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Montag, 7. April 2008

und außerdem krieg ich dieses Lied nicht aus dem Kopf...

Gestern morgen musste ich um sechs aufstehen. An einem Sonntag, und eigentlich war es erst fünf. Also: Grr.

Um halb acht (halb. SIEBEN.) musste ich ein befreundetes Opfer in mein Auto zerren. Ab viertel vor acht (viertel.vor.das-sparen-wir-uns-jetzt-aber) standen wir gemeinsam in einer Küche, damit beschäftigt, bergeweise Nahrungsmittel in ein verführerisches Brunch-Büffet zu verwandeln.

Zwischen „Für wie viel Leute sollen diese Smörrebröds sein?“ und dem Versuch, Salat und Mozzarella mit Hilfe von Parmaschinken (Baggermaschinen) in so etwas wie appetitliche kleine Bündel zu verzaubern fand ich noch Zeit, Kaffee aus einigen Körperöffnungen zu prusten und dem Gott der unaufgeräumten Kleiderschränke dafür zu danken, dass er mir ein dunkelbraunes Shirt (Shirley/Schafhirt/Schirmt) in die Hand gedrückt hatte.

Weil ich etwas autistisch und seltsam, zumindest aber eine Eremitin bin, fand ich das doch alles sehr anstrengend. Mit Leuten reden, Smalltalk machen, und nur selten in die Gummizelle zu verschwinden, die man mir zu Liebe eingerichtet hatte. Nicht nur mir zu Liebe, sondern zum Rauchen. Damit ich nicht draußen herumlaufen muss. In der potenziell hereinbrechenden Eiseskälte, die dann doch nicht kam.


Dafür habe ich schamlos mit einem männlichen Wesen geflirtet (geflimmert), der viel zu jung für mich ist, aber trotzdem beachtliches Interesse an meinem Dekolleté hatte. So sehr, dass er mir immer seinen angelutschten Zwieback hineinstopfen wollte. Wobei das kein Synonym für irgend ein geheimnisvolles und sagenumwobenes Körperteil ist, welches ich schon länger nicht mehr live gesehen habe, sondern genau das, wonach es sich anhört: Angelutschter (eingedeutschter) Zwieback. Wie gesagt; der Typ war viel zu jung für mich.


Nachdem ich mich also den Tag über benehmen musste wie ein normaler Mensch, konnte ich abends dann wieder meinen Seltsamkeiten (Unenthaltsamkeit. Wtf?) frönen. Und musste dringend heute einen Tag Urlaub einlegen, denn diese Art sonntägliches Unterfangen erholt nicht nur nicht, sondern macht mich ganz kirre.


Der Blogger an sich soll ja kontaktgestört sein. Das bin ich vielleicht nicht, aber ich finde es wirklich anstrengend, live mit Menschen zu reden.

Außerdem kriege ich einen Pickel. Am Kinn, in einer Falte. Einer Alters-Falte. Und braucht jemand ein Stück Hintern? Ich hab eindeutig zuviel davon.



Alle unzusammenhängenden und kursiven Worte in Klammern stammen von meiner Textverarbeitung. Jeder sollte ein OpenOffice haben, und sei es nur zur Belustigung.


Will I see you tonight on a downtown train... tralalalaa...

Schönen Montag,





Lily





Samstag, 5. April 2008

Ach je.

Gestern Abend war ich spät zu Hause; üblicherweise ein Anlass, um das Auto nicht in der Garage abzustellen (das ist selbst bei Tageslicht eine Herausforderung). Vor dem Haus war eine Parklücke frei, und dank meiner exzellenten Parkfähigkeiten habe ich es geschafft, den Wagen da hinein zu manövrieren.

Kennt jemand außer mir Richard McDuffs Sofa? Jenes, das beim Transport die Treppe hinauf auf ungeklärte Weise stecken blieb und auf keine denkbare Weise, außer durch Zerlegen, dort wieder weg zu kriegen ist?

Was dem Sofa die Wände und Stufen, sind für mein Auto der hohe Bordstein und ein direkt davor stehendes Mofa. Das stand beim Einparken auch schon da, und ich habe keine Ahnung, warum der Golf in die Lücke hinein zu fahren war, aber sich jetzt nicht mehr verstellen lässt. Nach hinten ginge es theoretisch. Theoretisch! Aber der Wagen steht so schief, dass die Reifen durch den Bordstein gestoppt werden. Nach vorn hindert besagtes Mofa mich und mein Auto am Entkommen.

Kann mal einer kommen, und das Auto zersägen?

Bitte?

UPDATE:

Mittels entschiedenem Einsatz der mir verliehenen mentalen Superkräfte© ist es mir gelungen, den Eigentümer des hinter mir parkenden Audis dazu zu bewegen, seine Kiste hinweg zu befördern. So dass das Lilymobil dankenswerter Weise für eine Fahrt zum Supermarkt zur Verfügung stand.

Bei dem Wetter wäre ich auch nicht gern gelaufen, wenn ich ehrlich bin.


Sonnigen Samstag,



Lily







Sonntag, 27. Januar 2008

Unter Schock


Neulich Abend, in einer Wohnung irgendwo in Deutschland.

Ein Fernseher flimmert friedlich.

Da.

Ein Druck auf eine Taste der Fernbedienung.

Und der Schrecken bricht herein.

DSDS.

Der Schrecken. Der Schauder.

Das Singen, Der Schmerz.

Der Sarkasmus. Die unbegreiflich öffentlich gesuchte Demütigung.(Mir gehen die Worte mit D und S aus, wie unschwer bemerkt werden kann).

Ich hab Zeit meines Lebens gedacht, dass ich einen an der Klatsche habe. Eine Meise unterm Pony, einen Knoten in den Zerebralfühlern.

Aber sowas...

Es mag ernstere Fälle geben als die, die da gezeigt wurden. Aber die sind bestimmt irgendwo sicher weg gesperrt.

Erst so langsam erhol ich mich davon.

Wie muss man drauf sein, wenn man sich sein Selbstkritikdefizit von Herrn Bohlen auffüllen lassen muss?

Ich hab das, Tatsache, noch nie in meinem Leben gesehen, und das, was durch Presse, Funk und andere Fernsehsender gesickert ist, habe ich immer als Beispiel dafür genommen, dass Herr Dieter B. aus Wo-Auch-Immer ein unangenehmer Patron ist, der sich auf Kosten Anderer amüsiert und damit auch noch Quote macht.

Aber ich muss ihm ein bisschen was abbitten, denn das war einfach unwiderstehlich.

Eine derartige Masse (jawoll, Masse, ich sag das Wort- auch wenn ich dabei eine Frau vor Augen habe, deren Brüste dazu neigen, ein eigenes Schwerkraftfeld zu entwickeln) an Menschen, die offenbar weder Freunde, noch wohlmeinende Verwandte, noch einen Spiegel ihr Eigen nennen, und die sich dann wundern, dass man sie fies anmacht, ist mir noch nicht untergekommen. Nicht jede mit einem Muttermal auf der Wange ist Cindy Crawford!


