Dienstag, 29. September 2009

Fernerziehung









Und dann war da noch die jüngste Babysitting-Aktion...
Ab und zu passe ich auf Kinder auf. Ja, es gibt wirklich Leute, die mir ihren Nachwuchs anvertrauen! Ich mach das ganz gern, weil es einfach nette Kinder gibt, mit denen ich gern Zeit verbringe. Vor allem meine Nichten gehören zu diesen netten Kindern, auch wenn sie mit 13 und 15 nicht mehr wirklich betreuungsbedürftig sind. Dafür gibt’s dann Weiberabende, mit DVDs bis der Arzt kommt, mit verbotenen Fressalien (also zu süß, zu fettig, zu salzig- you name it) und insgesamt komplett vergammelten Stunden.
Dabei wird geredet, bis uns die Ohren abfallen, wir gehen zu spät ins Bett und schlafen so lang wir wollen. Pyjamaparty von Anfang bis zum Ende.
Was ich mit den Zweien (und auch, wenn ich zurück denke, mit meinem Sohn) niemals hatte, sind Disziplinprobleme.
Sofern sich die Notwendigkeit zu erzieherischem Einschreiten ergibt, hat sich das mit Reden (zwischen 12 und 14 bei meinem Sohn auch mal mit erhöhter Stimmlautstärke) erledigen lassen.
Als unmittelbar wirksam hat sich der Mutterblick-des-Todes (+15 auf Einhaltung von Versprechen/Drohungen) erwiesen- einfach, weil es Momente gab und gibt, in denen langatmiges Erklären zwar nicht funktioniert, aber ein Funktionieren des betreffenden Minderjährigen himself dringend vonnöten ist.
Wie gesagt, von Zeit zu Zeit pass’ ich auf Kinder auf.
So auch letztens.
Ich leg Wert drauf, dass die betreffenden Kinder mich kennen, und ich ein wenig von ihrem Tagesablauf weiß, damit Entscheidungen situationsgerecht fallen können, schließlich kann man nicht ständig die Eltern anrufen und um Infos bitten.
Aber da?
Holy Moly... (Seufzer von Svenja geklaut).
Zwei Jungs, einer knapp drei, der andere knapp zehn Jahre alt.
Der Große fischt nur nach einem: Negative Aufmerksamkeit. Sein kleiner Bruder ist auf dem besten Weg, sich ihm anzuschließen.
Eine gewisse Beeinflussungsresistenz ist, denke ich, bei präpubertären Knaben nichts Besonderes, und ich rechne immer damit, eine Aufforderung auch mal wiederholen zu müssen. Ich rechne aber auch damit, als Bekannte der Eltern eine gewisse Autorität zu haben, einerseits entliehen von den Eltern, andererseits auch als quasi nicht ganz bekannte Entität, bei der man eben nicht so genau wissen kann...
Aber was soll ich sagen: Das war vergebliche Hoffnung. Knabe Nummer eins hat nicht im Mindesten die Absicht, sich in irgendeiner Form „kriegen“ zu lassen- jedenfalls nicht von mir.
Es wundert mich nicht wirklich. Die Eltern sind eine Art Fernerzieher, die „mit Kindern muss man reden“ so interpretieren, dass sie auf dem Hinterteil sitzen und die Kinder von fern mit Worten traktieren, je nach Entfernung und Fehlverhalten mit unterschiedlicher Lautstärke und Aggression.
Was zu einem gehörigen Ausmaß an Elterntaubheit bei dem Großen geführt hat. Dessen Alltag ist mit mehr oder minder offen ausgesprochenen Drohungen flankiert, die selten (aber eigentlich eher nie) wahr gemacht werden. Letztens hat er -nach ausdrücklich ausgesprochenem Verbot genau diesen Verhaltens- ein 6000-l-Schwimmbecken in den Garten entleert, wobei nicht nur das (nicht billige) Wasser, sondern auch ein Teil des Gartens Schaden genommen haben.
Die Reaktion der Eltern war: Schwimmbeckenverbot für den Sommer (soweit d’accord), Weigerung, ihn ins Schwimmbad zu fahren (naja- aber Schwimmbadbesuche wären eine Art Belohnung gewesen... obwohl einen lebhaften und kaum müde zu kriegenden Neunjährigen den Sommer über im Garten aufzubewahren eigentlich eine Strafe für die Erziehungsberechtigten ist.) sowie Taschengeldinkasso bis zur Tilgung des entstandenen Schadens.
Vielleicht ein bisschen viel, aber, wie gesagt, er war mehrfach gewarnt und aufgefordert worden, genau das nicht zu tun.
Exakt einen Tag nach dem Fehlverhalten stand das Schwimmbecken wieder, gefüllt, versteht sich, im Garten.
Ich wette, er hat weiterhin Taschengeld in voller Höhe bekommen.
So setzt sich das fort. Man verbietet ihm was, er lacht einem ins Gesicht und tut das Verbotene trotzdem. Geschrei, Strafandrohungen, und alles verpufft ins Nichts.
Der Donnerstag war dann wiederum so ein Abend, an dem er in erschreckendem Maß gezeigt hat, wie aggressiv er sein kann wenn, ja wenn... man sich nicht ausschließlich um ihn kümmert. So das aber der Fall ist, ist er lenkbar, friedlich, freundlich, kooperativ und kreativ.
Klar. Er sucht nach Aufmerksamkeit. Soweit, so gut und nachvollziehbar, auch berechtigt- aber: Er ist nicht allein auf der Welt, er ist nicht mal der einzige Sohn. Da gibt’s noch einen, jüngeren, und (noch!) lenkbareren Knaben. Wenn der Große dieses Verhalten nicht schon früher gezeigt hätte, würde ich vermuten, dass er eifersüchtig ist. Aber, wie gesagt, das macht er schon sehr lange, länger als der kleine Bruder auf der Welt ist.
Mein Problem ist, dass mich dieses Verhalten von ihm derartig sauer macht, dass ich ihn schon nicht mehr leiden kann. Das hat er nicht verdient, denn er kann nichts dafür, dass er so ist. Leider werde ich sarkastisch, verletzend, gemein und zynisch, wenn ich wahrnehme, dass mich so ein Zwerg nicht für voll nimmt. Sofern ich nicht eine Abneigung gegen körperliche Gewalt hätte, hätte ich ihn sicher schon geohrfeigt, weil ich mich verhöhnt und verspottet gefühlt habe. Ich weiß genau, wie sich seine Eltern fühlen, wenn der Knabe sie nach allen Regeln der Kunst vorführt- und ich weiß zwar auf besserwisserische Art, was sie falsch machen, aber nicht, wie sie es besser machen können. Es ist leicht gesagt, dass sie ihm mehr Aufmerksamkeit gönnen sollen. Es ist auch leicht gesagt, dass sie sich mehr um ihn kümmern, sich wirklich für ihn interessieren und ihn ernst nehmen sollen.
Wie leicht gesagt, wie leichtfertig und urteilend so eine Aussage ist, weiß man erst dann, wenn man vor ihm steht und vor Wut beinahe die Beherrschung verliert, und gleichzeitig platt ist und erschöpft von einem anstrengenden Tag, der unter anderem deshalb so lang und hart war, weil man als Eltern nichts anderes getan hat, als für etwas zu Essen und ein Dach überm Kopf seiner Arbeit nach zu gehen. Und natürlich auch dafür, dass die Kinder ihr Spielzeug, ihre Kleidung, ihre Vereine haben, dass man sie zur Schule und zu Freizeitveranstaltungen fahren und neben den Kartoffeln am Ende des Monats vielleicht noch ein oder zwei Löffel Quark anbieten kann.


