Dienstag, 29. September 2009
Fernerziehung
Montag, 28. September 2009
Die Wut
Es gibt keine schärfer schmeckende und keine bitterere Emotion für mich als Wut. Sie neigt dazu, sich tief in mich einzufressen, und dort zu vernarben und zu überwuchern. Trotzdem ist sie da, ist vielleicht präsenter als wenn sie an der Oberfläche bliebe, denn dort könnte ein Ausatmen sie wegwehen, ein Streicheln sie beruhigen, etwas Sonnenlicht sie ausbleichen und austrocknen lassen.
Wann immer ich in meinem Leben an einer Wand angekommen bin, an dem Punkt, an dem sich Hindernisse als unumgehbar gezeigt haben, habe ich sie gefunden, in den Fundamenten jeder Mauer.
Sie will nur eins: Ernst genommen werden.
Mal ehrlich: Wer will das nicht?
Es ist mal wieder so weit.
Willkommen, Wut.
Setz dich.
Und lass uns reden.
Sonntag, 27. September 2009
Neue...
Fotos bei Flickr. Ich habe die Wahlhelferpause heut nachmittag genutzt und bin nach Bottrop ins Südringcenter gefahren. Da hab ich letztens ein paar Tauben bei der Körperpflege an einer Fontäne gesehen- leider waren die vermutlich auch grad im Wahllokal und deshalb nicht unter der Dusche anzutreffen.
Ich fand es spannend, den Neubauten da mal etwas näher zu rücken.
Ansonsten: Meckert mich nicht an. Ich hab wen anderes gewählt.
Samstag, 26. September 2009
Zwischenergebnis, Teil eins
Freitag, 25. September 2009
Freitag Mittag, kurz vor drei.
Der Chef verabschiedet sich um 15.00 Uhr ins Wochenende.
Ich blogge.
Was tut ihr?
Kein Thema
Nicht mein Zeug: Provital Hähnchenbrustfilet mit Ananas. Rein vom MHD her noch haltbar (07.10.09), roch aber zuerst komisch beim Öffnen der Packung. Sonst sind diese Fleisch-in-Gelee-Aufschnitte ja oft eher säuerlich, die Sorte hier ist süß. Vermutlich wegen der Ananas. Aber das ist wirklich nicht mein Ding.
Ansonsten ist die erste, heftige Motivation den ersten, heftigen Anfechtungen ausgesetzt. Zum Beispiel durch den negativen vibe der im Schrank befindlichen Müsliriegel. Solcherart miese Einflüsse können einem das Leben schon sehr, sehr schwer machen.
Aber selbst dann, wenn man wie ich, schlussendlich dem durchdringenden delikaten Dröhnen der schokoladig verpackten Versuchung nachgibt und so lang zum Schrank geht, bis man bricht bis keine Riegel mehr da sind, kann man sich immer noch darüber freuen, dass man nicht 400 g Weingummi, sondern hundert Gramm Fürchterlich Gesundes Zeug gegessen hat.
Hier chez Lily herrscht eitel Freude über die Tatsache, dass am Sonntag wieder WAHLEN!!! sind. Sind es doch, tadaaa, die letzten dieses Jahres.
Irgendwie hat es etwas Beruhigendes, dass wir bereits zwei Wahltermine zum Üben hatten. Dann fällt das Umsortieren nicht so schwer:
Alle die Stimmzettel, auf denen die Erst- und die Zweitstimme unterschiedlichen Parteien gegeben wurden, werden nämlich zuerst nach Erststimmen und dann nach Zweitstimmen sortiert. (Und natürlich zwischendurch gezählt. Anders wär nämlich schlecht.)
Dann gibt’s da noch die Stimmzettel, auf denen eine der Stimmen ungültig, nicht abgegeben oder zweifelhaft ist. Die müssen ebenfalls umsortiert und nach verschiedenen Kriterien hingelegt, zusammengefaltet, gezählt, geheftet, in die Luft geworfen und mittels urzeitlicher Runen besprochen werden.
