356175 Schritte, 280,90 Kilometer, 9,6 Kilo.
Dienstag, 2. Juni 2015
Donnerstag, 28. Mai 2015
Und es ist wieder mal...
so eine Zeit, in der ich mich frage, ob das Bloggen noch das bringt, was ich mir davon erhoffte. Flugs finde ich mich bei der Befummelung der Frage, was es denn überhaupt war, was mir da so vorschwebte- Ruhm und Ehre? Buchverträge? Zuspruch? Kostenlose Therapie-durch-von-der-Seele-Schreiben? Oder was?
Beantworten kann mir die Frage ohnehin niemand, also muss ich sie allein behirnen. Vermutlich war es zu Anfang eine Mischung von allem, samt einer gehörigen Portion Exhibitionismus, die man wohl haben muss. Ruhm, Ehre und Buchverträge sind soweit ausgeblieben. Da muss ich noch dran arbeiten, fürchte ich- für Selbstverlag fehlt mir der Fatalismus und der unbedingte Wille zum meine-Sachen-gedruckt-sehen-Wollen. Auch das Geld, versteht sich. Denn verdienen lässt sich damit in vermutlich 9999 von 10.000 Fällen kein Cent, im Gegenteil.
Die Selbsttherapie ist insoweit erfolgreich, als dass ich manche Gedanken schriftlich und mit dem Zwang zu einer gewissen Form einfach besser sortiert bekommen habe. Meinem Hang zu schönen optischen Eindrücken konnte ich Ausdruck verleihen, mittels ungezählter Fotos und viel Lob von euch, wofür ich extremst dankbar bin.
Was ich gelernt habe, ist, dass ich nicht schreibe um Kommentare zu kriegen. Die sind nur ein Zückerchen, und damit sollte ein Diabetiker ja vorsichtig sein. Sie sind ein schönes Zückerchen, zugegeben, und ich freu mich wie Bolle, wenn welche kommen. Den Gedanken "Was schreibe ich denn hier Falsches? Die Leute kommentieren nicht! Hilfe!" den hab ich aber schon lang nicht mehr gedacht, und der bringt einen auch nicht weiter. Meine Ziele (oder was an vagen Vorstellungen hier als Ziel herhalten muss) erreiche ich garantiert nicht damit, Wunschvorstellungen zu bedienen. Viel weniger noch die Sorte, die man nur erraten kann. Damit verdienen Rundfunk und Fernsehen ihre Kohle.
Es liest sich so, und fühlt sich auch so an, als sollte ich nett weiter bloggen. Das werde ich tun, egal, wie überlebt das Konzept auch sein mag. Für 160 Zeichen-Begrenzungen rede ich zu gerne, nur Fotos sind auch doof, und der große Gegenwartsroman wartet vermutlich nicht wirklich gerade auf mich.
Also- hier wird fortgesetzt, auch wenn die Lücken definitiv da sind.
Mittwoch, 27. Mai 2015
Montag, 25. Mai 2015
Pfingsten
Jawoll.
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fig. 1: Passend markierter Stein. |
Das Schloss ist seit 1984 Weltkulturerbe- und man muss Barockschlösser nicht lieben, um total, komplett und vollständig geflasht im Treppenhaus zu stehen... "Prachtvoll" ist der richtige Ausdruck für die Fresken, den Marmor, den Stuck, die Vergoldung, die Fliesen, das Porzellan, die Gemälde und kleinen Absonderlichkeiten am Rande. Wenn ihr irgendeine Gelegenheit habt, dahin zu fahren: FAHRT. Es ist atemberaubend schön, ein wirklicher Schatz. Damit meine ich nicht den materiellen Wert, der Richtung absolut unbezahlbar tendieren dürfte. Sondern auch das Schloss ist, ebenso wie die Japan-Ausstellung im letzten Jahr im Folkwang-Museum etwas, um die Augen und die Seele mit Schönheit aufzufüllen. Ich brauche so etwas wohl von Zeit zu Zeit...
Leider darf man im Schloss nicht fotografieren. Ich bin da hin- und hergerissen, denn einerseits möchte ich gerne mal etwas Innentechnik ausprobieren, andererseits ist die Welt, gesehen durch den Sucher der Kamera, anders. Schönheit ist dann plötzlich eine Frage von Perspektiven, Farben, Winkeln und Schatten, und sie reduziert sich auf Technik. Die kleinen, feinen Schmetterlinge im Bauch, die bleiben dann weg und alles schnurrt zusammen zu ein paar Bits auf meinem Rechner. Naja, eher zu einigen Gigabyte.
Im sehr formell und barockig angelegten Garten hingegen und im umliegenden Wald darf man fotografieren, und das hab ich auch getan.
