Montag, 23. September 2013

Wir singen zusammen: Teil 1, Krautsalat Killed the Android Phone



Nicht wirklich. Aber es hätte sein können.
Stunden nachdem einer der zwei mir im Gedächtnis gebliebenen Wähler gestern seinen Stimmzettel in der Wahlkabine in Brand gesetzt hatte, gönnte ich mir einen Korfu-Teller im Aegidi-Grill, just around the corner.

Ich hatte nämlich Pommes-Hunger.
Das habe ich selten, vielleicht zwei Mal im Jahr, und meist ist es ein griechisch eingefärbter Hunger, der neben Pommes zu seiner Befriedigung auch gern noch einen exotisch benamten Teller mit diversen Fleischgerichten in Anspruch nimmt.

Das Erfrischungsgeld, welches ein freundlicher Stadtwahlleiter an das Personal in den Wahlvorständen verteilen lässt, kam mir da gerade recht. Da ich sonst seltenst Geld in der Tasche habe, muss der Aegidi-Grill oft auf meine Kohle verzichten (beim Burger King kann man tatsächlich mit der Karte bezahlen. Ab fünf Euro).

Von der Fleisch- und Pommes-Orgie übrig blieb der Krautsalat (und ein Teil der stahlharten Pommes, die in ihrem ersten Leben als Splinte ihren Unterhalt verdient haben).
Der Krautsalatbehälter fand dann in der Montagmorgenhektik seinen Weg in meine Tasche, erwies sich jedoch als übervoll, mit Alu-Folie umwickelt und undicht.

Die Sammlung an Elektronik in meiner Tasche (Blutzuckermessgerät, Handy, Navi) riecht demnach inzwischen nach Essig und Kohl. Nichts davon ist allerdings kaputt gegangen.

Trotzdem frag ich mich:

WARUM bin ich immer die Trottelin, der so was passiert? Es gibt Millionen von Menschen, die mein Alter erreicht und es zwischendurch geschafft haben, die Auswirkungen eines Besuchs im Aegidi-Grill ihrer Wahl auf ihre Hüften zu beschränken.
Jedoch: Die Hälfte meiner Zeit könnte ich theoretisch damit verbringen, die Hände zu ringen wegen der Entscheidungen in der anderen Hälfte. Das verschlingt viel Zeit. Zeit, die ich zum Beispiel zu Sport und Spiel nützen könnte.
Aber ach... Hände ringen ist alles, was ich tun kann. 


Der zweite Wähler, der mir im Gedächtnis blieb, äußerte Verschwörungsbefürchtungen, weil er nicht bei mir wählen konnte, sondern einen anderen Wahlvorstand aufsuchen musste (der im gleichen Saal saß, in dem auch meines war). Ich habe den Mann wirklich  nur mit Mühe weg schicken können. Dafür blieb er dann tatsächlich ca. 20 Minuten (!!) in der Wahlkabine. Wozu auch immer, dafür aber ohne Rauchentwicklung. 

Ein Sonntag in Deutschland, meine Lieben!











Mittwoch, 11. September 2013

Kuck ma!




 -Gestern hat mir das Wassergehopse* endgültig den Rücken verhauen. Nachdem mir die Betriebsärztin letzten Donnerstag den Bürostuhl „richtig“ eingestellt hat, kann ich gar nicht mehr drauf sitzen, und der Ischias nervt gewaltig. Seither war es nur unbequem, ab heute fühlt es sich so an, als sterbe ein Teil meines üppigen Hinterteils einen langsamen Tod. Leider ahnt der Beobachter, dass dies definitiv NICHT schön aussehen wird. Ob es symmetrischer ausgeht, wenn ich mich einfach andersrum draufsetze?


-Die Leute draußen machen auch grad Wassergehopse, denn die Gullys werden nicht mit den Wassermassen fertig. Im Schwimmbecken ist es wärmer!


-Der Kollege hat dem Chef erfolgreich klar gemacht, dass er (als einziger) dringend einen Mac braucht, um weiter seine Arbeit erledigen zu können. Kernbegründung: Damit arbeitet er schon immer, und es ist ihm zur zweiten Natur geworden, auf einem stylischen und designmäßig avantgardistischen Gerät seine Statistiken zu verwalten. Nun denn, Chef... Ich brauche übrigens eine Couch, um mich halbwegs wohl zu fühlen, schließlich verbringe ich seit Jahren fast jeden Feierabend darauf, und es ist mir doch sehr ungewohnt, aufrecht sitzen zu müssen. Wie wäre es mit einem Ausflug in die nächste High-End-Möbelausstellung? 
Anmerkung: Das mit dem "War schon immer so" ist ein Argument, das eines Sozialwissenschaftlers nicht würdig ist. Rein formal schon nicht.  Es ist eines Sozialwissenschaftlers auch unwürdig, drauf reinzufallen.


-Wildlife im Büro: Die Amaryllis hat Springschwänze.


-Es wird Winter. Was man daran merkt, dass im Büro schon die Heizung anspringt, wenn man am Thermostat dreht.


-Es ist noch nicht Winter. Was man daran merkt, dass der Durchlauferhitzer sich nur in der Sommer-Einstellung auf körperkompatible Temperaturen einstellen lässt.


-Schön: Wenn die Kollegin, die nur selten im Haus ist, dir um den Hals fällt, weil sie sich so freut, dich zu sehen.


-Kognitive Dissonanz: Fünfzig sein, abgeklärt und mit zweitem Vornamen „Quell der Weisheit“ heißen und sich trotzdem fragen, was mit einem nicht stimmt, weil man bei Facebook nur 50 Freunde hat, und der Arsch von drei Häuser weiter über tausend.


-Frage des Monats: Socken oder (noch) keine Socken?


Bis bald,
DieLily. 

* Wassergehopse: Aquawalking. Also Wassergehopse!

Mittwoch, 4. September 2013

Ein Porträt

Die Augen der Frau sind Schaufenster mit Blick auf die Schlachtfelder ihres Lebens. Zuviel Schweiß und Tränen sind an ihnen vorbei gezogen, und haben beinah jedes Gefühl davon gespült. Blut war sicherlich auch dabei, und bestimmt nicht immer nur ihres. Dafür wirkt sie zu eckig. So, als könnte man sich an ihr blaue Flecken und ordentliche Schrammen holen. Die Ecken sind gut versteckt unter dem weich werdenden Fett des mittleren Alters, und die herabgezogenen Mundwinkel glätten das, was von Lachfältchen übrig geblieben ist. Sie muss einmal gut ausgesehen haben, und nicht nur in der üblichen Spanne zwischen 13 und 17, bevor die ersten Ahnungen des Scheiterns die Jugend in die Defensive drängen. Ein bisschen von der Arroganz der gut Aussehenden ist noch zu erkennen, und man kann vermuten, dass der Mund auch lächeln könnte.

Da ist auch etwas anderes, auf das sie immer noch stolz ist. Intelligenz vielleicht, oder etwas anderes, nicht durch die Zeit Verwitterndes. Direkt daneben jedoch steht, mindestens ebenso groß, die verlorene Schlacht, die den Krieg gleich mit beendete. Ein Denkmal, trüb rostfarben und jedem Frieden widersprechend. Die Erkenntnis vielleicht, dass sie ihre Waffen nicht wirksam genutzt hat, die Strategie und Taktik ihrer nicht würdig, verwässert, abgemildert und ihrer Schärfe beraubt waren. Die Potenziale jedoch scheinen ausgeglichen und verleihen ihr Tiefe. Sie lassen spüren, dass da jemand ist, der Jemand hätte sein können, aber auch, dass sie vollständiger ist mit dem Scheitern, dreidimensional, eine Persönlichkeit.
Ob sie eine gute Freundin ist, eine präsente und liebevolle Mutter?
Sicher gibt sie nur ungern auf, verbeißt sich gern in Dinge und ist gut darin, die Fäden zu entwirren, die über ihren Weg gespannt sind. Vielleicht hat sie gelernt, sich ihre Kämpfe gut auszuwählen, darauf wetten sollte man jedoch nicht. Eine Kriegerin, oft und oft auf verlorenem Posten. Kein Mensch für ein Team, sondern eine, die die Rollen auf sich selbst verteilt, obwohl sie weiß, dass sie sie nicht alle gut spielt.

Hinter den Schranken und den bewehrten Türmen ahnt man, wenn man nah genug heran geht, die Gärten und Teiche eines friedlichen Landes. Sonnenauf- und -untergänge in einem Spektrum kräftiger Farben, bunt bemalte Skulpturen und schwarzweiße Jongleure in den Schatten der Bäume.