Ein klassisches Dilemma, das (meiner Meinung nach) dadurch entstanden ist, dass diese Eltern mehr abgebissen haben, als sie kauen können. Sie haben zu viel am Start, weil sie mithalten wollen, was ich wiederum auch verständlich finde. Sie leben nicht im Luxus, sondern eigentlich ganz normal. Wo also ansetzen? Ich weiß es nicht.


Aber wirklich erschreckt hat mich an dem Abend, dass ich gespürt habe, dass ihn keiner seiner Eltern liebt. Sofern diese Ehe auseinander geht, wird ihn niemand haben wollen, und er wird nur deshalb zu einem Elternteil gehen, weil der ihn dem anderen nicht gönnt.


Es ist zum Heulen.










PS: Ich hab das Thema natürlich angesprochen- schließlich kann ich mein Maul nicht halten.
Hilfe ist besorgbar.

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2 Jahre Blogorrhoe.








Danke Euch Allen!






Montag, 28. September 2009

Die Wut

Es gibt keine schärfer schmeckende und keine bitterere Emotion für mich als Wut. Sie neigt dazu, sich tief in mich einzufressen, und dort zu vernarben und zu überwuchern. Trotzdem ist sie da, ist vielleicht präsenter als wenn sie an der Oberfläche bliebe, denn dort könnte ein Ausatmen sie wegwehen, ein Streicheln sie beruhigen, etwas Sonnenlicht sie ausbleichen und austrocknen lassen.

Wann immer ich in meinem Leben an einer Wand angekommen bin, an dem Punkt, an dem sich Hindernisse als unumgehbar gezeigt haben, habe ich sie gefunden, in den Fundamenten jeder Mauer.

Sie will nur eins: Ernst genommen werden.

Mal ehrlich: Wer will das nicht?

Es ist mal wieder so weit.

Willkommen, Wut.

Setz dich.

Und lass uns reden.

Sonntag, 27. September 2009

Neue...

Fotos bei Flickr. Ich habe die Wahlhelferpause heut nachmittag genutzt und bin nach Bottrop ins Südringcenter gefahren. Da hab ich letztens ein paar Tauben bei der Körperpflege an einer Fontäne gesehen- leider waren die vermutlich auch grad im Wahllokal und deshalb nicht unter der Dusche anzutreffen.
Ich fand es spannend, den Neubauten da mal etwas näher zu rücken.

Ansonsten: Meckert mich nicht an. Ich hab wen anderes gewählt.


Samstag, 26. September 2009

Zwischenergebnis, Teil eins


Ich hatte ja ein regelmäßiges Update versprochen- hier das Resümee der ersten Woche / Teilwoche, Es ging ja erst am Dienstag los...
Wenn ich auch, mangels Waage, keine Zahlen angeben kann, so hab ich doch was zu berichten.
Denn, Überraschung!!, es geht auch ohne Süßigkeiten in rauen Mengen! Es geht ohne spätabendliche Fressanfälle. Es geht sogar recht leicht. Wie schade, dass ich das eigentlich immer schon wusste, aber dazu neige, das zu vergessen.
Ausfälle, bzw. Rückfälle, wie sie vorgekommen sind, habe ich mir verzeihen können (heikles Thema ansonsten, bin da eher nachtragend), und hab mir nicht mal vorgenommen, dass so was nie, nienich wieder passiert.
Soweit, so gut.
Dezidierte Angaben kann ich nur zum Blutzuckerverlauf machen- die Basalrate ist um 6,25% gesunken, d.h. dass sich die Insulinempfindlichkeit erhöht hat. Das ist gut, weil damit der Spiegel des dauerhaft im Blut herum schwimmenden Insulins reduziert wurde. Weniger Insulin ist immer prima- ich muss derzeit nur aufpassen, dass das Zeug mich nicht in den Unterzuckerbereich zieht, weil das, was da ist, natürlich auch besser wirkt.
Sofern der Zucker einen halbwegs stabilen, nicht zu hohen Verlauf hat, schlafe ich besser, bin demzufolge wacher und ausgeruhter- ein umgekehrter Teufelskreis, wenn man so will.