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fig. 2: Ein Schloss, ein Schloss! |
Japaner und Amerikaner waren in Bus-Stärke da. Aber wir kamen früher und fuhren später weg, so dass es auch viele Augenblicke ohne wuselnde Menschen gab.
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fig. 3: Geländerdetail. In dem zentralen Kreis ist das stilisierte Monogramm des Bauherrn enthalten, noch ein Clemens August |
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fig. 4: Aber einer aus dem Hause Wittelsbach. |
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fig. 5: Formelle Gartenanlagen haben ihren Reiz... |
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fig. 6: ...und die Planer verstanden was von Ausblicken und Einblicken. |
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fig. 7: Stillleben einer Pause. |
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fig.8: Die geben keinen müden Hering für das prachtvolle Drumherum. |
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fig. 8: Als wir uns einmal verlaufen haben. |
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fig. 9: Da war es aber auch schön. |
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Fig. 10: Auf dem Weg zurück zum Auto. |
Das zu Augustusburg gehörende Jagdschlösschen Falkenlust haben wir uns gespart. Aber wenn die Foto-Ausstellung im Max-Ernst-Museum beendet ist und eine neue zu besichtigen, dann fahren wir wieder nach Brühl. In das andere Schloss, und auf jeden Fall wieder ins MEM.
Gesamtbilanz des Tages waren übrigens 13.111 Schritte. Das sind knapp 10 Kilometer- seit ich mit dem Gehen begonnen habe, summiert sich das auf ungefähr 270.000 Schritte und 226 Kilometer. 8 Kilo hab ich unterwegs verloren. Wer sie findet, darf sie behalten.
Schönen Montag noch!
Die Lily.
Donnerstag, 14. Mai 2015
Därrrr Wiiiiiind...
Ne. Nicht der Wind hat mir ein Lied erzählt: Die Drossel oder Krähe oder was weiß ich hat mir was geschissen. Aufs Auto.
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Von der Weltmeisterin im Kunstscheißen... |
Gestern waren eine Freundin und ich im Arp-Museum in Rolandseck. Wir hatten so fantastisches Wetter, dass wir nicht nur die Ausstellung sondern vor allem den Ausblick von der Bistro-Terrasse sehr genossen haben. Siehe hier:
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Aussicht von der Bistro-Terrasse auf den Rhein |
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Nur temporär ohne Worte. |
Und einen ebensolchen wünsche ich euch heute :)
Die Lily
Mittwoch, 13. Mai 2015
Kleine Zwischenbilanz...
aus mittlerweile 22 Tagen mit meinem kleinen Fitness-Coach:
ca. 175.000 Schritte insgesamt, das sind ca. 135 Kilometer zu Fuß zurück gelegt
Im Mai verzehrte Kalorien 16.000
Im Mai verbrannte Kalorien 38.000
(Im April hab ich das Essen noch nicht erfasst, weil ich noch nicht wusste, wie lustig das ist. Vor allem die Vollkornbrötchen ohne Ballaststoffe und die Eier ohne Cholesterin).
Insgesamt abgenommen: 6 Kilo.
Aufgehört haben die Hüftschmerzen, das Gefühl, dass einen nachts einer verhaut und man deshalb so schmerzhaft aufsteht, der Blutdruck ist gesunken und der Blutzucker verläuft etwas harmonischer. Letzterer neigt aber häufig dazu, zu sehr abzusinken. Das wird sich geben, wenn ich die Dosierung vom Basalinsulin besser geregelt kriege.
Ich bin vom Tempo einer geriatrischen Schnecke jetzt soweit entfernt, dass ich zwischendurch mal einen Spaziergänger überholen kann... bei meiner ersten 6000-Schritt-am-Stück-Runde war ich gegen Ende froh, einen Rollator-Club hinter mir lassen zu können.
Leider macht meine linke Achillessehne Ärger, und bremst ziemlich. Also auch weiterhin kein Schritt ohne Schmerzen, aber sie sind geringer, und das ist schon mal was.
Die Software macht das mit dem Motivieren immer noch toll. Sie sagt mir, wie ich in der Statistik liege, und findet immer einen Durchschnitt, den ich übertreffe. Kleine Informationen kriegt man nebenbei serviert, und auch die Philosophie der Entspannung, des guten und gesunden Essens und vor allem des ausreichenden Schlafs gehören mit zum Credo. Nichts von dem Info-Kram kommt herablassend oder besserwisserisch rüber, und da bin ich doch sehr froh. Und es hat mich gestern gefreut, das erste Mal eine 7-Tage-Reihe mit Schrittzahlen über meinem Durchschnitt hintereinander hingelegt zu haben. (Das erhöht den Durchschnitt natürlich- geschickt, was?)
