dann wünsche ich euch allen ein zufriedenes und entspanntes Jahresende. Lasst ausklingen, Leute- 2015 war hektisch und schrecklich genug. Und wer weiß schon, wie 2016 wird?
Da ist die Zeit zwischen den Jahren vielleicht eine kleine Atempause. Zurücklehnen, Kekse essen, feiern.
Oder einfach nur abschalten.
Machts gut, bis zum nächsten Jahr!
DieLily.
Mittwoch, 16. Dezember 2015
Ja, dann...
Freitag, 11. Dezember 2015
Eine Symphonie.
Komponiert von einem irren Riesen mit Gehörproblemen, gesetzt für ein Orchester aus Abrissbirne, Presslufthammer und bremsende Lokomotiven. Dazwischen Alarm, Alarm und noch mal Alarm. Ab und zu ein merkwürdiges Heulen.
So ungefähr hört sich ein MRT an. Wobei ich mich schon gewundert habe, dass es eben nicht ununterbrochen das gleiche Geräusch ist, sondern durchaus interessant wechselt. Man konnte dabei sogar ganz gut entspannen. Aber ich habe auch keine Probleme mit Klaustrophobie.
Mit zwei Bandscheibenvorfällen hab ich allerdings Probleme. Daher das Kribbeln.
Hmpf.
Für dieses Jahr reichts mir an Diagnosen.
Donnerstag, 10. Dezember 2015
Während.
Während nebenan ein Pressegespräch stattfindet, wegen dem dessentwegen ich leider nicht telefonieren kann und auch nicht an den Drucker, nutze ich die paar Minuten für ein Upgrade.
Heute nachmittag werde ich mich in den Kernspintomographen legen, zwecks Checkung meiner Halswirbelsäule auf Bandscheibe.
Ich hab ja noch nich Bandscheibe gehabt, aber derzeit fällt mir die linke Hand auf, weil sie so fies kribbelt. Zusammen mit dem rechten Daumen, der natürlich trotz Orthese immer noch seine Zicken schiebt, ist das doof und stört bei vielen Dingen. Bei Autofahren zum Beispiel, und bei der Arbeit am Computer. Sobald, Monitor- und Lesebrillen-Kombi sei Dank, mein Blick den Bildschirm aufsucht, und damit den Kopf ein wenig überstreckt, meckert die Hand.
Die Physiotherapeutin, ungefähr 12 Jahre alt und ungefähr ein Viertel von der aktuellen Lily, murmelte bzw. piepste, dass sie da ja Verspannungen... ah ja, und bewegen Sie doch noch mal, ach das tat schon weh?
Und jetzt wird Ihnen übel?
Naja, so war das. Das Kind schob und zog und drückte an mir herum.
Heute ist mir dauerschlecht, und außerdem schwindelig, und ich finde, sie ist schuld dran.
Ach, und an den Kopfschmerzen auch. Das wird bestimmt nachher in der Röhre nicht besser.
Ich werde an Weihnachten denken. Bzw. an die freie Zeit über den Jahreswechsel. Das ist sowas von nötig, ihr glaubts nicht.
So. Pressegespräch vorbei. Kann wieder arbeiten.
Bis bald,
DieLily
Mittwoch, 25. November 2015
Was ansteht
Derzeit geht es rund auf meinem Handarbeitskarussell. Ich stricke wieder- nachdem ein halbes Jahr Karenz den Zustand meiner rechten Hand nicht gebessert haben, hab ich wieder angefangen und mir einen Termin beim Orthopäden gemacht. Der hat dann einen beim Rheumatologen gemacht. Und siehe da... Der doofe Daumen hat eine deutlich sichtbare Arthrose. Die andere Seite auch. Sämtliche vorderen Fingergelenke sind befallen von Polyarthrose der Finger und des Daumensattelgelenks. Dagegen kann man derzeit nicht viel machen. Schmerzbekämpfung, ggfs. auftretende Entzündungen im Keim ersticken, Hände nicht überlasten (also langsam stricken). Nicht wringen. Hände nicht kalt werden lassen.
Aufgrund der ergonomisch beschissenen Situation an meinem Arbeitsplatz und des mit der Erlangung einer verbesserten Ausstattung verbundenen Theaters hab ich mir dann eine Vertikalmaus schön selbst beschafft. So spart man als Arbeitgeber auch Geld. Die andere Maus bzw. deren Kabel hatten sie mit insgesamt 5 Kabelbindern in ein handliches Paket verschnürt... Telefon, Rechenmaschine, Tastatur, Bildschirm, Maus. Als ich dann vor einiger Zeit mir die Maus heranholen wollte, um nicht immer mit ausgestrecktem Arm arbeiten zu müssen, ist mir die Rechenmaschine vom Tisch geknallt. In dem folgenden Tobsuchtsanfall, der eine Viertelstunde dauerte, habe ich kein einziges Schimpfwort zweimal benutzt. Solche Idioten. Ich kenne einige Kollegen mit Beschwerden im Schulter- und Ellbogenbereich. Wenn man die bittet, nachzusehen, finden sie ihre Maus immer schön fest verzurrt. Vermutlich hat der Schrauber-aus-der-Hölle, der die Rechner aufstellt, einen Vertrag mit der Physiotherapeutengilde.
