Sonntag, 24. Mai 2009

...floating...

es kommt... es kommt unweigerlich. Du rechnest nicht damit. Du bist kühl und gelassen, liegst da und träumst... von einem Strand, an dem kleine Wellen langsam im weißen Sand auslaufen... nichts Böses unter der Sonne...kein Schatten fällt zwischen dich und die tieftürkisfarbene See... aus dem nahebei liegenden Dschungel hörst du das aufgeregte Kreischen der Affen und das Rufen der Vögel... zuerst denkst du dir nichts dabei, und schaust in den Himmel, der sich azurblau über dir spannt und ins Unendliche ausdehnt... dann verspürst du ein Brennen im Nacken, als ob jemand seine Blicke auf dich richtet und dich versengen will mit seiner Energie...das Brennen setzt sich fort, und droht, dich zu erdrosseln... dein Kiefer verkrampft, und aus dem freundlichen Gestirn über dir wird ein erbarmungslos glühender Ball, dessen Flammen du dich nicht entziehen kannst. Du stöhnst, und der Dschungel scheint innezuhalten und zu lauschen.
Dieses Brennen erfasst deine Brust und steigt wieder auf... deine Wangen glühen, und Schweiß läuft zwischen deinen Brüsten in die Magengrube.
Du weißt, was der Sommer bringen wird.
Hitzewellen.
Scheiß-Wechseljahre.

*seufz*

Lily

Samstag, 23. Mai 2009

Gesammeltes

Soeben hat einer meiner Kater eine Watschn kassiert. Weil er nämlich auf meinem Schoß Platz nahm, sich genüsslich ausstreckte, flehentliche Bitten um Kraulen per Gedankenübertragung (und entsprechender Blicke) absonderte und dann... versuchte, mir in die Brust zu beißen. Verrohung der Sitten allüberall.

Wenn mir das nicht den Tierschutz auf die Hütte holt, weiß ich nicht, was ich noch tun muss.

Aber Spaß beiseite.

Der Frühling ist beinahe vorbei, der Mai auch, und alle Leute sind erkältet. Bis auf die, die unter irgendwelchen jahreszeitlichen Pollen leiden, versteht sich. Aber an so manchem Ort hört man außer Husten, Schniefen und Röcheln kaum etwas anderes, geschweige denn Erfreuliches.

So auch letzten Sonntag, anlässlich der Erstkommunion eines verwandten Knaben. Leider war die Geräuschkulisse durch Infektionen der oberen Luftwege in der Kirche nicht laut genug, um das dümmliche Geschwafel einer Herde Jugendlicher hinter uns zu übertönen. Warum die in der Kirche herumsaßen, hat sich mir nicht erschlossen, denn über das Blaumachen und was man dabei erlebt, wenn man sich anstatt in der Schule in der freien Natur, bzw. das, was für die Knaben und Mädels dafür steht, herumtreibt, kann man besser draußen reden. Dann macht das Gejohle auch nicht so einen nachhaltigen Eindruck auf die Umstehenden bzw. Umsitzenden (Wieso gibt’s das Wort nicht?). Da hab ich auch wieder festgestellt, dass es sowas wie Altersmilde gibt: Mein Vater drehte sich irgendwann um, und fragte die Bande, ob sie nicht merkten, dass sie störten. Er war schon sehr genervt, was man an den Vibrationen der Bank spüren konnte. Dafür hat er sich bemerkenswert zurückgehalten. Meine Wortwahl wäre entschieden weniger vorsichtig gewesen, hätte aber auch zu bewaffneten Auseinandersetzungen geführt. Mit der Taufkerze, auf dem Kirchenvorplatz.

Im Ernst- wenn ich mich so langweile, warum geh ich dann dahin? Haben die nicht genug Mut, ihren Eltern zu sagen, dass es sie einen Scheißdreck interessiert, in der Kirche herumzusitzen?

Ansonsten gab es noch ein gieriges Kommunionkind, prollige Verwandte (von der „anderen“ Seite- was sonst?), leckeres Essen und schönes Wetter. Mit „prollig“ meine ich Aussagen wie „He, Kommunionkind, die Geschenke sind doch echt geil, was? Wieviel Kohle haste denn abgestaubt“ und so weiter. Ach ja, der Hinweis auf die Prioritäten („Die Kohle ist doch echt das Wichtigste“) fehlte auch nicht.

Meine Laune war entsprechend- man hätte mich für katholisch halten können.

Mit mir im wirklichen Leben vertraute Menschen kennen mich, wenn ich schlechte Laune habe. Das ist kein schöner Zustand.

Ich hatte vorgebeugt, und für den Knaben als Geschenk ein Buch besorgt. Ein richtiges. Keinen Gutschein (beim zweiten Gutschein wedelte der Held des Tages damit herum und meinte, O-Ton: Ey, schon wieder son Gutschein-Scheiß). Und vor allem kein Geld- und das Buch hat noch dazu eine Widmung, er kann es also nicht mal mehr zu Kohle machen.

Irgendwie hat mir das den Tag dann doch noch gerettet.

Wobei ich mich schon frage, warum ich hin gegangen bin.

Schließlich wusste ich, was mich erwartet.
Aber vermutlich ging es mir so wie den Jugendlichen in der Kirche: Hab mich nicht getraut, meinen Eltern zu sagen, dass mich das einen Scheißdreck interessiert, da herumzusitzen.


Einen sonnigen Samstag euch allen,



Lily

Mittwoch, 20. Mai 2009

Nachdenkliches

Liebe Kinder.

Es gibt gute Kinderbücher. Es gibt schlechte Kinderbücher.
Von letzteren behauptet man, sie seien a) sentimental, vermittelten b) Trivialitäten und überholte Bilder der Welt und der Gesellschaft und wären noch dazu oft c) sprachlich misslungen.
Nun denn.
Heute trug sich in meinem Leben das folgende zu:
Ich kaufte einen neuen Kratzbaum. Das ist in dieser Wohn- und Lebensgemeinschaft von 5 Wesen (vier davon mit Fell, die fünfte kann einen Rasierer benutzen und zum Friseur gehen) das dritte Mal, dass ein solches nützliches Teil erworben wird.
So weit, so schön.
Ich schleppte also das recht stabile Ding aus dem Auto ins Haus und dann in die Wohnung, setzte es mit inzwischen geübten Handgriffen zusammen und schob den alten, mittlerweile sehr schrottig aussehenden Kratzwald zur Seite. Der neue kam an seine Stelle, der alte wurde zerlegt und zum Abtransport gestapelt.
Immer noch schön.
Der neue Kratzbaum ist weniger massiv, und nicht dunkelblau. Es ist wichtig für Kratzbäume hier, dass sie nicht dunkelblau sind, denn alle Fellträger in meiner Wohnung sind solche von heller Farbe. Das macht, dass dunkelblauer Plüsch immer scheiße aussieht.
Liebe Kinder- Die, die hier schon länger mitlesen, wissen, dass meine befellten Mitbewohner Katzen von Charakter sind.
Das bedeutet, dass sie alle höchst unterschiedlich mit Macken versehen sind.
Da gibt es Karlchen. Karlchen miaut nicht, Karlchen spricht. Wie alle, die schon mal mit mir Zeit bei Skype verbracht haben, bestätigen können. Er lautiert, und manchmal sagt er "Ma-Ma?". Nun gut. *räusper*.
Ansonsten ist Karl ein schlecht erzogener Gauner, ein Dieb und Rabauke, und er beißt. Er ist zwei Jahre alt, also im besten Flegelalter, und ich weiß, er wird sich noch bessern. Deshalb kriegt er nicht nur Schläge, sondern auch was zu essen (Scherz- bitte schickt mir nicht den Tierschutz. Meine Katzen haben es gut. Halt. Bitte schickt mir den Tierschutz. Aber nur, wenn ein wirklich netter, attraktiver Tierschützer dabei ist. Danke.)
Dann gibts Eddie und Paul. Eddie ist dünn, schreckhaft und ein Angstknurrer, der sich von Karl schnell in die Ecke jagen lässt. Eddie schnurrt manchmal, aber meist faucht er oder versteckt sich, wobei er auch faucht.
Paul ist sein Bruder, er ist dick und gemütlich und Karlchens Kuschelfreund. Die beiden sind schwul, jede Wette.
Paul lässt Karlchen immer seine dummen Ideen in die Tat umsetzen (da bin ich mir sicher- wer die beiden beobachtet, stimmt mir da zu). Paul miaut manchmal, und tut, als sei er ein sieben Wochen altes Magerkätzchen. Dabei ist er ein neun Kilo schwerer kapitaler Kater.
Paul und Eddie sind vier Jahre alt, also etwas gesetzter als Karl, aber noch nicht senil.
Schätzungsweise Mitte dreißig, auf menschliches Verhalten bezogen.

Und dann ist da noch Emily, das Sorgenmädchen. Sie ist 16 Jahre alt, bewegt sich wie eine 95-jährige, der böse Buben das Geh-Wägelchen geklaut haben und ist allgemein hinfällig, schläft viel und mag nicht gern dabei gestört werden.

Karl und Paul ärgern sie gern. Was mich aggressiv macht.

Dieser gemischten Gesellschaft wurde also heut der Kratzbaum präsentiert.
Sofern etwas in diese Wohnung kommt, was die Damen und Herren Fellnasen nicht kennen, wird das Neue erst einmal aus sicherer Entfernung beobachtet. Neues Mobiliar macht da keine Ausnahme.
Da sitzen die Herrschaften unten im Garderobenschrank, und drei getigerte und ein gefleckter Katzenkopf schauen um die Ecke, stets bereit, wieder in den Tiefen des Schranks Schutz zu suchen, sollte das, was neu ist, vielleicht ein Drache sein, ein Gauner, ein Monster oder etwas, was nach Tierarzt riecht.
Soweit haben wir also ein Setting, das sehr nach schlechtem Kinderbuch aussieht.
Nach der Sorte mit beleuchtetem, Musik machenden pädagogischen Zaunpfahl. (Bin mir hier mit der Dativ-Akkusativ-Reihe nicht sicher...)
Mit einem Problem, dessen Lösung irgendeine banale Weisheit vermitteln soll.
Und so wie in diesen Büchern war es auch hier:
Die Schwächste hat sich als erste getraut, den neuen Gegenstand anzuschauen.
Megacool wackelte meine kleine, schwache und inzwischen wirklich hinfällige Emily aus ihrem sicheren Versteck (in den Schrank kommt sie nicht mehr, sie sitzt meist drunter) und näherte sich schwankend, aber zielstrebig dem Kratzmöbel. Das roch wohl sehr nach Zoohandlung und den beiden Hunden, die da immer rumlaufen.
Nachdem sie weder angefallen noch gefressen noch sonstwie beeinträchtigt wurde, kamen dann auch die Herren.
Erst der Jüngste, dann die beiden kraftstrotzenden Großkater (jeder von ihnen doppelt so hoch wie Karlchen).

So.
Das ist tatsächlich so wie in einem schlechten Kinderbuch.

