Donnerstag, 30. April 2015

...und wenn ich nicht...

seit 14 Jahren geschieden wäre, wäre ich gestern nur noch vier Jahre von der Silbernen Hochzeit entfernt gewesen.
("Bilde einen Satz unter Verwendung des Konjunktivs 2!")


UnserZwen sitzt zu Hause auf der Couch (einer muss mich ja vertreten), die Sonne scheint in Schüben, der Wind regiert Jacken, Kleider und langes Haar.

Es ist April, für noch ein bisschen.
Schöne Walpurgisnacht zusammen!

Montag, 27. April 2015

Kondition

Wie man dem letzten Post entnehmen konnte, wird im Hause Lily derzeit an der Kondition gebastelt, die eine schaurig schlechte ist. Das geschieht großenteils mit Hilfe von diversen Strecken, die zu Fuß zurückgelegt werden, und für die man, streng genommen, nur ein paar Füße mit Schuhen dran braucht.
Leider bin ich ein schwer zu motivierender Mensch, wenn es um Bewegung geht. Das war früher schon so, und hat sich in den letzten knapp 50 Jahren nicht nennenswert gebessert, auch Schulsport (don't get me startet on Schulsport) hat da mehr geschadet als genützt.
Ein Schrittzähler hilft mir da, er bejubelt ständig und nörgelt nicht und vor allem erlaubt er mir kein Mogeln. Er zählt meine Schritte, ich kann ihm mitteilen, was ich sonst noch so gemacht habe (wobei- wenn ich 45 Minuten Katzenklos ausräumen, auswaschen und mit frischer, tonnenschwerer Streu versehen als 45 Minuten Pilates eingetragen habe, dann auch wirklich nur, weil Katzenklos reinigen nicht in der Sportauswahl drin war)- und es sagt mir, ob und wie tief ich geschlafen habe. Ein Single ist da im Gegensatz zu mit Partnern versehenen Menschen ein bisschen im Nachteil, kriegt er/sie doch nicht mit, ob er sich nachts bewusstlos schnarcht (Stichwort Schlaf-Apnoe) oder nicht, und ob er/sie Tiefschlafphasen hat oder nicht. Das sagt mir aber der Bewegungsmelder, weil er auch bemerkt, wenn ich mich im Schlaf bewege, oder wenn ich halt still liege und schlafe wie ein Stein. Ich kann ihn dazu bringen, Essen und Trinken zu protokollieren, aber das überlasse ich derweil der Diabetes-App. Die wiederum zu bedienen fällt mir erheblich leichter, als so ein runzliges und verknicktes, schlecht lesbares Heftchen in der Tasche mit mir rumzuschleppen und immer einen Stift zu brauchen, um irgendwelche Eintragungen vornehmen zu können. Die App macht mir ein schickes pdf-File, das ich dann an meinen Doc schicken kann. Sie hat die Möglichkeit, nicht nur nach verschiedenen Insulingaben zu unterscheiden, sondern auch Notizen zu machen, Bewegung zu vermerken und, und, und.
Klar geht das alles auch ohne Elektro. Aber ich verlier schon den Faden, wenn ich beim Spazierengehen Schritte selbst zähle... weil ich nämlich beim Laufen anfange, unkoordiniert herum zu denken, was dann dazu führt, dass ich nicht mehr weiß, ob es jetzt 5.432 oder 5.423 Schritte waren. Die, die man so im Lauf des Tages im Büro oder zu Hause macht, beim Wäscheaufhängen und beim Staubsaugen, die zählt sonst kein Mensch.  Macht aber, wie ich feststellen durfte, schon 2500 bis 3000 Schritte am Tag aus, alles in allem.
Tja, und das Bejubeln... das gefällt mir gut. Die App fasst Ergebnisse in lobende Worte, sagt mir, ob ich mich im Durchschnitt meiner Altersgruppe bewege oder weniger/mehr Bewegung habe, und es erlaubt mir abzuschätzen, ob ich mich wirklich fitter mache. Was so zu sein scheint, nach ein paar Tagen schon. Klar kann ich keinen Marathon laufen, und weiß nicht mal, ob ich das je können will. Aber 10 Kilometer entspannt gehen, ohne dass mir nach 500 Metern schon alles weh tut, das will ich.
Und jetzt such ich eine App, die  regelmäßig die Muttermale auf meinen Rücken checkt. Noch so ein Nachteil für Singles.

Sportliche Grüße vonne Lily

Montag, 20. April 2015

Technische Aufrüstung, Teil 723

Waah. Waaaaah!!