Ein bisschen mehr Bewegung hab ich mir gegönnt, nicht im Sinne von Sportorgien, sondern erstmal, in dem ich öfter zu Fuß gehe, und wenn, dann flotter.


Und auch wenn ich bei dem ersten Einkauf geschluckt habe, was die Summe an der Kasse betraf, so lag das doch daran, dass ich ein paar Sachen dabei hatte, die als Vorräte gelten können- insgesamt habe ich in dieser Woche keine 30 € für Nahrungsmittel ausgegeben, und das ist erheblich weniger als sonst.
Dabei hab ich grad sogar verhältnismäßig fürnehm gekocht: Es gab Hüftsteak, Pellkartoffeln, Rosenkohl und dazu Röstzwiebeln, letzteres trotz Abtropfen-Lassens eine eher fettige Angelegenheit- hatte nämlich kein Küchenpapier. Aber was solls, dafür war es sehr lecker.
Dem ab und zu aufsteigenden Süßhunger helfe ich derzeit mit Tee + Süßstoff ab.


Alles in allem kann ich sagen, dass die Woche halbwegs erfolgreich war.
Ich glaube aber, dass ich die Waage zurück holen werde- wenn ich mir die derzeitigen Besitzer anschaue, gehen sie ohnehin nicht drauf.


Einen schönen Samstag,




Freitag, 25. September 2009

Freitag Mittag, kurz vor drei.



Nebenan sitzt die Kollegin, die seit gestern aus dem Urlaub wieder da ist, starrt immer noch ungläubig auf die Akten auf ihrem Schreibtisch und fürchtet sich.

Im Zimmer gegenüber übt ein Kollege seit anderthalb Stunden das Zählverfahren für die Wahl. Mit 64 selbst gebastelten Stimmzetteln, die seit geschlagenen neunzig Minuten gemischt, gestapelt, gezählt und wieder gemischt werden. Anschließend geht’s von vorn los.

Er hat mir nicht geglaubt, als ich ihm gesagt habe, dass er sich nur an die Niederschrift halten soll, da ist minutiös vorgeschrieben, wie man es macht- und so langsam und umständlich sich das auch anhört: Es ist im Endeffekt die einfachste und schnellste Methode. Außerdem kann anschließend jeder Fehler nur noch ein Zähl- oder Rechenfehler sein, kein Denkfehler (die sind am schwierigsten zu entdecken).

Dummerweise verwechselt der Kollege immer noch Wahlschein und Stimmzettel.

Das kann noch dauern.



Einen Raum weiter kratzt der Controller die Kohle für die letzten drei Monate des Jahres zusammen. Es wird nicht reichen. Seine Stimme klingt sehr gereizt.



Der EDV-Mensch erklärt einer neuen Mitarbeiterin, dass es ihm nicht möglich ist, die Passwortabfrage zum Netzwerk einfach abzuschalten, nur weil sie ihr altes Passwort so schön findet und sich kein neues ausdenken mag.



Der Chef verabschiedet sich um 15.00 Uhr ins Wochenende.



Ich blogge.



Was tut ihr?


Kein Thema

Nicht mein Zeug: Provital Hähnchenbrustfilet mit Ananas. Rein vom MHD her noch haltbar (07.10.09), roch aber zuerst komisch beim Öffnen der Packung. Sonst sind diese Fleisch-in-Gelee-Aufschnitte ja oft eher säuerlich, die Sorte hier ist süß. Vermutlich wegen der Ananas. Aber das ist wirklich nicht mein Ding.

Ansonsten ist die erste, heftige Motivation den ersten, heftigen Anfechtungen ausgesetzt. Zum Beispiel durch den negativen vibe der im Schrank befindlichen Müsliriegel. Solcherart miese Einflüsse können einem das Leben schon sehr, sehr schwer machen.

Aber selbst dann, wenn man wie ich, schlussendlich dem durchdringenden delikaten Dröhnen der schokoladig verpackten Versuchung nachgibt und so lang zum Schrank geht, bis man bricht bis keine Riegel mehr da sind, kann man sich immer noch darüber freuen, dass man nicht 400 g Weingummi, sondern hundert Gramm Fürchterlich Gesundes Zeug gegessen hat.





Hier chez Lily herrscht eitel Freude über die Tatsache, dass am Sonntag wieder WAHLEN!!! sind. Sind es doch, tadaaa, die letzten dieses Jahres.

Irgendwie hat es etwas Beruhigendes, dass wir bereits zwei Wahltermine zum Üben hatten. Dann fällt das Umsortieren nicht so schwer:

Alle die Stimmzettel, auf denen die Erst- und die Zweitstimme unterschiedlichen Parteien gegeben wurden, werden nämlich zuerst nach Erststimmen und dann nach Zweitstimmen sortiert. (Und natürlich zwischendurch gezählt. Anders wär nämlich schlecht.)