Mit der neuen Maus kann man beim Arbeiten den kompletten Arm auflegen, und muss das Handgelenk nicht mehr verdrehen. Insgesamt nicht so ermüdend für die alten Knochen.
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| Die Heldin an der Arbeit |
Diese doofe Arthrose führt jetzt schon dazu, dass ich nicht mehr nähen kann, weil Nadelfesthalten stark schmerzt, Schreiben mit der Hand ist auf Unterschriften beschränkt (hallo, getippter Einkaufszettel!) oder unleserlich. Das heißt auch Abschied vom Zeichnen. Pinselhalten. Und so weiter. Türen aufschließen, Eiskratzen, Backformen aus dem Ofen heben- man braucht so einen Daumen für verdammt viele Sachen.
Also passt auf euch auf. Auf die Augen, die Hände, die Nieren, die Leber. Braucht man alles, glaubts mir.
Montag, 23. November 2015
Absurdes aus dem Lilyleben
Neulich, da träumte mir, ich läse wieder den "Anhalter". Den von Douglas Adams, seinerzeit verschlungen. Und mir träumte, Arthur Dent und Ford Prefect säßen da und kramten in der Scrabble-Buchstabentüte und zögen Buchstaben heraus, die die Frage "Wieviel ist sechs mal acht?" ergäben, und die Antwort war 42. Selbst im Traum schien mir das nicht stimmig. So gar nicht, und das trotz meiner mangelhaften Kopfrechnungskünste (wegen Mengenlehre in der Grundschule, ihr könnt es euch denken). Jedenfalls weckte mich dieser Traum und die mathematische Herausforderung, die in der 42 steckte, gründlich auf.
Ich stand dann auf und ging ins Wohnzimmer, um den Anhalter aus dem Regal zu fischen, und der Lily-Body registrierte ein Unbehagen, welches er sofort und unfehlbar mit dem Wort "Unterzucker" bezeichnen konnte. Das verschob den Focus Richtung Traubenzucker. Aber immer zunächst mal an das Messgerät, welches mir dann die Zahl ausgab.
Die Zahl 42.
Da hab ich dann vorgezogen, weiter träumen zu gehen. Nach dem Aufzuckern, versteht sich.
Sonst ist noch ein Haufen anderes Zeug passiert, nix Blogbares, leider. Nur das noch: Für alle, die skurrile und witzige Krimis mögen und ihn nicht schon kennen, ist Wolf Haas' Brenner eine unbedingte Kaufempfehlung.
Eine schöne Woche...
vonneLily.
Freitag, 13. November 2015
Strikte
Kaufempfehlung für alle Anhänger tanzbarer Nostalgie:
Jeff Lynne's ELO Alone in the Universe
Sooo schön.
hach.
Mittwoch, 4. November 2015
Kehrseiten.
Das ist das eine- der Weg zur Arbeit.
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| So lässt sich auch Stau aushalten. |
Das ist das andere- das passiert, wenn man ankommt.
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| Wer im öffentlichen Dienst steht, sollte lesen können. Aber vielleicht hapert es auch nur bei der Einschätzung von Sinn und Zweck von Umlaufmappen.
Und irgendwas stimmt heut nicht mit Blogspot.
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Dienstag, 3. November 2015
Ach ja: Entschuldigung...
bitte, ich hab euch vernachlässigt. Seit ich alle meine Räume fertig gestrichen habe, sitz ich nur noch an der Schulterklopfmaschine und lobe mich unentwegt. Wenn ich nicht lese, oder den Herbst mithilfe üppiger Herr-der-Ringe-Anschauerei einläute. Special Extended Edition, alle drei Teile, und anschließend sechs DVDs mit den Anhängen. Gleichzeitig lese ich das Original dazu. Nach ein paar Tagen hab ich beinahe Frodos wunderbare blaue Augen, nur meine Haut unterm Kinn wird nie wieder so wie bei den Jungs. Aber die sind auch so cirka zwanzig Jahre jünger als ich. Außerdem überlege ich, ob mir nicht das ein oder andere von den bezaubernden Kleidern stehen würde, die für Arwen und Eowyn gefertigt wurden.
Ab Donnerstag hab ich ein paar Tage Urlaub (die ersten seit Mai)... und werde sie nicht in dieser schönen kleinen und tapferen Stadt verbringen, sondern tatsächlich für drei Tage weg fahren. Ha.
Bedenklich stimmt mich zurzeit (außer der politischen Großwetter- und Kleinklimalage), dass ich einen Haufen Neodymmagneten gekauft habe. Die sind seit einer Woche unterwegs und kommen einfach nicht an. Ich habe das Gefühl, dass sie im Lieferwagen festsitzen, und keiner sie vom Chassis abkriegt. Da nützt auch die tollste Sendungsverfolgung nix, Herrschaften!
Schönen Tag
vonne Lily.