Oder so ähnlich.
Bundestagswahl ist Teufelswerk, ganz gewiss. Warum kann man nicht, wie bei den Kommunalwahlen, mehrere Stimmzettel haben? Die Leute, die sich das ausgedacht haben, wollen doch nur austesten, wie weit sie uns treiben können, und zu welchen Rückschlüssen man statistischerseits in der Lage ist.
Die wirklichen Gemischwähler (klassischerweise mit der FDP oder den Grünen als Zweitstimmempfänger) kann man nämlich nur ausfindig machen, wenn man nur einen Stimmzettel für beide hat. Es gibt Parteien, die sämtliche je errungenen Wahlerfolge Zweitstimmenkampagnen verdanken. Dass die wirksam sind, kann man in nennenswertem Umfang nur beweisen, wenn Erst- und Zweitstimmen auf einem Zettel sind.
Somit ist die Einzetteligkeit der Bundestagswahl auf eine Verschwörung zwischen Wahlstatistikern und Polit-Werbeagenturen zurückzuführen, da bin ich sicher.
Es gibt immer noch Leute, die annehmen, dass man mit diesen Stimmzetteln eine Koalition wählen kann. Kann man nicht! Soll man auch nicht!
Zu den Überhangmandaten sag ich jetzt mal gar nichts. Das ist ein zu trauriges Kapitel. Traurig, weil man daran erkennen könnte, dass ich überhaupt nicht verstanden habe, warum und wieso das so ist, wenn ich dazu was sage. Was ich aber nicht tu.
Ich sag’ ja bloß.
Übrigens: Wer nicht wählen geht ist ein armseliges Würstchen, und wählt damit die Leute, die er bestimmt NICHT wählen will.
Schönen Freitag, allüberall!
Mittwoch, 23. September 2009
Alles mit A
Eine Lösung für die, die Möhren am Stück entweder genau so schlecht essen können wie ich, oder denen sie genau so wenig schmecken:
Möhren-Apfel-Rohkost
2 Möhren, mittelgroß
½ Apfel, entkernt und geschält
Saft einer halben Zitrone
Zucker bzw. Süßstoff
½ TL Öl
Möhren waschen, putzen, fein raspeln. Apfel ebenfalls raspeln. Mit dem Saft der Zitrone gut durchmischen (hilft gegen das Braunwerden), Öl hinzugeben, nach Geschmack süßen. Kalt stellen.
Ohne Zucker: Ca. ½- 1 BE, je nach Größe und Süße des Apfels.
Über die Kalorien mach ich mir keine Gedanken
Im Gegensatz zu Möhren pur ist das saftig, und vor allem leicht zu essen. Macht auch nicht so einen Krach.
Anpassen
Ich geb zu: Ein bisschen, aber nur ein kleines bisschen hab ich mich gewundert, dass meine nigelnagelneue Protz- und Angeb-Kamera so überbelichtete Bilder machte. Alle eine ganze Ecke zu hell- was immer den Einsatz von Picasa nötig machte. Das ist weiß Gott Photoshop für Verarmte, aber meist reicht es, um das Bild ein bisschen zu beschneiden, unter Umständen gerade zu rücken, und besagte Lichtspitzen zu entfernen.
Nun ja.
Gestern hab ich dann das getan, was mir meist zu teuer ist: Bilder ausgedruckt.
Dazu musste erstmal eine neue Ladung Tinte für den Drucker her, und das kostet Geld.
Und was soll ich sagen: Das erste Bild (eines meiner Nichte, welches natürlich NICHT hier erscheinen wird) ruckelte aus dem Drucker. Auch diesem war ich mit dem bekannten Werkzeug auf den Leib gerückt- mit dem Ergebnis, dass es deutlich zu dunkel war, und von den Hauttönen her zu warm.
Hätte wohl doch mal den Bildschirm kalibrieren sollen.
Abnehmen
Was meint ihr? Soll ich meine Waage zurück fordern, oder mir ein Zentimetermaß kaufen, und auf diese Weise schwindende Massen dokumentieren?