Und dort an der Brücke steht sie und blinzelt in den blauen Himmel.

Montag, 2. September 2013

Schon wieder eine...

schlaflose Sonntagnacht. Die häufen sich in letzter Zeit- drei sind es in vier Wochen. Und wie so oft gibt es einen Grund (wie eigentlich immer, nicht wahr?) - ich hab Zorn, auf andere und auch auf mich selbst. Auf die Anderen, weil sie mich in eine Lage bringen, die ich nicht mehr tolerieren will. Auf mich, weil es mir so schwer fällt, dagegen was zu tun. Ich komme mir ausgebeutet vor und unter Wert gehandelt- das ist was, was ich nicht vertrage(n will). Da macht wer seinen Schnitt mit mir, und das gefällt mir definitiv nicht.
Wenn ich nichts dagegen mache, wird sich nichts ändern. Das Problem ist nur, dass ich mich sehr hüten muss, nicht zu schäumen und zu  toben. Argumente müssen her, und im Moment hab ich nur "Das passt mir ganz und gar nicht"- bisschen mager.
Trotzdem ist das ein legitimes Gefühl, von dem wir alle wissen, dass es besser beachtet wird. Wenn nicht, kann das fies nach hinten losgehen. "Beachten" muss aber eine Entscheidung oder wenigstens eine Handlung nach sich ziehen. In dem Bewusstsein von so einem Gefühl zu bleiben, macht nämlich auch krank. Einfach abstellen und an was Nettes denken geht hier nicht, dafür macht mich das zu sauer.
Also Leute, wünscht mir Mut. Und ein paar Ideen für eine Strategie...

Schlaft schön :-)

DieLily

Mittwoch, 28. August 2013

Gleichgültig

wie wir als Person, als Nation oder als Gruppe den Einsatz deutscher oder anderer ausländischer Soldaten in Ländern wie Afghanistan oder Irak beurteilen, es sind immer Menschen, die dort kämpfen/ schützen/ aufbauen. Menschen, die das nicht unbedingt freiwillig tun, aber oft sehr enthusiastisch.
Genauso oft kommen sie traumatisisert und gezeichnet für ihr ganzes restliches Leben zurück.
Hier ist etwas Lesenswertes darüber, und auch über das Verarbeiten: The Atlantic über Six Word War

Samstag, 24. August 2013

Tierischer Content

Ihr habt ja bereits beim letzten Posting gemerkt, dass ich so langsam die Kamera warm laufen lasse, um für künftige, spektakuläre Fotos jederzeit in Bereitschaft zu sein. Macht euch also gefasst (zumindest auf Verweise zum Flickr-Account und anderen Spielwiesen der Pixeltechnik).
Mein Wohnzimmerfenster samt Balkontür haben einen Blick nach Osten, und damit auf den Sonnenaufgang. Wenn ich aus dem Haus gehe, liegt rechts die Straße runter ein Feuchtgebiet (dollerweise auch noch Naturschutzgebiet), über dem jeden Morgen zu dieser Jahreszeit ein sehr dekorativer Nebel aufsteigt. Und obwohl es auf meinem Rechner Hunderte von Sonnenaufgangs- und Nebel-über-den-Wiesen-Bildern gibt, wird mir das nicht langweilig. Und heute werden Freundin Nicole und ich Gelsenkirchen heimsuchen. Nicht wegen der idyllischen, altertümlichen Innenstadt, denn die kann man nur genießen, wenn man auf Bausünden steht (sorry, Gelsenkirchener, aber ich krieg Alpträume in der eurer City), sondern wegen des Zoos.
Ich steh auf Zoos, obwohl ich weiß, dass die durchaus kritisch gesehen werden können. Sämtliche im Fernsehen ausgestrahlte Zoo-Soaps stehen auf meiner Programmliste und werden täglich als erste angeschaut, sofern ich Zeit zum Fernsehen hab. Klar ist das alles hübsch geschönt, und sehr vermenschlicht, aber egal, ich steh drauf. Außerdem bieten die Tiergärten und Zoos eine Gelegenheit zum Fotografieren, die man sonst nicht ohne weiteres hier findet. Vor allem Aquarien sind da sehr dankbar, und wer immer die Geduld hat, mit mir dorthin zu pilgern, verdient höchste Anerkennung und tierische Lobpreisung, weil es ätzend ist, alle zwanzig Meter stehen bleiben zu müssen, während ich vor mich hin murmele und das gleiche Bild fünf Mal mache, damit es so ist, wie ich das will. 

Heute geht es also in den Zoom-Erlebnispark, wie der Laden heutzutage heißt. Früher war dieser Zoo mit das abschreckendste Beispiel dafür, wie man es nicht macht- Großkatzen in Käfigen, die nicht größer waren als mein Badezimmer, also so drei Quadratmeter, vielleicht auch vier. Der Besucher konnte die Tiere sehen, das war aber auch alles. Gruselige Beispiele von Hospitalismus in jeder Betonzelle, deprimierende Gestalten, voller stereotyper Bewegungen und ritualisierter Übersprungshandlungen. Schrecklich.
Ich hab immer noch Bedenken, vor allem bei Arten, die man als Wildtiere durchgehen lassen könnte, und bei Bewegungstieren mit großen Revieren in ihrer Heimat. Elefanten zum Beispiel werden bereits seit Jahrhunderten als Haustiere domestiziert, trotzdem bin ich nicht sicher, ob diese ja nomadisch lebenden Tiere in Zoos zufrieden sind. 

Große Primaten sind ein anderes Beispiel. Die Dichte der Tierhaltung ist in Zoos bestimmt grenzwertig- trotzdem leben gerade gefährdete Arten dort sicherlich besser als vielerorts, wo sie als Haustiere gehalten, geschlachtet und gegessen werden. 
Die Erhaltungszuchtprogramme tun anscheinend viel Gutes. Nur: Wozu erhalten wir die Arten? Ist damit zu rechnen, dass die Tiere irgendwann als Art zurück kehren können in ihre Habitate? Geschieht das alles nur, um einen lebendigen Aufbewahrungsort für die Genome der Arten zu behalten? Nach dem Motto: Schaut mal, da ist unser Gen-Vorrat, sieht doch nett aus, zahlt bitte Eintritt? 
Ich glaube, da sollten wir uns nix vormachen. Die Tiere werden in Zoos aufbewahrt, weil sie ansonsten umgebracht würden, da dem Menschen im Weg. Es befriedigt das ästhetische und wissenschaftliche Interesse der Menschen, sie dort zu halten. Man konnte damit auch mal Geld machen und auch bedrohte und bereits nicht mehr in der Natur vorhandene Tiere besichtigen. 

Ein reines naturschützerisches Interesse kann ich aber nur dort erkennen, wo auch die unscheinbaren, nicht spektakulären Arten gehegt und gepflegt werden, auch und vor allem in den „Backstage“-Bereichen, wo kein Besucher vor einem Gitter steht. Diese Bereiche gibt es, wie alle Zuschauer der Serien „Tiername, noch 'n Tiername und Co“ wissen.
Auffallend ist für mich, dass die Umgebung der Tiere dort wesentlich schlichter und anregungsärmer ist als in den Schauen. Mir ist schon bewusst, dass es viel Geld kostet, einen kleinen Dschungel vorrätig zu halten, damit sich ein Nasenbär drin verstecken kann. Das Geld spart man sich in den Boxen hinter der Bühne. 
Da beschleicht mich dann aber der Verdacht, dass die „Naturnähe“ der Schaugehege vorrangig das Bedürfnis der Besucher bedient und nur am Rande die Ansprüche der Tiere. Abgesehen davon, sind viele der scheueren Arten trotz aller „natürlich“ eingerichteten Gehege nicht in der Lage, dort die Deckung zu suchen, die sie vielleicht haben möchten. Wäre das anders, bekäme kein Besucher sie zu sehen.
Dass Quarantäne- und Eingewöhnungsräume anregungsarm und eher schlicht ausgestattet sind, versteht sich von selbst, derartige Zimmer sind auch für Menschen nicht anders eingerichtet, weil ihr Hauptziel eben ein praktisches ist, und Quellen für Infektionen und solche Dinge ausgeschaltet werden müssen.
Als regelmäßige Zuschauerin der Zoo-Soaps meint man, das Dilemma der Beschäftigten dort zu erkennen: Der Respekt vor dem Tier als wildem Geschöpf gegen die Bedürfnisse, sich die Arbeit beherrschbar zu gestalten, und auch gegen die eigenen Bedürfnisse nach Kontakt und einer Beziehung zu den Wesen, mit denen ihr Arbeitsalltag sich befasst.
 Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass alles andere, also die emotionslose Versorgung eines scheuen, wilden Tieres und damit die Respektierung seiner Verschiedenheit von uns schwer aushaltbar wäre- ich käme mir vor wie ein Sklave einer fremden Spezies. Futter zugänglich machen, Kot wegräumen, damit wäre alles getan. Ziemlich stumpf- und keiner von den im Fernsehen vertretenen Pflegern macht den Eindruck, als wäre er oder sie stumpf. Im Gegenteil. Sie alle haben eine Beziehung zu ihren Tieren, viele Tiere tragen Namen, kennen ihre Pfleger, oder diese gehören sogar zu ihrer Herde, wie bei Elefanten. Trauer herrscht, wenn eines stirbt, und jede Lebensäußerung wird liebevoll betrachtet und kommentiert. Der Tapirmann bemüht sich um seine Frau, und die Pfleger schauen von ferne zu, immer auch ein bisschen vermittelnd, dass sie sich fast wie Voyeure fühlen.
Der einsame Schildkrötenmann kriegt einen Gefährten, und da geht es nicht um die Fortpflanzung, sondern um Gesellschaft.
Damit ist alle Distanz zum „Wilden“ dahin- oder?