Der Schwächste traut sich was.

Hurra.

Die Lehre daraus ist, dass in Jedem Mut steckt. Selbst in kleinen alten Katzen.

Also genau die Art Handlung, über die sich schlicht gestrickte Bücher auslassen.

Auf der Meta-Ebene (krieje mer später) stellen wir jedoch fest, dass offenbar das Leben selbst auch seine Plots aus schlechten Kinderbüchern entnimmt.


Was macht dann -bitte schön- gute Kinderbücher zu guten Kinderbüchern?

Ganz einfach- gute Kinderbücher erkennt man daran, dass Erwachsene sie gerne lesen.


Schönen Mittwoch noch,

Lily

Dienstag, 19. Mai 2009

Bewegende Momente

Donnerstag, 14. Mai 2009

Parallel


Wie wär es doch schön, wenn es für so manche Erscheinungen eine andere Welt gäbe.
Ich mein, gegenüber einigen Exzessen des Internets („Du, ich drück dich jetzt mal gaaaanz fest“) hilft nur a) Zensur oder b) Zensur.
Da wir aber alle keine Zensur wollen: Wie wärs da mit einem parallelen Internet?

Für alle die, die unentwegt Sternenstaub streuen, virtuell Menschen umarmen oder ihre Haustiere nach deren Ableben über die Regenbogenbrücke schicken, damit dann in einem (hoffentlich!) virtuellen Land mit lauter Milch, Honig und pastellfarbenen Blüten Kätzelein und Hundilein über eine Wiese tollen können.
Würg.
Also für die ein Internet II, bitte.
Eine Nummer III könnte man für die vorsehen, die so schlechtes Deutsch in Forenbeiträgen benutzen, dass man sich so manchen Beitrag laut vorlesen muss, um einen vagen Gedanken bezüglich seiner Bedeutung zu erhaschen. Die können eigentlich nicht an einer Realität teilnehmen, denn dazu gehört, dass man sich verständigen kann.

Leider ist der Nachwuchspenner, der heut morgen die benachbarte Schule betrat (in Jogginghosen und Adiletten- es ist eine Realschule) nicht virtuell. Sonst käm er in Abteilung IV.



Einen schönen Tag allerseits,


Lily

Dienstag, 12. Mai 2009

Scheiß-Tage

Gestern war ein solcher.

Fing an mit einem der notorisch schlecht gemachten Bescheide der Universitätsverwaltung (über den sich das Verwaltungsgericht freuen wird- oder auch nicht) , setzte sich fort über eine Auskunft, die mir von meiner Personalverwaltung gegeben wurde (Frage: Welche Ansprüche gibt es bei dem-und-dem Sachverhalt? Antwort: Ergibt sich aus dem Gesetz…. Danke schön auch. Werde ich meiner Kundschaft demnächst auch so mitteilen- scheint ja der neue Stil des Hauses zu sein.)

Die Krönung ereignete sich in der Mittagspause:
Die ExBraut und ich lustwandelten durch den nächsten Discounter in Erfüllung des gesetzlichen Konjunktursicherungsauftrags.
Ebenso unterwegs: Diverse andere Menschen, unter anderem eine Frau mit zwei kleinen Kindern, zwei Mädchen, schätzungsweise drei und fünf Jahre alt. Frau marschiert mit der Älteren vorneweg, die Kleine trödelt hinterdrein- bis ich mich umdrehe und sehe, dass das Kind eine Plastiktüte überm Kopf trägt.
Eine durchsichtige Plastiktüte, runtergezogen bis zu den Schüsselbeinen.
Das Ding sehen, und dem Kind vom Kopf reißen, war ein Vorgang. Irgendwie logisch, sollte man meinen.
Dass das Kind anfängt zu brüllen, wenn eine völlig fremde Frau es anfasst- auch noch okay.
Die Frau, alarmiert, dreht sich um und sieht mich da stehen…
Ich sag: He- das Kind hat eine Plastiktüte überm Kopf
Antwort dieser Frau: Weiß ich! (gefolgt von grenzdebilem Starren)
Ich: Sie wissen aber auch, dass das gefährlich ist?
Antwort: Ja… (Unterton: Und was geht dich das an, blöde Kuh?)

Ich hatte eine dicke, lange Salami in der Hand. Bei der Antwort war ich versucht, einfach mal damit zu werfen. Ich hab sie dann in den Einkaufswagen geschmissen (und später zurück ins Regal gelegt).

Habe beschlossen, in meiner Freizeit Schilder zu basteln, auf denen „Warum??“ steht. Die wird man immer brauchen, scheint mir- solange Leute sich auch mit einem IQ in Außentemperaturhöhe erstens fortpflanzen und zweitens die Kinder auch noch behalten können. Und mit denen raus dürfen.
Und wenn man sie (also die Schilder) nicht mehr braucht, um sie an Straßenrändern und an Häuserwänden aufzustellen, kann man solchen Menschen damit eins überbraten.
Humorlos,

Lily

Donnerstag, 7. Mai 2009

-sans titre-

Manchmal wird das Leben ein bisschen viel, anstrengend und auch ein bisschen nervtötend. Und manchmal nimmt das Chaos um einen herum zu, ohne dass man selbst was dafür kann.
So eine Zeit ist es grad, und das ist der Grund, weshalb ich eine Pause mache. Zumindest blogtechnisch wird es in der nächsten Zeit stiller werden. Bleibt mir gewogen, aufhören will ich nicht- nur abbremsen.
Dass vielleicht keine Kommentare bei den lieben Mitbloggern stehen werden heißt nicht, dass ich nicht lese, sondern nur, dass ich nicht schreibe.



Alsdann- gehabt Euch (erst mal) wohl,


Lily

Mittwoch, 6. Mai 2009

Das Ruhrgebiet up to date

Heute bei einer kleinen Tour de Ruhrgebiet gesehen:

Die Autokennzeichen E-GO. GE-IL. GE-IZ. GE-LD und BOT-OX.
Ja, auch wir können uns am Zeitgeist besaufen...


L

Ach wie gut, dass niemand weiß…

… ob ich ein hakenschlagender Hase oder ein hasenschlagender Haken bin.
Das eine ist ein potenzielles Opfer, das andere eine Waffe- und doch besteht in summa kein Unterschied zwischen beiden, denn sie bestehen aus der gleichen Anzahl gleicher Buchstaben.

Woraufhin sich jetzt strenggenommen ein Diskurs über die physische Welt und ihr sprachliches Abbild (respektive dessen schriftliche Repräsentanz) anschließen müsste. (Wirklich? Eher doch nicht.)

Mein Philosophielehrer hat immer so ein merkwürdiges Gesicht gemacht, wenn ich im Unterricht aufgezeigt habe. Vermutlich, weil er bereits wusste, was da kommt. Da ich Euren Gesichtsmuskeln Qualen ersparen will, beantworte ich die Frage danach, ob ich Opfer oder Waffe bin mit einem beherzten „Kommt drauf an.“


Energisches Abwarten hat auch schon so manches Problem gelöst. Und: Wer will schon in Alarmismus verfallen?


In diesem Sinne: Schönen Mittwoch.


Lily

(Die derzeit sehr schräg drauf ist)

Montag, 4. Mai 2009

Aussichten: Wechselhaft.

Am Freitag lief auf 3Sat den lieben langen Tag Musik- pop around the clock hieß das, oder so ähnlich.
Unter anderem war da Tina Turner zu bewundern.
Nu ist ja Alter als solches noch kein Verdienst, es (oder seine ungeliebteren Nebenerscheinungen) offenbar erfolgreich hinauszuzögern auch nicht.
Aber mein lieber Herr Gesangverein…
Das Thema Unsterblichkeit wird bei Ms Turner erheblich viel versprechender in Angriff genommen als bei Jopie Heesters- wobei der natürlich auch näher dran ist. An der Unsterblichkeit. Immerhin könnte er ihr Vater sein.
(Wobei sich mir die Frage stellt, ob man tatsächlich näher an der Unsterblichkeit dran sein kann als jemand anderes. Schließlich ist das kein fester Punkt, den man irgendwann erreichen haben könnte)
Was mich zu der weiteren Frage bringt, warum ich eigentlich, wie ich am Wochenende feststellen musste, offenbar bei der Vergabe der Angelgebiete im familiären Genpool die schlechten Karten gezogen habe.
Sofern es in meiner Verwandtschaft zwei Möglichkeiten gab, um zum Beispiel Haarfarben, Körpergröße oder sonst irgendein Merkmal zu verteilen, hab ich immer, immer, immer ins Klo gegriffen.
Nun gibt es keinen Grund, stolz zu sein, wenn man zB. Omas schöne Hände geerbt haben sollte. Das ist kein Verdienst, das ist einfach so. Genauso wenig sollte man sich selbst fertig machen, weil es Tante Ännes Beine, die mit der Zellulite, den Krampfadern und den Wöcheln gewesen sind, die der Natur als Bauanleitung dienten.
Aber ein wenig mit dem Schicksal hadern darf man.
Das Wochenende hat mich deshalb drauf gebracht, weil ich Besuch von meiner Nichte hatte. Manches ist echt ungerecht. Und Trost ist nicht wirklich in Sicht. Ich gönne dem Kind trotzdem seine hübschen Augen und die schönen Beine- ich hab die von der anderen Oma geerbt.

Mein Internetprovider teilte mir heut morgen bei der versuchten Abfrage meiner Mails mit, dass mein Zugang nach 5 Fehlversuchen gesperrt sei – wtf?? Normalerweise ruft Thunderbird die Mails ab, und heut nacht um halb eins war das noch problemlos möglich. Thunderbird vertippt sich eigentlich auch selten- wer hat also fünf verschiedene Versuche gemacht, meinen Mailaccount zu hacken?
Da ich eine von den Leuten bin, die so was (Fehlermeldungen) nie glauben können, und einfach keiner Maschine wirklich trauen, hab ich einfach das alte Pw noch mal eingegeben. Natürlich gings, ohne Probleme. Wieder ein paar graue Haare völlig umsonst gewachsen.

Es gibt kaum was Ekligeres als dabei zu zuhören, wie im Nebenraum ein Kollege mit so einem kleinen Knipsding seine Maniküre erledigt. Diese Abteilung hat seit Jahrzehnten (so lange ich da bin, und das SIND Jahrzehnte) immer einen Knipstyp gehabt… und mir bleibt nur die Anmerkung: Auch Gewohnheit macht es kein bisschen besser.

Zu den Zumutungen zählt ebenfalls das morgendliche Kaffeeschlürfen, das Gähnen ohne Hand vor dem Mund, ungebremstes Räkeln und Strecken. Explosives (und, traut man seinen Ohren, auch durchaus genossenes ) Niesen. Bohren in den Zähnen mit aufgebogenen Büroklammern. Und, und, und.
Also die gleichen Dinge, die auch eine Ehe zu ruinieren vermögen. Während sie jedoch in der ruinierten Ehe für ein schnelles Ende derselben sorgen, tröstet man sich in der Bürogemeinschaft damit, dass man ja nicht miteinander verheiratet ist. Nun, das mag meistens stimmen- aber es hat sich, zumindest in meiner Vergangenheit, herausgestellt, dass man einen Ehemann weitaus leichter wieder los wird als Arbeitskollegen.

