Samstag, 18. April 2009

Abenteuerland- Touristikausgabe



Onyxia sehen...
















und dann sterben. Natürlich.




Lily, die sich grad heute sehr lebendig fühlt.

(wer sich wundert: Ich hab den Namen meines Charakters in wow geändert. Was mal Lootwiga war, ist nun Lillymee. Das hat den Vorteil, dass dieser Name europaweit einzigartig ist. Noch :-) )

Freitag, 17. April 2009

Neues aus der Reihe „Werbung, die wir zum Kotzen finden“

Heute morgen, WDR 2.

Eine sonore Männerstimme verkündet im Brustton maskuliner Überzeugung, Seriosität und Selbstgewissheit, dass der Besitzer derselben es sich nicht leisten kann, krank zu sein.

Ferner äußert er, dass er daher besonders begrüße, dass in der Apothekenumschau soviel zu lesen stünde über gesundes Leben- er habe daher gleich seine Gattin zur Gesundheitsbeauftragten ernannt.

Wie schön- das Bild der Frau als der Heilkundigen.

Es entzückt mich, und wärmt mein Herz.
Oder, besser, versetzt mich in schweigendes Sieden.

Das einzige, was ich mich noch zu fragen traue ist, ob sie das Blättchen selbst in die Hand nehmen darf, oder ob er des Abends vor dem Kamin Lesungen aus demselben veranstaltet.

Dass sie das Erzeugnis überhaupt selbst lesen kann ist an dieser Stelle die letzte Hoffnung seitens einer in stetiger Erbitterung befindlichen


Lily.

Donnerstag, 16. April 2009

Ratlos

Nach den großen Worten von vorgestern (die mir echt peinlich sind, aber jetzt stehen sie da, und dann kann ich sie auch stehen lassen) bin ich auf ein Problem gestoßen, das sich schon abzeichnete:

Wie zum Henker kriegt man raus, wer man ist und was man will?
Was man nicht will, ist viel leichter festzustellen. Menno.

Und wie macht man das so, dass es auch hängen bleibt?
Dass man auch was davon hat, verdammt?

Et gibt eine Menge Schemata da draußen, einen Haufen Vorbilder, Klischees, Rollen und was weiß ich noch. Aber ich find sie alle nicht so passend.

Manches hätt ich gern in blau, oder ne Nummer größer, vielleicht auch mit ein paar Abnähern an anderer Stelle.
Und ein bisschen mehr Glitter.

Nee, im Ernst. Wenns so einfach wäre, hätte ich mit Mitte 20 schon mit dem Thema abgeschlossen gehabt.
An diesen ganzen Rollen von der Stange ist eigentlich nichts Schlimmes. Man kann sogar recht froh sein, erspart einem das „Passt doch!“ sicherlich eine Menge Stress und Arbeit.

Passt aber nix, also muss ich wohl selbst häkeln.

Dazu brauch ich ganz ordinäre, alltagstaugliche Tipps: Wie stell ich fest, was ich will?

Ein Ding nach dem anderen durchgehen, und feststellen, womit und wobei ich mich wohl fühle, oder was?

Oder erst Konzepte entwerfen?

Das zweite hört sich bestechend an, hat aber was von Kopfsteuerung, und da bin ich eher skeptisch, ob das funktioniert.

Das erste würde bedeuten, zunächst mal vieeel Tempo aus dem Leben zu nehmen, weil man doch seine Entscheidungen in einem Affenzahn trifft, normalerweise. Oft so schnell, dass man gar nicht mehr merkt, dass man Entscheidungsspielraum hat.


Gibt’s noch weitere Möglichkeiten?

Gebt mir mal Tipps- gern auch per Mail, wenn ihr wollt.
Lily, in gespannter Erwartung.

Dienstag, 14. April 2009

Der Knaller

Es gibt ein paar Leute in meiner Umgebung, die mir in der letzten Zeit gesagt haben, dass ich durchgeknallt bin, chaotisch, dass mein Leben ein einziges Durcheinander ist und alle, alle haben sie es nicht mit Verachtung, Mitgefühl oder Herablassung, sondern mit so einer Art irritierter Anerkennung gesagt.
Bei einigen schwang so etwas von „Ich mag nicht tauschen, aber es ist bestimmt spannend“ mit, bei anderen klang es wie „Harter Brocken, das Mädchen“.

Ich sitz dann immer hier und fühl mich hilflos- denn ich:

--Mach selten das, was ich tun sollte- und fühl ständig dieses Sollen, wie es an mir zerrt

--Tu viele Dinge, die sich andere nicht trauen- brauche aber eine Menge Energie dafür, und genießen? Oh Mann, reden wir von was anderem, bitte.

--Kann mich so sehr konzentrieren, dass die Realität um mich herum schwindet, aber auch nicht mehr ohne weiteres greifbar ist, wenn ich sie brauche

--Halte ausdauernd und intensiv Ausschau nach Motiven für mich selbst und mein Handeln, und habe nicht selten den Verdacht, dass ich mich nur umzudrehen brauche, um sie in voller Größe direkt hinter mir stehen zu sehen.

--Kann mich so sehr auf die Wünsche, Vorstellungen und Pläne Anderer einstellen, dass diese gar nicht bemerken, dass es nicht meine Wünsche, Vorstellungen und Pläne sind. Das merk ich selbst erst dann, wenn’s zu weit gegangen ist. Dann bin ich weg. Einfach so, und eine Chance, etwas zu klären, gibt es für niemanden. (btw: Hallo, W. Dumm gelaufen, was? Selbst schuld.)

Die gute Sache daran ist: Man bleibt schon sehr flexibel. Es schleicht sich keine Routine ein.
Die schlechte ist: Man verliert sich selbst viel zu schnell.
Und die ganz schlechte Sache: Es kostet Kraft, Zeit, Nerven und Energie, weil keine Routine einem die Arbeit abnimmt.

Irgendwo in der Sammlung von sinnspruchbedruckten Postkarten, die ich in irgendeinem Stapel in irgendeiner Ecke meiner Wohnung aufbewahre, findet sich die eine, die da die Meinung vertritt, es sei besser, durch die Wildnis zu stolpern als auf ausgetretenen Pfaden spazieren zu gehen.
Wer den Spruch erfunden hat, gehört gehauen.
Es ist zwar vielleicht weniger langweilig, aber man läuft auch weitaus weniger schnell Gefahr sich in einem verf… Karnickelloch den Knöchel zu brechen.

Plus, man könnte vielleicht auch mal aus den Wanderschuhen raus- und in ein paar wirklich schöne Schuhe einsteigen :D


In der nächsten Zeit werde ich versuchen, ein bisschen Energie dafür aufzubringen, rauszukriegen wer diese Lily eigentlich ist.

Trotzdem das nicht mein richtiger Name ist, fühl ich mich darin erheblich mehr zu Hause als in dem Namen, den meine Eltern mir gegeben haben. Er ist unbelastet, irgendwie, und bietet eine gute Aussichtsposition.

Also macht euch gefasst auf kryptische Botschaften, und merkwürdige Abhandlungen zu Dingen die mir gefallen, die mir nicht gefallen, zur Diskrepanz von äußerlichen 46 und innerlichen 11 Lebensjahren, zum Spannungsfeld zwischen Steinewerfen, Liebeslyrik, Agitprop und Frührente.


Auf geht’s.

Stets die Eure,



Lily

Montag, 13. April 2009

Normal, für immer.

Die Wetterstation, die ich von einem (dankbaren?) Arbeitgeber nach 25 Jahren Dienstzeit bekam, ist eine Wetterstation. Nichts weiter.

Sie hat auch eine Uhrenfunktion, vielleicht, damit man bemerkt, dass es genau 11.25 Uhr war, als es anfing zu regnen.

Nur, dass man dazu auch noch ein Fenster benötigt, denn sie selbst, also die Wetterstation, drückt sich etwas vage aus, was das faktische Wetter betrifft.

Aber das wirklich harte Brot, das sie zu kauen hat, ist, dass sie für alle Zeiten Normalzeit zeigt.

Damit meine ich die Winterzeit, denn auf Sommerzeit umstellen kann man sie nicht. Oder die Uhr-Einstellungsfunktion ist kaputt, oder meine Fähigkeiten, mit elektronischen Dingen umzugehen, hat jüngst sehr gelitten.


Es ist auch denkbar, dass sie genau so eine eingefleischte Sommerzeit-Hasserin ist wie ich.

Egal.

Es ist jedenfalls hart, immer normal bleiben zu müssen.


Und mir bleibt, darüber nachzudenken, was mir mein Arbeitgeber damit sagen will.



Donnerstag, 9. April 2009

Fragen Sie Frau Lily (Teil ??)

Und wieder ein Beitrag zu einem längst vergessen geglaubten Unterkapitel dieses Blogs.


(Diesmal in Form eines Interviews)


F: Frau Lily?

A: Ja?

F: Darf ich Sie mal was fragen?

A: Das tun Sie ja schon.

F: Also darf ich fragen?

A: Ja.

F: Frau Lily, Sie haben doch zu sehr viel Dingen eine entschiedene Meinung.

A: Ja?

F: Und da wollte ich Sie fragen…

A: Wie- ich denk, das war die Frage?

F: Was?

A: Na, das!

F: Wie- das?

A: Na, was Sie da grad gefragt haben.

F: Was hab ich denn gefragt?

A: Das wissen Sie nicht mehr?

F: Ich hab doch noch gar nichts gefragt.

A: Das hätten Sie aber tun sollen.

F: Wie jetzt?

A: Sind Sie immer so unsicher?

F: Was meinen Sie denn damit?

A: Das wissen Sie nicht? *seufzt* Es tut mir Leid. Unter diesen Umständen sehe ich mich außerstande, Ihre Fragen weiterhin zu beantworten. Sagen Sie nicht, ich hätte mich bemüht…

F: *seufzt auch*

Mittwoch, 8. April 2009

Überraschung

Merkwürdig. Schreibt man darüber, dass man etwas nicht geschrieben hat (oder etwas gelöscht wurde, bevor die Maus den „Post veröffentlichen“- Button anklicken konnte) löst das sofort Nachfragen aus.
Hab ein paar Mails bekommen dazu, und kann nur betonen, dass das Posting so, wie es war, eines aus der Gutmenschenrichtung war, direkt neben dem Abzweig „Besser Leben mit Konsequenz“.
Also im Kern eine furchtbar überhebliche Abhandlung zum Thema „Beziehung“- klar, da bin ich auch die Fachfrau. Nach zwei Scheidungen kennt man sich aus, Jungs und Mädels, und ist besonders geeignet für gute Tipps und Ratschläge für das Durchhalten im Dauerfeuer an der täglichen Partnerschaftsfront.

Bei der ganzen Geschichte ging es eigentlich darum, warum man manchmal einfach klein beigibt, und sich eben nicht durchsetzt, warum man (also die ich, in diesem Fall) keine Konfrontation anpeilt, sondern sich duckt und sich bemüht, nicht weiter über das nachzudenken, was einem da um die Ohren gehauen wurde.
Sobald ich derartige Anekdoten aus früheren Beziehungen erzähle, ernte ich in der Regel ungläubige Blicke.
Die meisten Leute staunen und fragen, warum ich mich da nicht gewehrt hätte- so schwächlich und, na ja, feige würd ich gar nicht rüber kommen.

Aber, Leutz, so bin ich.

In den allermeisten Fällen reichen meine 1,76 m Körpergröße und eine recht selbstbewusste Haltung, um dem Gegenüber einen gewissen Respekt vor mir einzuflößen. Das hab ich kultiviert, das kann ich bis zur Arroganz und Kälte (und auch das wirft man mir immer wieder vor).

Wenn es aber um konkrete (und dann schnell auch voll krasse) Auseinandersetzungen geht, um vielleicht die (befreienden?) italienischen Szenen im Leben, mit Türenknallen, Schreierei und wütendem Streiten, dann, ja dann, knickt die gute Lily in der Mitte ein und das wars.

Das kann ich nicht, egal, wie berechtigt ein Sich-Wehren wäre. Und egal, auf welcher Ebene das stattzufinden hätte.

Weder mit der Faust auf den Tisch hauen, noch sachlich Probleme ansprechen. Keine hysterischen Ausbrüche, keine Angriffe- insgesamt eher ein Unterfliegen des Radars.
Mehr so Potemkinsche Stadtmauern, die Verteidigungsanlagen meiner eigenen Grenzen.
Wenn ich nicht sicher bin, was ich von einer Situation halten soll, dann zieh ich mich so zurück, dass ich manchmal gar nicht erst auftauche.
Oder ich flüchte, in dem ich unter mehr oder minder fadenscheinigen Vorwänden verschwinde (nicht wahr, Du-weißt-schon-wer-gemeint-ist?)

