Zurzeit gibt es hier chez Lily genau zwei Aggregatzustände:
Müde oder wütend. Oder den überlappenden Zustand aus beidem.
Ich habe gegoogelt „Wohin mit meiner Wut“.
Zurzeit gibt es hier chez Lily genau zwei Aggregatzustände:
Müde oder wütend. Oder den überlappenden Zustand aus beidem.
heute hier drauf gestoßen: Alter Text.
Ich muss sagen, das ist wenigstens verblüffend.
Wenn nicht bizarr.
...silbern hier.
Da wollte ich doch nie wieder ein silbernes Auto. Auch, weil in den letzten Jahren offenbar kaum etwas anderes gebaut wurde als weiß, grau, silber und schwarz. Etwas trübe Palette. Am Rostbraunrot meines Golfs hab ich mich auch satt gesehen. Das liegt auch daran, dass ich offenbar ein Baujahr erwischt hab, das mit einer Art Plaka-Farbe lackiert war, anders ist der matte und müde Farbton nicht zu erklären. Der Vorgänger des derzeitigen Golfs, noch einige Jährchen älter, hatte nicht nur weniger (wesentlich weniger) Rost aufzuweisen, sondern da glänzte der Lack noch nach fast 25 Jahren, wenn man den kleinen Kerl mal einer Säuberung unterzog. Was, zugegeben, nicht zu meinen Hobbys gehört. Das Ende einer Autoliebe sieht man meinen Karren immer sehr an.
So auch im Moment. Der Rote ist eine fahrende Gesundheitswarnung, denn mal abgesehen von der Zuladung aus Kram, Zeug und alten Zeitungen, regnete es kräftig durch die rostgeplagte Heckklappe (zwei sehr mürbe Stellen am unteren Rand der Heckscheibe) und leider gilt bei Autos nicht, dass das, was reinkommt, auch wieder rausläuft.
Alles an Feuchtigkeit landete in den Teppichen, und woher die Feuchtigkeit kam, die im Fahrerraum schwappte, hab ich nicht rausgekriegt. Und es schimmelt munter vor sich hin, seit vor einigen Tagen die Regenzeit angefangen hat.
Nicht gut, nicht gesund, und ständig beschlägt einem die Brille.
Es muss mal wieder was neues her, sagte sich die Lily. Und diesmal nicht wieder ein Pauschalen-Auto: 500 €, zwei Jahre TÜV. Das führt nämlich dazu, dass jede Tour, die einen aus der Heimatstadt zum Beispiel zum besten Freund führt, gleich ein Abenteuer ist. Man kann sich unentwegt auf die Schulter klopfen, weil die Tatsache, dass die Uraltkisten viel Sprit saufen, dadurch kompensiert wird, dass man Müll verhindert, indem man ihn fährt. Leider macht dieses einseitige Klopfen genau solche Rückenschmerzen wie das Kauern in einem ausgeleierten und ausgenudelten Sitz.
Zudem ist es nervtötend, den ultimativen TÜV-Termin unaufhaltsam näherrücken zu sehen und damit die Frage, was eher vorbei ist: Die Frist oder das Auto.
Und jetzt war es wieder so weit. Der Termin kam (und verstrich, wie ich gestehen muss), und ich konnte mich nicht entscheiden. Die Gurke reparieren, und damit einer sehr verstrichenen Liebe Geld nach werfen? Wieder eine Billigkiste? Etwas (oder auch sehr viel) mehr zahlen, und länger was davon haben?
Einen Neuwagen würde ich nur dann fahren wollen, wenn ich mir erstens die Werkstattpflege leisten könnte und zweitens nicht einen Herzkasper riskieren würde, wenn das Auto geklaut oder beschädigt würde. Zwanzig- oder dreißigtausend Euronen rüberwachsen zu lassen, auch wenn ich gern Auto fahre? Niemals. Was nicht heißt, dass ich nicht Spaß hätte an einem wirklich schicken Auto. Wirklich schick scheint bei mir aber immer einen Preis von mehr als 30.000 € zu bedeuten. Und das? Nö, siehe oben.
Gestern aber sollte es losgehen, der Lily einen neuen fahrbaren Untersatz kaufen.
Das Portemonnaie voller Bargeld, wollten der Kollege und ich in aller Herrgottsfrühe aufbrechen, um in die Welt der Gebrauchtwagenhändler einzutauchen. Der Kollege hat nicht nur Plan von Autos, er kann auch handeln. Was bei mir so gar nicht funktioniert. Ich geb auch schon mal mehr als der Verkäufer haben möchte. Weil er mir leid tut, zum Beispiel.
Die Zeit brach an, der Kollege tauchte auf- in einem Auto mit Überführungskennzeichen.
Ab und zu kauft er mal eins günstig, arbeitet es auf und vertickt es mit Gewinn. Und tags zuvor hatte jemand seinen Verhandlungskünsten nachgegeben und ihm ein Auto preiswert überlassen. In meiner Gewichtsklasse, finanziell und auch sonst. Wieder ein älteres Auto, aber megagut im Schuss, mit wenig Kilometern, und allem, was ich mir so vorgestellt habe.
Und da isser nun :)
Also ich war ne faule Blogsau, die letzten Wochen. Aber aus Gründen.