Was mir das sagen will, weiß ich aber auch nicht.

Stets die eure,

Lily

Donnerstag, 30. April 2009

Wie der Zufall es will...

sah ich gestern auf einem Auto einen Aufkleber (oder besser, eine Aufschrift), die mit den folgenden, sehr sehr wahren Worten für sofortiges Hereinbrechen guter Laune bei mir sorgte:


"Keine blöden Blagen mit Scheißnamen an Bord!"


Hat was.
Findet

Lily

Mittwoch, 29. April 2009

Neues Wort?

In diesem Artikel verwendet die RP das Wort "Alarmismus"- bin ich hinter der Entwicklung zurück, oder ist das eine Neukonstruktion? Aktionismus, okay, das kenn ich, und das passte auch. Aber Alarmismus?

Hm.


L

(Weh)Klage- Plack III

Gestern hat mein Sohn Post bekommen- von der Uni.
Mit Schreiben von eben jenem Mittwoch, an dem die Sachbearbeiterin kurz vor 12 endlich mitteilte, welche Art Bescheinigung sie brauchte, um den Antrag bewilligen zu können, hat sie ihm geschrieben, dass sie den Antrag ablehnt. Wegen Fristablaufs. Weil die Bescheinigung nicht rechtzeitig da war.
Das Schreiben ist ein Vordruck- nicht unterschrieben, weil, so ein Zusatz, es maschinell erzeugt und daher auch ohne Unterschrift gültig sei. Das werden wir sehen.
Heute geht die Klage raus.
Wenn es einen sachlichen Grund gibt, den Antrag abzulehnen: Bitte. Aber nicht so.

Sauwütend,

Lily (aka Mama Bär)

die sich freut, dass das ganze vorm Verwaltungsgericht verhandelt wird. Da braucht man nämlich keinen Anwalt.

Dienstag, 28. April 2009

Bruch

Heute morgen bin ich auf besonders üble Weise daran erinnert worden, dass ich von der Bauart her hecklastig bin, und nicht die Gelenkigste, wenn’s darum geht, mich abzufangen.
Als ich nämlich aufstand, wurde mir ein bisschen schwindelig. Beim Versuch, das auszugleichen, hab ich mich im Flickenteppich vor dem Bett verfangen, bin demzufolge gestolpert, hab eine slapstickreife Drehung vollführt- und bin dann, Heck voran, auf der Matratze gelandet, nahe dem Fußende meines Bettes.
Und dann?

Dann machte es Krach.

Das wars mit dem Bett.

Nun muss man dazu sagen, dass es vor Jahren selbst gebaut wurde, von einem ehemaligen Freund und mir. Das Design ist von mir, es so hinzukriegen erforderte eine Menge Findigkeit.
Diese wiederum fand ihren Höhepunkt darin, dass der Ex sich bemüht hat, das Bett von außen wie aus einem Stück gefertigt aussehen zu lassen.
Daher ist das ganze Ding ein Konvolut aus Leisten, Leim und Zapfen, alles möglichst versteckt, und selbst von innen nicht oder kaum sichtbar.

Was es zu einem sehr schönen Bett macht, aber beinahe unmöglich zu zerlegen. Oder, sagen wir- zeitaufwändig.

Umzüge sind jedoch nicht dadurch gekennzeichnet, dass man megalang Zeit hat, mittels Endoskop und Magnetresonanztomografie herauszufinden, welches Teil eines Bettes man zuerst entfernen muss, um an alle andern Zapfen und Co. dranzukommen.

Schwager und ich griffen also zu gerechtfertigter Härte beim Zerlegen des Bettes, woraufhin die Einzelteile nicht mehr so hundertprozentig zusammen passten.

Zwischendurch hab ich dem Design den Todesstoß versetzt, indem ich eine Schraube da reingedreht habe, wo zwei Teile drohten, einander im Stich zu lassen.

Das heut morgen waren nicht nur Verbindungen, die aufgegeben haben- eine wichtige Leiste ist durchgebrochen, oder sagen wir, fast durch.

*seufz*

Die Frage ist jetzt, was tun? Ein neues Bett kaufen scheidet aus. Ich hab erstens keine Kohle dafür, und zweitens gefällt mir nichts.
Ob eine Reparatur lohnt, kann ich erst heut abend sagen. Selbst wenn, wird das Ding nie wieder so sein, wie es war.

Andererseits ist ein entscheidendes Teil dieses Bettes nie fertig geworden, nämlich der geplante Abschluss am Kopfende. Das liegt daran, dass das konzipierte und bereits fertige Kopfteil nie befestigt werden konnte. Dafür hätte man was schmieden lassen müssen, eine Holzverbindung hätte das Gewicht der Konstruktion nicht ausgehalten.
Ergo muss man das Bett immer wieder an die Wand schieben. Da ich unruhig schlafe bewegt es sich schon mal von der Mauer weg, und dank des nicht vorhandenen Kopfteils fällt mir schon mal das Kopfkissen raus.

Also umbauen.

Bei der Gelegenheit könnte ich eigentlich gleich Arbeits- und Schlafzimmer tauschen.
Hm.

Gleichzeitig hab ich für das Wochenende die beste Nichte von allen eingeladen.
Es wird Zeit, dass das Kind was über Holzverarbeitung lernt, finde ich. Und über Möbelschleppen…

Außerdem haben wir noch eine Giraffe zu erledigen, wie man auf dem Bild sehen kann:



Die sieht nämlich immer noch genau so aus. Das Foto ist vom letzten Juni :-)
Einen schönen Tag wünscht euch


Lily


Samstag, 25. April 2009

Summer in the City


Wenn der Sommer kommt
legt sich die Ruhe zum Sterben hin
räumt das Feld und macht Platz für
Hochdruckreiniger und Rasenmäher

Brüllende Vögel morgens um vier
sagen: Es wird Sommer!
He da! Aufstehen! Nichts verpassen!!!
Wer wird denn jetzt noch schlafen?

Das Volk gröhlt um Mitternacht
in den Biergärten
und ein paar hundert Meter weiter
bellt ekstatisch ein Hund.

Der guten Ordnung halber fährt jeder Prolet
mit offenem Verdeck seine 400 Watt spazieren
Wenn nicht im Cabrio, dann wenigstens
mit heruntergekurbelten Fensterscheiben.

Das geht jetzt so weiter, durchmischt mit
Güllewolken und den Dämpfen von Benzin und Diesel
Bis im Herbst die Laubgebläse
das Hereinbrechen winterlicher Stille
ankündigen.

Freitag, 24. April 2009

Plack II

Am Samstag also, in ausreichendem zeitlichen Vorlauf zu der Mittwoch ablaufenden Frist, fand sich mein Sohn bei mir ein, und gab mir mit den Worten „Dein Exmann hat auch gesagt, dass ich dich das machen lassen soll, du hättest Spaß dran“ die Mail dieser Frau.
So. Bevor jetzt das beliebte Beamten-Bashing einsetzt, eins vorweg: Ich bin selbst eine.
Meine Ausbildung ist etwas, worauf ich auch nach 25 Jahren noch stolz bin, denn sie ist gut- systembedingt, nicht wegen mir. Im Normalfall ermöglicht sie mir, mich auch in unbekannte bzw. neue gesetzliche Vorschriften einzulesen, allein schon wegen der wirklich gut handhabbaren Methoden, die man gelernt hat, um sich derartige Texte zu erschließen. (Dass ich bei der Lektüre von Urteilen immer Augenfäule kriege, liegt an dem schlechten literarischen Stil der Richter. Nicht (zwingend) am Sujet.)
Man kann, sofern man erfolgreich die Ausbildung absolviert hat, nicht nur den Text einer Norm verstehen, sondern ebenso aufgrund dieser Vorschrift und eventueller Ausführungsbestimmungen in der Regel eine saubere Abwägung der beteiligten Interessen vornehmen und eine sachgerechte Entscheidung treffen. Sofern das nicht geht, hat man a) entweder was fett falsch gemacht oder b) das Gesetz taugt nicht- was seltener ist als die Presse einen glauben machen will.
Unter anderem gehört auch schon mal zur ordentlichen Ausübung solcher Aufgaben, sich selbst über Sachfragen schlau zu machen, und sich damit in die Lage zu versetzen, dem Verfahren wirklich folgen zu können...

Ich weiß aber auch, dass gerade in den Uni-Verwaltungen schon mal Leute sitzen, die eben diese Ausbildung nicht haben. Was ein Handicap ist, wenn man Aufgaben wahrzunehmen hat, die diese Ausbildung eigentlich erst erfüllbar macht.
Außer bei Naturtalenten.
Nun gibt’s natürlich auch Leute, die einfach qua Machtgeilheit bereits miese Sachbearbeiter sind. Die also, kaum dass man ihnen einen Schreibtisch zuteilt, zu großer Form auflaufen Richtung „Kraft meiner Willkür ziehe ich Sie hiermit über den Tisch“.
Selbstverständlich will ich der Dame so was nicht unterstellen, kenne ich sie doch nicht und weiß ich auch nicht, was für eine Ausbildung sie hat.

Also hab ich mich schwer beherrscht beim Schreiben. Was nicht einfach war, wie man sich als Leser dieses Blogs vorstellen kann.

Ich habe lediglich daran erinnert, dass
a) bereits vier auf eigene Kosten beschaffte Atteste vorgelegt wurden,
b) vor allem das letzte Attest allen formalen Ansprüchen genügt hat, und nebenher sehr ausführlich ist,
c) dass aufgrund der Natur der Erkrankung eine weitergehende Attestierung (z.B. in Bezug auf das Stattfinden der Anfälle) nicht möglich ist und dass
d) angesichts der erheblichen, weitreichenden Einschränkungen durch die Erkrankung als solche, die Nebenwirkungen der Medikamente und die Einschränkungen im Alltag (als da seien: Jede Nacht pünktlichstes Zubettgehen, Verzicht auf Alkohol, Autofahren, Schwimmen, teils krankenhauspflichtige Verletzungen nach Anfällen) diese Attest-Nummer langsam als Schikane fühlbar wird.
Des weiteren hab ich sie aufgefordert, den unbestimmten Rechtsbegriff „aussagekräftig“ doch mal aussagekräftig zu erläutern. Sofern es um die Prognose der Anfallshäufigkeit und –Schwere gehe, habe ich gleich mitgeteilt, dass diesbezüglich keine Aussage zu treffen ist- aufgrund der Natur der Erkrankung.
Angesichts der Tatsache, dass dieses Schreiben von dem Lily-Sohn zu unterschreiben war, habe ich mich textlich und jargon-mäßig zurück gehalten.
Aber so was von.

Und dann?

Kam Mittwoch Mittag, kurz vor 12 (also zu einem Zeitpunkt, zu dem keine Arztpraxis zwischen hier und Wolfenbüttel geöffnet hat) die Antwortmail.