Das ist mein üblicher Ausdruck, wenn es hierzulande, chez Lily, um technische Dinge geht.
Ich habe eigentlich keine größeren Verständnisprobleme, wenn es um Technik geht (Strom als solchen habe ich nicht verstanden, trotz des jahrelangen Bemühens von Freund und Kollege Bernard. Und jetzt alle: DANKE, BERNARD!)
Als einschränkende Bemerkung sei jedoch erwähnt, dass ich mich nur ungerne damit beschäftige, das etwas zäh gewordene Hirn wieder einmal mit der ein oder anderen Problematik zu ertüchtigen. Das findet nur zwangsläufig statt, wenn also "mein" Internet mal nicht geht oder so.
Nun ist der technische Fortschritt da ein tückichtes Ding. Vor 15, 16 Jahren noch hing diese vermaledeite Computerkiste so oft in den Seilen, dass ich einen Routerreset, eine Modemveränderung oder auch ein An-Pingen mysteriöser Gegner mittels irgendwelcher IP-Spielereien im Schlaf beherrscht habe.
In dem Maße, in dem ich Provider fand, die ihre Leistung jahrein, jahraus problemlos zur Verfügung stellten, hab ich dieses Wissen auf die hintersten und obersten Regalbretter meiner Brain-Storage-Einheit verbannt. Jetzt muss ich nicht nur das Wissen wiederfinden, sondern auch noch an eventuell geänderte technische Möglichkeiten anpassen...
Denn ich habe mir einen Tracker gekauft. Nicht das Ding für den Acker, das ist ein Trecker, sondern sowas, mit dem man seine 10.000 Schritte am Tag überwacht, verwaltet und so weiter. Das Ding trägt man an der Kleidung oder am Handgelenk, und verwaltet das ganze über sein Handy.
Kaum war das Ding hier eingetrudelt, stellte ich fest, dass mein (sage und schreibe) 16 Monate altes Smartphone mit vielem kompatibel ist, nicht jedoch mit der App, die man braucht, um den Tracker auszulesen und so. Es ist nämlich, tadaa, zu alt.
Also musste ein neues Handy her (hier leises Grollen einfügen). Um dieses mit dem Trackerdings zusammenarbeiten zu lassen, braucht man die App. Soweit, so logisch- aber an die App kommt man nur mittels Internetz. Mobilfunktechnisch bin ich Steinzeitbewohner. Ich habe zwar ein Smartphone, also mittlerweile eher 2, aber dank Prepaid-Karte normalerweise keinen Internetzugang. Kann man zwar buchen bei dem Anbieter, ich bin aber zu faul, zu nachlässig und auch nicht sonderlich motiviert gewesen, auf einem gefühlten 2-cm-Monitörchen Einzelbuchstaben so lang zu scrollen, bis sie eine Website ergeben.
Ergo musste das Guthaben (ich komme normalerweise ca. 18 Monate mit einer 30-Euro-Aufladung hin) Richtung Internetguthaben ausgedehnt werden. Das geht online, hurra, und wurde auch flugs erledigt.
Dann aber wollte ich die Daten vom alten Telefon mittels Simcard auf das neue umschaufeln. Naja, womit ich nicht gerechnet habe, war, dass es inzwischen neue Kartenformate gibt. Das neue Handy braucht eine Micro-Sim! und ich scheine eine in Macro-Format zu haben! Dumm gelaufen, oder?
Am vorletzten Freitag habe ich den Tracker bestellt. Der kam am Dienstag, das neue Handy am Donnerstag. Am Freitag der letzten Woche habe ich dann per Telefon (drücken Sie bitte die Wasweißich-Taste) die neue Simcard bestellt. Auf die Idee meines Sohnes, eine Youtube-Anleitung für das Anpassen der Simcard von normal auf micro mittels Schere zu Hilfe zu nehmen, bin ich angesichts der Investitionen nicht näher eingegangen... ich kenn mein Glück und habe keine Lust verspürt, mittels Nagelschere ein neues Handy zu ruinieren. Ergo warte ich dann noch ein bisschen auf meine Simcard...
Das bot aber immer noch keine Antwort auf die Frage,  wie ich dann die Daten von dem alten Ding mit der in das neue Ding nicht reinpassenden Karte übertrage.
Da hat der liebe Gott jedoch eine App für gemacht, mit der das Problem recht schnell erledigt war. Telefonieren kann ich zwar mit dem neuen Ding noch nicht, aber die Telefonnummern, die sind schon mal drauf.
Nach ein paar Telefonaten mit meinem Sohn hab ich dann auch endlich kapiert, warum man ein Smartphone auch per WLan ins Netz schicken kann, und dass es Sinn macht, zu Hause zumindest über WLan zu surfen.
Was aber kann mein Internetzugang nicht? Rrrrichtig. WLan.
Deshalb bin ich heute mittag ins Städtchen in den Laden, den mein Provider dort providet und habe die Frage gestellt, ob ich mein Internet-über-Fernsehen-Dings um einen WLan-Zugang erweitern kann.
Und kriegte die zwischen 32 blitzenden Zähnen hervorgekaute Antwort, nicht sehr freundlich: "Es gibt handelsübliche WLan-Router."
Das war alles. Und das, das wusste sogar ich schon vorher.
Ich mache jetzt nicht die Rechnung auf, wieviele Monate Fitnessstudio-Beiträge ich mir hätte leisten können, hätte ich nicht einen Tracker, ein neues Handy, eine neue Simcard, einen neuen WLan-Router und einen Monat Internetz gekauft...

Ich finde, Waaaaah!! ist da noch sehr milde ausgerufen. 








Donnerstag, 16. April 2015

Hatte...

Besuch auf der Arbeit.
Von UnserZwen.

Er hat eine neue Mütze.

Ursache und Wirkung

Gestern abend in den Nachrichten auf SWR:
Derzeit steht ein junger Mann aus Rheinland-Pfalz (?) oder Baden-Württemberg vor Gericht, der einen alten Mann und eine 17-jährige mit einem Messer angegriffen hat. Der Rentner ist dem Mordanschlag zum Opfer gefallen, die junge Frau konnte fliehen, hat aber schwere Verletzungen davon getragen.
Soweit, so schlimm.
Jetzt betreibt das Gericht natürlich Ursachenforschung. Und man ist darauf gestoßen, dass der junge Mann...Computerspiele spielte. Vermutlich die Sorte, die Amokläufer ausbildet.
Was bei der Ursachenforschung überhaupt nicht relevant zu sein scheint, zumindest dieser Nachrichtenausgabe zufolge, ist die Tatsache, dass der junge Mann zum Zeitpunkt der Tat in Bad Reichenhall in einer Kaserne lebte. Als Soldat.
Klar, dass das keine Rolle spielen kann, weiß doch jeder, dass die Soldaten in der Kaserne immer nur Topflappen häkeln.

Dienstag, 14. April 2015

Braaaaiinnzzzzz...

Vielleicht ist es die Auswirkung der Frühlingssonne auf mein Hirn, vielleicht auch beginnender Abbau infolge Alters.
Ich hab aber trotzdem den Verdacht, dass ich einen Hirnwurm habe, der sich, zombie-like, durch die graue Substanz fräst. Wie ist es sonst zu erklären, dass mir nicht einfallen will, wie man den Satz
"...geht den Weg [hier richtige Form von "allen/m" einfügen] Irdische(n)..." korrekt baut?