Mittwoch, 14. Oktober 2015
Schlaflos und immer noch im Ruhrgebiet
Irgendwie verlauft diese Schlafstörung in Wellen. Drei Tage um drei wach, vier Tage um fünf. Egal, wann ich ins Bett gehe. Inzwischen haben sich auch die Katzen dran gewöhnt und erwarten ihr Frühstück eben um drei. Oder um fünf, je nachdem. Auch körperliche Arbeit tagsüber ändert nichts daran, sondern führt nur dazu, dass man morgens eben zwischen Farbeimern sitzt, bis die Nachbarn mit Geräuschen belästigt werden dürfen. Der Vorteil des Wachseins zu so früher Stunde ist, dass niemand von einem erwarten kann, irgendwas zu tun. Man hat die Zeit für sich, und aus reiner Widerborstigkeit werde ich immer dann müde, wenn der normale Arbeitnehmer aufstehen wollen würde ( über die Zeitform und die Reihung der Modalverben wurde hier lange nachgedacht).
Widerborst ist überhaupt mein zweiter Vorname. Aus Prinzip, sozusagen. Auch wenn ich mich selbst als konfliktscheu einstufen würde, gibt es doch nichts - Hm. Witzigeres? Automatischeres? Reflexhafteres?- als den Widerspruch. Aus Prinzip und dennoch. Und jetzt gerade. Das macht mich nicht zu Cheffes Liebling, ich glaub, er findet das ermüdend. Ich auch, aber wenn es nur um den Widerspruch geht bin ich vorne mit dabei. Dabei müssen die Dinge, denen ich widerspreche, nicht mal wichtig sein. Bei wichtigen Sachen bin ich erstmal still. Eine Freundin hat mir mal gesagt, dass die Luft um mich herum dann anfangen würde zu vibrieren, bis hin zu einer Zornesaura... Sagen müsste ich dann gar nichts mehr.
Irgendwann muss ich mal eine Umfrage bei meinen Exen machen. Die fanden das bestimmt faszinierend. Zumal irgendwann dann Schluss ist mit dem Schweigen. Dann geht die Lily, und kommt nicht mehr wieder. Meine Güte, ich scheine ein echtes Goldstück zu sein... Zänkisch und explosiv. Und sentimental, was kleine Tiere betrifft. Vorsatz fürs nächste Jahr: Mehr weg- oomen. Vielleicht das Kickboxen erlernen. Oder einem Schweige- Orden beitreten. Aber ich bin zweimal geschieden, da muss ich schon bei der Bewerbung lügen.
Was die Vorsätze für dieses Jahr betrifft, so hab ich ( natürlich beim Renovieren) meine Liste für 2015 gefunden. Und witzigerweise hatte ich da eine größeren Gewichtsverlust festgeschrieben. Von dem bin ich nicht mehr allzuweit entfernt, was das erste Mal in meinem Leben ist, und noch dazu ein reiner Zufall. Von den anderen Zielen, die eher in die Richtung Traum, Halluzinationen oder schlichter Wahn tendieren, rede ich hier nicht. Manches hat Frau nicht so unter Kontrolle, wie zum Beispiel die Tischtennisbälle in dieser Lottomaschine. Mein Traumauto wird auch nicht schon im Februar bezahlbar sein, nur weil der Golf dann zum TÜV muss. Die zwei Jahre sind vergangen wie nix, und eigentlich mag ich das rostrote Lilymobil. Aber ein silberner Crossfire wäre mal was. Nachdem ich eine Kollegin letztens bei Lidl im Jaguar habe vorfahren sehen, würde ich glatt mit dem Chrysler den nächsten Aldi ansteuern. Man wird halt verwegen im Alter. Die Frage ist nur, ob man mit dem steifen Körper dann noch in das sportliche Auto kommt. Aber dafür hält Frau sich fit, oder? Fit und so schlank, dass die Tür vom Auto auch noch schließt, wenn man eine Winterjacke trägt. Man wird bescheiden im Alter.
In das nächste Auto sollte dann ein Rollator passen...
Montag, 12. Oktober 2015
Also.
Also, zunächst mal binne ich nicht tot.
Ich hab nur renoviert und renoviert und renoviert. Das Wohnzimmer am letzten Wochenende, das war grenzwertig, weil es so verdammt groß ist und ich mittendrin ziemlich fertig war. Aber alles wurde gut. Das Schlafzimmer an diesem Wochenende. Samstag am Nachmittag hab ich den letzten Pinselstrich gemacht, und danach dann versucht, die Trümmer zu beseitigen, wofür der Sonntag mehr oder minder drauf ging. Das Wohnzimmer wieder einzuräumen hat die ganze Woche gedauert, das Schlafzimmer hat weniger Fläche, dafür mehr Staub (röchel) und das ging etwas schneller. Auch, weil der Schrank genau da blieb, wo er war, und kein Stofffetzchen ihn verließ. Hab einfach drumherum gestrichen. Wie man das so macht. Mit dem festen Vorsatz, den Schrank NICHT mit anzustreichen, was auch gelang, außer ein bisschen.
