Donnerstag, 22. Mai 2008

Nachkarten. Die kleinen Rosa Männchen. Alpha Centauri.


Ich habe ja von dem Stapel Rechnungen berichtet, die am Dienstag hier eingetrudelt sind. 24 sauber ausgedruckte Rechnungen, sämtlich mit dem kleinen Zusatz „Doppel“ in der oberen Ecke, und sämtlich an meine alte Anschrift gerichtet.

Letzteres gibt mir wirklich zu denken. Denn ich frage mich, was eigentlich mit den Erstschriften passiert ist?


Dem Gespräch mit dem netten Mann in der ZdW (Zentrale des Wahnsinns) habe ich entnommen, dass die T-Com nicht bemerkt, wenn irgendwo ein Anschluss zerstört wird oder untergeht. Das muss man wohl melden. (Damit meine ich nicht, dass das Nichtbemerken gemeldet werden muss- es ist schließlich keine Erkrankung nach dem Bundesseuchengesetz. Obwohl.)

Nein, der Kunde muss sagen, dass die Rosa Männchen kommen sollen, um ihm wieder Zugang zur Rosa-Riesen-Welt zu verschaffen, wenn er wieder telefonieren will.

Wenn ein großer bunter Bagger kommt und den alten Anschluss einfach kaputt macht, merkt das keiner.

Mangels gegenteiliger Informationen muss ich dem netten Mann das glauben, und ich hab auch gelernt, dass man Autoritäten sowieso was glauben soll. Ich war auch mal katholisch, und die Rosa Männchen waren mal staatliche Bedienstete. Nicht wahr?

Da haust also Lilys Telefonnummer ganz allein tief im Loch, und tickert vor sich hin, während alle anderen Anschlüsse mit ihren Besitzern umziehen durften. Armer Lily-Anschluss, sowas macht mich immer ganz, ganz traurig.

Schicken wir mal ein paar warme Gedanken an den Lily-Anschluss, und ein fröhliches Hare-Krishna.

Alte Kenntnisse sterben noch langsamer als das Umrechnen von DM in Euro, und so muss ich gestehen, dass mich die bewusste Unterscheidung folgender Dinge immer noch Mühe kostet:

Deutsche Post. Deutsche Telekom. T-Online. Postbank.


Ja, liebe Kinder, das war alles mal eine einzige gelbe Gefahr, mit einem Posthorn auf den Türen des amtlichen VW-Käfers.

Und wenn früher einer nicht mehr da wohnte, wo er vorher wohnte, dann nahm der Onkel oder die Tante mit dem gelben Fahrrad den Brief wieder mit, und kritzelte allerlei unschöne Dinge auf den Umschlag.

„Empfänger verzogen“, zum Beispiel.

Oder „Empfänger verstorben/nicht zu ermitteln/unbekannt“

Dafür hatten die sogar einen Stempel! Auf dem waren noch ein paar andere Dinge zum Ankreuzen, zum Beispiel : Briefkasten überfüllt/nicht beschriftet/nicht vorhanden“. Und auf dem Land bestimmt auch „Großer böser Hund“.

Wenn die Christel von der Post oder auch der Toni den Brief dann wieder in das Postamt zurück gebracht hatten, und der Absender schlau genug war, auch seinen Namen und seine Anschrift auf den Brief zu schreiben, dann, ja dann wurde der Brief zurückgeschickt, und der Absender wusste, dass der Empfänger nicht mehr da wohnte. Dann konnte er das machen, was der Absender dieser kryptischen Schreiben getan hat. Nämlich für mich (nur für mich, ich fühl mich so beschenkt!) ermitteln, wo ich wohne.

Gut, nicht?

Hare Krishna. Ja.

Jetzt möchte ich bitte einen Verantwortlichen haben, den ich links und rechts an den Ohren packen und ein bisschen schütteln kann, während ich ihm immer wieder die Frage stelle: WO SIND DIE 24 RECHNUNGEN GELANDET? HÄ?

Und warum haben die ihren eigenen Standard-Satz nicht beherzigt, der da heißt:

„Diese Rechnung wird frühestens 7 Tage, nachdem Sie ihnen zugesandt wurde, abgebucht“?

Das wäre irgendwann nächste Woche.


Da könnte ich noch was tun, mein Konto kündigen zum Beispiel, sowie nach Alpha-Centauri umziehen. Und mich erst in einem Vierteljahr im Meldeamt von Alpha-Centauri anmelden. Damit die Rosa Männchen mich nicht so schnell finden.


Aber halt.

Ich habe geschrieben, dass früher der Onkel Postbote und die Tante Briefträger die Briefe wieder zurück getragen haben- das ist ja heute noch so...

Aber warum, WARUM haben die dann nicht zurück zu Herrchen gefunden?


Vielleicht hat der Onkel mit dem gelben Fahrrad allmonatlich mit einem irren Kichern die Rechnung den Tiefen des Baulochs an der alten Anschrift übergeben? Vielleicht neigen diese Briefe zur Selbstentzündung? Oder sie bestehen aus einer geheimnisvollen Substanz, die dazu neigt, sich in Luft aufzulösen? Mann, dann bin ich froh, dass ich mir Kopien gemacht habe.


Fest steht, dass, wenn die Rechnungen zurückgeschickt wurden, sich niemand die Mühe gemacht hat, das stetige Anwachsen des Unzustellbar-Haufens zu bemerken. Im Gegensatz zu der Abteilung, die den oben verlinkten Brief übersandt hat. Das sind bestimmt unterschiedliche Abteilungen, die Rechnungslegung und die Leute, die einem seltsame Kündigungsbestätigungen schicken.

Der verbindende Faktor ist allerdings der, dass auch zwischen der Abteilung, die die Kündigung entgegen nimmt und der Rechnungslegung wiederum keine Verbindung besteht.


Ich merke, dass mein Hirn derzeit Bestrebungen entwickelt, aus meinen Ohren herauszukriechen, und werde daher diese fruchtlose Spekuliererei nicht weiter betreiben.



Eins nur noch:


Die T-Com ist ein Wirtschaftsunternehmen. Mit Aktien, Aufsichtsräten und so weiter, das teure Werbung macht und auch noch auf andere Weise ungeschickt vorgibt, ein modernes Dienstleistungsunternehmen zu sein. So für Menschen und so.


Ganz ehrlich: Das überzeugt nicht.


Das ist, ebenso wie die platte Auskunft: „Sowas erstatten wir grundsätzlich nicht“ summa summarum ein ganz erbärmliches Beispiel wilhelminisch orientierter Obrigkeit, rosa hin oder her.

Das ist mieseste Beamtengesinnung. Leider ist auf dem Weg an die Börse die Pingeligkeit, die man deutschen Beamten nachsagt, verloren gegangen und durch schnodderige Arroganz ersetzt worden. Nur die Machtherrlichkeit, die ist geblieben. Erstickt doch dran.


Selbst wenn Arcor sich jetzt noch irgendwie bei der Erstattung dumm anstellt, können die den Vorsprung, den die Telekom vorlegt, nicht mehr rausholen.


Es gibt bestimmt Leute, die auch schlechte Erfahrungen mit Arcor gemacht haben- alle Fragen jedoch, die ich bisher mit den Menschen da zu regeln hatte, sind aber schnell und freundlich geklärt worden, auch wenn diesen Fragen Fehler zugrunde lagen, die Arcor selbst gemacht hat.




Lily

die demnächst lieber wieder Kochrezepte posten möchte. Menno.

Mittwoch, 21. Mai 2008

ohne Worte. Dafür mit Edit als Update, oder so.

Lily Die Angepisste. Ort, Datum,
Anschrift



Per Einschreiben mit Rückschein

Deutsche Telekom
Kundenniederlassung West
Friedrich-Ebert-Allee 140
53113 Bonn



Kundennummer yxz
Rechnungsnummer &/&$&%§/&%)(/?=)`?))=(/(%, Mai 2008



Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Befremden habe ich heute festgestellt, dass, trotz meiner Kündigung (Schreiben vom 16.04.2008) von Ihnen erneut ein Betrag von € 24,20 für den Monat Mai 2008 abgebucht wurde. Ich bin nicht nur befremdet, ich bin kurz davor, wegen dieses erbärmlichen Affentheaters Presse, Funk und Fernsehen einzuschalten. Falls es Sie interessiert, was ich mit Affentheater meine, verweise ich auf meine Schreiben vom 16.04., 05.05., und 16.05.2008 unter der gleichen Kundennummer.

Ich bitte um unverzügliche Rückzahlung des abgebuchten Betrages, inklusive des für dieses Schreiben erforderlichen Portos in Höhe von 4,40 €.

Zudem bitte ich, nach beinahe 2 Jahren und diversen Schreiben, endlich nicht nur zur Kenntnis, sondern auch zu Ihren Unterlagen zu nehmen, dass ich nicht mehr an der Anschrift AlteStraße 20 in Lilystadt wohne, sondern an der neue Straße 234234 (s.o.). Demzufolge werden mich dort keine Briefe erreichen.

Mit soeben noch höflichen Grüßen,





Lily. Die mehr als Angepisste.


EDIT:

Wie man der Geschichte nicht ohne weiteres entnehmen kann, habe ich gestern einen Stapel Rechnungen erhalten, die ich bei der T-Com angefordert hatte. Dabei war auch die Rechnung für Mai 2008- nach Eingang der Kündigungsbestätigung zum 30.04.08 war das schon ein Witz. Ein besonders schlechter, geschmackloser und allgemein verabscheuungswürdiger Witz war dann, dass diese Rechnung tatsächlich abgebucht wurde- und diesmal kein Hare-Krishna-Jünger in rosa Umhang es für nötig befunden hat, die Rechnung mal mit der aktuellen Anschrift zu versehen. Und mir anschließend einen erfolgreichen Tag oder so zu wünschen.
Ich war stinkwütend, als ich den obigen Brief geschrieben habe, und dies war ich immer noch, als ich ihn den Händen der DPAG übergeben habe. Aber er ist genau so rausgegangen.
Obwohl mich zwischendurch der Gedanke gestreift hat, dass das vielleicht genau so ein Fall ist, wie er in allen möglichen Bereichen passieren kann- es geht etwas schief, und ab da geht eigentlich alles schief. Die Bürokratie-Variante von Murphys Gesetzen.
Das ist mir aber inzwischen eigentlich auch egal. Schließlich ist mir das a) schon passiert, b) haben sich deswegen Leute beschwert und c) hab ich das durchaus verstanden, und mich mit einem Nicht-Textbaustein-Brief versucht, zu entschuldigen und fürderhin alles besser zu machen. Allerdings hat in Briefen an mich noch keiner das Wort "Affentheater" benutzt.

Die Kosten für Einschreiben mit Rückschein haben vorhin dann die 30 € Marke überschritten.
Immer noch billiger als ein Rechtsanwalt. Obwohl ich bereits überlege, wo ich notfalls einen finde, der böse genug schreiben kann. Aber ich kann ihm ja das Händchen führen, wenn er Skrupel hat.

Dienstag, 20. Mai 2008

Durch den Kopf geschossen

Uargh.
Bald ist es soweit.
Es ist Klassentreffen, und ich muss noch ungefähr 6 Kilo pro Tag abnehmen.
Wieso kommt so was immer so plötzlich?


