Samstag, 16. Oktober 2010
Li-ly-Lieblingsbeschäftigungen
Freitag, 15. Oktober 2010
Wie in alten Zeiten.
Donnerstag, 14. Oktober 2010
Abgründe!
Sei es, dass er im Grunde bereits ein etwas grüner Geselle ist, sei es, dass ihn die zunehmend engeren Wohnbedingungen zu derartigen Spielchen treiben- er ist es leid, vollkommen nutzlose Tütchen mit jeweils acht Keilrahmenspannholzkeilchen in ihren Ziplocs vom Rahmen zu reißen und eine Deponie damit anzulegen, nur um sie später weg zu werfen oder in allen möglichen Taschen, Körben oder Malutensiliensammelstellen wieder zu finden.
Der Käufer beginnt, sich Gedanken darüber zu machen, wieviel Bäume für die Produktion der Keilrahmenspannholzkeilchen ihr arboretisches Leben ließen, und fragt sich, ob er diesen weltweiten Ausverkauf von Biomasse für die Produktion derart bedeutungsloser Zubehörteile weiter tolerieren kann. Kurze Zeit später dann berichtet die Aktuelle Stunde über den verrückten Maler aus G., der es sich zum Lebensziel gemacht hat, aus Keilrahmenspannholzkeilchen unter Zuhilfenahme von Klebstoff eine Skulptur gegen die Verschwendung von unschuldigem Holz zu erstellen.
Zermürbt und süchtig von Klebstoff, wird der Ehrgeizige nach Ablauf aller Einspruchsfristen in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Zum Zwecke der diesbezüglichen Unterbringung wird es eines Morgens an seiner Tür klingeln. Nachdem sich der Ehrgeizige seine taumelnde Bahn durch Berge kleiner Ziploc-Tütchen mit ihr-wisst-schon-was-drin gebahnt und dem vermeintlichen Boten des Malbedarfgroßhändlers die Tür geöffnet hat, werden freundliche junge Männer in sauberen weißen Kitteln ihn in eine beruhigende Zwangsjacke verpacken und unter beruhigendem Auf-ihn-ein-Reden in einem beruhigend unauffälligen Lieferwagen parken. Kopfschüttelnd werden diese jungen Männer in ihrer Mittagspause den Kollegen von der Wohnung berichten, in der es nach Klebstoffen stank, und in der überall kleine Holzstückchen herumlagen.
Der Malbedarfsgroßhandel, schwer ächzend unter den Bedingungen eines angespannten Marktes, geriet ins Trudeln und in der Folge in die Pleite, weil der Ehrgeizige seine Rechnung nicht mehr zahlen konnte.
Die Banken, die bis dato in der Hoffnung auf die fortgesetzte Produktion von Keilrahmenspannholzkeilen die holzverarbeitende Industrie gestützt und mit immer neuen Krediten die Beschaffung von Ziploc-Tütchen erst ermöglicht hatten, wurden innerhalb kürzester Zeit in diesen Abwärts-Strudel hineingezogen.
Mit ihnen fiel der Minister für die Bankenaufsicht, und der für die Regulierung der Erzeugnisse der petrochemischen Industrie zuständige Innenminister der Landesregierung musste seinen Rücktritt erklären.
Schönen Tag zusammen!
Lily
Dienstag, 12. Oktober 2010
Das Geheimnis
meiner Fotos- ist eigentlich keines. Time meinte in ihrem letzten Kommentar, dass ihre Bilder immer nichtssagend seien. Abgesehen davon, dass das nicht stimmt (ich hab schon einige besonders schöne Bilder von ihr gesehen) ist es auch rein technisch nicht schwierig, die Aussagekraft der eigenen Bilder zu erhöhen.
Am Anfang steht die Kamera- ein bisschen mehr als Ritschratschklick sollte sie drauf haben, sonst ist das Fotografieren ein Glücksspiel- und dazu ist das Hobby doch ein bisschen zu teuer. Ich habe neben der 450 D noch eine Canon Powershot, das ist eine kompakte Digitalkamera, und in der Ecke liegt noch eine Olympus der ersten Jahre, die aber nicht viel taugt, weil sie einfach endlos lang braucht, um sich in einen fotografierfähigen Zustand zu versetzen.
(Die Powershot ist grad im Ausleih bei meiner Mutter, die damit gut zurecht kommt)
Eine kurze Wieder-Bereit-Zeit ist von Wichtigkeit, wenn man Menschen oder Tiere fotografieren will- das mache ich auch, aber ich poste keine Bilder mit Menschen drauf.