Auf die rechtlichen Probleme, die mit Fristsetzungen und dergleichen in Bezug auf Mails verbunden sind, gehe ich hier nicht weiter ein- wenn ich vorhätte, etwas abzulehnen, wäre ich gern auf der sicheren Seite, was die formalen Eigenschaften meiner Äußerungen betrifft. Ich würde nicht jemandem eine kurze Frist setzen, und ihn darüber per Mail an eine gmx-Adresse informieren. Sauberer ist es, und vor allem rechtlich weniger problematisch, so was per Normalpost zu schicken.

Jedenfalls war es sechs Minuten vor 12, als die erneute Mail eintraf.

Darin die Dame eine Bescheinigung anforderte, die, ich zitiere,

„…die Häufigkeit der Anfälle im Semester und die Dauer der [dadurch bedingten] Einschränkung ausweist“.
Geht’s noch? Darf man so merkbefreit sein?

Ich hab schon mal den Wikipedia-Artikel zu Epilepsie ausgedruckt.
Wer Papier haben will, soll dran ersticken.

Wer Ärger haben will, kann auch den haben.

Ich freu mich drauf!



Lily

Donnerstag, 23. April 2009

Da krisch' Plack.

Mein Name ist Lily, und mein Sohn ist, ebenso wie ich, chronisch krank.

Im Gegensatz zu „bei mir“ ist es „bei ihm“ nichts Stoffwechseliges, sondern ein Anfallsleiden.

Alles fing ganz harmlos an mit ein paar Fieberkrämpfen als Kleinkind, setzte sich nach über zehn Jahren Pause (jay- wir hätten sie genießen sollen!!) in der Pubertät als Grand-Mal-Epilepsie fort („Ich kann Ihnen aber sagen, Frau Lily-Sohn-Mutter, dass diese Anfälle nach dem 20. Lebensjahr aufhören“, so der väterlich-weise Professor, als der erste Notarzteinsatz zu einem mehrtägigen Krankenhausaufenthalt des 16jährigen Lily-Sohns geführt hatte).

Nun denn, der zwanzigste Geburtstag näherte sich, die Medikation änderte sich nicht, die Anfälle, selten aber einprägsam, ebenfalls nicht.

Die Zeit schritt ins Land, der behandelnde Neurologe wandelte weiterhin auf den Pfaden der althergebrachten Präparate, und mein Sohn wurde a) dick, b) immer dicker, c) schlecht gelaunt, muffelig und verpennt.


Lily zog in eine eigene Wohnung, Lily-Sohn auch, und die Anfälle wurden häufiger.

Des öfteren zerbiss er sich derartig die Zunge, dass er tagelang kaum sprechen konnte.

Das eine oder andere Mal trug er ein prachtvolles Veilchen spazieren, samt Platzwunden von Stürzen, mitten im Gesicht. Das machte ihn nicht schöner.

Dann kam der Tag, an dem ich einen Anruf bekam, dass er auf dem Weg zu einer Klausur einen Anfall hatte, draußen auf der Straße, und per Rettungswagen und Notarztbegleitung auf einer örtlichen Neurologie gelandet war.


Da konstatierte man dann, dass das Präparat, welches er seit nunmehr über 10 Jahren nahm, schon ungefähr genau so lange nicht das Medikament der Wahl war, erstens wegen seines Alters, zweitens wegen zu befürchtender Nebenwirkungen und, und, und.


Ein neues Präparat wurde verordnet, von einer neuen Ärztin, und es wurde schlimmer.

Die Dosis wurde angepasst, die Anfälle blieben, und steigerten sich bis auf zwei Anfälle je Woche- das Problem ist nicht der Anfall selbst (mal abgesehen von der Unfallgefahr, wenn knapp hundert Kilo Kerl zu Boden rauschen), sondern auch die zwei bis drei Tage, bis er wieder komplett fit ist.

Das verträgt sich nicht gut mit einem Studium, vor allem, wenn (auch stressbedingter) Schlafmangel krampfauslösend wirkt. Klausuren sind da schon eine Herausforderung.

Die Neurologin, sehr engagiert, war nicht bereit, die Flinte ins Korn zu werfen, zumal das neue Präparat mir meinen alten, fröhlichen, witzigen und warmherzigen Sohn wiedergegeben hatte.

Statt dessen hat sie ein weiteres Medikament verordnet.

Seither geht’s. Es gibt Auren und sich ankündigende Ereignisse, durch Stereotypien im Verhalten erkennbar. Er kann inzwischen einschätzen, wie die Gefahrenlage ist, kann sich prophylaktisch hinlegen und somit zumindest Verletzungen vermeiden.


Dann kam die Uni-Verwaltung, und wollte, wie jedes Semester, die Studiengebühren.
Unter anderem wegen der Erkrankung hat das Studium schon geraume Zeit gedauert. Deshalb, und weil eine gewisse Uni-Müdigkeit nicht zu verleugnen ist (fragt mich mal- ich hab das inzwischen auch...) ist der Lily-Sohn in Beratung beim Studentenwerk, wo man ihm den Tipp gab, sich von den Gebühren wegen Krankheit befreien zu lassen.

Gesagt, getan, Bescheinigung der Ärztin, und gut.


Es kam der März 2009. Und ein neues Semester.

Mein Sohn, clever wie er ist, besorgte Die Magische Bescheinigung- nur um zu erfahren, dass sie nicht ausreicht.

Die zweite, nachgereichte Bescheinigung war auf dem falschen Briefpapier. Bei der dritten fehlte der Stempel. Die vierte, eine Din-A-4-Seite lang, enthielt Stempel, Unterschrift, jede Menge vielsilbiger Worte in Mediziner-Latein und eine eigenhändige Unterschrift der Ärztin, die inzwischen leicht angepisst ist.

Letzten Mittwoch kam eine E-Mail (!!). Wenn der Lily-Sohn nicht bis gestern, 15 Uhr, eine aussagekräftige Bescheinigung vorlegte, würde der Antrag auf Befreiung abgelehnt...


Aussagekräftig? Wtf??? Das einzige, was der Bescheinigung fehlte, war eine exakte Voraussage des Zeitpunkts des nächsten Anfalls.


Zeit für Lily, einzugreifen....




Fortsetzung folgt.

Sobald ich vom Arzt zurück bin.




Samstag, 18. April 2009

Abenteuerland- Touristikausgabe



Onyxia sehen...
















und dann sterben. Natürlich.




Lily, die sich grad heute sehr lebendig fühlt.

(wer sich wundert: Ich hab den Namen meines Charakters in wow geändert. Was mal Lootwiga war, ist nun Lillymee. Das hat den Vorteil, dass dieser Name europaweit einzigartig ist. Noch :-) )

Freitag, 17. April 2009

Neues aus der Reihe „Werbung, die wir zum Kotzen finden“

Heute morgen, WDR 2.

Eine sonore Männerstimme verkündet im Brustton maskuliner Überzeugung, Seriosität und Selbstgewissheit, dass der Besitzer derselben es sich nicht leisten kann, krank zu sein.

Ferner äußert er, dass er daher besonders begrüße, dass in der Apothekenumschau soviel zu lesen stünde über gesundes Leben- er habe daher gleich seine Gattin zur Gesundheitsbeauftragten ernannt.

Wie schön- das Bild der Frau als der Heilkundigen.

Es entzückt mich, und wärmt mein Herz.
Oder, besser, versetzt mich in schweigendes Sieden.

Das einzige, was ich mich noch zu fragen traue ist, ob sie das Blättchen selbst in die Hand nehmen darf, oder ob er des Abends vor dem Kamin Lesungen aus demselben veranstaltet.

Dass sie das Erzeugnis überhaupt selbst lesen kann ist an dieser Stelle die letzte Hoffnung seitens einer in stetiger Erbitterung befindlichen


Lily.

Donnerstag, 16. April 2009

Ratlos

Nach den großen Worten von vorgestern (die mir echt peinlich sind, aber jetzt stehen sie da, und dann kann ich sie auch stehen lassen) bin ich auf ein Problem gestoßen, das sich schon abzeichnete:

Wie zum Henker kriegt man raus, wer man ist und was man will?
Was man nicht will, ist viel leichter festzustellen. Menno.

Und wie macht man das so, dass es auch hängen bleibt?
Dass man auch was davon hat, verdammt?

Et gibt eine Menge Schemata da draußen, einen Haufen Vorbilder, Klischees, Rollen und was weiß ich noch. Aber ich find sie alle nicht so passend.

Manches hätt ich gern in blau, oder ne Nummer größer, vielleicht auch mit ein paar Abnähern an anderer Stelle.
Und ein bisschen mehr Glitter.

Nee, im Ernst. Wenns so einfach wäre, hätte ich mit Mitte 20 schon mit dem Thema abgeschlossen gehabt.
An diesen ganzen Rollen von der Stange ist eigentlich nichts Schlimmes. Man kann sogar recht froh sein, erspart einem das „Passt doch!“ sicherlich eine Menge Stress und Arbeit.

Passt aber nix, also muss ich wohl selbst häkeln.

Dazu brauch ich ganz ordinäre, alltagstaugliche Tipps: Wie stell ich fest, was ich will?

Ein Ding nach dem anderen durchgehen, und feststellen, womit und wobei ich mich wohl fühle, oder was?

Oder erst Konzepte entwerfen?

Das zweite hört sich bestechend an, hat aber was von Kopfsteuerung, und da bin ich eher skeptisch, ob das funktioniert.

Das erste würde bedeuten, zunächst mal vieeel Tempo aus dem Leben zu nehmen, weil man doch seine Entscheidungen in einem Affenzahn trifft, normalerweise. Oft so schnell, dass man gar nicht mehr merkt, dass man Entscheidungsspielraum hat.


Gibt’s noch weitere Möglichkeiten?

Gebt mir mal Tipps- gern auch per Mail, wenn ihr wollt.
Lily, in gespannter Erwartung.

Dienstag, 14. April 2009

Der Knaller

Es gibt ein paar Leute in meiner Umgebung, die mir in der letzten Zeit gesagt haben, dass ich durchgeknallt bin, chaotisch, dass mein Leben ein einziges Durcheinander ist und alle, alle haben sie es nicht mit Verachtung, Mitgefühl oder Herablassung, sondern mit so einer Art irritierter Anerkennung gesagt.
Bei einigen schwang so etwas von „Ich mag nicht tauschen, aber es ist bestimmt spannend“ mit, bei anderen klang es wie „Harter Brocken, das Mädchen“.

Ich sitz dann immer hier und fühl mich hilflos- denn ich:

--Mach selten das, was ich tun sollte- und fühl ständig dieses Sollen, wie es an mir zerrt

--Tu viele Dinge, die sich andere nicht trauen- brauche aber eine Menge Energie dafür, und genießen? Oh Mann, reden wir von was anderem, bitte.