 Alles fühlt sich falsch an. Geht den Weg allen Irdischen? Geht den Weg allem Irdischen? Meinem Gefühl nach muss nach "geht den Weg" ein Genitiv stehen, also die Antwort auf die Frage "Geht den Weg wessen?" (Und nicht etwa "den Weg wohin?"). So, und da nun sagt der Duden, dass der Genitiv vom Indefinitpronomen alle/n hier "allen" ist. Danach kommt das Substantiv in Form des Genitivs mit -s oder -es dahinter. Das würde hier bedeuten, dass etwas "den Weg allen Irdischens" gehe- was  nach Ohrenkrebs klingt (wenn man allerdings lange genug auf das Wort Irdischen starrt, fängt es ganz von selbst an, sich merkwürdig anzufühlen).
Aber das Internetz sagt mir an dieser Stelle, dass in solchen Fällen alles wieder ganz anders ist:
Anstatt "den Weg allen Irdischens" zu gehen, geht man "den Weg alles Irdischen". (Oder man ist Bewunderer alles Schönen, was zwar nicht inhaltlich, aber grammatikalisch dasselbe ist).
Gut, dass das geklärt ist.
Und der Hirnwurm ist wahrscheinlich nur ein Symptom meiner fröhlichen, entspannten und komplett verpeilten Persönlichkeit.
Q.e.d.

Donnerstag, 9. April 2015

Das Possessivpronomen der ersten Person Plural...

und seine Bedeutung in der Alltagssprache in  den westlichen Provinzen
Eine Untersuchung.


Heute, liebe Mitlesende, ergründen wir die extreme Vornamizität des Possessivpronomens der ersten Person Plural im Familienalltag der Menschen des Westens.
Als Vornamizität ist der Vorgang zu verstehen, in dem sich das besagte Possessivpronomen der ersten Person Plural (kurz Popro 1 Perplu) mit den Vornamen erster Ordnung in den kombinierten Vornamen zweiter Ordnung verschmilzt. Dieser Vorgang ist unabhängig vom Geschlecht des Trägers des solcherart verschmolzenen Vornamens erster  Ordnung und geschieht unwillkürlich in dem Moment, in dem der Träger oder die Trägerin desselben mittels Mutterhand in die Wiege abgesenkt wird.
In diesem, für die Vornamizitätsentwicklung so kritischen Augenblick, geschieht, was so weithin beobachtet werden kann: Das  Kind, zum Beispiel mit dem Namen Klaus beglückt gestraft bedacht, mutiert von der einen zur anderen Sekunde zu "unserKlaus". Diese einmal in glückstaumelnder Minute vorgenommene Verschmelzung ist unumkehrbar.
Rekombinationen sind auch dann nicht denkbar, wenn der so frisch kombinativ Benamte im Verlauf seiner schulischen Werdegänge seitens wohlmeinender Kumpel in Klausbärbel umbenannt werden sollte.
Sofern zum Vornamen erster Ordnung jedoch nur geringfügige Änderungen eintreten, ist dies in 1.75% der Fälle  anders (Chantal Schmitz und Kevin Kasulke, Die Rekombination in Theorie und Praxis, Kap. 3, Fußnote 45, Selbstverlag (1987)) Dies ist vor allem bei den sog. berufsjugendlichen Eltern (bei Schmitz / Kasulke: "Kannznichmalinwürdealtern") dann der Fall, wenn unserKlaus im Rahmen der schulinduzierten Persönlichkeitsumformung zu unserKlausi wird.
Die übliche Anpassung der Pronomina an den gebildeten Satz im Wege der Beugung findet in diesem Fall nicht statt.
Beispiel. "Tuste mal unserKevin nen Brötchen geben?" (Schmidt, Kasulke, S. 231)
"Wer hat unserKevin verkloppt?" (ebda.)
"UnserKevin, mach dat Mäh ma ei"(ebda.)

In ca. 49 % der Fälle ist die Auswirkung der Vornamizität der Popro 1 Perplu als reine sprachliche Sauerei zu betrachten, die keine Wirkung außerhalb des unmittelbaren Fremdschämens entfaltet.

Die besondere Relevanz und seelenschreddernde Wirkung dieser Vornamizität (man könnte fast schon von Vornamizitoxizität sprechen) ergibt sich dann, wenn das Kind weiblichen Geschlechts ist, und das Popro 1 Perplu in die sog. "semantische Versteifung" verfällt.
Die semantisch versteifte Vornamizität liegt vor, wenn ein weibliches Kind, ungeachtet seines Geschlechts, das Popro 1 Perplu mask. erhält.Das führt dann zu Konstruktionen wie "unserSchantall", die in ihrer Wirkung auf die geschlechtliche Identität des so benamten Kindes bisher unerforscht sind.
Das im Rahmen dieser Forschungsarbeit entdeckte Phänomen der semantisch versteiften Popro 1 Perplu mask. mit Perkussionsautomatik wurde bisher jedoch nur einmal festgestellt.

In diesem Fall (in dem von ernsthaftem Irresein der Erziehungsberechtigten auszugehen ist) wurde das arme Kind, das den Vornamen Dagmar zu erdulden hatte, im Alltag mit "unserDaggis" angesprochen. Die semantische Versteifung übertrug sich dann im Rahmen der Perkussionsproblematik auf weitere Pronomina sowie die Artikel.
Das Mädchen, in Alltagsbezügen von den Eltern als "derDaggis" bezeichnet, wurde letztmalig 1989 gesehen, wie es hinter einem Stapel Bücher im Keller des Duden-Verlags in Deckung ging.

Abb. 1: UnserZwen.





Mittwoch, 8. April 2015

Erwachsen werden

Das hat mich lange beschäftigt: Wann werd ich endlich erwachsen, und wie merk ich das? Und kann ich dann mein ganzes Geld für Brathuhn ausgeben (Kindergartentraum von mir, Brathuhn bis zum Abwinken)?
Und gestern abend, da kam mir die Erleuchtung.
Denn mit Zwanzig, da hab ich angefangen, Cartoon-Postkarten auf Halde zu legen, man weiß ja nie, wann man mal wen mit einer solchen erfreuen kann.
Seit ich die Vierzig in Sichtweite habe, sind zu der Sammlung von Cartoon-Karten Weihnachts- und Geburtstagskarten hinzugekommen.
Und seit neulich erst finden sich Kondolenzkarten, Briefpapier, -Marken und ein guter Füller in der Sammlung.
Man weiß nie, nicht wahr?