Für die Art Fotos, die hier erscheinen, benutze ich die digitale Spiegelreflexkamera meist mit dem Telezoom mit 55-250 mm Brennweite. Das reicht aus, um sehr stark zu vergrößern, um z. B. Pflanzenteile auch ohne Makro scharf in den Vordergrund zu nehmen. Für Landschaften ist das auch ganz gut, nur bei Architektur hätte ich gerne ein Weitwinkel, um ein bisschen mehr in die Breite gehen zu können. Vielleicht schenkt mir wer die 700 €, die ich dafür brauche? Spaß beiseite.
Wenn ich fotografiere, überleg ich mir bei jedem Bild, was genau drauf sein soll. Ist es ein kleines Detail, versuche ich es bildfüllend draufzukriegen. Mit dem Tele ist dann automatisch der Hintergrund verschwommen.
Ist es ein Tier oder ein Mensch, dann gilt dasselbe- möglichst bildfüllend, das verhindert auch das Auftreten von Störmotiven, wie z. B. Straßenschilder, Hochspannungsmasten, andere Leute oder Zäune oder so.
Bei Fotos im Zoo stelle ich die Kamera um auf manuellen Fokus, dann kann man auch durch Zäune hindurch fotografieren, die dann, weil außerhalb des Fokus', so gut wie nicht auffallen. Auch nicht ganz saubere Glasscheiben an Tiergehegen irritieren den Autofokus, den man dann auch abstellen sollte.
Das funktioniert nur nicht bei schnell laufenden oder fliegenden Tieren, da ist man mit dem manuellen Scharfstellen nicht schnell genug.
Bei der 450D ist trotz aller Beschränkung auf bildfüllende Motive das, was nachher auf dem Bild ist, mehr als das, was man im Sucher findet. Ich benutze übrigens IMMER den Sucher, und nie das Monitorbild zum Auswählen eines Motives, weil ich nicht in der Lage bin, an zwei ausgestreckten Armen die Kamera so ruhig zu halten, dass auch etwas dunklere Motive nicht verwackeln. Abgesehen davon sieht das einfach nur Scheiße aus. Das vermeide ich sehr gerne.
Sofern man nicht bildfüllend fotografieren konnte, schneide ich das fertige Bild mit Picasa, manchmal muss ich es geraderücken oder die Farben etwas lebhafter gestalten- das mach ich alles mit Picasa. Fotoshop wäre besser, weil man da wirklich ins Detail gehen kann, aber ich beherrsche das Programm nicht, und ich hab es auch nicht. Picasa ist von Google, kostenlos und reicht für meinen Geschmack vollkommen aus.
Die meisten Leute gehen anschließend mit einer Software über ihre Bilder, und warum auch nicht?
Es macht Sinn, sich ein Buch über seine Kamera zu kaufen, wenn es eines gibt. Da die 450D sehr verbreitet ist, hat mein bestester Freund mir zu Weihnachten ein EInsteigerbuch geschenkt, und ich hab mich damit beschäftigt, weil ich nicht immer zufrieden war mit den Bildern, aber nicht wusste, wie ich das ändern soll.
Oft ist mir aufgefallen, dass ich besonders kalte Rottöne nicht wirklichkeitsgetreu wiedergeben konnte, das wurde gern zu gelblich, und das hat mich geärgert. Auch, dass kleine, helle Motive vor einem dunklen Hintergrund immer ausdruckslos waren- da hab ich dann im Buch gelesen, dass die Kamera sich bemüht, die Lichtmenge, die sie "sieht" zu optimieren, und bei hellen Motiven vor dunkler Kulisse letztere aufhellt. Zwangsläufig werden helle Bildbestandteile dann zu einem weißen Matsch. Dagegen kann man die Kamera programmieren- außer dem Automatik-Modus hat sie nämlich noch weitere Möglichkeiten, wie man Teile der Einstellung gezielt verändern kann. Ich hab einen Modus so programmiert, dass die Kamera bei hell-vor-dunkel-Motiven unterbelichtet. Das bedeutet, dass der Hintergrund dann nichtssagend schwarz wird, aber die Strukturen des hellen Zentrums erhalten bleiben. Damit hat man dann auch die Möglichkeit, dunkle Wolken mit gleißenden Rändern sauber aufs Bild zu kriegen, oder die ersten Buchwindröschen im Frühling im dunklen Wald.