Die Diabetes-Plus-App ist eine gute Ergänzung. So lange und so bequem hab ich noch nicht Protokoll geführt, ohne ein fleckiges, zerknicktes Büchlein mit mir herumzuschleppen. Und ich kann jederzeit, wenn der Blutzucker in die ein oder andere Richtung abrauscht, in der Tracker-Software auf Spurensuche gehen, denn da steht alles drin. Essen, Bewegung, Schlaf.
Alles in allem war das die sehr richtige Entscheidung, meinem kleinen Bruder auf seinem Fußweg zu folgen.Der hat einen sensationsverdächtigen Berg abgenommen, sieht zwanzig Jahre jünger aus und seine Gesundheit ist wie neu.
In den nächsten knapp zwei Wochen, bis ich wieder arbeiten gehe, werde ich mir Wege überlegen, wie ich auch mit 9-10 Stunden Büroarbeit am Tage auf meine 10.000 Schritte komme.
Ich schätze, das wird darauf hinaus laufen, demnächst zur Arbeit zu laufen. Laut Google-Maps sind es auf dem kürzesten Weg, den man mit dem Auto nicht nutzen kann, 4,2 Kilometer. Derzeit brauche ich dafür eine gute Dreiviertelstunde. Und nicht alle Wege sind da so schön. Mal sehen. Das wird nicht jeden Tag funktionieren, aber warum sollte ich mein Auto nicht meistens stehen lassen?
Heute geht es ins Arp-Museum in Remagen. Ich freu mich schon :-)
Donnerstag, 7. Mai 2015
Kleine Komposition von Vogel sowie Katze an Hut- letzterer ohne große Passform.
Nach längerer Pause (und im Zuge der derzeitigen Konditions-Verstärkungs-Maßnahmen) hat die hier Schreibende mal wieder einen Ausflug in einen örtlichen Tierpark unternommen (genauer gesagt in das Tiergehege im Oberhausener Kaisergarten). Da die Lauferei meine Achillessehnen ordentlich in Mitleidenschaft gezogen hat, sind stramme Fußmärsche im Moment nicht drin, aber ein Spaziergang, vor allem mit Kamera, auf jeden Fall.
Ehrlich gesagt war ich ziemlich trüb drauf, im Anschluss, trotz einiger schöner Motive. Aber die Rehe und Hirsche in kleinen, düsteren Gehegen auf schwarz getrampelter nackter Erde haben mich doch ziemlich schockiert, ebenso wie der in einer Ecke jenseits der Hauptwege untergebrachte Zwergotter- von dem ich den Eindruck hatte, dass er alleine da leben muss. Als ich um die Ecke bog, kam er auf mich zugerannt, warf sich auf den Boden und begann wie wild mit einem Stein zu spielen- das machte den Eindruck eines Tieres, das sich in der Regel zu Tode langweilt.
Ich glaube, sie sollten sich auf Haustierrassen beschränken. Vor allem das Rotwild ist hinter Stabstahl untergebracht, ohne großartige Deckungsmöglichkeit, und steht meist stumpf am Gitter herum. Die meisten Tiere darf man füttern, mit Möhren oder Futter aus den Automaten. Der Eintritt ist kostenlos, und es ist ein recht beliebter Aufenthaltsort für Familien mit Kindern, die nur mal eben raus wollen aus der Stadt. Aber für die in der Mehrzahl noch im Buggy sitzenden Kinder reichen auch Hühner, Schafe, Ponys und Ziegen vollkommen aus.
Ich finde Zoos an sich sind ein diskussionswürdiges Unterfangen, auch wenn ich die Tiere als Fotogelegenheit sehr schätze. Die Arterhaltungsargumente sind mir alle bekannt, und ich kann sie nachvollziehen, dabei stellt sich mir jedoch immer die Frage, für welche Umwelt und welche ökologischen Nischen und Lebensräume man die Art denn erhalten möchte. Berggorillas für übervölkerte Städte da, wo bisher ihre Regenwald-Bäume standen? Okapis für Stadtparks?
Nevertheless.
Ich war Fotografieren.
Spindle Springs Brücke |
Herr Pfau, der nachher noch mal erscheint. Er oder auch vielleicht sein Kumpel. |
Hühner bei der Frühstückspause. |
So'ne Art Siesta. |
Die schönsten Hutfedern bleiben beim Eigentümer. |
Waiting. |
Das arme Zwergotterntierchen. |
Herr Pfau, Teil 2. Er war sehr ausdauernd. |
...sag ich doch. |
Frau Pfau kennt das alles schon. |
Hauptsache die Haare liegen :-) |
Echt schick... |
...auch die nicht ganz so spektakulären Gefiedergegenden. |
...aber der Rest tut auch, was er kann. |
Heraus kam das:
Der Herr Paul, den wir schon von dem hier kennen: |
Das ist ungefähr 6000 Fotos her. |
...und der hier hat vor lauter Schreck alle Farbe verloren. Vor allem aus den Augen. |
Donnerstag, 30. April 2015
...und wenn ich nicht...
seit 14 Jahren geschieden wäre, wäre ich gestern nur noch vier Jahre von der Silbernen Hochzeit entfernt gewesen.