Wie hinlänglich bekannt, ist derzeit im Hause der Lily-Eltern eigentlich immer Trubel, von wg. Gesundheit und so, und allgemeiner Alterserscheinungen. Das müsste mich nicht weiter beeinträchtigen, teilten wir uns das gerecht auf. Aber das tun wir natürlich nicht. Oder irgendwie schon- der Steuermann aus der Bootsanalogie im letzten Sommer hat sich komplett aus unserem Leben verabschiedet. Exit einer von vieren, macht noch drei, die sich engagieren. Und natürlich macht das jede Menge Wut, wenn man bedenkt, dass der, dessen Name in der Familie nicht mehr genannt wird, nicht mal das Benehmen hat, z. B. meiner Mutter zu ihrem (runden) Geburtstag zu gratulieren, ihre Telefongespräche nicht annimmt und auch unsere Mitteilungen z. B. bei Whatsapp nicht mehr liest.
Er wird von finalen Entwicklungen dann vermutlich aus der Zeitung erfahren. Es ist eine üble Sache, soviel steht fest. Mein Vater kann das überhaupt nicht mehr begreifen, und der Rest der Familie, auch wenn nicht dement, hat so seine Probleme mit soviel Kaltschnäuzigkeit und komplett unangebrachtem, selbstmitleidig auf hohem-Ross-Herumgesitze. Arschloch, so ist die herrschende Meinung, Arschloch kann man nicht lernen, das ist man.
Jedenfalls haben die elterlichen Herrschaften ein recht großes Haus, samt (für Großstadtverhältnisse) großem Garten. Das Haus kriegt Mutter noch halbwegs hin, trotz der zeitintensiven Beschäftigung mit meinem Vater. Der Garten aber wächst schneller, als sie arbeiten kann, und sie ist halt Mitte siebzig- da springt man auch nicht mehr von Baum zu Baum. Die, die meine Schwester ist, hat selbst einige Fußballfelder an Grundstück zu pflegen, samt Obstwiese, Gemüsegarten, diversen Teichen und Riesen-Staudenanlage rund ums Haus. Der, der mein Bruder ist, und hier auch schon mal kommentiert, wohnt gut 150 km weit entfernt.
Ich mag Gärten, und ich mag auch die Arbeit.
Also dürft ihr dreimal raten, wo ich in den letzten Wochen war. Rrrrichtig. Im Garten. Man hat mir die Entscheidungsmacht übertragen, so dass ich aus dem Hilfsrasenmäher-Status raus bin. Ich grabe also um, schneide runter, lege Beete an, und hole mir Blasen und Muskelkater. Mein letzter Garten ist knapp 20 Jahre her, und Steine schleppen ist schwere Arbeit. Aber es macht wirklich Spaß, auch wenn es dann natürlich doch nicht mein Garten ist. Im Grunde könnte ich auch einen Schrebergarten pachten, das ist ungefähr das Gleiche. Nur näher, denn in einem Kilometer Umkreis um meine Wohnung sind gleich zwei Anlagen. Der Elterngarten hingegen ist knapp sechs Kilometer entfernt.
Das dauert alles, Herrschaften... und deshalb schreib ich hier nicht. Oder weniger.
Aber bald, da bin ich mit den grundlegenden Arbeiten fertig, dann bleibt nur Rasenmähen und sowas übrig. Dann hab ich auch wieder Zeit.
Ach ja...
Heute wäre ich 22 Jahre verheiratet. Wenn, ja wenn ich nicht schon seit 15 Jahren geschieden wäre. Es ist seltsam. Beinahe jedes Rechtsgeschäft mit Ewigkeitswert löst bei mir Fluchtinstinkte aus. Gib mir einen Trauschein, und ich geb dir einen guten Ausblick auf mich, wie ich die Kurve kratze. Das gleiche poetische Bild konnte man auch in Bezug auf die Hypotheken -Urkunde sehen: Die Lily, wie sie einen langen Schuh macht. Eins wie das andere, also heiraten ebenso wie Haus kaufen, würde ich nie wieder machen. Außer auf dem Totenbett. Beides hat aber auch kein Glück gebracht und eine Menge Geld gekostet. Alles Gründe, keine Wiederauflage zu riskieren. Man kann sehr gut als Single zur Miete wohnen. Das macht all die kleinen Alltagskatastrophen so viel besser kalkulierbar. Auf der anderen Seite steht, dass man bei allem was schief läuft, niemand anderen verantwortlich machen kann. Und man muss selbst zum TÜV. Vieles kann man lernen, wie Lampen anbringen, Abflüsse entstopfen, Löcher in Wände machen (wobei Bohrlärm schon doof ist). Anderes konnte ich schon, wie Rasenmähen, Kochen und Steuererklärungen, Anstreichen oder Schals stricken.
Jetzt aber ist mein Auto jenseits des TÜVs. Jetzt muss ich mir was neues besorgen. Jetzt spann ich einen Freund ein. Und das, wo ich so, so, so ungern Hilfe in Anspruch nehme... Der im Rede stehende Freund ist da schrecklich sachlich und vernünftig. Ich habe leider einen Hang zu großen Motoren und Autos, die ich schön finde. Mein Traumauto ist der Chrysler Crossfire, übermotorisiert, spritsaufend und einfach nur schön. Nach Jahren der Halbschrottgölfe (Halbgottschrölfe... Golbhattschrölfe) wäre das mal was. Aber dann spricht die Freundesstimme. Zweitürer, raunt sie. 14 Liter... Kein Kofferraum. Da passen nur zwei Leute rein, für die Rücksitze braucht man Zwerge. Da kriegste keine Sprudelkiste rein.