Um auszuprobieren, was richtig und was falsch ist, mache ich meist mehrere Bilder, oft zehn oder noch mehr von einem Motiv, mit verschiedenen Einstellungen. Das ist inzwischen weniger geworden, weil ich jetzt schon vorher weiß, wie ich die Einstellungen wählen muss.
Lichtmangel versucht die Kamera in manchen Einstellungen auch mit dem Blitz zu korrigieren. Das geht oft schief, weil der Blitz harte Schatten zaubert (bei Porträts total übel), und weil Bilder mit weggezwungenem Blitz oft zu lang belichtet werden müssen- aus der Hand allein wird das meist unscharf. Bei Zuhilfenahme eines Stativs ist dann das Bild oft gelblich, weil das Umgebungslicht kein Weiß mehr darstellt- das muss man ausprobieren, und irgendwie das passende Licht finden, ohne das es Schatten gibt- ein weißleuchtender Deckenfluter, den man an einer hellen Wand reflektieren lassen kann, gibt oft viel angenehmeres Licht und das in ausreichender Menge.
Insgesamt behelfe ich mir oft mit irgendwelchen Tricks. Aber am wichtigsten ist, den Blick zu schulen, und Details auch zu sehen, wo sie einem begegnen. Noch viel tausendmal wichtiger ist es allerdings, die Kamera eigentlich immer mitzunehmen... wobei es oft auch gut tut, sie zuhause zu lassen, und einfach mit allen Sinnen zu genießen, was die Umwelt hergibt.
Ach ja- und anschließend die Karte zu entleeren und die Bilder auf dem großen Monitor anzuschauen und zu selektieren ist eines meiner größten Vergnügen. Wenn man das nicht gern macht, wird die Bildqualität nicht besser werden. Nur dabei kann man nämlich seine Fehler sehen und draus lernen.
Also los, schnappt euch die Kameras und geht dem Herbst nach...
Lieben Gruß
von
der Lily.
Montag, 11. Oktober 2010
Gestern in Solingen
Gestern hat das schöne Herbstwetter zugeschlagen, und mich (okay, auf Elenas Einladung hin) in die wunderschöne Gegend rings um Schloss Burg in Solingen gelockt. 60 Kilometer von hier, und eine komplett andere Welt. Unser Spaziergang durch das Tal der Wupper dauerte zwei Stunden- nicht nur, weil ich ständig fotografiert habe, sondern auch, weil die Strecke für mich Flachlandbewohner teils recht anstrengend war.
Einen schönen Start in die Woche Euch allen!
Lily
Samstag, 9. Oktober 2010
Freitag, 1. Oktober 2010
Der Ernst des Lebens.
Heute fange ich wieder an zu arbeiten, nach vier Monaten Pause, und zwar an einem neuen Arbeitsplatz, in einem neuen Sachgebiet und einem neuen Amt.
Donnerstag, 30. September 2010
Freitag, 17. September 2010
Rätsel der Zivlilisation, Teil 1
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Donnerstag, 16. September 2010
21 Tage
Abschied, Anfang, Alltag.
Das waren die ersten A-Wörter, die mir in den Sinn kamen, als ich vor inzwischen drei Wochen wieder das Licht der Welt erblickte.
Das „Licht der Welt“ ist schon vollkommen richtig, denn so wirklich in der Welt war ich in Pröbsting nicht. Man läuft anders durch die Gegend, man redet, denkt, träumt und argumentiert anders, wenn man den Blick überwiegend nach innen richtet.
Was fühlst du? Ist die Frage, die am häufigsten gestellt wurde, und auf meine Antwort hin kam dann oft die Gegenäußerung: „Scheiße“ ist kein Gefühl.
Auch „schlecht drauf“ ist kein Gefühl.
Aber Glück, Angst, Einsamkeit, Nähe, Kälte, Gut-Aufgehoben-sein, das sind alles Gefühle. Es ist beklemmend, wenn man von seiner Therapeutin eine „Liste möglicher Gefühle“ bekommt, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, aber so viel Emotionen auflistet, die man schon lang nicht mehr hatte.
Ich bin immer noch nicht richtig wieder zu Hause.
Meine Menschen aus dem Krankenhaus fehlen mir, die, die ohne zu zögern, ohne zu fragen und vor allem ohne Urteil einem weinenden Mitmenschen die Hand auf die Schulter legen und die Papiertaschentücher reichen. Die nicht wegsehen, wenn es jemandem schlecht geht, die weder sagen „Lass dich nicht so hängen“ noch „So langsam müsstest du aber mal wieder lachen können“.