Für Leute, die einmal dahinter geblickt haben, und es nicht (mehr) gut mit mir meinen, ist das ein leichtes Spiel. Wenn sie in meinem Leben wichtig sind, wenn ich sie lieb habe oder brauche, um so einfacher für sie- ich würde sie niemals in Zweifel ziehen. Sie machen mich vielleicht wütend (oh ja, ich bemerke so manche Attacke), aber insgesamt machen sie mich einfach nur hilflos und ängstlich und wehrlos.

Gegen so was helfen dann auch keine guten Tipps aus der eigenen Kiste mit Idealvorstellungen. Die machen einem nur noch mehr Druck, weil man sich so scheiße fühlt, wenn man sich nicht wehren kann.
Es ist auch keine Lösung, einfach auf alle zwischenmenschlichen Kontakte zu verzichten.

Vielleicht sollte ich mir ein Schwert kaufen.

Und ein besseres Schild.


Alles in Allem:
Seid froh, dass Euch das Posting mit den guten Tipps erspart geblieben ist :0)

Stets die Eure,


Lily, die glaubt, dass beim besten Willen nicht mehr eingeklammerte Einschübe möglich gewesen wären...

Dienstag, 7. April 2009

Für mich auf ewig ungelöst

Zum Beispiel die Frage, warum alle anderen Menschen mit Fingernägeln diese stets sauber mit sich tragen. Ich hab immer irgendwelchen Dreck darunter. Ist ja fies, weiß ich. Aber wie bitte schön kramt man in seiner Handtasche, ohne anschließend Lidschattenstaub, Tabakkrümel, Sand und ähnliches zusammen mit dem Gesuchten rauszuklauben? Vorzugsweise unter den Fingernägeln? Wie kratzt man sich das Bein, das in einer schwarzen Jeans steckt, ohne anschließend Teile der Farbe unter den sorgfältig manikürten Nägeln spazierenzuführen? Hä? Häää???

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Meine Handtasche an sich enthält derzeit folgendes:
1 Knöllchen- überfällig.
1 Portemonnaie, größtenteils mit Kassenbons vollgestopft, sowie mit Karten für jeden erdenklichen Fall oder Nicht-Fall.
1 Insulinpen
1 Insulinpen mit leerer Ampulle
1 Nagelfeile
2 Klappdöschen mit Lidschatten, nicht ganz dicht. Der Glitter kann sich da immer ein bisschen rausmogeln
3 Feuerzeuge
diverses rumdümpelndes Kleingeld
42 Rabattmünzen der Apotheke meines Vertrauens. Wiegen eine Menge.
1 Messer (ein richtiges, nicht eins von diesen Mädchen-Sachen)
3 Schlüsselbunde (wtf??)
1 Plastikhäuschen für Kondome, mit zwei Stück drin. Noch nicht abgelaufen.
1 Felgenschloss für meine Sommer-Speichenfelgen

Frage: Warum muss diese Handtasche so eine blöde Menge Kram enthalten?
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Gestern abend hörte ich plötzlich ein Rascheln und Knistern, das selbst das Todesröcheln meiner pixeligen Opfer bei WoW übertönte. Nicht sofort, aber so nach und nach.
Irgendwann fand ich das Geräusch das, was der anglophone Mensch „annoying“ nennt, und ich bin auf die Suche nach der Quelle dieser Ohrenpest gegangen.
Weit brauchte ich nicht zu wandern (okay, war in der Wohnung, also waren die Chancen eh gut)

In meinem Einkaufskorb, in dem ich sonst die Handtasche des Grauens (+ 4 auf merkwürdigen Inhalt) befördere, saß inmitten des sonstigen Krams ein sehr, sehr glücklicher kleiner Kater.
Nach krallenbewehrter Eröffnung einer Spaß-und-Spiel-Sonderpackung Nudeln (fragt mich nicht, warum die Fellmeute da so drauf steht!) und Verteilen des Inhalts im Korridor, nicht ohne vorher alle Spiralnudeln zerbissen zu haben, hat Karlchen entdeckt, dass der Korb auch noch… Mettwürstchen enthielt.
Die Vergangenheitsform ist hier mit Bedacht gewählt, denn zum Zeitpunkt meines Hinzutretens enthielt die Verpackung keine Mettwurst mehr. Jedoch der Kater. Bzw. die Katzen.
Und die Wohnung auch- irgendwie hatte jeder der Bratbären mit einem oder mehreren Stücken meines projektierten Abendessens glücklich und nitritpökelsalzhaltig das Weite gesucht. Es lagen überall Stückchen davon herum.
Und ich hab zur Strafe für leichtsinniges Korb-Herumstehen-Lassen kein Abendessen bekommen.
Bin nur froh, dass das Schicksal beschlossen hat, mich vor vier kotzenden Katzen zu bewahren.
Auf jeden Fall bis heut morgen.

Mal sehen, wie es nachher aussieht.

Stets die Eure,


Lily

iRrtüMER

Hatte schon ein Posting fertig, komplett und alles- und habs noch mal durchgelesen.
Meine Fresse, bin ich manchmal langweilig und dogmatisch.
Und besserwisserisch obendrein.
Aber ich weiß auch, wie man so was wieder löscht.


Liebe Grüße an alle,

Lily

Montag, 6. April 2009

Montägliches Allerlei

Bei meiner derzeitigen Lektüre (Jane Austen, immer noch) bin ich des Öfteren über das Wort „entzückend“ in seinen Varianten gestolpert.

Wobei ich mich gefragt habe, was ein/e Zück/e ist, und warum er/sie/es so schrecklich ist, dass es ein gutes Gefühl ist, ent-zückt zu sein.

Andererseits: Warum ist es noch viel schöner, ver-zückt zu sein?

Ansonsten habe ich gerade Moores „Die Bibel nach Biff“ gelesen, was mir gut gefallen hat, wenn’s auch eine komplett andere Schiene ist.
Das Leben und Werden von Jesus Christus zwischen dem Besuch der drei heiligen Könige und seinem 33. Lebensjahr, erzählt von seinem alten Jugendfreund und Kumpel Biff, der, reanimiert von einem recht unfähigen und unkommunikativen Engel, in einem New Yorker Hotel sitzt um seine Memoiren zu schreiben…
Biff ist ein Schlitzohr, und man erfährt eine Menge über die Römer, über Maria Magdalena, über Jesus’ Eltern und vor allem über den dezent durchgeknallten Johannes den Täufer. Viel Buch fürs Geld, und ich habs genossen.

Musiktechnisch sind alte Bekannte dran, eine CD, die ich vor 15 Jahren oder so mal gekauft habe: Indigo Girls, „1200 Curfews“. Eine Doppel-CD, live. Leider sind die Indigo Girls hier so gut wie unbekannt. Es gibt von ihnen einen Mitschnitt einer Fassung von „Dear Mr. President“, zusammen mit Pink (seh- und hörbar bei Jutjub, sofern die wieder Musikvideos freischalten), und eine Cover-Ausgabe von „I don’t wanna talk about it“ auf der Soundtrack-CD von Philadelphia- beides sehr hörenswert.
Wunderbar auch: „Galileo“, live, und „Dead Man’s Hill“, ebenfalls live.

Ebenfalls wunderbar:
Draußen scheint die Sonne.



Einen schönen Tag euch allen, und es bleiben hier die Daumen gedrückt, für alle, die es heute brauchen können.



Lily

Freitag, 3. April 2009

Frühling...

lässt gar hässlich Bilder wieder taumeln durch die Straßen...
Gestern gesehen: Eine ca. 40-jährige Dame in Spaghetti-Träger-Top und Minirock. Leider hat sie nur Kleidung weg gelassen, nicht jedoch die weiterhin vorhandenen 40-45 Kilo Übergewicht.
Heute gesehen: Den ersten Rollerfahrer in kurzen Hosen. Leute, Leute... es ist doch wurscht, ob das Ding, von dem ihr aus den Asfalt küsst eine Hayabusa ist oder eine 50-Kubik-Zwiebacksäge. Entscheidend ist die Tatsache, dass nichts zwischen euch und Verbrennungen und Abschürfungen der übelsten Art ist. Das ist auch nicht cool, das ist kalt. Und wie.
Außerdem gesehen: Ein 190 E in Tarn"lackierung". Mit einem Jägermeister-Aufkleber vorn über der Scheibe, und einem mit "Nürburgring" hinten.

Ich will in eine Anstalt! In eine mit Parkblick!

Einen schönen Tag euch allen.



Lily

Donnerstag, 2. April 2009

Bizarr –Warnhinweis: Nichts für sensible Männerherzen!-

Heute Nacht träumte mir, ein Teil meines linken Fußes sei abgestorben. Wirklich abgestorben, mit null Gefühl mehr in der äußeren Region, inklusive dem kleinen Zeh.

Wie Miterkrankte und Informierte Gesunde wissen, ist dieses Phänomen, das bei Diabetikern oft auf eine Mangeldurchblutung hinweist, etwas, wovor einem die Fachliteratur und der zugehörige Doc die Furcht des Herrn einbläuen.
Also, heute Nacht hatte ich im Traum das, was einem diabetischen Fuß vorausgeht: Sensorische Funkstille.

Das reicht, selbst in Tiefschlafphasen, für ein abruptes Ende selbiger, und ein schweißgebadetes Erwachen.
Klartraum?
Wahrtraum?

Um so entsetzter war ich, als ein vorsichtiges Bewegen des linken Fußes tatsächlich eine erheblich reduzierte (genauer gesagt: Nicht vorhandene) Sensibilität ergab. Ich konnte mit dem Fuß auf dem Laken hin und her schubbeln, dass es nur so rauschte- kein Gefühl.

PANIK!

ALARM!

WAS TUN???

Nun. Der geprüfte Hypochonder testet erstmal die weiteren Voraussetzungen zu Fuß (bzw. per Hand) und greift nach dem Fuß.

Um festzustellen, dass Fuß und… Slipeinlage über Nacht eine innige Verbundenheit eingegangen sind. Und mit so einem Ding, an der Außenkante des Fußes klebend, ist tatsächlich kein wirklicher Kontakt zum Bettlaken mehr möglich.

Ich habe keine Ahnung, warum letztere auf Wanderschaft gegangen ist- bin aber meinem Schöpfer voll, echt und total dankbar, dass ich sie nicht irgendwo im Büro verloren habe. Auch so was soll schon mal geschehen sein.

Ich möchte es mir nicht vorstellen.

Stets die Eure,

Lily

Mittwoch, 1. April 2009

Winterurlaub




...mitten im Frühling.
Eigentlich will ich auch nur ein bisschen mit dem neuen Monitor angeben- das ist ein Screenshot aus WoW.

Spam, spam and extra spam.

Seit Sonntag abend sind meine beiden Haupt-Mailadressen in einem Hagelsturm von Spam untergegangen.
Nach einem ersten, schwächlichen Versuch, die Mails händisch zu sortieren, hab ich irgendwann kurzen Prozess gemacht und alles gelöscht, was eintrudelte. In der Hoffnung, dabei nicht zuviele wirklich für mich bestimmte Post zu zerstören.
Kann natürlich passiert sein, ist wahrscheinlich auch passiert... sofern jemand sich ignoriert fühlt, bitte noch mal mailen- ich hab das Problem, das sich aus ablaufenden (zeitlich befristeten) Spamfiltern und einer Weiterleitung zusammensetzte, inzwischen behoben.
Es war jedenfalls keinesfalls meine Absicht, irgendwen zu vernachlässigen, vor den Kopf zu stoßen oder auf sonstige Weise zu kränken.


On a totally unrelated basis:

Heut morgen hab ich den Frühling gesehen. Noch drückt er sich ein bisschen in der Ecke herum, aber ich hab beschlossen, ihn mal rauszulocken.
Macht wer mit?

Heute sind wichtige Termine für drei Menschen, die ich sehr mag, bzw. lieb habe- ich drücke allen die Daumen, bin bei euch... wenn das An-Jemanden-Denken" was nützt, dann MUSS alles gut gehen.