Anfragen
Wie haltet ihr es mit Fotos von euch selbst in euren Blogs- bzw. wie würdet ihr es halten, hättet ihr einen/ein Blog? Ich bin da echt hin und hergerissen. Einerseits finde ich nichts dabei. Andererseits mag ich auch nicht grad gefunden werden, wenn auch hier nur unter Pseudonym geschrieben wird, und es gar nicht so einfach ist, nach Bildern ohne Namen zu googeln.
Dass außer mir höchstens die Katzen in voller Schönheit hier erscheinen, versteht sich von selbst.
Aufhören
mit diesem Post. Jetzt.
Auf Wiederlesen!
Dienstag, 22. September 2009
Der erste Tag.
Muss mal gesagt werden. Wenn man ein paar Jahre auf Teufel komm raus gegessen hat, was einem vor die Flinte bzw. die Gabel kam, dann fällt es sehr schwer, mal in ein Rezept zu schauen, das zu dem Zweck erfunden wurde, einen eben NICHT satt und zufrieden werden zu lassen.
Zu Gute kommt mir, dass ich bis nachmittags ohnehin nie sehr viel gegessen habe, bzw. derartiges als schläfrigkeitserzeugenden Fehlgriff eher vermieden habe- gibt es doch nichts schlimmeres, als gegen halb drei die Augen nur noch mittels aufgebogener Büroklammern aufhalten zu können, oder unter Zuhilfenahme zweier geschickt platzierter Tackernadeln.
Außerdem hab ich den Verdacht, dass die heutigen Rezeptvorschläge eigens dafür ausgesucht wurden, was zu finden, das ich nicht mag. Was ich mag, ist derzeit bei meinem Lebensmitteldealer nicht zu kriegen, z.B. Clementinen. (Im September ist es damit nicht weit her… Irgendwie erstreckt sich das Discounter-Angebot, welches wenig überzeugend Weihnachten vorgaukeln will, (noch) nicht auf die entsprechenden Südfrüchte. Dafür gibt’s, direkt neben den Lebkuchen, gefärbte, hart gekochte Eier.)
Was nicht Clementine ist, ist Gewürzgurke. Oder Salatcreme (20% Fett- schmeckt wahrscheinlich äh bäh, deshalb hab ich Zaziki gekauft. Hat auch 20%), oder Fruchtaufstrich. Früher sagte man Marmeladenersatz dazu.
Sauer eingelegtes Gemüse kann mir gern gestohlen bleiben, Margarine oder Butter muss ich nicht ersetzen, denn die mochte ich noch nie, und Marmelade ist auch nur ein Mittel, den Blutzucker hochzupushen, wenn der abnorm absinkt. Dann aber richtig, und nicht so obstig. Da gehört Zucker rein, meine Lieben.
Überhaupt muss ich sagen, dass der Kostplan für heute zwar gaaaaaanz ganz viele Sachen vorsah, dass es mir aber schon recht stressig vorkommt, jedes singuläre Reiskorn liebevoll auf einem Salatblatt dekoriert zum Munde zu führen. Wobei es gern drei bis fünf verschiedene Salatblattsorten sein dürfen. Jedes zu einem kleinen Herzchen gefaltet. Gestapelt, mit Schnittlauchröhrchen zu Paketen geschnürt, und dann zur Füllung von Erbsen verwendet, die dann einzeln in Mineralwasser angebraten werden.
Ihr merkt schon: Wenn ich nix zu essen krieg, werde ich kribitzig- in Wirklichkeit ist es natürlich nicht ganz so. Ich neige nur ein wenig zum Kritteln. Und zum dann-koch-ich-doch-lieber-was-anderes…
Aber das gibt sich. Vielleicht.
Montag, 21. September 2009
Was ich gerade nicht lese
Vor einigen Tagen habe ich (für einen Bücherflohmarkt) meine Regale durchgeschaut.