Ich glaube, Zoos dienen im Wesentlichen dazu, uns immer wieder zu zeigen, dass wir eben nicht alleine hier sind. Dazu kommt, dass viele Arten einfach atemberaubend schön sind, und dass das ein Reichtum ist, den wir uns auf diese Weise in unsere Nähe holen. Wenn wir uns und unsere Bedürfnisse auf diesem Gebiet ernst nehmen, dann sind Arterhaltungsprogramme und die Rolle der Zoos als Schutzräume nur ein weiterer, durchaus ehrenwerter Aspekt. 
Sofern den Bedürfnissen der Tiere weitestmöglich Anerkennung gezollt wird (und es wird sich sicherlich vieles ändern in den nächsten Jahren- vielleicht trägt eine Spezialisierung der Zoos auf bestimmte Arten, Gebiete oder Ökosysteme da gute Früchte) können Zoos sicherlich auf eine Weise Nähe zu unseren Mitgeschöpfen vermitteln, die heutzutage sonst schwer zu erreichen ist. Und deshalb mag ich sie, unsere Zoos. Und auch die Pfleger, vor allem die aus Leipzig :)

Ach ja: Fotos kommen, bestimmt :)))


Schönes Wochenende

vonne Lily.

Mittwoch, 14. August 2013

Zeit der Himmel

Zeit des Lichts.

Nach Monaten, in denen entweder kein oder zuviel Licht da war, endlich wieder interessante Dinge zum Fotografieren-vom-Balkon-aus...


Gestern Abend und...

Heute früh. Beide Bilder sind nicht bearbeitet.      



Der Herbst kommt.


Sonntag, 11. August 2013

I am it Suffer, Part 2


Wieder ein Post aus der Reihe „Lily gegen das Schicksal“. Diesmal geht es um Fahrzeuge, jeglicher Art.
Wie ihr alle wisst, bin ich im Besitz der silbernen Fee, auch Mimi-Nö genannt (von dem Geräusch, das sie macht, wenn sie mal wieder nicht anspringt - „ Mimimimimi - nö! Mimimimimi - nö!“)
Sie ist ein sensibles kleines Wesen, nicht mehr die Allerknackigste (immerhin 22), und außerdem geht es ihr beschissen, steht sie doch während meiner Bürozeit auf einem Parkplatz unter einem Baum, der von allerlei Fluggetier bewohnt ist. Im Frühling lag die Vogelsch... beinahe daumendick auf dem Heckfenster. Ich sag ja nur.

Im Januar schickte ich sie zu einem Sprachkurs, damit sie sich das „Nö“ am Ende ihrer Startsequenz abgewöhnt. Damals hatte ich die Befürchtung, dass sie bald in die ewigen Jagdgründe eingeht. Ihre Sprachtherapeuten versicherten mir jedoch, dass sie noch längst nicht auf dem letzten Loch pfeift, und so schritt ich frohgemut dahin, rollte in das Frühjahr und bewunderte hinfort die Darmtätigkeit der heimischen Fauna.

Kurze Zeit später, die Temperaturen pendelten sich so langsam im Plusbereich ein, zeigte sie eine neue Störung. Immer dann, wenn die Drehzahl sich dem Leerlauf näherte, ging sie mir aus.
Zu Anfang war es nicht „immer“, sondern eher am Ende meiner morgendlichen Tour. Das hatten wir dann so gut getimt, dass ich auf die Ampel vor dem Büro zufahren konnte, sie ging aus und ich hab sie mit abgestelltem Motor bis auf den Stellplatz rollen lassen können.

Je wärmer es wurde, desto ärgerlicher gestaltete sich die Fahrt in der Guten. Niedrige Drehzahlen? Nicht mit ihr. Was dazu führte, dass ich an jeder Ampel mit dem Gas spielte oder so tat, als hätte ich eins der neumodischen Autos mit Start/Stopp-Automatik. Nur mit dem Starten, das hatte sie nicht immer so schnell raus. Liegengeblieben sind wir nie, aber einmal hat uns eine Schar Radfahrer angeklingelt, weil wir nicht schnell genug los fuhren.

Als es so langsam wirklich nervig wurde, schaltete ich einen Sachverständigen ein. Also eher so eine Art Schrauber, denn eine Fachwerkstatt hätte sich wahrscheinlich schlapp gelacht. Zudem hatte ich keinen Bock auf die „Das lohnt sich nicht“-Diskussion. Der Schrauber sprach die gefürchteten Worte „Keine Ahnung, woran das liegt. Da muss ich suchen“. In Werkstattsprache heißt das: Kratz schon mal die Kohle zusammen, das kostet mehr als Ersatzteile und Einbau. Viel mehr. Suchen= Stunden = teuer.

Ich bat mir ein bisschen Sparzeit aus, und wir vertagten uns für ein paar Wochen bis zum Monatsende.

Dann, es wurde schnell immer ätzender, entwickelte sich ein ominöses Klappern. Der Keilriemen kreischte. Der Schrauber fuhr in den Urlaub für vier Wochen.
Als er sich dann endlich zurück gemeldet hatte, machten wir einen Termin. Der Wagen wurde bei ihm abgestellt, und er schritt frohgemut zu Werke...

...und das ist jetzt drei Wochen her. Er behauptet, dass er immer noch auf Ersatzteile wartet, von denen ich inzwischen befürchte, dass sie von den berühmten einäugigen tibetanischen Bettelmönchen zu Fuß über die historische Seifenstraße geliefert werden (nein, ich meine nicht die Seidenstraße. Die ist ja gut dokumentiert. Die Seifenstraße kennt kein Mensch, und die Bettelmönche verlaufen sich ständig, daher die Lieferzeiten). Zudem fehlt dem Schrauber eine Public-Relations-Abteilung, die mir von Zeit zu Zeit eine sms schickt, um mich auf dem Laufenden zu halten. Es ist wie im Krankenhaus. Man schleppt ständig Obst und Blumen und Zeitungen als Opfergaben für die Götter hin, und nie sind die Damen und Herren in den weißen Kitteln zu sprechen.
Situationsbewertung: Rote Alarmstufe, was meinen Blutdruck betrifft.

Aber, so sagt ihr, liebe Lily- fahr doch mit dem Bus! Öffentlich! Nah! Verkehr!
Nix da. Das unerforschliche Schicksal hat dieses Jahr dazu ausersehen, die komplett marode Straße, an der ich wohne, dem Tiefbauamt zu übergeben, und die haben sie gesperrt. Im oberen Teil, da wo man Schnellkochtöpfe in den Schlaglöchern aufbewahren kann, ist eine Baustelle, die laut Ankündigung bis Ende November dort sein wird. Wie man weiß, dauert sowas immer länger als geplant- und für diese Zeit hat man mal kurz den Busverkehr eingestellt. Man kommt hier nur noch weg, wenn man vorher eine halbe Stunde zu Fuß bis zur nächsten noch angefahrenen Haltestelle läuft. Von da aus braucht der Bus 20 Minuten bis zum Busbahnhof, und dann müsste ich noch mal 15 Minuten laufen bis zum Büro.