Mittwoch, 1. April 2015

The Mamas and the Papas

Oioioioi Eltern. Hier chez Lily spielt sich jetzt das ab, was eine seltsame Ärztin mal "Sandwich" nannte (sie frug, eindringlich und mehrmals, ob ich "auch Sandwich" hätte. Da ich ja "Zucker hab", war es nicht so merkwürdig, danach gefragt zu werden, ob ich ein Lebensmittel hätte. Ich wusste nur nicht, ob sie das Sandwich verspeisen oder mich dagegen behandeln wollte). Die seltsame Ärztin meinte jedoch, ob ich, wie eigentlich die meisten Menschen mit Kindern, in beide Richtungen fürsorgend und aufopfernd (Frauenlos! Schicksal! Chromosomen!) tätig sei- in Richtung der jüngeren wie auch der älteren Generation. Was damals nicht war, ist inzwischen geworden.
Kurz und gut: Meine Eltern werden rapide älter, vor allem mein Vater verfällt zusehends, und sie brauchen jetzt mal ihre Kinder, zwecks Unterstützung und zum-Einkaufen-fahren.Und Gartenumgraben. Und Anträge stellen. Und Vorhänge anbringen. Und was uns sonst noch so einfällt...
Nun hab ich das Glück, nette Eltern zu haben. Im Wesentlichen (und vor allem inzwischen) sind sie  recht entspannt, und selbst mein vor sich hin alzheimernder Vater ist noch immer witzig und uncharmant wie eh und je, soweit es die Tagesform zuläßt.
Jahrzehntelang hab ich in ziemlicher Distanz von ihnen beiden gelebt, nicht so sehr räumlich als in Bezug auf Lebensführung, Ziele und so, und daher ist ein Element von Kennenlernen nach mehr als 50 Jahren interessanterweise sehr präsent.  Diese Distanz macht sich jetzt bezahlt- über manche Begleiterscheinung kann ich einfach lachen und die amüsante Seite an der ein oder anderen Fehlleistung sehen, die wir drei so vollbringen. Meiner Mutter rettet das manchmal den Tag, weil sie aus lauter Pietät vor dem geistigen Abbau meines Vaters die absurden und irrwitzigen Facetten nicht so richtig würdigen kann, oder aber sich nicht traut, über manches Geschehen laut loszukichern.
Und obwohl es viel Zeit in Anspruch nimmt, sich zu kümmern und zur Verfügung zu stehen, fühlt es sich richtig an und vor allem auch nötig. Wie Familie halt.


Dienstag, 31. März 2015

Der Beamte ist nie einsamer...

als Ende März.
Dann nehmen alle Angestellten ihren Resturlaub, weil er sonst verfällt. Die Beamten hingegen haben (aus unerfindlichen Gründen) bis September Zeit dafür. Ergo ist das hier eine ganz alleine Lily... die hofft, dass sie auch mal mit dem Urlaubmachen dran kommt.
Grrrrrr.

Donnerstag, 26. März 2015

Ich liebe...

... die Sprüche meines irakischen Kollegen. Ab und zu übersetzt er mir so eine arabische Redewendung, und dann lieg ich jedesmal flach- 
Heute morgen sagte er über seinen Bruder: O. ist wie Tomaten. Er passt einfach zu allem.

Manchmal würd ich gern arabisch lernen.Aber noch ist Zeit, erstmal am Türkischen zu scheitern.



Mittwoch, 25. März 2015

Vögel

Mit den Flatterviechern hab ich das ja nicht so. Das liegt an dem Wellensittich meiner Eltern, der die kleine Lily in ihrem Laufstall ein paar mal ordentlich gebissen hat.
Aber sowohl in der Nacht von Sonntag auf Montag als auch in der nächsten Nacht hat mich jeweils lautes, melodisches und sehr engagiert vorgetragener Vogelgesang geweckt- und das war keine Eule, sondern das war eine Nachtigall. Dafür, muss ich sagen, liege ich gern mal nachts ein Stündchen wach, das ist wirklich etwas besonderes. Sie muss direkt vor meinem Fenster in dem Strauch gesessen haben, so laut war sie, und ich hab mich nicht gerührt, weil ich sie nicht verscheuchen wollte.
In dieser Nacht allerdings war ich mit meinen Kollegen auf Amtsausflug (!) in Neuschwanstein (!!). Natürlich nur im Traum. Real angefühlt hat sich aber, dass mir da ein Pudel vor die Füße lief, abgemagert und verschmutzt, dem jemand den Hals mit einer Menge an Gummibändern zugeschnürt hatte. Den Rest meines Traumes hab ich dann die Bänder entfernt, eins nach dem anderen, und als mein Wecker losging hab ich ihn in meine Jacke gewickelt und mit in den Tag genommen.

Freitag, 20. März 2015

Und ist wo...

keine Sonne, kann diese nicht verfinstern.
Blöder Nebel, blöder.

Mittwoch, 18. März 2015

Dunst

Dunst ist mein liebstes Wetterphänomen. Direkt nach Gewitter. Wenn ich früh um diese Jahreszeit an der Ecke abbiege, liegt da, ganz nahe bei Eisenbahn und mittlerer Industrie, ein Feld und daneben, ein bisschen unordentlich und struppig, steht ein alter Zaun und der Rest einer Hütte, im Hintergrund kann man die Kleingartenanlage ahnen. Solange kein Getreide auf dem Feld steht, kann man morgens diesige Schwaden aus dem Boden steigen sehen, von der Sonne angeleuchtet stehen sie zwischen den Büschen und den paar krüppligen Bäumen. Mein Festhalte-Herz schreit dann immer danach, die Kamera zu holen, eben auszusteigen und zu schauen, ob man diese leichte Gräue, dieses Verwischen vor dem Tag festhalten kann- und mein Genuss-Herz, in schöner Eintracht mit dem Pünktlichkeits-Rückgrat, spricht dagegen und sagt mir, ich solle es ansehen, und lieber in mich aufnehmen als es zu den Daten auf einem Chip hinzuzufügen. Denn so gerne ich fotografiere: Da steht dann was zwischen mir und dem eigentlichen sinnlichen Erlebnis von Schönheit. Man kann drei Wochen in der schönsten Landschaft der Welt verbringen, und nichts davon mitnehmen außer tausenden von Fotos. Welt second-hand, sozusagen.
Manche Bilder bleiben daher in mir drin, und die sehe ich dann nur selbst.