--Kann mich so sehr konzentrieren, dass die Realität um mich herum schwindet, aber auch nicht mehr ohne weiteres greifbar ist, wenn ich sie brauche

--Halte ausdauernd und intensiv Ausschau nach Motiven für mich selbst und mein Handeln, und habe nicht selten den Verdacht, dass ich mich nur umzudrehen brauche, um sie in voller Größe direkt hinter mir stehen zu sehen.

--Kann mich so sehr auf die Wünsche, Vorstellungen und Pläne Anderer einstellen, dass diese gar nicht bemerken, dass es nicht meine Wünsche, Vorstellungen und Pläne sind. Das merk ich selbst erst dann, wenn’s zu weit gegangen ist. Dann bin ich weg. Einfach so, und eine Chance, etwas zu klären, gibt es für niemanden. (btw: Hallo, W. Dumm gelaufen, was? Selbst schuld.)

Die gute Sache daran ist: Man bleibt schon sehr flexibel. Es schleicht sich keine Routine ein.
Die schlechte ist: Man verliert sich selbst viel zu schnell.
Und die ganz schlechte Sache: Es kostet Kraft, Zeit, Nerven und Energie, weil keine Routine einem die Arbeit abnimmt.

Irgendwo in der Sammlung von sinnspruchbedruckten Postkarten, die ich in irgendeinem Stapel in irgendeiner Ecke meiner Wohnung aufbewahre, findet sich die eine, die da die Meinung vertritt, es sei besser, durch die Wildnis zu stolpern als auf ausgetretenen Pfaden spazieren zu gehen.
Wer den Spruch erfunden hat, gehört gehauen.
Es ist zwar vielleicht weniger langweilig, aber man läuft auch weitaus weniger schnell Gefahr sich in einem verf… Karnickelloch den Knöchel zu brechen.

Plus, man könnte vielleicht auch mal aus den Wanderschuhen raus- und in ein paar wirklich schöne Schuhe einsteigen :D


In der nächsten Zeit werde ich versuchen, ein bisschen Energie dafür aufzubringen, rauszukriegen wer diese Lily eigentlich ist.

Trotzdem das nicht mein richtiger Name ist, fühl ich mich darin erheblich mehr zu Hause als in dem Namen, den meine Eltern mir gegeben haben. Er ist unbelastet, irgendwie, und bietet eine gute Aussichtsposition.

Also macht euch gefasst auf kryptische Botschaften, und merkwürdige Abhandlungen zu Dingen die mir gefallen, die mir nicht gefallen, zur Diskrepanz von äußerlichen 46 und innerlichen 11 Lebensjahren, zum Spannungsfeld zwischen Steinewerfen, Liebeslyrik, Agitprop und Frührente.


Auf geht’s.

Stets die Eure,



Lily

Montag, 13. April 2009

Normal, für immer.

Die Wetterstation, die ich von einem (dankbaren?) Arbeitgeber nach 25 Jahren Dienstzeit bekam, ist eine Wetterstation. Nichts weiter.

Sie hat auch eine Uhrenfunktion, vielleicht, damit man bemerkt, dass es genau 11.25 Uhr war, als es anfing zu regnen.

Nur, dass man dazu auch noch ein Fenster benötigt, denn sie selbst, also die Wetterstation, drückt sich etwas vage aus, was das faktische Wetter betrifft.

Aber das wirklich harte Brot, das sie zu kauen hat, ist, dass sie für alle Zeiten Normalzeit zeigt.

Damit meine ich die Winterzeit, denn auf Sommerzeit umstellen kann man sie nicht. Oder die Uhr-Einstellungsfunktion ist kaputt, oder meine Fähigkeiten, mit elektronischen Dingen umzugehen, hat jüngst sehr gelitten.


Es ist auch denkbar, dass sie genau so eine eingefleischte Sommerzeit-Hasserin ist wie ich.

Egal.

Es ist jedenfalls hart, immer normal bleiben zu müssen.


Und mir bleibt, darüber nachzudenken, was mir mein Arbeitgeber damit sagen will.



Donnerstag, 9. April 2009

Fragen Sie Frau Lily (Teil ??)

Und wieder ein Beitrag zu einem längst vergessen geglaubten Unterkapitel dieses Blogs.


(Diesmal in Form eines Interviews)


F: Frau Lily?

A: Ja?

F: Darf ich Sie mal was fragen?

A: Das tun Sie ja schon.

F: Also darf ich fragen?

A: Ja.

F: Frau Lily, Sie haben doch zu sehr viel Dingen eine entschiedene Meinung.

A: Ja?

F: Und da wollte ich Sie fragen…

A: Wie- ich denk, das war die Frage?

F: Was?

A: Na, das!

F: Wie- das?

A: Na, was Sie da grad gefragt haben.

F: Was hab ich denn gefragt?

A: Das wissen Sie nicht mehr?

F: Ich hab doch noch gar nichts gefragt.

A: Das hätten Sie aber tun sollen.

F: Wie jetzt?

A: Sind Sie immer so unsicher?

F: Was meinen Sie denn damit?

A: Das wissen Sie nicht? *seufzt* Es tut mir Leid. Unter diesen Umständen sehe ich mich außerstande, Ihre Fragen weiterhin zu beantworten. Sagen Sie nicht, ich hätte mich bemüht…

F: *seufzt auch*

Mittwoch, 8. April 2009

Überraschung

Merkwürdig. Schreibt man darüber, dass man etwas nicht geschrieben hat (oder etwas gelöscht wurde, bevor die Maus den „Post veröffentlichen“- Button anklicken konnte) löst das sofort Nachfragen aus.
Hab ein paar Mails bekommen dazu, und kann nur betonen, dass das Posting so, wie es war, eines aus der Gutmenschenrichtung war, direkt neben dem Abzweig „Besser Leben mit Konsequenz“.
Also im Kern eine furchtbar überhebliche Abhandlung zum Thema „Beziehung“- klar, da bin ich auch die Fachfrau. Nach zwei Scheidungen kennt man sich aus, Jungs und Mädels, und ist besonders geeignet für gute Tipps und Ratschläge für das Durchhalten im Dauerfeuer an der täglichen Partnerschaftsfront.

Bei der ganzen Geschichte ging es eigentlich darum, warum man manchmal einfach klein beigibt, und sich eben nicht durchsetzt, warum man (also die ich, in diesem Fall) keine Konfrontation anpeilt, sondern sich duckt und sich bemüht, nicht weiter über das nachzudenken, was einem da um die Ohren gehauen wurde.
Sobald ich derartige Anekdoten aus früheren Beziehungen erzähle, ernte ich in der Regel ungläubige Blicke.
Die meisten Leute staunen und fragen, warum ich mich da nicht gewehrt hätte- so schwächlich und, na ja, feige würd ich gar nicht rüber kommen.

Aber, Leutz, so bin ich.

In den allermeisten Fällen reichen meine 1,76 m Körpergröße und eine recht selbstbewusste Haltung, um dem Gegenüber einen gewissen Respekt vor mir einzuflößen. Das hab ich kultiviert, das kann ich bis zur Arroganz und Kälte (und auch das wirft man mir immer wieder vor).

Wenn es aber um konkrete (und dann schnell auch voll krasse) Auseinandersetzungen geht, um vielleicht die (befreienden?) italienischen Szenen im Leben, mit Türenknallen, Schreierei und wütendem Streiten, dann, ja dann, knickt die gute Lily in der Mitte ein und das wars.

Das kann ich nicht, egal, wie berechtigt ein Sich-Wehren wäre. Und egal, auf welcher Ebene das stattzufinden hätte.

Weder mit der Faust auf den Tisch hauen, noch sachlich Probleme ansprechen. Keine hysterischen Ausbrüche, keine Angriffe- insgesamt eher ein Unterfliegen des Radars.
Mehr so Potemkinsche Stadtmauern, die Verteidigungsanlagen meiner eigenen Grenzen.
Wenn ich nicht sicher bin, was ich von einer Situation halten soll, dann zieh ich mich so zurück, dass ich manchmal gar nicht erst auftauche.
Oder ich flüchte, in dem ich unter mehr oder minder fadenscheinigen Vorwänden verschwinde (nicht wahr, Du-weißt-schon-wer-gemeint-ist?)

Für Leute, die einmal dahinter geblickt haben, und es nicht (mehr) gut mit mir meinen, ist das ein leichtes Spiel. Wenn sie in meinem Leben wichtig sind, wenn ich sie lieb habe oder brauche, um so einfacher für sie- ich würde sie niemals in Zweifel ziehen. Sie machen mich vielleicht wütend (oh ja, ich bemerke so manche Attacke), aber insgesamt machen sie mich einfach nur hilflos und ängstlich und wehrlos.

Gegen so was helfen dann auch keine guten Tipps aus der eigenen Kiste mit Idealvorstellungen. Die machen einem nur noch mehr Druck, weil man sich so scheiße fühlt, wenn man sich nicht wehren kann.
Es ist auch keine Lösung, einfach auf alle zwischenmenschlichen Kontakte zu verzichten.

Vielleicht sollte ich mir ein Schwert kaufen.

Und ein besseres Schild.


Alles in Allem:
Seid froh, dass Euch das Posting mit den guten Tipps erspart geblieben ist :0)

Stets die Eure,


Lily, die glaubt, dass beim besten Willen nicht mehr eingeklammerte Einschübe möglich gewesen wären...

Dienstag, 7. April 2009

Für mich auf ewig ungelöst

Zum Beispiel die Frage, warum alle anderen Menschen mit Fingernägeln diese stets sauber mit sich tragen. Ich hab immer irgendwelchen Dreck darunter. Ist ja fies, weiß ich. Aber wie bitte schön kramt man in seiner Handtasche, ohne anschließend Lidschattenstaub, Tabakkrümel, Sand und ähnliches zusammen mit dem Gesuchten rauszuklauben? Vorzugsweise unter den Fingernägeln? Wie kratzt man sich das Bein, das in einer schwarzen Jeans steckt, ohne anschließend Teile der Farbe unter den sorgfältig manikürten Nägeln spazierenzuführen? Hä? Häää???

