Sonntag, 17. August 2008

Spotlights

Ein verbummeltes Wochenende, bisher, finde ich. Obwohl ich gestern beim Sport war und bis Mittag schon eine ganze Menge erledigt hatte. Das Gefühl bleibt trotzdem, faul gewesen zu sein. Was ein Blödsinn ist.


Durch eine Mail von Uschi hab ich mich genötigt gesehen, über das Ausmaß an Romantik nachzudenken, das man (oder frau) sich bei einer Hochzeit, bei SEINER Hochzeit, wünschen könnte. Den ganz entschiedenen Drang, einmal im Leben Prinzessin zu sein, hatte ich nicht (das kann man auch später mit einer entsprechenden Mailadresse kompensieren :-) ) Trotzdem hätten meine beiden Hochzeiten nicht ganz so kühl sein müssen, finde ich im Nachhinein. Zumindest die zweite hätte mehr rosa Wolken verdient gehabt. Statt dessen haben sich die Bühnenarbeiter verschworen und schon kurze Zeit später die schwarzen Wolken geschickt. Idioten.


Dass diese Hochzeiten nicht romantisch waren, hab ich mir selbst zuzuschreiben. Beim ersten Mal hat mein Sohn die Kerze in die Kirche geschleppt (er war erst drei, da ging das nur mit Schleppen) – und ich dachte vorher irgendwie, mit Kind dabei hat man kein Recht mehr auf was Romantisches. Das zweite Mal lebten wir schließlich schon Jahre zusammen. Da ist die Romantik ja auch nicht mehr nötig- dabei gibt’s doch eigentlich gar keinen anderen Grund zum Heiraten, als den der Romantik. Die Steuervorteile sind zu vernachlässigen, und wenn man keine gemeinsamen Kinder plant, gibt’s den Grund auch nicht.

Was lernt man draus? Vor solchen Anlässen sollte man wirklich sein Gewissen erforschen. Später kann man am Ablauf nichts mehr ändern. Und eine schöne, den eigenen Wünschen entsprechende Hochzeitsfeier, an die man gern zurück denkt, ist bestimmt ein guter Start.


Fürs nächste Mal also: Schon mal die Rosen-Pergola im Altersheim „Abendsonne“ buchen.

Und Ideen sammeln für den Blumenschmuck- mit so einem Geh-Rollator kann man auch schwere Sträuße gut transportieren.


Für die Rundum-Schön-Verkleidung von Freitag hatte ich mir die Fußnägel lackiert, in grün, passend zum Kleid. Das sieht komplett bizarr aus, wenn man es zu Sportklamotten trägt. Außerdem blättert der Lack schon wieder ab. Grrr.


Sportlich gesehen geht’s aufwärts. Ich bin gerade dabei, Liegestützen zu üben, und zwanzig krieg ich hin. Leider tragen die vermutlich zu dem Schwimmer-Kreuz bei, das ich züchten scheine. Naja. Solange mir Michael Phelps’ Nase erspart bleibt, will ich dankbar sein und schweigen.


Ich kann mir im übrigen nicht vorstellen, dass es mit rechten Dingen zu geht, soviel Medaillen abzukassieren, und locker einen Weltrekord nach dem anderen zu brechen, wie es derzeit in den olympischen Becken geschieht. Ein Teil liegt sicherlich an diesen merkwürdigen Ganzkörperkondomen. Aber hat einer den Typ gesehen, der gestern den Weltrekord im 100 m Sprint der Männer gebrochen hat? Der hat schon zehn Meter vor dem Ziel die Arme runtergenommen und ist beinahe gejoggt. Irgendwie ist es befremdlich, dass das so locker gehen soll. Aber ich schätze mal, die Labors werden es zeigen.


Gleich gehen die Fotos an dieExbraut auf die Reise. Säuberlich auf CD gebrannt. Was mich daran erinnert hat, dass ich mal die irren Mengen an Fotos brennen sollte, die auf meiner Festplatte ruhen. Weiß jemand, ob es ein Tool gibt, mit dem man doppelte Bilder automatisch aussortieren kann?


Einen schönen Sonntag,



Lily





Kommentare:

Paula hat gesagt…

Zu meiner Zeit galten herkömmliche romantische Hochzeiten als absolut spießig, keine Garantie für eine glückliche Ehe und viel zu teuer und aufwendig. Kirchlich kam sowieso nicht in Frage wegen dem Atheismus und so.

Also hatten wir eine sehr puritanische standesamtliche Trauung (nach immerhin 18 Jahren Beziehung) mit Kind.

Aber die hatte auch was Romantisches: das war der erste Termin, der ohne Trauzeugen nach der neuen Gesetzgebung stattfand, also nur wir drei: Die Standesbeamten wussten nicht so genau, wie die Geburtsurkunde unseres gemeinsamen Sohnes geändert werden sollte und mussten erst einmal in den entsprechenden Gesetzesblättern nachsehen, was zur Folge hatte, dass wir nach der Trauung 1 Stunde im Dienstzimmer des sehr netten Standesamtsleiters saßen und sehr amüsant geflachst haben. Er trug reichlich Geschichten von außergewöhnlichen Trauungen dazu bei.