Die Frage, ob ein Sender das ausstrahlen muss, ist eine andere- aber auch dazu muss ich feststellen, dass diese Leute genau da hinwollen.

Und teilweise sogar ihre minderbemittelten- minderjährigen Kinder dahin begleiten. Ich weiß, dass es wenig Sinn hat, bei 17jährigen einen Sorgerechtsentzug in die Wege zu leiten. Aber vielleicht sollte man das doch mal versuchen. Örtliches Jugendamt? Hallo? Kennt ihr die Leute? Garantenpflicht? Kindeswohl?

Aber vermutlich gilt der Knabe im Familienkreis als sensibel, nicht als hysterisch.

Dabei kann man diese Aktion, samt Hyperventilieren und Auf-den-Boden-Werfen, oft beobachten, bei Dreijährigen im Supermarkt. Ab einem Alter von fünf ist da allerdings Fremdschämen angesagt, meine lieben Eltern. Und, es tut mir leid, das sagen zu müssen, da habt ihr erziehungstechnisch ins Klo gegriffen. In ein verstopftes.


Den Namen von dem Typ, der da eine neue Sprache erfand, weil er keinen Schimmer von Englisch hat, habe ich verdrängt. Aber ihm sei ein Volkshochschulkurs empfohlen: Musikalische Früherziehung. Und dann bitte mit „Alle Vögel sind schon da“ einen neuen Versuch starten. Oder mit einigen der einfacheren Weihnachtslieder. Da kann dann die Umgebung am Text erkennen, welches Lied gemeint ist, und dann entscheiden, ob richtig gesungen wurde.


Ich glaube, wenn das nächste Mal die republikeigenen Steine umgedreht werden, damit allerlei Seltsamkeiten darunter hervorkriechen können, werde ich mir schwer überlegen, ob ich mir das antun soll- schließlich gilt es, eine Stunde ungläubiges, amüsiertes Staunen gegen Albträume von Brüsten von der Größe eines Balkanstaates abzuwägen.

Donnerstag, 24. Januar 2008

Nach Hause telefonieren

Es tut ja doch gut, wenn man merkt, dass Leute sich um einen kümmern würden- wenn es denn nötig wäre.

Als ich soeben von der Toilette kam, stand vor meinem Büro eine Kollegin, in erheblichem Aufruhr, und fragte besorgt, was denn los sei.
Unverständnis bei mir.
Sie habe in der letzten Stunde ungefähr 7 Anrufe auf ihrem Handy erhalten, alle von meinem Handy, und es seien immer nur Geräusche zu hören gewesen. Daraufhin hat sie gedacht, ich läge irgendwo halbtot in der Gegend, nur noch in der Lage, sie anzurufen und nicht mehr, zu sprechen und zu sagen, was los ist
Sie hat sich aus dem Termin, den sie gerade wahrnahm, verabschiedet und ist Hals über Kopf hierhin gefahren, um nachzuschauen ob ich hier bin und ob es mir gut geht.

Des Rätsels Lösung: Ich hatte mit meinem Arzt telefoniert und bin direkt danach, Handy in der Jackentasche, dorthin, um ein Rezept abzuholen. Offenbar hatte ich mich jedoch nicht aus dem Menü „Telefonieren“ herausgeklickt, so dass die Jackentasche zusammen mit dem Sicherheitsgurt wild in dem Menü herumgewählt und immer wieder die Kollegin angerufen hat..

Wäre ich nicht im Büro gewesen, hätte sie die Polizei eingeschaltet.

Irgendwie hat das gut getan.

Montag, 21. Januar 2008

Gestern

Wie auch schon vorgestern, hab ich gestern ebenfalls einen Teil meiner Neujahrsvorsätze in die Tat umgesetzt.
Am Samstag hab ich mir gegen Mittag (ja, da war ich dann endlich soweit) ein Herz gefasst und bin Richtung Einkaufsstraße gelaufen. Bis zu dem Supermarkt dort sind es ca. 2,5 Kilometer, und so bin ich dann los gestiefelt. Sonst fahr ich diese Strecke mit dem Auto. Immer.
Ungefähr auf der Hälfte der Strecke fing es an zu regnen. Und nein, ich hatte keinen Schirm mit, nicht mal eine Kapuze an der Jacke. So hatte ich die Wahl: Nach Hause gehen, trockenlegen, noch mal los, oder weiterlaufen und hoffen, dass der Regen aufhört. Ich hab mich fürs Weiterlaufen entschieden.
Und war nass wie eine gebadete Katze, als ich ankam. So, dass beim Kopfschütteln die Tropfen flogen.
Ich hatte nicht so viel zu besorgen, war also schnell wieder auf dem Heimweg. Natürlich hatte der Wind gedreht, und kam wieder von vorn, so dass Brille, Haare und Gesicht nebst Jackenvorderseite ein zweites Mal ordentlich nass wurden. Ich hatte eine Daunenjacke an, und der Regen ist durchgekommen.
Zu Hause war dann ein komplettes Umziehen sowie eine Runde Wäschetrockner für die Jacke fällig, aber ich hab mich gefreut, denn erstens tuts einem gut, wenn man seine Vorsätze realisiert, und zweitens hab ich mich gut gefühlt, weil ich mich bewegt hatte.