Das Alleinsein nach so langer Zeit unter Menschen ist hart, und ich habe keinen Schimmer, wie ich das besser machen kann- jeder Besuch bei den Leuten, die in meiner Nähe wohnen, bedeutet wieder Abschied, wenn ich fahre. Jedes Telefonat hat ein Ende, unser Alltag hat uns wieder. Niemand wurde gesund entlassen, meist nur mit einer nicht mehr schweren, sondern einer nur noch mittelgradigen Depression. Mit Nortriptylin, Fluoxetan, Citalopram, Amitriptylin, Benzodiazepinen im Gepäck, und einer Sortierungsschachtel für die Pillen, wie sie sonst nur Omas haben.
Die ersten meiner Menschen denken darüber nach, wieder zurück zu gehen, denn sie werden mit ihrem Leben nur schwer fertig. Viele von ihnen sind einsamer, als man sich das vorstellen möchte, auch und gerade wenn andere Leute um sie herum sind. Viele müssen immer noch die Krankheit verbergen, um ihre Arbeit nicht zu verlieren und nicht im Zentrum des Klatsches und Tratsches zu sein. Das kostet zusätzlich Kraft, die kaum vorhanden ist, und die man so nötig für andere Dinge braucht.
Ich will ein paar Wahrheiten nicht vergessen:
-Depressionen sind real, sie verzerren die eigene Sicht der Dinge- das Leben fühlt sich scheiße an, auch wenn die Umwelt meint, das sei es gar nicht.
-Es gibt das, was meine Therapeutin eine depressive Gedankenkaskade nennt. Danach sollte man in sich Ausschau halten, um sie gleich im Keim zu ersticken, denn sie hat nichts, aber auch gar nichts mit der Realität zu tun.
-Vor einer Depression kann man nicht davon laufen, aber wenn man in Bewegung bleibt (tatsächlich in Bewegung), dann kann sie nicht so schnell andocken.
-Ebenso haben Depressionen wenig Platz in einem gut strukturierten Alltag. Strukturen sind der Leuchtturm, der noch funktioniert, wenn alle anderen Lichter verloschen sind.
Wichtig ist nur, dass alle Teile von uns in dieser Struktur zu ihrem Recht kommen. Sonst sind sie dazu verurteilt, ein Gefängnis zu sein und keine Stütze.
Der Herbst ist da.
Lily
Sonntag, 12. September 2010
Fehlleistungen
Als da wären:
--Heute morgen auf dem Weg zum Sport ein Schild, auf dem stand: Muskelkater im Revier.
--Das gestrige Posting, das wohl den Eindruck vermittelte, ich hörte Stimmen.
Nun hab ich das immer abgestritten, konsequent und schriftlich noch neulich, beim Ausfüllen der elfunddreißig Anamnesebögen, Psychotests und dergleichen.
Inzwischen ist jedoch eine Erkenntnis gereift: Ich höre Stimmen. Zwar sind keine Personen anwesend, aber technisches Zeugs, das Stimmen und andere Klänge überzeugend darzustellen vermag. Ich höre sogar Yodas Stimme, liebste Svenja, denn ich habe sie mir aus dem Netz heruntergeladen, als Gimmick für das Navi. Das wiederum hat mir mein kleiner Bruder geschonken, dem ich mal wieder Dank schulde, denn es gibt nichts schöneres, als bei der Ankunft zu hören: „Nach dreihundert Metern du dein Ziel erreicht hast. Kraftvoll du geworden bist!“
Und obwohl ich auch immer mit Vergnügen lese, wenn irgendein hirnloser Navi-Folger mal wieder im Wasser gelandet ist, so lasst euch sagen, liebe Leute: Ohne Navi bin ich eine Gefahr für diese schöne Welt. Vor ein paar Tagen hab ich mich derart gründlich in Bochum verfahren, dass ich für die gar nicht so lange Strecke über eine Stunde gebraucht habe.
Mal abgesehen vom Spritverbrauch- mich beruhigt es nicht, wenn ich daran denke, dass vermutlich noch mehr Leute unterwegs sind, beide Hände um das Lenkrad gekrampft, Schweiß auf der Stirn und immer nur mit einem Auge auf der Straße, weil das andere versucht, den Zettel auf dem Beifahrersitz zu lesen. ( Der ist- per default- auf einem miesen Drucker mit ersterbender Schwarzpatrone erstellt, und das ist einfach so. Kosmische Strahlung.)