Aber der liebe Gott hat Kollegen wachsen lassen, die ein Stück weiter die Straße hoch wohnen und ein paar Häuser weg von meinem Büro ihren Arbeitsplatz haben. Die gesegnete, geduldige, liebenswerte Brigitte aus dem Rathaus fährt hier jeden Morgen vorbei. Und wenn ich um halb sieben vor dem Haus stehe, hält sie an, lädt mich ein und lässt mich an meinem Amt wieder raus.
Natürlich fährt sie nicht nach Kirchhellen hinaus, wo ich in der letzten Woche den Sprachkurs hatte- das hab ich mit einer Mischung aus Taxi und Bus gelöst. Und es war teuer, aber machbar. Zudem war in der Woche mein lieber Bruder hier, der mich einige Tage lang nachmittags eingefangen und heimgebracht hat, so dass ich nur einen Teil der Strecke bei den tropischen Temperaturen Bus fahren musste.

In dieser Woche jedoch, nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz, sollte alles wieder takko sein. Oder? Nein, ist es nicht... meine Brigitte ist krank. Definitiv keine gute Idee wäre es, jeden Morgen mit dem Taxi zu fahren. Die Eine-Stunde-Unterwegs-Option mit dem Bus geht mir auch auf den Nerv. Daher musste ein andere Lösung her.

Die hat zwei Räder und heißt Fahrrad, und ist bei den gesunkenen Temperaturen auch für mich machbar. Ich hatte, vielleicht verständlicherweise, Hemmungen, als komplett untrainierte Person bei über 40 ° in der Sonne loszustrampeln. Hauptproblem ist der Diabetes, der übel und unvorhersehbar auf ungewohnte Bewegung reagiert.
Leider ist das Fahrrad platt. Erst war nur etwas zu wenig Luft drauf, dann hab ich versucht, es aufzupumpen. Jetzt ist es komplett platt. Und hat ein Autoreifen-Ventil. Ich dagegen habe eine Pumpe, die so ein Ventil aufpumpen könnte, wenn sie nicht so billig wäre. Überall pfeift die Luft durch, nur das Ventil kriegt nix davon ab.

Also hab ich mich gestern auf den Weg gemacht zum nächsten Fahrradladen, der nur eine halbe Stunde zu Fuß entfernt liegt. Dort wollte ich eine Standpumpe kaufen, die mit einem Adapter für Autoventile versehen ist- ham se abba nich! Also nicht für unter hundert Euro (= Taxikosten für eine Woche). Kriegense abba nächste Woche wieder rein! Alles takko...
Ich hab dann eine normale Pumpe gekauft, mit dem Adapter für die Ventile. Die ist so winzig, die passt in euer Handtäschchen, jawoll. 13 Zentimeter lang ist sie – und sieht sehr stylisch aus. Sie pumpt auch ganz ordentlich... nein, sie würde pumpen, wenn ich genug Kraft in den Armen hätte. Das ist nicht der Fall. Ich hab eine halbe Stunde gepumpt, bis mir bald der Arm abfiel, und hab gerade genug Luft reingekriegt, dass die Felge nicht mehr den Boden berührt.
Ich schwöre: Hätte jemand mich schräg angequatscht, als ich da pumpte, hätte ich ihn erschlagen, kalten Herzens.

Was hab ich dann gemacht? Ich hab mein anderes Fahrrad genommen, das 15 Jahre alte Drahteselchen, mit der 5-Gang-Nabenschaltung, und hab das 32-Gang-Leichtmetallmonster da stehen lassen, wo es hin fiel. Auch das alte Möhrchen war platt, hat aber Sclaverandventile, die selbst ich überwinden kann. So konnte ich wenigstens einkaufen fahren, was mich sonst eine weitere Stunde zu Fuß gekostet hätte, plus Schleppen. Katzenfutter ist ganz schön schwer.

Und obwohl das Möhrchen so alt ist, hat es mich gestern wieder erfreut. Auch, weil es so bequem ist. Das andere Rad ist empfindlich, hat einen relativ hohen Schwerpunkt und neigt durch die schmalen Reifen dazu, in Rillen zu landen. Das irritiert, weil man nie ganz sicher ist, ob man die Kurve dann trotzdem kriegt. Dieses Rad ist auch nicht ganz neu, aber technisch besser ausgestattet als das alte - ich hab es für kleine Mark gebraucht gekauft, nachdem man mir kurz hintereinander zwei wirklich gute Räder geklaut hatte. Leider war es ein Fehlkauf, weil ich mich drauf nicht so richtig sicher fühle. Der Besuch im Fahrradladen hat dann wieder Bedürfnisse geweckt, muss ich sagen. In dem Laden haben sie wirklich tolle Dinger, High-Tech-Teile, die so außerirdisch wirken, dass man kaum glauben kann, dass es Fahrräder sind. Aber auch welche, die sehr handfest und tauglich und bequem aussehen.

Bis ich im Lotto gewinne, hab ich aber nur eine Investition getätigt... Einen Kompressor hab ich mir gekauft, zum Anschluss am Zigarettenanzünder. Und falls das Auto nicht bald wieder da ist, oder irgendwo fern der Garage liegen bleibt, auch noch einen Adapter für den Netzbetrieb. Und Anschlussstücke für das Aufblasen von Fahrradreifen, jeglicher Ventilart.

Und in einer halben Stunde kriegt mein Autoschrauber die obligatorische Sonntags-Sms.

Drückt mal die Daumen, dass meine Brigitte am Montag wieder ganz gesund ist. 

Fig. 1: Die Lily, ohne die Mimi-Nö.
 


Montag, 5. August 2013

Massenmord und Geschlechtsteile

Auf meinem Filmaufnehmer (Festplattenrecorder) sammeln sich gern die Krimis, die im Lauf der Woche bei den üblichen Verdächtigen vom Band rollen. Gestern abend hab ich mal wieder eine längere Abguckung veranstaltet, und unter anderem harrte Inspector Barnaby meiner.

Kennt ihr die Reihe? Eigentlich ziemlich langweilig, aber recht britisch, und so ein bisschen „Der Kommissar“ für mich. Harmlos, mit ein paar Gruseleinschüben, und manchmal witzig. Aber was mir immer wieder auffällt: Ganze Dörfer werden im Laufe einer Folge ausgerottet. Meist welken während einer Episode nicht nur das Ursprungsopfer sondern auch der Reihe nach alle Verdächtigen dahin und zum Schluss kommt der Bürgermeister und macht das Dorf zu. Vielleicht ist es ja ein schlichter Trick, damit man die Beweisführung nicht so fein abstimmen muss- einfach alle umbringen, wer dann übrig bleibt, muss es wohl gewesen sein (Hallo Herr Bürgermeister. Warum tragen Sie einen Hammer? Sie wollen das Dorf schließen? Ah.)
Es ist jedenfalls erstaunlich, wie viel respektable (und meist doppel-lebige) englische Adlige, Antiquitätenhändler und Alte Jungfern im Laufe von anderthalb Stunden von ihrem Ableben Gebrauch machen können, wenn man sich ein bisschen Mühe gibt.

Und dann gibt es noch die Krimis aus anderen Ländern, vor allem amerikanische Serien. Da wird dann gern mal obduktionstechnisch gemetzelt, Leichen in mehr oder minder verflüssigtem Zustand bevölkern die Autopsiesäle. Bei „Bones“ und „CSI“ kennt man da kein Pardon. Der unvermeidlichen gedanklichen „Nachbereitung“ und deren Visualisierung wird viel Raum gewidmet, jede Kugel wird gern auf ihrem Weg in die Anatomie der Opfer verfolgt, und man lernt so eine Leiche wirklich intim kennen.
Aber, wisst ihr was? Amerikanische Leichen haben keine Geschlechtsteile. Statt dessen haben sie da, wo wir so etwas spazieren führen, einen hellen, leuchtenden Fleck. Vermutlich macht das die Religion. Oder der landesweite Anstand und die Sitte.
Das zieht Begegnungen der überraschenden Art nach sich: Letztens, in einem Tatort, lag eine männliche Leiche auf dem Seziertisch*. Fast hab ich mich ein bisschen erschreckt...
Denn sie hatte das, was man hier in Europa noch gern trägt: Eier.


Einen mutigen Tag wünscht euch
DieLily

* Open Office kennt das Wort „Seziertisch“ nicht. Anstelle dessen hat mir die „Rechtschreibhilfe“ angeboten: „Seeziertisch“. Und „Sehziertisch“. Hä?