Dann gibt’s da noch die Stimmzettel, auf denen eine der Stimmen ungültig, nicht abgegeben oder zweifelhaft ist. Die müssen ebenfalls umsortiert und nach verschiedenen Kriterien hingelegt, zusammengefaltet, gezählt, geheftet, in die Luft geworfen und mittels urzeitlicher Runen besprochen werden.



Oder so ähnlich.



Bundestagswahl ist Teufelswerk, ganz gewiss. Warum kann man nicht, wie bei den Kommunalwahlen, mehrere Stimmzettel haben? Die Leute, die sich das ausgedacht haben, wollen doch nur austesten, wie weit sie uns treiben können, und zu welchen Rückschlüssen man statistischerseits in der Lage ist.

Die wirklichen Gemischwähler (klassischerweise mit der FDP oder den Grünen als Zweitstimmempfänger) kann man nämlich nur ausfindig machen, wenn man nur einen Stimmzettel für beide hat. Es gibt Parteien, die sämtliche je errungenen Wahlerfolge Zweitstimmenkampagnen verdanken. Dass die wirksam sind, kann man in nennenswertem Umfang nur beweisen, wenn Erst- und Zweitstimmen auf einem Zettel sind.

Somit ist die Einzetteligkeit der Bundestagswahl auf eine Verschwörung zwischen Wahlstatistikern und Polit-Werbeagenturen zurückzuführen, da bin ich sicher.





Es gibt immer noch Leute, die annehmen, dass man mit diesen Stimmzetteln eine Koalition wählen kann. Kann man nicht! Soll man auch nicht!

Zu den Überhangmandaten sag ich jetzt mal gar nichts. Das ist ein zu trauriges Kapitel. Traurig, weil man daran erkennen könnte, dass ich überhaupt nicht verstanden habe, warum und wieso das so ist, wenn ich dazu was sage. Was ich aber nicht tu.

Ich sag’ ja bloß.





Übrigens: Wer nicht wählen geht ist ein armseliges Würstchen, und wählt damit die Leute, die er bestimmt NICHT wählen will.



Schönen Freitag, allüberall!







Mittwoch, 23. September 2009

Alles mit A

Ausweichen






Eine Lösung für die, die Möhren am Stück entweder genau so schlecht essen können wie ich, oder denen sie genau so wenig schmecken:





Möhren-Apfel-Rohkost





2 Möhren, mittelgroß

½ Apfel, entkernt und geschält

Saft einer halben Zitrone

Zucker bzw. Süßstoff

½ TL Öl

Möhren waschen, putzen, fein raspeln. Apfel ebenfalls raspeln. Mit dem Saft der Zitrone gut durchmischen (hilft gegen das Braunwerden), Öl hinzugeben, nach Geschmack süßen. Kalt stellen.

Ohne Zucker: Ca. ½- 1 BE, je nach Größe und Süße des Apfels.

Über die Kalorien mach ich mir keine Gedanken 

Im Gegensatz zu Möhren pur ist das saftig, und vor allem leicht zu essen. Macht auch nicht so einen Krach.







Anpassen





Ich geb zu: Ein bisschen, aber nur ein kleines bisschen hab ich mich gewundert, dass meine nigelnagelneue Protz- und Angeb-Kamera so überbelichtete Bilder machte. Alle eine ganze Ecke zu hell- was immer den Einsatz von Picasa nötig machte. Das ist weiß Gott Photoshop für Verarmte, aber meist reicht es, um das Bild ein bisschen zu beschneiden, unter Umständen gerade zu rücken, und besagte Lichtspitzen zu entfernen.

Nun ja.

Gestern hab ich dann das getan, was mir meist zu teuer ist: Bilder ausgedruckt.

Dazu musste erstmal eine neue Ladung Tinte für den Drucker her, und das kostet Geld.

Und was soll ich sagen: Das erste Bild (eines meiner Nichte, welches natürlich NICHT hier erscheinen wird) ruckelte aus dem Drucker. Auch diesem war ich mit dem bekannten Werkzeug auf den Leib gerückt- mit dem Ergebnis, dass es deutlich zu dunkel war, und von den Hauttönen her zu warm.

Hätte wohl doch mal den Bildschirm kalibrieren sollen.





Abnehmen





Was meint ihr? Soll ich meine Waage zurück fordern, oder mir ein Zentimetermaß kaufen, und auf diese Weise schwindende Massen dokumentieren?





Anfragen





Wie haltet ihr es mit Fotos von euch selbst in euren Blogs- bzw. wie würdet ihr es halten, hättet ihr einen/ein Blog? Ich bin da echt hin und hergerissen. Einerseits finde ich nichts dabei. Andererseits mag ich auch nicht grad gefunden werden, wenn auch hier nur unter Pseudonym geschrieben wird, und es gar nicht so einfach ist, nach Bildern ohne Namen zu googeln.



Dass außer mir höchstens die Katzen in voller Schönheit hier erscheinen, versteht sich von selbst.





Aufhören



mit diesem Post. Jetzt.





Auf Wiederlesen!







Dienstag, 22. September 2009

Der erste Tag.


Erster = Schwerster.



Muss mal gesagt werden. Wenn man ein paar Jahre auf Teufel komm raus gegessen hat, was einem vor die Flinte bzw. die Gabel kam, dann fällt es sehr schwer, mal in ein Rezept zu schauen, das zu dem Zweck erfunden wurde, einen eben NICHT satt und zufrieden werden zu lassen.

Oder vielmehr doch, aber anders. Ihr versteht.