Wann lerne ich endlich, dass mir lange Haare einfach nicht stehen?
Ich seh aus wie ein Neufundländer.
Dafür habe ich gestern eine Frau in der Stadt gesehen, die sah so sehr aus wie ein Königspudel, dass ich auf ein fröhliches Bellen gewartet habe. Ein Königspudel in blond. Selbst das Gesicht hatte die typisch langgezogenen Formen der Rasse. Und die Frisur…
Unbeschreiblich.


Es passiert oft und öfter in letzter Zeit, dass meine Arbeit mich wütend macht. Weil sie so ergebnislos ist, glaube ich, und als solches verschwendete Zeit und verschwendete Ressourcen.
Die Ergebnislosigkeit beruht nicht auf der Arbeit an sich, sondern darauf, dass es Menschen gibt, die einfach alles um sie herum ignorieren. Und sich damit durchsetzen.


Ein Besuch in einem Brautmodenladen gestern hat mir den Eindruck vermittelt, dass schwere Prüfungen für den Menschen an jeder Ecke lauern, und dass das Personal in solchen Läden extra geschult ist, um so eine Prüfung glaubwürdig zu verkörpern.
Übergehen wir mal die abgeräumten Regale, für die die Verkäuferin nichts konnte…

Die Dame schien erstaunt zu sein, dass Bräute ein Hinterteil haben (sie nannte es „Popo“, schien also auch zu glauben, Bräute seien mental ungefähr 5 Jahre alt). Ach, und Brüste? Hm. Lästige kleine Scheißerchen, die.

Sie hat nicht weniger als 5 mal gefragt, ob die Braut, in deren Begleitung ich da war, noch abzunehmen gedenkt- als ob man nur mit Kleidergröße 34 in den Ehehimmel kommt). Des weiteren trug sie selbst eine höchst unvorteilhafte Kombination aus kurzärmeligem Pulli und ausgewaschenem Jeansrock.
Nachdem keine Kreation in dem Laden geeignet war, den Geschmack der Braut zu treffen, hatte die Verkäuferin plötzlich eine These parat:
Die Braut hat sich FESTGELEGT (skandaLÖS!) und will etwas BESTIMMTES. Daher GEFÄLLT IHR NICHTS HIER!!! Deshalb soll sie mal WOANDERS!!! nachschauen.
(Psychologie, und so Zeug. Ha.)
Unausgesprochen schwang da mit, dass sie dann schon sehen wird, was sie davon hat, und bußfertig wieder zurück kommt.
Ganz ehrlich?
Im Leben nicht.
Dann lieber nackt zum Standesamt.

In diesem Sinne, einen erfreulich bekleideten Tag,


Lily

Sonntag, 18. Mai 2008

Sonntagsruhe

Es ist Sonntag, und das Internet schläft noch. Am Wochenende scheint allgemein nicht gepostet zu werden, auch der Traffic hier lässt rapide nach- und das merkt die Statistik auch. Bei gutem Wetter ist es noch auffälliger, dass die Besuchszahlen in den Keller gehen. Ab Montag morgen, wenn die Leute wieder arbeiten müssen, ändert sich das schnell. Was mich zu dem Schluss bringt, dass viel in Büros gesurft wird.


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In einer meiner Spontan-Geldausgeb-Aktionen hab ich gestern 35 € vom Familienvermögen verschleudert, um meinen Balkon fertig zu machen. Einen dicken Margeritenbusch, mehrere Kap-Astern, drei Töpfchen Bidens (Zweizahn) und einen 60 l Beutel Erde hab ich dafür bekommen, und ein paar Untersetzer. Dann hab ich alle bisher auf dem Balkon stehenden Töpfe, die mehrfach bepflanzt waren, auseinander genommen, und auf neue Töpfe verteilt, umgepflanzt, neu zusammengesetzt und sowas.

Die drei Zwergrosen, die in einer Muttertagsaktion bei Plus erstanden wurden, hab ich zusammen in eine große Schale gepflanzt, die ihnen bis dato als Übertopf diente- das konnte nicht so weiter gehen, denn die Töpfchen, in denen die Rosen kamen, waren zu klein, um Wasser in nennenswerten Mengen halten zu können. Und ich mag Rosen, vor allem Bodendecker-Sorten, und in blassen Farben.

Zu Ostern hatte ich bei Blumen, Feinkost und Devotionalien Plus eine Kombi-Schale gekauft, besetzt mit einem spillerigen Ginster, einer schönen dunkelroten Primel und einem Efeu, die sich gestern auch von einander verabschieden mussten. Der Ginster hatte sich wirklich prima entwickelt, und verdiente einen größeren Topf. An sich ist er ja winterhart- aber weiß jemand, ob das auch für getopfte Pflanzen gilt? Bisher haben auch die seltsamsten Kombinationen überlebt, so hat mir Kate mal einen Topf geschenkt, in dem eine Euphorbien-Art und ein Salbei sich sehr gut verstanden und immerhin zwei Winter bereits überlebt haben. Auch die letzte Schale, die ich von ihr bekommen habe (danke auch!!) mit einem Gundermann und einer Erika, hat sich prachtvoll gemacht. Die sind gestern auch in getrennte Töpfe umgezogen.

Mein Vater, erstens neugierig und zweitens sparsam, hat bei einem Friedhofsbesuch (Hühnchenfriedhof)im dortigen Gelben Container mehrere große Blumentöpfe (dreißig Zentimeter Durchmesser) entdeckt und mitgenommen, die Sorte, die im Laden locker einen Fünfer kosten. Davon hat er mir zwei abgegeben, und die haben auch neue Bewohner.

Leider hat die Pflanzaktion dumme Nebenwirkungen.

Sobald es wärmer wird, kriege ich nämlich die Sommerpest. Kleine Bläschen an den Fingern, die jucken wie die Pest, und unter mir nicht ganz klaren Bedingungen auch schon mal abtrocknen und dann sich pergamentartig abschälen, was zu kleinen offenen Wunden führt. Sieht scheiße aus, und tut auch weh- und wenn man eine Stunde in der Erde wühlt, ohne Handschuhe, und anschließend mit der Bürste und heißem Wasser die Finger wieder sauberscheuert, hat man das, was ich heute habe. Risse in den angeschwollenen Fingern, die ich kaum noch biegen kann. Und die Haut ist hart und reißt weiter ein, sobald man die Finger irgendwie belastet. Shit. Wasser, vor allem heißes Wasser, ist dann -nicht so gut. Was dazu führt, dass, mangels Spülhandschuhen, das Geschirr heute mal warten muss.


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Nach langem Suchen hat mir ein freundlicher Kollege verraten, dass das lange von mir gesuchte Kinderbuch „Die Fährte des Herrn Laberdan“ von Philippa Pearce im Original „Minnow on the Say“ heißt. Und ich habs prompt bestellt. Was soll ich sagen, es ist immer noch ein zauberhaftes Buch, und ich finde es extrem schade, dass es das nicht mehr auf Deutsch gibt.

Es ist die Geschichte einer Schatzsuche (Schatzseuche, meint OpenOffice.)von zwei Jungen.

David, der eine der Jungen, kommt aus einer Familie mit drei Kindern. Er hat einen großen Bruder bei der Navy, und eine erheblich jüngere Schwester. An dem kleinen Landungssteg, der am Ende seines Gartens liegt, wird bei Hochwasser eines Tages ein Kanu angeschwemmt, und David macht sich auf die Suche nach dem Eigentümer. Er findet ihn, und nach einigen kleineren Missverständnissen freunden sich die beiden an. Adam ist Waise, und lebt bei seiner Tante und dem Großvater. Die Familie war einmal reich, hat das Vermögen aber verloren, weil ein Vorfahr den Familienschmuck vor 400 Jahren versteckt hat, und nur ein paar Verse als Hinweis hinterlassen hat. Inzwischen steht der Familie finanziell das Wasser bis zum Hals. Weil Adam das Dorf nicht verlassen und nicht bei Verwandten in Birmingham leben will, beschließen David und er, sich auf die Schatzsuche zu begeben, immer mit dem Kanu, dass sie Minnow (Elritze) taufen. In der Folge spielen ein undurchsichtiger Müller, ein geheimnisvoller und verdächtiger Nachbar, der leicht verwirrte Großvater, ein verängstigtes Faktotum und vor allem der Fluss Say ihre spannenden Rollen, bis sich ein sehr überraschendes Ende ergibt.

Ich habe das Buch auf Deutsch gelesen als ich ein Kind war, es ist 1958 bei Herder erschienen- und hat mich nachhaltig beeindruckt. Trotzdem seit 2 Jahren eine Suchanzeige bei Amazon und bei Ebay läuft, hat es noch niemand zum Verkauf angeboten. Leider konnte ich auch bis zu dem Tipp von dem Kollegen nicht raus kriegen, welches Original der Übersetzung zugrunde lag.

Wenn ich mich richtig erinnere (es ist über dreißig Jahre her, dass ich das gelesen habe) ist in der deutschen Übersetzung einiges an Nebenhandlungen weg gelassen worden, aber der Übersetzerin Ursula Bruns ist es wunderbar geglückt, die Atmosphäre einzufangen. Hut ab... Ich überlege derzeit, es vielleicht mal für meine Neffen und Nichten zu übersetzen. Vielleicht haben sie ja Spaß dran.


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Weiterhin hab ich am Freitag „Ich bin dann mal weg“ gelesen. Und hätte gern am Samstag morgen meinen Rucksack gepackt- auf nach Santiago de Compostela.


Da ich aber derzeit mangels Aufsicht für das Katzenvolk schlecht sechs Wochen Urlaub machen kann, plane ich vage einen Wanderurlaub, vielleicht in der Eifel. Ein bisschen so, wie bei einer Pilgerfahrt, also nicht von einem festen Ort aus täglich eine nette kleine Wanderung, sondern richtig zu Fuß unterwegs, von einem Ort zum nächsten. Vielleicht für nächstes Jahr? Sofern sich bis dato was an der Arbeitssituation geändert hat- derzeit ist selbst ein einzelner Tag Urlaub die Garantie für anschließende Überstunden. Und eine Woche ist beinahe undenkbar.



Einen entspannten Sonntag euch allen,


Lily



Freitag, 16. Mai 2008

Nutzlose Sportarten und Spiegelfechtereien

Ich mag Windmühlen, ehrlich. Ich mag auch Regen, Pasta, kleine Tiere, Blumen und was dergleichen mehr ist.

Derzeit habe ich offenbar einen Don-Quixote-Nachfolge-Kurs gebucht. Eher unfreiwillig.

Gestern habe ich nämlich Post bekommen.
Von der Deutschen Telekom, HURRA.

Mir war allerdings gleich schon klar, dass das kein Geldbrief war.

Ich fand folgendes vor:

Ein Begleitschreiben. Eine Anlage.

Man liest ja immer erst das Begleitschreiben, weil es oben liegt.
Da stand also:



Frau
Lily Besserwisser-Telekomärgerin
NeueWohnstraße 100
Nichtschön-aberselten-Stadt



Sehr geehrte Damen und Herren,


Die beiliegenden Dokumente sollten Ihnen auf dem Postweg zugestellt werden.
Wir erhielten das Schreiben leider wieder zurück.

Da es uns wichtig ist, dass unsere Kunden allen Schriftverkehr schnellstmöglich erhalten, haben wir erfolgreich für Sie recherchiert, und senden Ihnen den Brief heute erneut zu.

Wir wünschen Ihnen einen erfreulichen Tag.


Hare Krishna, zusammen!!!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Kundenservice.