Die Farben des Wohnzimmers sind so:
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| Stadium der Verzweiflung und des Restgelbs. Und man gewinnt einen Eindruck vom Möbeltetris. |
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| Stadium der abendlichen Lethargie |
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| Eine Woche später. Stadium der Dekoration. |
Wie zum Beispiel ich. Hab ich doch im Schlafzimmer (genial, wie ich fand) die ganze Decken/Wand-Grenze in einem Zug abgeklebt. Am Ende, neben dem Schrank, hing dann die Restrolle. Super Idee. Ich hab am Anfang angefangen mit dem Abziehen des Bandes. Dass knapp unter der Decke am Fenster das Gardinenseil gespannt ist, hab ich nicht bedacht... und so zog ich und zog ich und zog ich- gegen Ende, mit 12 Metern klebrigem, farbverschmiertem Klebeband zu einem Knäuel in der Hand geknotet, verlief das Klebeband über das Seil, und zwischen Seil und Wand hing die Malerkrepprolle fest. Und ich hab dem ganzen einen Ruck gegeben, Ninja-Anstreicher nennen das, was dann passierte, auch Bola-Effekt des Malerkrepps. Flatsch hats gemacht, und dann war ich mit einer ziemlichen Länge klebrigem, farbverschmierten Klebebands umwickelt. Hab ein bisschen gebraucht, um das wieder aus Gesicht und Haaren herauszukriegen. Aber, da ich ein Single bin, kommt mir keiner so nahe, dass er das Grau in meinen Haaren von Helltürkis unterscheiden kann. So hat das seinen Vorteil, alt zu sein.
And here comes the Schlafzimmer:
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| Die Farbe links heißt cliff, und es gab sie auf 5 € runtergesetzt. Von 25. Es ist eine Art warmes Stein-Braungrau. Hallo, Loriot! |
So. Das ganze Renovierungstheater hat nur eins hinterlassen: Eine Küche, die aussieht wie ein Handgranatenwurfstand. Doppelseufz.
Aber das kriegen wir auch noch hin.
Ach ja: - 25,8 Kilo.
Schönen Montag zusammen :-)
DieLily.
Mittwoch, 7. Oktober 2015
Schwere Nebenwirkungen...
Das sind wahrscheinlich nur die Dämpfe, die das machen, keine Angst, kleine Lily. Die Dämpfe und der hypnotische Sog der langsamen, rhythmischen Bewegungen... Das leicht klatschende Geräusch und das etwas klebrige, feuchte Gefühl... wenn die Rolle auf die Wand trifft. Oder warum kann ich nicht aufhören an frische Farbe für alle verdammten Räume zu denken??? Ich hab das ganze verdammte Wochenende wie eine wilde gerödelt, am Montag Morgen brach pünktlich um halb acht im Büro die Hölle los und hat bisher noch keine Ruhe gegeben... Ich hab mo und di jeweils 12- Stunden- Schichten auf der Arbeit verbracht und müsste mal ausruhen... Aber die Farbe. Die FARBE!!! Hach. Ich weiß schon genau, wie das Schlafzimmer aussehen soll. Leider ist nicht daran zu denken, ein paar Tage frei zu nehmen, besagte Hölle legt da gerade ihr Veto ein. Und wenn ich hier abends um acht aufschlage, ist an nix mehr zu denken außer Schlaf. Aber man kann träumen. Von Farbe.
Sonntag, 4. Oktober 2015
Aua. Autsch. Weh. Ach.
Gestern morgen um diese Zeit saß ich hier zwischen den Möbeln, die nur teilweise ausgeräumt werden konnten und hoffte, dass die Aktion Wohnzimmer-Renovierung ohne besondere Vorkommnisse über die Bühne gehen würde. Möbeltetris war angesagt, denn alle anderen Zimmer sind zu klein, um die Riesenklunker von Mobiliar und die Tonnen von Büchern aufzunehmen, die hier herum stehen. Das führte zu erstmal in die rechte hintere Ecke, die fertig sein musste, damit der Schreibtisch dahin konnte, wo bisher das Regal... Ihr könnt es euch vorstellen. Da Möbel im Zimmer bleiben mussten, die man nicht einfach in der Mitte zusammen schieben konnte, ging auch der Trick "erst die Decke, dann die Wände" nicht, auch musste zwischendurch immer eine Unterbrechung fürs Farbentrocknen eingelegt werden. Denn die Lily war ja sooo clever beim letzten Streichen und hat, tadaa, Latex gestrichen. Ergo deckt die neue Farbe erst in der zweiten Runde. Der Tag sah also so aus: Möbel ausräumen, abwaschen, weg schieben, Wandstücke abkleben, einmal streichen, Decke etwas bearbeiten, Wandstück überstreichen, Katze ermahnen, Möbel aus dem Weg schieben. Bisschen Decke streichen, Kaffee trinken, "Mach dich nicht blau" zur Katze sagen, kleckern, Kaffee machen, und wiederholen.
Ich hasse es, über Kopf zu arbeiten. Das nützt jedoch grad mal gar nix. Ich hasse es auch, wenn mir auf den letzten 5 qm die Deckenfarbe ausgeht. An einem Feiertag gegen sieben Uhr. Ich liebe es hingegen, wenn der nächste Baumarkt am Sonntag, also heute, geöffnet hat wg. Jubiläum...