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Meine Handtasche an sich enthält derzeit folgendes:
1 Knöllchen- überfällig.
1 Portemonnaie, größtenteils mit Kassenbons vollgestopft, sowie mit Karten für jeden erdenklichen Fall oder Nicht-Fall.
1 Insulinpen
1 Insulinpen mit leerer Ampulle
1 Nagelfeile
2 Klappdöschen mit Lidschatten, nicht ganz dicht. Der Glitter kann sich da immer ein bisschen rausmogeln
3 Feuerzeuge
diverses rumdümpelndes Kleingeld
42 Rabattmünzen der Apotheke meines Vertrauens. Wiegen eine Menge.
1 Messer (ein richtiges, nicht eins von diesen Mädchen-Sachen)
3 Schlüsselbunde (wtf??)
1 Plastikhäuschen für Kondome, mit zwei Stück drin. Noch nicht abgelaufen.
1 Felgenschloss für meine Sommer-Speichenfelgen

Frage: Warum muss diese Handtasche so eine blöde Menge Kram enthalten?
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Gestern abend hörte ich plötzlich ein Rascheln und Knistern, das selbst das Todesröcheln meiner pixeligen Opfer bei WoW übertönte. Nicht sofort, aber so nach und nach.
Irgendwann fand ich das Geräusch das, was der anglophone Mensch „annoying“ nennt, und ich bin auf die Suche nach der Quelle dieser Ohrenpest gegangen.
Weit brauchte ich nicht zu wandern (okay, war in der Wohnung, also waren die Chancen eh gut)

In meinem Einkaufskorb, in dem ich sonst die Handtasche des Grauens (+ 4 auf merkwürdigen Inhalt) befördere, saß inmitten des sonstigen Krams ein sehr, sehr glücklicher kleiner Kater.
Nach krallenbewehrter Eröffnung einer Spaß-und-Spiel-Sonderpackung Nudeln (fragt mich nicht, warum die Fellmeute da so drauf steht!) und Verteilen des Inhalts im Korridor, nicht ohne vorher alle Spiralnudeln zerbissen zu haben, hat Karlchen entdeckt, dass der Korb auch noch… Mettwürstchen enthielt.
Die Vergangenheitsform ist hier mit Bedacht gewählt, denn zum Zeitpunkt meines Hinzutretens enthielt die Verpackung keine Mettwurst mehr. Jedoch der Kater. Bzw. die Katzen.
Und die Wohnung auch- irgendwie hatte jeder der Bratbären mit einem oder mehreren Stücken meines projektierten Abendessens glücklich und nitritpökelsalzhaltig das Weite gesucht. Es lagen überall Stückchen davon herum.
Und ich hab zur Strafe für leichtsinniges Korb-Herumstehen-Lassen kein Abendessen bekommen.
Bin nur froh, dass das Schicksal beschlossen hat, mich vor vier kotzenden Katzen zu bewahren.
Auf jeden Fall bis heut morgen.

Mal sehen, wie es nachher aussieht.

Stets die Eure,


Lily

iRrtüMER

Hatte schon ein Posting fertig, komplett und alles- und habs noch mal durchgelesen.
Meine Fresse, bin ich manchmal langweilig und dogmatisch.
Und besserwisserisch obendrein.
Aber ich weiß auch, wie man so was wieder löscht.


Liebe Grüße an alle,

Lily

Montag, 6. April 2009

Montägliches Allerlei

Bei meiner derzeitigen Lektüre (Jane Austen, immer noch) bin ich des Öfteren über das Wort „entzückend“ in seinen Varianten gestolpert.

Wobei ich mich gefragt habe, was ein/e Zück/e ist, und warum er/sie/es so schrecklich ist, dass es ein gutes Gefühl ist, ent-zückt zu sein.

Andererseits: Warum ist es noch viel schöner, ver-zückt zu sein?

Ansonsten habe ich gerade Moores „Die Bibel nach Biff“ gelesen, was mir gut gefallen hat, wenn’s auch eine komplett andere Schiene ist.
Das Leben und Werden von Jesus Christus zwischen dem Besuch der drei heiligen Könige und seinem 33. Lebensjahr, erzählt von seinem alten Jugendfreund und Kumpel Biff, der, reanimiert von einem recht unfähigen und unkommunikativen Engel, in einem New Yorker Hotel sitzt um seine Memoiren zu schreiben…
Biff ist ein Schlitzohr, und man erfährt eine Menge über die Römer, über Maria Magdalena, über Jesus’ Eltern und vor allem über den dezent durchgeknallten Johannes den Täufer. Viel Buch fürs Geld, und ich habs genossen.

Musiktechnisch sind alte Bekannte dran, eine CD, die ich vor 15 Jahren oder so mal gekauft habe: Indigo Girls, „1200 Curfews“. Eine Doppel-CD, live. Leider sind die Indigo Girls hier so gut wie unbekannt. Es gibt von ihnen einen Mitschnitt einer Fassung von „Dear Mr. President“, zusammen mit Pink (seh- und hörbar bei Jutjub, sofern die wieder Musikvideos freischalten), und eine Cover-Ausgabe von „I don’t wanna talk about it“ auf der Soundtrack-CD von Philadelphia- beides sehr hörenswert.
Wunderbar auch: „Galileo“, live, und „Dead Man’s Hill“, ebenfalls live.

Ebenfalls wunderbar:
Draußen scheint die Sonne.



Einen schönen Tag euch allen, und es bleiben hier die Daumen gedrückt, für alle, die es heute brauchen können.



Lily

Freitag, 3. April 2009

Frühling...

lässt gar hässlich Bilder wieder taumeln durch die Straßen...
Gestern gesehen: Eine ca. 40-jährige Dame in Spaghetti-Träger-Top und Minirock. Leider hat sie nur Kleidung weg gelassen, nicht jedoch die weiterhin vorhandenen 40-45 Kilo Übergewicht.
Heute gesehen: Den ersten Rollerfahrer in kurzen Hosen. Leute, Leute... es ist doch wurscht, ob das Ding, von dem ihr aus den Asfalt küsst eine Hayabusa ist oder eine 50-Kubik-Zwiebacksäge. Entscheidend ist die Tatsache, dass nichts zwischen euch und Verbrennungen und Abschürfungen der übelsten Art ist. Das ist auch nicht cool, das ist kalt. Und wie.
Außerdem gesehen: Ein 190 E in Tarn"lackierung". Mit einem Jägermeister-Aufkleber vorn über der Scheibe, und einem mit "Nürburgring" hinten.

Ich will in eine Anstalt! In eine mit Parkblick!

Einen schönen Tag euch allen.



Lily

Donnerstag, 2. April 2009

Bizarr –Warnhinweis: Nichts für sensible Männerherzen!-

Heute Nacht träumte mir, ein Teil meines linken Fußes sei abgestorben. Wirklich abgestorben, mit null Gefühl mehr in der äußeren Region, inklusive dem kleinen Zeh.

Wie Miterkrankte und Informierte Gesunde wissen, ist dieses Phänomen, das bei Diabetikern oft auf eine Mangeldurchblutung hinweist, etwas, wovor einem die Fachliteratur und der zugehörige Doc die Furcht des Herrn einbläuen.
Also, heute Nacht hatte ich im Traum das, was einem diabetischen Fuß vorausgeht: Sensorische Funkstille.

Das reicht, selbst in Tiefschlafphasen, für ein abruptes Ende selbiger, und ein schweißgebadetes Erwachen.
Klartraum?
Wahrtraum?

Um so entsetzter war ich, als ein vorsichtiges Bewegen des linken Fußes tatsächlich eine erheblich reduzierte (genauer gesagt: Nicht vorhandene) Sensibilität ergab. Ich konnte mit dem Fuß auf dem Laken hin und her schubbeln, dass es nur so rauschte- kein Gefühl.

PANIK!

ALARM!

WAS TUN???

Nun. Der geprüfte Hypochonder testet erstmal die weiteren Voraussetzungen zu Fuß (bzw. per Hand) und greift nach dem Fuß.

Um festzustellen, dass Fuß und… Slipeinlage über Nacht eine innige Verbundenheit eingegangen sind. Und mit so einem Ding, an der Außenkante des Fußes klebend, ist tatsächlich kein wirklicher Kontakt zum Bettlaken mehr möglich.

Ich habe keine Ahnung, warum letztere auf Wanderschaft gegangen ist- bin aber meinem Schöpfer voll, echt und total dankbar, dass ich sie nicht irgendwo im Büro verloren habe. Auch so was soll schon mal geschehen sein.

Ich möchte es mir nicht vorstellen.

Stets die Eure,

Lily

Mittwoch, 1. April 2009

Winterurlaub




...mitten im Frühling.
Eigentlich will ich auch nur ein bisschen mit dem neuen Monitor angeben- das ist ein Screenshot aus WoW.

Spam, spam and extra spam.

Seit Sonntag abend sind meine beiden Haupt-Mailadressen in einem Hagelsturm von Spam untergegangen.
Nach einem ersten, schwächlichen Versuch, die Mails händisch zu sortieren, hab ich irgendwann kurzen Prozess gemacht und alles gelöscht, was eintrudelte. In der Hoffnung, dabei nicht zuviele wirklich für mich bestimmte Post zu zerstören.
Kann natürlich passiert sein, ist wahrscheinlich auch passiert... sofern jemand sich ignoriert fühlt, bitte noch mal mailen- ich hab das Problem, das sich aus ablaufenden (zeitlich befristeten) Spamfiltern und einer Weiterleitung zusammensetzte, inzwischen behoben.
Es war jedenfalls keinesfalls meine Absicht, irgendwen zu vernachlässigen, vor den Kopf zu stoßen oder auf sonstige Weise zu kränken.


On a totally unrelated basis:

Heut morgen hab ich den Frühling gesehen. Noch drückt er sich ein bisschen in der Ecke herum, aber ich hab beschlossen, ihn mal rauszulocken.
Macht wer mit?

Heute sind wichtige Termine für drei Menschen, die ich sehr mag, bzw. lieb habe- ich drücke allen die Daumen, bin bei euch... wenn das An-Jemanden-Denken" was nützt, dann MUSS alles gut gehen.

Haltet euch senkrecht, alle zusammen,


Lily

Montag, 30. März 2009

Neu

Auf meinem Schreibtisch: Ein Monitor im Format 22 Zoll Widescreen. Etwas größer als Din-A 3 quer.
Ein echter Kracher, und nötig, weil der alte Bildschirm (14’’, Röhre) leider nach gefühlten 120 Jahren den Geist aufgab.
Natürlich am Samstag.
Da mich das nach dieser langen Nutzungszeit (fünf dieser Jahre hat er immerhin bei mir verbracht- für n Zehner) nicht wirklich überrascht hat, war ich dann vergleichsweise schnell entschlossen.
Der Umstieg ist in diese Richtung sicher leichteren Herzens vorgenommen als umgekehrt.
Noch kriegt der Neue jeden Abend ein Staubschutzhütchen auf. Mal sehen, wie lange ich dran denke.
Die einzigen, die definitely not amused sind, sind die Katzen. Gab es doch nichts schöneres, als sich den Hintern auf den Abluftschlitzen der Bildröhre zu wärmen, und dabei den Schwanz über den Bildschirm hängen zu lassen.
Oder auf dem Bauch da oben drauf zu liegen, den Kopf vorn überhängen zu haben und mit den Pfoten nach dem Cursor zu angeln.

Ich muss zugeben, ein Teil meines Zögerns, das Ding auszuwechseln, war der Spaß, den die Katzen mit dem alten Teil hatten.