Haltet euch senkrecht, alle zusammen,


Lily

Montag, 30. März 2009

Neu

Auf meinem Schreibtisch: Ein Monitor im Format 22 Zoll Widescreen. Etwas größer als Din-A 3 quer.
Ein echter Kracher, und nötig, weil der alte Bildschirm (14’’, Röhre) leider nach gefühlten 120 Jahren den Geist aufgab.
Natürlich am Samstag.
Da mich das nach dieser langen Nutzungszeit (fünf dieser Jahre hat er immerhin bei mir verbracht- für n Zehner) nicht wirklich überrascht hat, war ich dann vergleichsweise schnell entschlossen.
Der Umstieg ist in diese Richtung sicher leichteren Herzens vorgenommen als umgekehrt.
Noch kriegt der Neue jeden Abend ein Staubschutzhütchen auf. Mal sehen, wie lange ich dran denke.
Die einzigen, die definitely not amused sind, sind die Katzen. Gab es doch nichts schöneres, als sich den Hintern auf den Abluftschlitzen der Bildröhre zu wärmen, und dabei den Schwanz über den Bildschirm hängen zu lassen.
Oder auf dem Bauch da oben drauf zu liegen, den Kopf vorn überhängen zu haben und mit den Pfoten nach dem Cursor zu angeln.

Ich muss zugeben, ein Teil meines Zögerns, das Ding auszuwechseln, war der Spaß, den die Katzen mit dem alten Teil hatten.

(Die Katzenhaare, die auf diese Weise im Gehäuse gelandet sind, hab ich übrigens regelmäßig mit dem Staubsauger entfernt.)
Nach den ominösen (Knall-) Geräuschen und dem schwer nach Ampère riechenden Wölkchen von Samstag hab ich aber durchgegriffen.
Und jetzt brauch ich nur noch eine Grafikkarte, die der Maximalauflösung dieser Errungenschaft gewachsen ist.
Kennt sich einer aus, und weiß, was man so anlegen muss für eine 1600 zu irgendwas über 1000 –fähige Grafikkarte?
Grundsätzlich kann die meine so was, das ist eine NVidia Geforce 9600 gefolgt-von-irgendeinem-Buchstaben. Aber beim Spielen hakts dann doch, da sind die Datenmengen einfach zu groß. Und wie ihr wisst: Spielen ist angesagt.
Immer noch Level 70, btw.

Stets die Eure,


Lily

Donnerstag, 26. März 2009

Brachland

Es ist halb dunkel, und vor mir liegt eine wüste Ebene, übersät mit Steinen, ab und zu einem Gebüsch, und sonst nicht viel.

Der Himmel ist bedeckt, und ein bisschen weiter brennt ein schwaches Feuer in einem Kreis von Zelten, die sich schwach vom Dunkel abheben. Ein paar Menschen gehören in diese Zelte, Menschen, mit denen ich verbunden bin.


Während ich noch zusehe, zerfallen die Menschen in Stücke.


Ich steh am Rand und frag mich, wann mich der Hammer trifft -und hoffe, dass er es nicht tut.

Wenn ich mir die Menschen ansehe, dann hat keiner von ihnen das verdient, was ihm auf diese Weise zustößt.

Ich eigentlich aber um so mehr (wenn ich ehrlich bin)... - waren sie alle nur zur falschen Zeit am falschen Ort?

Hat das, was man Schicksal nennt, gar nichts mit den Verdiensten des Einzelnen zu tun? Vielleicht nur damit, mit welchem Tempo jeder durchs Leben rennt? Damit, wie angreifbar er sich macht, durch Offenheit, Mut zur Veränderung und die Traute, sich neuen Dingen zu stellen?

Damit, dass wir alle nur Beute sind?

Kann man dem Hammer entgehen, indem man entweder niemals still steht, oder indem man sich den Rest seines Lebens nicht mehr aus seiner Höhle rauswagt?


Ich hab keine Ahnung- was mich ebenso erschreckt, denn ich bin schon so alt, dass ich es wissen müsste.


Aber nach all den Jahren bleibt eigentlich nur ein Verdacht: Solange die Hoffnung sich nicht definitiv als verlogene Schlampe herausgestellt hat, sollte man ihr weiter hinterher laufen.

Schließlich stirbt sie zuletzt- und in ihrer Nähe lebt man sicher länger als vergraben irgendwo in seinem persönlichen Loch.

Ich hoffe, die Menschen von denen ich hier rede, wissen, dass sie gemeint sind. Seid sicher, dass ich so gern mehr tun würde, als euch mit Worten abspeisen. Wenn ich könnte, wie ich wollte, würd ich alles gut werden lassen.


So lange das nicht geht, seit euch bitte ebenso sicher, dass mir keiner von euch auf die Nerven fällt. Und sofern es euch hilft, redet, weint oder brüllt rum- vielleicht hält man dadurch das Schicksal, das wilde Tier, ein bisschen länger vom Lager fern.



Lily, aus dem Dunkeln.




Mittwoch, 25. März 2009

:.(

Das hier macht mich traurig...

Schade.
Ich hab dich gern gelesen.
Willst du wirklich nicht weitermachen?

Alles Liebe, liebe Sonne-

Lily.

Weisheit

Wenn



Du



Mittwoch



überlebt



hast,



dann



ist



Donnerstag.



( Missfits)

Dienstag, 24. März 2009

Dienstag.

Bei Plus an der Kasse in der Schlange stand ich heute mittag, da steuerte jemand auf mich zu- eine gebeugte, breitschultrige Gestalt. Lang, trotz der Schultern dünn und mit einer Ausstrahlung wie Michael Endes Scheinriese Herr Turtur, schlurfte er auf die Reihe der Wartenden zu und reihte sich hinter mir ein.
Irgendwas kam mir bekannt vor.
Ich kam nicht drauf.
Eine eher abgerissen aussehende Gestalt, die ich unwillkürlich der ärmlichen Wohngegend rings um meine Arbeitsstätte zuordnete, aber im Gegensatz zu dem, was von weiter weg plausibel und wahrscheinlich erschien, kam weder eine Fahne noch abgestandener Rauchgeruch noch der Mief billigen Waschpulvers (das Aldi-Zeugs, das so grässlich nach Keller und alten Lappen riecht) rüber.
Neutrales bis kein Aroma.
Ungefähr Mitte bis Ende 50, schätzungsweise.
Dann versuchte der Mann, über meine Einkäufe hinweg den Zigarettenspender zu bedienen, und drückte beharrlich auf die Taste mit dem Abbild einer bekannten und als teuer berüchtigten Marke in goldfarbener Verpackung. Leer, das Häuschen, und der Apparat sonderte jedes Mal nur ein lautes Piepsen ab.

Die Verkäuferin reagierte etwas ungehalten und meinte irgendwann „Das ist leer, das hören Sie doch“, und „Welche hätten Sie denn gerne?“
Der Mann machte den Mund auf und sagte „B*nson und H*dg*s“ und sie stierte einen Moment in seine Richtung- das hatte sie offenbar nicht erwartet.
Dann griff sie unter ihren Kassentisch und förderte eine Stange zu Tage, aus der sie drei Schachteln herausnahm und dem Mann hinhielt.

Der Mann griff zu, und in dem Moment hab ich die Hände erkannt.
Und nach einem weiteren Blick, diesmal an den grauen Bartstoppeln vorbei, auch das Gesicht.

Nichts da Mitte bis Ende fünfzig.

Ein Freund aus Jugendjahren.

So alt wie ich.
Und offenbar krank- dem Aussehen, der Körperhaltung und dem Gang nach Morbus Parkinson oder was Zerebrales.

Das ist geblieben von jemandem, der vor 26 Jahren mal auszog, die Welt der Philosophie und Theologie zu erobern: Ein vorzeitig gealterter Mensch, bei dem die Leute unwillkürlich den Atem anhalten, prophylaktisch. Ein alter Parka, eine zu große Jeans, eine Art Gelehrtengesicht hinter grauschwarzen Stoppeln- und teure Zigaretten.

Ich hab den Laden fluchtartig verlassen und bin in mein Auto gestiegen, als wäre mir wer auf den Fersen.

Hab mich geschämt- über mich selbst, und meine Feigheit, jemanden anzusprechen, dem es offenbar schlecht geht.

Kam mir plötzlich feist, arriviert und dickfellig vor.

Ich werde demnächst öfter mittags da einkaufen gehen.
Und ihn das nächste Mal hoffentlich erkennen.


Immer die Eure, hoffentlich bald eine bessere


L

Montag, 23. März 2009

Slash DisplayRandomMondayThoughts

- Wenn ich meinen Augen trauen darf, sind in italienischen Spezialitäten (hier: Pesto) inzwischen auch Geschmacksverstärker. Jedenfalls sind selbige nett angeschwollen, und sehen aus wie nach der dritten Runde gegen Klitschko, nur nicht so blutunterlaufen.

- Pünktlich zum Wochenanfang ist es draußen wieder so kalt und trüb, dass dagegen die Aussicht auf ein paar beheizte Stunden im Büro gar nicht so sehr abfallen, rein vom Grad der Gemütlichkeit her.

- Irgendwann letzte Tage rauschte hier das 500. Posting durch. Das sagte zumindest die Blogger-HP, und hat mich damit nicht in einen Taumel der Jubiläumsekstase gestürzt.

- Rings um mich herum in den anderen Büros wird geraschelt, getippt und telefoniert. Wenn die alle dienstlich zugange sind, dann ist mir nicht bange vor der Zukunft des öffentlichen Dienstes. Sofern die nur ihre Blogs pflegen: Gute Nacht, Deutschland!

- Warum müffeln manche Leute schon am Montag morgen nach ungelüfteter und mehrfach angelegter Kleidung? Hat das nicht Zeit bis Freitag? Da wär wenigstens Aussicht auf ein Wochenende vor der Tür.

- Um zu signalisieren, dass ich einige Dinge nicht aufgebe, bin ich immer noch auf einer dieser Partner-Such-Dingsdas registriert. Letzte Tage las ich die folgende Beschreibung der erwünschten Traumfrau eines Teilnehmers:
1,68 bis max. 1,80 m groß, Figur schlank bis „ein paar Gramm zuviel“, und das bedeutete für ihn 40- max. 58 Kilo.
58 Kilo. Bei 1,80 m Körpergröße. Vermutlich erfüllt das die Kriterien für „ein paar Gramm zuviel“.
Das ist bedenkliches Untergewicht. Ich kenne eine Frau mit diesem Gewichts/Größen-Verhältnis, und die versucht recht verzweifelt, zuzunehmen. Denn sie sieht, summa summarum, nicht gut aus damit.
Natürlich ist das alles Geschmackssache, und wer auf das klapprige Aussehen eines Supermodells steht, bitte, soll er doch. Allerdings ist die Bezeichnung „ x Gramm zuviel“ dann doch außerordentlich schwachköpfig.
Das einzige Argument, das für diesen Menschen spricht, wäre „Dumm f…. gut“.
Aber so nötig hab ich es erstens nicht, und zweitens erfüll ich seine Kriterien ohnehin nicht. 58 Kilo--- pfffft. Glück gehabt.
Alles in allem macht mich aber inzwischen schon der Briefkopf der Mails dieses Services recht aggressiv.

In diesem Sinne: Gehabt Euch wohl.
Stets die Eure,



Lily

Sonntag, 22. März 2009

Live ist es noch schöner:




During the time of which I speak
It was hard to turn the other cheek
To the blows of insecurity
Feeding the cancer of my intellect
The blood of love soon neglected
Lay dying in the strings of its impurity
Meanwhile our friends we thought were so together
They've all gone and left each other
In search of fairer weather
And we sit here in our storm and drink a toast
To the slim chance of love's recovery

There I am in younger days, star gazing
Painting picture perfect maps
Of how my life and love would be
Not counting the unmarked paths of misdirection
My compass, faith in loves perfection
I missed ten million miles of road I should have seen
Meanwhile our friends we thought were so together
Left each other one by one on the road to fairer weather
And we sit here in our storm and drink a toast
To the slim chance of love's recovery

Rain soaked and voice choked
Like silent screaming in a dream
I search for our absolute distinction
Not content to bow and bend
To the whims of culture that swoop like vultures
Eating us away, eating us away
Eating us away to our extinction

Oh how I wish I were a trinity
So if I lost a part of me
I'd still have two of the same to live
But nobody gets a lifetime rehearsal
As specks of dust were universal
To let this love survive
Would be the greatest gift that we could give
Tell all the friends who think they're so together
That these are ghosts and mirages
All these thoughts of fairer weather
Though its storming out I feel safe within the arms
Of love's discovery

Es war lustig

gestern Abend im versunkenen Tempel:







Von links nach rechts der Herr Falcon, die Frau Lily, der Herr Klapsenschaffner (ich darf nicht mehr "Der Mann im Kleid" sagen, weil es sich angeblich um sogenannte "Roben" handelt. Männerkleider, halt :-) ) , dann folgt die Frau Palatriene, und ganz rechts der Herr Yuncai.
Das Bild wurde anlässlich des Sieges über einen fiesen Was-war-es-noch-gleich gefeiert. Ich weiß deshalb nicht, was für eine Art Monster der Gegner war, weil ich zu nah dran war um ihn in ganzer Größe bewundern zu können. Und das deswegen.
Genauer gesagt stellt der Shot den Siegestanz dar, den wir in bewährter Village-People-Weise auf den Altar des Hauses brachten.
Seit einiger Zeit kann man im Spiel "Erfolge" erringen- einer meiner letzten war der Erfolg "Wie tief kann man fallen: Fällt 63 Meter, ohne zu sterben". Warum 63 Meter, und nicht 17 oder 473, entzieht sich der Nachvollziehbarkeit, jedoch habe ich mich gefreut. Auch, weil die Spielfigur nicht vom Friedhof zurückkehren und ihre Leiche wiederbeleben musste. Nach einer Aktion wie der gestrigen bin ich aber dafür, dass auch Erfolge vergeben werden, die zum Beispiel so lauten:
"Rasen im Schnellzugtempo durch eine Instanz, ohne zu sterben, aber auch, ohne nennenswerte Beute zu machen".
Denn es ist schon ganz schön gemein: Da gehen drei Träger von Plattenrüstung (Loothar, Palatriene und ich), zusammen mit zwei Stoff-"Rüstungs"-Trägern in einen hübschen, abgeschiednen Teil des Spiels, um dort möglichst effektiv möglichst schöne und wichtige Beute zu machen, und beinahe alles, was wir kriegen, ist aus Leder. Leder...
Gut, ein bisschen was war auch in Platte und Stoff dabei. Aber, Herrschaften, insgesamt wars bescheiden.
Da bleibt nur eins: Schuhe im Auktionshaus kaufen. Mal sehen, ob die da Platten-Blahniks haben.
Die Verteidigungswertung von Riemchensandalen wird allgemein unterschätzt, denke ich.