Ist mir schon klar, dass das ein Standardschreiben ist. Nee, echt jetzt. Auf dem Hintergrund des Ursprungsproblems, dass nämlich die T-Com mir fast zwei Jahre lang keine Rechnung hat zukommen lassen können, weil ich umgezogen war, ist es besonders witzig, dass sie ausgerechnet dann anfangen, Adressen zu ermitteln, wenn bereits mehrere Schreiben von meiner neuen Anschrift aus an sie geschickt wurden. In jedem dieser übersandten Schreiben habe ich ausdrücklich auf den Wohnungswechsel aufmerksam gemacht. Und deutlich gemacht, dass ich eben an der alten Adresse NICHT MEHR WOHNE.


Nun ja, dann kommt da dieser seiberige Tonfall des Schreibens ins Spiel, der mir persönlich leichte Probleme bereitet. Es ist bestimmt möglich, freundlich aber sachlich zu bleiben. Oder?

Aber gut, betrachten wir den Wunsch als ausgesprochen, und den Tag als erfreulich.


Dann habe ich mich dem beigefügten Brief zugewandt, dem, der mir somit zum zweiten Mal übersandt wurde.


Auch dieser ist von der Telekom.


Frau
Lily Besserwisser-Telekomärgerin
AlteWohnstraße 4711
Nichtschön-aberselten-Stadt


Referenzen: Ihr Auftrag vom 30.04.08
Datum: 29.04.08
(man beachte hier, dass das Datum der Abfassung einen Tag vor meinem Auftrag liegt. Beachtlich.)

Sehr geehrte Damen und Herren
(Warum fühl ich mich so vielfach?)

Ihrem Wunsch entsprechend führen wir zu der/den Rufnummer(n)
01234 56789
01234 567890

keine Daten in unserem Kommunikationsverzeichnis (Datenbank)

Sie haben der inversen Suche widersprochen.

Bitte bedenken Sie aber, dass die Rufnummer(n) deshalb auch in Notfällen weder in der Auskunft, noch im Telefonbuch oder in elektronischen Medien gefunden werden kann. Falls Sie doch noch eine Veröffentlichung Ihrer Rufnummer(n) wünschen, können Sie uns jederzeit einen entsprechenden Auftrag erteilen. In diesem Fall, rufen Sie uns an, senden Sie uns ein Fax oder schreiben Sie uns. Wir beraten Sie gerne.
Mit freundlichen Grüßen

Ihre Deutsche Telekom

Dazu fiel mir spontan so einiges ein, unter anderem ein harsches „Wie bitte?!“, ein „Was mach ich falsch?“ und ein „Hä?“.
Zu deutsch: Ich habe es nicht verstanden. Nicht das Schreiben, und auch nicht den Anlass, den ich wohl offenbar gegeben haben muss.
Zudem habe ich am 30.04.08 keinen Auftrag erteilt.

Nein, wirklich nicht.

Ich habe lediglich das hier bereits mal gepostete Schreiben abgeschickt, und zwar am 16.04., und nach meinem Telefonat mit der netten Arcor-Lady habe ich ein weiteres Mal geschrieben, und habe die Rechnungen, die Arcor haben will (als Beleg dafür, dass tatsächlich von mir gezahlt wurde) angefordert. Letzteres am 05.05.08.

Auf verschlungenen Wegen ist mir dann die Rufnummer eines in der T-Com-Zentrale arbeitenden Menschen übermittelt worden, mit dem ich soeben telefoniert habe. Der hat mir dann erläutert, dass das Schreiben die Kündigungsbestätigung zum 30.04.08 ist.

Ah!!

Wissen ist was Schönes!! Verstehen ist fein!!

Er war sehr freundlich, und offenbar sehr kompetent, wie im Übrigen bisher alle Menschen, mit denen ich bei der Telekom und auch bei Arcor persönlich habe sprechen können. Auch die viel gescholtenen Mitarbeiter in den T-Punkten haben sich bis dato sämtlich intelligent, freundlich und hilfreich verhalten. Aber die schriftlichen und elektronischen Kommunikationsmöglichkeiten scheinen ihren Namen nicht unbedingt zu verdienen. Irgendwie verdunkeln die eher, anstatt etwas zu erhellen.
Scheint wieder so ein Fall zu sein, bei dem die Menschen, die in einer Unternehmung arbeiten, gegen die Folgen der vorgegebenen Organisation anarbeiten müssen, um ein Ergebnis zu erzielen.

Der Himmel auf Erden wäre, wenn sich Strukturen und Menschen ergänzten und unterstützten.
Ich mag nicht nur Windmühlen, ich mag auch Tagträume.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Das Jahrhundert der Dilettanten.



Der hier wurde mir von Georg empfohlen.

Ich glaube, diese Sessel sind 1955 von der Landeskrankenhausverwaltung en gros gekauft worden.

Kleiner Hai, dimdim...





Lily



Sind so zerkratzte Hände…

…zerbissene Finger dran.
Dem liegt ein Erlebnis nach Art der Haustierbesitzer zu Grunde. Denn- Trommelwirbel- Karlchen hatte Würmer.
Würg.
Natürlich am Sonntag morgen kurz nach dem Frühstück entdeckt, haben sie für ein wenig unsonntägliche Hektik und Verdruss gesorgt, gefolgt von einigen eher panischen Telefonaten mit Menschen, deren Katzen auch das Haus verlassen dürfen (alldieweil ich angenommen habe, dass deren wurmbezogene Kenntnisse tiefer gehen als meine).
Diese Anrufe sowie ein Besuch bei Prof. Dr. Google ergab dann, dass es sich vermutlich um Bandwürmer handele. Äh- bah.

Rein vom Ekelfaktor her wäre es ein Anlass gewesen, die örtlichen Tierkliniken in Betracht zu ziehen- aber ich hab mir gedacht, dass es bestimmt wichtigere Gründe gibt, eine solche aufzusuchen, und hab einen Arztbesuch für den Dienstag in Planung genommen. Am Dienstag bin ich dann, bewaffnet mit einem Marmeladenglas samt dahingeschiedenem Parasiten, beim TA aufgeschlagen. Im Zuge einer animierten Diskussion habe ich folgenden Satz geäußert:
„Geben Sie mir bitte für die beiden kleineren Katzen (aka Emily und Karlchen) Tabletten, und für die beiden großen Kater bitte ein Spot on- Präparat. Die Kleinen kann ich händeln, die beiden Großen eher nicht“.
Gesagt, getan, 31,65 € ausgegeben und mit genug Medikamenten in der Tasche versehen, gings dann wieder ins Büro und in der Folge irgendwann nach Hause.
Ach ja, Naivität hat auch seine Reize.

Karlchens Naivität zum Beispiel. Die mich verlockt hat, ebenso naiv zu sein und anzunehmen, dass ich das schon hinkriege. Also, die Tablette in ihn hineinkriege.

Emily ist hingegen angeblich harmlos und alt, und nicht so schnell und nicht so wehrig.

Beide haben jedoch
a) Krallen und
b) Zähne.

Beide sind auch vollkommen hemmungslos, wenn es darum geht, die jeweiligen Waffen einzusetzen.
Und das geht, auch wenn man das Tier jeweils fest in ein Handtuch wickelt.

Unnötig zu sagen, dass irgendwann die Pillen in den Katzen waren, ich schweißdurchtränkt, und die beiden schwer beleidigt.

Und dann kam das Abenteuer Spot-on-Präparat. Das wird in den Bereich zwischen die Schulterblätter getropft, weil sie da nicht ohne weiteres dran kommen, und es ablecken können.
Bei insgesamt 3,5 bzw. 2,5 Ampullen je Katze ist das jedoch ein Spiel, das nicht so witzig ist. Erstens spürt das Fellvolk, dass man ihnen an dasselbe will, vermutlich hat man einen konspirativen Gesichtsausdruck. Zweitens kann man nicht als Einzelperson a) die Katze irgendwie an Ort und Stelle halten, auch nicht durch Verfütterung größerer Mengen Leckerli oder Malzpaste und b) gleichzeitig im Schulterblattbereich das Fell scheiteln und das Zeug träufeln. Und wenn, dann ist es c) höchstens einmal möglich- beim zweiten Mal weiß der Kater, was die Stunde schlägt bzw. die Ampulle tropft, und es setzt ein spontaner Ringelreihen ein. Bei mir in der Wohnung kann man wunderbar im Kreis laufen, da Küche und Wohnzimmer durch zwei Türen miteinander verbunden sind. Dazwischen sind Schränke, Stühle, Tische, Transportzwinger und jede Menge anderer Verstecke untergebracht.
Ich bin also lachend und gleichzeitig schimpfend hinter dem ersten Kater her, immer im Kreis herum, hab ihn unter Stühlen, Schränken, Tischen und anderem Sicht- und Greifschutz vorgescheucht, und immer wenn ich ihn hatte, ist meine Hand von dem öldurchtränkten Fell abgerutscht und weg war er.
Die daraus resultierende Unruhe und Panik hat sich vor allem Stressful Eddie mitgeteilt, der ohnehin zu Angst neigt und eher schreckhaft ist.
Super Grundlage, um ihm seine Dosis zu verpassen.

Die Menschen, die finden, dass Spot-on-Präparate das Ei des Columbus sind, kennen meine Katzen nicht. Vermutlich sind sie allergisch.
Jedenfalls hatte die zweite oder dritte Ampulle, die ihren Weg in Pauls Nacken fand, genug Vorgänger, um nicht mehr einfach so im Fell zu verschwinden, sondern sie lief ihm an den Vorderläufen runter. Was macht eine Katze, der ein Zeug die Beine herunterläuft?
Richtig.
Sie putzt sich.
Das Zeug ist bitter, sagt die Bedienungsanleitung.
Muss wohl, denn den Bruchteil einer Sekunde später hatte ich eine 9 Kilo schwere Katze da, die in die Luft sprang wie ein sieben Tage altes Zicklein, immer rückwärts (bloß weg von dem bitteren Zeug auf der Zunge!!!) und dabei speichelte, was die Drüsen hergaben.

Ich musste dann doch lachen.
Was Paul schwerstens beleidigt hat.

Im Anschluss daran hatte ich das gleiche Vergnügen noch einmal mit Eddie.
Irgendwie hab ich mich aber geschickter angestellt, und ihn nicht ganz so verschreckt wie seinen Bruder.

Heut morgen hatten beide verkrustetes Fell im Nacken.

Und ich frag mich immer noch, wo zum Teufel die Bandwürmer herkommen. Mein Katzenvolk ist ausschließlich drin, die Mäusepopulation chez Lily ist gleich Null, und Flöhe haben sie auch nicht.
Vielleicht hat er sie mitgebracht aus dem Stall, aus dem er stammt. Die Standard-Wurmkur die er bei Übersiedlung mitgemacht hat, war nicht gegen Band-, sondern nur gegen Spul- und Fadenwürmer.
Und jetzt geh ich mir die Hände waschen.


Gewundene Grüße,

Lily

Montag, 12. Mai 2008

Pforschung an Pfingsten

Nachdem wir letztens Schamlippen hatten, sind heute die Männer dran, Träger des (gen-armen) Y-Chromosoms. Sofern neuere Erkenntnisse aus den vergangenen 25 Jahren da neues Wissen gebracht haben, werde ich natürlich die Behauptung „gen-arm“ widerrufen, obwohl da an und für sich nichts ehrenrühriges (Ehrenmitgliedes) dran ist.

Warum es mir wichtig war, die Gen-Armut zu erwähnen, ist mir jetzt entfallen, aber seis drum.