Donnerstag, 12. März 2015

Ein halber Tag und vier Minuten

trennen mich von meinem Wochenende. Und wenn hier nicht morgen auch jemand sitzen müsste, der Türen öffnet, Telefone bedient und den Praktikanten bei der Arbeit hält, würde ich jetzt gleich schon verschwinden. Ich weiß nicht, warum mich Arbeit immer mehr strapaziert, und hoffe, dass man das irgendwie wieder hinkriegt. Denn sollte so eine Entwicklung sich fortsetzen, brauch ich demnächst 5 Tage Wochenende, um zwei Tage Arbeit durchzustehen. Geht nicht.
Zu dem ganzen Arbeits- und  Haushaltskram kommt derzeit eine Zusatzbeschäftigung mit meinen Eltern, die zunehmend Hilfe benötigen. Der wo mein Vater ist, baut erschreckend ab- oft genug ist er so schlecht drauf, dass meine Mutter ihn nicht allein lassen möchte. Das weitet seine Vereinsamung auf sie aus- und da macht es einfach Sinn, öfter mal vorbei zu schauen. Ein- bis zweimal die Woche gehen wir entweder zusammen einkaufen (und kriegen demnächst den Baumarkt-Kundenpreis für Mutter/Tochter-Teams...) oder wir hocken da und quatschen, oder ich komme mittags rein, und sie backt Reibekuchen (mit glutenfreiem Mehl, versteht sich- so lieb von ihr).
Mein Arbeitgeber bietet derzeit im Rahmen des Gesundheitsmanagements Business-Yoga und Pause im Park an- ich hab alle Schnuppertermine reserviert und werd mal schauen, ob mich das fitter macht.
Schlimmer gehts eigentlich nicht mehr...
gähnend,
die Lily.

Mittwoch, 4. März 2015

Noch was Neues.

Ein Kratzbaum muss her, wenn man Katzen bei sich wohnen lässt. Gibt man ihnen keinen, kratzen sie am Sofa. Gibt man ihnen einen, tun sie das auch, aber hoffentlich nicht so oft.
Kratzbaumanforderung Nummer eins hier chez Lily ist Stabilität. Die wurde vorgelebt von dem Baum, der jetzt im Müllmobil wohnt, weil er auf dem Weg ist zur städtischen Deponie. Der hat die meistens vier, inzwischen nur noch drei Fellmonster insgesamt 6 Jahre überlebt.
Man kann seinen Zustand gestern aber nur noch als "durch" bezeichnen. "Durch" mit Katzenhaardeko.
Der Traumbaum steht im örtlichen Katzenzubehörhandel, und kostet schlappe 300 €, was mir zuviel war, also musste wieder das online-Versandhaus herhalten, wo man einen für hundert kriegen konnte. Hundert Euronen, nicht hundert Katzen. So einen hab ich bestellt und gestern erhalten. Einige Flüche, Rückenschmerzanwandlungen und andere Kraftakte sowie drei Stunden Schraubarbeiten später steht er, in katzenhaargrau, und wackelt. Ein bisschen Wackeln ist normal, aber dieses Wackeln zeigt mir: Der hält keine sechs Jahre. Wenn ich Glück habe, hält er eines. Die Stämme sind selbst für das kleine Puscheltier zu niedrig, sie macht sich gern lang und streckt sich beim Krallenwetzen- da braucht sie mehr als 60 cm hohe Papprollen-mit-bisschen-Seil-drum. Schlechte Bäume, so auch dieser, haben oben und unten an den Kratzstämmen Plastikplüschabdeckungen, die nicht etwa nur die obere Kante verdecken, sondern tatsächlich alles sind, was oben und unten am Stamm zwischen einem Satz scharfer Krallen und einer billigen Pappröhre sitzt. Sämtliche Bretter, auf denen das Gekatze lagern soll, sind zu klein für Paul und Karl, und der Brüller ist die Kuschelmulde. Traditionsgemäß ist das ein Ring mit darüber gespanntem Stoff, in denen es sich die Pelznasen bequem machen sollen. Beim alten Baum war das ein ovales Holzbrett, am stumpfen Ende des Ovals mit rundem Ausschnitt versehen, 18 mm dick und mit Stoff überzogen. Durch das obere Ende des Ovals wird die Schraube in den Stamm geschraubt.
Der neue hat zwei solcher Teile, aus Metall. Die biegen sich schon so, dass Paul beinahe rausfällt. Mal gespannt, wann er das tatsächlich tut. Vielleicht sollte ich einfach die zwei Mulden ineinanderlegen und mit einer Schraube befestigen, vielleicht hält sie dann.
Den Stoff musste ich bei dem alten Baum auch einmal erneuern, weil die Krallen natürlich ihr Zerstörungswerk vollführten, ungeachtet meiner innigen Bitten. Auch habe ich einen neuen Stamm zwischendurch nachgerüstet, weil der alte beschädigt war und das Gekatze mittlerweile am Papp-Innenleben kratzte (und mir die Wohnung mit Papp-Fetzchen vollmüllte).
Leider war das nicht nur mein bisher einziges negatives Erlebnis beim großen Internet-Versandhaus, sondern auch noch ein ziemlich teurer Spaß. Und dann hielt das Ersatzrohr nicht mal anderthalb Jahre durch.
Ab sofort spare ich für einen richtig guten neuen Baum. Einen selbst konzipierten, für vermutlich viel Geld, der dann aber sowohl zwölf-Kilo-Schlafnase als auch sehr scharfkrallige Zwerg-Puschel verträgt. Und schön aussieht. Und leicht sauberzuhalten ist.
Noch was?
Ach ja: Bei dem frisch gefundenen Kratzbaum-Wunderland sollte bis dahin jemand eine Preisliste erstellt haben. Wenn man so gar keine Vorstellung davon hat, was die Prachtstücke kosten, dann schreckt das eher ab.