Samstag, 3. August 2013

Urlaub mit Bildung

Der Kurs, den ich da gerade absolviert habe, ist auch als Bildungsurlaub absolvierbar. Man kann sich also für diese Tage vom Dienst oder von der Arbeit befreien lassen, um was für den eigenen Kopf zu tun. Anspruch darauf habe ich natürlich auch, aber da das eine eher spontane Idee war, habe ich leider die gesetzlichen Fristen verpasst. Schade eigentlich, denn ich bin meiner Freizeit im Grunde nicht böse. Trotz und alledem aber war das auch ein Stück Erholung, denn erstens ging das nur von 9 bis um 15 Uhr, und demnach weniger lang als mein normaler Bürotag, und zweitens (wie schon im ersten Post zu dem Thema gesagt) neige ich zum Vergammeln, wenn ich Urlaub ohne weitere Pläne habe. Sofern die Pläne nicht zwingend sind, kann es auch mal passieren, dass ich trotzdem meinen Hintern nicht hoch kriege, alles absage und zu Hause im sommerlichen Halbdunkel abhänge. Das ist teilweise ein Charakterzug (kein sehr förderlicher), aber auch ein Teil der Depressionen.

Für mich liegen die unbestreitbaren Vorteile von so einem Kurs darin, dass sie das Hirn mal in eine andere als die übliche Richtung biegen, und ein paar Zahnräder in Gang setzen, die zumindest bei mir eher eingerostet sind. Es war ein Ereignis zu sehen, dass ich die wichtigsten unregelmäßigen Werben noch mit allen drei Formen einfach mal so runterschreiben kann, und weder mit den Partizipien noch mit der Übersetzung Schwierigkeiten habe. Ein Dämpfer ist es, dass ich diese vertrackte englische Zeitenfolge und die so bewundernswert darin versteckten Bedeutungsunterschiede immer noch nicht sauber hinkriege. Einer meiner Ex-Lover ist Amerikaner, und hat versucht, mir in unserem gemeinsamen Jahr zu vermitteln, dass es darauf gar nicht ankäme- hat aber Unrecht. Vielleicht ist das in seiner Heimat nicht wichtig, aber Amerikanisch ist nicht Englisch. Außerdem hatte der nach zwanzig Jahren im fremdsprachigen Ausland (nämlich hier) auch eine dezente Sprachverwirrung im Gehirn.

Unser Lehrer war wirklich toll. Zuerst mal hat er eine gut verständliche Stimme (auch Erwachsene im Bildungsurlaub quatschen gern mal in der zweiten Reihe), das war für mich wichtig, denn das hat es mir erleichtert, mich zu konzentrieren. Die eigenen Erfahrungen mit Deutsch als Fremdsprache (was der Horror sein muss), haben ihn sicherlich weitgehend sensibilisiert für die Probleme des Zwischen-den-Worten-Verstehens. Deutsch muss für anderweitige Muttersprachler noch viel eigenartiger sein als Englisch für unsereine, schätze ich. Amüsant war, dass einige Mitlerner ganz verzweifelt waren, wenn es mal eine Form oder eine Struktur gab, die nicht erklärt werden konnte, sondern die einfach so ist, wie sie ist. Gerade in Deutsch ist das an der Tagesordnung, ihr Lieben. Das muss man pauken und behalten, und da muss man dann durch.
Mir hat auch der britische Humor gefallen- aber vor allem die Unterrichtsmaterialien. Selbst zusammengestellt, kein teures Buch nötig, Übungen drin... aber das Beste waren die eigenen Beiträge von ihm. Da war eine wunderbare Aufstellung der verschiedenen Zeitformen, die man dem Satz "I sit here" verpassen kann- und ihrer Bedeutungsunterschiede. Zum schwindelig werden- 9 verschiedene Zeitformen, von der schlichten Aussage bis zur Drohung, und alles nur mit geschickter Verwendung von verschiedenen Formen von past, present oder future, und den simple oder contiuous- Varianten. So eine Aufstellung hätte mir in der Schule das Leben gerettet :-) Vor allem aber hätte ich damit begriffen, dass das Beharren unserer Lehrer darauf auch einen Sinn hat.
Womit ich nicht ganz so d'accord ging war, dass er empfahl, unbekannte Worte nachzuschlagen- auf Deutsch. Denn bei einem B2-Kurs sollten alle so fit sein, dann ein englisches Wörterbuch zu benutzen, das reißt einen auch nicht so  aus der Sprache raus. 

Wenn ihr also die Gelegenheit habt, so einen Sommerkurs zu besuchen, oder mal Bildungsurlaub zu machen: Tut es! Es ist Sauerstoff für das Hirn, und man kommt mal wieder ans Lernen.

Donnerstag, 1. August 2013

I am it suffer (Ich bin es leid...)

People. I am so angry, that I this text not on English away-sit can  ...*

Ich habe einen Drucker. Ja, genau der, der mal ohne Kabel kam, treue Anfangszeitmitleser können sich vielleicht erinnern. Ich brauche ihn nicht oft, zugegeben, und dafür ist ein Tintenstrahl-Drucker eine denkbar schlechte Wahl. Kaum hat man frische Kartuschen drin und drei Seiten ausgedruckt, schon ist die Tinte wieder trocken. Spülen und reinigen sorgt dafür, dass, wenn alle Düsen sauber sind, die Tintentanks leer sind.
Ich hab keine hundert benutzbare Blätter gedruckt mit meinem Drucker, dreimal neue Kartuschen gekauft, und Stunden damit verbracht, meine Finger sauber zu kriegen beim Kartuschenwechsel. Gerade jetzt ist meine rechte Hand komplett schwarz.
Na ja, nicht ganz. Aber ich seh aus wie ein Schwein.
Und sobald ich wieder ein Auto habe (bzw. meins wieder gesund ist), geht das Druckerteil auf den Schrott, kaum gebraucht, wie es ist.
Heute hat es sich nämlich die letzte Frechheit erlaubt...
Denn natürlich ist der Englischkurs mit Hausaufgaben, wenn auch freiwillig, verbunden. Da ich eine Streberin bin, hab ich die auch gemacht. Und jedesmal ausgedruckt, in Schwarz und in exakt einem Exemplar. Zum Abschluss sollen wir morgen eine Präsentation zu einem Thema unserer Wahl halten, zehn Minuten, nix Dolles. Ich habe keinen Laptop, es ist auch keiner in den Schulungsräumen, ebenso fehlt ein Overheadprojektor. Ergo gibt es das, was neudeutsch "Handout" heißt. Die muss ich ausdrucken für alle, denn das ist der Sinn dieser Zettel. Richtig? Richtig.

Ersten Zettel ausgedruckt, nur Schrift, und am Ende meldete er, dass er leider die Haupt-Schwarzkartusche als etwas schwach auf der Brust empfindet. Also geht die Lily an ihre Vorräte (ha.) und setzt eine neue Haupt-Schwarzkartusche, die für den Text, ein.
Die nächsten 3 Seiten (natürlich mit Bildchen, also bunt) druckt er, na ja, eigentlich gar nicht. Ab und an ein Streifen in beige, bei jedem Exemplar der Ausdrucke anderswo angesiedelt.
Fragt sich die Lily "???" und schaut sich den Tonerstand an- alles wunderbar. Alle Kartuschen mindestens halb voll. Und die Farbdinger können auch nicht besonders verstopft sein, weil ich gestern abend noch ein Foto ausgedruckt habe, und der Ausdruck war gut.
Okay, denkt sich die Lily, versuch trotzdem mal eine Reinigung.
6 Intensivreinigungen und Testbögen später ist laut Software immer noch alles ordentlich  voll, die Testbögen, zu Anfang komplett weiß, ähneln so langsam dem, was laut Bildschirm zu sehen sein sollte.
Den Gedanken an insgesamt 40 Seiten mit Bildern drauf hatte ich da schon aufgegeben und beschlossen, ein paar Bildchen ans Whiteboard zu kritzeln, das schluckt auch mehr Zeit.
Wollte nur noch ein Diagramm ausdrucken und noch einmal meinen Text, nach ein paar Änderungen.
Aber nix. Seither, mit einer tatsächlich komplett neuen und ungebrauchten Schwarzkartusche drin, druckt er bei Text sauber nur jede zweite Zeile. Ich überlege jetzt, den Text noch mal auszudrucken, mit einer zusätzlichen Zeile Textvorschub am Anfang, und dann die hoffentlich fehlenden Zeilen in den ersten Druck einzukleben (nicht wirklich).
Ersatzweise möchte ich dem Drucker ans Leben. Mit einer Axt. Ultimatives Neuformatieren nennt man das wohl.
Und ich will einen Laser-Farbdrucker. Auch für Fotos, aber nicht nur.
Hat wer da Erfahrung und kann mir einen Tipp geben? Darf nix teures sein. Fotos will ich eh nur ausdrucken, damit ich einen Farbeindruck habe, der vom Bildschirm unabhängig ist.
Aber ihr dürft auch kommentieren ohne Empfehlungen, so gut bin ich zu euch (auch, weil ich scharf auf Trost und Beistand bin...)