Ich bin also tatsächlich jetzt zu so ziemlich 75 % fertig. Mein Verschiebebahnhof sieht noch wüst aus, und ich staune, was für ein Gerümpel sich angesammelt hat. Aber der Blauton an den Wänden sieht sehr schön aus, unübertroffen auch das wunderschöne Deckenweiß da, wo es schon an der Decke ist. Ich freu mich auf die letzte Wand in einem sehr leuchtenden kräftigen Türkis, und auf die Dekoration genau dieser Wand mit einem einzigen Bild... das schon fertig konzipiert in meinem Kopf wartet. Silber und Koralle müssen leider noch warten, das eine ist zu schwierig zu kriegen, das andere war mir für die großen Flächen hier dann doch zu aggressiv. Aber ich hab ja noch drei Räume, an denen ich mich austoben kann. Das nächste ist die Küche... Wenn und sobald mir jemand Gehilfen hat, aus dieser Zwangsjacke von schmerzenden Muskeln herauszukommen. Danke, sehr nett. Autsch...
Donnerstag, 1. Oktober 2015
Farben...*kicher*
Hab lange nicht angenommen, dass Baumärkte auch Orte der Komik sein könnten. Die Alpina-Benennung eines trüben Rottones als "Befreiter Feuervogel" allerdings hat mich eines besseren belehrt. Und die Namen für die grauen Varianten? Nur Loriot war da fantasivoller. Allerdings war bei ihm der Sarkasmus beabsichtigt.
Dienstag, 29. September 2015
The Irrsinn goes a-round and round...
Iwie man dem lletztn Kommentar unter dem vorletzten Posting entnehmen konnte, plane ich am Tag der dt. Einheit und ggfs den Folgetagen ( whom do I kid??) das Wohnzimmer zu streichen. Vierzig schmuddelige, nikotingezeichnete Quadratmeter mit vier Regalen voller Bücher, CDs, Stehrümchen, Kram und Dingens, einer soliden Katzensammlung sowie einem extrem maroden Kratzbaum. Ach, ein Trampolin, ein Riesensofa und diverse Kubikmeter gemischter Güter stehen hier auch noch rum. Was fehlt, ist eine Idee und sowas wie ein Konzept. Dafür ist mir farblicher Mut gewachsen, und ich plane Türkis und Silber. Und Koralle. Und dann wird das ein Halbedelstein von einem Zimmer. Wird auch Zeit. Die letzten Wochen, die entweder auf dem Trampolin oder auf der Leiter statt fanden, haben hier eine Art Müllhalde hinterlassen... Man könnte auch Schweinestall dazu sagen.
Freundliches Oink zusammen ;-))
Lily.
Samstag, 26. September 2015
Alles wird gut.
Schaut nur...
Den Schmutzboden bitte ich unkommentiert zu lassen :-)
Leider kann ich jetzt die Malhand nicht mehr nutzen, weil überanstrengt vom Schnörkel-mit-Pinsel-machen. Aber es sieht freundlich aus. Und irgendwie süß, auch wenn es nicht mehr zu lesen ist.
Schönen Samstag wünscht die Lily
Donnerstag, 24. September 2015
Wo ist Donovan, wenn man ihn braucht??
Außer mir und dem Alm-Öhi erinnert sich vermutlich kein Mensch mehr an den in den Siebzigern gern gespielten Donovan.
Eines seiner Lieder (ursprünglich von Buffy St.Marie gesungen), nämlich "Universal Soldier" spricht von mystischen Kenntnissen der Feinheiten von Handwerkskunst. Ich spreche hier von der Zeile
"...and you never see the writing on the wall..."
Jetzt könnte ich ihn brauchen, den Donovan.
Warum?
Darum:
Warum, tut hier nicht wirklich was zur Sache, ist aber ein typischer Lily-Beweggrund.
Und obwohl ich es höchstselbst mit der gleichen Farbe überstrichen habe, ist es immer noch zu sehen...
Mein Bruder G. meint, dass die Tatsache, dass ich es nicht so haben will bedeutet, dass es nienienich weg geht.
Warum ich das ganze ins Schwarz-Weiß portiert habe?
Deshalb.
Der Farbton heißt "Puree de Grenouille" (nicht wirklich).
Und er deckt nicht, aber das ist das Geringste seiner/meiner Probleme.
Alles grün, oder was?
Mittwoch, 23. September 2015
Post Nummer 1293, in dem Verschiedenes vorkommt.
Zunächst einmal gab es eine Überraschung: Eine neue Leserin. Dieselbe hat sich per Mail eigens vorgestellt und mir berichtet, dass sie sich von vorn bis hinten durch den Blog liest. Wahnsinn- vielen Dank und herzlich Willkommen, Manuela.
Und das noch dazu so kurz vorm Blogoläum- 8 Jahre werden das, am 30.September. Ich hätte wetten können, dass ich noch in meiner alten Wohnung gelebt habe, als ich hier anfing zu schreiben. Aber das war wohl doch nicht so- denn es sind jetzt ziemlich genau 9 Jahre, dass sich chez Lily genau hier befindet.