Zu Gute kommt mir, dass ich bis nachmittags ohnehin nie sehr viel gegessen habe, bzw. derartiges als schläfrigkeitserzeugenden Fehlgriff eher vermieden habe- gibt es doch nichts schlimmeres, als gegen halb drei die Augen nur noch mittels aufgebogener Büroklammern aufhalten zu können, oder unter Zuhilfenahme zweier geschickt platzierter Tackernadeln.



Außerdem hab ich den Verdacht, dass die heutigen Rezeptvorschläge eigens dafür ausgesucht wurden, was zu finden, das ich nicht mag. Was ich mag, ist derzeit bei meinem Lebensmitteldealer nicht zu kriegen, z.B. Clementinen. (Im September ist es damit nicht weit her… Irgendwie erstreckt sich das Discounter-Angebot, welches wenig überzeugend Weihnachten vorgaukeln will, (noch) nicht auf die entsprechenden Südfrüchte. Dafür gibt’s, direkt neben den Lebkuchen, gefärbte, hart gekochte Eier.)



Was nicht Clementine ist, ist Gewürzgurke. Oder Salatcreme (20% Fett- schmeckt wahrscheinlich äh bäh, deshalb hab ich Zaziki gekauft. Hat auch 20%), oder Fruchtaufstrich. Früher sagte man Marmeladenersatz dazu.

Sauer eingelegtes Gemüse kann mir gern gestohlen bleiben, Margarine oder Butter muss ich nicht ersetzen, denn die mochte ich noch nie, und Marmelade ist auch nur ein Mittel, den Blutzucker hochzupushen, wenn der abnorm absinkt. Dann aber richtig, und nicht so obstig. Da gehört Zucker rein, meine Lieben.



Überhaupt muss ich sagen, dass der Kostplan für heute zwar gaaaaaanz ganz viele Sachen vorsah, dass es mir aber schon recht stressig vorkommt, jedes singuläre Reiskorn liebevoll auf einem Salatblatt dekoriert zum Munde zu führen. Wobei es gern drei bis fünf verschiedene Salatblattsorten sein dürfen. Jedes zu einem kleinen Herzchen gefaltet. Gestapelt, mit Schnittlauchröhrchen zu Paketen geschnürt, und dann zur Füllung von Erbsen verwendet, die dann einzeln in Mineralwasser angebraten werden.



Ihr merkt schon: Wenn ich nix zu essen krieg, werde ich kribitzig- in Wirklichkeit ist es natürlich nicht ganz so. Ich neige nur ein wenig zum Kritteln. Und zum dann-koch-ich-doch-lieber-was-anderes…





Aber das gibt sich. Vielleicht.




Wildlife

im Garten meiner Schwester- und festgehalten bei Flickr.
Viel Spaß!


Montag, 21. September 2009

Was ich gerade nicht lese

Vor einigen Tagen habe ich (für einen Bücherflohmarkt) meine Regale durchgeschaut.
Nun bin ich eine Nicht-Bücherabgeberin. Ehrlich- was einmal gedruckt und in meinen Fängen gelandet ist, geht kein Risiko ein, in irgendeiner Form vernichtet zu werden, es sei denn ich lasse es in die Wanne fallen, die Katzen zerlegen es oder ich verleihe es und bekomme es nicht zurück.
Was ich kaufe, bleibt.
So fiel es mir schwer, selbst für einen guten Zweck die Bestände zu vermindern.
Ein paar Doppel wanderten in den Korb, und ein paar Exemplare von diesen Massenautoren, die immer wieder das gleiche Buch schreiben, nur mit anderen Schauplätzen und neuen Namen. Manche wechseln nicht mal die Schauplätze und verkaufen das als Markenzeichen.
Zurück zum Thema.
Ein Buch, das mir in die Hände fiel, war „Die neue Brigitte-Diät“ (lacht nur).
So neu, in der Tat, dass es noch nicht einmal geöffnet wurde- ich habs gekauft, um das ausgeliehene Exemplar zurück geben zu können, meine eigene Ausgabe, sozusagen.
Nun ja, da lag es, all new and shiny, außer einigen Katzenhaaren nix dran.
Sollte ich es wirklich weg geben?

Nein.

Abgesehen von der allgegenwärtigen DasistmeinBuchundichwillsbehalten-Mentalität war da noch was.
Es ist ja so, wie einige von euch aus eigener Anschauung wissen, dass ich eine von diesen Existenzen mit einem gehörigen Realitätspuffer bin, ringsum und vor allem am Hintern.
Oft bin ich hin und hergerissen zwischen schlichtem Ignorieren der Massen, einem sarkastischen „Immerhin, diese Mengen zu transportieren erfordert stabile Beine“ und angeekeltem Abwenden, wann immer ich das Pech habe, unverhofft in einen Spiegel zu schauen.
Abnehmen ist eine All-Time-Herausforderung für mich, ein wunder Punkt, ein altes Thema, eine nervige Angelegenheit.
Eine Freundin, die es schafft, trotz weniger Kilos noch mehr drunter zu leiden, ist da wesentlich aktiver als ich. Die hat alle drei bis sechs Monate was Neues. No fat. Low fat. Fit for, fit without, fit inspite of fun; Low carb, no carb, whatever. Meist lass ich mich für ein paar Stunden davon anstecken, nur um dann entnervt und voller Widerspruch das Thema wieder zur Ruhe zu betten.
Ihr nützt das genau so viel wie mir- nämlich Null.