Im Laufe des Nachmittags dann hab ich drüber nachgedacht, ob ich’s nicht doch mal mit dem Joggen versuchen soll.
Das dumme ist nur: Ich kann das einfach nicht. Teilweise wegen einer Gehbehinderung durch eine Gefäßverengung (Beckenarterie), teilweise wegen des Ärgers, den mir die Achillessehne am rechten Fuß immer wieder macht, teilweise auch, weil ich das ganze nie spannend genug fand um mehr als einen Versuch zu starten.
Egal, ich wollte diesmal, und hab eine alte Anleitung rausgekramt. Da stehen so Sachen drin wie: So langsam joggen, dass es einem peinlich ist, gesehen zu werden. Und dass man mit normalem Laufen vermutlich sogar schneller vorwärts käme. Und, und, und.
Hört sich sogar für so ein Bewegungswunder wie mich durchaus so an, als sei es durchführbar.
Also den Samstag ausklingen lassen, den Sonntag eingeläutet und erstmal gefrühstückt: Tasse Kaffee, Zigarette, und ähnlich gesundes Zeug.
Die Witterung hatte sich eindeutig gegen mich verschworen, denn es regnete schon wieder. Da ich keine Regenklamotten für so eine Aktion habe, sank meine Motivation bereits gegen 9 ins ziemlich Bodenlose.
So gegen halb zwölf, genervt und schon wieder müde und bereit, für einen Mittagsschlaf das Zimmer zu wechseln, hab ich mir dann überlegt, einfach einen langen und (für meine Verhältnisse flotten) Spaziergang zu machen. Da kann man nämlich seinen Schirm mitnehmen, und muss nicht so aufpassen, nicht gesehen zu werden.
Also ab ins Auto (jawoll- die Gegend, in der ich wohne, ist für Spaziergänge zu öde), und Richtung Stadtpark.
Ausgestiegen, fünfzig Meter gelaufen und beinahe wieder ins Auto zurück.
Mein kompletter Körper hat sich schlicht geweigert, zu gehen.
Ich habe keine Ahnung, warum, aber die Achillessehne hat getobt, und ich hatte derartige Rückenschmerzen, dass ich beinahe meinen Namen vergessen hab.
Die Sehne wird sich beschwert haben, weil ich Tags zuvor eine gute Stunde Straße gelaufen bin, mit Steigung und Gefälle, das mag sie nicht. Aber der Rücken? Der macht eigentlich schon lange keinen Ärger mehr. Nach einigen hundert Metern wurde der rechte Fuß taub. Ganz doll.
So was hatte ich schon mal, ist zwei Jahre her und gehört zu den mieseren Erfahrungen. Die Gabe von Kortikoiden ist bei Diabetikern immer so eine Sache, also habe ich Physiotherapie bekommen, und keine Spritzen gegen die Schmerzen. Ich habe ein Hohlkreuz, und mit Bauchmuskeltraining, Fango und Massage war das eigentlich seither kein Problem mehr. Ist ja nicht so, dass ich gar nicht gehe. Nur eben nicht mehr so oft, seit ich so weit außerhalb der Stadt wohne. Mit angespannten Bauchmuskeln wurde es gestern dann jeweils etwas erträglicher, aber dann vergesse ich schnell das Atmen. Keine optimale Kombination.
Außerdem fiel mir mit dem tauben Fuß auf, wie plattfüßig ich durch die Gegen renne. Also hab ich versucht, abzurollen beim Auftreten. Insgesamt bestimmt ein Anblick für die Götter. Von runden Bewegungsabläufen konnte nicht wirklich die Rede sein. Die Pfützen und der Schlamm unterwegs haben das nicht besser gemacht.
Aber ich hab durchgehalten. Mit nur einer Pause für den „Schmerz lass nach“-Moment. Insgesamt war ich wieder eine gute Stunde unterwegs.

Was bin ich froh, dass ich nicht versucht habe, zu joggen.
Und heute Abend such ich nach den Kopien mit den Bauchmuskelübungen drauf. Erstmal schmerzfrei gehen, und dann sehen wir weiter.

Donnerstag, 17. Januar 2008

Der Segen der bösen Tat.

Dieser Tage ein vertrautes Bild: Vor den Türen unserer Rathäuser und anderer Bürogebäude stehen frierende Menschen, die blau angelaufenen Finger um die schwach glimmenden Enden ihrer Zigaretten gewölbt, und zittern. Gerade wenn man sich wundert, seit wann die Welle des sozialen Abstiegs in Form der Obdachlosigkeit auch die gut Gekleideten hinweg reißt, dämmerts einem. Die sind nicht obdachlos. Die haben kein Mitleid verdient: Das sind RAUCHER.
Fiese, gesundheitsmufflige, süchtige, stinkige, unbelehrbare, Kinder verderbende Raucher.
Jawoll.
Ekliges Volk.

Oder?

Erinnern wir uns:
Rauchen (oder vielmehr die Tabaksteuer) wurde im Jahr 2003 teurer- um den Irak-Krieg, den Kampf gegen den Terror, sowie Teile der Leistungen der Krankenkassen (Mutterschaftsgeld) finanziell abzusichern (Der erste Krieg, der mithilfe von Steuern auf Tabak finanziert wurde, war übrigens der 30jährige. Das hat alles eine gewisse Tradition!)

Ein wahrhaft staatstragendes Verhalten ist es seither, sich die Kippe anzuzünden, opfert man doch seine eigene Gesundheit (sowie die in der Nähe stehender Personen) für höhere Ziele!

Seither ist viel geschehen.

In beispielloser Verleugnung der Nützlichkeit der rauchenden Bevölkerungsanteile wurde vor 14 Tagen oder so das Nichtraucherschutzgesetz in Teilen in Kraft gesetzt.
Abgesehen von einigen Ungereimtheiten (warum darf der zu Verhörende im Verhör rauchen, der ihn verhörende Polizist jedoch nicht? Ist das Verweigern einer Zigarette gegenüber einem süchtigen Verdächtigen eine verbotene Vernehmungsmethode, weil es möglicherweise mit Entzugssymptomen unzulässigen Druck ausübt? Und wenn ja, warum ist das Interesse des potenziell Verurteilten an seiner psychischen Unversehrtheit als höheres Gut einzuschätzen als das Interesse der Beamten an der Aufrechterhaltung ihrer Gesundheit? Fragen über Fragen.) ist festzuhalten, dass die gesellschaftlich zu lobenden Nebenwirkungen des Rauchens bis dato noch gar nicht in vollem Umfang gewürdigt werden konnten…

Tja, meine Damen und Herren, haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was geschieht, wenn
a) der Raucher als solcher, durch das Verbot des Rauchens im Büro an die frische Luft gezwungen, die Zigarettenmenge auf das Unerlässliche einschränkt (sagen wir auf ein Drittel?)

b) der Raucher seinem Laster ab sofort an der frischen Luft nachgeht, anstatt dies in dumpfen, licht- und sonnenlosen Büroräumen zu tun?

c) Selbiger zukünftig vier bis fünfmal täglich die Treppen herunter und herauf sprintet, immer im Bestreben, möglichst wenig Arbeitszeit zu verschwenden (nicht wegen der Arbeit. Sondern wegen der Auszeit, die er gezwungen ist, zu nehmen)?

d) der Raucher und die Raucherin zukünftig, anstelle mit lahmem Kreislauf blass am Schreibtisch zu hängen, sich mehrmals täglich gesunden Klimareizen aussetzt?
Tja.
Sie werden es erleben: Besser und gesünder als jeder Mallorca-Urlaub, jedes Fitnesscenter-Abo, jeder gute Vorsatz ist es, ungefähr 10 Zigaretten täglich zu rauchen. Eine auf dem Weg zur Arbeit. Eine auf dem Nachhauseweg. Eine vormittags, eine nachmittags und eine in der Pause. Macht 5, bleiben 5, die man auf dem heimatlichen Balkon rauchen kann. Die Zusatzbewegung (Treppensteigen, Sie erinnern sich) macht schlank, beweglich, und trainiert Herz und Kreislauf.

Die Sonne und die Luft verbessern das Hautbild und sorgen für eine frische Gesichtsfarbe. Da der Aufenthalt an der Luft nie länger als vier Minuten dauert, ergeben sich keine negativen Folgen für die Haut durch schädigende UV-Strahlung.

Die Klimareize durch den Wechsel zwischen der Kälte draußen und der Wärme in den Büros härten ab, und senken dadurch den Krankenstand.