("Bilde einen Satz unter Verwendung des Konjunktivs 2!")
UnserZwen sitzt zu Hause auf der Couch (einer muss mich ja vertreten), die Sonne scheint in Schüben, der Wind regiert Jacken, Kleider und langes Haar.
Es ist April, für noch ein bisschen.
Schöne Walpurgisnacht zusammen!
Montag, 27. April 2015
Kondition
Wie man dem letzten Post entnehmen konnte, wird im Hause Lily derzeit an der Kondition gebastelt, die eine schaurig schlechte ist. Das geschieht großenteils mit Hilfe von diversen Strecken, die zu Fuß zurückgelegt werden, und für die man, streng genommen, nur ein paar Füße mit Schuhen dran braucht.
Leider bin ich ein schwer zu motivierender Mensch, wenn es um Bewegung geht. Das war früher schon so, und hat sich in den letzten knapp 50 Jahren nicht nennenswert gebessert, auch Schulsport (don't get me startet on Schulsport) hat da mehr geschadet als genützt.
Ein Schrittzähler hilft mir da, er bejubelt ständig und nörgelt nicht und vor allem erlaubt er mir kein Mogeln. Er zählt meine Schritte, ich kann ihm mitteilen, was ich sonst noch so gemacht habe (wobei- wenn ich 45 Minuten Katzenklos ausräumen, auswaschen und mit frischer, tonnenschwerer Streu versehen als 45 Minuten Pilates eingetragen habe, dann auch wirklich nur, weil Katzenklos reinigen nicht in der Sportauswahl drin war)- und es sagt mir, ob und wie tief ich geschlafen habe. Ein Single ist da im Gegensatz zu mit Partnern versehenen Menschen ein bisschen im Nachteil, kriegt er/sie doch nicht mit, ob er sich nachts bewusstlos schnarcht (Stichwort Schlaf-Apnoe) oder nicht, und ob er/sie Tiefschlafphasen hat oder nicht. Das sagt mir aber der Bewegungsmelder, weil er auch bemerkt, wenn ich mich im Schlaf bewege, oder wenn ich halt still liege und schlafe wie ein Stein. Ich kann ihn dazu bringen, Essen und Trinken zu protokollieren, aber das überlasse ich derweil der Diabetes-App. Die wiederum zu bedienen fällt mir erheblich leichter, als so ein runzliges und verknicktes, schlecht lesbares Heftchen in der Tasche mit mir rumzuschleppen und immer einen Stift zu brauchen, um irgendwelche Eintragungen vornehmen zu können. Die App macht mir ein schickes pdf-File, das ich dann an meinen Doc schicken kann. Sie hat die Möglichkeit, nicht nur nach verschiedenen Insulingaben zu unterscheiden, sondern auch Notizen zu machen, Bewegung zu vermerken und, und, und.
Klar geht das alles auch ohne Elektro. Aber ich verlier schon den Faden, wenn ich beim Spazierengehen Schritte selbst zähle... weil ich nämlich beim Laufen anfange, unkoordiniert herum zu denken, was dann dazu führt, dass ich nicht mehr weiß, ob es jetzt 5.432 oder 5.423 Schritte waren. Die, die man so im Lauf des Tages im Büro oder zu Hause macht, beim Wäscheaufhängen und beim Staubsaugen, die zählt sonst kein Mensch. Macht aber, wie ich feststellen durfte, schon 2500 bis 3000 Schritte am Tag aus, alles in allem.
Tja, und das Bejubeln... das gefällt mir gut. Die App fasst Ergebnisse in lobende Worte, sagt mir, ob ich mich im Durchschnitt meiner Altersgruppe bewege oder weniger/mehr Bewegung habe, und es erlaubt mir abzuschätzen, ob ich mich wirklich fitter mache. Was so zu sein scheint, nach ein paar Tagen schon. Klar kann ich keinen Marathon laufen, und weiß nicht mal, ob ich das je können will. Aber 10 Kilometer entspannt gehen, ohne dass mir nach 500 Metern schon alles weh tut, das will ich.
Und jetzt such ich eine App, die regelmäßig die Muttermale auf meinen Rücken checkt. Noch so ein Nachteil für Singles.