Und das bringt mich dazu, von meinen derzeitigen Aktivitäten zu berichten. Chez Lily wird renoviert. Jawoll. Wenn es der Lily zu wohl wird, fährt sie Farbe kaufen. Mein Bad (man beachte die Ironie: Kaum ist die eine Badezimmerkatastrophe zu einem Ende gekommen (ohne Wertung, ob gut oder schlecht...), fängt man hier ne neue an. Aber im Gegensatz zu meinen Eltern habe ich nicht zwei Monate, sondern nur einen Tag gebraucht, alle Fliesen sind noch da, wo sie vorher auch waren, und kein Mitarbeiter wurde zwischendurch arbeitsunwillig. Irgendwo im vorletzten Satz fehlt eine Klammer...
Bis dato hat mich der Gedanke an die Streicherei, die ja unstreitbar bereits mehr als überfällig war, echt geschreckt. Denn mit Katzen an Bord habe ich das bisher noch nicht gemacht, und der Gedanke an Alpina-Werbekatzen, die mal eben so im Vorbeiwischen die Wand erneuern, hat mich da auch nicht getröstet.
Und, Spoiler-Alarm: Das machen die auch tatsächlich nicht.
Und noch ein Spoiler: Farbe geht sehr schlecht aus Katzen wieder raus. Obwohl ich doch teure Farbe gekauft habe- diese Marke jedoch kommt mir nicht mehr auf den Paul Pinsel. Sie haftet auf den Katzen besser als auf der Wand, von Spritzfreiheit kann nicht die Rede sein (das habe ich aber sowieso nicht geglaubt. Ich bin Malers Tochter. Ich streiche nur mit albernem Papierhut, und mit sorgfältig abgeklebter Umgebung. Es sei denn, ich habe keine Lust aufs Kleben, dann streiche ich mit ganz viel Putzen) und wie fing der Satz noch mal an? Ach ja. Die Farbe. Sie deckt nicht. Dabei hab ich nicht etwa dünne Kalkplörre auf tieflila Wand aufgetragen, sondern eine fertig angemischte Weißvariante auf ein blasses Lachsorange.
Nachdem ich also am Sonntag das Bad erlegt habe, mit vorhandenem Farbton "Buttercup" (im Vertrauen: Eher ein sehr grün-stichiges Gelb als der Vanilleton, der einem da so vorschwebt), und einen Tag lang überlegt habe, bin ich gestern nach der Arbeit in den Baumarkt des dekorativen Entzückens, und habe alldorten besagten Weißton für meinen Flur erstanden. Eigentlich nur für die Decke. Für die Wände hatte ich mir ein Frühlingsgrün ausgesucht, das aber hier bei Lampenlicht sehr nach Apfelgrün, Marke Granny Smith, aussieht. Der Flur hat die falsche Form, um alle Wände mit diesem Grün zu verzieren, unter anderem fehlt dieser Form das ein oder andere Loch in Gestalt eines Fensters. Also habe ich ungefähr 40 Prozent der Wände auch in dem wirklich schönen Weißton gestrichen, und dabei dann festgestellt, dass er fantastisch auf weißen, nicht jedoch auf pastelligen Untergründen deckt. Nun ja. Man kann nicht alles haben.
Das Experiment wird heute fortgesetzt- wir mischen Cotton White mit Apfelgrün und hoffen, dass wir anschließend nicht die Anerkennung als Werder-Bremen-Fanshop beantragen müssen. Was dem Flur und auch dem Bad am besten bekommen ist, ist übrigens das Leerräumen. Ich habe aus meinem 4 m² Badezimmer einen halben Schwerlastmüllsack (120 Liter) voller Zeugs, Kram und Dingens rausgeschleppt. Und es sieht nicht so aus, als sei es jetzt leerer. Aber dafür kann man jetzt auch wieder in alle Ecken schauen, ohne sich zu gruseln. Und die Fliesen sind zur Gänze abgewaschen, das Billy-CD-Regal (das einzig mögliche Möbelstück- sonst ist kein Platz für so Kinkerlitzkes) zerlegt, gesäubert und wieder aufgestellt, und ich habe auch, wie es im Hause Lily Tradition beim Renovieren ist, alle Schalter und Steckdosen und Lampen demontiert, gespült und wieder angebracht.
Und weil es so schön war, hab ich dann auch die seit längerem defekte Deckenbeleuchtung im Flur und im Schlafzimmer endlich, endlich repariert bekommen. Licht. Echtes, helles, Licht, von der Decke. Nicht von Nachttischlampen, nicht von Klemmspots. Und das alles nur, weil ich so furchtbar ungern auf Leitern klettere, und noch viel ungerner Geld für Handwerker ausgebe.
Zum Ausgleich der erfreulichen Vorkommnisse an den Wänden spielt derzeit mein Blutzucker ein eigenes, perfides und wildverrücktes Theaterstück. Man kommt sich dabei vor, als würde man ein Brettspiel beginnen, mit unbekannter Anzahl Gegner, einer Menge Regeln, die man erst erfährt, wenn man gegen sie verstößt- und obendrein steht der Spieltisch auf einer Falltür. Nicht gut. Würde ich in einem amerikanischen Krimi leben, würde ich nach wem suchen, den ich verklagen, oder wenigstens anschreien kann.
Irgendwer muss doch die Schuld tragen, oder?