Seufz. Wenn nicht jetzt: Wann dann?
Soeben, vor der Tür des Bürogebäudes. Da, wo außer Büros niemand wohnt.
Beteiligte:
a) Der Postbote
b) zwei Kollegen
c) die Lily.
A) fährt vor. Er stellt sein Rad ab und kramt in einem seiner Körbe, um dort drei (!) Exemplare von in dünner Plastikfolie eingeschweißten Werbeblättchen zu entnehmen. C) brüllt gleich los: Lassen se das Zeug mal stecken, hier sind nur Büros. Wir brauchen keine Werbung.
A) sortiert und kramt ungerührt weiter, befreit die Blättchen aus ihrer Verschnürung und drückt, unter Gekicher von b), c) drei Exemplare in die Hand. Dazu kommt noch ein in Folie eingeschweißtes Blättchen eines Online-Büromaterial-Discounters.
Dann steigt a) auf sein Rad, und pedalt davon.
C) steigt die Treppe hinunter und befördert drei und ein eingeschweißtes Blättchen direkt in den Papiercontainer.
Jetzt kriegt man sogar schon Müll geschickt.
für eure verständnisvollen und hilfreichen Kommentare zum letzten Beitrag. Im Moment ist das wirklich ein Thema, was mich massiv beschäftigt, allein schon, weil ich soviel Zeit mit meinen Eltern verbringe. Oft reicht es abends wirklich nur dazu, mit der Couch zu verwachsen und den Feierabend einzuläuten. Manchmal geht es mir so auf den Geist, dass ich einfach nur noch abhauen möchte. Dann wiederum ist es eine Herausforderung, die mir auch Spaß macht. Einen Teil von dem, was jetzt so zu regeln ist, hab ich auch mal gelernt, und weiß, dass ich das gut beherrsche. Leider bin ich da besonders intolerant, wenn mir Menschen nicht zuhören oder in komplett überflüssige Panik verfallen, nur weil ein Bescheid eintrudelt. Ganz vorbei ist meine Geduld, wenn Leute diesen Bescheid nicht lesen, sondern in Windeseile in alle Blätter zerlegt in der Wohnung verstreuen, um anschließend durchblicken zu lassen, dass sie alles, aber auch alles persönlich nehmen, was drin steht. Und es gemein finden.
Waaaaaaaaaah. Wah!!!
Ein bisschen mehr Lesegeduld, ein bisschen weniger demonstriertes Unverständnis wären da hilfreich, finde ich. Ich finde auch, dass man durchaus mal wo anrufen und sich kritische/unverständliche/unlogische Teile eines Bescheides erklären lassen sollte. Soviel Zeit muss sein. Vor allem, bevor man in die Rechtsmittelschiene einschwenkt. Ich kann auch beim Ersteller anrufen und mehr oder minder zart andeuten, dass sein Text komplett unverständlich ist, wichtige Teile fehlen oder von falschen Voraussetzungen ausgegangen wurde. Niemand, auch nicht der öffentliche Dienst, ist scharf auf Widersprüche oder Klagen. Das dauert alles, macht die Bilanz kaputt und kostet überflüssigerweise auch noch Geld.
Und warum sollte man sich da echauffieren? Bringt außer Ärger nix.
So.
Und jetzt geh ich zu meinen Eltern und versuch, meiner Mutter das beizubringen.
Wünscht mir Glück :-)
DieLily
Wie einige von euch vielleicht wissen, leidet mein Vater an einer Demenzerkrankung. Oder vielleicht kann man besser sagen (ohne bösartig sein zu wollen): Er hat sie, und meist leiden wir darunter.
Demenz, egal, wie sie mit Vornamen heißt, ob Alzheimer oder Lewy-Körperchen-Krankheit, is a bitch, meine Lieben. Wir wissen seit beinahe 10 Jahren davon, und man sollte meinen, dass das eine gute Vorbereitung bedeutet, auf das was da kommt.
Leider ist es aber so, dass jede Zwischenstufe einen dazu bringt, sie für das zu halten, was maximal passieren kann. Meist ist sie jedoch nur ein Moment, in dem Selbsttäuschung zuschlägt und einen in falscher Sicherheit wiegt. Manchmal gibt es Meilensteine. Bei Kindern ist das der Tag, an dem das erste "Mama" zu hören ist. Bei Demenzpatienten der letzte Tag, an dem man ihn oder sie alleinlassen konnte, um einzukaufen.