Mittwoch, 25. Februar 2015

Daneben

also neben dem Dings, dem -ääh- Kühlschrank hat sich bei Lily ein neuer Kindle angemeldet. Denn obwohl Amazon damit angibt, dass da tausend Bücher drauf speicherbar sind, hat der alte sich nach circa hundert Büchern hardwaremäßig verabschiedet... die Blätter-Tasten hängen und haken.
Der neue hat einen Touchscreen, was das Problem mit der Hardware nicht mehr dem Verschleiß anheimgibt.
Gleichzeitig hab ich einen für mich neuen Lieblingshelden, Agent Pendergast aus den Preston /Child-Krimis. Immer ein bisschen Richtung Höhlenhorror, ein klitzekleines bisschen surreal und voller erahnter Gespenstergeschichten, aber super gut wegzulesen zu Entspannungszwecken. Bei jedem gehe ich eine Wette mit mir selbst ein, dass es einen Showdown in einem Tunnel, einem Bergwerk oder einem geheimnisvollen Kellergewölbe gibt, meist gewinne ich und finde es trotzdem immer wieder spannend. 14 gibt es, 9 hab ich mir zugelegt- und bewundere seither den Lord-Peter-meets-Sherlock-Helden aus den Südstaaten. Meinetwegen kann das miese Wetter draußen noch eine Weile so bleiben. Toll am Kindle-Touch ist die Möglichkeit mittels Tippen auf ein Wort die Erklärung angezeigt zu bekommen, per Duden oder Oxford Dictionary, oder, bei WLan, auch per Netz.
Leider passt die Hülle vom alten nicht auf den neuen Kindle. Die neu erworbene passende Hülle war zwar extrem viel billiger (20 % des Preises für die erste), aber die integrierte Beleuchtung verschenkt das, was sie sein könnte. Schade. Dafür ist sie aus Kunstleder, ergo unempfindlich, und schön gepolstert. Perfekt ist einfach selten!
Trotzdem bin ich angetan- und diese Meinung stellt eine komplett unbezahlte Werbung dar. Nicht das jemand glaubt, ich schriebe hier für Kohle.
Schönen Tag euch allen, lest was feines!

DieLily



Samstag, 21. Februar 2015

Das neue Zentrum

meines Daseins wird mein Kühlschrank sein... Er kühlt so kühl! Er steht in weißem Glanze! Es ist irre viel Platz drin! Ich glaube, ich werde Führungen anbieten!
Ich wette, in der Fabrik haben seine Freunde geweint, als Siemens' Bester die Seinen verließ. Und ich wagte es nicht, seinen Adel zu beschmutzen, in dem ich bereits in seinem Vorgänger stehende Vorräte auf ihn so einfach übertrug. Nein. Ich gab einen Haufen Kohle aus, um ihm eine Erstlingsfüllung zukommen zu lassen. Und jetzt weiß ich nicht, was ich essen soll, weil die Auswahl so groß ist.
Selbst das Mineralwasser hier chez Lily wird zukünftig gekühlt angeboten werden. Ein Novum, denn die 1,5 l-Flaschen passten in den Alten nicht rein. Eigentlich sollte, rein aus Prinzip und weil er wirklich fürnehm fürbaß schreitet da steht, auch eine Flasche Champagner drin liegen.
Den Schrank, in dem sein Vorgänger wohnte, werde ich als Vorratsregal in den Ostflügel umziehen lassen. Denn die drei Fächer und Schubladen würden mir sonst fehlen.

So, und jetzt ist Schluss mit Haushaltsgeräten. Jetzt folgen andere Banalitäten.

Google hat mir heute als Erste/s/r (welches grammatikalische Geschlecht hat ein Internetdienst?) zum Geburtstag gratuliert, und ich hab es tatsächlich bemerkt. Obwohl ich noch nicht richtig wach bin. Da steht tatsächlich "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Hier-Lilys-richtigen-Namen-einsetzen" .
Auch wenn ich mir sicher war, dass Google alles über mich weiß, hat das schon einen kleinen Wachwerd-Schock ausgelöst. Absurderweise hab ich mich trotzdem gefreut. Und das, obwohl ich Ende Januar meine Facebook-Seite gelöscht und getilgt habe, weil ich es satt habe, dass jemand Geld damit macht, mir zielgerichtet Werbung unterzujubeln. Und auch, weil ich endlich bei Amazon nach Pornos suchen will, ohne dass das auch noch bei Facebook breitgetreten wird (Hinweis: Es lohnt sich nicht, ihr könnt euch das Surfen sparen).
Irgendwo hab ich also in des Internets unendlichen Weiten mein Geburtsdatum hinterlegt. Selbst schuld, denke ich. Aber immerhin, da stand jetzt nicht, wie alt ich werde.
Mit dem Älterwerden ist das in den letzten 2 Jahren so eine Sache. Ich plane zwar nicht, in den nächsten Jahren von meinem Ableben Gebrauch zu machen, aber habe trotzdem das Gefühl, die Zeit liefe mir einfach so davon. Und eines zunehmender Dissonanz zwischen dem Personalausweis-Alter, dem innerlichen Alter und dem Spiegelbild-Alter. Nicht zu vergessen das Alter am Montag Morgen, wenn der Wecker Laut gibt. Gegen die letzten zwei kann man wahrscheinlich was tun, aber die Motivationslage ist eher mies.
Trotzdem war unter dem gestern gekauften Füllgut für  seine kalte Majestät jede Menge (für meine Verhältnisse!) Gemüse und so n Kram. Vielleicht wird das ja noch mal was.
Komisch, wie alles hier immer am Kühlschrank endet.
Anlässlich meines Geburtstags werde ich heute nachmittag mit ein paar Leuten (wenig, wenig...) an einer Stadtführung in Bottrop-Ebel  teilnehmen. Thema: Vom Faustkeil bis zum Betonschaf. Ein mir lieber Mensch macht den Bärenführer, ich freu mich drauf, weil er sehr kenntnisreich ist. Hoffentlich spielt das Wetter mit. Wer von euch Mitlesern Zeit und Lust hat und in der Nähe ist, kann gerne dazu stoßen- Treffpunkt 15.00 Uhr am Eingang vom Bernepark, Ebelstraße 25, Bottrop. Umsonst und draußen- schöner kann Kultur nicht sein.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein fantastisches Wochenende.
Bis dahin!
DieLily.