Ein Wochenende wie dieses nun lässt chez Lily folgenden Soundtrack hörbar werden:
Das leise Surren des Lüfters meines Computers. Tasten klicken, untermalt von leisem Kauen. Alle halbe Stunde raschelt das Zigarettenpapier, die Katzen miauen und zwei- dreimal am Tag lärmt die Kaffeemühle.
Also: Futtern, rumsitzen, qualmen, Kaffeetrinken (die Mühle mahlt nur für ganze Kannen- keine fancy Kaffeemaschine im Einzeltassenmodus hier. Aber der Kaffee schmeckt.)
Das alles verträgt sich prima mit dem Diabetes, mit der Durchblutungsstörung in der Beckenarterie rechts und den Rückenschmerzen.
Alter Falter.
Wenig Bewegung macht insulinresistent. Insulin in höheren Dosen macht fett. Hohe Blutzucker machen unmotiviert, müde , depressiv und weinerlich.
Leute, an guten Tagen fühl ich mich wie 70. An schlechten sieht man mir die Hundert an.

Je mehr ich rumsitze, desto beschissener fühl ich mich, kann man vereinfacht sagen.
Je beschissener ich mich fühle, desto mehr meint die faule Sau in mir drin, dass ich mich ein bisschen ausruhen möchte.

Fakt ist: Ich fress zuviel, ich rauch zuviel, ich sitze zuviel.
Fakt ist auch: Das Buch liegt da, und ich weiß, dass, Zauberdiätchen hin oder her, fdH das Mittel der Wahl ist. Einfach, weil ich definitiv nicht das Falsche esse. Also, das auch, aber zunächst mal viel zu viel, auch vom Richtigen.
Neben den ästhetischen und gesundheitlichen Folgen ist das auch teuer.
Der Schweinehund ist da, meine Lieben, und er sitzt auf mir drauf! Und scheißt auf mich! Der Arsch.

Zeit, ihm einen Tritt zu verpassen, in den Allerwertesten. Oder auch Allerfettesten, wie man will.
Ich mag hier nicht den einmillionsten Diätblog eröffnen, weil ich auch noch andere Interessen habe.
Aber ich möchte mir eine neue Rubrik gönnen: Die Lily-wird-fitter-Rubrik.
Ich hoffe: Demnächst jeden Samstag hier.

Und ich bitte um Erinnerung, sowie um gnadenlosen Spott, sollte ich faule Entschuldigungen beibringen.

So.

Vorsatz für heute:
Mithilfe des Buchs einen der Ernährungspläne aussuchen, und mit der Einkaufsliste, die man da abschreiben kann, für die erste Woche einkaufen.
Das Kind anrufen und um Rückgabe der Waage bitten.
Anschließend was schönes unternehmen- heut hab ich frei!!!


Unglaublich motivierte Grüße,


Samstag, 19. September 2009

All in vain.

So sollte es aussehen- funzt aber nicht. Grrrmbl.




Quel horreur.


Die heutige Nacht hab ich bei Blogger verbracht. Denn ich wollte ein Favicon. Ein Favicon ist, wie ich zuvor lernte, ein klitzekleines Bildchen oben in der Befehlszeile des Browsers, vor dem http. Und auch an der linken Ecke der Registerkanten, die man sieht, wenn man mehrere Tabs offen hat. Und, monkey see, monkey do- ich hab’s gelernt, ich hab’s gewollt.
Ein hübsches Bildchen hab ich mir gezaubert, in Blogorrhoe-Grün, mit Lily in Lila drauf. Denn der ganze Blogname passt nicht drauf, ich glaub, das Bildchen darf nur 16 x 16 Pixel groß sein.
Vor die Schönheit haben die Götter aber das Html gesetzt. Nun hab ich wenig Hemmungen, einfach wo dran rumzubasteln, egal, ob ich weiß wie es geht oder nicht, was man unschwer an diesem Blog erkennen kann, der auch mal gaaaaanz anders aussah. Ist ja auch nicht vollkommen unlogisch, das Zeug, und mit den ganzen hrefs und divs und spitzen Klammern kann man mich eigentlich nicht erschrecken. Nach Lektüre diverser Hilfeseiten und so war ich dann dem Ziel schon ziemlich nahe, insofern, als ich wusste, wo in dem Code ich die entsprechende Zeile einbinden muss, und auch die Syntax des entsprechenden Ausdrucks war mir inzwischen bekannt.
Aber ach.
Gegen drei heut morgen war dann Essig mit jeglicher Konzentration, und ich musste aufgeben, ganz einfach, weil ich zu müde war, um die letzten Störrischkeiten zu beseitigen.
Leider konnte ich nicht lange im Bett bleiben, weil die Katzen ihr Frühstück wollten, und ich noch vor dem Aufstehen einkaufen musste- es war kein Futter mehr da für die Fellerei.


Deshalb hab ich grad noch mal geschlafen, oder es versucht- und den übelsten aller Übelträume gehabt, was ganz Nackenhaareaufstellendes, Herzrasenmachendes, Sich-Das-Schlafen-Abgewöhnen-Wollen-Machendes.
Hu.
Wenn ich sonst schlecht träume, was selten ist, dann geht’s meist um Mörder und solchen Pipi-Kram, oder um das obligatorische Weglaufen und nicht vom Fleck kommen.
Aber das? Ich kanns nicht mal beschreiben- es ist nicht mal was „passiert“. Es war nur die Gewissheit einer namenlosen Bedrohung, was ganz Urzeitliches, Vorsprachliches, Grauenerregendes. Mit Soundtrack. Und in Farbe.