Demenz ist ein Verlust der Freiheit, für den Patienten und vor allem für die Angehörigen. Ein ultimativer Freiheitsverlust, ein Eintritt in ein Gefängnis, das seine Insassen nicht mehr freigibt, außer in den Tod. Primäre Gefangene in diesem Knast ist meine Mutter, die sich um meinen Vater kümmert. Wir als ihre Kinder haben unsere Arbeit, unsere Abende, die Wochenenden- wir können gehen. Ich sehe unsere Arbeit als Freiheit an- denn die hat ein Ende, täglich. Wenn meine Mutter abends ins Bett geht, weiß sie nicht, was sie erwartet, denn mein Vater schläft nicht mehr durch. Er steht dann aber nicht auf, um den Fernseher einzuschalten oder mit einem Buch im Sessel zu hocken oder auch nur irgendwo zu sitzen und nachzudenken. Er schaltet das Licht ein, und begehrt Auskunft darüber, wer neben ihm liegt, warum seine Frau noch schläft, obwohl er schon wach ist (das bedeutet nämlich Aufstehzeit). Oder er benötigt Hilfe, welcher Art auch immer.
Morgens dann kommt er nicht aus dem Bett. Der Kreislauf macht nicht mit, manchmal will er auch einfach nicht. Das ist fatal, denn fast einsneunzig schlappe Menschlichkeit kriegt meine Mutter nicht manövriert, sie ist nur 1,62 m groß und nicht die Kräftigste. Dann wird motiviert und geredet, bis er dann doch aufsteht. Beim Duschen und Anziehen braucht er Unterstützung, die Treppe hinunter geht es nicht mehr flott und die Treppe ist schmal- keine gute Ausgangsposition um jemanden beim Runtergehen abzusichern. Neben der Demenz ist die körperliche Einschränkung durch Parkinsonismus (klitzekleine Schrittchen, schlurfend und zunehmend unsicher) und die kreislaufbedingte Neigung zu Schwindel eine große Bürde. In der Wohnung gehen klappt nur noch mit Stock. Im letzten Jahr hat er den noch ständig irgendwo stehen lassen- das Stocksuchen ist aber seit ein paar Wochen Vergangenheit, denn jetzt geht kein einziger Schritt mehr ohne. Außerhalb des Hauses ist Bewegung fast nicht mehr möglich. Für den Rollator ist das Grundstück zu hindernisreich. Der Rollstuhl ist schlecht manövrierbar, weil er wegen der elektrischen Schiebehilfe tonnenschwer ist und die Treppenstufen nicht leicht zu überwinden sind.
Den Rollstuhl mag er auch nicht. Damit sieht jeder, der ihn trifft, dass er nicht mehr kann. Das ist ihm so unangenehm, dass er in einer Tour meckert. Aber andererseits kann meine Mutter das Teil auch trotz Schiebehilfe nicht oder kaum bewegen. Ich hab es selbst schon getan, und fand es höchst anstrengend, weil die Geschwindigkeit unrealistisch mühsam zu dosieren ist, und die zwei kurzen Griffe das schwere Ding mit einem schweren Insassen nur sehr eingeschränkt lenken können. Die Bürgersteige in der kleinen Straße, an der sie wohnen, sind stark zur Straße hin abfallend. Das gesamte Teil muss über Kraftanstrengung in den Handgelenken geradeaus gesteuert werden. Geht nicht mit Handgelenken, die sind dafür nicht gebaut. Also steht das Ding herum, setzt Staub an und ist ein ständiger Vorwurf, dass man den armen Kerl nicht öfter mal ausfährt. Hätte er noch alle seine Sinne beisammen, könnte er den Rolli wohl selbst steuern, aber das hat er eben nicht.
Bis vor sechs Wochen sind meine Mutter und ich einmal in der Woche zum Einkaufen gefahren. Die üblichen Discounter, manchmal unser geheimes Suchtziel Baumarkt- zwei, drei Stunden waren immer ein bisschen Auszeit für sie und Gelegenheit, mit einem Erwachsenen zu reden, und nicht mit einem dreijährigen, hilflosen alten Mann. Das ist vorbei, seit er sich keine 10 Minuten mehr merken kann, wo sie ist. Sobald ihm auffällt, dass sie nicht da ist, fängt er an, sie zu suchen. Das ist zu gefährlich, weil er nicht mehr sicher läuft und sich oft nicht mehr zurecht findet, da, wo er gerade ist. Also bin ich in den letzten Wochen allein einkaufen gefahren. Was für meine Mutter bedeutet hat, dass sie teilweise 14 Tage lang das Haus nicht mehr verlassen hat- außer, um die Mülltonnen nach vorn zu schieben.
Das ist kein Leben mehr. Für meine Mutter, meine ich.
Leider ist aber das ständige Habt-Acht-Gefühl, dass man wohl entwickelt, für ihre eigene Intelligenz nicht gut. Sie kann und darf sich auf nichts konzentrieren, was nicht mit ihm zu tun hat, das merkt er nämlich und wird dann schnell böse. Manchmal auch bösartig, denn bei aller Demenz hat er sich eine gewisse Schläue bewahrt, die erschreckend zuschlägt, wenn man es nicht erwartet.
Mutter verliert daher oft den Faden und erzählt die Dinge in Schleifen- vermutlich auch, weil sie das so gewohnt ist. Immer wieder jemandem das gleiche vorzubeten, verdirbt den Stil.
Gleichzeitig aber ist jemand, der so untergetaucht ist in diesem demenziellen Elend, der fortschreitende Abbau überhaupt nicht mehr klar. Welche Dinge jetzt seit neuestem nicht mehr funktionieren, wird nicht mehr reflektiert. Die Hilflosigkeit und die 24/7 nötige Konzentration treiben Raubbau mit der Gesundheit.