DieLily. Die beim Schreiben festgestellt hat, dass sie inzwischen mindestens drei Postings über diesen Drucker geschrieben hat, und keiner davon strotzte vor Zufriedenheit, im Gegenteil. Die ihren alten HP wiederhaben will, der in die ewigen Papiergründe eingegangen ist, und das schon vor Jahren.
Und die sich köstlich amüsiert hat über "I have been reading a criminal roman". Nur zu, Knabe, nur zu!


*laut und wörtlich übersetzen





Dienstag, 30. Juli 2013

Learning English, anyone?

Weil ich ja weiß, dass mir Urlaub ohne Plan nicht gut tut, habe ich mich dieses Mal entschlossen, was zu tun. Nein, eigentlich war es umgekehrt: Ich hab da was gesehen, und daraufhin eine Woche Urlaub eingesetzt, um es auch zu kriegen...
Einen Intensivkurs Englisch, die ganze Woche, jeden Tag von 9 bis 15 Uhr. Letztens nämlich stand eine Frau in meinem Büro, die Hilfe brauchte. Die kam aus einem Land im Nahen Osten, über Kanada- und ich wusste nicht mal die Worte für Sozialamt, Jugendamt, Sprechstunden und so weiter, und kam mir mit meinen 40 Jahren Englisch doch total bekloppt vor. Fürs Krimilesen und Nachrichtenhören reicht's, auch die New York Times kann ich lesen- aber nicht mal einer Kundin beschreiben, wohin sie jetzt vorzugsweise ihre Behördenaktivitäten richtet? No way.
Außerdem schrub ich ja schon mal, dass die Besetzung meines Amtes eine dünne ist, und ich meistenteils allein da herum springe. Das geht so weit, dass ich manchmal eine ganze Woche lang niemanden sehe, bzw. dass mir einfach Menschen in meinem Umfeld fehlen. Zu Hause ist die Zweibeinerdichte ja auch nicht gerade die höchste denkbare. Um also der Vereinsamung entgegen zu wirken und mal andere Nasen zu sehen, hab ich mich gestern morgen seit 30 Jahren mal wieder richtig auf die Schulbank gesetzt. Mein Hauptwunsch ist es, möglichst viel Englisch zu sprechen, um meine Hemmungen diesbezüglich abzubauen. Dumm nur, dass mein Auto seit Tagen in der Werkstatt ist, und dass ich derzeit mit einem bunten Mix an Verkehrsmitteln durch die Gegend schippern muss. Naja, wenigstens sind Busse und Taxen klimatisiert- mein Auto ist es nicht. Das schwitzt jetzt ganz alleine vor sich hin... Arme Silbermimi.
Drückt mal die Daumen, dass sie wieder gesund wird, sie muss noch ein dreiviertel Jahr lang halten.
Ein H-Kennzeichen wird sie wohl doch nicht kriegen.
Einen schönen Tag!

DieLily

Mittwoch, 24. Juli 2013

Was es nicht alles gibt: Schauen und Staunen mit Lily

Das hier war mir neu:


Er ist ein Gott!

Witzig fand ich ihn immer schon, aber das ist fast ein bisschen viel des Guten.


Dienstag, 23. Juli 2013

Dam-di-dam




Der Sommer kam ins Land gezogen, und hat mich wieder spüren lassen, dass ich so gar kein Kind der Sonne und der Hitze bin. Oder, besser gesagt: Tagsüber lasst es ruhig 30 ° haben, aber bitte, bitte, bitte, gönnt mir eine Nacht lang Ruhe vor den Temperaturen. Trotz tagsüber heruntergelassener Rollläden, geschlossener Fenster (werden erst geöffnet, wenn es draußen wärmer ist als drinnen) und eines nächtelang laufenden Ventilators kann man nicht behaupten, dass die Nächte im Hause Lily derzeit erholungsfördernd und erquickend sind (noch so ein schönes, zu Unrecht aus der Mode gekommenes Wort. Er-QUICK-end- hört sich doch sehr knackig und zitronig an, oder?)
Als ich ein Kind war, war es noch schlimmer. Die Anzahl der Menschen, mit denen ich ein Zimmer teilte war höher (3 damals, heute 0) der Ventilator von erheblich geringerem Wirkungsgrad, und das Zimmerchen mit jeder Menge Schrägen unter einem nicht isolierten Dach (es waren halt die Sechziger, wir hatten ja nix, nicht mal Schatten) war eine Hitzehölle, jede Nacht.

Es war auch kälter im Winter (Eisblumen am Fenster, und am anderen Ende des Raums bullerte der Kohleofen) sowie ganz allgemein furchtbar eng. Ein Stockbett für Schwester und mich, merkwürdige Stahlnetze als Lattenrostersatz, Schaumgummimatratzen mit einem siebziger-Jahre-Spiegeleiermuster in rot und orange, blaulackiertes Stahlgestell mit scharfen Ecken und Kanten- der geschmackliche GAU. In dem Raum war kein Platz für auch nur einen Schreibtisch (Hausarbeiten wurden am Küchentisch gemacht, auch zu viert, so ähnlich wie in einer Zwergschule) und mein Neid galt all den Freundinnen mit einem eigenen Zimmer.

Später dann beschlossen meine Eltern, dass vier Kinder in einem Raum ein No-Go wären (sie haben es anders ausgedrückt, aber ihr wisst schon), und quartierten mich zu Oma aus, die in unserem Haus eine Wohnküche, ein Bad und ein Schlafzimmer hatte. Da durfte ich dann in den folgenden 8? 9? 10? Jahren schlafen: In der linken Hälfte von Omas Ehebett.
Das erklärt vieles, vor allem meinen Drang, möglichst viel Strecke zwischen mich und andere Schläfer zu legen, egal, wie verbunden ich diesen Personen tagsüber auch sein mag. Nachts bitte Abstand, Herrschaften!

Wie dem auch sei, ich hab es geschafft, trotz dieser Abstandswünsche mit 17 schwanger zu werden (NICHT in Omas Bett) und teilte mir daran anschließend dann ein Zimmer mit Schwester und Sohn. In den alten Oma-Ehebetten. Mit dem Kind in quergestelltem Gitterbett am Fußende. Da kletterte der Knabe dann nachts gern raus, nur um mit schlafsackumpacktem (warum meckert hier keine Rechtschreibkontrolle??) Windelhintern dann in der Besucherritze hoch zu robben und sich quer zwischen Schwesters und meinem Kopfkissen zu parken. Und, bingo, es war wieder eng und „gemütlich“.

Brrrr.

Vermutlich liegt es daran, dass ich am liebsten allein schlafe- allein im Bett, allein im Zimmer, allein in der Wohnung. Und dass der Gedanke daran, mir mit jemandem eine Bettdecke teilen zu müssen, für sofortige Schnappatmung sorgt.

In diesem Sinne: Stay cool J

Die Lily.

Sonntag, 21. Juli 2013

Effektive Hindernisse

Was auch noch unter die "Muss ich nicht haben"-Rubrik fällt: Kommentarverhinderer. Wie man mir berichtete, ist die Captcha-Abfrage offenbar zum Teil sehr unwillig, wenn es darum geht, richtige Eingaben zu erkennen.
Bis auf weiteres, also bis sich der Spam zur Decke stapelt, daher ohne Captcha.
Mal sehen, wohin das führt...


Freitag, 19. Juli 2013

Muss ich nicht haben, Teil wasweißich. Enthält Katzenstreu und Klopapier




-         Berührungslose Seifen/Desinfektionsmittelspender. So was von komplett überflüssig- denn, sofern man das, was in den Spendern drin ist, nutzt, sind die Hände ja wohl danach schön sauber. Oder? Wenn nicht, hat man es nicht richtig gemacht. Dann hat man aber mehr Probleme als nur die Keime vom Seifenspender.