So. Jetzt mal abwarten, ob meine Konzentration dazu ausreicht, mir eine Woche lang zu merken, dass ich am 30.09. Blogoläum habe. Eigentlich habt ihr dann ein Stück Literatur verdient. Krieg und Frieden, mindestens... Obwohl- hat schon mal einer alle 1293 Posts gelesen? Na bitte.
Danke :-)
Montag, 7. September 2015
Ganz spannend:
Evolution bei der Arbeit.
Im Gegensatz zu so manchem Vollhonk hat sich die Evolution wohl an neuere Technik ganz schnell angepasst. Prima Konzept, möchte man sagen.
Donnerstag, 3. September 2015
*röchel*
Leider hat auch der Sport nicht dabei geholfen, mir die Bakterien oder Viren oder was auch immer mich röcheln lässt, vom Hals zu halten. Die Nachbarn haben viel Spaß, wenn ich die halbe Nacht huste und die andere Hälfte damit verbringe, wie irgendeine biblische Gestalt im Kreis zu laufen und Kaffee zu trinken. Biblisch bezieht sich hier natürlich auf den Kreis, nicht auf den Kaffee. Was die Bibel-Bewohner bei Flüssigkeit hielt, außer Wein, war bestimmt nicht irgendeine Java-Variante.
Was mich wiederum dazu veranlasst, über Technik zu weinen, denn meine geliebte frühlingsgrüne Senseo hat mich vorzeitig nach drei Jahren verlassen. Eigentlich bin ich von den Dingern besseres gewohnt. Meine allererste tut immer noch ihren Dienst in einem Büro unserer schönen Stadtverwaltung, wo ich sie beim letzten Stellenwechsel habe stehen lassen. Naja, die Frühlingsgrüne war halt schon nach drei Jahren im Eimer. Jetzt hab ich eine rote, eckige. Auch schön. Wenn ich auch, ehrlich gesagt, das klassische Senseo-Design netter finde. Auch finde ich bemerkenswert, dass die nützlicheren Features, wie Entkalker-Warnlampe, Vorwahl der Tassengröße etc. ziemlich erratisch über die Modelle verteilt sind. Man sollte doch glauben, dass es sinnvoll ist, alle Maschinen mit diesen Warnlämpchen auszustatten, und allen Leuten zu erlauben, gleichzeitig mit dem Einschalten der Maschine schon mal die Ein- oder die Zwei-Tassen-Taste zu drücken. Dann kann man sich nämlich nach einer Minute oder so den Kaffee gleich abholen, und muss nicht daneben stehen und warten, bis die Maschine aufgeheizt und arbeitsbereit ist, um dann erst die Taste zu drücken. Aber nun ja, vermutlich steht am Ende des Bands bei Philips eine Fee, die mit einem hübschen, funkelnden Zauberstab willkürlich die Features unter die Produkte streut. Eine andere, einen Tisch weiter, macht dann die Preise dran. So in etwa stell ich mir das vor, Herrschaften. Den Zwerg, der anschließend entscheidet, in welcher Kiste noch eine geschenkte Senseo-Tasse wohnen soll, und welcher Karton nur rätselhafte Gutscheine enthält, den lassen wir mal außen vor.
In der frühlingsgrünen Bürosenseo-Kiste waren auch ein paar dieser Zettel. Angekündigt waren, so glaube ich, 50 Pads als Goodie. Theoretisch waren die auch dabei, wenn es einem nix ausmacht, für 50 Pads seinen Namen, seine Anschrift und seine Bankverbindung preiszugeben. Die wollten sie nämlich haben, damit sie einem die Dinger zuschicken/gutschreiben/wasauchimmer konnten. Da hab ich mir doch die mitgeschickte Tasse unter den Nagel gerissen und gut war es. Sooo toll schmeckt mir der Originalkaffee nun auch nicht. Ehrlich gesagt, vermeide ich es, den zu kaufen und bleibe bei Discounter-Sorten. Wirklich gruselig schmeckt der Cappucino. Vorgesüßt. Das ist so ziemlich das übelste, was man sich einfallen lassen kann. Außer vielleicht die "extra kräftige" Frühstückskaffeevariante in der zwei-Tassen-Pad-Version. Wenn man wirklich wach werden will, nimmt man besser einfach zwei normale Pads, dabei kommt dann nicht nur Spülwasser heraus.
Apropos Wasser.
Das Bad der Eltern-Einheiten ist beinahe fertig. Jawohl! Jausa! Man kann zumindest nach (immerhin!) 9 Wochen dort wieder zur Toilette gehen. Jetzt fehlt nur noch die abschließende Fugen-Runde, Tapete, Wandfarbe, Duschabtrennung, Waschtisch und Handtuchwärmer, sowie ein paar Schalter. Aber dann. Meine Mutter fantasiert derzeit darüber, von allen künftigen Gästen einen Klogroschen zu nehmen, um die Refinanzierung sicher zu stellen. Wenn man die Kubikmeter neu umbauten Raums mal zum Maßstab nimmt, dann kann sich die Bauzeit insgesamt bestimmt mit gewissen Flughafenprojekten messen.Und man wird in der neuen Dusche ähnlich fantastisch singen können wie in Hamburgs schöner Elbphilharmonie. Dafür ist die Anfahrt kürzer.