Unseren Vater haben wir verloren. Unsere Mutter (noch) nicht. Die beiden wollen da leben, wo sie sind, wo sie seit fünfzig Jahren leben. Das sollen sie auch. Davon hängt so viel für sie beide ab, dass niemand es wagen sollte, das zu ändern.
Andererseits geht es so nicht weiter.
Anfang letzten Jahres habe ich das erste Mal eine Tagesstätte für Demenzerkrankte besucht, um zu schauen, ob das eine Lösung wäre. Damals war das ziemlich schrecklich, denn die Patienten dort waren um einiges schlechter drauf als mein Vater zu diesem Zeitpunkt.
Das neue Jahr hat eine Wiederauflage desselben Besuchs (andere Einrichtung jedoch) gebracht.
Natürlich wollte er nicht dahin. Für ihn war das gleichbedeutend mit einer Abschiebung in ein Heim, und das, wo Mutter ihm doch versprochen hatte, dass sie beide zusammen bleiben (das hat er sich natürlich merken können...) Dass es nur einmal die Woche ist, macht es gleichzeitig besser und schlimmer. Besser, weil er natürlich sechs Tage in der Woche zu Hause bleibt, schlimmer, weil es jedesmal neu ist. Herzzerreißend der Moment, als er mich gefragt hat, ob ich nicht bei ihnen wohnen möchte, damit Mutter es einfacher hat und er nicht weg muss. Ich kam mir vor wie ein Arsch, ihm das zu verweigern. Aber das geht nicht, unter anderem, weil ich es nicht will.
Gestern war er zum zweiten Mal dort. Den Schnuppertag zu Beginn hat er mit Mutters Hilfe gut überstanden, in der Woche darauf hat er (o-Ton...) keinen Bock gehabt. Diesmal musste es sein, und ich hätte auch den Argumentationsverstärker gespielt, aber Mutter war entschieden genug. Auch, weil ihre eigene Gesundheit es erfordert hätte, ihn den halben Tag allein zu lassen. Ihn irgendwo hin mitzunehmen hat wenig Sinn, vor allem, weil er soviel Aufmerksamkeit braucht. Und sich so langsam bewegt, dass man nicht rechtzeitig von A nach B kommt.
Er war überraschend sortiert, als er wieder zu Hause war. Aber erschöpft bis zum geht-nicht-mehr.
Vor einem Jahr konnte er noch auf die Leiter klettern, um Mutters komplett unschuldige Magnolie mittels Säge zu verunstalten, sobald seine Frau aus dem Haus war. Jetzt weiß er nicht mehr, wo die Leiter steht, zum Glück.
Der Antrag auf Ausweitung der Pflegestufe ist gestellt. Natürlich war er beim Besuch des MDK fit wie ein Ölkännchen, charmant und flott auf den Beinen (ich hätte ihm die Hölle heiß machen können). Aber das liegt daran, dass Besuch von Fremden bei ihm, vielleicht durch Adrenalin, immer ein Programm startet, was den Anschein von Gesundheit hat. Er kann dann sogar passende Begrüßungssätze äußern, und dem Gespräch folgen. Zum Glück hält das nicht lange an, sondern erschöpft sich schnell. Wenn der Antrag durchgeht, können wir die Betreuungstage auf zwei in der Woche ausweiten. Meine Mutter ist so fertig, dass sie nicht mal was unternehmen will, wenn er nicht da ist, sondern einfach nur da sitzen und sich ausruhen.
Alt werden? Nix für Feiglinge.
Hatte ich am Sonntag noch den Eindruck, unsichtbar zu sein, und klärte sich dieser auch wieder, so weiß ich seit heute, dass ich das tatsächlich bin.
Erst hat mir jemand die Vorfahrt genommen und anschließend mit keinem Wimpernzucken zu erkennen gegeben, dass er/sie das überhaupt bemerkt hat.
Dann wollte ich tanken. Der Mensch, der zum Auto gehörte, das an der Zapfsäule vor mir schon fertig betankt auf den Fahrer wartete, stieg ein. Dann sah man ihn kramen. Dann holte er etwas aus dem Handschuhfach, und fuhr immer noch nicht los. Irgendwann bin ich ausgestiegen hab an die Scheibe geklopft... der Mensch saß da, und machte seine Spritverbrauchsbuchhaltung. Ohne auch nur ein Bewusstsein dafür, dass er eine ganze Reihe Zapfsäulen blockierte. Dem wütenden Gesichtsausdruck nach waren ihm die Scheinwerfer der Autos, die hinter ihm standen, schlicht entgangen. Oder doch alle unsichtbar?
Heute mittag in der Bäckerei stand vor mir in der Schlange eine ältere Dame. Die kaufte den halben Laden, dann lieber doch die andere Hälfte, dann aber in Scheiben, aber nicht so dicke, bitte. Es dauerte.
