dass ich das letzte Buch aus der Reihe 1989 in der Hand hatte, bin ich ganz schön alt geworden.
Aber was tut man nicht alles für seinen fahrbaren Untersatz.

Rostumwandler, Grundierung und Glasfaserzeugs stehen hier schon. Jetzt muss nur noch der Schwager aus dem Urlaub kommen und mir Platz vor seiner Garage und den Dremel zur Verfügung stellen. Obwohl- so ein Dremel (meine Finger schreiben immer Fremel...) ist schon ein wunderbares Werkzeug. Ein früherer LAB (Lebensabschnittsbegleiter) hat mir mal einen geschenkt, der dann leider in der Konkursmasse der Beziehung verschollen ist. Aber bis dahin hab ich alles angebohrt, angeschliffen und mit dem Ding bearbeitet, was mir vor die Finger kam und sich nicht ausdrücklich gewehrt hat. Einmal hab ich alle Holzschieberchen aus dem Raclette mit schmückenden Löchern versehen. Meine Güte, war der Typ sauer. Aber warum schenkt er mir auch sowas. Vorgestern im Baumarkt stand ich jedenfalls wieder sehnsüchtig vor den bunten Schachteln und wollte zuschlagen. Abgehalten hat mich nur, dass mir die Akku-Version zu teuer war, und das Kabel von den gewöhnlichen Dingern zu kurz ist, um bis zum Parkplatz hinterm Haus zu reichen.

Und meine Konsequenz wurde dann wenig später belohnt, als der Uhrmacher mir nämlich den Preis für einen schicken kleinen Dremel ansagte, um meiner Lieblingsarmbanduhr zu einem neuen Glas und einem neuen Armband zu verhelfen. Die Uhr lag abends zuvor unschuldig auf dem Wohnzimmertisch und machte sich plötzlich bemerkbar, mit zwei scharfen Knack-Geräuschen. Auf der Suche nach der Quelle der Geräusche sah ich dann die Uhr- ein kreisrunder Riss mitten auf dem Glas, und zwar so, dass das Glas innerhalb des Kreises einen halben Millimeter oberhalb des Restglases stand. Sehr strange.

Der Ostflügel ist übrigens aufgeräumt. Er ist so etwas wie ein Ersatzkeller, mein zweites Schlafzimmer, in dem ich die Wäsche trockne, und mehrere Kubikmeter gemischte Güter aufbewahre. Entfernt habe ich unter anderem Kartons und Pappen von Verpackungen, eine solide Staubschicht, und weiteres Zeug, das seit Jahren von Abstellkammer zu Abstellkammer wandert. Das Thema ist also erledigt. Nicht erledigt ist, dass ich immer noch keine sinnvolle Möglichkeit habe, alles, was da rumsteht, irgendwie einzuschranken oder sonstwie von der optischen Front zu entfernen. Es wird also weiterhin verstauben und trotz sorgfältiger Stapelarbeit unordentlich aussehen.
Das ärgert mich. In der Garage steht seit geraumer Zeit ein alter Schrank in Einzelteilen, der vermutlich ausreicht, um alles unterzubringen. Leider fehlt es mir an Kraft und Geschick und Händen, um ihn aufzubauen- das ist die Sorte Schrank, für die man zwei Helfer benötigt. Da er inzwischen mindestens zwei Winter dort verbracht hat, ist er nicht mehr in bestem Zustand, ich weiß nicht mal, ob man ihn nicht sinnvoller Weise zum Sperrmüll stellt. Nun ja. Etwas Meinungsbildung scheint erforderlich zu sein.

So. Und gleich geht die Räumerei weiter. Das Schlafzimmer, das braucht nämlich auch ein bisschen liebevolle Zuwendung.
Euch auch einen schönen Sonntag!



Samstag, 19. Juli 2014

Und so

Samstag, himmlisches Wetter. Es wartet ein Ostflügel auf die Grundreinigung, eine kleine Fliege brumselt vor dem Ventilator herum, hab die Augen noch nicht ganz offen. Der Kaffee dampft.
Auf Youtube läuft Jupiter Jones.
Und ihr so?

Freitag, 18. Juli 2014

Ad. Sense.

Mir schleierhaft, wie die "passgenau" geschaltete Werbung sich so zusammenfindet... habe soeben gegoogelt, wie ich ein paar kleinere Roststellen an meinem Auto entfernen kann (-->Abenteuer VW Golf- Bericht wird sicher folgen).
Am Ende der recht ausführlichen Beschreibung empfiehlt mir die Seite zwei Artikel, die mir auch gefallen könnten:
--Verstoftes Abwasserrohr freibekommen: Wie mache ich das? Was beachten? (soweit, so gut...)
und dann:
--Wie lange kann man abtreiben? Rechtliche Situation in Deutschland. Garniert mit dem Thumbnail-Bild eines höchst schwangeren Bauches.

Ach ja... Ad und sense. Zwei Dinge, die nicht zwangsläufig zusammen gehören.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Heute Nacht

geträumt, dass ich das Leben wiederholen muss. Wegen nix gelernt.
Alpträume gibts...