Sportliche Grüße vonne Lily
Montag, 20. April 2015
Technische Aufrüstung, Teil 723
Waah. Waaaaah!!
Das ist mein üblicher Ausdruck, wenn es hierzulande, chez Lily, um technische Dinge geht.
Ich habe eigentlich keine größeren Verständnisprobleme, wenn es um Technik geht (Strom als solchen habe ich nicht verstanden, trotz des jahrelangen Bemühens von Freund und Kollege Bernard. Und jetzt alle: DANKE, BERNARD!)
Als einschränkende Bemerkung sei jedoch erwähnt, dass ich mich nur ungerne damit beschäftige, das etwas zäh gewordene Hirn wieder einmal mit der ein oder anderen Problematik zu ertüchtigen. Das findet nur zwangsläufig statt, wenn also "mein" Internet mal nicht geht oder so.
Nun ist der technische Fortschritt da ein tückichtes Ding. Vor 15, 16 Jahren noch hing diese vermaledeite Computerkiste so oft in den Seilen, dass ich einen Routerreset, eine Modemveränderung oder auch ein An-Pingen mysteriöser Gegner mittels irgendwelcher IP-Spielereien im Schlaf beherrscht habe.
In dem Maße, in dem ich Provider fand, die ihre Leistung jahrein, jahraus problemlos zur Verfügung stellten, hab ich dieses Wissen auf die hintersten und obersten Regalbretter meiner Brain-Storage-Einheit verbannt. Jetzt muss ich nicht nur das Wissen wiederfinden, sondern auch noch an eventuell geänderte technische Möglichkeiten anpassen...
Denn ich habe mir einen Tracker gekauft. Nicht das Ding für den Acker, das ist ein Trecker, sondern sowas, mit dem man seine 10.000 Schritte am Tag überwacht, verwaltet und so weiter. Das Ding trägt man an der Kleidung oder am Handgelenk, und verwaltet das ganze über sein Handy.
Kaum war das Ding hier eingetrudelt, stellte ich fest, dass mein (sage und schreibe) 16 Monate altes Smartphone mit vielem kompatibel ist, nicht jedoch mit der App, die man braucht, um den Tracker auszulesen und so. Es ist nämlich, tadaa, zu alt.
Also musste ein neues Handy her (hier leises Grollen einfügen). Um dieses mit dem Trackerdings zusammenarbeiten zu lassen, braucht man die App. Soweit, so logisch- aber an die App kommt man nur mittels Internetz. Mobilfunktechnisch bin ich Steinzeitbewohner. Ich habe zwar ein Smartphone, also mittlerweile eher 2, aber dank Prepaid-Karte normalerweise keinen Internetzugang. Kann man zwar buchen bei dem Anbieter, ich bin aber zu faul, zu nachlässig und auch nicht sonderlich motiviert gewesen, auf einem gefühlten 2-cm-Monitörchen Einzelbuchstaben so lang zu scrollen, bis sie eine Website ergeben.
Ergo musste das Guthaben (ich komme normalerweise ca. 18 Monate mit einer 30-Euro-Aufladung hin) Richtung Internetguthaben ausgedehnt werden. Das geht online, hurra, und wurde auch flugs erledigt.
Dann aber wollte ich die Daten vom alten Telefon mittels Simcard auf das neue umschaufeln. Naja, womit ich nicht gerechnet habe, war, dass es inzwischen neue Kartenformate gibt. Das neue Handy braucht eine Micro-Sim! und ich scheine eine in Macro-Format zu haben! Dumm gelaufen, oder?
Am vorletzten Freitag habe ich den Tracker bestellt. Der kam am Dienstag, das neue Handy am Donnerstag. Am Freitag der letzten Woche habe ich dann per Telefon (drücken Sie bitte die Wasweißich-Taste) die neue Simcard bestellt. Auf die Idee meines Sohnes, eine Youtube-Anleitung für das Anpassen der Simcard von normal auf micro mittels Schere zu Hilfe zu nehmen, bin ich angesichts der Investitionen nicht näher eingegangen... ich kenn mein Glück und habe keine Lust verspürt, mittels Nagelschere ein neues Handy zu ruinieren. Ergo warte ich dann noch ein bisschen auf meine Simcard...
Das bot aber immer noch keine Antwort auf die Frage, wie ich dann die Daten von dem alten Ding mit der in das neue Ding nicht reinpassenden Karte übertrage.
Da hat der liebe Gott jedoch eine App für gemacht, mit der das Problem recht schnell erledigt war. Telefonieren kann ich zwar mit dem neuen Ding noch nicht, aber die Telefonnummern, die sind schon mal drauf.