Noch mal hu.
Heut Nacht werd ich wohl nicht schlafen.
 


Freitag, 18. September 2009

Aus gegebenem Anlass.

Aufgrund des Berichts aus Berlin verlinke ich hier mal mit einer gewissen klammheimlichen Freude auf das hier.
Bericht aus Bonn- lange nicht gesehen ;-)
Des weiteren hat mir das Schicksal, welches ich im letzten Post dazu ermahnte, noch die Begegnung mit einer Wandelleiche beschert (der Typ sah tot aus, er roch übel und er lief herum), den zweiten Unterzucker des Tages, diesmal mit Traubenzucker bekämpft und nicht mit Kirschmarmelade, sowie ein wunderbares Tässchen Suppe zum Abendbrot (Consommé double- zwar aus der Dose, aber aus einer feinen).
Alles in allem ein ereignisreicherer Tag als zunächst vermutet.
Und jetzt ist er auch schon wieder um, beinahe. Dafür ist das Wochenende da, welches ich allen zwecks Genussschöpfung ans Herz lege.


Liebes Schicksal,

Heute ist ein merkwürdiger Tag: Ich hab noch nichts getan, um die Welt zu verbessern, hab nichts erfunden, keinen gerettet- nur einem bei der Arbeitsverweigerung zugesehen, und mein Auto da abgeholt, wo ich es gestern (zu weit weg von zu Hause) habe parken müssen.



Das muss besser werden. Gib dir mal n bisschen Mühe, Schicksal!

Liebe Grüße,





Bekenntnisse

Ich weiß nicht, wann Blogger das hier speichern wird- aber, fürs Protokoll: Es ist drei Uhr in der Nacht.
Oder kurz danach, das tut nichts zur Sache.
Ich bin wach geworden, und habe mich eine Weile im Bett herumgedreht, hab das Oberbett gewendet, aber es half nichts, die Unruhe war zu groß, der Drang zu mächtig.
Ich bin ein bisschen zittrig, wie immer, wenn sich diese Begierde einstellt, und langsam freunde ich mich mit dem Gedanken an, es zu tun- auch wenn es buchstäblich mitten in der Nacht ist.
Meine Hand tastet auf dem Nachttisch nach dem unvermeidbaren Gegenstand, dem einen, jetzt so lebenswichtigen Ding...
Meiner Brille. Aufstehen, in die Küche gehen, und zwei Toast mit Kirschmarmelade mit ziemlichem Genuss verspeisen, das sind dann nur noch Lappalien.
Und die Geschwätzigkeit ist auch nur ein Symptom: Von Unterzuckerung, mitten in der Nacht.
Und vom Lily-Sein, aber das ist keine Krankheit, das ist ein Feature.
Schlaft weiter, Ihr Lieben, Lily ist wach und passt auf, dass keiner die Kirschmarmelade klaut.

Donnerstag, 17. September 2009

Frühstück mit Vorurteilen

Seit einiger Zeit hat sich die Crew an meinem Arbeitsplatz um zwei Teilzeitkräfte erweitert, die den Platz einer ausgeschiedenen Kollegin einnehmen.
Zwei Frauen, eine etwas jünger und eine etwas älter als ich, beide Rückkehrerinnen aus der Beurlaubung zur Kinderbetreuung.
Wie das in vielen Büros so ist, trifft man sich morgens und mittags kurz, um seinen Kaffee zu trinken, und ein bisschen Smalltalk zu machen.
Das war schon immer so, je nach Arbeitsanfall dauert das mal länger und mal kürzer, und die Themen der Unterhaltung sind weit gefächert, wie sich das bei einer sehr gemischten Gruppe quasi von selbst ergibt.
In den letzten Monaten muss ich jedoch öfter wirklich an mich halten…
Und, Herrschaften, in Diskussionen an mich zu halten ist derartig schwer für mich, dass ich dafür eigentlich eine extra Belobigung verdient habe.
So wie heute Morgen…
Der genaue Hergang ist für mich nicht mehr zu entschleiern, aber die Aufmerksamkeit der diskutierenden Runde wandte sich dem Thema Homosexualität zu.
Und in kürzester Zeit lernte ich folgendes:

1. Homosexuelle Männer haben ja, schon rein hormonell (!) bedingt, eine hohe Stimme.

2. Homosexuelle Männer erkennt man auch schon sehr schnell an ihrem tuckigen Gehabe. Das ist auch hormonell.

3. Obwohl es ja so ist, dass es in reinen Männerbeziehungen immer einen gibt, der den Mann spielt (das „Mann“ in dem Satz war entschieden von Anführungszeichen geprägt) und einen, der die „Frau“ gibt, machte sich die Kollegin, von der diese Äußerung stammte, keine Vorstellung, wie das denn funktionieren soll, wenn alle schwulen Männer Tucken sind.

4. Homosexuelle Frauen werden von Männern dazu gemacht.
Dazu gab es frei Haus ein Beispiel: Die Tochter eines entfernten Verwandten hatte, während ihres Studiums, an einer Sexhotline gearbeitet- und anschließend war sie, die doch vorher höchst hetero war, plötzlich homosexuell. Weil das so eklig war, was die Männer, die da anriefen, von ihr wollten. Manche Frauen seien aber auch so „bi-sexuell“, da wär das dann bestimmt ganz besonders schnell so, dass die beeinflusst würden von schlechter Behandlung.

Nun ja.