Das Y-Chromosom trägt, wie mir in den vergangenen 30 Jahren anhand interessanter Längs-, Quer-und sonstiger Schnittstudien deutlich wurde, mehrere, teils bizarre Gene, jedoch nicht soviel wie das X-Chromosom. Auch sind es andere.

Da ist das Partielle-Blindheit-Gen, auch „Gegenstands Mimikry-Gen“ genannt. Das äußert sich darin, dass bestimmte Umstände das „Schatz-holst-du-mir-mal-Verhalten“ (bei jüngeren Vertretern: Mama-wo-ist-denn-Automatismus) auslösen.

Auch große Gegenstände, wie zum Beispiel Hammer, Stichsägen und Wäschekörbe, nehmen bei einem Träger dieses Merkmals urplötzlich die Struktur und die Farbe des Hintergrundes an, und sind fürderhin unauffindbar.

Aus Gründen der Kompensation hat die Natur die Träger dieses Gens mit einer weit tragenden Stimme ausgestattet.

Des weiteren ist zu beobachten, dass fürY-Träger bei der Konstruktion von elektrischen und elektronischen Geräten eine bestimmte Regel aufrecht erhalten werden muss, damit die Bedienbarkeit dieser Geräte sichergestellt ist:

Die Anzahl der angebrachten Bedienelemente muss proportional zur Größe der Geräte sein. Anderenfalls ist es nicht zu erklären, warum eine mit zwei Knöpfchen versehene Digitaluhr problemlos auf Winterzeit eingestellt werden kann, aber eine dito mit zwei Schaltern versehene Waschmaschine den Bediener vor unlösbare Probleme stellt. Und das bei 30, 60 und 95 Grad.

Merke:

Je kleiner das Gerät, desto weniger Knöpfe heißt umgekehrt: Je größer, desto mehr Schalter, Hebel, Taster u. ä. sollten vorhanden sein. Liebe Konstrukteure: Wenn Bauknecht wirklich weiß, was Frauen wünschen, dann mal los.

Auch Farbenblindheit, ein verbreiteter Gendefekt, ist nicht nur fast ausschließlich bei Männern verbreitet, sondern auch bei fast allen. Allerdings nur im Spannungsfeld Mann-Socken-Waschmaschine.

Wenn es jedoch darum geht, in einem 14 Jahre alten Golf den Kabelbaum im Halbdunkel des Beifahrer-Fußraums zu sortieren, bieten die Kabelfarben keine Schwierigkeiten.


Und während die Glossisten, Comedians und solche Leute noch darüber rätseln, warum Frauen das einfache physikalische Konzept des rückwärts Einparkens nicht in die Realität umsetzen können, fragen sich dieselben Frauen, warum ihre Männer auch mit 50 Jahren immer noch nicht wissen, dass der samstägliche Einkauf, der Nachhauseweg von der Arbeit oder das Rasen mähen einen gewissen Zeitbedarf „t“ haben, der relativ feststeht- warum sie aber trotzdem darauf bestehen, dass sie „in 10 Minuten“ „da“ sind. Obwohl allein die Zeit, die man auf der Fahrt von zu Hause nach „da“ vor roten Ampeln verbringt, mit einer Viertelstunde anzusetzen ist. Zu deutsch: Warum sie immer, immer, immer zu spät kommen. Außer manchmal, aber das hat nichts mit roten Ampeln zu tun, sondern mit Frauen, die heimlich die Uhr vorstellen. Und nicht mit dem, was ihr jetzt wieder gedacht habt. Pfui.


Väter und Mütter gleichermaßen fragen sich jedoch seit hunderten von Jahren, warum

a) die Kinder immer die leeren Milchpackungen wieder in den Kühlschrank stellen

und

b) Kinderzähne sauberer zu werden scheinen, wenn das Wasser während des Putzens läuft, am besten das heiße Wasser.




Außerdem auf der Liste des wünschenswerten Wissens: die Frage, wo eigentlich die ganzen Einzelsocken hin sind, und wie sie es schaffen, auf Nimmerwiedersehen aus einer geschlossenen Waschmaschine zu verschwinden.



Da gibt’s noch was zu forschen.




Pfröhlichen Pfingstmontag.



Lily




Sonntag, 11. Mai 2008

Träume sind Schäume- von Spülmittel ist nur am Rande die Rede

Kaum hat man mal einen Tag frei (gefolgt von einem langen Wochenende, also yeah, Urlaub!!) gerät einem (okay, gerät mir) der ganze Tagesrhythmus aus dem Leim. Langes Schlafen ist eigentlich nicht so mein Ding, weil nach einiger Zeit einfach mein Bett zurück schlägt und mich mit Kreuzschmerzen und den bekannten, abgestorbenen Händen daran erinnert, dass Morgenstund Gold im Mund hat und Der Frühe Vogel, und was dergleichen mehr ist.

Meist steh ich also früh auf, vor sechs Uhr ist keine Seltenheit.

Vor allem im Sommer ist so ein frühes Aufstehen etwas feines, da muss ich mir die Welt mit niemandem teilen.

Natürlich fehlt mir Schlaf, und ich hab ja Zeit, also kann es passieren, dass ich mich später am Tag etwas hinlege. Dies führt manchmal (okay, eigentlich immer) zu Tiefschlaf, inklusive Träumen. An nächtliche Träume kann ich mich nie erinnern, dafür um so besser an die lebhaften und meist schlechten Träume zwischen zwei und halb vier an einem schönen Samstag Nachmittag.

Solcherart verschlafene Stunden machen wach, und abends komm ich dann nicht ins Bett. Dafür funktioniert das Aufstehen am nächsten Morgen gut, und ich bin wieder um sechs auf.

Normalerweise kenn ich mich gut genug, um mir sonntags das Hinlegen zu ersparen, schließlich will ich nicht montags verpennen.

Aber wehe, wehe es sind mehr als zwei Tage.

Am Freitag, oh wunderbarer Freitag, hab ich nachmittags davon geträumt, dass mein Vater hier persönlich aufschlägt und mir sagt, dass er sehr, sehr enttäuscht ist, weil ich noch nicht das Geschirr abgewaschen hab.

Ratet mal, wer da ein schlechtes Gewissen hatte?

Nachdem ich die ganze Wohnung nach herum irrenden Eltern-Einheiten durchsucht hatte, hab ich aus lauter Trotz nicht gespült und bin beruhigt wieder auf meine Couch gewandert

Gestern dann war ich zwar früh auf, aber angesichts der noch vor mir liegenden drei freien Tagen schwer dazu zu motivieren, weiter zu gehen als a) zu duschen, mich b) anzuziehen und c) den Lebensmitteldiscounter meines Vertrauens aufzusuchen. Dann bin ich mit Harry Potter VII auf den Balkon gewandert. Habe die vorwurfsvollen Blicke meiner Haustiere ignoriert, und tatsächlich eine Weile in den Benzindünsten der Mofareparierer verbracht.

Obwohl ich den Potter schon im letzten Jahr gelesen habe, musste ich ihn zu Ende lesen- unterbrochen von einem kurzen Nachmittagsschläfchen. Außerdem musste ich eine koffeinhaltige Brause mitohne Kohlenhydrate kaufen, die dann im Kühlschrank viel versprechend auf ihren Konsum wartete.

Also, Harry Potter VII zusammen mit anderthalb Litern besagter Brause und einem ausgiebigen Ruhepäuschen am Nachmittag ist ein Garant für Aufbleiben bis morgens 5 Uhr dreißig. Samt dicker Augen und allem, was dazu gehört. Die letzten 50 Seiten hab ich einfach nicht mehr geschafft.

Aber dafür hab ich auch nicht gespült.

Ein kurzer Ausflug in den Schönheitssalon „chez Lily“ fand auch statt. Eine erneute Applikation von Kaltwachs hat den nachwachsenden Stoppeln Einhalt geboten. In diesen Kaltwachsstreifen-Verpackungen sind immer Nachbehandlungs-Tücher, die als „erfrischend“ bezeichnet werden- und die ich bisher immer benutzt habe, weil sie da waren, und weil drauf stand, dass man sie benutzen soll.

Wenn ich auch ihren Nutzen nie so recht verstanden habe.

Gestern hab ich das gelassen.

Seither weiß ich, warum sie da sind.

Man nennt mich auch die menschliche Fusselrolle.

Offenbar bleiben ohne Anwendung der Tücher feine Klebereste zurück.


Nein, ich poste keine Fotos.


Ihr seht, das Leben ist prickelnd, aufregend und abwechslungsreich hier bei mir.


Heut morgen hab ich tatsächlich bis halb elf geschlafen, was seit den Burenkriegen nicht mehr vorkam. Und zum zweiten Mal in einer Woche davon geträumt, dass mein Exmann auf der Matte steht und wieder zu mir zurückkommen will.

Ich glaube, ich weiß auch, warum.

Er hat eine Spülmaschine.



Schöne Pfingsten euch allen,



Lily


Freitag, 9. Mai 2008

Sowas soll vorkommen.

Folgendes ereignete sich im Hause meiner Eltern, welche durch einen merkwürdigen Zufall, der in der Altersklasse (um die siebzig) nicht besonders selten ist, Anton und Elisabeth heißen:




Sonntag morgen, das Telefon schellt und am anderen Ende der jüngste von 2 Söhnen.


G: Hallo Mutter! „Anton und Elisabeth“ haben die Casting-Show auf Sat1 gewonnen


Mutter: Wie wo was?


G. ...Erklär, erzähl, erläuter...


Mutter: Ach! Und: Lustig! Und: Kicher!


Telefongespräch beendet.


Vater im Hintergrund, ihren Teil des Gesprächs mithörend: Was hat er gesagt?


Mutter: Anton, Elisabeth, ...erklär, erzähl, erläuter...


Vater, Augen immer größer, Irritation auch: Und wo müssen wir da jetzt hin?



Das kommt davon, wenn man Dinge erklären will, die man nur vom Hörensagen kennt :-)

Enthält Schamlippen und merkwürdige Stäbe

Gestern habe ich mir einen Swingstick gekauft. Weil ich in 14 Tagen reich, schön und berühmt sein will, und weil ich Werbeaussagen als faszinierende Lektüre empfinde weil er im Angebot war. Außerdem will ich in 14 Tagen schön, reich und berühmt sein.

Leider habe ich das Ding ohne eine Videokamera ausprobiert.

Daher müsst ihr eure Fantasie bemühen- und euch vorstellen, wie ich im Wohnzimmer stehe, in athletischer Grundausstattung (Schlawwanzuch), mit schulterweit auseinander stehenden Füßen, über dem Kopf erhobenen Armen, den Schwungstab mit beiden Händen fest umklammert (DAUMEN zeigen nach OBEN!!!), und dann den Stab in Schwung setze. Stab beginnt sein übles Werk und schwingt, und schwingt, und aus allen Ecken kommt das Gekatze, und schaut zu, wie sich das Schwingen mit diabolischer Konsequenz über meine Körperoberfläche ausbreitet.

Die Katzen finden’s sehr interessant- und kommen immer näher, suchen sich Plätze, von denen man die (potenzielle Beute darstellenden) dunklen Kugeln am Ende des Stabes irgendwie zu fangen kriegen kann, und kurz bevor mein Gehirn anfängt, von selbst Wellen und Blasen zu schlagen, fällt mir auf, dass so eine Katze, die mit dem ziemlich schweren Ende von diesem Stab was abkriegt, vermutlich eine Gehirnerschütterung davon trägt.