Schönen Sonntag, nehmt eine entspannte Grundhaltung ein und genießt den Tag. Auch wenn er hier nicht allzu sonnig ausfällt.

Stets die Eure,

lily

Freitag, 20. März 2009

Emma? Emma.

Das erfreulichste, was es derzeit zu berichten gibt, ist, dass mir gestern abend ein Lieblingsbuch in die Hände gefallen ist: Emma, von Jane Austen.
Schön dick, schön klein gedruckt, viel Buch fürs Geld.
An meinem Bett liegt ein angefangener, unenthusiastisch vorm Schlafengehen zur Hand genommener Roman von Elizabeth George, der spannend sein soll- aber in Wirklichkeit drehen sich nur die Charaktere in ihrem eigenen Saft hin und her. Es geht mehr um ihre Defizite als um das, was den Leser beim Krimi interessiert. Ebenso wie bei Martha Grimes’ Inspector Jury-Romanen hat man ab einem gewissen Moment das Gefühl, als parodierte die Autorin sich selbst.
Der Vorteil an diesen Büchern ist, dass man sich keine Mühe geben muss, in den Schlaf zu finden. Dabei helfen sie ganz ausgezeichnet.
Ganz im Gegensatz zu den Zeiten, in denen ich Thomas Harris entdeckt hab.
„Roter Drache“, abends gelesen, war ein Garant für eine großenteils eher senkrecht verbrachte Nacht. Wenn dann auch noch mitternächtlich der Bewegungsmelder an der Hauswand die volle Terrassenbeleuchtung einschaltete, war an Schlaf so gar nicht mehr zu denken.
Meist war das vermutlich nur eins der Eichhörnchen, die im Garten wohnten, aber man weiß ja nie, vielleicht war es auch der irre Serienkiller. Gleich neben der Wahrheit, irgendwo da draußen.
Dass ich hier vom Einschlafen rede liegt daran, dass ich gerade frühstücken musste. Normalerweise tu ich das nicht, weil ich morgens nichts runter krieg- zumindest nicht in der Woche, um die nachtschlafene Zeit, zu der der Wecker klingelt. Außerdem würd ich nie zur Arbeit kommen, wenn ich zu Hause auch noch Kaffee kochen müsste und all so was.
Da wird aus dem Bett gekrochen, es folgen Duschen, Anziehen, Katzen füttern und weg bin ich.
Heute haben wir eine Kollegin in den Mutterschutz verabschiedet, daher das reichhaltige Frühstück. Eine Melone Kolonien, vor dem Essen, sozusagen- und ich bin in einer Art Kohlehydrat-Koma.
Brötchen, Kekse, Schokolade, Kuchen… *stöhn*
Die Kollegin wandert nun heim, ein paar Geschenke in der Tasche und mit der Aussicht auf ca. 14 Wochen Mutterschutz und ein nigelnagelneues Baby zu seiner Zeit.
Keine schlechte Perspektive, alles in allem.

Wobei es für mich gern ohne Baby sein dürfte. Aber mit Jane Austen, das auf jeden Fall.


Schönes Wochenende, zusammen!


Lily

Donnerstag, 19. März 2009

Eifersucht

Worum geht’s dabei eigentlich?
Darum, etwas nicht verlieren zu wollen? Dagegen spricht, dass man auch eifersüchtig über Menschen wachen kann, die nicht zu einem gehören.
Darum, Ausschließlichkeit sicherstellen zu wollen? Die Nummer eins bleiben zu wollen?
Dafür gilt das gleiche, denn man muss weder die Nummer eins sein noch denjenigen, den man beeifersüchtelt, ausschließlich für sich haben, um unter Eifersucht zu leiden.

Und Eifersucht ist etwas, unter dem man leidet. Oh ja. Eins der unangenehmsten Gefühle überhaupt, und, wenn man sich dem nicht ungebremst hingibt, eines der Leiden, die am meisten Selbstbeherrschung von einem fordern.

Denn so ziemlich jedem hier und heute ist klar, dass Eifersucht als solche kein Liebesbeweis ist. Also gibt man ihr nicht die Zügel frei, und lässt sie toben, sondern versucht, sie zu verbergen und zu verdecken. Das gelingt nur schwer. Ich glaube, Eifersucht ist eine Art vorweggenommene Trauer über den Verlust wichtiger Elemente im Leben. Trauer, gemischt mit Zorn und dem Bestreben, zu haben und zu halten, zu behaupten und zu verteidigen. Und auch gemischt mit Angst, die spielt sicherlich eine Rolle. Und vor allem ist da das tiefe Gefühl, die Bindung oder die Partnerschaft eigentlich gar nicht zu verdienen- vielmehr entweder durch Gottes Gnade oder einen unverdienten Schicksalseinfluss in den Genuss der plötzlich in Frage stehenden Beziehung gekommen zu sein.

Gleichzeitig ist Eifersucht aber auch ein beinahe sicherer Schritt, auch noch den Rest Vertrauen zu zerstören, aus einem gelassenen Gesicht und einer entspannten Haltung etwas Verkniffenes und Verkrampftes zu machen. Liebenswertes zu verzerren, Trost zu versagen.

Viele haben entweder die Erfahrung gemacht, mit Eifersucht jemanden vertrieben zu haben, oder aber sind selbst als Ziel derselben vertrieben worden. Sobald Eifersucht am Horizont auftaucht, ist daher höchste Besorgnis angebracht.

Richtig dumm ist jedoch, dass beinahe jedes gängige Instrument zur Bekämpfung der Eifersucht die gleiche Wirkung hat wie die E. selbst.
Es mag beruhigen, einen Schreibtisch, eine Jacke, eine Brieftasche zu durchsuchen. Aber es macht nicht, dass man sich besser fühlt, im Gegenteil. Zusätzlich zu dem eh schon angeschlagenen Ego muss man sich nun vielleicht noch vorwerfen, misstrauisch, paranoid und all so was zu sein- mal abgesehen davon, dass man vielleicht auch noch dabei erwischt wird und dann ganz blöd da steht.

Und was tut man, wenn man was findet? Tatsächlich eine Hotelrechnung aus Sonstwo-Hausen am Meer? Wenn doch offiziell in der Zeit die Gattin oder der Amtlich Zugewiesene auf einem Kongress in Langeweile-City weilte?
Einen Liebesbrief? Eine Kreditkartenrechnung mit einem inkriminierenden Abrechnungsposten? Die Präsentation der Beweise hat den Nachteil, dass man sein eigenes kontrollfreakiges Verhalten sozusagen ans Tageslicht befördert.


Eine Scheißsituation, alles in allem.

Falls man nichts findet, gilt das gleiche wie für Verschwörungen: Je weniger Beweise deutlich ans Tageslicht kommen, desto mehr beweist sich dadurch, dass die Verschwörung oder Affäre ganz besonders gut versteckt wurde, eben weil nichts zu finden ist.

Der Weg über diese Schiene ist somit nicht sehr empfehlenswert.

Noch beschissener: Über Beweise stolpern, ohne vorher einen Verdacht gehabt zu haben…da würde ich aber zu spontanem Verhalten raten. Einfach mal ins Blaue rein explodieren. Das befreit vermutlich ganz beträchtlich.

Aber die Situation? Ist auch Scheiße.

Ich hab es weiland vor Jahren mal anders versucht- wobei an der Tatsache, dass da wirklich jemand anderes war (und das noch dazu für längere Zeit) nichts zu deuten war.
Ich hab konfrontiert. Damit, dass ich offen gemacht hab, wie sehr es mich verletzt und kränkt, dass intime Details meiner Beziehung plötzlich gemeinschaftliches Wissen zwischen Mr X und seiner „besten Freundin“ waren. Dass ich Thema ihrer Gespräche war. Dass soviel Zeit von der Familie abgezogen und dieser Person gewidmet wurde.
Woraufhin sich eine wirklich massive Krise entwickelte (wo ich vorher schon annahm, dass wir eine solche hatten. Falsch gedacht.)

Ebenfalls eine Scheißsituation.

Denn zusätzlich zu dem ohnehin angeschlagenen Gesamtzustand der Beziehung und ihrer Protagonisten kam dann noch der Einfluss chronischen Schlafmangels durch nächtelange Diskussionen mit ins Spiel.

Da mein Jetzt-Ex sein unbestreitbares rhetorisches Talent in der Folge dazu nutzte, mich mundtot zu machen (und dazu gehört einiges…) kamen wir auf diesem Weg nicht wirklich weiter.

Besser wurde es erst, als ich mich ehrlich gefragt habe, ob ich das so weiter haben will oder nicht. Was ich benötige, um mich wohl und sicher und gut aufgehoben zu fühlen.
Die Antwort war: Kontrolle über mein Leben zurückgewinnen. Mich nicht mehr wie eine Marionette vorführen zu lassen, und zur Verfügung zu stehen, wenn jemand anderes gerade Zeit und Lust hat. Es hat mich endlose Nächte gekostet, Nächte, in denen ich vor Zorn und Angst und Trauer und Verzweiflung nicht geschlafen habe. Und natürlich auch vor Eifersucht, denn der Corpus Delicti war natürlich nicht zu Hause, sondern bei der Frau Gefährtin.


Ich hab ihm dann ein klassisches Ultimatum gestellt: Sie oder ich.


Was angeblich Erpressung ist- in Wirklichkeit jedoch nicht.

Denn natürlich habe ich ihm damit gedroht, auf mich verzichten zu müssen, wenn er weiterhin mit dieser Dame den für mich zu engen Kontakt pflegt. Und dass für mich zu meiner Ehe gehört, sie mit einem Menschen zu führen, und nicht mit einem Paar.

Damit habe ich ihm jedoch nicht mit einem empfindlichen Übel oder einem schweren Nachteil gedroht, sondern lediglich klar gestellt, unter welchen Umständen ich bereit bin, eine Beziehung zu ihm weiter in Erwägung zu ziehen.

Und es ging mir nur noch um mich.

Er hat nicht wirklich geglaubt, dass ich gehe, wenn er die Sache nicht beendet.

Ich bin aber gegangen.

Ohne auch nur einmal den Schreibtisch durchsucht zu haben, oder am Telefon gelauscht, oder sonst etwas in Richtung Überwachung unternommen zu haben- aber herrje, war das schwer, sich da zu beherrschen. Echt jetzt.

Ich würds mir nie wieder gefallen lassen, mich so lang zum Affen machen, so sehr jemanden meine Person unterspülen lassen.

Man kann jederzeit gehen, und das würde ich in so einer Situation auch jedem und jeder Betroffenen raten.

Und vorher? Wenn nur ein Verdacht, ein ominöses Gefühl, eine Unsicherheit da ist? Das Gespenst Eifersucht noch weit weg zu sein scheint, aber schon in die eigene Richtung schielt?

Rausgehen. Kontakte pflegen. Kein eigenes Fremdgehen, das macht es nicht besser. Sich ein Leben aufbauen, das nicht nur im Fall der Fälle ganz toll ist im Hinblick auf eine Art soziales Netz- sondern das einen fordert, das einen beschäftigt und mit anderen Perspektiven versorgt. Im besten Fall machts einen interessanter, im schlimmsten Fall hat man Telefonnummern, die man auch morgens um drei anrufen kann.