Ganz zu schweigen von dem Erlebnis vor vier Wochen, als ich trotz Ausdruck einer Wegbeschreibung eine Stunde lang in einer Mittelstadt in der Nähe herumgekurvt bin, und schließlich mit meinem verpassten Termin wieder zurück fahren musste. Die Innenstadtstraßen in dieser netten Stadt trugen sämtlich keine Namensschilder. Echt geglückt, meine lieben Herren vom Tiefbauamt, oder wer immer in Bocholt für die Beschilderung der Straßen zuständig ist. Wenn ihr selbst nicht wisst, wie das Stück Fußgängerzone da vor euch heißt, gebt eurem Herzen einen Ruck und fragt einfach. Aber passt auf, dass das nicht auf dem belebten Innenstadtring nötig wird- da ist zu viel Verkehr, um mal eben anzuhalten.
(Ich hab sogar gefragt, dreimal, und bin dreimal in eine andere Richtung geschickt worden. Da kommt Freude auf!)
– Weitere Fehlleistungen:
Beim gestrigen Treffen zum ergotherapeutischen Malen im Atelier einer befreundeten Malerin (s. hier) habe ich, eingedenk eines Stapels mit Acrylfarbe eingesauter Jeans, eine Schürze mitgenommen, die sogar zum Einsatz kam- nur, um dann beim Herumsauen mit besagter Farbe weiträumig umgangen zu werden. Diesmal hab ich mir die Unterarme sowie die Hosenbeine knapp überm Saum verschmiert. Super. Die dunkel-lila Farbe klebte heut morgen noch am Arm, die weiße dafür unten am dunkellila Hosenbein. Aber im Schwimmbad ist die Farbe am Arm wenigstens abgegangen.
Vermutlich krieg ich zur Belohnung ein bisschen Muskelkater im Revier. Wer weiß das schon?
Einen schönen Sonntag,
wünscht
die Lily
Freitag, 10. September 2010
Die Wende
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Montag, 30. August 2010
...ich liebe es.
Ich find es unglaublich praktisch, wenn man von den Leuten, deren Webshops man besucht hat, Passwort und Kennung noch mal per Mail übersandt bekommt. Total praktisch ist aber diese datenschützerische Maskierung meines Passworts, von dem ich euch nur verraten kann, dass es KEINE Reihe Sternchen ist.
Manchmal fragt man sich, wo die Leute ihr Hirn aufbewahren. Ganz normal an Ort und Stelle kann es echt nicht sein.
Meint
Die Lily
Samstag, 28. August 2010
Kein Titel, da mir keiner einfällt.
Seid Ihr auch alle da?
Katzi ist auf (beinahe?) allen Bildern Elenas vorhanden, als guter Schutzgeist und naiver Betrachter gleichermaßen.Ich habe viel Spaß gehabt, als ich die Bilder fotografieren durfte- und dabei wieder viele Einzelheiten entdeckt, die ich bis dahin nicht bemerkt hatte.
Ein wirklicher Trost ist das, was mir zum Abschluss gesagt wurde:
Liebe Leute, die ihr mir die Stange gehalten habt:
Freut euch mit mir, ich bin zu Hause.
Liebe Grüße, und ein schönes Wochenende,
die Lily
Samstag, 14. August 2010
Notizen aus der psychiatrischen Provinz:
( A.H. aus E., als ich sie beim Frühstück zuerst nicht verstanden hatte).
Ihr alle solltet immer dran denken: Sonne macht albern. Aber Tabletten auch :-)
Sonntag, 1. August 2010
Immer diese Lebenszeichen.
Hallo und guten Morgen, zusammen,
ich danke euch allen für die lieben Kommentare- schön, dass ihr noch vorbei kommt und lest. Ich finde es zur Zeit schwer genug, etwas zu schreiben, und da ist es besonders gut, wenn man darauf eine Reaktion erhält.
Dass ich so kurz nach dem letzten Posting schon wieder etwas einstelle, liegt am sogenannten Belastungsurlaub- ich bin zu Hause, bis heut mittag. Urlaub bis zum Wecken, sozusagen. Und hier zu Hause ist das Internet irgendwie doch recht viel fixer.