Nach ein paar Telefonaten mit meinem Sohn hab ich dann auch endlich kapiert, warum man ein Smartphone auch per WLan ins Netz schicken kann, und dass es Sinn macht, zu Hause zumindest über WLan zu surfen.
Was aber kann mein Internetzugang nicht? Rrrrichtig. WLan.
Deshalb bin ich heute mittag ins Städtchen in den Laden, den mein Provider dort providet und habe die Frage gestellt, ob ich mein Internet-über-Fernsehen-Dings um einen WLan-Zugang erweitern kann.
Und kriegte die zwischen 32 blitzenden Zähnen hervorgekaute Antwort, nicht sehr freundlich: "Es gibt handelsübliche WLan-Router."
Das war alles. Und das, das wusste sogar ich schon vorher.
Ich mache jetzt nicht die Rechnung auf, wieviele Monate Fitnessstudio-Beiträge ich mir hätte leisten können, hätte ich nicht einen Tracker, ein neues Handy, eine neue Simcard, einen neuen WLan-Router und einen Monat Internetz gekauft...
Ich finde, Waaaaah!! ist da noch sehr milde ausgerufen.
Donnerstag, 16. April 2015
Ursache und Wirkung
Gestern abend in den Nachrichten auf SWR:
Derzeit steht ein junger Mann aus Rheinland-Pfalz (?) oder Baden-Württemberg vor Gericht, der einen alten Mann und eine 17-jährige mit einem Messer angegriffen hat. Der Rentner ist dem Mordanschlag zum Opfer gefallen, die junge Frau konnte fliehen, hat aber schwere Verletzungen davon getragen.
Soweit, so schlimm.
Jetzt betreibt das Gericht natürlich Ursachenforschung. Und man ist darauf gestoßen, dass der junge Mann...Computerspiele spielte. Vermutlich die Sorte, die Amokläufer ausbildet.
Was bei der Ursachenforschung überhaupt nicht relevant zu sein scheint, zumindest dieser Nachrichtenausgabe zufolge, ist die Tatsache, dass der junge Mann zum Zeitpunkt der Tat in Bad Reichenhall in einer Kaserne lebte. Als Soldat.
Klar, dass das keine Rolle spielen kann, weiß doch jeder, dass die Soldaten in der Kaserne immer nur Topflappen häkeln.
Dienstag, 14. April 2015
Braaaaiinnzzzzz...
Vielleicht ist es die Auswirkung der Frühlingssonne auf mein Hirn, vielleicht auch beginnender Abbau infolge Alters.
Ich hab aber trotzdem den Verdacht, dass ich einen Hirnwurm habe, der sich, zombie-like, durch die graue Substanz fräst. Wie ist es sonst zu erklären, dass mir nicht einfallen will, wie man den Satz
"...geht den Weg [hier richtige Form von "allen/m" einfügen] Irdische(n)..." korrekt baut?
Alles fühlt sich falsch an. Geht den Weg allen Irdischen? Geht den Weg allem Irdischen? Meinem Gefühl nach muss nach "geht den Weg" ein Genitiv stehen, also die Antwort auf die Frage "Geht den Weg wessen?" (Und nicht etwa "den Weg wohin?"). So, und da nun sagt der Duden, dass der Genitiv vom Indefinitpronomen alle/n hier "allen" ist. Danach kommt das Substantiv in Form des Genitivs mit -s oder -es dahinter. Das würde hier bedeuten, dass etwas "den Weg allen Irdischens" gehe- was nach Ohrenkrebs klingt (wenn man allerdings lange genug auf das Wort Irdischen starrt, fängt es ganz von selbst an, sich merkwürdig anzufühlen).
Aber das Internetz sagt mir an dieser Stelle, dass in solchen Fällen alles wieder ganz anders ist:
Anstatt "den Weg allen Irdischens" zu gehen, geht man "den Weg alles Irdischen". (Oder man ist Bewunderer alles Schönen, was zwar nicht inhaltlich, aber grammatikalisch dasselbe ist).
Gut, dass das geklärt ist.
Und der Hirnwurm ist wahrscheinlich nur ein Symptom meiner fröhlichen, entspannten und komplett verpeilten Persönlichkeit.
Q.e.d.
Donnerstag, 9. April 2015
Das Possessivpronomen der ersten Person Plural...
und seine Bedeutung in der Alltagssprache in den westlichen Provinzen
Eine Untersuchung.
Heute, liebe Mitlesende, ergründen wir die extreme Vornamizität des Possessivpronomens der ersten Person Plural im Familienalltag der Menschen des Westens.