Und, worüber noch kein Arbeitgeber so richtig nachgedacht hat: Man kann Parkplatz-Security-Kosten sparen.
Wer entdeckt denn den jugendlichen Missetäter an des Abteilungsleiters Jaguar, wenn nicht seine Vorzimmerdame, die mal eben eine rauchen geht? Wer sieht, dass der SUV des Chefs (wozu der den für die drei Meter zur Arbeit braucht weiß keiner) vorne links kaum noch Luft auf dem Reifen hat? Dass Kollege Xs Cabrio offen ist, und von Osten eine Regenfront naht?
Die Leute, die rings um den Standascher stehen.

Na bitte.

Rauchen ist somit nicht nur gesundheitsfördernd. Es spart auch Kosten!



Das schwierigste für den Staat und die Arbeitgeber wird jedoch sein, das Rauchen zwar zu erschweren, aber nicht so sehr, dass die Raucher damit aufhören und dann keiner mehr Zigaretten kauft- schließlich wollen wir doch weiter Krieg führen.

Mittwoch, 16. Januar 2008

Schweine im Weltall

Die Crew des Muppet-Raumschiffs, die Küchenbesatzung von Smörrebröd und seinen Kumpanen sowie Waldorf und Stadler waren meine absoluten Lieblingspuppen. Seit Herr Huber und Bibo nicht mehr in der Sesamstraße mitspielen, heißt das. Auch Miss Piggy hat ihre Meriten. Und wenn ich mich auf den Straßen und anderswo umschaue, dann hat sie auch Fans, wie Barbie.

Kermit aber wohnt auf meinem Schreibtisch. Er sitzt auf einem kleinen Gummi-Floß auf einer kleinen Gummi-Kiste und rudert mit einem kleinen Gummi-Stab Richtung Papierwüste.

Direkt neben ihm hockt ein kleiner Buddha. Den hat mir mal wer geschenkt, und weil derjenige sehr selten was schenkt, und ich in der Situation etwas (oder besser, viel) Glück gut gebrauchen konnte, ist das heute noch ein sehr geschätzter Gegenstand für mich.

Ein Glücksschwein steht auch da herum, sowie eine Muschelscherbe, geschenkt von meiner damals 4 jährigen Nichte, und eine kleine Tonfigur. Die soll mich daran erinnern, dass man dem Leben auch lächelnd entgegentreten kann.


So.

Ein Haufen von Glücksbringern, Amuletten und kleinen magischen Gegenständen, die ihr Leben in meiner Gesellschaft fristen. Oft ist das ein sehr langes Leben.

Mit sieben habe ich mal einen kleinen Stoff-Esel gekauft- ein bemitleidenswertes Tier, schief zusammengenäht, und mit einer viel zu schweren Last von drei Taschentüchern auf dem Rücken. Er war so hässlich. Ich musste ihn retten.

Er ist immer noch hässlich, und hat ein Zuhause auf meinem Sachbuch- Regal gefunden.

Ich glaube, niemand außer mir hätte ihn gekauft, und er wäre mitsamt zerknüllter Kassenzettel, Kaugummipapierchen und beschädigter Ware eines Tages in einem Mülleimer gelandet und hätte nie das Tageslicht gesehen. Böser Onkel Karstadt.

So aber gibt es ihn immer noch, und bei dem Gedanken, dass ich normalerweise nicht an ihn denke, habe ich ein schlechtes Gewissen. Ja, ich weiß, ich habe eine Meise. Die auch.


Außerdem glaube ich bei sowas immer, dass es Unglück bringt, nicht an seine Glücksbringer zu denken.

Ganz allgemein bin ich abergläubisch. Jawoll.

Früher hab ich immer meinem Sohn oder meinem (jeweiligen) Partner ein „Fahr vorsichtig“ mit auf den Weg gegeben. Wenn nicht, war das geradezu eine Einladung an eine Nebelwand, sich im Kamener Kreuz über die Leitplanke zu hieven.

Mir ist schon ausgesprochen klar, dass das eine ziemlich alberne Angewohnheit ist. Und weil das so ist, spielt sich das eigentlich alles in mir drin ab, so dass man mich selten beim sprichwörtlichen Klopfen auf Holz oder sowas erwischt. Aber es ist eine extrem stabile Angewohnheit, und sie --- macht unglücklich.


Wenn ich Urlaub habe, denke ich unentwegt daran, was ich wohl alles übersehen oder vergessen haben könnte bei der Arbeit- denn dann kann nichts mich unangenehm überraschen, wenn ich wieder ins Büro muss.


Habe ich Geld für mich alleine ausgegeben, um mir mal was schönes zu gönnen (oder auch nur etwas notwendiges- wie zum Beispiel die Aufstockung der vorhandenen warmen Hosen von eins auf drei) kann ich mich nicht daran freuen- vielleicht kommt ja nächste Woche die Stromjahresrechnung. Und dann? (Sie KANN zwar nicht kommen, weil ich damit gerechnet habe(!) und mir schon mal prophylaktisch Sorgen mache(!!), aber der Spaß ist weg. Ist doch ganz einfach, oder? Ich denke daran, Volkshochschulkurse zu geben. So gut, wie ich das erklären kann...)


Eine Einladung zu einer Feier? Da sind bestimmt lauter Leute, die mich für doof halten- und dann gehe ich lieber nicht hin. (Übrigens: Dauernde Absagen erhöhen definitiv NICHT die Anzahl der Leute, die dich auf ihrer Unbedingtdabeihabenmüssen-Liste haben)


Die neue Frisur sieht nach Potenzial aus, solange die Haare noch feucht sind, die Friseurin föhnt dir aber eine Vorstadt-Metzgersgattinnen-Betonhaube auf die Birne? Vergiss alles, was du an Potenzial erkannt hast- du wirst ab sofort nicht mehr das Haus verlassen. Oder nur noch mit einem Helm auf dem Kopf. Jeder wird, bis zum nächsten Friseurbesuch, nur die wackere Frau Metzgersmeisterin sehen.


Da sämtliche eventuell erfreulichen Dinge mit dieser Art Denken binnen kürzester Zeit so gar keinen Spaß mehr machen, kann man eigentlich das Schöne-Sachen-Planen gleich beenden.


Eigentlich bleibt da nur noch das Extrem-Couching- das ist sicher. Und hat Zukunft. Und kostet nichts- die Stromrechnung kann kommen.


Gut, manche Sachen sind insgesamt wirklich nicht so gelaufen, wie ich es geplant habe. Dabei war ich da so sicher...


Wie zum Beispiel an dem Tag, an dem ich meine zu jener Zeit sehr kurzen Haare à la Annie Lennox hellblond bleichen wollte. Ja klar alleine- was denkt ihr denn? Friseur? Viel zu teuer. (Vielleicht kommt die Stromrechnung.)


Die Farbe besorgt, angerührt, auf die Haare aufgetragen, einwirken lassen.

Abgewaschen.

Schreikrampf bekommen.