Nun bin ich eine Nicht-Bücherabgeberin. Ehrlich- was einmal gedruckt und in meinen Fängen gelandet ist, geht kein Risiko ein, in irgendeiner Form vernichtet zu werden, es sei denn ich lasse es in die Wanne fallen, die Katzen zerlegen es oder ich verleihe es und bekomme es nicht zurück.
Was ich kaufe, bleibt.
So fiel es mir schwer, selbst für einen guten Zweck die Bestände zu vermindern.
Ein paar Doppel wanderten in den Korb, und ein paar Exemplare von diesen Massenautoren, die immer wieder das gleiche Buch schreiben, nur mit anderen Schauplätzen und neuen Namen. Manche wechseln nicht mal die Schauplätze und verkaufen das als Markenzeichen.
Zurück zum Thema.
Ein Buch, das mir in die Hände fiel, war „Die neue Brigitte-Diät“ (lacht nur).
So neu, in der Tat, dass es noch nicht einmal geöffnet wurde- ich habs gekauft, um das ausgeliehene Exemplar zurück geben zu können, meine eigene Ausgabe, sozusagen.
Nun ja, da lag es, all new and shiny, außer einigen Katzenhaaren nix dran.
Sollte ich es wirklich weg geben?
Nein.
Abgesehen von der allgegenwärtigen DasistmeinBuchundichwillsbehalten-Mentalität war da noch was.
Es ist ja so, wie einige von euch aus eigener Anschauung wissen, dass ich eine von diesen Existenzen mit einem gehörigen Realitätspuffer bin, ringsum und vor allem am Hintern.
Oft bin ich hin und hergerissen zwischen schlichtem Ignorieren der Massen, einem sarkastischen „Immerhin, diese Mengen zu transportieren erfordert stabile Beine“ und angeekeltem Abwenden, wann immer ich das Pech habe, unverhofft in einen Spiegel zu schauen.
Abnehmen ist eine All-Time-Herausforderung für mich, ein wunder Punkt, ein altes Thema, eine nervige Angelegenheit.
Eine Freundin, die es schafft, trotz weniger Kilos noch mehr drunter zu leiden, ist da wesentlich aktiver als ich. Die hat alle drei bis sechs Monate was Neues. No fat. Low fat. Fit for, fit without, fit inspite of fun; Low carb, no carb, whatever. Meist lass ich mich für ein paar Stunden davon anstecken, nur um dann entnervt und voller Widerspruch das Thema wieder zur Ruhe zu betten.
Ihr nützt das genau so viel wie mir- nämlich Null.
Ein Wochenende wie dieses nun lässt chez Lily folgenden Soundtrack hörbar werden:
Das leise Surren des Lüfters meines Computers. Tasten klicken, untermalt von leisem Kauen. Alle halbe Stunde raschelt das Zigarettenpapier, die Katzen miauen und zwei- dreimal am Tag lärmt die Kaffeemühle.
Also: Futtern, rumsitzen, qualmen, Kaffeetrinken (die Mühle mahlt nur für ganze Kannen- keine fancy Kaffeemaschine im Einzeltassenmodus hier. Aber der Kaffee schmeckt.)
Das alles verträgt sich prima mit dem Diabetes, mit der Durchblutungsstörung in der Beckenarterie rechts und den Rückenschmerzen.
Alter Falter.
Wenig Bewegung macht insulinresistent. Insulin in höheren Dosen macht fett. Hohe Blutzucker machen unmotiviert, müde , depressiv und weinerlich.
Leute, an guten Tagen fühl ich mich wie 70. An schlechten sieht man mir die Hundert an.
Je mehr ich rumsitze, desto beschissener fühl ich mich, kann man vereinfacht sagen.
Je beschissener ich mich fühle, desto mehr meint die faule Sau in mir drin, dass ich mich ein bisschen ausruhen möchte.
Fakt ist: Ich fress zuviel, ich rauch zuviel, ich sitze zuviel.