Der Belastungsurlaub trägt seinen Namen zu Recht. Eines der Hauptprobleme, an denen ich derzeit arbeite, ist meine mangelnde Strukturbereitschaft, also die enormen Schwierigkeiten, die ich habe, eine gewisse, für meine diversen Gebrechen überlebensnotwendige Regelmäßigkeit in meinen Alltag zu bekommen, ohne dass das aufgesetzt oder übermäßig durchgeplant oder purer Zwang ist. Da ist allein die Aussicht auf ein Wochenende, bei dem ich allein dafür sorgen muss, dass ich regelmäßig zu Essen bekomme, ein Schauerstück. Zu Beginn des Klinikaufenthaltes bekam ich erstmal einen Essplan, an den ich mich halten musste. Schließlich bin ich nicht nur wegen Depressionen und Burnout, sondern auch wegen des Binge-Eatings da. Ich war zu der Zeit gewohnt, am Tag entweder gar nichts zu essen (abgesehen von vielleicht einem Joghurt abends) oder wie die Gestörte, die ich da bin, Haufen von Zeugs in mich reinzustopfen, bis nichts mehr ging- doll sowohl für das Gewicht als auch für den Diabetes. Die haben sich auch folgerichtig bedankt bei mir und ein paar Probleme zusätzlich verursacht, nämlich mich auf mein beinahe-all-time-high von Kilos hoch gebracht und den Blutzucker unvorhersehbar. Meine erste Reaktion war Panik- vier Mal am Tag essen? Wie soll ich das Binge-Eating denn damit in den Griff kriegen? Ich hab mit zusammenbrechenden Waagen einerseits und mit durchgehungerten Nächten andererseits gerechnet, denn hier zu Hause hab ich abends ab acht das erste Mal gegessen. Und nun, mir, der eingefleischten Nicht-Frühstückerin, um acht Uhr morgens erst den Kaffee und einen Naturjoghurt mit Leinsamen aufzudrängen, und abends um sechs das letzte zu Essen? Hilfe.
Jedoch hat mich die erste Woche schon beruhigt- die Waage am Montag morgen zeigte anderthalb Kilo weniger.
Inzwischen sind es fast sieben. Ich esse viermal am Tag moderate Mengen, bewege mich allein schon deshalb, um von Therapie zu Therapie zu kommen, und gehe täglich eine Stunde schwimmen. Morgens gehen eine besonders geliebte Mitpatientin und ich um den See, und alles das zusammen hat nicht nur zu weichenden Kilos geführt, sondern auch, oh Wunder, zu einem Zuwachs an Muskeln, den ich bisher noch nicht hatte.
Die Woche sieht demnach 7 Gänge à 2,5 km, 7 Stunden Schwimmen, drei Mal Tai Chi, drei Mal Wirbelsäulengymnastik und einmal Wassergymnastik vor, akzentuiert durch die mörderischen Treppen im Haus, die, da alt, keiner modernen Stufenhöhe frönen.
Das Essen selbst kann man nur köstlich nennen, und ich habe mich inzwischen sogar mit dem Joghurt angefreundet (sechs Esslöffel Magerjoghurt, drei TL Leinsamen, 1 TL Sesam, 1EL Honig- schmeckt supergut), sowie mit dem Salatbuffet mittags und abends. Gestern mittag hat mir der Salat gefehlt, ich hab einfach vergessen, mir einen zu machen, dafür hab ich das am Abend wieder gut gemacht.
Mein Speiseplan in der Klinik ist Gegenstand einer moderat geführten Diskussion, ich neige dazu, Teile auszulassen (das sind -tatsächlich- anorektische Verhaltensweisen bei mir, und auch reiner Trotz), das lässt man aber nicht zu. Merkwürdig ist jedoch, dass ich immer noch kein Hungergefühl habe, und das nach acht Wochen regelmäßigster Nahrungsaufnahme.
Meine teils anorektischen, teils bulimischen Mitpatienten sind essentechnisch kein bisschen mehr gestört als ich, und es ist immer noch verwunderlich, dass sich neunzehn- und zwanzigjährige junge Frauen und die ich in manchen Dingen so entsetzlich ähnlich sind.
Die Depressionen, die im Endeffekt zusammen mit dem Burnout dazu geführt haben, dass das Leben hier unerträglich wurde, sind immer noch da. Ich lerne, damit umzugehen, und langsam einzusehen, dass ich auch angenehme Dinge in meinen Alltag lassen kann, ohne dass mich dafür die Götter strafen werden.
Bisher ist das aber nur theoretisch, und findet allein schon durch die Klinik statt, deren schlichte Existenz für mich immer noch ein Segen ist.