Als Vornamizität ist der Vorgang zu verstehen, in dem sich das besagte Possessivpronomen der ersten Person Plural (kurz Popro 1 Perplu) mit den Vornamen erster Ordnung in den kombinierten Vornamen zweiter Ordnung verschmilzt. Dieser Vorgang ist unabhängig vom Geschlecht des Trägers des solcherart verschmolzenen Vornamens erster Ordnung und geschieht unwillkürlich in dem Moment, in dem der Träger oder die Trägerin desselben mittels Mutterhand in die Wiege abgesenkt wird.
In diesem, für die Vornamizitätsentwicklung so kritischen Augenblick, geschieht, was so weithin beobachtet werden kann: Das Kind, zum Beispiel mit dem Namen Klaus beglückt gestraft bedacht, mutiert von der einen zur anderen Sekunde zu "unserKlaus". Diese einmal in glückstaumelnder Minute vorgenommene Verschmelzung ist unumkehrbar.
Rekombinationen sind auch dann nicht denkbar, wenn der so frisch kombinativ Benamte im Verlauf seiner schulischen Werdegänge seitens wohlmeinender Kumpel in Klausbärbel umbenannt werden sollte.
Sofern zum Vornamen erster Ordnung jedoch nur geringfügige Änderungen eintreten, ist dies in 1.75% der Fälle anders (Chantal Schmitz und Kevin Kasulke, Die Rekombination in Theorie und Praxis, Kap. 3, Fußnote 45, Selbstverlag (1987)) Dies ist vor allem bei den sog. berufsjugendlichen Eltern (bei Schmitz / Kasulke: "Kannznichmalinwürdealtern") dann der Fall, wenn unserKlaus im Rahmen der schulinduzierten Persönlichkeitsumformung zu unserKlausi wird.
Die übliche Anpassung der Pronomina an den gebildeten Satz im Wege der Beugung findet in diesem Fall nicht statt.
Beispiel. "Tuste mal unserKevin nen Brötchen geben?" (Schmidt, Kasulke, S. 231)
"Wer hat unserKevin verkloppt?" (ebda.)
"UnserKevin, mach dat Mäh ma ei"(ebda.)
In ca. 49 % der Fälle ist die Auswirkung der Vornamizität der Popro 1 Perplu als reine sprachliche Sauerei zu betrachten, die keine Wirkung außerhalb des unmittelbaren Fremdschämens entfaltet.
Die besondere Relevanz und seelenschreddernde Wirkung dieser Vornamizität (man könnte fast schon von Vornamizitoxizität sprechen) ergibt sich dann, wenn das Kind weiblichen Geschlechts ist, und das Popro 1 Perplu in die sog. "semantische Versteifung" verfällt.
Die semantisch versteifte Vornamizität liegt vor, wenn ein weibliches Kind, ungeachtet seines Geschlechts, das Popro 1 Perplu mask. erhält.Das führt dann zu Konstruktionen wie "unserSchantall", die in ihrer Wirkung auf die geschlechtliche Identität des so benamten Kindes bisher unerforscht sind.
Das im Rahmen dieser Forschungsarbeit entdeckte Phänomen der semantisch versteiften Popro 1 Perplu mask. mit Perkussionsautomatik wurde bisher jedoch nur einmal festgestellt.
In diesem Fall (in dem von ernsthaftem Irresein der Erziehungsberechtigten auszugehen ist) wurde das arme Kind, das den Vornamen Dagmar zu erdulden hatte, im Alltag mit "unserDaggis" angesprochen. Die semantische Versteifung übertrug sich dann im Rahmen der Perkussionsproblematik auf weitere Pronomina sowie die Artikel.
Das Mädchen, in Alltagsbezügen von den Eltern als "derDaggis" bezeichnet, wurde letztmalig 1989 gesehen, wie es hinter einem Stapel Bücher im Keller des Duden-Verlags in Deckung ging.
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Abb. 1: UnserZwen. |
Mittwoch, 8. April 2015
Erwachsen werden
Das hat mich lange beschäftigt: Wann werd ich endlich erwachsen, und wie merk ich das? Und kann ich dann mein ganzes Geld für Brathuhn ausgeben (Kindergartentraum von mir, Brathuhn bis zum Abwinken)?
Und gestern abend, da kam mir die Erleuchtung.
Denn mit Zwanzig, da hab ich angefangen, Cartoon-Postkarten auf Halde zu legen, man weiß ja nie, wann man mal wen mit einer solchen erfreuen kann.
Seit ich die Vierzig in Sichtweite habe, sind zu der Sammlung von Cartoon-Karten Weihnachts- und Geburtstagskarten hinzugekommen.
Und seit neulich erst finden sich Kondolenzkarten, Briefpapier, -Marken und ein guter Füller in der Sammlung.
Man weiß nie, nicht wahr?