Also dreh ich mich weg.

Und „zoing“.

Die Wohnzimmerlampe.

Zum Glück sind diese Kugeln aus Gummi, und isoliert. Und ich hab noch Ersatz-Glühbirnen.

Um weitere Kollateralschäden zu vermeiden, werd ich wohl auf dem Balkon fortfahren müssen.


Und über das hier bin ich gestolpert. Hört sich an, als wär da wer aber gewaltig angepisst gewesen. Jetzt, wo der neue Bußgeldkatalog in den Startlöchern steht, wird’s bestimmt wieder eine „Abzocke“-Diskussion geben. Wobei ich schon Pickel kriege, wenn ich das Wort höre, aber darüber hab ich schon geschrieben. Und das Wetter ist einfach zu schön.


Zudem hat das schöne Wetter mir eine Fortsetzung von titti-fritti gebracht, denn unsere Büroschöne war gestern gar luftig angetan. Einiges an ihrem Outfit wurde nur von den Brustwarzen an Ort und Stelle gehalten, anderes schwebte darüber wie eine Fata Morgana. Das war so dünn und durchsichtig, dass man nicht sicher war, dass es überhaupt und wirklich DA war. Ganz zu schweigen davon, dass man nicht feststellen konnte, was es überhaupt war. Dafür hätte man hingucken müssen, was ich (großzügig, ich weiß) den männlichen Kollegen überlassen habe. Großzügig deshalb, weil es unter einem scharfen Blick vermutlich geschmolzen wäre. Und das wäre doch schade gewesen.

Wie gesagt, sie kann es tragen. Ob sie es MUSS, in einem Büro, während der Dienstzeiten, und mit Besuchern, die dort teilweise belastende Dinge zu erledigen haben, weiß ich nicht. Männer wurden bei uns schon nach Hause geschickt, weil sie Bermudas trugen. Wenn Frauen mit Outfits auftauchen, in denen man ihnen jeden Wunsch von den Schamlippen ablesen kann, scheint das was anderes zu sein.

„Schamlippen“ und Titti-Fritti wird wieder für allerlei bizarre Google-Treffer sorgen, darauf freu ich mich schon.


Die schönste aller Hochzeitseinladungen habe ich gestern bekommen, so schön, dass ich sie schon jedem gezeigt habe, der in mein Büro gekommen ist und den ich auf dem Nachhauseweg besuchen konnte. Komplett selbst gemacht, Kompliment- ich bin Bastel-doof und kaum in der Lage, einen Klebestreifen richtig rum anzubringen. Zudem tragen die Klebestifte, die man dem Arbeitgeber stiehlt, nicht zu Unrecht den Beinamen „Bad Pritt“.

„Kleben“ bedeutet „Haften“, liebe Hersteller dieses Produktes, das in der Anwendung an abgebundenes Silikon erinnert.

Jedenfalls ist für diese Hochzeitseinladungen das Wort „selbst gebastelt“ unangemessen, das hat so einen Beiklang von schiefen Ecken und so. Ich suche noch nach einem passenden Adjektiv, das nicht immer nur „perfekt“ und „geschmackvoll“ und „gelungen“ wiederholt. Ich würde die Einladung hier auch posten, aber sie enthält natürlich eine Menge persönlicher Daten, die hier definitiv nicht auftauchen werden- und wenn ich die alle wegretuschiere, kann ich mir das gleich sparen.


Auf jeden Fall wird diese Einladung in Ehren gehalten, und ich werde den Swingstick schwingen, bis ich schön genug bin, auf der Hochzeit aufzutauchen. Zum Anziehen hab ich auch nichts, aber das kann man ändern.

Was mich daran erinnert, dass in 15 Tagen das Klassentreffen ist, und ich bis dahin noch eine Menge Stöcke schwingen muss...

Und auch dafür hab ich nichts anzuziehen.


Auf verschlungenen Wegen kommt mir gerade wieder die Aktion von Dienstag Abend in den Sinn- als ich den „Krieg gegen die Winterbeine“ in Angriff genommen habe.

Winterbeine- wer kennt sie nicht? Sogar OpenOffice Writer kennt sie, hurra.

Weiß wie eine Zimmerdecke, behaarter als ein abgelaufener Jogurt, und unter dem barmherzigen Sichtschutz von dunkler Jahreszeit, schlechter Beleuchtung im Bad und dicken Jeans konnten sich über die Monate einige neue Besenreiser (Polenreise) etablieren. Äh. Bäh.


Wie jede Adeptin der Basic Beauty für Beine weiß, muss man ein ordentliches Peeling machen, um den toten Hautschüppchen (würg) ein ehrenvolles Begräbnis zu spendieren.

Also.

Olivenöl? Check.

Zucker? Check.

Badewanne? Check.

Handtuch? Check.

Mehrere neugierige Katzen? Check. Check. Check.

WO ist Emily?


Es wird also geschrubbt, was das Zeug hält, und das Zeug hält viel. Vor allem hält es daran fest, in der Badewanne eine ölige Schicht zu hinterlassen. Aber das interessiert erst bei der nächsten Dusche, bis dahin hat man das nämlich vergessen, und rutscht um so besser.


Nach den schrubbigen Vorarbeiten erhält man dann total schüppchenfreie Beine, welche jedoch immer noch mit einem gewissen Pelzbesatz ausgestattet sind.

Aber man hat ja noch Kaltwachs aus dem letzten Jahr.


Es ist darauf zu achten, dass die Kaltwachsstreifen, einmal voneinander getrennt und ihre klebrige Schicht nach außen wendend, NICHT mit Katzen in Berührung kommen. Was die Klebekraft betrifft: Liebe Bad-Pritt-Hersteller...

Eine Weile, nachdem man mit der Kaltwachsstreifen-Anwendung begonnen hat, stellt man fest, dass eine angebrochene Packung von dem Zeug NICHT ausreicht, um das Werk zu vollenden.

Aber eine Suche in den Tiefen des Schranks fördert auch noch eine Flasche Enthaarungsschaum zu Tage. Die Einmalrasierer sind auf dem Weg in die Karibik, so scheint es.

Also wird auf die gepeelten, Kaltwachs-vorbehandelten Extremitäten besagter Schaum aufgebracht.


Darf ich daran erinnern, dass das hier Kriegsberichterstattung ist? Und der fordert Opfer.


Immerhin habe ich nicht geschrien, auch hat keine Katze versucht, den weiß beschäumten Waden zu nahe zu kommen. Nacktkatzen sind ja auch hässlich.

Krieg hat zwar eine gewisse landschaftsgestalterische Wirkung, sie wird jedoch selten eine ästhetisch Überzeugende sein.

So auch hier.


Nur soviel: Heute ist Freitag, und die roten Pöckchen sind definitiv im Rückzug. Es juckt auch nicht mehr.

Dafür hab ich Stoppeln.




Lily, die heute frei hat.

Nachsatz:
Natürlich sind die Bad-Pritt-Stifte NICHT das Erzeugnis, das unter dem Namen "Pritt" im Handel ist. Diese Formulierung wurde nur wegen des Wortspiels gewählt
Die Stifte, die den Namen "Pritt" tragen, sind wirklich funktionierende Exemplare der Gattung Klebestift.
Vielmehr handelt es sich bei dem zitierten Produkt um einen Billig-Nachbau, der wirklich absolut NICHTS taugt. Deshalb werden sie auch nicht gestohlen. Nicht mal einem Arbeitgeber. Wofür auch.





Mittwoch, 7. Mai 2008

Menschenfeindlichkeit im Allgemeinen und Besonderen-jetzt mit EDIT.

Ich muss mir irgendwann mal ein Notebook zulegen- allein schon, damit ich auch auf dem Balkon schreiben kann. So bin ich gezwungen, in der Wohnung zu sitzen. Und das dämpft momentan meine Schreiblust ein bisschen. Das Wetter ist wirklich ein Traum, und es ist nachts noch schön kühl, so dass man schlafen kann- besser geht’s nicht.

Beim Grünzeughändler meines Vertrauens (Plus) hab ich heute drei Mini-Rosen ergattert, die meinen Balkon bevölkern, und die Aussicht verschönern. Wie gesagt, ich bin nicht wirklich oft da draußen, auch weil das Katzenvolk mangels Fangzaun (Fangopackung) nicht mit kann. Der Balkon ist nicht überdacht, was die Sonneneinstrahlung verbessert, aber die Möglichkeiten für Katzennetze etc. reduziert- und ich traue diesen Gestellen nicht, über die man die Netze drapieren kann, wenn man sie nicht in Deckenhaken befestigt. Dem Ansturm von Paul und Karl ist so ein Netz wohl kaum gewachsen.

Zudem hab ich seit einer Beobachtung gestern Abend den Verdacht, dass eine gelb-schwarz gestreifte Spezies Fluginsekten sich in meinem Rolladenkasten (Ladenkastenmagnet) ein Nest baut. Hoffentlich nicht. Ich fürchte nämlich, dass die vielleicht über die Rolladengurt-(Schokoladenguss) Führung in die Wohnung können. In meiner alten Wohnung war in einem Jahr ein Wespennest im Dachüberhang direkt über meinem Wohnzimmer, was „Fenster zu“ für einige Zeit hieß, bis der Vermieter einen Spezialisten gerufen hatte.

Etwas anderes war das Nest Erdhummeln, die sich in einem der zwei Ex-Hühnerställe im Hof angesiedelt hatten. Das war das Ställchen, in dem die Nachbarn ihren Kram aufbewahrten. Die hatten Kinder, und für diese Bälger (Holger. Pilger.) (das WAREN Bälger. End of discussion.) war alles, was flog, eine BIENE, die man mit hysterischen HILFE-Schreien, Schlagen und Weglaufen irritieren musste.

Zähneknirschend hab ich den Vater der Bälger informiert, dass die Tiere unter Naturschutz stehen, und dass er sie einfach in Ruhe lassen soll, ich würde den Vermieter informieren. Als dessen Beauftragter anschellte, hatte der Bälgervater den Hummeln (Fummeln, Hammeln, Himmeln, Tummeln, Hummern, Humpeln, Schummeln, Hummer, Brummeln, Geschummelt) schon mit einer Betonschicht den Garaus gemacht. Was meine Meinung zu den Bälgern nicht verbessert hat.


Ich konnte sie einfach nicht leiden. Punkt.


Kleine Monster, höllisch laut, und von ihren Eltern gern draußen gelassen, während diese arbeiteten- was dann zu folgender von mir mitgehörter Konversation führte:


„Ey, SabrinaSchackelineAlina, ich muss ma pissen“

(Zähneknirschen meinerseits)

„Wennze pissen muss, dann mach doch in Keller“

Folgt zornentbrannte schnelle Eingreif-Aktion der Mithörenden.


Dazu muss man wissen, dass in diesem Keller keine Toilette war, nicht einmal ein Abfluss.



Oder auch die Frage des Jüngsten, Kevin mit Namen : „Ey Lily, was hassen da in deinem Keller?“

Folgte Lektion meinerseits, was ich mit Kindern mache, die meinen Keller aufbrechen (was sie natürlich nie, nie getan haben. Nur die Tür stand auf. Ganz plötzlich. Wer’s glaubt...)


Als es um den Auszug aller Parteien aus dem abzureißenden Haus ging, fand sich plötzlich ein Haufen Möbel in meinem Keller, die ich noch nie gesehen hatte, die aber von mir entsorgt werden mussten, denn ich konnte ja nicht beweisen, dass sie nicht mir gehörten.