Die Chefin angerufen (abends um 10) und für den nächsten Tag Urlaub klar gemacht.

Zum Friseur gegangen. Mit einem Helm auf dem Kopf (Ohne Scheiß. Die Haare waren meistens orange. An manchen Stellen auch gelb. Denkt euch ein Zebra auf psychedelischen Drogen).


Da die Haare so kaputt waren von der Bleiche, konnte man sie nicht mal überfärben, nur tönen. Sonst wären sie einfach ausgefallen. Das wäre dann kein Bad-Hair-Day, sondern ein No-Hair-Day gewesen.

Ich bin wochenlang alle 3 Wochen zum Nachtönen zum Friseur gegangen. Hat ein Vermögen gekostet.

Dann kam die Stromrechnung.


Sowas kann einem schon den spontanen Zugang zu den schönen Seiten des Lebens versauen.


Trotzdem habe ich gerade das Eselchen von seinem Sitz heruntergeholt und in meine Tasche gesteckt. Als Glücksbringer muss es sehr mächtig sein, denn mir ist nichts Ernsthaftes passiert in den letzten dreißig + x Jahren, seit ich sieben war.

Und er ist allemale niedlicher als mental vorweggenommenes Pech. Obwohl er so hässlich ist.


Dienstag, 15. Januar 2008

Ich habe soeben...

...das hier im Radio gehört.
Und nachdem ich mir bereits sicher war, nie wieder ein Siemens-Handy zu kaufen, werde ich jetzt auch Nokia von meiner Wunschliste streichen.
Abgesehen von den Millionen schweren Investitionszuschüssen durch Bund und Land hat Nokia zudem, wenn die Erklärungen der IG Metall und der auf WDR 2 interviewten Nokia-Beschäftigten den Tatsachen entsprechen, auch noch die Belegschaft in den letzten Wochen rund um die Uhr und die ganze Woche hindurch Überschichten fahren lassen- und im letzten Jahr eine erhebliche Umsatzsteigerung mitgenommen.
Ich hoffe nur, dass die zuschussgewährenden Stellen so clever waren, Rückforderungsklauseln in die Verträge einzubauen.

Vielleicht sollte Nokia über einen neuen Slogan nachdenken: Gier ist geil.

Wenn das so weiter geht, baue ich vermutlich im nächsten Jahr einen Brieftaubenschlag auf meinem Balkon.

Sonntag, 6. Januar 2008

Liebe ist...

Mein Auto ist ein 93er Golf III, und ich liebe ihn. In intimen Momenten nenne ich ihn Moppel. Aber richtige Wärme wollte sich nicht mehr so recht zwischen uns einstellen, und ich stellte fest, dass jedes Treffen zwischen uns beiden mit immer mehr Vorbehalten meinerseits behaftet war...

Natürlich habe ich darüber nachgedacht, wessen Schuld das ist, und war schon halb und halb dazu bereit, zu akzeptieren, dass sich unter dem Alltagsstress wieder eine Beziehung verabschiedet. Tragisch, und irgendwo auch bitter, aber ich war nicht bereit, Arbeit und Zeit und emotionale Energie an etwas ohnehin Aussichtsloses zu investieren.

Irgendwie konnte meine grübelnde Zentralinnerei jedoch auch das Thema nicht einfach so versenken und vergessen- oh nein, so bin ich nicht gestrickt. Und so sah meine Heimatstadt und die anderen Orte, an die der Moppel mich trug, mich immer öfter über das Lenkrad gebeugt, eine Hand ausgestreckt über die Lüftungsschlitze an der Windschutzscheibe, und voll Trauer und vorweg genommenen Abschiedsschmerzes die Eiseskälte registrieren, die diesen scharfen Abgründen entstieg (Man kann auch besser sehen, wenn man näher an die Scheibe ran geht).

Ich habe für solche Momente immer ein paar Beziehungsorakel. Je nach zugrunde liegender Problematik unterscheide ich da fein, wen ich in Anspruch nehme.

Geht es um meine eigenen Verhaltensweisen, habe ich da ein paar weibliche Gewährsleute, die mir bestätigen sollen, dass ich mich noch im Rahmen des ganz normalen Wahnsinns bewege. Da geht’s dann um Themen wie „Abwasch und Selbstmotivierung“ oder die Frage, ob man, um modische Bekleidungs-Accessoires anlegen zu können, vorher zum plastischen Chirurgen muss (Legwarmers oder doch lieber tot überm Zaun hängen?)

Für andere Fälle habe ich da ein paar männliche Ratgeber. Zu allererst sei der genannt, Der Immer Dabei Ist (und wenn er das mal nicht ist, ruf ich ihn direkt anschließend an). Der muss für so einiges her halten. Moralische Bewertung von one-night-stands, unmögliches Verhalten gleichaltriger, zweit- und drittgradig Verwandter, deren erzieherische Kompetenz, gemeinsam durchlittene früh- und spätkindliche Traumatisierungen (ja, wir stammen aus der gleichen Familie) – alles ruft reflexartiges Herumdrücken auf meinen Handytasten hervor. Oder einen energischen Griff zum Festnetz.

Für EDV-Probleme gibt’s da einen Arbeitskollegen. Wenn ich den frage, dann aber erst, wenn mir wirklich nichts mehr einfällt. Meist bringt die Nachfrage dann auch nicht mehr viel.

Für Ratschläge aus noch mehr Distanz gibt’s da noch einen Arbeitskollegen, der schon mal herhalten muss, vor allem für Beziehungsprobleme der endzeitlichen Art.

In dieser neuen unguten Entwicklung zunehmender Kühle zwischen dem Moppel und mir waren sie alle mehr oder minder ratlos. Nur mit dem, Der Immer Dabei Ist (wenn du nicht aufpasst,wirst du hier zum DIDI) hatte ich einen Gedanken, der in etwa in die Richtung ging, die wir gestern dann auch eingeschlagen haben. Da wir jedoch beide keine KFZ-Therapeuten sind, habe ich zuvor sämtliche anderen männlichen Ratgeber konsultiert, die mir vor die Füße kamen. Alle hatten ein trauriges Lächeln und ein „kaputter Wärmetauscher“ im Angebot. Ein weiterer von mir angegangener wirklicher Fachmann, der sonst alle Autoprobleme für mich löst, und das auch kompetent tut, meinte sowas auch, und wollte sich ohne nähere Untersuchung des Moppels auf keine weitere Diagnostik am Telefon einlassen. Und wer fährt schon gern in die Werkstatt?

Mal abgesehen von den Kosten.