Schließlich war sie fertig. Die Verkäuferin kassierte, die Dame verließ den Laden, ich machte gerade den Mund auf, da kam sie wieder rein. Und redete einfach weiter auf die Verkäuferin ein, weil sie jetzt doch noch lieber wieder etwas anderes brauchte. Oder etwas zusätzlich, wer weiß das schon. Die Verkäuferin, die sich soeben dem Rest der Schlange hatte zuwenden wollen, stieg sofort auf das neu beginnende Geplapper der Frau ein- und ignorierte einfach alle anderen, die da ja jetzt schon länger standen.
Da bin ich dann gegangen. Was auch keiner bemerkt hat, fürchte ich.
Wie ist es doch befriedigend, das ein oder andere Vorurteil bestätigt zu sehen... wie sehr, konnte ich gestern mal wieder feststellen.
Und das kam so:
Sonntag soll ab sofort (also ab vor 14 Tagen) bei mir Wellnesstag sein, zwecks dieses Behufs begab ich mich ergo gestern erneut in den örtlichen Wohlfühltempel (Sauna und so). Diesmal war ich schon um acht Uhr da, denn um 10 kriegte man in der Vorwoche schon keinen Parkplatz mehr. Um acht Uhr, oder nur Minuten später, bekam ich keinen Platz mehr in der Kassenschlange- oder doch nur einen, der seeeehr nah an der Eingangstür war.
Vor mir: Rentner.
Man darf ja am Wochenende nicht aus der Übung kommen, mit dem Frühaufstehen, das ist mir klar, also hab ich Verständnis. Die Tendenz der Pensionisten, sich vorzudrängeln als wäre ich unsichtbar, hat jedoch etwas weniger Verständnis ausgelöst. Aber ich hab aufblasbare Schultern, kann mich groß und sehr sichtbar machen, wenn ich das will, und der Durchschnittspensionist prügelt sich offenbar doch nicht gern in Schwimmbädern.Ich kam also rein, und abgesehen davon, dass mir da wer seinen Zigarrenatem ins Genick blies, blieb ich auch unbehelligt.
Aus meiner Jugend kenn ich noch ein paar Tricks, um möglichst schnell am Beckenrand aufzutauchen. Dazu zählt, zu Hause schon mal den Badeanzug anzuziehen, Joggingzeugs drüber, und los... dann das Joggingzeug in Rekordzeit in den Spind werfen, und schon steht man, sozusagen, an der Saunatür. Das Rennen gewinne ich, Herrschaften.
So auch gestern. Die Sauna war noch gar nicht richtig warm, da lag ich auch schon auf den Brettern.
Nur Sekunden später öffnete sich die Tür und eine ziemlich laute Dame sprach zur anderen:
Tja, Anneliese. Hätteste mal dein' Namen auf die Bank geschrieben.
Und lachte meckernd.
Vor dreißig Jahren wäre sie für den Spruch noch aus der Sauna geflogen. Nicht wegen des Inhaltes, aber wegen der Lautstärke. Gehörte doch zum damaligen Strafgesetzbuch auch ein Paragraf, der da lautete: Du sollst in der Sauna nicht brüllen.
Mit Trompetenschall ging die Unterhaltung weiter.
Man muss sich das so vorstellen: Ich mit meinen knapp einsachtzig nahm ungefähr ein Drittel der unteren Bank ein. Es blieben also noch gute drei Meter Raum, um sich auszubreiten, und dann noch Platz, damit andere noch einen Aufstieg auf die oberen Bänke wagen konnten. Was mein Verständnis für Gewohnheitsplätze und Erbbaurechte an öffentlichen Saunabänken betrifft, so ist das eher im Minusbereich.
So auch gestern.
Und da werd ich hartnäckig, und schwerhörig, und bleibe, wo ich bin.
Anneliese setzte sich dann, schnaubend (eher wegen des Blutdrucks, schätze ich), und hub an, zu warten, bis das Jungvolk (also die ich) IHREN Platz räumte.
Womit ich mir zwanzig Minuten Zeit ließ. Dann bin ich, mit einer Verneigung zu Anneliese, und unter Schnappung meines Liegetuchs, aus der Sauna gerauscht. Und konnte noch beobachten, wie die tutende und prustende Anneliese IHREN Platz wieder einnahm. Womit die Gerechtigkeit in der Welt wieder hergestellt war.
Die folgende Zeit brachte ich auf einer Liege zu, unterbrochen von Saunagängen, Abkühlung und so nem Kram, bis ich dann auf die Idee kam, das beigefügte Solebad zwecks Schwimmens (kann man da nicht wirklich. Weil das Wasser zu warm ist... unter anderem.) aufzusuchen.
Dort fand sich dann eine Wiederholung des Sauna-Gewohnheitsrechts. Diesmal mit Sprudeldüse.
Davon gibt es so einige, und auch noch mit Varianten. In Fuß-, Knie-, und Arschhöhe sprudelt es aus der Wand, aus dem Boden, und es gibt auch noch eine Art Unterwasser-Liegen mit Sprudeldüsen.
Auf allen Liegen, vor allen Düsen, unter allen Schwallbrausen: Rentner. Grimmigen Gesichts klammern sie sich an den Beckenrand, liegen wie tot auf den sprudelnden Kacheln, tun so, als seien sie gar nicht da.