Ich hatte zwischendurch ernsthafte Zweifel, ob meine Eltern das Ende der Maßnahme noch erleben würden. Abgesehen jetzt mal von boshaften Formulierungen von meiner Seite lag das daran, dass die mit diesem Projekt verbundenen familiären Verwerfungen und Zerwürfnisse doch den Charakter der Dauerhaftigkeit zu tragen scheinen- meine Mutter kann damit nicht gut leben. Mein Vater kriegt das nicht mehr mit, dafür kann man dankbar sein oder es schlimm finden, einerlei, es ist so.
Der Steuermann aus einem der letzten Posts, den gemeinsame Anstrengungen, Anwürfe und schiere innerfamiliäre Repressalien dazu bewogen haben, sein Versprechen zur Mitarbeit dann doch noch umzusetzen, macht seinen Teil- aber in eisigem Schweigen. Er ist der einzige Handwerker unter uns, und hat sich ganz zu Anfang auf ausdrückliche Anfrage meiner Mutter hin bereit erklärt, die "Bauleitung" zu übernehmen- nur um dann, als er dringend benötigt wurde, mit dem Verweis auf Urlaub auszusteigen. Urlaub, bei dem er nicht mal den Ort verlassen hat. In dem man ihn eine Stunde am Tag per Telefon erreichen konnte. Urlaub, der natürlich auch für seine Kernfamilie da sein sollte, aber den er vorher als Gelegenheit angekündigt hatte, sich diesem Badezimmer widmen zu können...
Wir haben alle eine Menge gelernt, wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich das in Kauf genommen hätte, hätte ich es vorher gewusst. Illusionen sind was Nettes, Herrschaften. Die Illusion, dass man, wenn man schon nicht mit den Geschwistern solidarisch geht, wenigstens aus Loyalität mit ziemlich strapazierten und belasteten Eltern einfach mal sein dummes und aggressives Maul hält und die Kelle in die Hand nehmen würde. Die Illusion, dass ein Erwachsener, wenn er zwei konkurrierende Versprechen abgibt, dieses Dilemma mit einem Kompromiss zu lösen versuchen würde.
Tja. Illusionen... blüh'n im Sommerwind... trallalla. Aber sowas von.
Dass das ganze illusionäre Züge getragen hat, weiß ich, weil es schon in den vergangenen Jahren immer mal wieder böse Überraschungen von seiten dieses Bruders gegeben hat. Er selbst verlässt sich auf eine Menge geschwisterliches Goodwill, gewährt jedoch keines, woran natürlich niemals er die Schuld trägt.
Mich selbst hat er einmal am Telefon von seiner Alten abwimmeln lassen, als ich an einem eiskalten und verregneten Novemberabend in Bochum mit einem Motorschaden liegen geblieben bin. Dazu muss man wissen, dass er einen Pickup mit Abschleppvorrichtung sein Eigen nannte, und seine berufliche Qualifikation so ist, dass er "meine Werkstatt" war. Erst war ich nur auf seine Alte sauer (der Ausdruck "Alte" ist hier ausdrücklich gewählt, um nicht ordinär werden zu müssen), bis ich dann, Jahre später, erfuhr, dass er bei diesem Telefonanruf hinter ihr stand. Der Tipp, doch ihren Lieblingsschrotthändler anzurufen, der mich bestimmt abschleppen würde (und bei meiner Schwester absetzen, die mir bestimmt die nicht geringe Abschleppgebühr über die 60 Kilometer vorstrecken würde), der hat getroffen. Es wären mehrere Auswege aus dieser Situation möglich gewesen, z. B. zu sagen, hör mal, ich hab ne zwölf Stunden-Schicht hinter mir und hab keine Lust mehr, zu fahren- nimm ein Taxi nach Hause und wir fahren irgendwann die Tage hin und holen den Wagen ab... zum Beispiel. Aber sich am Telefon verleugnen zu lassen? Dabei noch Andeutungen über finanziell besser gestellte Familienmitglieder mit höhnischem Unterton abzusondern?? No way.
Dieses Abwimmeln, das ist in meiner Familie ungewöhnlich. Wenn wer um Hilfe bittet, und wir diese leisten können, dann tun wir das, und unter uns Geschwistern normalerweise ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Es ist genauso okay, wenn das nicht geht, aber dann werden keine boshaften Bemerkungen dazu gemacht. Und vor allem: Es wird nicht gelogen.
Wie gesagt: Innerfamiliäre Verwerfungen... von denen ich nicht glaube, dass sie jemals wieder ausgeglichen werden. Vielleicht ist es ganz normal, in seinem Leben auch Geschwister zu verlieren. Ich weiß es nicht. Grundsätzlich finde ich das schon traurig, in diesem Spezialfall tut mir das allerdings kein bisschen Leid.
Freitag, 21. August 2015
Gestern Nachmittag. 18.00 Uhr.
1.000.000 Schritte, 805 Kilometer, -20,2 Kilo...
Und weiter gehts. Mal sehen, ob ich für die nächste Million auch wieder 4 Monate brauche. Und wie geht es Euch?
fragt
die grinsende Lily.













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