-         Shampoo und Duschgel vom selben Anbieter- es sei denn, es ist so deutlich und groß beschriftet, dass ich das auch mit unbebrillten Augen in der Dusche noch lesen kann. Hab mir nicht nur einmal mit Duschgel die Haare gewaschen. Und letztens mit Bodylotion, die irgendwer auf dem Badewannenrand abgestellt hatte.

-         Die Sorte Belüftungsgebläse im Auto, die im Sommer gern eine Schaufel voll Pollen, Staub und Blätterstückchen direkt ins Fahrerinnengesicht befördert. Kommt gut, wenn man gerade transpiriert. Danke auch.

-         Die Wahl zwischen Stinken und Schleppen- bei der Frage, welche Katzenstreu ich kaufe. Entweder, ich kann sie tragen, dann ist nach spätestens drei Tagen eine weiträumige Umgehung der Klos nötig. Oder die Klos müffeln nicht. Dann hab ich mir einen Bruch geschleppt. Halt, es gibt noch eine dritte Variante… Stinken, Schleppen oder Pleite. Denn die Klumpstreu gibt es auch im Handtäschchenformat. Dann lässt man aber ein halbes Monatsgehalt an der Kasse und rennt sechs Mal, bevor man genug Zeug im Haus hat, um die Kästen für die Pelzstinker zu befüllen. Die Sorte, die ich derzeit habe, ist mit einem dezenten Babypuderduft gehübscht. Das löst bei mir olfaktorische Reminiszenzen von Babywindeln aus, die nicht hundertprozentig positiv sind, aber einer Ammoniakwolke vorzuziehen. Definitiv.
Wer schreibt eigentlich das Gewicht von Klumpstreu vor?

-         Unhöfliche Vorgesetzte, die eine Mail einfach mit dem Namen beginnen („Frau Müller!“, Ausrufzeichen optional)… ein „Hallo“ oder „Guten Morgen“ kostet keinen müden Cent. Wenn die Arbeitszeit, die dafür drauf geht, zu teuer erscheint, dann verdient der Chef zuviel oder tippt zu langsam- beides ist unerfreulich und erfordert sofortige Justierung.

-         Bürobesetzer, die keine Übersicht über ihre Dateien haben und jeden Scheiß ausdrucken- wenn möglich, gleich mehrfach. Die als .pdf verfügbare Publikationen bestellen (lassen), als Broschüre, für Geld. Trotz kostenloser Download-Option. Und am besten in mehreren Exemplaren.

-         Geizige Zentrale Einkaufsabteilungen, die so billiges Klopapier kaufen, dass man es neunfach falten muss, damit es nicht schon an der Luft zerfällt. Anschließend verbringt dann der Mitarbeiter eine Viertelstunde auf dem Klo, um die Restfusseln aus unaussprechlichen Ecken heraus zu fieseln. Das spart, echt!

-         Menschen, in deren Vorstellungen Telefonleitungen nur in eine Richtung funktionieren, und die einem, sobald man sie anruft, ein vorwurfsvolles „Meldest du dich auch schon wieder??“ um die Ohren hauen. Das macht Lust auf noch mehr Telefonanrufe!

-         Und schlussendlich die Leute in meiner Dienststelle, die das Privateigentum achten. Und zwar so sehr, dass sie die Spülmaschine (die offenbar meine zu sein scheint) niemals be- oder entladen, geschweige denn einschalten. Knickt euch ins Fie, ihr Lieben!



Ich wünsche allen ein schönes Wochenende. Produktentwicklern, PR-Leuten, Katzenstreuproduzenten, Vorgesetzten, Kollegen… und das schönste aller Wochenenden allen meinen LeserInnen.

dieLily.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Mir fällt kein Titel ein.



Seit ich lesen kann, hab ich die feste Überzeugung, dass zum täglichen Lesepensum eine Tageszeitung gehört. In meinem Elternhaus hatten wir die beiden lokalen Zeitungen im Abo (mir fällt jetzt erst auf, wie ungewöhnlich das für einen „Arbeiterhaushalt“ gewesen sein muss, vor allem wegen der ja immer schon recht hohen Kosten).
Nach meinem Auszug von zu Haus abonnierte ich das vermeintlich progressivere der beiden Blätter, und behielt das bei bis ich vor einigen Jahren mal enorm pleite war- danach teilte ich die Zeitung mit einer Kollegin.
Dann hab ich über zweieinhalb Jahre kein Abo mehr gehabt. Meine Mutter weiß das bis heute nicht- für sie ist es unvorstellbar und sehr kritikwürdig, nicht mindestens eine Printausgabe zu lesen sowie einmal täglich die Tagesschau zu sehen (und im Hintergrund dudelt WDR 2 seine Nachrichten…)
Seit ich hier, wo ich jetzt bin, arbeite, lese ich wieder zwei Presseerzeugnisse am Tag, die TAZ und eine Zeitung mit Lokalteil. Ich muss lesen, denn ich mache den Pressedienst für meine Dienststelle.
Natürlich könnte ich auch jeden Tag das Netz abgrasen, um zu schauen, ob es dort was gibt, was einschlägig berichtet- aber dann lieber Papierexemplare, die quälen mich nicht mit undurchsichtigen Suchfunktionen.
Ich muss feststellen, dass ich Tag für Tag ungerner (das ist ganz bestimmt ein Wort) lese. Denn mal abgesehen von dem ein oder anderen Grinser für die ein oder andere respektlose TAZ-Äußerung kann man eigentlich nur noch ein Gesicht ziehen, wenn man den Rest so verfolgt. Herrschaftszeiten- wird das immer schlimmer mit der Welt, oder macht das die schiere Konzentration der Meldungen über den galoppierenden Irrsinn, der weltweit vor sich geht?
Meine Meinung über die Mitmenschen, vor allem über Politiker, wird schlechter und schlechter, bestenfalls empfinde ich diese Branche als hilflos, schlimmstenfalls als machtgeil, gierig und vorgestrig. Der Ausdruck „Untersuchungsausschuss“ erzeugt inzwischen nur noch Schnappatmung bei mir… und bestimmte Namen blendet mein Hirn schon von ganz allein aus.
Aber auch Exemplare der Gattung Otto Normalbürger sollten sich nicht in Reichweite meines Fußes begeben (oder wenn, mir nicht den Hintern zu wenden- das könnte sich als schmerzhaft erweisen). Leserbriefe? Bitte nicht. Da sind selbst die Kommentatoren des SPON fast noch besser zu ertragen. Es scheinen nur noch Petzen, Wutbürger, Trolle und Leute mit chronifizierten Störungen der Realitätswahrnehmung unterwegs zu sein, und irgendwer hat jeden einzelnen von ihnen mit einem Computer und einem Schreibprogramm ausgestattet.

Beispiel? Da ging es jüngst in einem Artikel um einen (zugegeben lachhaft langen) Namen für ein Gesetz- das längste deutsche Wort und so weiter. Das Gesetz war aufgehoben worden, und in dem Artikel wurde darüber berichtet. Nullrelevanz, aber halt ein Füllsel für die Blätter. Und mit Kommentarfunktion!!!
Keine drei Leserbriefe später war man dann wieder damit beschäftigt, für den Untergang der Welt Beamte (irgendwie deckungsgleich mit Gesetz, vermute ich) verantwortlich zu machen, und für das längste deutsche Wort war keine andere Strafe denkbar, als allen diesen beamteten Schmarotzern die Tür zu weisen oder, noch besser, sie mal vorsorglich zu inhaftieren.
Noch ein Beispiel?
Da schreibt jemand eine Kolumne, deutlichst als fiktiv ausgeprägt erkennbar- und jeder Vollhonk, der unfallfrei vorm Monitor hängen kann, muss sofort ausführlichst, entrüstet, ungebremst und humorlosestens Kritik üben. Dem Einen ist es zu seicht. Dem Anderen ist die (satirisch, satirisch!) geschilderte Episode ein Leuchtfeuer für den Untergang des Abendlandes. Der eine findet es witzig, der nächste meint, es zeuge von tiefen Störungen (inklusive Vorschlag, welche Krankheit es denn sein könnte)… es ist einfach unerträglich.
Mal ehrlich, gibt es dafür Geld oder was?
Die wohlwollendste Reaktion, die diese Leute erwarten können, ist m. E. ein „Geht’s noch? Wenn es dir nicht passt, verpiss dich und les woanders“- aber dummerweise gibt es auch noch Leute, die die komplett entgegengesetzte Meinung vertreten, ebenso kampflustig unterwegs und auch im Besitz eines Rechners sind. Die haben auch noch nie was von „Don’t feed the troll“ gehört, und empören sich dann wiederum in den Meta-Kommentierungen.