Fakt ist auch: Das Buch liegt da, und ich weiß, dass, Zauberdiätchen hin oder her, fdH das Mittel der Wahl ist. Einfach, weil ich definitiv nicht das Falsche esse. Also, das auch, aber zunächst mal viel zu viel, auch vom Richtigen.
Neben den ästhetischen und gesundheitlichen Folgen ist das auch teuer.
Der Schweinehund ist da, meine Lieben, und er sitzt auf mir drauf! Und scheißt auf mich! Der Arsch.
Zeit, ihm einen Tritt zu verpassen, in den Allerwertesten. Oder auch Allerfettesten, wie man will.
Ich mag hier nicht den einmillionsten Diätblog eröffnen, weil ich auch noch andere Interessen habe.
Aber ich möchte mir eine neue Rubrik gönnen: Die Lily-wird-fitter-Rubrik.
Ich hoffe: Demnächst jeden Samstag hier.
Und ich bitte um Erinnerung, sowie um gnadenlosen Spott, sollte ich faule Entschuldigungen beibringen.
So.
Vorsatz für heute:
Mithilfe des Buchs einen der Ernährungspläne aussuchen, und mit der Einkaufsliste, die man da abschreiben kann, für die erste Woche einkaufen.
Das Kind anrufen und um Rückgabe der Waage bitten.
Anschließend was schönes unternehmen- heut hab ich frei!!!
Unglaublich motivierte Grüße,

Samstag, 19. September 2009
Quel horreur.
Aber ach.
Freitag, 18. September 2009
Aus gegebenem Anlass.
Aufgrund des Berichts aus Berlin verlinke ich hier mal mit einer gewissen klammheimlichen Freude auf das hier.
Bericht aus Bonn- lange nicht gesehen ;-)
Des weiteren hat mir das Schicksal, welches ich im letzten Post dazu ermahnte, noch die Begegnung mit einer Wandelleiche beschert (der Typ sah tot aus, er roch übel und er lief herum), den zweiten Unterzucker des Tages, diesmal mit Traubenzucker bekämpft und nicht mit Kirschmarmelade, sowie ein wunderbares Tässchen Suppe zum Abendbrot (Consommé double- zwar aus der Dose, aber aus einer feinen).
Alles in allem ein ereignisreicherer Tag als zunächst vermutet.
Und jetzt ist er auch schon wieder um, beinahe. Dafür ist das Wochenende da, welches ich allen zwecks Genussschöpfung ans Herz lege.
Liebes Schicksal,
Heute ist ein merkwürdiger Tag: Ich hab noch nichts getan, um die Welt zu verbessern, hab nichts erfunden, keinen gerettet- nur einem bei der Arbeitsverweigerung zugesehen, und mein Auto da abgeholt, wo ich es gestern (zu weit weg von zu Hause) habe parken müssen.
Das muss besser werden. Gib dir mal n bisschen Mühe, Schicksal!
Liebe Grüße,
Bekenntnisse
Ich weiß nicht, wann Blogger das hier speichern wird- aber, fürs Protokoll: Es ist drei Uhr in der Nacht.
Oder kurz danach, das tut nichts zur Sache.
Ich bin wach geworden, und habe mich eine Weile im Bett herumgedreht, hab das Oberbett gewendet, aber es half nichts, die Unruhe war zu groß, der Drang zu mächtig.
Ich bin ein bisschen zittrig, wie immer, wenn sich diese Begierde einstellt, und langsam freunde ich mich mit dem Gedanken an, es zu tun- auch wenn es buchstäblich mitten in der Nacht ist.
Meine Hand tastet auf dem Nachttisch nach dem unvermeidbaren Gegenstand, dem einen, jetzt so lebenswichtigen Ding...
Meiner Brille. Aufstehen, in die Küche gehen, und zwei Toast mit Kirschmarmelade mit ziemlichem Genuss verspeisen, das sind dann nur noch Lappalien.
Und die Geschwätzigkeit ist auch nur ein Symptom: Von Unterzuckerung, mitten in der Nacht.