Passend ist, dass es sich bei der Klinik um ein altes Herrenhaus handelt, samt Burggraben (das ist eine Gräfte, liebste Paula :-) ) und Schlosskatzen. Als ich da ankam, hätte nur eine Zugbrücke mich noch mehr Sicherheit spüren lassen können.
Der Selbstmord saß in den letzten Wochen und Monaten hier zu Haus beinahe täglich als Möglichkeit -und scheinbar guter Freund!- auf meiner Bettkante. Inzwischen steht er nur noch in der Tür, aber auch das ist noch nicht ganz vorbei. Meine Medikamente, mittlerweile durch noch ein weiteres Präparat ergänzt, sind ebenfalls dafür verantwortlich, dass ich aus dem Bett kann und etwas tun- und zusammen mit der neu zu findenden Struktur werden sie mich auf Dauer begleiten, denn laut ärztlichem Urteil sind die Depressionen bei mir eine Störung der Hirnchemie, die ich wenigstens teilweise geerbt habe. Diesen wird auch auf die Dauer vermutlich nur mit Psychopharmaka und Struktur (mein Gott, wie dieses Wort mich verfolgt!) zu beherrschen sein. Besonders positiv an der Klinik ist, dass ich dort Hilfestellung erhalte, um weitere, wichtige Schritte zu tun, wie zum Beispiel einen Verschlimmerungsantrag bezüglich der Feststellung einer Minderung der Erwerbsfähigkeit zu stellen, und Kontakt mit meinem Arbeitgeber bezüglich weiterer Schritte aufzunehmen. Ich kann diese Dinge dort beginnen, und das ist gut so. Viele Kliniken machen sich diese Mühe nicht.
Am besten ist jedoch, dass ich dort ständig mit Menschen zu tun habe, etwas, was in den letzten zwei, drei Jahren hier nicht mehr ging. Ich habe noch drei gute Freunde, und die hab ich ganz schön strapaziert. Meine Fähigkeiten, Beziehungen zu meiner Umwelt aufrecht zu erhalten, ist nicht sehr ausgeprägt, wie die Leute aus leidvoller Erfahrung wissen, denn plötzliche und unerklärliche Rückzüge sind immer wieder vorgekommen und sind bei sehr vielen Menschen nicht sonderlich beliebt.
Aber ich versuche, daran zu arbeiten. Es fühlt sich alles schon wieder sehr viel stabiler an, wie ich finde. Das ist gut, aber das ist noch nicht alles. Ich werde auch nicht gesund und munter aus der Klinik entlassen werden, aber gesünder.
Und das ist gut so!
Stets die eure
Lily
Donnerstag, 29. Juli 2010
Drei Wochen später.
Meine Zeit hier hat kein Ende, so scheint es. Morgen läuft die zweite Befristung ab, die durch die KV genehmigt wurde, eine dritte Aufenthaltsdauer von noch einmal 4 Wochen ist beantragt.
In den siebeneinhalb Wochen, seit ich hierher kam, hab ich viel gelernt, unter anderem, dass ich noch viel mehr lernen muss, um halbwegs gesund und unbeschadet in meinen neuen Alltag hineinzupassen, wie immer der auch aussehen mag.
Bis das soweit ist, wird noch viel Wasser die Gräfte hinunter geflossen sein, und ich hoffe mit allen anderen Patienten hier, dass dieses Wasser weniger mieft und stinkt als das, das sich zur Zeit in diesem Wassergraben befindet.
Pfui Spinne.
Bis das soweit ist, ein paar Bilder, sowie zwei hörenswerte Zitate:
"Heute hab ich entspannt wie verrückt!" (M.B. aus M.)
"Wenn ich ein Unterbewusstsein hätte, müsste ich das doch wissen!" (M.T. aus B.)
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So, und nu lockt das ausgesucht volle Programm der Klinik mit Tanztherapie- Hoch das Bein, zwei, drei.
Alles Liebe an Euch,
Lily
Mittwoch, 7. Juli 2010
Ich male, ergo bin ich.
Wie ihr seht, hab ich zu tun:
Aber es macht Spaß, und ich geb eine Menge Geld aus auf diese Weise, denn Ergo-Material muss selbst bezahlt werden. Aber trotzdem: Ich male. Ergo bin ich.