My brain hurts.

Was ich damit sagen wollte? Ich mag keine Zeitungen mehr. Leserbriefe gehen mir auf den Sender. Und Kommentare mag ich nur von euch lesen.

Schönen Tag zusammen!!

DieLily.

Dienstag, 9. Juli 2013

Eigenartig. Und seltsam, gleich mehrere Male!

Hm. Schaut euch doch mal die Kommentare unter dem letzten Posting an- ich sehe da aktuell 2, weiß aber definitiv, dass es vier waren bzw. sind. Diese vier sind mir bereits durch Blogspot an meine Mailadresse geschickt worden, einer davon war von mir selbst (daher weiß ich auch, dass diese Kommentare nicht einfach gelöscht wurden).
So langsam wird es seltsam.

Anderes Thema (wenn ich dazu dann auch keine Kommentare lesen kann, heißt das, dass das ganze Internet kommentiert, Blogspot die Kommentare aber nicht "durchlässt"?).

 In letzter Zeit habe ich nach langer Abstinenz mal wieder das Bedürfnis zu schreiben, und zwar nicht nur die Sorte Texte, die sich um neue Katzenfotos drehen oder um weltbewegende Erkenntnisse der Lily aus B. Was bietet sich da besseres an als ein Anknüpfen an vergangene Zeiten?
Nachdem ich  daraufhin das ganze Netz abgesucht habe nach der Schreibwerkstatt, in der ich vor Jahren Mitglied war und Kurzgeschichten geschrieben habe, konnte ich die eigentliche Seite nicht mehr finden. Da ich die besten meiner Geschichten hier recycelt habe, sind die Texte wenigstens nicht verloren... Vielleicht hab ich aber auch nur den Namen der Homepage nicht mehr richtig in der Birne und die Seite existiert weiter? Vermutlich nicht, denn damals hab ich unter Klarnamen geschrieben und eigentlich sollten die Beiträge somit für alle Ewigkeiten unverlierbar sein- oder? Angeblich kann auch noch mein Rentenversicherer in 25 Jahren Partybilder von mir bestaunen- die Texte aber sind nicht auffindbar. Seltsam... bereits zum zweiten Mal heute.
Es wär schade, wenn die Seite tatsächlich vom Netz wäre- weil ich es damals als guten Anstoß empfunden habe, jeweils zu einem vorgegebenen Thema zu schreiben. Daran konnte sich das Unterbewusstsein abarbeiten, und irgendwann in dem vorgegebenen Zeitraum hat es dann meist "klick" gemacht im Lilyhirn, und ich konnte mich hinsetzen, den Text runterhacken und danach schön auf 7000 Zeichen runterkürzen. Das Kürzen hat die Qualität ausgemacht, so glaube ich wenigstens. Die Texte, die von vornherein kürzer waren, haben mir im Nachhinein nicht sehr gefallen. Ich hätte gern gesehen, was sich aus dem Forum damals entwickelt hat... Wirklich schade drum.
Ihr alle, die ihr online oder auch sonst schreibt, werdet das kennen- einmal fiktionale Texte verfasst, und man geht nie wieder un-beobachtend durch die Welt. Und irgendwann hat man einen inneren Schreibstau- alles, was man so angesammelt hat, will raus. Mal sehen, ob ich in der Lage bin, die ein oder andere Idee rauszulassen und wieder zu beleben.
Wünscht mir Glück!
Schönen Tag wünscht
dieLily.

Nachtrag: Der Name der Seite ist mir wieder eingefallen. Die Texte sowie die Seite sind weg, aus welchen Gründen auch immer, das hat eine Recherche ergeben- sehr, sehr schade.
 

Donnerstag, 4. Juli 2013

Wild Life

Während meine Katzenschaft maximal am Balkonzaun vor sich hin klappert und Karl weiterhin seine merkwürdigen, bell-ähnlichen Laute von sich gibt, kam gerade der dicke Nachbarkater vorbei... mit einem jungen Kaninchen (oder einer recht moppeligen Ratte) im Maul. Ich tippe auf Kaninchen, denn die Sorte Ratte hat mit Sicherheit einen Waffenschein. Außerdem mag ich den Gedanken an Ratten in der Nähe meiner offenen Balkontür kein bisschen *grusel*

On a totally unrelated basis:
Am Samstag hatte ich die Ehre und das Vergnügen, auf der Hochzeit einer lieben Freundin, der unvergleichlichen Kate, die Kamera schwingen und das Making-Of fotografieren zu dürfen. Selten hat mir was mehr Spaß gemacht- ich hab aber höchstderomyself noch nie so eine schöne Braut gesehen. Ich hab alle Leute bedauert, die da mit Handy und Kleinstkamera herumfuhrwerkten, weil ich mit dem Tele "durfte" und somit ganz nah dran war. Eine schöne Braut, ein gut aussehender Bräutigam und der erste sonnige Tag seit gefühlten Wochen- irgendwer hat da bestimmt seinen Teller leer gegessen. Mehrfach. Ich auch, aber erst auf der Hochzeit. Das Essen war nämlich sehr lecker, außerdem hab ich mir ein Stück Hochzeitstorte erkämpft, mit Marzipanrosen drauf. Was mich dran erinnert hat, dass ich auch mal eine gebacken habe, dreistöckig, mit Zuckergussmantel und ebenfalls Marzipanrosen dekoriert. Nicht für mich (tut man bestimmt nicht), sondern für meine Schwester, deren Ehe (im Gegensatz zu den meinen) sich als stabil erwiesen hat. Daran muss es (das mit der Ehe-Haltbarkeit) gelegen haben, ich hatte nämlich bei keiner Hochzeit eine Torte. Und kein weißes Brautkleid. Ob was dran ist an dieser These? Hm. Ich glaub schon. Wie dem auch sei: Kate und ihr Mann sollen leben, lange und glücklich und zusammen. Jawoll.


Der hier war Zaungast bei den Vorbereitungen für die Hochzeit:

Mikesch, der Nachbarkater
 Und der wartete mit uns auf das Ergebnis des Frisierens:



Der Friseurinnenhund. Ein entzückender Jack-Russell/Mopsmix.
Sagt dreimal schnell hintereinander "Magischer Mopsmix". Wer dann keinen Knoten in der Zunge hat, darf ein Bonbon essen.

Bis dahin- gehabt euch wohl!

Meint
die Lily


Mittwoch, 26. Juni 2013

Njam...

Äußerst lecker, auch für Gemüse-roh-Bevorzugende wie mich: Netto, Beste Ernte "Grüne Mischung extra zart". Erbsen, Bohnen, Broccoli (wenig) und Rosenkohl (viel, zart), mit einem Klecks Butter (anstelle der kletschigen Sauce). Ansonsten nur etwas Zucker, Salz und Pfeffer dran... ab in die Microwelle und nach 7 Minuten ist das fertig. Esse ich oft ohne irgendwas dazu. Heute Mittag gab es Basmati als Beilage, den ich erst 7 Minuten mit der halben üblichen Menge Wasser in die Welle gestellt habe, und daran anschließend das TK-Gemüse drauf, nochmal 7 Minuten auf dem Drehteller-Karrussel und schon war die Lily sehr, sehr glücklich.
Außerdem hab ich mir heute gegönnt
a) ein neues Telefon (alle meckern, dass das alte so schlecht verständliche Sprache macht) und
b) einen Satz PC-Lautsprecher (Logitech, die billigsten- das reicht für alte Ohren allemal).
Ach, und drei Tüten Kaffeepads vom Hersteller meiner Kaffeemaschine. Ab und zu muss der Kaffee mal ein stärkerer sein, und das ist sowohl bei der Herstellermarke der Fall, als auch bei den Tchib*- Pads.
Konsumrausch hier im Hause Lily...
Die Katzen sind hochzufrieden mit den ganzen kleinen Schächtelchen und Tütchen (Gretel hat soeben mit einer Schachtel am Eckzahn das Wohnzimmer verlassen) und ich mit brummfreien Lautsprechern und einem zumindest optisch gelungenen Telefon. Es KANN gar nicht schlechter sein als das, was ich vorher hatte. Wünscht mir trotzdem, dass es nicht nur ein bisschen besser ist.

Einen schönen Mittwoch euch allen,

DieLily