Montag, 16. Februar 2015

Freier Tag heute :-))

So.. Kühlschrank gekauft, den Inhalt kann ich mir jetzt eher nicht mehr leisten, aber egal. Am Freitag kommt das Goldstück, und sie nehmen natürlich den alten mit. Die Frage, wie weit ich den noch mal blitzsauber schrubbe, stellt sich jetzt natürlich. Ebenso die, wie es wohl hinter und auf dem alten Schrank aussieht, der zu hoch ist, als dass ich ihn öfter in den acht Jahren hier jemals von oben gereinigt hätte.
Aber, wie sagt Scarlett O'Hara noch so schön: Darum kümmere ich mich morgen.
Heute ist ein Extra Sonder Super freier Tag, nämlich Rosenmontag, und da finde ich es ganz toll, dass so viele Leute das Rathaus stürmen wollen. Denn aus diesem Grund hat das Amt zu. Und die Lily hat frei!
Zeit, heute mal ein bisschen was an Mount Washmore zu ändern und dem Geschirr an den Schmutzkragen zu gehen. Eigentlich wollte ich das schon am Wochenende tun, aber da musste ich lesen. Ungefähr zwei Tage lang. Und mich vor dem alten Kühlschrank graulen, der jetzt, wo er leer ist, merkwürdige Gerüche entwickelt. Was für ein Abschluss-Schrubben spricht, wenn ich es recht bedenke. Schrubben, mit Essig. Oder Orangenreiniger, oder Lysol. Egal, Hauptsache riecht nicht nach ollem Kühlschrank. Offen lassen, damit er nicht weiter stinkt, geht nicht, denn ich fürchte, dass das Gekatze dann reinspringt. Ist schließlich auch eine Art Höhle.
Das befellte Volk hier erfreut mich momentan mit Besuchen, sowohl auf der Couch als auch hier am Rechner. Paul hat kein bisschen dazu gelernt, er liegt immer noch am liebsten auf meinem rechten Handgelenk, und Karl will immer dabei sein.  Das macht das Bloggen zur Schwerstarbeit (und fügt dem defekten Daumengrundgelenk vermutlich noch mehr Schaden zu). Aber was tut man nicht alles für die, die ein langes, verschlamptes Wochenende mit einem aushalten, und nur ab und zu nach einer frisch geöffneten Dose Futter verlangen. Am Valentinstag haben sie ganz besonders entzückend geschnurrt.
An solchen verschnarchten Tagen bin ich immer todfroh, dass ich ein Single bin. Sowas ist ja nur eingeschränkt möglich, wenn man mit mehreren oder zwei Leuten ist. Andererseits fehlt dann natürlich auch jemand, der einem zu hohen Feiertagen, wie Valentin oder Geburtstag mit Aufmerksamkeiten überschüttet...
Die übliche Variante ist aber wohl die, dass man nicht allein vor sich hingammeln kann, weil eben doch jemand mit einem die Couch teilt, Geburtstage oder Weihnachten aber trotzdem sehr gern vergessen werden.Wobei das ja nicht wirklich auf Partner beschränkt bleibt. Mein Sohn kann das auch. Und meine Ansage zu seinen Studienzeiten: "Spar dir deine paar Kröten, du hast selbst nix und brauchst mir nix zu schenken" scheint sich in seiner DNA festgefressen zu haben.
Dabei krieg ich gern Geschenke, und wenn es auch nur Kleinigkeiten sind. Wir reden jetzt mal nicht von Büchern, die der Schenker gern selbst lesen würde, oder von dem Eisenbahn-Simulationsspiel, welches mir der Nachwuchs zum vierzigsten schenkte (warum denn bloß?? Wer jetzt antwortet: Weils im Angebot war", der kriegt Blogverbot). Er ist da so wie einige andere Herren, die meinen Pfad gekreuzt haben: Braucht die genaue Beschreibung, Bestellnummer, Größe und Farbe dessen, was er mir als Überraschung schenken möchte. Wenn man bedenkt, dass er ohne Vater groß wurde, ist das aber vermutlich wieder meine eigene Schuld.
Im Nachhinein könnte ich aber wieder brüllen vor Lachen über die Nummer von vor fünf Jahren: Da wohnten wir mal wieder kurz zusammen, und es war Geburtstag, der meinige. Und er hat nicht dran gedacht. Ist mit keiner Silbe darauf eingegangen. Ich war damals sehr, sehr depressiv und für mich ging die Welt ein bisschen unter. Ergo hab ich den Tag damit verbracht, zu weinen und meinem besten Freund am Telefon die Ohren voll zu jammern. Immer wenn der Nachwuchs aus seiner Höhle schlurfte, hoffte ich, er hätte sich vielleicht eine Überraschung ausgedacht, und die käme jetzt- weit gefehlt.
Abends dann, gegen halb zehn, kam er nochmal ins Wohnzimmer, in dem das Mutterelend auf dem Sofa hockte mit rot verheulten Augen. Frug mit teilnehmender Stimme, ob es mir nicht gut gehe- und auf meine Antwort, dass er als kleines Scheißarschloch den Geburtstag seiner Mutter verpasst und offenbar komplett vergessen habe.... ging er wortlos in sein Zimmer.
Ein kleines Teil von mir hoffte immer noch auf irgendeine Überraschung, einen Glückwunsch oder eine Primel oder eine Karte oder IRGENDWAS, als er dann wieder ins Wohnzimmer kam.
Mir die Hand auf die Schulter legte.
Und sprach: Na, dann wünsch ich dir noch einen schönen Abend.
Brüllen vor Lachen ist die eine Sache, die mir dazu einfällt. Über diesen Hirni. Auf der anderen Seite bin ich leider immer noch sauer über diese Nicht-Aktion.  Seiner Freundin übrigens schenkt er Dinge, er fragt mich sogar, ob angemessen oder nicht und ob sie wohl erfreut sein wird. Da ich das Mädchen kaum kenne, wir keine gemeinsame Muttersprache und eigentlich auch keine Themen gemeinsam haben, kann ich das nicht so genau sagen, sondern ihm nur den Tipp geben, dass was zum Umhängen, Anziehen oder Beduften immer gut kommt, auch Blumen und so. Da reißt er sich echt den Hintern für auf, und das ist auch gut so.
Wenn ich meine Erfahrungen mit dem Beschonkenwerden so Revue passieren lasse, wird mir klar, dass meine Partner auch mit erhöhtem Misstrauen zu rechnen gehabt hätten, wenn sie zwischendurch mal mit Blumen gekommen wären. Denn wer an Geburtstage erinnert werden muss, Gutscheine verschenkt oder Bargeld oder Haushaltsgeräte (das Schlimmste? Ein Kärcher), der kommt nicht einfach mit etwas nur Schönem daher. Der MUSS ein schlechtes Gewissen haben.
So. Das haben wir jetzt auch geklärt.
Herzlich,
Lily. Single.