Jedenfalls haben der DIDI und ich dann gestern das Kühlmittel kontrolliert, und einen beklagenswerten Mangel desselben festgestellt. Irgendwann in grauer Vorzeit hatte ich irgendwo mal gehört, dass ein Kühlmittelmangel tatsächlich Heizungsprobleme zur Folge haben kann, also haben wir zwei unverzagt Kühlerfrostschutz beschafft und mit Wasser vermischt und eingefüllt. Mit dem Ergebnis, dass der Moppel mir zunächst weiter eine kalte Schulter zeigte. Grmpf. Nachdem ich jedoch dann auch tatsächlich losgefahren bin (während der Auffüllaktion dudelte der Motor munter im Leerlauf) sprang die Heizung dann jedoch an. Und blieb heiß. Egal, ob das Gebläse hoch oder niedrig eingestellt war.

Einfach wunderbar, mit warmen Fingern Auto zu fahren.

Zudem blieb die Temperaturanzeige konstant in den Bereichen, in denen sie bleiben sollte- was vorher nicht der Fall war.

Des Rätsels Lösung hat dann im Nachhinein das Große Ominöse Orakel Ganzheitlicher LebensErfahrung (die alte Tante Google) ausgespuckt. Wenn ich Golf III und Kühlmittel und Heizungsprobleme eingebe, lande ich auf diversen Forumsseiten, nach deren kursorischer Lektüre es offenbar so ist, dass bei zu niedrigem Kühlwasserstand der Wärmetauscher der Heizung schnell mal nicht mehr versorgt wird. Vor allem, weil der Motor seine Wärme erstmal selbst braucht, und total egoistisch ist, wenns darum geht, ihn gegen Überhitzung zu schützen. Dann gibt er einen Scheißdreck auf die kalten Finger der Moppel-Fahrerin und kümmert sich nur noch um sich selbst. Die technischen Details hab ich schon wieder vergessen, aber sie klangen logisch. Da gibt’s wohl irgendso eine Klappe oder ein Ventil oder so. Das erklärte in Grenzen auch, warum manchmal ein laues Lüftchen die Windschutzscheibe hochstieg, wenn man ordentlich lange gefahren war. Dann stieg vermutlich der Druck im System durch das sich erhitzende Kühlmittel so an, dass es für ein bisschen Wärme in der Heizung reichte. Ein Einschalten des Gebläses bewirkte jedoch ein unmittelbares Absinken der Temperatur, wie ja die durch die Heizung entnommene Wärme immer auch den Motor kühlt, und man kam wieder mit kalten Fingern an.

Die Beziehung zwischen mir und dem Moppel, in letzter Zeit etwas strapaziert, trägt demnach alle Anzeichen einer neu erwachten Liebe.

Tragisch ist, dass ich wieder was gelernt habe:

Es hat keinen Sinn, Teile seines Lebens und seines Alltags als „Männeraufgaben“ zu definieren. Davon gibt’s in meinem Leben nicht allzuviele. Die meisten Dinge kann ich selbst und mach sie auch selbst. Nur Autos haben bisher bei mir fahren müssen, und wurden ab und zu betankt, manchmal kriegten sie auch Wasser für die Scheibenwaschanlage (Gestern!!! Plus Frostschutz!!!111elf).Vielleicht mal neue Wischer. Mein alter Kadett, der mehr Öl als Sprit brauchte, kriegte auch das, weil er danach schrie.

Alles andere war in ein bequemes „Problem-Anderer-Leute-Feld“ abgespalten. Eben als Männeraufgabe. Besonders dämlich ist das dann, wenn man gerade keinen hat, oder keinen, der Ahnung von sowas hat.

Und da ich weiß, dass Intelligenz hilft, Routinen aber Leben retten, habe ich einen weiteren Vorsatz für mein Leben ab heute:

Demnächst beim Tanken auch mal nach Kühlwasser und Öl und sowas schauen, und den Reifendruck kontrollieren. Vielleicht schaffe ich es mal, nicht immer noch mehr Luft abzulassen als ohnehin schon nicht drin ist. Und vielleicht kriege ich auch mal einen Satz hin, der nicht ein Germanisten-Alptraum ist.

Schönen Sonntag :-))



Samstag, 5. Januar 2008

Auto-Mystik

Bei bestimmten Sternkonstellationen, wenn sozusagen der Golf im vierten Zylinder steht, und sich Kühlerfrostschutz und Wasser in einer Konjunktion befinden, dann ergibt es sich, dass die magischen Kräfte zweier Laien, zusammen über einen Motorraum gebeugt, sich vereinen.

Der linke raunt dem rechten zu: „Kühlflüssigkeitsverlust an der Wasserpumpe“, und drückt verschwörerisch den Wasserschlauch zum Ausgleichsbehälter.

Der linke schaut skeptisch nach den bunten, zauberischen Zetteln, die da Lügen über die Service-Intervalle verbreiten, und greift zielsicher zum Zündschlüssel.

Die Ingredienzien sind schnell besorgt, und ebensoschnell in den dafür vorgesehenen Kessel eingefüllt. Dann den mystischen Zündfunken auslösen, die begabten Hände in magischen Kreisen über den Einstellinstrumenten zirkeln lassen. Und – bumms.


Die Heizung im Golf geht wieder.


Gelobt sei, was warm macht.


Und der, der immer dabei war, hats auch diesmal geschafft.


Thanx a lot, George!



Alkohol am Steuer

gehört nicht zu meinen Sünden. Aber Alkohol auf der Couch, was beinahe ebenso gefährlich ist.

Er führt aber zu Erkenntnissen, zum Beispiel der, dass eine Flasche chilenischer Roter zu 13,0 Vol% eine Art Narkose zur Folge hat.

Schnell getrunken, bringt er einen in den Schlaf, macht man etwas langsamer, verliert man bei US-amerikanischen Serien den Überblick. Vor allem, wenn man (wie ich) die ersten sechs Staffeln verpasst hat. Wobei die Gilmore-Girls-Folge von gestern ausnahmsweise zu den Teilen gehörte, die sich von allein verstehen ließen. Warum hat Lorelei eigentlich diesen netten Luke in die Wüste geschickt? Da war irgendwas mit der Hochzeit, oder? Ich habs verpasst, glaub ich.

Da waren so einige Paar-Momente in der Folge, deren Behandlung mich doch verblüfft hat.

Erstens Sukie (Suky?), die schwanger wurde, weil sie die Pille abgesetzt hat. Das ist erstmal nicht verwunderlich, passiert schon mal. Aber sie hat sie abgesetzt, weil sie der Meinung war, dass ihr Mann sich hätte sterilisieren lassen. Was er nicht getan hat. Wie bitte? Jep. Er hat sich nicht getraut.

Und weil er so ein mutiger, selbstbewusster, starker Mann ist, hat er ihr das vorsichtshalber verschwiegen.

Unabhängig davon, ob diese Schwangerschaft sich nun als erwünscht herausstellen würde oder nicht: Bei mir wäre großer Beziehungsalarm. Ganz großer. Irre ich mich, oder ist das keine Kleinigkeit, mit der man so mal eben umgehen lernt? So, wie Regie und Produktion das Thema ausgearbeitet haben, war das Anlass für ein Gespräch zwischen Lorelei und Sukie, bei dem Lorelei ihrer Freundin erzählt hat, dass Babies soooo nieeedlich sind... Und schlussendlich scheint sich Sukie in ihr Schicksal ergeben zu haben. Hm. Meine Ehe wäre sicherlich mehr als in Frage gestellt.