Durch alles andere muss man durch, leider.



In diesem Sinne…


Lily.

Mittwoch, 18. März 2009

Houston…

Jeder weiß, dass ein Satz, der mit „Houston…“ beginnt, in der Regel mit „…wir haben ein Problem“ endet.
Damit ist es wie mit dem notorischen „Sag mal Bescheid“, das die achtziger Jahre und auch noch Teile der Neunziger begleitete.
Heute ist mir danach, Erwartungen zu enttäuschen.
Deshalb schließe ich hier mit einem herzlichen:

Texas.


Immer die Eure,


Lily.

Dienstag, 17. März 2009

Erste Wahl

Menschen spüren sehr genau, ob sie geliebt werden oder nicht.
Keine Sprechblase kann vom Gegenteil überzeugen, wenn der Umgang miteinander nicht von Zuneigung, Respekt und Liebe getragen wird.
Die langsam sich anschleichende Verzweiflung, wenn das Lippenbekenntnis „Ich liebe dich doch“ mit dem, was nonverbal vermittelt wird, immer weiter auseinander klafft, die kennen viele.
Daraus werden dann vielleicht nächtelang sich im Kreis drehende Diskussionen, bei denen es nur darum geht, wer Recht hat.
Der, der sagt: Ich liebe dich? Der, der sagt: Das glaub ich nicht?
Die Tatsache, nicht (mehr) geliebt zu werden, mit der können viele Menschen besser umgehen als damit, dass man ihnen etwas vor macht. Das Gefühl, plötzlich und unerklärt nur noch zweite Wahl zu sein, setzt sich aber durch, und ist kaum zu ignorieren.
Dass das Gegenüber, aus welchen Gründen auch immer, Realität verschleiert, Entwicklungen leugnet, sich hinter Worten versteckt deren Bedeutung nicht mehr zu spüren ist, hat schon mehr Elend verursacht, als man sich gemeinhin vorstellt.

Im Extremfall redet einer dem anderen seine Wahrnehmungen aus, und verunsichert ihn auf Jahre, und vielleicht für immer.

Der ehrliche Umgang mit den eigenen Gefühlen, mit dem, was von einem selbst ausgeht, was man zu geben bereit und in der Lage ist, das ist offenbar etwas Ehrenrühriges.
Es fängt schon damit an, dass zu Beginn einer Beziehung, ganz am Anfang, wenn die Balzfedern noch fest am Platz verankert sind, viel Energie drauf verschwendet wird, die eigenen Absichten zu verschleiern. Sich bloß nicht zum Affen machen. Sich nichts vergeben… quid pro quo, eine sms von mir für eine sms von dir, bloß nicht aufdringlich werden, Spielchen. Das bestimmt, ob und wie man zusammen kommt- scheinbar. Dazu muss man sich offenbar dauernd frisch geföhnt und spaßig präsentieren, egal, wie man sonst ist.

In dem Stadium zeigt sich oft schon, dass einer mehr Interesse als der andere hat. Aber es gilt, ihn trotzdem zu überreden, zu knacken, bestenfalls ohne dass derjenige es eigentlich bemerkt.
Das erreicht man, in dem man eben Nebelkerzen wirft, und im Schutz derselben sich langsam anpirscht an sein Wild, und es dann in einer Mischung aus Hinterhalt und Überredung einfängt und in die eigene Höhle schleppt.
An den Haaren, wenn’s sein muss.
So, dann hat man sein neues Spielzeug, dass dann nur noch hingebogen werden muss, damit es so ist, wie man sich das vorstellt.
Aber Achtung: Da ist ein anderer Mensch. Den lernt man kennen, ob man will oder nicht.
Und stellt dann vielleicht fest, dass das unter soviel Mühe gekaperte Wesen eigentlich gar nicht zu einem passt. Dass er/sie/es langweilig, cholerisch, nicht witzig, eifersüchtig, pingelig, schlampig oder was auch immer ist.
Weil man aber nie mit offenen Karten gespielt hat, geht’s dann erst richtig rund.
Oft genug hat man bis dahin soviel „gemeinsam“ (meist Dinge wie Haus, Baum, Kind, Buch… nicht zu vergessen einen Trauschein), dass die Auseinandersetzung schmerzhaft, lang, teuer und voller Kollateralschäden ist.
Manchmal kann man sich mit einem neuen Kind, Haus, Baum oder Buch ablenken, bis man irgendwann zu alt ist, und zu sehr aneinander gewöhnt, um noch irgend etwas ändern zu wollen oder zu können.

Bis dahin ist viel Raum für Elend.

Been there, done that.

In letzter Zeit beschleicht mich immer öfter der Gedanke (und ich weiß, ich wiederhol mich), dass es vielleicht eine gute Idee wäre, sich unter andern Gesichtspunkten nach einem Partner umzusehen.
Nicht unter Tarnung der vollen Kriegsbemalung, sondern mit offenem Visier. Menschen kennenlernen, potenziell interessante neue Gestalten in das eigene Lebensstück einfügen, sich bereichern daran. Zeigen, dass man das Gegenüber mag. Sich nicht auf E-Mail-und sms-Kontingente verweisen lassen. Keine Angst davor haben, Zuneigung zu zeigen.
Da ist dann, wenn man Glück hat, vielleicht jemand dabei, der wirklich für einen Mr oder Mrs Special ist oder werden kann.

Dafür gibt’s keine Garantie. Es gibt auch keine dafür, dass Mr oder Mrs Special, sofern gefunden, bis zum Ende aller Dinge „special“ bleiben werden.

Aber nur auf diese Weise hat man eine Chance, dass die guten Vorsätze, mit denen sich manche Leute trennen, nicht nur Lippenbekenntnisse sein werden:

„Freund bleiben“ kann man nämlich nur, wenn man das ist, oder wenigstens mal war.


Stets die Eure,



Lily

Mittwoch, 11. März 2009

...und hier mal was neues...

aus der Welt der Lootwiga.
Inzwischen ist sie ein Level 62 Paladin- also auf dem Weg zum ewigen Ruhm durch endlose Questen. 80 Level kann man erreichen... bisher bin ich nie weiter als bis Level 40 oder so gekommen, dank der Herren Klapsenschaffner und Falcon ist dies inzwischen anders.
Hier steht sie auf einem Steg, an dem sie in einigen Minuten ihre Angelfertigkeiten perfektionieren werden wird.


Und auf dem unteren Bild kann man das komplette User-Interface sehen, samt der ganzen zur Verfügung stehenden Zaubersprüche, der verschiedenen Utensilien wie Angel, Schild und Streitkolben, der Tränke zur Heilung und zur Verstärkung der Zauber und Rüstung.
Die Rüstung ist nicht mehr ganz so spärlich... leider ist es Plattenrüstung, bei Regen ist mit Rost zu rechnen :-)
Das schwarze Ding hinter ihr ist nicht der Schatten, den der dicke Hintern wirft, sondern die mächtige Ausstrahlung ihrer Waffe. Wer hätte das gedacht.



In diesem Sinne, schöne Grüße aus dem Dorf der Bruchhauer im Hinterland. Und Petri Heil, zusammen!

Stets die Eure,


Lily

Dienstag, 10. März 2009

Insalata mista

Lollies…
Hatte ich versprochen, kriegt ihr auch- wer möchte, kann mir seine Adresse mailen. Bitte mit Wunschgeschmacks-Angabe (die Auswahl beschränkt sich jedoch auf handelsübliche Geschmacksrichtungen, also ist Gold-mit-Kaviar leider eine unerfüllbare Vision).
Und da ich mich nicht entscheiden konnte, weil alle eure Beiträge mir so gut gefallen haben, verteile ich Lutscher an alle Kommentatoren des Warnhinweis-Posts.

Für alle anderen, also die, die nicht gern ihre Anschrift unters Volk streuen (was ich verstehen kann) gibt’s virtuelle Süßigkeiten nach Wahl:
Nennt mir ein Thema, und ich bastel euch einen virtuellen Lolly, schriftlich natürlich, an dem ihr dann etwas zu kauen bekommt. (Hoffentlich…)

Wer etwas anderes als einen Lolly haben möchte, Schokoriegel oder saure Gurken, möge mir dies ebenfalls mitteilen!

…und Regen.


Ich liebe Regen. Sagte ich das schon? Drin sein, ohne sich verpflichtet fühlen zu müssen, die Tolle Sonne ™ zu genießen, sondern statt dessen auf dem Bett liegen zu können und die Tropfen an die Fensterscheiben pladdern zu hören, ist eine feine Sache. Derzeit ist draußen das Wetter unentschieden, ob es sprüh- oder platzregnen soll- meinetwegen wechselt euch gern ab, Sprüh und Platz! Nicht, dass gleich einer weint!
Ich find’s auch nicht schlimm, draußen zu sein, und nass zu werden. Meist kann man da kleidungstechnisch durchaus was reißen… Das einzige, was richtig ätzend ist, ist Zweiradfahren im Regen. Sowohl beim Radfahren als auch beim Motorradfahren sind nass geregnete Brillen (verschärft durch das beschlagene Motorradhelmvisier des frühzeitigen Todes) gelinde gesagt suboptimal. Und es gibt kaum was fieseres, als wenn über den Helmrand einem kaltes Wasser in den Nacken und dann den Rücken runterläuft, in die Kombi hinein. Wenn die Stiefel einmal voll gelaufen sind, ist auch meine Toleranz für Wasser-das-vom-Himmel-fällt schlagartig zu Ende.
Vor allem, nachdem ich bei so einem Wetter nach zwei Stunden Regenfahrt vor Jahren den Sittich über den Lenker gemacht habe. Seither misstraue ich Doppelscheibenbremsen vorn grundsätzlich, und ganz besonders bei nasser Fahrbahn.
Da ist es was ganz anderes, bei Regen zu Fuß loszuziehen und den nahen Park eines nahen Schlosses ganz für sich alleine zu haben. Ohne Schirm, sonst werden nur die Finger kalt, mit dickem Pullover unter der Regenjacke, die extra zu diesem Zweck zwei Nummern zu groß gekauft wurde. Wenn’s dabei zu kalt wird, kann man anschließend zum Aufwärmen in die Wanne klettern.

Und das allerbeste ist, wenn es im Sommer, nach wochenlanger Trockenheit, so ein schönes, pladdriges, heftiges Gewitter gibt. Wenns vorher schon nach Regen riecht, und irgendwo weit weg schon anfängt, zu donnern und zu blitzen, und dann steht man irgendwo, schaut hinaus in den gelblichen Himmel, und zählt die Blasen auf den Pfützen, die auf der Straße an einem vorbei sich in den Gully stürzen. Anschließend hat man wieder eine runderneuerte, frisch gewaschene Welt.

Wunderschön.

Ganz die Eure,


Lily

Mittwoch, 4. März 2009

Alte Lieben

Irgendwie sterben sie nicht, die diversen Aspekte der Zuneigung zu alten, längst nicht mehr aktuellen Lieben- sofern sie solche geblieben sind, finde ich.
Eine Liebe bleiben konnten sie beinahe nur, wenn sie nie Realität wurden, sondern immer eine Traumvorstellung, ein nicht realisiertes Drehbuch blieben.
Die, die umgesetzt wurden in den Alltag, haben oft alle Beteiligten unrettbar beschädigt, und wenn nicht sie, dann wenigstens das Bild, das man mal voneinander hatte.
In der letzten Zeit muss ich da oft an einen Menschen besonders denken, den ich schon seit mehreren Jahrzehnten kenne, den ich von Anfang an mochte, der mir Traumstoff gegeben hat, und mir mit der schlichten Tatsache seiner Existenz durch manche ansonsten sehr ärgerlich verbrachte Nacht geholfen hat.
Wir haben nie was miteinander gehabt, lange zu meinem großen Bedauern. Ich hab nie erfahren, ob ihm das auch so ging, und das ist gut so- das hätte mir vollends den Schlaf geraubt für längere Zeit.
Heute ist es so, dass ich ihn immer noch sehr schätze, auch wenn die Held-meiner-Träume-Aura einer nüchterneren Betrachtung gewichen ist.

Die Zuneigung ist gewachsen, alles in allem.

Ich wünsch dir alles Gute, mein Lieber!


Lily

Donnerstag, 26. Februar 2009

An die Tasten...