Unsere Trauung war "geheim", die Familie war nicht informiert, und unser Kleiner wurde mit in die Zeremonie einbezogen, durfte auch unterschreiben und bekam vor dem Ringtausch eine kleine goldene Kette mit einem Anhänger mit unseren drei Initialen umgehängt.
Im Vorraum des 50er-Jahre Standesamtes (Plattenbau, braunes Parkett, grüne Butzenscheiben und roter Perserteppich), hatte uns ein uralter Fotograf angesprochen mit einer alten Kamera in braunem Lederetui vor dem Bauch "ob wir nicht ein paar schöne Fotos haben wollten?" Wollten wir, also durfte er mit rein ins Trauzimmer und uns während der Zeremonie von allen Seiten fotografieren. Und so haben wir einige sehr konventionelle Farbfotos im siebziger Jahre Stil, alle etwas steif, die beiden Jungs in Jeans und Jackett und ich in einem hellgrauen Kostüm mit weißer Spitzenbluse und winzigem Rosenstrauch in der Hand, immerhin).

Und hinterher durfte unser Kleiner auswählen, wo wir das Hochzeitsmahl einnehmen wollten. Ratet mal, wohin er wollte? Richtig, zu Mac Doof, und das haben wir dann auch gemacht. Chch..

Die Verwandtschaft war geplättet, meine Mutter muss vor Erleichterung tief geseufzt haben ("wilde Ehe, Kind, denk über die Folgen nach, wenn er Dich mal verlässt"), und war dann auch bereit unsere Familienfeier zu finanzieren, die wir in einem kleinen Waldrestaurant an der Elbe zwei Monate später nachgeholt haben. Sehr gemütlich. lustig und rustikal, das Essen kam in kleinen und großen Eisenpfannen direkt auf den Tisch, die Männer haben alle ordentlich "reingehauen".

Ich muss zugeben, die Prinzessinnenromatik in einer Kirche mit langem Kleid hätte mir auch gefallen, aber ist nun nicht mehr wirklich wichtig. Wir sind nun schon 28 Jahre zusammen, wahrscheinlich, weil wir so lange nicht verheiratet waren und genau wussten, was wir uns da anheiraten.

Schönen Sonntag!
Paula

uschi hat gesagt…

Liebe Lily,
hast du denn Michael Phelps mal richtig angeguckt? Der hat einen so total perfekten Muskelaufbau, an dem kann man Anatomie studieren! Come on, nett lachen und sich richtich freuen und seine Mama hinterher fest druecken, und die Kollegen von der Staffel high fiven, also der sieht doch richtig lecker aus, der Jung,,,,

schwarzetasten hat gesagt…

Mit md5sum, sort und awk lässt sich das Duplikatefinden gut machen.
Aber wahrscheinlich haben Sie das falsche Betriebssystem dafür?

Lily hat gesagt…

Vermutlich- denn so, wie die Frage gestellt ist, sollte man Linux haben. Oder?

LG
LIly

schwarzetasten hat gesagt…

Zumindest für DOS gab es vor Jahren mal ein UnixTools-Paket. Das läuft vielleicht auch noch unter der drübergestülpten grafischen Oberfläche. (simtel.net war damals die erste Adresse für sowas.)
Und nein, es muss kein Linux sein. FreeBSD geht auch :)
Wenn auf der Platte kein Platz mehr ist: Knoppix oder ein anderes Live-System (startet von CD/DVD) besorgen.
OpenSolaris Project Indiana geht auch.
Ein bisschen (ba)sh-Scripten sollte man mitbringen.

Lily hat gesagt…

Ne Knoppix-cd hab ich irgendwo noch herumliegen. Mal schauen... aber wenn ich das so lese, beschließ ich vielleicht doch, dass der Plattenplatz noch ausreicht:-)
Denn von dem, was sich so scriptmäßig irgendwo abspielen könnte, ahne ich nur, dass es sowas gibt. Vielleicht.
Die Zeiten, als ich noch verstanden habe, was in Zeitschriften wie c't stand, sind lang schon dahin... Ich finde ja selbst, dass ich ein Weichei bin, weil ich die Produkte des Herrn G. verwende- als Betriebssystem, alles andere ist OpenSource. Vielleicht wär das ja was, was ich in meinen fünf Tagen Resturlaub plus ein bisschen von dem 2008er Urlaubshaufen lernen könnte. Hm.
Nachdenklich,

Lily

schwarzetasten hat gesagt…

Achtung, spoiler below.

(warum kann ich hier keine code-, blockquote- oder pre-Tags verwenden??? wer weiss was da jetzt formatiert rauskommt...)


#!/bin/sh
# script to find duplicate file contents
#
trap "/bin/rm -rf /tmp/$$.*; exit 0" 0 1 2 9 15

MD5=md5sum

find "$@" -type f -ls |\
(
read line
while [ -n "$line" ]
do
size=$(echo $line | awk '{print $7}')
file=$(echo $line | awk '{for(f=11;f<=NF;f++)printf("%s ",$f)}' | sed 's/ $//')
echo $size \"$file\"
read line
done
) |\
sort -n |\
awk '{if($1==size){print line;print $0};size=$1;line=$0}' |\
grep -v '^$' |\
uniq |\
(
read line
while [ -n "$line" ]
do
name=$(echo $line | cut -d'"' -f2)
$MD5 "$name"
if [ $? -ne 0 ]
then
echo name "-"$name"-" >&2
fi
read line
done
) |\
sort |\
awk '{if($1==csum){print line;print $0};csum=$1;line=$0}' |\
grep -v '^$' |\
uniq |\
cat
exit 0



Als "duplikate" abspeichern, aufrufen mit
sh ./duplikate (ersterBilderordner) (zweiter Bilderordner)
Sucht Dateien gleicher Größe und vergleicht deren MD5-Hashes. Gleicher Hash = sehr wahrscheinlich identisch.