Mittwoch, 1. April 2015
The Mamas and the Papas
Oioioioi Eltern. Hier chez Lily spielt sich jetzt das ab, was eine seltsame Ärztin mal "Sandwich" nannte (sie frug, eindringlich und mehrmals, ob ich "auch Sandwich" hätte. Da ich ja "Zucker hab", war es nicht so merkwürdig, danach gefragt zu werden, ob ich ein Lebensmittel hätte. Ich wusste nur nicht, ob sie das Sandwich verspeisen oder mich dagegen behandeln wollte). Die seltsame Ärztin meinte jedoch, ob ich, wie eigentlich die meisten Menschen mit Kindern, in beide Richtungen fürsorgend und aufopfernd (Frauenlos! Schicksal! Chromosomen!) tätig sei- in Richtung der jüngeren wie auch der älteren Generation. Was damals nicht war, ist inzwischen geworden.
Kurz und gut: Meine Eltern werden rapide älter, vor allem mein Vater verfällt zusehends, und sie brauchen jetzt mal ihre Kinder, zwecks Unterstützung und zum-Einkaufen-fahren.Und Gartenumgraben. Und Anträge stellen. Und Vorhänge anbringen. Und was uns sonst noch so einfällt...
Nun hab ich das Glück, nette Eltern zu haben. Im Wesentlichen (und vor allem inzwischen) sind sie recht entspannt, und selbst mein vor sich hin alzheimernder Vater ist noch immer witzig und uncharmant wie eh und je, soweit es die Tagesform zuläßt.
Jahrzehntelang hab ich in ziemlicher Distanz von ihnen beiden gelebt, nicht so sehr räumlich als in Bezug auf Lebensführung, Ziele und so, und daher ist ein Element von Kennenlernen nach mehr als 50 Jahren interessanterweise sehr präsent. Diese Distanz macht sich jetzt bezahlt- über manche Begleiterscheinung kann ich einfach lachen und die amüsante Seite an der ein oder anderen Fehlleistung sehen, die wir drei so vollbringen. Meiner Mutter rettet das manchmal den Tag, weil sie aus lauter Pietät vor dem geistigen Abbau meines Vaters die absurden und irrwitzigen Facetten nicht so richtig würdigen kann, oder aber sich nicht traut, über manches Geschehen laut loszukichern.
Und obwohl es viel Zeit in Anspruch nimmt, sich zu kümmern und zur Verfügung zu stehen, fühlt es sich richtig an und vor allem auch nötig. Wie Familie halt.
Dienstag, 31. März 2015
Der Beamte ist nie einsamer...
als Ende März.
Dann nehmen alle Angestellten ihren Resturlaub, weil er sonst verfällt. Die Beamten hingegen haben (aus unerfindlichen Gründen) bis September Zeit dafür. Ergo ist das hier eine ganz alleine Lily... die hofft, dass sie auch mal mit dem Urlaubmachen dran kommt.
Grrrrrr.
Donnerstag, 26. März 2015
Ich liebe...
... die Sprüche meines irakischen Kollegen. Ab und zu übersetzt er mir so eine arabische Redewendung, und dann lieg ich jedesmal flach-
Heute morgen sagte er über seinen Bruder: O. ist wie Tomaten. Er passt einfach zu allem.
Manchmal würd ich gern arabisch lernen.Aber noch ist Zeit, erstmal am Türkischen zu scheitern.
Mittwoch, 25. März 2015
Vögel
Mit den Flatterviechern hab ich das ja nicht so. Das liegt an dem Wellensittich meiner Eltern, der die kleine Lily in ihrem Laufstall ein paar mal ordentlich gebissen hat.
Aber sowohl in der Nacht von Sonntag auf Montag als auch in der nächsten Nacht hat mich jeweils lautes, melodisches und sehr engagiert vorgetragener Vogelgesang geweckt- und das war keine Eule, sondern das war eine Nachtigall. Dafür, muss ich sagen, liege ich gern mal nachts ein Stündchen wach, das ist wirklich etwas besonderes. Sie muss direkt vor meinem Fenster in dem Strauch gesessen haben, so laut war sie, und ich hab mich nicht gerührt, weil ich sie nicht verscheuchen wollte.
In dieser Nacht allerdings war ich mit meinen Kollegen auf Amtsausflug (!) in Neuschwanstein (!!). Natürlich nur im Traum. Real angefühlt hat sich aber, dass mir da ein Pudel vor die Füße lief, abgemagert und verschmutzt, dem jemand den Hals mit einer Menge an Gummibändern zugeschnürt hatte. Den Rest meines Traumes hab ich dann die Bänder entfernt, eins nach dem anderen, und als mein Wecker losging hab ich ihn in meine Jacke gewickelt und mit in den Tag genommen.