Diejenigen unter euch die auch schon mal was schreiben, kennen das- da will man unbedingt was aufs Papier oder in die Pixel bringen, und aus unerfindlichen Gründen wird das nix.
Sei es, dass im Augenblick im eigenen Leben nichts Blogbares (oder aber nur Nicht-Blogbares :) ) geschieht, oder dass man seine Unentschlossenheiten nicht auch noch irgendwie manifestiert sehen will- es kommt einfach inhaltlich nichts dabei rum.

Der Drang zum Schreiben bleibt, zumindest bei mir, erhalten, womit klar gestellt ist, was dieses Posting hier soll.
Schreiben, um des Schreibens willen.
Nun ist Joggen, als Laufen um des Laufens willen, eine respektierte und von führenden Meinungsmachern als gesund anerkannte Beschäftigung (mich hat das nie überzeugen können, aber das ist eine andere Baustelle)
Schreiben um des Schreibens willen gilt jedoch eher nicht als gesund, wenn auch Warnhinweise mir persönlich noch nicht untergekommen sind.

Aber das kann man ändern:

Wer mir den schönsten Warnhinweis zukommen lässt, kriegt einen Lolly :) Das ist dann was Süßes, was man im Zweifel noch in der Nachbarschaft den Kindern andrehen kann- und ich hab was zu schreiben. Nämlich eine Laudatio auf den besten Warnhinweis, über den dann abgestimmt werden kann.


Einen schönen Tag euch allen,

Lily

Dienstag, 24. Februar 2009

Zahltag

Ich wollte hier mal wieder was Tolles und Originelles schreiben, was Witziges, Wahres, Wunderbares.
Leider sondert mein Hirn nur Klischees ab. Noch dazu von der beduselten Sorte.
Damit muss ich leben, und ihr auch.
Aber ich hab trotzdem was für euch:



Nicht weil die Dinge unerreichbar sind, wagen wir sie nicht- weil wir sie nicht wagen, bleiben sie unerreichbar.



Das hat Seneca gesagt.



Also: Zahlt einen Vertrauensvorschuss ans Leben. Wagt was.

L.

Samstag, 21. Februar 2009

specials

Dies ist ein ganz besonderer Blogeintrag, und man siehts ihm nicht mal an...
Ich hingegen spüre es in den Fingern, höre es und fühle es, wenn ich mich gaanz nach links beuge.

Dies ist der erste Blogeintrag mit meinem neuen Rechner.
Denkt euch an dieser Stelle Geigen, Harfen, Bratschen...
Na ja, ganz neu ist er nicht. Teilweise, also was das Äußere betrifft, ist er sogar bereits recht, sagen wir, gezeichnet. Nachdem der PC, mit dem ich hier vor zwei Jahren einzog, mit merkwürdigen Meldungen sich in den Computerhimmel davon gemacht hatte, lieh mir ein Freund meines Sohnes seinen Ersatzrechner. Den hab ich nie richtig zusammengebaut, Platten und Laufwerke waren nur notdürftig festgemacht, und das Seitenteil fehlte.
Aber wirklich wichtig war, dass er funktionierte.
Das tat er. Nicht schnell oder besonders effektiv, aber er lief.
Bis, ja, bis sich meine Aufmerksamkeit erneut mit dem Online-Spielen befasste. Im Grunde funktionierte auch das, aber- die Performance ließ zu wünschen übrig. Teilweise bremste der Rechner als solcher die relativ schnelle Internetverbindung so aus, dass die Grafik munter, aber lästig ruckelte. Zudem musste man die Darstellung des Spiels auf die niedrigsten Werte einstellen, sonst hätte man gar nicht spielen können. Das ist nicht sehr hilfreich.
Außerdem schmierte er in letzter Zeit zunehmend häufig ab.
Es gibt da jemanden, der hat davon erfahren, und mir eine Riesenfreude gemacht... Er hat mir das Mainboard seines Backup-Rechners geschenkt. Board, Prozessor und Speicher.
Das hab ich dann gestern morgen in das Gehäuse meines alten Rechners eingebaut- und, oh Wunder!- ohne mich wer weiß wie zu verheddern in der dann meist folgenden hektischen Suche nach Fehlern, er lief sofort und auf Anhieb, wenn auch mit kleinen Abstrichen, die mit dem Erwerb einer Soundkarte zu regeln waren.
Ich bin hochzufrieden. Außerdem freue ich mich sehr, dass ich diesen Menschen kenne.

Kein schlechter Start in den Tag.

Und endlich wieder einen zugeschraubten, vollständig bestückten Computer neben mir zu sehen, in einem schönen und mal selbst ausgesuchten Alu-Case und nicht in einem verkratzten und abgerunkelten Gehäuse, freut mich auch.

Außerdem: Sounds abounds...


Einen schönen Samstag euch allen, und noch ne Runde Dankeschön an den, der weiß, er ist gemeint.


Lily.

Donnerstag, 19. Februar 2009

Vertrauen?

Eine Freundin und langjährige Kollegin hat sich, nach vielen Bedenken und vielem Zaudern, einem Haufen Tränen und Frust vor knapp drei Jahren von ihrem Partner getrennt- weil er, ganz Ritter und so, eine plötzlich aufflammende Zuneigung zu seiner Sekretärin spürte, aber seine Partnerin nicht verletzen wollte, in dem er ihr das mitteilt. Statt dessen hat er eine Parallelbeziehung aufgebaut, was dem betrogenen Teil einer solchen Sache höchst selten verborgen bleibt. So auch hier, und nach endlosen Diskussionen und der üblichen Qual einer solchen Episode lebt sie jetzt recht zufrieden allein.
Er lebt mit dem Trennungsgrund zusammen, hat Fakten geschaffen, die meine Freundin ihm jahrelang nicht zumuten wollte (alles Fakten in Richtung Bindung…) und bemüht sich seit der Trennung, sich von meiner Freundin die Absolution fürs Fremdgehen erteilen zu lassen.
Ich bin eine Verfechterin des Verzeihens. So schwer es fällt, es erleichtert am Ende alle Beteiligten.
Ein klitzekleines bisschen Boshaftigkeit spielt jedoch hier mit, wenn ich ihr raten würde, ihm diese Verzeihung zu gewähren, ihn aber darauf aufmerksam machen würde, dass er selbstverständlich mit seinem schlechten Gewissen ganz allein fertig werden müsste…
Nun gut, jedenfalls hat er sie bereits vor geraumer Zeit angetextet, mit der dringenden Bitte um ein Gespräch. Ein klärendes- was anderes gibt’s ja nicht, nach so langer Zeit.
Sie war bereit dazu, hat entsprechend geantwortet, und dann nichts mehr gehört.
Auf Nachfrage nach einigen Wochen kam auch keine Antwort.
Gestern dann hat er sie angerufen.
Er würde sooo gern einige Sachen mit ihr klären. Leider hat seine derzeitige Partnerin ein Riesenproblem damit, wenn er mit seiner Exfreundin spricht, deshalb soll das ohne ihr Wissen geschehen.
Da sie jedoch als seine Sekretärin seine Termine koordiniert, sei das alles nicht so einfach.
Auch wolle er, da ihn ein solches Gespräch erfahrungsgemäß aufwühle, nicht anschließend nach Hause fahren.
Auch das sei natürlich schwierig.
Hier konnte ich dann nicht mehr an mich halten und hab ihr dringend geraten, so ein Gespräch zu verweigern.
Jemand, der genau weiß, dass seine Freundin unter so einem Gespräch leiden würde, und es trotzdem, dafür aber heimlich, führen will, ist für mich immer noch eines: Ein Arschloch, ein feiges noch dazu. Seine Freundin wird wissen, warum sie ihm nicht traut.
Ich wüsste nicht, welche Art Klärung mit so jemandem möglich wäre.

Leider bin ich nicht durchgedrungen mit meiner Ansicht.

Was mich zu der Frage bringt, ob ich die einzige bin, die es schwierig findet, einem Fremdgänger zu vertrauen. Auch, und gerade, wenn man selbst diejenige ist, die mit ihm weiland zur Seite gesprungen ist.
Irgendwelche Einmaligkeiten können jedem passieren, davon nehme ich mich weiß Gott nicht aus. Ist mir schon passiert, kann morgen wieder passieren. Schwamm drüber, und gut ist. Aber den Partner, den man zu lieben vorgibt, systematisch und länger zu hintergehen erfordert Geschick, Logistik und beträchtliche Energie. Wer das einmal macht, hat meist Blut geleckt und will mehr davon. Denn da ist ja, neben dem Ego-Boost aus einer neuen Liebe, auch noch der Kick vom Fremdgehen an sich.
Eine unwiderstehliche Mischung für manche, glaub ich.
Trotzdem ein Arschloch-Verhalten.

Dienstag, 17. Februar 2009

Balance

Die Balance halten zu können war ein wichtiges Feature in meiner Kindheit. Wer über eine Stange balancieren konnte, hatte eine besondere Fähigkeit. Unnötig zu sagen, dass mir diese abging. Alles balancierte wie wild, und ich stand da und schaute interessiert. Auch, um mir nicht den Knöchel zu brechen. Dazu gab ich naseweise Kommentare ab.
Heutzutage hätte ich mir damit vermutlich bereits einen Platz in diversen Förderprogrammen gesichert. Einem für Kinder, die motorisch solche Deppen sind, dass sie nicht balancieren können. Eins für Kinder, die nicht probieren, es trotzdem zu schaffen, und eines für die Sorte, die zu gerissen sind, sich die Knochen zu ruinieren, sondern statt dessen lieber vom Boden aus die anderen coachen.

Was der Mainstream kann und tut, ist heute die Norm. Wie bei Zähnen, wird auch bei Menschen so lang eingestellt, gebogen, gedrückt und korrigiert, bis irgendwann alle gleich sind. Wenn das nicht funktioniert, wird flugs eine Krankheit draus gemacht und eine Therapie dagegen erfunden. Vorzugsweise teuer, langanhaltend und/oder mit Medikamenteneinnahme verbunden.

Ich nehm mich da nicht aus- wie das vorletzte Posting beweist, ist Druck, in die Norm zu passen, durchaus eine Größe, mit der ich rechnen muss. Gleichzeitig verspüre ich jedoch eine ganz massive Neigung, mich gerade diesen Anpassungsmechnismen zu widersetzen. Aus Prinzip, und weil ich einfach nicht will. Das Ergebnis lässt dann ab und zu das heulende Elend am Horizont vorbei spuken, oder auch mal einen Schritt in meine Richtung tun.

Vermeiden könnte man das mit etwas mehr Balance. Etwas mehr Ausgeglichenheit, Raum für das Chaos, da wo man es haben kann, und Raum für Angepasstsein, wo dieses angebracht ist.
Aber, wisst ihr was?

Dafür bin ich viel zu unbalanciert.
Ich schieße hin und her wie eine Kugel beim Carambolage, lege fünfzig Meter zurück, wo andere zehn brauchen, und steh mir oft und oft selbst im Weg.
Irgendwas werd ich davon haben, denke ich.
Bin nur noch nicht dahinter, was genau.

Mein Grinsen ist an dieser Stelle etwas schief. Ebenso wie meine Zähne.


L

Samstag, 14. Februar 2009

...wo wir schon beim Nutzen von Schubladen sind...




...darf ich euch an dieser Stelle mitteilen, dass das, was Lootwiga an den Beinen trägt, eine Hose mit unerwartet hohen Rüstungswerten ist? Man könnte "Kampfhure" zu ihr sagen, wenn, ja wenn man zu Schubladendenken neigt.
Was natürlich niemand tut :-)

L.

Making of „weiberleben“ - oder: Der Rechtfertigungszwang




Es begab sich also zu der Zeit, als das Land regiert wurde von der Dame im Abendkleid +3 auf Decolleté, dass ein Gebot ausgehe, dass ein jeder sich vergleiche mit seinen Geschlechtsgenossen.

Die ExBraut und eure euch zutiefst Verbundene gingen daraufhin in der Mittagspause in einen lokalen Schönheitstempel (aka Parfümeriekettenzweigstelle).

Sowas ist eine Prüfung, unter Umständen, und hat sich auch gestern als solche erwiesen.

Kaum da, und soeben erst eingetaucht in das, was Parfümeriekettenpublicrelationeers als corporate fragrance konzipiert haben, also das besondere Aroma, das jedem dieser Läden eigen ist (und vermutlich wirklich ein speziell entwickelter D*uglas-Duft ist) sank mir schon das Herz.

Ins absolut Bodenlose, ich hätte auf der Stelle losheulen können.

Mental schwebte über mir ein roter Pfeil, auf und ab hüpfend, der signalisierte:

DA GEHT SIE, DIE HÄSSLICHE.

Haltet Abstand, es ist ansteckend.

Um mich rum Frauen. Kleine Frauen, zierliche Frauen, geschminkt und gepflegt und geschniegelt und überhaupt.