(Die Katzenhaare, die auf diese Weise im Gehäuse gelandet sind, hab ich übrigens regelmäßig mit dem Staubsauger entfernt.)
Nach den ominösen (Knall-) Geräuschen und dem schwer nach Ampère riechenden Wölkchen von Samstag hab ich aber durchgegriffen.
Und jetzt brauch ich nur noch eine Grafikkarte, die der Maximalauflösung dieser Errungenschaft gewachsen ist.
Kennt sich einer aus, und weiß, was man so anlegen muss für eine 1600 zu irgendwas über 1000 –fähige Grafikkarte?
Grundsätzlich kann die meine so was, das ist eine NVidia Geforce 9600 gefolgt-von-irgendeinem-Buchstaben. Aber beim Spielen hakts dann doch, da sind die Datenmengen einfach zu groß. Und wie ihr wisst: Spielen ist angesagt.
Immer noch Level 70, btw.

Stets die Eure,


Lily

Donnerstag, 26. März 2009

Brachland

Es ist halb dunkel, und vor mir liegt eine wüste Ebene, übersät mit Steinen, ab und zu einem Gebüsch, und sonst nicht viel.

Der Himmel ist bedeckt, und ein bisschen weiter brennt ein schwaches Feuer in einem Kreis von Zelten, die sich schwach vom Dunkel abheben. Ein paar Menschen gehören in diese Zelte, Menschen, mit denen ich verbunden bin.


Während ich noch zusehe, zerfallen die Menschen in Stücke.


Ich steh am Rand und frag mich, wann mich der Hammer trifft -und hoffe, dass er es nicht tut.

Wenn ich mir die Menschen ansehe, dann hat keiner von ihnen das verdient, was ihm auf diese Weise zustößt.

Ich eigentlich aber um so mehr (wenn ich ehrlich bin)... - waren sie alle nur zur falschen Zeit am falschen Ort?

Hat das, was man Schicksal nennt, gar nichts mit den Verdiensten des Einzelnen zu tun? Vielleicht nur damit, mit welchem Tempo jeder durchs Leben rennt? Damit, wie angreifbar er sich macht, durch Offenheit, Mut zur Veränderung und die Traute, sich neuen Dingen zu stellen?

Damit, dass wir alle nur Beute sind?

Kann man dem Hammer entgehen, indem man entweder niemals still steht, oder indem man sich den Rest seines Lebens nicht mehr aus seiner Höhle rauswagt?


Ich hab keine Ahnung- was mich ebenso erschreckt, denn ich bin schon so alt, dass ich es wissen müsste.


Aber nach all den Jahren bleibt eigentlich nur ein Verdacht: Solange die Hoffnung sich nicht definitiv als verlogene Schlampe herausgestellt hat, sollte man ihr weiter hinterher laufen.

Schließlich stirbt sie zuletzt- und in ihrer Nähe lebt man sicher länger als vergraben irgendwo in seinem persönlichen Loch.

Ich hoffe, die Menschen von denen ich hier rede, wissen, dass sie gemeint sind. Seid sicher, dass ich so gern mehr tun würde, als euch mit Worten abspeisen. Wenn ich könnte, wie ich wollte, würd ich alles gut werden lassen.


So lange das nicht geht, seit euch bitte ebenso sicher, dass mir keiner von euch auf die Nerven fällt. Und sofern es euch hilft, redet, weint oder brüllt rum- vielleicht hält man dadurch das Schicksal, das wilde Tier, ein bisschen länger vom Lager fern.



Lily, aus dem Dunkeln.




Mittwoch, 25. März 2009

:.(

Das hier macht mich traurig...

Schade.
Ich hab dich gern gelesen.
Willst du wirklich nicht weitermachen?

Alles Liebe, liebe Sonne-

Lily.

Weisheit

Wenn



Du



Mittwoch



überlebt



hast,



dann



ist



Donnerstag.



( Missfits)

Dienstag, 24. März 2009

Dienstag.

Bei Plus an der Kasse in der Schlange stand ich heute mittag, da steuerte jemand auf mich zu- eine gebeugte, breitschultrige Gestalt. Lang, trotz der Schultern dünn und mit einer Ausstrahlung wie Michael Endes Scheinriese Herr Turtur, schlurfte er auf die Reihe der Wartenden zu und reihte sich hinter mir ein.
Irgendwas kam mir bekannt vor.
Ich kam nicht drauf.
Eine eher abgerissen aussehende Gestalt, die ich unwillkürlich der ärmlichen Wohngegend rings um meine Arbeitsstätte zuordnete, aber im Gegensatz zu dem, was von weiter weg plausibel und wahrscheinlich erschien, kam weder eine Fahne noch abgestandener Rauchgeruch noch der Mief billigen Waschpulvers (das Aldi-Zeugs, das so grässlich nach Keller und alten Lappen riecht) rüber.
Neutrales bis kein Aroma.
Ungefähr Mitte bis Ende 50, schätzungsweise.
Dann versuchte der Mann, über meine Einkäufe hinweg den Zigarettenspender zu bedienen, und drückte beharrlich auf die Taste mit dem Abbild einer bekannten und als teuer berüchtigten Marke in goldfarbener Verpackung. Leer, das Häuschen, und der Apparat sonderte jedes Mal nur ein lautes Piepsen ab.

Die Verkäuferin reagierte etwas ungehalten und meinte irgendwann „Das ist leer, das hören Sie doch“, und „Welche hätten Sie denn gerne?“
Der Mann machte den Mund auf und sagte „B*nson und H*dg*s“ und sie stierte einen Moment in seine Richtung- das hatte sie offenbar nicht erwartet.
Dann griff sie unter ihren Kassentisch und förderte eine Stange zu Tage, aus der sie drei Schachteln herausnahm und dem Mann hinhielt.

Der Mann griff zu, und in dem Moment hab ich die Hände erkannt.
Und nach einem weiteren Blick, diesmal an den grauen Bartstoppeln vorbei, auch das Gesicht.

Nichts da Mitte bis Ende fünfzig.

Ein Freund aus Jugendjahren.

So alt wie ich.
Und offenbar krank- dem Aussehen, der Körperhaltung und dem Gang nach Morbus Parkinson oder was Zerebrales.

Das ist geblieben von jemandem, der vor 26 Jahren mal auszog, die Welt der Philosophie und Theologie zu erobern: Ein vorzeitig gealterter Mensch, bei dem die Leute unwillkürlich den Atem anhalten, prophylaktisch. Ein alter Parka, eine zu große Jeans, eine Art Gelehrtengesicht hinter grauschwarzen Stoppeln- und teure Zigaretten.

Ich hab den Laden fluchtartig verlassen und bin in mein Auto gestiegen, als wäre mir wer auf den Fersen.

Hab mich geschämt- über mich selbst, und meine Feigheit, jemanden anzusprechen, dem es offenbar schlecht geht.

Kam mir plötzlich feist, arriviert und dickfellig vor.

Ich werde demnächst öfter mittags da einkaufen gehen.
Und ihn das nächste Mal hoffentlich erkennen.


Immer die Eure, hoffentlich bald eine bessere


L

Montag, 23. März 2009

Slash DisplayRandomMondayThoughts

- Wenn ich meinen Augen trauen darf, sind in italienischen Spezialitäten (hier: Pesto) inzwischen auch Geschmacksverstärker. Jedenfalls sind selbige nett angeschwollen, und sehen aus wie nach der dritten Runde gegen Klitschko, nur nicht so blutunterlaufen.

- Pünktlich zum Wochenanfang ist es draußen wieder so kalt und trüb, dass dagegen die Aussicht auf ein paar beheizte Stunden im Büro gar nicht so sehr abfallen, rein vom Grad der Gemütlichkeit her.

- Irgendwann letzte Tage rauschte hier das 500. Posting durch. Das sagte zumindest die Blogger-HP, und hat mich damit nicht in einen Taumel der Jubiläumsekstase gestürzt.

- Rings um mich herum in den anderen Büros wird geraschelt, getippt und telefoniert. Wenn die alle dienstlich zugange sind, dann ist mir nicht bange vor der Zukunft des öffentlichen Dienstes. Sofern die nur ihre Blogs pflegen: Gute Nacht, Deutschland!

- Warum müffeln manche Leute schon am Montag morgen nach ungelüfteter und mehrfach angelegter Kleidung? Hat das nicht Zeit bis Freitag? Da wär wenigstens Aussicht auf ein Wochenende vor der Tür.

- Um zu signalisieren, dass ich einige Dinge nicht aufgebe, bin ich immer noch auf einer dieser Partner-Such-Dingsdas registriert. Letzte Tage las ich die folgende Beschreibung der erwünschten Traumfrau eines Teilnehmers:
1,68 bis max. 1,80 m groß, Figur schlank bis „ein paar Gramm zuviel“, und das bedeutete für ihn 40- max. 58 Kilo.
58 Kilo. Bei 1,80 m Körpergröße. Vermutlich erfüllt das die Kriterien für „ein paar Gramm zuviel“.
Das ist bedenkliches Untergewicht. Ich kenne eine Frau mit diesem Gewichts/Größen-Verhältnis, und die versucht recht verzweifelt, zuzunehmen. Denn sie sieht, summa summarum, nicht gut aus damit.
Natürlich ist das alles Geschmackssache, und wer auf das klapprige Aussehen eines Supermodells steht, bitte, soll er doch. Allerdings ist die Bezeichnung „ x Gramm zuviel“ dann doch außerordentlich schwachköpfig.
Das einzige Argument, das für diesen Menschen spricht, wäre „Dumm f…. gut“.
Aber so nötig hab ich es erstens nicht, und zweitens erfüll ich seine Kriterien ohnehin nicht. 58 Kilo--- pfffft. Glück gehabt.
Alles in allem macht mich aber inzwischen schon der Briefkopf der Mails dieses Services recht aggressiv.