Die nächste irritierende Geschichte war für mich die mit dem Brief. Luke, der Ex von Lorelei, hat das gemeinsame Sorgerecht für seine Tochter beantragt, deren Mutter mit dem Kind nach New Mexico umziehen wollte- und offenbar keine oder weniger Kontakte zwischen ihrer Tochter und deren Vater mehr wünschte. Luke hat Lorelei als seine Ex-Freundin um ein Leumundszeugnis gebeten, welches sie auch abgefasst hat. Und zwar ausführlich und liebevoll.


Loreleis Mann hat, während Lorelei ihre Freundin noch positiv auf die Schwangerschaft einzustimmen versucht, nach Werkzeug gesucht und den Entwurf des Zeugnisses gefunden.

Man hört die Richterin, wie sie den Brief von Lorelei vorliest, und sieht derweil Christopher, wie er den Block mit dem Entwurf mit sich durchs Haus trägt, und dann sieht man Lorelei von ihrer Freundin zurück kommen. Sie geht, plappernd und suchend, durchs Haus und findet Christopher am Küchentisch. Der macht ihr eine Riesenszene- inklusive aller Du-Liebst-Mich-Nichts die man sich vorstellen kann- und verschwindet.

Bitte?

Noch während man bereits ahnt, dass Christopher da gerade den Text des Leumundszeugnisses vor sich hat, hab ich mir überlegt, wie ich reagieren würde. Und ich hab die ganze Zeit darauf gelauert, dass dieser Brief irgendwas Kompromittierendes an sich hat, was mein eifersüchtiges Ego auf den Plan rufen würde. Nope, nichts davon. Im Gegenteil. Und, ehrlich? Ich wäre sehr, sehr stolz auf einen Partner, der in der Lage wäre, von einem oder einer Ex so positiv zu berichten. Und jetzt frag ich mich:

Sollte diese Szene zeigen

a)dass Lorelei naiv ist und unberechenbar?

b)dass Christopher ein mieses Würschtchen ist?

c)dass man sich, wenn man einen Ehemann hat, niemals bei sowas erwischen lassen sollte? Also bei positiven Gefühlen in Bezug auf andere Menschen?


Ich hab insgesamt den Eindruck, dass Frauen in dieser Folge als naiv und chaotisch und Männer als blöd und unverantwortlich dargestellt wurden. Aber vermutlich geht’s darum.


Oder bin ich nur zu deutsch und seh wieder hinter jedem Busch eine Verschwörung?


Wunderts jemanden, dass der Wein mir deutlich zugerufen hat: „Trink mich?“


Er war übrigens gut, der Wein. Kein Kater, bis auf die drei mit Fell.


Einen schönen, erholsamen und erfolgreichen Samstag wünsche ich uns allen.

Freitag, 4. Januar 2008

Nebenwirkungen...

vom Weniger-und-bald-Nicht-mehr-Rauchen:

Die Zeit von "Vernunft" zu "Amok" verkürzt sich auf ungefähr 2 Sekunden.
S. Post von gestern :-)

Donnerstag, 3. Januar 2008

The times, they are a’ changin’

Seit vorgestern morgen um 0.00 Uhr ist auf Veranlassung der obersten Geschäftsführung in unseren Betriebsräumen das Rauchen verboten. Da wird dann dem Nichtraucherschutz mal ein bisschen Vorschub geleistet.
Hier in meiner Ecke des Firmenuniversums gab es bis zum 31.12.07 vier Raucher- und drei NichtraucherInnen, eine Insel der Nikotinseligen, sozusagen. Inzwischen gibt es immer noch vier Raucher, davon ist einer noch im Urlaub (Feigling!) und der Rest mittlerweile wieder an Bord. Ohne Inbetriebnahme des Aschenbechers.
Wir dürfen draußen rauchen, in einer zugigen Ecke auf dem Parkplatz und neben den Müllcontainern, wenn wir das wollen.
Unser Zeiterfassungssystem ist gnadenlos wie die Nikotinsucht und lässt sich keinen minutenlangen Ausreißer entgehen. Draußen rumstehen erzeugt somit „negative“ Arbeitszeit.
Müll runter bringen dürfen wir aber immer noch ohne Stechuhr. Hat jemand noch Altpapier, bitte?

Ich hab immer gesagt, dass ich mich nicht draußen stehen sehe. Abgesehen von dem jämmerlichen Bild der obdachlosen Nikotinsüchtigen, zu dem ich nicht beitragen will, habe ich keine großartigen Überstunden zu verschenken.
Die Herangehensweise der Raucher hier im Haus an das seit Monaten angekündigte Rauchverbot ist weit gefächert.
Da sind die, die schon vor Wochen aufgehört haben- zugegeben, wenige. Man kann ihren Erfolg mit „aufgehört und zugenommen“ zusammenfassen.
Einige wollten aufhören, und haben sich dafür den 31.12.2007 als Stichtag ausgesucht. Die haben es in der Mehrzahl nicht geschafft. Je nach Veranlagung stehen sie entweder draußen herum bei aktuell minus fünf Grad Celsius, oder sitzen, kribbelig und schlecht gelaunt, an ihren Rechnern.

Dann gibt’s die, die mal sehen, wie es klappt, im Büro einfach nicht zu rauchen. Zu denen gehöre ich.

Gestern habe ich es immerhin geschafft, morgens vor der Arbeit und dann erst wieder im Anschluss daran zu rauchen. Es ist mir, ehrlich gesagt, auch nicht besonders schwer gefallen.

Ich weiß, dass es mir nie was ausgemacht hat, an Orten nicht zu rauchen, an denen es einfach nicht geht. Museum. Theater. Kirche. Krankenhaus. Kino. Insofern bin ich da sehr guter Hoffnung, dass ich auf diesem Wege entweder nur tagsüber oder sogar ganz aufhören kann. Ich würde es mir wünschen!
Und ich frage mich, was eigentlich mit unseren Nichtrauchern hier in der (relativ abgeschlossenen) Ecke unseres Gebäudes ist. Da die lange Zeit ordentlich von vier Rauchern zugequalmt wurden (einen Dank noch mal an eure jahrelange Toleranz) haben sie ja, legt man die einschlägige Literatur zugrunde, passiv geraucht, und das seit Jahren.
Wenn Nikotin so süchtig macht, haben die Nichtraucher dann jetzt auch Entzugserscheinungen? Wenn nicht: Warum stellt sich unsereiner eigentlich so an?
Geht’s doch nur um intrapsychische Mechanismen? Bildet man sich Nikotinsucht etwa nur ein?
Hat sich jemals jemand diese Frage gestellt? Die nach dem Suchtpotenzial des Passivrauchens, meine ich?