Ich stand da, in meinen Billig-Turnschuhen, der Uralt-Jeans, dem C&A-Jäckchen, mit der Tasche in Woolworth-Design und den müden Augen. Ein rausgewachsener Haarschnitt und diverse Kilo Übergewicht machten es nicht wirklich besser.

Auch nicht das Bewusstsein, dass ich es mir definitiv nicht leisten kann, mir das zu gönnen, was man „sich was gönnen“ nennt.

„Zu Hause“ in meiner Bürozelle, umgeben von genug Arbeit bis an mein Lebensende, musste ich dann erst mal ein Ströfchen vor mich hin heulen, im Büro keine wirklich gute Idee.

Und ungeachtet der Arbeit musste ich darüber intensiv nachdenken, was ich, wie ihr alle wisst, gern schriftlich tu.

Viele Versuche, die alle im Chaos endeten, über Emanzipation, Jutesäcke, Birkenstocks, Bodylotions, das Konzept von Schönheit, die irre Idee, dass Frauen sich gegenseitig (und sich selbst) runtermachen, weil die eine das Köpfchen hat und die andere das Frisürchen trägt.

Über die Schubladen, in die wir uns gegenseitig stecken, und an denen wir uns (beim aggressiven Schließen derselben) doch immer nur die Finger einklemmen. Die eigenen Finger.


Der vierte oder fünfte Versuch trug den Titel: Mädchen, Mutter, Matrone. Und dazu spukte mir eine Textzeile von Ina Deter im Kopf herum: „Die Hexe, die Hure, die heil’ge Madonna...“

Das schrie nach einer Liste, der guten Ordnung halber einer alphabetischen Liste.


Et voilà.

Womit hoffentlich auch die Frage nach der Quelle beantwortet ist, die ich übrigens als Tritt auf den Zeh empfunden habe.


Stets die eure,




Lily



Freitag, 13. Februar 2009

Weiberleben

ArchivarinAbenteurerin AngeberinBetschwesterBeschützerinBeichtmutter CharmebombeChemikerinChristinDemokratinDemonstrantinDurchblickerin
ElendeErleuchteteErleichterteFreundinFeindinFreche
GöreGirlyGestörteHeitereHureHirnverbrannte
IrreIntensiveImmacolataJägerinJa-SagerinJelängerjelieber
KöchinKindlicheKaiserinLiebeLeidLust
MädchenMutterMatrone NeugierigeNutznießerinNeo-Romantikerin
OberkommandierendeOmaOberbesserwisserinPrinzessinPriesterinPutzfrau
QualQuerulantinQuerdenkerinReineRosigeRiesin
SexbombeSenatorinSeifenopernstarTanteTierTänzerin
UngeheuerUngezähmteUrteilerinVielgeliebteVerteidigerinVerwalterin
WunderwirkendeWasserträgerinWahrsagerinXanthippeXeniaXarifa
YvetteYvonneYuppie ZauselZauberbieneZärtliche.

Und alles nur, weil ich dich ....

liebe?!


Jep, mal wieder das alte Thema. Irgendwie ist man nie richtig damit durch, oder?
Wenn ich auch schon einmal wortreich darüber gefaselt habe, dass ich nicht dran glaube, dass es sie gibt, so gibt’s doch Neues zu berichten.

Nein, nicht was ihr denkt.
Ich bin immer noch Single, und wie ich mich kenne, werde ich das auch bleiben. Bis sie die Zwangsehe einführen, und vielleicht sogar dann noch, aus lauter „Will-nich!“ und Trotz.

Nein, wovon ich rede, angesichts des massiven Beschusses mit süßlicher Reklame, Schokolade und Herzchen, ist die Liebe, die Freunden zuwächst. Zwischen Freund/Innen, sozusagen.
Die gibt’s bestimmt, da bin ich sicher, die hab ich auch schon mal getroffen. Eines der wirklich schönen Gefühle- warm, aber nicht erstickend, verpflichtend, aber nicht mit der Option auf Ewigkeit, und nicht verstörend, wenn sie nicht in gleichem Maß erwidert wird.

Im Gegensatz zu der Liebe zu einem Lebenspartner bringt so was nicht zwangsläufig das Schlechteste in den Menschen zum Vorschein, weil Selbstzweifel, Vergleiche, Attraktivität oder Nicht-Attraktivität einfach keine Rolle spielen.

Ich will, bitte, mehr davon.

Das Beste ist: Es ist gar kein Problem, mehr zu wollen, und auch mehr zu kriegen. Weil man nur offenen Herzens auf die Menschen zu gehen muss.

In diesem Sinne:


Alles- Liebe!


L.

Mittwoch, 11. Februar 2009

So ungefähr sieht sie derzeit aus.

Stringtanga des arkanen Zorns+ 2 Intelligenz

So oder so ähnlich sind in der Welt des Kriegshandwerks (aka „WoW“) die Items benannt, die als Rüstung, Waffen oder andere Ausrüstungsgegenstände von den Charakteren, Avataren oder wie immer man sie nennen sollte, angelegt werden können. Zusätzlich zu ihrem eigentlichen Einsatzgebiet, also Kampf oder Schutz, haben sie Einfluss auf die Eigenschaften. Ein Item mit einem Zusatzwert für Ausdauer zum Beispiel erhöht die Lebensdauer des Charakters. Intelligenz-Zusatzwerte steigern bestimmte andere Fähigkeiten.
Natürlich heißt kein Teil tatsächlich Stringtanga des Was-Auch-Immer. Viel öfter finden sich Schärpen, Helme, Schwerter, Äxte, Hosen. Arkaner Zorn, Bär, Wal, Eule sind jedoch als Zusatzeigenschaft häufig, und lassen den erfahrenen Spieler schon vermuten, welche besonderen Eigenschaften dieses Item hat. Man sieht jedoch damit nicht aus wie eine Eule, ein Wal oder ein Bär.
Es fällt aber auf, dass die Optik der Rüstungsteile in bizarrem Maß unterschiedlich ist, je nachdem, welche Art Charakter der Spieler gewählt hat.
Zunächst mal, für alle die, die es noch nicht gesehen oder gespielt haben:
Es gibt verschiedene Völker, von denen die meisten relativ hässliche Optiken haben- Hörner, bloßliegende Knochen, Miniköpfe und Maxi-Muskeln, usw.
Dann gibt’s die eher ästhetischen Völker wie Gnome, Menschen, Nacht- und Blutelfen. Den Elfen sind komische Ohren gemein, die Gnome sind so klein, dass man sie kaum sieht, und die Menschen haben eine gewisse uniforme und neutrale Hübschheit.
Von näherem betrachtet kann man dann folgendes feststellen: Obwohl sich männliche und weibliche Charaktere in ihrer Einsatzfähigkeit nicht unterscheiden, es also zum Beispiel kraft- und ausdauerbezogen gleichgültig ist, ob man eine Kriegerin oder einen Krieger, eine Paladina oder einen Paladin levelt, ist es keinesfalls gleichgültig, was man den Figuren „anzieht“.
In den ersten Leveln sieht alles albern aus. Winzige Läppchen, die hinter der Figur her fliegen, sollen Umhänge darstellen, die Stiefel sehen alle aus wie aus Gummi, und auch sonst hängen einem da allerlei Fetzen vom Leib.

Dann geht’s aber irgendwann los, und die Kleidung der Männer wird immer breiter, bunter und vielschichtiger, manchem fehlt nur noch eine Lichterkette und ein paar farbige, glänzende Kugeln, um geschmückt wie ein Christbaum seiner Wege ziehen zu können.
Die weiblichen Charaktere hingegen haben immer weniger an.
Meine Level 33 Paladina trägt zurzeit ein knappes Bustier, bauchfrei, und ein paar hässlich-quergestreifte Hosen, eng auf die pixelige Haut geschneidert. Mit Helm, Handschuhen und Stiefeln bringt sie es auf ca. 2.500 Rüstungspunkte. Die hässlichen Hosen trägt sie nur, weil es höherwertige (und damit knappere?) Beinkleider derzeit nicht zu kaufen gibt. Ein Test letztens ergab, dass das gleiche Item, das bei Männern aussieht wie ein Paar enger, schwarzer Jeans, bei den gleichrangigen Frauen aussieht wie ein Satz schwarzer halterloser Strümpfe mit Spitzenabschluss.
Der Magier vom Klapsenschaffner, eingehüllt in eine Art bodenlangen Mantel (der zum Glück nicht mehr lila ist, sondern schwarz), bringt den armen Kerl nur auf ca. 600 Punkte. Dass er soviel schutzloser ist als die zierliche und wohlgestaltete Dame, in deren Begleitung er wilde Tiere und ruchlose Verbrecher erlegt, sieht man ihm gar nicht an.
Mich stört es jetzt wirklich nicht, dass die Mädels da leicht bekleidet durch die Gegend ziehen. Es ist gut zu wissen, dass die fast nackte Feindin vor einem vermutlich die Sanftheit eines Leopard II mit der seelischen Ausgeglichenheit einer Splitterbombe vereint, und dass man das am besten am Prozentsatz bloßer Haut erkennt.
Ich finde nur die Spekulation interessant, auf welcher Art Psyche solche Konzepte fußen.


Darüber grübelt gerade die sich ungewohnt dekorativ fühlende


Lily

Ach, und man sollte nicht aus der Schutzlosigkeit des Magiers auf seine Harmlosigkeit schließen- wenn er loslegt, hat er auf die Gesundheit seiner Gegner die Wirkung eines Schweißbrenners auf ein Päckchen Speiseeis.

Dienstag, 10. Februar 2009

Neujahrskater, langanhaltende Variante.

Ich find das Leben manchmal so zum Kotzen
So unerfreulich, blöd und ungeschlacht.
Da kann ich gar nicht zuviel drüber motzen,
das hat bestimmt ein Monster ausgedacht.


Die Tage scheinen dann nicht mehr zu enden,
sind trüb und grau, und unerträglich zäh,
Auch in der Nacht will sich kein Schicksal wenden,
Und wenn ich aufsteh, stoß ich mir den Zeh.


Das Auto springt nicht an. Der Kaffee schmeckt nicht.
Die Haare sehen aus wie nach nem Sturm
Der Blick in meinen Spiegel, der beschämt mich-
Kurzum: Dies ganze Leben ist voll Wurm


Doch dann und wann, des Morgens früh um zwei,
oder bei Sonnenaufgang. Oder nachts um drei.
Um achtzehn dreißig. Oder vier Uhr zehn.
Da lässt die graue Stimmung mich dann plötzlich gehn.


Die Sonne scheint. Es weht ein scharfer Wind;
Im Baum vor meinem Fenster sitzt ein Specht.
Er klopft. Ich lausche. Und wir beide sind
Am Leben. Und das ist doch gar nicht schlecht.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Lob

Heute morgen traf hier im Büro das Schreiben eines Anwalts ein, der der Meinung war, ich hätte etwas falsch entschieden. Als Begründung verwies er auf eine parallele Geschichte, bei der eine andere Stelle den gleichen Sachverhalt anders, nämlich für seinen Mandanten günstiger, beurteilt hatte.
Ich hab darauf hin Kontakt mit dieser anderen Stelle aufgenommen, und im Verlauf des Gesprächs festgestellt, dass der dortige Entscheider voll daneben gegriffen hat.
Jetzt wird der Mandant des Anwalts auch von der anderen Stelle ein Schreiben bekommen, das ihn in gleicher Weise verpflichtet, wie das meine ursprüngliche Entscheidung tat.
Der Kollege in der anderen Stelle ist (tatsächlich, das gibt’s, man glaubt es kaum) noch länger dabei, und war an drei oder vier Stellen seines Entscheidungsprozesses so was von im Irrtum, dass es sich nur mit Betriebsblindheit erklären lässt.

So. Und dann saß ich da, und war stolz auf die richtige Lösung, die noch dazu meinen Arbeitgeber grundsätzlich auch erfreuen dürfte.

Dann fiel mir auf, dass das hier als selbstverständlich angesehen wird, keiner Bemerkung wert, aber dass ein falsch gesetztes Komma in einem Satz bereits Kritik hervorruft.

Und ich frag mich: Bin ich kindlich, weil ich mir von Zeit zu Zeit mal ein Lob wünsche? Bin nicht nur ich es, die sich nach so langen Jahren nur noch mühsam immer wieder selbst motivieren kann?
Aus dem reinen Beherrschen eines Prozesses über Jahrzehnte bereits Befriedigung für sich zu ziehen, grenzt an Zen- wer das immer kann, wird irgendwann vermutlich auch schweben oder hellsehen können.

Dann bin ich hier weg.
Aber so was von.