Mitten im Raufschleppen hatte ich dann eine Idee- Es gab ja auch noch deren Keller.

Da fanden sie die Sachen dann auch, als sie für den Sperrmüll ausmisten wollten. Und auf meiner Kellertür ein nagelneues Vorhängeschloss.


Wie gesagt, ich konnte sie nicht leiden. Was nicht nur an Kevin lag, der wirklich so hieß.


Sonnige Grüße,



Lily

EDIT: Natürlich habe ich ihren Keller nicht aufgebrochen, die hatten nicht mal ein Schloss an der Tür.

Dienstag, 6. Mai 2008

Tutti Frutti

Nicht immer ist die Rechtschreibkontrolle schuld an bizarren Ausdrücken. Gerade hab ich im Bewusstsein meiner üblichen orthografischen Selbstgerechtigkeit überheblich grinsen wollen, als die Überschrift rot unterkringelt wurde- aber diesmal war ich schuld.
Hatte ich doch „titti fritti“ geschrieben.


Was gegrillte oder in heißem Fett gebackene Körperteile angeht, kann man sich bei diesem Wetter an solchen satt sehen.
Wie zum Beispiel bei dem Knaben, der am Samstag neben mir her fuhr, als ich von meiner Schwester aus nach Hause wollte- eins achtzig, schätzungsweise, uuund knapp hundert Kilo, ebenso geschätzt. Angetan mit einer engen Jeans, fest gegürtelt, und über ein Fahrrad drapiert, zeigte er der Welt, wie krass so ein Maurerdekolleté auf dem Radweg wirkt. Gnade.

Oder die Dame am Sonntag, mit der Dornenranke auf dem Unterschenkel : Das sieht nach Krampfader aus, Lady- vor allem auf der Standardwade in Alpina-Weiß.

Ganz zu schweigen von dem Mädel grad bei Karstadt. Jeans, und Lederchaps drüber.

Zur Erinnerung: Wir haben 24 Grad im Schatten und manche tragen schon wieder ihre breiten Gürtel, äh- kurzen Röcke. Ich hoffe, dass die Innenstadt diesmal verschont wird von der Frau mit dem Mini ohne was drunter, der direkt vor einem gut besetzten Eiscafe mitten in der Fußgängerzone irgendwas Wichtiges runter fiel. Sie MUSSTE sich bücken- und den Passanten ging es so, wie bei einem schweren Verkehrsunfall. Man will nicht gucken, aber man kann auch nicht weg sehen.


Ansonsten geht wieder raus in die Sonne, Leute. Es kann nur schlechter werden, das Wetter!


Lily

Sonntag, 4. Mai 2008

...und außerdem habe ich einen Sonnenbrand.

Gestern, unmittelbar nachdem ich mit der besten Call-Center-Mitarbeiterin aller Zeiten eine erfreuliche Unterhaltung abgeschlossen hatte, brauchte ich dringend wen, der sich mit mir freut- und rief meine Schwester an.

Die mich zu sich einlud- mit der Option, beim Rasenmähen zu helfen.

Nun ja, Schwager und Schwester sind, für ruhrgebietliche Verhältnisse, Großgrundbesitzer.

Kleine Schwester und ich, sie trainiert von tausenden Kilometern, die sie joggend im Wald verbracht hat, ich trainiert von langen Sitzungen in Sachen Extrem-Couching und dem ein oder anderen schnelleren Spaziergang, legten also los, und nur zweieinhalb Stunden später waren wir fertig (mit einer von drei Wiesen).

Sie haben einen Aufsitz-Mäher, aber der ist nicht für das erste Mähen geeignet. Dafür muss der Benzin-Rasenmäher herhalten. Der Aufsitz-Mäher mulcht das Zeug, das er mäht, zerhäckselt es also und verstreut es liebevoll über den grünen Samt. Der Benziner sammelt alles in einem gigantischen Sack, und verdichtet es irgendwie- man braucht Geduld und Kraft, um es da wieder hinaus- und in die Schubkarre hinein zu befördern.

Er stoppt an jedem Maulwurfshügel.

Diesen Winter gab es eine Maulwurfs-Plage.

Wenn der Mäher aus geht, kriegt man ihn nur mit Mühe wieder an- es sei denn, man sagt was dazu. (Zum Beispiel: Scheiß-Mäher).

Wenn es nach Benzin stinkt, ist er abgesoffen.

Wenn die Schubkarre überfüllt ist, fällt seitlich das Gras wieder raus.

Es fällt auch raus, wenn der Weg zum Himalaja (auch bekannt als „Der Haufen, auf dem wir den Grasschnitt lagern“) holprig und buckelig ist.

Es fällt überhaupt immer raus.

Nur dann nicht, wenn man mit schwungvoll betätigter Schubkarre den Himalaja erklimmt und, oben angelangt, versucht, die Karre auszuleeren.

Dann klebt das Zeug in der Karre fest.

Wenn man versucht, die Karre zu schütteln, bis das Gras raus fällt, kann es passieren, dass man beinahe hüfttief in Astabfällen, dekoriert mit Rhabarber-Blättern und Gras, landet. Und bei dem Versuch, sich und die Karre da irgendwie rauszumanövrieren, die Himalaja-Nordwand hinunter zu stürzen droht.

Was fatal gewesen wäre- denn der Himalaja ist eingeklemmt zwischen Sträuchern, Gebüschen, Bäumen und einem Zaun. Sowie, an der einzig theoretisch vorhandenen weiteren Fluchtmöglichkeit, von einer eins fünfzig hohen Panzersperre aus Kiefernästen von der letzten Baumfäll-Aktion (da hab ich Rückepferd gespielt).


Dem Tod durch Sturz in die Himalaja-Schluchten entronnen, habe ich sodann beschlossen, das aufgehäufte Gras mittels Grabegabel etwas zu durchlüften. Grasschnitt neigt zur Selbstentzündung durch Hitzeentwicklung und Gärprozesse. Also schadet es nicht, ein wenig umzuschichten und so.

Grabegabeln sind des Teufels, wenn man sie gegen den Wind benutzt. Zum Glück macht es mir nicht allzu viel aus, in einem Schauer aus Grasschnitt zu stehen. Mist wäre schlimmer gewesen.

Ach, und:

Konventionelles Gartenwerkzeug hat IMMER zu kurze Stiele und bringt einen dazu, in unnatürlich gebückter Haltung zu arbeiten.


Bilanz:

Muskelkater in Regionen, von denen ich nicht ahnte, dass sie bemuskelt sind (Gelogen! Ich weiß, dass da Muskeln wachsen, aber sie lösen sich immer in nichts auf, sobald man 10 Tage lang keinen Rasen gemäht hat).

Mehrere fiese, tiefe, entzündete Kratzer auf Armen, Händen und Hals, von bösartig der Schubkarrerin auflauerndem Gesträuch


Rückenschmerzen, von besagtem inadäquatem Grabegabelgebrauch


Allgemein der Eindruck, dass ein Geh-Rollator keine wirklich schlechte Erfindung ist.


Würdet ihr bitte für mich sammeln, damit ich mir einen kaufen kann? Und was zum Einreiben?




Eure für immer dankbare



Lily.



PS: Aber der Rasen sieht klasse aus.



Samstag, 3. Mai 2008

Unglaubliche Begegnung der dritten Art

Etwas aus dem obigen Sektor ist mir gerade passiert- Eine Außerirdische hat angerufen.
Ihr erinnert euch hieran?

Jedenfalls ging soeben das Telefon - "Unbekannt" für meinen Hauptanschluss. WinAmp dudelte passenderweise Random Acts of Kindness, und ich habe mich entschlossen, trotz "Unbekannt" ans Telefon zu gehen.
Am anderen Ende-
Arcor.

Ein richtiger Mensch, eine sehr freundliche Dame aus dem Spreewald, die mir mitteilte, dass
a) sie sich vielmals entschuldigen für das Versehen, den Anschluss bei der Telekom nicht gekündigt zu haben.
Dann
b) teilte sie mit, dass sie selbstverständlich die Kosten für die von der Telekom abgebuchten Rechnungen für die Monate vom Beginn meines Vertrages bei ihnen bis zum Abriss des Hauses, in dem ich vorher wohnte, tragen und erstatten würden.
Und
c) wenn die Telekom sich weigern würde, die Rechnungen für März 07- laufend (also nach dem Untergang des Anschlusses an der alten Adresse bis heute) zurück abzuwickeln, würden sie auch diese noch zahlen.

Ich bin sprachlos- rechnet mal. 24,20 x 24 Monate.
Und das mir :-)


Lily

Bits ‘n’ bites

Gestern hab ich ein bisschen gegoogelt, nach Preisen für gebrauchte Motorräder und so, und stieß dabei in einer Annonce auf folgende Formulierung:

„...Scheckheft teilweise gepflegt.“


Alles richtig geschrieben, oder?



Wie man an der Uhrzeit dieses Postings erkennt, ist heute Samstag und ich bin NICHT im Büro. Nein, heute nicht. Statt dessen genieße ich die Schlaflosigkeit zu Hause. Gewickelt in einen Bademantel, eine rote Decke und mehrere Katzen.


Alles in allem ist es eine gute Idee gewesen, ein bisschen wirklich ruhige Zeit in die Arbeit zu investieren. Natürlich bin ich nicht gern hingefahren, denn es war jedesmal ein himmlisch schönes Wetter- und das hätte ich gerne auf dem Balkon verbracht (wem mache ich hier was vor? Ich sitze nie auf dem Balkon- allein schon, weil meine Viecher nicht wissen, warum sie nicht zu mir dürfen, wenn ich draußen bin. Und meine Stühle sind unbequem).

Aber sobald meine Kollegin und ich die heiligen Hallen geentert hatten, hatte sich der Widerwille auch schon gelegt, und wir haben munter vor uns hin gearbeitet.

So dass ich, HALLELUJA, inzwischen die Wiedervorlage (Wiedervereinige) komplett erledigt habe. Und ein paar weitere Sachen, wie Platz schaffen im Aktenschrank.


Gegen meine grundsätzlichen Ängste im Zusammenhang mit der Arbeit hat das nichts ausgerichtet: Sonst habe ich Alpträume davon, von einem verrutschenden Aktenberg erschlagen zu werden. Heute Nacht habe ich geträumt, ich wäre allein im Büro, und im gesamten Gebäude wäre niemand außer mir... und dann. Dann hörte ich Schritte, und auf meine Rufe hat niemand geantwortet.

Gna.


Und wenn das auch keine tiefe Wahrheit beinhaltet, so doch diese:

Wenn man schon ins Büro geht, sollte man niemals ganz allein dort sein. Der, der immer dabei ist, ruft mich dort einmal täglich an, und samstags macht meine innere Zimperliese dann immer einen meterhohen Sprung- weil, ehrlich, wer rechnet damit, dass einen da jemand anruft?


Allein schon diese langen, stockfinsteren Gänge, durch die man dort gehen muss... Im Normalfall sind sie hell beleuchtet, aber wir schalten das Licht nicht ein, schließlich muss man nur zur Stechuhr und zum Klo durch diese Flure gehen, oder ab und zu zum Kopierer. Es treibt sich dort keine Kundschaft herum, und wir kennen alle Fliesen, auf die man nicht treten darf, wenn man sich den Knöchel nicht brechen will.