Aber egal. Das Problem kann ich nicht lösen, und ich will es auch gar nicht.
Viel interessanter ist für mich die folgende Entwicklung: In Kneipen und Restaurants ist das Rauchen demnächst auch verboten, und mein innerer Bildgeber sah schon die halbe Republik draußen stehen, bei Regen und Wind unter Pavillons, gewärmt vom glühenden Widerschein der Wärmepilze.
Eine Unterhaltung darüber am gestrigen Tag brachte einen selbstgefälligen Zug in das Gesicht meines Gesprächspartners (die Sorte Gesichtsausdruck, die bei frisch entziehenden Nikotinsüchtigen den Wunsch nach einer rechten Geraden auslöst).
Mein Gegenüber lächelte milde, und sagte dann mit Genugtuung: „Wärmepilze sollen auch verboten werden“.

Meines Erachtens gehört exakt diese Sorte weichhirniger Besserwisser und mental verbeamteter Vorstadt-Mütter nicht nur verboten- sie gehört weg gesperrt. Für immer. Zusammen mit ihresgleichen dürfen sie dann gern weiterhin versuchen, die Welt zu behandeln, als wären außer ihnen nur Zweijährige unterwegs.

Die Sorte Leute hat die Political Correctness erfunden, den Warnhinweis auf der Kaffeetasse und die neue Deutsche Rechtschreibung sowieso.

Und diese Menschen glauben, dass sie Kinder schützen, wenn sie den Eltern das Rauchen in der Wohnung verbieten.

Diese Leute halten das dumme, vorlaute Maul, wenn sie irgendwo Prügel oder Übergriffe sehen- aber dafür stellen sie einen Teddy und ein Schild mit „Warum?“ an die nächste Hauswand, hinter der ein Kind totgeschlagen wurde.

Für diese Sorte Leute ist eine bundesweite Tempo-Dreißig Zone schon ein Lebensziel.

Ich halte sie für gefährlich, auch wenn ich das nicht belegen kann… vielleicht schon allein deshalb, weil sie bei mir, mit Mitte 40 und eigentlich nicht auf den Kopf gefallen, den Wunsch nach riskantem Leben hervorrufen.
Nach Tempo 200 auf der Autobahn, nach Sushi, unpasteurisiertem Weichkäse und gespritztem Obst, gefolgt von einem Absinth-Rausch und Sex ohne Gummi. Mit mehreren Partnern. Gleichzeitig.
Und -Höhepunkt des leichtsinnigen Daseins- nach dem Verzehr auf Holzkohle gegrillten Schweinefleischs und dem Absingen schmutziger Lieder öffnen wir gemeinsam einen E-Mail-Anhang.
Und rauchen dazu einen Joint.
Und das, obwohl KINDER IN DER GLEICHEN STRASSE WOHNEN.

Jawoll.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Ähem.

Derdiedas vorherige Post hat mich daran erinnert, dass ich selbst massenhaft Gewicht zu verlieren habe. Laut zuverlässigen Quellen hat mein BMI die Grenze zu „stark übergewichtig“ überschritten. Vielleicht rührt daher mein Unglaube, was die Äußerung meiner Freundin betrifft, Projektion und so weiter.
Es gibt Spiegel, in die zu schauen mich immer erschreckt, aber ich kann es auch nicht lassen.

Das ist so ähnlich wie der Anblick eines extrem schlecht angezogenen Menschen auf der Straße. Man will nicht hinsehen, aber man kann einfach nicht anders. Das Mädel letztens, zum Beispiel. Knapp einssechzig groß, mit einer Doppel – D - Oberweite gestraft, und der Rest war auch beträchtlich üppig. Sie schien sich dessen nicht recht bewusst zu sein. Denn ihr Pullover, der die Anhänglichkeit einer Wurstpelle hatte, war nicht nur quergestreift, sondern auch noch gerafft. Zwischen diesen eindrucksvollen Brüsten. Nunja. Dazu gabs unvorteilhaft an der dicksten Stelle der Oberschenkel gekrempelte Shorts (!) plus einer grob gestrickten Strumpfhose. Und Stiefeletten. Manche Dinge sind nicht einmal mit Jugend zu entschuldigen. Stiefeletten, zum Beispiel.
Jedenfalls MUSSTE ich dieses Mädchen anschauen, denn abgesehen vom Erheiterungsfaktor, der nicht unbeträchtlich war, tat sie mir leid. Ich weiß wie es ist, wenn man neue Sachen anzieht und damit stolz von zu Haus startet, nur um kurze Zeit später in einem Spiegel… na, ihr wisst schon.
Das hat nichts mit Übergewicht zu tun, sondern mit Ästhetik. Meinetwegen kann jeder soviel Kilos mit sich rumschleppen, wie er will. Davon ist MEIN persönliches Wohlbefinden nicht abhängig. Aber bei so mancher Kleidungsauswahl, Mode hin oder her, überläuft es mich kalt. Die junge Frau vor ein paar Monaten, die mit dem Mini, die sich mitten in der Fußgängerzone nach ihrem Feuerzeug bückte und bei allen umstehenden Menschen, Frauen eingeschlossen, für Staunen sorgte. Sie trug nichts drunter. Nichts. Okay, vielleicht einen Fell-String, das war ohne Nahkontakt nicht zu unterscheiden.
Auch der Mann, der mich vor kurzem in meinem Büro aufsuchte. Der war schlank und so, aber der Fallschirmseiden-Jogger in psychedelischen Farben und der Aromen-Mix aus Schweiß, Zigaretten und ewig nicht geputzten Zähnen war heftig.
Wie gesagt - Ästhetik.

Jedenfalls habe ich beschlossen, dass sich etwas ändern muss. Ernährungstechnisch, meine ich.
Neue Kleidung kommt erst danach. Nach den 20 Kilo, die ich mir vorgenommen habe.
Keinesfalls kann man den Herbst als zum Abnehmen geeignete Jahreszeit bezeichnen, jeder kennt die langen Abende, an denen man schaudert, wenn einen nur der Gedanke an „Umziehen und zum Sport gehen“ streift. Ausrufungszeichen optional.
Auf der Couch sitzen, stricken und dabei an irgendwas knabbern, vorzugsweise fettig und/oder süß, ist die Aussicht, die einen über den Abend bringt. Ein Salat wärmt irgendwie nicht richtig, und ein Auflauf ist die sympathischere Alternative. Alles in Allem. Und mit Käse überbacken.

Befeuert von den Fotos (einige waren noch keine 25 Jahre alt, sondern sechs oder so),
werde ich also meine Reise starten. Weniger essen, gesünder essen, mehr Sport. Und…



tadaaa….



Keine Zigaretten mehr. Letzteres werde ich erst in Angriff nehmen, wenn die aktuelle Dose Tabak leer ist. Ich drehe selbst, und kaufe immer diese praktischen Riesendosen, ansonsten ist Rauchen schon lange unbezahlbar. Es sind noch 100 g drin.

Auf gehts.