L.

Mittwoch, 4. Februar 2009

Modellhaft

Die beste Therapeutin ever hat sich gestern bemüht, wieder mal ein bisschen Staub aufzuwirbeln. Das gelingt ihr immer am besten, wenn ich eigentlich finde, dass es mir derzeit ganz gut geht, und wenn ich gar nicht so genau weiß, warum ich diesen Termin gerade unbedingt wahrnehmen sollte.
Ihre erste Äußerung war: „Sie sehen so entspannt aus“ und ich konnt gerade noch, mit Sternchen in den Augen, sagen: „Mir geht’s auch gut“, als sie auch schon los legte.

Am Ende saß ich dann da, mit einer Schemazeichnung meines Inneren (und da stand nicht drauf, wo die Milz wohnt und wo die Leber- nebenbei, wo sitzt die Milz?) und einer gehörigen Portion Ratlosigkeit.
Offenbar setze ich mich aus vielen verschiedenen Facetten zusammen, die alle nicht recht harmonieren wollen.
Wie alle guten Stunden bei ihr hat auch diese ein paar Nachwirkungen, so einen Zeitzündereffekt.
Bei näherer Analyse über Nacht und mithilfe meines Seeleninkubators ™, in den ich solche Dinge packe und vor sich hin reifen lasse, erscheint mir vieles von dem, was ich im ersten Moment als problematisch und unnütz bezeichnet habe, so unnütz auch wieder nicht. Und ich muss bei der Auseinanderdröselung offenbar unterscheiden, ob es sich um authentische Bestandteile meiner selbst handelt, oder um angelernte Mechanismen, Reaktionen und Verhaltensweisen, die einmal eine Funktion hatten, die aber nicht (mehr) im positiven Sinne ausüben.

Zum Beispiel die Funktion Coolsein-um-jeden-Preis.

Die kotzt mich an, die behindert mich, und die führt dazu, dass man sich quasi nie unbeobachtet fühlt. Wenn grad niemand da ist, dann beobachtet man sich halt selber. Vergleicht, justiert, kritisiert.
Diese Funktion des Coolseins hat natürlich die Aufgabe, wichtige und gefährdete und ansonsten ungeschützte Anteile zu behüten.
Coolsein ist aber nicht nur eine Eigenschaft, sondern ich glaube, dass, sofern Coolsein als Waffe und Schutz gebraucht wird, sie einen auch einschränkt, sie ist nämlich starr und ziemlich kalt.
Sie bildet Ringe um den wirklichen Kern des Planeten Lily. So wie beim Saturn.

Ich hab wenig Probleme, mich im Alltag durchzusetzen, was aber nicht an meinem angeborenen Konfliktgeschick oder einer wirklichen Durchsetzungsfähigkeit liegt.
Es liegt am Auftreten, das dem Gegenüber gleich nahe legt, mir besser nicht zu nahe zu kommen. Es gibt Menschen, die sind mir nahe genug und ich vertraue ihnen genug, um dieses Visier hochzuklappen. Aber das sind wenige.
Andere Menschen bezeichnen mich als kalt, und wenn das ihre Wahrnehmung ist, so erschreckt mich das schon, denn das bin ich nicht.
Manche Bedürfnisse kommen aufgrund dieser Coolness, des kühlen Auftretens und der vorgeblichen Bewaffnung –bis- an- die- Zähne immer zu kurz.
Alle die Teile in mir, die Schutz brauchen, die weich sind, die potenziell ein hohes Verletzungsrisiko tragen, die warten in der zweiten oder dritten oder vierten Reihe hinter den Mauern.

Sie sind vor Verletzungen sicher, das ist klar, sie sind aber auch vom Leben abgeschnitten.
Um zu wachsen und aus sich selbst raus stark zu werden brauchten sie aber nicht weniger, sondern mehr Zufluss. Sie bleiben bedürftig, und erleben, dass das, was sie brauchen, von der Herrin der sieben Saturnringe nicht kriegen. Stattdessen kriegen sie Spott ab, spitze Bemerkungen, und müssen lesen, wie die Finger, die an ihnen befestigt sind, Tiraden gegen das Wort „Kuscheln“ in die Tasten tippen.

Scheiße, das alles.


Hört ihr?
Ich will das ändern!
Ich will.

L

Dienstag, 3. Februar 2009

Ich will.

„Ich will“ ist eine Formulierung, die der gemäßigt devote Kleinbürger seinen Kindern beizeiten abgewöhnt, im vorgeblichen Interesse guter Manieren.
Statt dessen sagt das gepflegte Kleinkind „Ich möchte“; weil Mama das höflicher findet.
Das mag es sein, es ist aber auch gelogen.
Zumindest zu Beginn der erzieherischen Einflussnahme.
Denn dieser kleine Mensch da „möchte“ nicht, er will, und zwar mit jeder Faser seines Wesens.
Manchmal will er auch nicht. Dann ist das kein wischi-waschi „Ich würde etwas anderes bevorzugen, vielen Dank auch“. Sondern mit Verve wird abgelehnt, was nicht in die unmittelbaren Pläne passt. Es ist ein Beharren auf dem Gegenteil dessen, was vorgeschlagen wird oder zur Verfügung gestellt werden soll. Ein Nichtwollen, anstelle eines lediglich nicht Wollens.

Meiner Meinung nach bestimmt Sprache das Bewusstsein, und wir sind nur dann zu klarer Erkenntnis fähig, wenn wir im Besitz der notwendigen Worte für das zu Erkennende sind.
Eine stets korrigierend eingreifende erzieherische Macht, die dem Subjekt der Erziehung vermittelt, es wolle nicht, sondern habe lediglich einen höflichen Wunsch, vernebelt die Dinge, verschleiert Beweggründe und sorgt für Verwirrung.

Später dann muss man jede Menge Zeit dafür aufbringen, mal abgesehen von Energie und Kosten, um wieder in Kontakt mit den Dingen zu kommen, die man wirklich will.

Gerade die Äußerung „Ich will“ hat alles mit Zielen, manchmal sogar Lebenszielen zu tun.

Wenn man lernt, dass es sich nicht gehört, „Ich will“ zu sagen, lernt man immanent, dass Ziele ebenso ein bisschen pfui sind.

Nun ist es derzeit so, dass ich etwas will. Mit einem ziemlich großen Anteil meines Herzens- ich wills einfach.
Es spricht jede Menge dagegen, das zu wollen, nicht zuletzt ein gehöriges Maß an Schwierigkeiten, die mit diesem Traum verbunden wären.

Aber ich wills.
Und das ist doch schon mal was. Oder?



L

Montag, 2. Februar 2009

Ich kanns nicht lassen. (Vorsicht: Meinung!)

Bis vor ca. 11 Jahren war ich katholisch. Dann bin ich ausgetreten aus der Kirche, wenn auch mit Magenschmerzen. Erstens, weil ich weiß, dass meiner Familie ihre Kirchenzugehörigkeit etwas bedeutet, und dass zum Beispiel mein Vater ernsthaft um mein Seelenheil fürchtet, und zweitens, weil ich katholisch aufgewachsen bin, und Kirche schon einen Teil meines Lebens ausgemacht hat.

Ausgetreten hin oder her, eine Meinung zum Thema hab ich natürlich. Johannes Paul II hat mich teilweise bis aufs Blut gereizt, mit dieser aggressiven Marienfrömmelei und dem Mangel an Realismus und wirklicher, uninstitutioneller Menschenliebe. Mein Hauptkritikpunkt, mal abgesehen von dem eklatanten Demokratiemangel in dieser Amtskirche, ist immer die Unbarmherzigkeit des Umgangs mit menschlichen Schwächen gewesen, sowie die Besserwisserei auf sexuellem Gebiet.

Wirkliche Nächstenliebe drückt sich nicht in herablassender Missionierung, nicht in respektloser Verkennung der Lebensbedingungen der Menschen und vor allem nicht in der Einteilung der Menschheit in Katholiken und ….Andere aus.

So, und dann kam Ratzinger, und wir waren Papst.
Hurra?

Also, meinerseits eher weniger Grund zum Jubeln als je zuvor.

War Johannes Paul II ein Stein in meinem Schuh, so ist Benedikt XVI so was wie ein abgefaulter Fuß.

Der Gott der Liebe, der mir in der Kirche meiner Kindheit bekannt gemacht wurde, spricht irgendwie so gar nicht aus dem, was in den letzten Tagen alles passiert ist.

Da gibts ein grundsätzliches Dilemma, von dem ich schon oft gehört habe: Die Diskrepanz zwischen der Amtskirche, mit ihren lateinisch betitelten Bullen und Verlautbarungen, mit ex- cathedra verkündeten Lehrmeinungen und kirchenrechtlich komplizierten Nuancen auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite findet sich Gemeindearbeit von Pastor XY, Erfahrung von Gemeinschaft, gegenseitigem Respekt und oft beachtlich großer Solidarität der Gläubigen untereinander. Sensible, vernünftige, von Realismus geprägte Geistliche, die ihre Grenzen kennen und ihre Gemeindemitglieder nach bestem Wissen und Gewissen in ihrem Leben unterstützen.

Für viele Katholiken ist Kirche trotzdem total unwichtig. Die Karteileichen zahlen vielleicht aus Trägheit oder schlechtem Gewissen ihre Steuern, und gut ist.

Dann gibt’s die, für die sie nicht unwichtig ist, deren Alltag aber die unmittelbare Gemeinde-Ebene sieht, und für die diese Ebene so bedeutsam ist, dass sie nicht wegen abgehobener, vermutlich akademischer Feinheiten etwas Wichtiges und Liebgewonnenes aufgeben wollen.

Für mein Empfinden ist aber jetzt der Moment gekommen, in dem nicht nur die Gläubigen (also die, die tatsächlich zur Kirche gehören und glauben zu wissen, was sie tun), sondern auch die Geistlichen vor Ort Farbe bekennen müssen:

Für Demokratie, für eine meinungsfreiheitliche Kirche auf dem Boden der gegenseitigen Liebe und des Respekts vor dem Anderen und gegen reaktionäres und versteinertes Arschlochtum, auf jeder Ebene dieses Gesinnungsunternehmens.

Spätestens jetzt ist ein Punkt erreicht, in dem auch der Gemeindepfarrer (und es ist bezeichnend, dass ich hier nicht „Pfarrer/in“ schreiben muss) aufstehen muss, und Posten beziehen. Und sei es nur, um zu beweisen, dass das Seelenheil der ihnen anbefohlenen Gläubigen in Gefahr ist, von erstarrtem "Amtskirch-Ismus" infiziert zu werden.

Jetzt weiter den Mund zu halten bedeutet Solidarität und schweigendes Einverständnis mit dem, was da entschieden wurde. Will das einer?

Bei aller systemimmanenten Resistenz des Kirchenlebens gegen kurzfristige und modische Erscheinungen: Es ist Zeit, dass sich was bewegt. Was muss noch alles aus Rom gesickert kommen, bis die Leute endlich aufbegehren?

Und, Herr Küng: Es mag ja sein, dass Benedikt hinter seiner Riege von Hofschranzen von all dem nichts mehr mitkriegt. Es mag sein.

Aber eine Warnung:
Von vielen Machthabern wurde schon angenommen, sie hätten, hinter ganzen Riegen von filternden Beratern verschanzt und versteckt, den Kontakt zur Realität verloren. (Ich nenne hier keine Namen, die Vergleiche will ich hier nicht einmal nahe legen.)

Als Entschuldigung ist das aber überhaupt kein Argument.

Denn in Machtpositionen trägt man auch Verantwortung, unter anderem dafür, dass man jederzeit seine Daten, Zahlen und Fakten parat hat, und dass man über die Wirkung der Entscheidungen, die man trifft, umfassend informiert ist. Wenn man das nicht mehr garantieren kann, dann, ja dann, ist man schlicht unfähig.
Und sollte gehen, zügig.


L.

Edit:

Natürlich, liebe Etosha, die Links fehlen.

Es geht um die kirchenrechtliche Rehabilitierung einiger unbelehrbar ultrakonservativer Bischöfe, die irgendwann einmal exkommuniziert wurden, sowie um die Weihe eines Menschen zum Weihbischof, der unter anderem erklärt hat, der Hurrikan Katrina sei eine Strafe Gottes für solche Dinge wie Gay Pride Parades und allgemeine Sittenlosigkeit.
Nachzulesen hier, hier und hier.
Der letzte Link enthält etwas mehr zu Hans Küng.

Wahrheit

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Sonntag, 1. Februar 2009

Wo wir grad bei Youtube rumhängen...



Auch Queen. Von A Night at the Opera, eines der weniger bekannten Lieder.