Und vom Lily-Sein, aber das ist keine Krankheit, das ist ein Feature.
Schlaft weiter, Ihr Lieben, Lily ist wach und passt auf, dass keiner die Kirschmarmelade klaut.
Donnerstag, 17. September 2009
Frühstück mit Vorurteilen
Das war schon immer so, je nach Arbeitsanfall dauert das mal länger und mal kürzer, und die Themen der Unterhaltung sind weit gefächert, wie sich das bei einer sehr gemischten Gruppe quasi von selbst ergibt.
Der genaue Hergang ist für mich nicht mehr zu entschleiern, aber die Aufmerksamkeit der diskutierenden Runde wandte sich dem Thema Homosexualität zu.
Und in kürzester Zeit lernte ich folgendes:
1. Homosexuelle Männer haben ja, schon rein hormonell (!) bedingt, eine hohe Stimme.
2. Homosexuelle Männer erkennt man auch schon sehr schnell an ihrem tuckigen Gehabe. Das ist auch hormonell.
3. Obwohl es ja so ist, dass es in reinen Männerbeziehungen immer einen gibt, der den Mann spielt (das „Mann“ in dem Satz war entschieden von Anführungszeichen geprägt) und einen, der die „Frau“ gibt, machte sich die Kollegin, von der diese Äußerung stammte, keine Vorstellung, wie das denn funktionieren soll, wenn alle schwulen Männer Tucken sind.
4. Homosexuelle Frauen werden von Männern dazu gemacht.
Dazu gab es frei Haus ein Beispiel: Die Tochter eines entfernten Verwandten hatte, während ihres Studiums, an einer Sexhotline gearbeitet- und anschließend war sie, die doch vorher höchst hetero war, plötzlich homosexuell. Weil das so eklig war, was die Männer, die da anriefen, von ihr wollten. Manche Frauen seien aber auch so „bi-sexuell“, da wär das dann bestimmt ganz besonders schnell so, dass die beeinflusst würden von schlechter Behandlung.
Nun ja.
Insgesamt höchst interessant, belegt doch in diesem Fall wieder einmal Volkes Stimme, dass männliche Sexualität, wenn auch vielleicht unter Einfluss geheimnisvoller Hormone, etwas Eigenständiges ist. Weibliche Sexualität scheint sich jedoch lediglich unter männlichem Einfluss zu entwickeln…
Ich hab versucht, die Klappe zu halten. Ehrlich. Ich war wirklich bemüht- aber ich konnte nicht. Es hat aber nichts geändert. Sie hat mir nämlich gar nicht zugehört, sondern unentwegt und mit ziemlich erhobener Stimme (klar, sie musste mich ja übertönen) weiterhin Weisheiten aus der Goldenen Frau im Spiegel oder so von sich gegeben.
Dass die Menschen vielleicht ein paar Jahre brauchen, um ihre sexuelle Orientierung klar zu erkennen, dass viele vielleicht lange Zeit bemüht sind, sich dem Mainstream anzupassen, um vergleichsweise ruhig zu leben, und daher einfach später erst „ihre“ Richtung finden, all das hab ich ins Rennen geworfen- vergebens. Das drang nicht durch.
Dass genau diese Art sturen, ignoranten Beharrens auf einer „Meinung“ bei ihrer Tochter vielleicht mal zu einem Leben voller Elend führen kann, wird ihr nicht klar zu machen sein.
*seufz*
Und das im Jahre 2009.
Mittwoch, 16. September 2009
Daneben liegen
Nachsatz: Soeben habe ich festgestellt, dass ich, anstelle meines Blutzuckermessgeräts das Telefon mit ins Büro genommen habe. Also, nicht das Handy, versteht sich... Wie sagte Omma noch so schön: Bisschen doof ist ja niedlich. Aber so?
Dienstag, 15. September 2009
Das schmerzt
Bis dahin bin ich dekorativ, und bleibe sitzen. Solange es geht.
Liebe Grüße, und einen Tag im Gleichgewicht,















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