Über das Schild am Rand "Bei Erklingen des Gongs bitte Düsenplatz räumen!" hab ich mich amüsiert, bis, ja bis zum ersten Mal der Gong ertönte. Und...nichts geschah. Die Gesichtsausdrücke (oder eher, DEN Gesichtsausdruck) beibehaltend, behielten sämtliche Leute am Beckenrand, auf Sprudelbetten und unter Schwallbrausen auch ihren Platz bei. Absolut. Aus lauter Spaß an der Provokation hab ich mich in Aggressionsentfernung vor einem besonders hochdruckig aussehenden Mann aufgebaut, der ob seines prolongierten Aufenthalts im sehr warmen Solebad schon recht violett angelaufen war. Hinter mir zog ein älterer Herr, der den toten Mann machte (also auf dem Wasser liegend einfach nur daher dümpelte) seine Kreise. Ab und zu trieb ihn die Wasserbewegung auf einen anderen Badegast zu, der meist Platz machte- man konnte nämlich nicht wirklich erkennen, ob er den toten Mann nur spielte.
Grillen zirpten.
Am Horizont ging irgendwo eine Sonne auf, oder unter.
Der Gong ertönte. Ich setzte ein hoffnungsvolles Gesicht auf, und schaute dem Beckenrandler tief in die Augen... die der dann schloss.
Einfach so.
Den toten Mann zu spielen scheint ein Überlebenstrick zu sein, in der harten, kalten Wirklichkeit westdeutscher Wellnessbäder.
Ich suche jetzt eine andere Tageszeit, zu der man dort vielleicht schwimmen kann, ohne an tote Männer, Sprudeldüsenpiraten oder Saunaplankengewohnheitsrechtler zu geraten.
Da wollte ich berichten von meinen Erfahrungen mit der langsamen Kochart, und hab dann vor lauter Kochen-und-Essen keine Zeit zum Schreiben gefunden. Ts, ts.
Aaalso. Nachdem ich vor Jahren, nach einer entsprechenden Sichtung in einem amerikanischen Blog, von den Slowcookern erfahren hatte, hab ich mal gegoogelt und fand nur "Angebote", die die 100 € Marke gnadenlos überschritten. Da ich sowas nicht zu solchen Preisen ausprobiere, hab ich dankend abgewinkt und mich weiter mit Mikrowelle und so bekocht.
Jetzt aber sind die Dinger preislich im freien Fall, und als ich Anfang letzter Woche oder so mal nachgeschaut habe, gab es einen kleinen schnuckeligen 1,5 l Apparat für knapp über 20 Euro. Da hab ich dann zugeschlagen. Ausgepackt, sauber gemacht, eine Runde durch den Tiefkühler gedreht, und die Beute in das Ding gefüllt, eingeschaltet... und 12 Stunden später eine fantastische, grandiose, äußerst leckere Rindfleischsuppe zu mir genommen. Sogar das Fleisch war essbar, was mich normalerweise eher kalt lässt.
Dann, ja dann musste ich Nachtisch damit machen. Dunklen Schoko-Fudge... Suchterzeugend. Dazwischen hab ich einen zweiten bestellt, diesmal mit realistischem 3,5 l Fassungsvermögen.
In rascher Folge hab ich dann Gulaschsuppe, Rosenkohlcremesuppe und als krönendes Dings Pulled Pork gemacht... alles supereinfach, superlecker, und mit minimalem Aufwand.
Es gibt da sicher Unterschiede zwischen meinen beiden Billigheimern (23 und 33 €) und dem Flagschiff der Slowcooker. Aber ich bin schon sehr zufrieden... Alles, was lange geschmort oder langsam gekocht gut wird, kann man damit ohne Anbrenngefahr zubereiten. Ich bin eine Suppen- und Eintopf-Tante, da kommt das gut. Also Gulasch, Grünkohl, Gemüse- oder Fleischsuppen, Rouladen... Das 3,5 l Ding bedeutet, dass ich eine oder zwei Portionen einfrieren kann, und mir damit das Leben erleichtere. Da der Kochbehälter ein in das Gerät eingesetztes Steingutgefäß ist, hält sich der Reinigungsaufwand sehr in Grenzen. Topf rausnehmen, mit heißem Wasser und einem Tropfen Spülmittel säubern, abtrocknen, fertich.
Kein Einstellen von merkwürdig geformten Gegenständen in die Spülmaschine, kein Verfärben (oder Verformen...) von Plastik. Gut, das. Gulasch oder so muss man vorher anbraten, allein schon wegen der Farbe. Anschließend den Bratensatz ablöschen, loskochen und mit in den Topf geben. Aber man hat den Herd sauber, und stundenlang einen feinen Duft von Schmorgericht in der Wohnung (okay, das mag nicht jeder).
Was mich am meisten wundert, ist, dass das Gemüse nicht matschig wurde. Nicht mal die Pilze, die (weg mussten) im Gulasch landeten waren so klein und zusammengeschnurrt wie sonst.
Heute werde ich Paprikaschoten (gefüllt) machen. Und die Tage mal Kohlrouladen.
Hach...
Oder, wie Catweazle sagte, Elektriktrick.
Im Moment steh ich auf Kriegsfuß mit Apps und so nem Kram, vor allem mit meinen Schrittzählern. Hab mir nämlich einen neuen kaufen müssen, weil der alte seit geraumer Zeit nicht mehr das tut, was er soll. Also, der Zähler schon, die App-nicht.