Also bleibts dunkel.

Und obwohl man weiß, dass man allein dort ist, weil man sich eingeschlossen hat, beeilt man sich, durch diese hallenden Flure zu gehen.

Und dann schnappt sich die Raucherin von den beiden Arbeitsbienen die Hausschlüssel, um vor der Tür etwas Frischluft in Gestalt von Teer, Kondensat und Nikotin zu sich zu nehmen und entdeckt, dass die Haustür OFFEN ist. Obwohl zwei Stunden zuvor selbige Tür eigenhändig von der Kollegin verschlossen wurde, und seither niemand dort war. „Niemand“ heißt hier: Weder sie noch ich.

Sie hat definitiv abgeschlossen, ich habe es gesehen und gehört.

Der Panikverschluss war auch nicht offen. Also, wer bitteschön war außer uns noch da?


Das Rätsel hat sich teilweise gelöst- ein Kollege sprach mich gestern morgen an, und fragte, ob ich seit neuestem im Büro übernachte. Ich hoffe, dass das bedeutet, dass er am Donnerstag auch in seinem Büro (in einem Nebengebäude) war, und zum Stechuhr-Betätigen ins Haus musste. Und dass wir nur aneinander vorbei gelaufen sind.

Und ich weigere mich, weiter drüber nachzudenken.


Soeben kam Eddie aus der Küche, mit einem kalten Rösti zwischen den Zähnen. Die fressen inzwischen wirklich alles. Ich habs ihm abgejagt.

Wenn ich eine bessere Hausfrau wäre, würde sowas nicht passieren.

Auch würden nicht die Ausscheidungskämpfe im Katzenfußball in meiner Diele stattfinden, als Ball diente auch nicht eine der Halteklammern meiner Werkbank. Ordentliche Hausfrauen/Heimwerker hätten die schon wieder an besagter Werkbank angebracht.

Oder sich einen Partner gesucht, der die Werkbank verwaltet.


Diese Werkbank hat eine Geschichte. Als ich hier einzog, hatte ich beinahe meinen Frieden damit gemacht, mich um diese Renovierung und diesen Umzug komplett allein zu kümmern. Den eigentlichen Umzug nicht, aber all den Kram, der im Vorfeld anfällt. Die Renovierung der Wohnung davor haben Handwerker in Tateinheit mit meinem Vater vollbracht, aber die Handwerker bezahlte der Vermieter.

Diesmal nicht, und mein Vater hatte unmissverständlich erklärt, er fühle sich zu alt, um da nochmal mitzuspielen. Was sich, mit 74 Jahren, auch erstmal okay anfühlt... über den Rest dieses Teils der Geschichte schreib ich mal, wenn ich besser drauf bin.

Also stand ich vor der Frage, wie ich die Renovierung plus Fußböden-Neuverlegung in Angriff nehmen sollte- und als erstes musste ein Auto her.

Und Werkzeug.

Also Stichsäge gekauft (hallo Renate :-)). Werkbank. Laminat-Keile. Gummihammer. Neue Bohrer.


Japan-Zugsäge und anderes exotischeres Zubehör hab ich mir geliehen (danke, Georg!) und dann bin ich los, Laminat kaufen. Für 65 m² Fußbodenfläche. Und alles unter der Maßgabe, dass Laminatverlegen eine der einfacheren Aufgaben ist.

(Da kommt die Werkbank ins Spiel: „Schwester, wer eine Werkbank zusammenschrauben kann, der kann auch Laminat verlegen!!Einseinself!!)

Im Gepäck des weiteren das Versprechen meines damaligen Partners (Baby, ich lass dich damit nicht allein!) und eine telefonische Hotline ins Rheinland zum besten Bruder aller Zeiten, hab ich dann die erste Packung Laminat geöffnet, munter losgelegt- und nach zwei Stunden und effektiv einer Reihe Laminat war ich einem Nervenzusammenbruch näher als einem Fußboden.

In einer Imitation des bekannten Psychiater-Spielzeugs (das mit den aufgehängten Kugeln) lief die Verlegerei so:

Eine Reihe gelegt, prima. Zweite Reihe dran, ging auch noch.

Die dritte hatte es in sich. In dem Moment, in dem ich mit dem Gummihammer zuschlug, sprang die erste Reihe wieder ab.

Alles rutschte, mir lief der Schweiß in Strömen über den Rücken und das Gesicht, und biss in den Augen, weil es Juli war, und brüllend heiß, mir taten die Knie weh und ich habe jede.Minute.gehasst.

Diese Scheiß-Reihen, sechs Meter lang und in sich schon instabil, wollten nicht so wie ich wollte. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich sowas nicht hinnehme. Nicht hinnehmen kann.


Am Horizont kein Anzeichen, dass sich hilfreiche Hände, vorzugsweise am Partner-Körper befestigt, näherten. Und der beste kleine Bruder diesseits der Alpen musste arbeiten. Gna.

Dann hab ich am Telefon eine emotionale Kernschmelze hingelegt und die Partner-Einheit hierhin beordert. Unter Bedrohung mit empfindlichen Übeln wie „KEIN Essen mehr“ „NIE WIEDER Sex“ ist er dann hier aufgeschlagen, und hat mir gezeigt, dass man am besten eine der schweineschweren Laminat-Kisten auf die bereits liegenden Reihen stellt- dann rutschen sie nicht mehr.

Dann ist er wieder verschwunden.

Ich habe noch gut zwei Wochen lang weiter mutterseelenallein mein Laminat verlegt, die Fußleisten und die Hohlkehl-Stäbe angebracht, Steckdosen angeschlossen, Silikon-Fugen erneuert, Kisten geschleppt und Millionen Fuhren zur Müllkippe hinter mich gebracht. Letzteres unter Assistenz durch meine Schwester.

Und dabei viel gelernt, unter anderem, dass ich leichtgläubig bin.

Insofern ist die Werkbank-Befestigungs-Klammer etwas, was dazu dient, mir meinen Geisteszustand zu verdeutlichen, wenn ein Mann in meinem Leben ist. Auch dreißig Jahre Erfahrung auf dem Gebiet haben es nicht wirklich besser gemacht.


Und summa summarum muss ich sagen: Die netten, zuverlässigen Männer sind alle zu nah verwandt, vergeben, oder sie leben in einem Paralleluniversum. Oder sie sind schwul.

Abgesehen davon verliebe ich mich nie in nette Männer.

Bei mir landen immer die High-Maintenance-Sensibelchen, oder die, die emotional nicht über die Pubertät hinausgekommen sind. Wobei ich dazu neige, mir deren Probleme auf meine Fahne zu schreiben, und sie mit meinen nicht zu behelligen. Was mein eigener Fehler ist, aber trotzdem unbefriedigend.

Und so lang ich den Fehler nicht im Griff habe, lebe ich besser alleine.



In diesem Sinne geselligen Samstag allerseits,





Lily

Donnerstag, 1. Mai 2008

Katzenmo(nu)mente

Ich sag doch: Pelz macht dick!




Irgendwie muss ich diese Deko da runter kriegen...



Nerv mich noch ein bisschen, und du kannst was erleben.



Allzeit bereit: Die Taschenlampen-Augen.

Meckern für Anfänger

Uargh.

Ich habe schlechte Laune.

Nicht nur, weil ich heute morgen im Büro war (schließlich ist Tag der Arbeit... doppel-uargh), sondern auch so.

Mein Schwager war hier, mit Nichte Nummer zwei, und hat sein neues Motorrad gezeigt. Ich will auch eins. Ich bin bestimmt 6 Jahre nicht mehr gefahren, und dieses spezielle Modell passt mir so gut wie eine Spreizwindel, aber trotzdem. Ich will zwei Räder, nicht vier.

Die K1150 (oder R1150? HELP!) irgendwas, die er da fährt, hat er meinem Bruder abgekauft, zum großen Frust meiner Schwester. Mein Frust wäre die Farbe, nicht der motorradfahrende Ehemann. Denn das Gerät ist gelb-schwarz (Blau und weiß wären eher meine Farben ;-) ) Ansonsten ist sie echt toll.

Dummerweise heißt es chez Lily: Entweder Auto ODER Motorrad. Beides ist nicht drin.

Und so eine bayrische Schönheit schon mal gar nicht. Eher etwas japanisches. Obwohl ich auf dem dicken Ding nicht ganz so unpassend moppelig aussehen würde- dickes Moped macht schmalen Hintern. Oder so.

Auf der anderen Seite liebäugle ich seit meinem Führerschein mit einer Duc Monster City, die vielleicht nicht ganz so schwer ist wie mein erstes und bisher einziges eigenes Motorrad. Leider hab ich kein Foto von Blue Belle, einer blitzeblauen 600 Diversion (genau so sah sie aus. Die Farbe gibts sonst in Europa nicht), ein amerikanischer Import. Aus dem sonnigen Kalifornien, mit den entsprechenden Modifikationen bezüglich Motor und Abgas-Werten. Leider hatte sie einen für mich falsch gekröpften Lenker, der mir nach einigen Kilometern immer zu Krämpfen in den Händen verholfen hat. Was den Fahrspaß nicht unbedingt gefördert hat.

Da ich ziemlich kleine Hände mit kurzen Fingern habe ist das mit dem Kuppeln ohnehin ein Problem. Konventionelle Kupplungen sind trotz Training mit Fingerfedern auf Dauer eine Qual. Einmal hab ich eine Zephyr gefahren, mit hydraulischer Kupplung, und das war wie eine Offenbarung. Mal schauen- die gab es in einem schicken dunkel-petrol... (Sollte was dran sein an dem alten Witz mit den Frauen und den Farben ihrer Fahrzeuge? Wenn das genetisch so fixiert ist, dann hab ich nur das abgekriegt, und das mit dem rechts und links verwechseln. Schuhe kauf ich nämlich nicht gern.)


Jetzt wäre die richtige Jahreszeit zum Fahren, mal abgesehen von den Schauern zwischendurch. Denn es ist noch nicht so warm, dass man in der Kombi vor sich hin gart, und nicht so kalt, dass einem in den Handschuhen die Finger abfrieren. Das einzige, was mich immer richtig gestört hat, war, wenn das Helmvisier bei Regen beschlägt. Da ich Brillenträgerin bin, und es definitiv keine Kontaktlinsen für mich gibt, ist es keine Lösung, mit halb offenem Visier zu fahren, denn dann wird auch noch die Brille nass, und ich seh gar nichts mehr. Regen und die Folgeerscheinungen haben zu meinem einzigen Sturz bisher geführt. Der keinen Schaden hinterlassen hat, sieht man von zwei angebrochenen Rippen und etwas abgekauftem Schneid ab. Und einem zerbrochenen Blinkerglas.

In meiner Familie fahren alle Autofahrer auch Motorrad, fällt mir da gerade auf- nur Mutter und Schwester finden das Igitt und Bäh- „unweiblich“ haben sie aber sich noch nicht zu sagen getraut. Wahrscheinlich, weil ich ohnehin größer bin als die beiden. Und breiter.


Aber ein Motorrad würde auch bedeuten, eine neue Kombi zu kaufen (die alte ist viel zu groß, als ich die gekauft hab, wog ich noch knapp dreißig Kilo mehr), neue Handschuhe, einen anständigen Helm, ein paar Fahrstunden zum Wieder-sicher-werden... und danach vielleicht ein Fahrsicherheitstraining. Hm. Doch Lotto-Spielen?