Posting Nr. 1245, in dem Wärme und Improvisation vorkommen

Das Hausfrauendasein (welches einem echt keine Härte erspart) kann manchmal ganz schön warme Momente bescheren. Vorgestern nämlich stellte ich fest, dass es meinem gegen Abend genossenen Joghurt an einer zentralen Eigenschaft fehlte- der Kälte.
Ich hab dann den alten Wecker, den mit dem Thermometer an Bord, für eine Nacht im Kühlschrank ausgesetzt und morgens dann konstatiert, dass 15 Grad sowohl für Februar als auch für eine Kühleinrichtung recht kuschelig sind...zu kuschelig.
Nun habe ich das Ding vor recht kurzer Zeit abgetaut- es kann also nicht an einem vereisten Thermostatfühler oder sowas liegen. Bei 15 Grad hält sich so ein Eisding auch nicht lang. Ebensowenig übrigens wie andere Dinge, die auf Kühlung angewiesen sind, um genießbar zu sein. Im Einpersonenhaushalt ist das ganze jetzt nicht so tragisch, besitze ich doch noch einen Riesengefrierschrank und eine Kühltasche. Die kühlt jetzt derzeit, mit wechselnden Kühlelementen bestückt, mein Insulin (das nicht gefrieren darf) und Käse, Butter und Joghurt. Es ändert jedoch nichts daran, dass ich definitiv einen neuen Kühlschrank brauche.
Den Sonntag hab ich also mit Marktevaluation verbracht. Was es nicht alles gibt, kann ich nur konstatieren, was es nicht alles gibt!
Und auch hier gilt: Was schön ist, ist zu groß und zu teuer. Wie bei Autos. Was passend wäre für Geldbeutel und für mich als Einzelperson, ist definitiv hässlich. Die spontan ausgewählte Kalteinrichtung war ein dreihundert Liter Standalone-Gerät, in knallrot.
Für über tausend Euro. *hüstel*
Für dieses Volumen müsste ich eine WG gründen, sonst bliebe nur, den Katzen ein Plätzchen drin freizuräumen, denn um Luft zu kühlen bin ich zu geizig, und würde ich das Mordstrumm mit Lebensmitteln auffüllen, landeten sie praktisch sofort auf meinem eh schon geplagten Hüftbereich. Ein Einbauteil, in den vorhandenen Schrank gesetzt, möchte ich gar nicht haben. Denn der Schrank ist nicht mehr in Ordnung, und damit ein (weiterer) Schandfleck in meiner Küche. Ich brauche auch nicht wieder eine Kühl-Gefrierkombi, denn, wie oben berichtet, ein Riesengefrierschrank fristet hier auch sein Dasein.
Ein Unterbaugerät oder ein stinknormaler Kühlschrank passten zwar dahin, aber die Arbeitsplatte endet da, wo jetzt der Einbauschrank für den Kühler steht. Wenn ich noch eine Arbeitsplatte ersetzen muss, dann kann ich gleich einen großen Kühlschrank kaufen. Zumal selbst die großen, ohne Gefrierabteil, einen eher zu vernachlässigenden Stromverbrauch haben.
Ach. Ist das schwierig.
Der zunächst gefundene Kompromiss, ein hoher Kühlschrank ohne Froster, ohne Schrank drumherum aufstellbar und mit recht geringem Stromverbrauch, könnte erst am 23. geliefert werden... Indiskutabel, denn ich erhalte Freitag Besuch für ein paar Tage, und auch wenn ich für mich gern improvisiere, so ist das ein Problem, wenn man Lebensmittel für drei kühlen möchte.
Naja, und auch wenn ich sonst viel im Internet kaufe: Sowas soll ein paar Jahre halten, und ich kann es nicht so einfach entsorgen und neu kaufen wie beispielsweise einen Fernseher. Denn auch ein kleiner Kühlschrank passt nicht in den Golf (eher umgekehrt), Lieferung und Altgerätemitnahme sind also essentiell, und sowas verhandele ich lieber vor Ort. Auf meinem Weg vom Büro ins Städtchen ist ein Elektroladen, so ein altmodischer, mit Schaufenstern und echten Menschen drin, und sie haben oft Angebote. Da werde ich gleich mal einfallen- sofern die am Rosenmontag offen haben. Und dann muss ich nur noch sehen, wie ich den alten Schrank aus der Ecke bekomme. Wünscht mir Glück!