Seither bin ich im Kontakt mit dem Kundenservice (gewesen). Zu Anfang noch sehr freundlich und bemüht, dann jedoch nicht mehr so. Die App synchronisierte sich nämlich nicht mehr freiwillig mit dem Zähler, sondern schmierte regelmäßig ab, so dass man das alles manuell machen musste, was, frei heraus gesagt, sacknervig ist. Mehrmals am Tag Handy aus, Handy an, Bluetooth an, Bluetooth aus und wieder an, das war schon ätzend.
Ziemlich zu Anfang meiner Serie an Beschwerdemails spendierte man mir einen neuen Tracker, nachdem ein Test mit dem Handy eines anderen Menschen dasselbe nicht funktionierende Ergebnis hatte.
Natürlich lief es auch mit dem neuen Tracker nicht. Zusammen mit den mehr oder weniger beherrschten Äußerungen anderer User auf der Update-Seite und Amazon ließ sich dann irgendwann nicht mehr leugnen, dass die App grundsätzlich bei bestimmten Androidhandys in die Knie geht. Und zwar ziemlich genau datierbar nach einem Software-Update. Sämtliche der vielen freundlichen Mitarbeiter bei der Support-Line, mit denen ich gesprochen habe, versprachen, diesbezüglich mit der Technik zu reden. Ich bezweifle, dass das auch nur einer gemacht hat.
Der Gedanke der mangelnden Kompatibilität zu einigen Android-Handys liegt nahe, wenn man mal schaut, ob Nutzer von Apfeltelefonen ebensolche Beschwerdemails schreiben, was sie nicht tun. Die haben, wenn überhaupt, andere Probleme. Was die Kompatibilität angeht, hat Jawbone aber ohnehin einen Pinn im Kopf: Nach den Angaben, mit welchem Handy die App nun läuft, muss man gezielt auf deren Homepage suchen. Sofern einem Kompatibilität nicht ohnehin im Hirn rumschwirrt, tut man das aber nicht ohne weiteres. Bei Amazon jedenfalls ist im Angebot nicht im Entferntesten davon die Rede, dass es vielleicht viele Handys geben könnte, die nicht mit dem Up Move zu verbinden sind. Hätte ich mehr Zeit, würde ich gern mal in realen Geschäften danach fragen, ob die Dinger mit jedem Handy laufen, oder nur mit bestimmten. Auf die Antwort der Leute hinterm Ladentisch wäre ich dann gespannt.
Wie dem auch sei, vorletztes Wochenende hab ich dann auf einen Aldi-Schrittzähler gewechselt. Das mit der Synchronisation ist damit nicht so essentiell, weil der Zähler selbst eine digitale Anzeige der gelaufenen Strecke (nebst einigen anderen Daten) hat. Da muss man nicht die App zum Übersetzen haben. Andererseits ist die Möglichkeit, weitere Sportarten einzugeben und mit in die Aktivitäten einzubinden nicht vorhanden- was kein Schritt ist, wird nicht gezählt, auch wenn man 5 Stunden High-Speed-Fahrradfahren hinter sich gebracht hat. Oder mit Opa kegeln war.
Das ist ein bisschen blöd, weil ich seit einer Woche Mitglied im Fitnessstudio bin, und das Ding einfach nur die Schritte auf dem Crosstrainer zählt, nicht aber die anderen Geräteübungen. Aber ich weiß ja, was ich gemacht habe (meine Bauchmuskeln und sonstiges Gezerre erinnern mich schon...), insofern ist das nicht sooo tragisch.
Aber, seufz und so, heute morgen zeigte mir die Aldi-App, dass ich heute nacht 10222 Schritte gelaufen bin. Während ich, so die gleiche App, eine meiner seltenen, stundenlangen Tiefschlafphasen hatte.
Manchmal glaube ich, ich hab nen schlechten Einfluss auf Technik.
Und morgen berichte ich euch von den ersten Versuchen mit meinem neuen Slow-Cooker.
Ach, und vielleicht antworte ich auf die Jawbone-Umfrage zur Kundenzufriedenheit doch noch. Die ist gestern per Mail gekommen (trotzdem ich meine Meinung bereits in mehr als einer Mail deutlich gemacht habe. Nehmt das, ihr Mailbots.)
Waaaah. Wenn ich eins hasse, dann ist das institutionsinternes Gelaber, um Seiten vollzukriegen und einen guten Eindruck zu machen. Herrje. Ein langer Satz ist noch kein guter, und wenn man nach 3 Seiten immer noch keine Idee hat, was das ganze Geschreibsel nun tatsächlich bewirken soll, dann, ja dann- wurde sauber am Problem vorbei geschrieben.
Aber es gab viele Fremdworte, und auffallend oft fielen die Ausdrücke "zivilgesellschaftlich", "Akteur" (für was auch immer) und "Ziel". Ein gutes Drittel der Sätze wiederholte nur das, was in anderen schon stand, dafür fehlte das entscheidende Quäntchen Information- nämlich tatsächlich ein paar Worte darüber, was jetzt passieren soll... und ich wette, das ist vielen von den bisherigen Lesern nicht mal aufgefallen.
Was für eine Verschwendung.