Insgesamt höchst interessant, belegt doch in diesem Fall wieder einmal Volkes Stimme, dass männliche Sexualität, wenn auch vielleicht unter Einfluss geheimnisvoller Hormone, etwas Eigenständiges ist. Weibliche Sexualität scheint sich jedoch lediglich unter männlichem Einfluss zu entwickeln…
Ich hab versucht, die Klappe zu halten. Ehrlich. Ich war wirklich bemüht- aber ich konnte nicht. Es hat aber nichts geändert. Sie hat mir nämlich gar nicht zugehört, sondern unentwegt und mit ziemlich erhobener Stimme (klar, sie musste mich ja übertönen) weiterhin Weisheiten aus der Goldenen Frau im Spiegel oder so von sich gegeben.

Dass die Menschen vielleicht ein paar Jahre brauchen, um ihre sexuelle Orientierung klar zu erkennen, dass viele vielleicht lange Zeit bemüht sind, sich dem Mainstream anzupassen, um vergleichsweise ruhig zu leben, und daher einfach später erst „ihre“ Richtung finden, all das hab ich ins Rennen geworfen- vergebens. Das drang nicht durch.

Dass genau diese Art sturen, ignoranten Beharrens auf einer „Meinung“ bei ihrer Tochter vielleicht mal zu einem Leben voller Elend führen kann, wird ihr nicht klar zu machen sein.

*seufz*
Und das im Jahre 2009.


Mittwoch, 16. September 2009

Meine Meinung:

Knopfler is god...



da kann mir Clapton derzeit mal gestohlen bleiben.

Daneben liegen


Heute ist wieder so ein Tag, an dem man weder zu Hause noch im Büro ganz da ist, wo man sein sollte. Im Büro schweifen die Gedanken ab, man möchte nach Hause, um da ganz wichtige oder angenehme Sachen zu erledigen, um vielleicht eine Stunde zu schlafen, die Katzen zu kraulen oder die Geschichte von Emma, Johanna und Marleen weiter zu schreiben.

Zu Hause dann fällt einem ein, was man alles noch nicht erledigt hat im Büro, was morgen dran ist, was bis Montag raus muss und was noch liegen bleiben kann, und man ist beinahe versucht, wieder hin zu fahren, um das latent immer vorhandene schlechte Gewissen ein einziges Mal zu beruhigen.
Die jeweils gerade herrschende Realität aber ist hinderlich, die wünscht man weg, die nimmt man kaum wahr.

Und am Ende der Woche fragt man sich, wo die Zeit geblieben ist.
Weg gewünscht, was sonst?







Nachsatz: Soeben habe ich festgestellt, dass ich, anstelle meines Blutzuckermessgeräts das Telefon mit ins Büro genommen habe. Also, nicht das Handy, versteht sich... Wie sagte Omma noch so schön: Bisschen doof ist ja niedlich. Aber so?

Dienstag, 15. September 2009

Das schmerzt


Ich hab sie wieder.
Beim letzten Mal hab ich alles unternommen, was man gemeinhin tut, um sie loszuwerden, es hat trotzdem ewig gedauert. Diesmal werde ich einfach abwarten, obwohl es sehr, sehr, SEHR unangenehm ist…
Ich hab eine Entzündung in der Achillessehne. Zurzeit nur einseitig rechts, aber was nicht ist, kann noch werden. Die Überlast auf der anderen Seite ist nicht wegzudiskutieren.
Beim letzten Mal bin ich zum Orthopäden gegangen. Als Schmerzmittel, Einreibezeugs, Einlagen und so was alles nicht geholfen haben, hat er Stoßwellentherapien ausprobiert. Die fand immer statt, wenn die Praxis geschlossen war, vermutlich, damit ihm nicht die anderen Patienten weg laufen. Nur soviel: Es hat schweineweh getan- nicht nur der Sehne, sondern auch meinem Portemonnaie- und es hat null genützt. Etwas geändert haben dann Quarkwickel, Schonung und Wadenmuskeldehn-Übungen, ohne Last, sowie Zeit, viel Zeit.
Da ich gestern Abend, als es langsam schlimm wurde, keinen Quark zu Hause hatte, musste die Nacht irgendwie so überstanden werden, wobei die ganze Geschichte noch getoppt wurde durch einen üblen Wadenkrampf mitten in der Nacht. Ganz toll. Ich wette, der ein oder andere Nachbar hat mich fluchen und jammern gehört.
Der heutige Tag sieht mich daher in offenen Schuhen (bloß keine geschlossene Ferse, das treibt mich die Wände hoch), und ohne Socken (dito), sowie humpelnd wie das, was man hierzulande „die Omma“ nennt.
Damit ich nur beim Laufen wie Omma aussehe, hab ich dann doch wahr gemacht, was ich gestern bei Svenja angekündigt habe: Den Griff in den Farbtopf. Normalerweise hab ich morgens dazu (also zum Schminken) keine Zeit, bzw. nehme mir sie nicht. Aber es hat ein Element von Sich-um-sich-selbst-kümmern, und das steht eigentlich derzeit auf dem Plan.
In den meisten Fällen nicht mit so dekorativen Auswirkungen, sondern eher im Sinne von Basics sicherstellen, wie ausreichend Schlaf und so, und im Interesse einer gewissen Balance. Das beschäftigt mich normalerweise schon ausreichend, für den Verzierungsteil ist dann keine Energie übrig. Überhaupt: Energie.
Wo steckt die eigentlich?
Wer sie findet, möge sie bitte hier abliefern. Danke auch.
Bis dahin bin ich dekorativ, und bleibe sitzen. Solange es geht.

Liebe Grüße, und einen Tag im Gleichgewicht,