Das schöne am Mopedfahren ist, dass es eigentlich, was die festen Kosten betrifft, erheblich günstiger ist als Autofahren. Allein schon Versicherung (für die Ü-40, so wie mich) und Steuern sind fast geschenkt, Spritverbrauch ist auch nicht üppig- eigentlich ideal.

Aber, leider, ist derzeit nicht dran zu denken. Grmpf.

Obwohl. Wenn ich den Golf verkaufe...


Ich glaube, darüber muss ich noch schlafen. Öfter.


Aber meine schlechte Laune ist jetzt weg- und das ist doch immerhin etwas.



Moped fahren- das Besenreiten für die Hexe von heute.




Gute Fahrt euch allen,



Lily

Mittwoch, 30. April 2008

Fragen an das Leben. Oder das Universum.




Warum heißen Läden, die Kleidung für große Größen anbieten, immer „Stübchen“?



Haben die so kleine Umkleidekabinen?



Warum ist alles in deren Schaufenstern auf undefinierbare Weise pastellfarben?



Warum gibt’s immer noch Online-Werbung, in der steht, ich sei die 999.999ste Kundin und hätte den Mega!Hotten!Audi!A4!!!! gewonnen?



Und glaubt irgendwer, dass ich das glaube?



Warum wollen Leute mir Medizin zur Wiederbelebung eines Körperteils verkaufen, den ich nicht mal habe?



Wann lernt der WinAmpRemote- Installations-Assistent endlich, dass „Never remind me“ bedeutet, dass es nicht bei jedem Neustart meines Rechners um Installation betteln soll? Ich glaube, ich muss da mal was löschen.



Warum bin ich seit „Geiz ist geil“ in keinem Saturn-Markt mehr gewesen?



Warum ist alles, was nicht

a) unmoralisch,

b) verboten oder sonstwie gesetzwidrig

c) dickmachend oder gesundheitsschädlich ist

so furchtbar langweilig?



Oder sauteuer?



Außer Büchern. Und Blogs.



Und warum, warum nur sind meine Katzen nicht von der Sorte, die nachts auf meinem Bett Platz nimmt, um alldorten die geneigte Dosenöffnerin mittels hypnotischen Schnurrens in den Tiefschlaf zu versetzen? Warum toben sie (im Falle, dass ich sie reinließe, was normalerweise nicht der Fall ist), zu viert durch das Zimmer wie Lützows wilde, verwegene Jagd, und spielen Tarzan an der Gardine?? Ich habe kein Problem damit, dass mein Bett weitgehend frei von Katzenhaaren ist, aber was mich wirklich stören würde, ist dieser Zirkus, den die Herren und die Dame dort veranstalten würden. Also bleiben sie draußen. Obwohl sie an manchen Tagen eigentlich zuviel allein sind, und etwas menschliche Nähe ihnen gut bekommen würden. Und keiner bräuchte mehr vor der Tür hocken und singen, dass er so einsam ist. Oder, Eddie?


Und zuletzt?

Warum lässt mein Duden mich im Stich und verrät mich? Ich bin davon ausgegangen, dass Umlaute immer als lange Vokale gelten, sozusagen per Definition, und daher in der neuen Rechtschreibung das „ß“ auslösen. Wie bei genüßlich. Aber nein. „Genüsslich“ ist richtig. So wie auch „lässt“.

Das soll sich noch einer merken können.



Heute Nacht ist Walpurgisnacht, Mädels. Auf zum Blocksberg!




Genüssliches Besenreiten, allerseits.



Lily

Dienstag, 29. April 2008

Verleser

Immer, wenn mein Blick auf "Schlawwanzuch" fällt, lese ich Schwanzlurch.
Schwanzlurch...

Dialekte, oder: Wie man einen Akkusativ erlegt.

Der Ruhrgebietler als solcher sagt ja „Schlawwanzuch“. Mit kurzen Vokalen. Ebenso wie „hömma“, „zamma“ und das sattsam bekannte „datt“ und „watt“.
Des weiteren wird kolportiert, dass, zum Schaden des Genitivs, oft in üppigen Konstruktionen Zuflucht gesucht wird.
Wie zum Beispiel „den Onkel Fritz sein Schrebergarten“. Was will uns der Sprecher damit sagen?
Zunächst mal, dass der Genitiv nicht nur nicht nahe liegt, sondern sich mindestens in einem anderen Sonnensystem aufhält, und sich dort offenbar recht wohl fühlt.
Er liegt am Strand, genießt die Kühle des Caipirinha-Glases in seinem schwitzigen Händchen, und schaut zu, wie auf einem blauen Planeten weit, weit weg nun auch der Dativ in die Jahre kommt.
Denn als ich zur Schule ging, galt der Satz „dem Onkel Fritz sein Schrebergarten“ noch als absoluter Fauxpas (warum regen sich die Leute über das englische „no-go“ auf, über das französische „Fauxpas“ jedoch nicht?).
An die wagemutige Weiterentwicklung „den Onkel Fritz sein wasauchimmer“ wagte noch niemand zu denken. Es hat sich halt vieles verändert in den letzten 25 Jahren…

Dem Onkel Fritz sein rattatta“ und „Der Tante Else ihr Dingsbums“ haben schon die Weihen der Tradition erhalten, fühlen sich inzwischen fast richtig an, sind sozusagen die bequeme, ausgelegene und heimelige Kuhle in der alltagssprachlichen Matratze des Ruhrgebiets.

Den Onkel Fritz sein Manta und die Tante Else ihren Tschinketschento“ sind jedoch eine Art durchgelegener Lattenrost, teilweise zerbrochen. Das tut richtig weh. Mir zumindest.

Wobei ich schon finde, dass eine Alltagssprache ihre Berechtigung hat. Auch glaube ich nicht, dass das Deutsch, welches hierzulande gesprochen wird, einfach nur schlechtes Deutsch ist- es ist ein Dialekt, wenn ich auch sagen muss, dass diese Meinung durch keine germanistische Sachkenntnis meinerseits getrübt wird.

Ich spreche diesen Dialekt selbst, flüssig und täglich, denn ich bin hier aufgewachsen. Aber das hindert mich nicht daran, die wirklichen Klopper in Bezug auf schräge Grammatik einfach mal zu unterlassen.
Es gibt Konstrukte, die kommen mir (gesprochen) immer noch gestelzt und unnötig hochdeutsch vor, wie zum Beispiel die Nennung eines Eigennamens ohne den Artikel davor.

„Hallo Mutter, Onkel Fritz sagte, ich solle dich anrufen?“ ist sicherlich korrekt.
Aber auch wenn ich das sehr wohl weiß, ich würde es niemals so sagen.
Die gesprochene Formulierung wäre:
„Hallo Mama (jep, ich sage Mama :-) ), der Fritz hat gesagt, ich soll mal anrufen. Watt gibbet?“

Also, „Der Fritz“, und „Die Else“. Der Indikativ (ich solle/ich soll) ist da nicht richtig, ebenso wie der Gebrauch des Imperfekts anstelle des Perfekts (sagte/hat gesagt).
Das „watt“, wie es so schön be- und geschrieben wird, hat nur höchst selten wirklich zwei deutlich hörbare „t“ am Ende. Meist ist es nur ein Verschlucken des „s“, aber so abrupt, dass es auch ein „t“ sein könnte. Oder zwei.

Auch wenn die Sprache des Ruhrgebiets ein lebendiger, in Veränderung befindlicher Dialekt ist: manche Formulierungen zeigen meines Erachtens trotzdem, dass der Sprecher es einfach nicht besser kann.
Oder dass er so gleichgültig ist in Bezug auf sein primäres Mittel zur Verständigung, dass es ihm schlicht egal ist, als dumm und/oder ungebildet (prollig, sagt man hier) zu gelten.

So funktioniert Sprache. Sie dient nicht nur der Verständigung über die tatsächlich übermittelten Sachverhalte, sondern teilt noch jede Menge anderer Dinge mit.


So, und gezz gip mich ma den Schlawwanzuch rüber. Ich lech mich ma watt auffe Kautsch. Und sach die Moni, die soll mich bloß ma nich wecken bevor dat sieben is. Sonz kannse watt erlehm.

Allet kla soweit?

Have a nice day,


Lily
Ach ja: "Zamma" heißt: Zeig mal. Auf "hömma" müsst ihr selbst kommen :-)

Sonntag, 27. April 2008

Monoblocks und andere Handelsgüter

Beim Bestatter (Bestaunter) Tom hab ich heute die Geschichte von Herrn von und zu (und auch über) Purrwinger gelesen. Die Geschichte hat mich an meine verstorbene Schwiegermutter in Lauerstellung erinnert. Lauerstellung, weil ich ihren Sohn erst nach ihrem Tod geheiratet habe.

Uns hat kein herzliches Verhältnis verbunden, ich hatte immer den Verdacht, dass sie mich nicht mag, und das musste sie auch nicht. Schließlich war ich nie Schwiegermutters Traum. Als sie mich kennenlernte, war ich erstens noch nicht geschieden, zweitens war mein Sohn von noch wem anders, und drittens, naja, hatte sie vielleicht die üblichen Probleme, die Sohnmütter mit Schwiegertöchtern (und solchen, die es werden wollen) haben sollen. Ich habe trotzdem einiges von ihr gelernt, zum Beispiel aus der Geschichte mit den Gartenstühlen.

Im Baumarkt waren Gartenstühle im Angebot, und sie bat mich, sie dorthin zu begleiten- nicht aus schwiegermütterlicher Liebe, sondern weil unser Auto eine Heckklappe hatte, anders als ihr BMW. Also auf in den Baumarkt, natürlich mit beiden Autos. Schließlich wurde in meinem geraucht. Dort angekommen, schritt sie zielstrebig fürbass, und erreichte bald die Gegend, in der Gartenmöbel zum Kauf angeboten wurden.

Es materialisierte (serialisierte) sich alsbald ein Verkäufer (selten) und sprach sie an (in jenem Baumarkt ein Zeichen göttlichen Wirkens).

Sie äußerte den Wunsch nach Besichtigung der Stühle (für 3 Mark das Stück oder so- nachgeworfen billig und aus Hunderten (Hunderiten) kleiner Polys gefertigt) und alsbald schritt der Verkäufer zu Werke und schleppte die Dinger zur Ansicht an. Sie beäugte einen nach dem anderen, und der Verkäufer pries seine Ware in den höchsten Tönen- anstatt beim Anblick ihrer Erscheinung messerscharf auf Geld, Kohle, Mäuse, Penunze zu schließen und etwas gehobeneres Meublement vorzuschlagen.

Dann ließ sie sich noch einen Berg von Polstern für die plastizierte Massenware zeigen, und nachdem sie sich für irgendwelche bunten Dinger entschieden hatte, schleppte (!)ihr der Verkäufer den gesamten Kram zur Kasse.

Was ich daraus gelernt habe?

Manche Dinge muss man einfach nur erwarten. Offenbar reicht das schon- und wirkt besser als hilfloses Herumstehen und zielloses Starren in Richtung Service. Und erzeugt im Verkäufer mit Sicherheit mehr Wohlbefinden als wütendes Gepolter oder Beschwerden.

Sie hat sich auch sehr, sehr freundlich bedankt, was den Verkäufer erfreut hat, und ich habe dann, weil sie es erwartet hat, die Stühle ins Auto gehievt. Und auch dafür hat sie sich bedankt.



:-)


Lily





Es gibt keine zu kleinen Kisten.


Nur zu wenig Anstrengung.