Schönen Restmittwoch,
dieLily
Montag, 5. Juli 2010
Notizen aus der Provinz
Nach längerem Schweigen melde ich mich heute mal wieder zu Wort- hier vergeht die Zeit wie im sprichwörtlichen Flug, und kaum ist der Montag vorbei, ist schon wieder Wochenende. Das liegt zum großen Teil an den vollen Wochenplänen, die uns gut beschäftigt halten. Montag und Freitag sind nett, da ist der Plan nicht ganz so voll, aber von Dienstag bis Donnerstag gilt „Früh anfangen, spät aufhören“, und wir haben von 7.45 bis 17.40 volles Programm, unterbrochen von einer Stunde Mittagspause. An den Abenden sitzt man hier gern draußen auf der Liegewiese, oder auf der Terrasse des Ergotherapie-Raums und redet, malt, bildhauert oder heult, ganz nach Geschmack. Ich hab schon soviel an Bräune abgekriegt wie seit Jahren nicht mehr, und rede hier auch soviel wie ebenfalls seit Jahren nicht mehr. Zwei meiner Mitpatientinnen sind mir so ans Herz gewachsen, dass ich sie als Freundinnen bezeichne- das ist was seltenes bei mir, und sie teilen sich den Titel mit nur zwei anderen Menschen. Leider ist eine von ihnen am Samstag entlassen worden, und die andere geht an diesem Wochenende nach Hause. Dann muss ich sehen, was sich hier so ergeben wird. Aber eigentlich sind alle hier nette Leute, die Krankheit verbindet irgendwie schon, und das Feeling von Klassenfahrt hat mich bisher noch nicht verlassen. Daran ändert auch die Visite nichts, die hier montags morgens durchrauscht, samt Chefarzt , Bezugstherapeutin und Oberschwester.
Da die drei jetzt gerade mein Zimmer verlassen haben, kann ich weiter berichten…
Um viertel vor Frühstück, unbeeinflusst von Kaffee und den warmen Brötchen, geht in der Kreisstadt die Fahne hoch, die da sagt: Wandertag in der Klapse. Dann marschieren wir einmal um den gegenüberliegenden See, zum großen Horror der Kanadagänse und des Fischreihers, die ihre Ruhe mehr lieben als uns.
Bisher musste ich immer hinterherrennen, weil meine chronisch gereizten Achillessehnen es einfach nicht gestattet haben, schnell zu laufen. Seit Freitag ist das anders: Da hat die Feldenkrais-Therapeutin mir mitgeteilt, dass sie meine Füße darüber informiert, dass sie auch anders laufen können. Und seither ist das Laufen so viel weniger schmerzhaft, dass ich heut morgen vor der Truppe hergerannt bin wie ein junges Reh. Ehrlich gesagt war ich so stolz, dass mir der Kaffee besonders gut geschmeckt hat. Für heute erwartet mich, nach der soeben absolvierten Visite, noch Psychotherapie-Gruppe, das Mittagessen (irgendwelche mit Bärlauch gefüllten Pasta-Hohlkörper), anschließend Entspannungsübungen, rezeptive Musiktherapie und zum Abschluss Wassergymnastik.
Irgendwann in dieser Woche habe ich eine traumatherapeutische Einzelsitzung probehalber, damit herausgefunden werden kann, ob ich stabil genug bin für eine längere Arbeit auf diesem Sektor- im Gegensatz zu einigen Mitpatienten, denen die Fakten ihres Lebens präsent sind, aber nicht die passenden Gefühle, sind bei mir ein Haufen mächtiger und negativer Gefühle vorhanden, aber keine diesen zugrunde liegenden Erlebnisse.
Morgen und Mittwoch sind die Highlights der Woche terminiert, nämlich Kunsttherapie (6 Einheiten je Woche, extrem anstrengend und fruchtbar), und nicht rezeptive Musiktherapie, bei der mich immer wieder wundert, dass eine Gruppe von Menschen auch ohne Instrumentenkenntnisse erstaunlich schöne Musik zusammen machen kann. Tanztherapie, Bewegungstherapie, Ergo und Einzelgespräche runden dann den Wocheninhalt ab. Ich hab inzwischen einige Bilder gemalt, auf die ich wirklich stolz bin, und zwei teure Specksteine auf ihre jeweilige Hälfte reduziert. Auf jeden Fall werde ich weiter malen, wenn ich zu Hause bin- das kann aber noch dauern… meine Therapeutin schätzt, dass ich Mitte bis Ende August wieder ausgewildert werden kann.
Wir werden sehen- und ich wünsche euch bis dahin, dass ihr auf euch aufpasst und einen schönen Sommertag genießen könnt- vielleicht auch zwei oder drei.
Bis bald,
sagt die Lily.