In diesem Sinne: Gehabt Euch wohl.
Stets die Eure,



Lily

Sonntag, 22. März 2009

Live ist es noch schöner:




During the time of which I speak
It was hard to turn the other cheek
To the blows of insecurity
Feeding the cancer of my intellect
The blood of love soon neglected
Lay dying in the strings of its impurity
Meanwhile our friends we thought were so together
They've all gone and left each other
In search of fairer weather
And we sit here in our storm and drink a toast
To the slim chance of love's recovery

There I am in younger days, star gazing
Painting picture perfect maps
Of how my life and love would be
Not counting the unmarked paths of misdirection
My compass, faith in loves perfection
I missed ten million miles of road I should have seen
Meanwhile our friends we thought were so together
Left each other one by one on the road to fairer weather
And we sit here in our storm and drink a toast
To the slim chance of love's recovery

Rain soaked and voice choked
Like silent screaming in a dream
I search for our absolute distinction
Not content to bow and bend
To the whims of culture that swoop like vultures
Eating us away, eating us away
Eating us away to our extinction

Oh how I wish I were a trinity
So if I lost a part of me
I'd still have two of the same to live
But nobody gets a lifetime rehearsal
As specks of dust were universal
To let this love survive
Would be the greatest gift that we could give
Tell all the friends who think they're so together
That these are ghosts and mirages
All these thoughts of fairer weather
Though its storming out I feel safe within the arms
Of love's discovery

Es war lustig

gestern Abend im versunkenen Tempel:







Von links nach rechts der Herr Falcon, die Frau Lily, der Herr Klapsenschaffner (ich darf nicht mehr "Der Mann im Kleid" sagen, weil es sich angeblich um sogenannte "Roben" handelt. Männerkleider, halt :-) ) , dann folgt die Frau Palatriene, und ganz rechts der Herr Yuncai.
Das Bild wurde anlässlich des Sieges über einen fiesen Was-war-es-noch-gleich gefeiert. Ich weiß deshalb nicht, was für eine Art Monster der Gegner war, weil ich zu nah dran war um ihn in ganzer Größe bewundern zu können. Und das deswegen.
Genauer gesagt stellt der Shot den Siegestanz dar, den wir in bewährter Village-People-Weise auf den Altar des Hauses brachten.
Seit einiger Zeit kann man im Spiel "Erfolge" erringen- einer meiner letzten war der Erfolg "Wie tief kann man fallen: Fällt 63 Meter, ohne zu sterben". Warum 63 Meter, und nicht 17 oder 473, entzieht sich der Nachvollziehbarkeit, jedoch habe ich mich gefreut. Auch, weil die Spielfigur nicht vom Friedhof zurückkehren und ihre Leiche wiederbeleben musste. Nach einer Aktion wie der gestrigen bin ich aber dafür, dass auch Erfolge vergeben werden, die zum Beispiel so lauten:
"Rasen im Schnellzugtempo durch eine Instanz, ohne zu sterben, aber auch, ohne nennenswerte Beute zu machen".
Denn es ist schon ganz schön gemein: Da gehen drei Träger von Plattenrüstung (Loothar, Palatriene und ich), zusammen mit zwei Stoff-"Rüstungs"-Trägern in einen hübschen, abgeschiednen Teil des Spiels, um dort möglichst effektiv möglichst schöne und wichtige Beute zu machen, und beinahe alles, was wir kriegen, ist aus Leder. Leder...
Gut, ein bisschen was war auch in Platte und Stoff dabei. Aber, Herrschaften, insgesamt wars bescheiden.
Da bleibt nur eins: Schuhe im Auktionshaus kaufen. Mal sehen, ob die da Platten-Blahniks haben.
Die Verteidigungswertung von Riemchensandalen wird allgemein unterschätzt, denke ich.

Schönen Sonntag, nehmt eine entspannte Grundhaltung ein und genießt den Tag. Auch wenn er hier nicht allzu sonnig ausfällt.

Stets die Eure,

lily

Freitag, 20. März 2009

Emma? Emma.

Das erfreulichste, was es derzeit zu berichten gibt, ist, dass mir gestern abend ein Lieblingsbuch in die Hände gefallen ist: Emma, von Jane Austen.
Schön dick, schön klein gedruckt, viel Buch fürs Geld.
An meinem Bett liegt ein angefangener, unenthusiastisch vorm Schlafengehen zur Hand genommener Roman von Elizabeth George, der spannend sein soll- aber in Wirklichkeit drehen sich nur die Charaktere in ihrem eigenen Saft hin und her. Es geht mehr um ihre Defizite als um das, was den Leser beim Krimi interessiert. Ebenso wie bei Martha Grimes’ Inspector Jury-Romanen hat man ab einem gewissen Moment das Gefühl, als parodierte die Autorin sich selbst.
Der Vorteil an diesen Büchern ist, dass man sich keine Mühe geben muss, in den Schlaf zu finden. Dabei helfen sie ganz ausgezeichnet.
Ganz im Gegensatz zu den Zeiten, in denen ich Thomas Harris entdeckt hab.
„Roter Drache“, abends gelesen, war ein Garant für eine großenteils eher senkrecht verbrachte Nacht. Wenn dann auch noch mitternächtlich der Bewegungsmelder an der Hauswand die volle Terrassenbeleuchtung einschaltete, war an Schlaf so gar nicht mehr zu denken.
Meist war das vermutlich nur eins der Eichhörnchen, die im Garten wohnten, aber man weiß ja nie, vielleicht war es auch der irre Serienkiller. Gleich neben der Wahrheit, irgendwo da draußen.
Dass ich hier vom Einschlafen rede liegt daran, dass ich gerade frühstücken musste. Normalerweise tu ich das nicht, weil ich morgens nichts runter krieg- zumindest nicht in der Woche, um die nachtschlafene Zeit, zu der der Wecker klingelt. Außerdem würd ich nie zur Arbeit kommen, wenn ich zu Hause auch noch Kaffee kochen müsste und all so was.
Da wird aus dem Bett gekrochen, es folgen Duschen, Anziehen, Katzen füttern und weg bin ich.
Heute haben wir eine Kollegin in den Mutterschutz verabschiedet, daher das reichhaltige Frühstück. Eine Melone Kolonien, vor dem Essen, sozusagen- und ich bin in einer Art Kohlehydrat-Koma.
Brötchen, Kekse, Schokolade, Kuchen… *stöhn*
Die Kollegin wandert nun heim, ein paar Geschenke in der Tasche und mit der Aussicht auf ca. 14 Wochen Mutterschutz und ein nigelnagelneues Baby zu seiner Zeit.
Keine schlechte Perspektive, alles in allem.

Wobei es für mich gern ohne Baby sein dürfte. Aber mit Jane Austen, das auf jeden Fall.


Schönes Wochenende, zusammen!


Lily

Donnerstag, 19. März 2009

Eifersucht

Worum geht’s dabei eigentlich?
Darum, etwas nicht verlieren zu wollen? Dagegen spricht, dass man auch eifersüchtig über Menschen wachen kann, die nicht zu einem gehören.
Darum, Ausschließlichkeit sicherstellen zu wollen? Die Nummer eins bleiben zu wollen?
Dafür gilt das gleiche, denn man muss weder die Nummer eins sein noch denjenigen, den man beeifersüchtelt, ausschließlich für sich haben, um unter Eifersucht zu leiden.

Und Eifersucht ist etwas, unter dem man leidet. Oh ja. Eins der unangenehmsten Gefühle überhaupt, und, wenn man sich dem nicht ungebremst hingibt, eines der Leiden, die am meisten Selbstbeherrschung von einem fordern.

Denn so ziemlich jedem hier und heute ist klar, dass Eifersucht als solche kein Liebesbeweis ist. Also gibt man ihr nicht die Zügel frei, und lässt sie toben, sondern versucht, sie zu verbergen und zu verdecken. Das gelingt nur schwer. Ich glaube, Eifersucht ist eine Art vorweggenommene Trauer über den Verlust wichtiger Elemente im Leben. Trauer, gemischt mit Zorn und dem Bestreben, zu haben und zu halten, zu behaupten und zu verteidigen. Und auch gemischt mit Angst, die spielt sicherlich eine Rolle. Und vor allem ist da das tiefe Gefühl, die Bindung oder die Partnerschaft eigentlich gar nicht zu verdienen- vielmehr entweder durch Gottes Gnade oder einen unverdienten Schicksalseinfluss in den Genuss der plötzlich in Frage stehenden Beziehung gekommen zu sein.

Gleichzeitig ist Eifersucht aber auch ein beinahe sicherer Schritt, auch noch den Rest Vertrauen zu zerstören, aus einem gelassenen Gesicht und einer entspannten Haltung etwas Verkniffenes und Verkrampftes zu machen. Liebenswertes zu verzerren, Trost zu versagen.

Viele haben entweder die Erfahrung gemacht, mit Eifersucht jemanden vertrieben zu haben, oder aber sind selbst als Ziel derselben vertrieben worden. Sobald Eifersucht am Horizont auftaucht, ist daher höchste Besorgnis angebracht.

Richtig dumm ist jedoch, dass beinahe jedes gängige Instrument zur Bekämpfung der Eifersucht die gleiche Wirkung hat wie die E. selbst.
Es mag beruhigen, einen Schreibtisch, eine Jacke, eine Brieftasche zu durchsuchen. Aber es macht nicht, dass man sich besser fühlt, im Gegenteil. Zusätzlich zu dem eh schon angeschlagenen Ego muss man sich nun vielleicht noch vorwerfen, misstrauisch, paranoid und all so was zu sein- mal abgesehen davon, dass man vielleicht auch noch dabei erwischt wird und dann ganz blöd da steht.

Und was tut man, wenn man was findet? Tatsächlich eine Hotelrechnung aus Sonstwo-Hausen am Meer? Wenn doch offiziell in der Zeit die Gattin oder der Amtlich Zugewiesene auf einem Kongress in Langeweile-City weilte?
Einen Liebesbrief? Eine Kreditkartenrechnung mit einem inkriminierenden Abrechnungsposten? Die Präsentation der Beweise hat den Nachteil, dass man sein eigenes kontrollfreakiges Verhalten sozusagen ans Tageslicht befördert.


Eine Scheißsituation, alles in allem.

Falls man nichts findet, gilt das gleiche wie für Verschwörungen: Je weniger Beweise deutlich ans Tageslicht kommen, desto mehr beweist sich dadurch, dass die Verschwörung oder Affäre ganz besonders gut versteckt wurde, eben weil nichts zu finden ist.

Der Weg über diese Schiene ist somit nicht sehr empfehlenswert.

Noch beschissener: Über Beweise stolpern, ohne vorher einen Verdacht gehabt zu haben…da würde ich aber zu spontanem Verhalten raten. Einfach mal ins Blaue rein explodieren. Das befreit vermutlich ganz beträchtlich.

Aber die Situation? Ist auch Scheiße.

Ich hab es weiland vor Jahren mal anders versucht- wobei an der Tatsache, dass da wirklich jemand anderes war (und das noch dazu für längere Zeit) nichts zu deuten war.
Ich hab konfrontiert. Damit, dass ich offen gemacht hab, wie sehr es mich verletzt und kränkt, dass intime Details meiner Beziehung plötzlich gemeinschaftliches Wissen zwischen Mr X und seiner „besten Freundin“ waren. Dass ich Thema ihrer Gespräche war. Dass soviel Zeit von der Familie abgezogen und dieser Person gewidmet wurde.
Woraufhin sich eine wirklich massive Krise entwickelte (wo ich vorher schon annahm, dass wir eine solche hatten. Falsch gedacht.)

Ebenfalls eine Scheißsituation.

Denn zusätzlich zu dem ohnehin angeschlagenen Gesamtzustand der Beziehung und ihrer Protagonisten kam dann noch der Einfluss chronischen Schlafmangels durch nächtelange Diskussionen mit ins Spiel.

Da mein Jetzt-Ex sein unbestreitbares rhetorisches Talent in der Folge dazu nutzte, mich mundtot zu machen (und dazu gehört einiges…) kamen wir auf diesem Weg nicht wirklich weiter.

Besser wurde es erst, als ich mich ehrlich gefragt habe, ob ich das so weiter haben will oder nicht. Was ich benötige, um mich wohl und sicher und gut aufgehoben zu fühlen.
Die Antwort war: Kontrolle über mein Leben zurückgewinnen. Mich nicht mehr wie eine Marionette vorführen zu lassen, und zur Verfügung zu stehen, wenn jemand anderes gerade Zeit und Lust hat. Es hat mich endlose Nächte gekostet, Nächte, in denen ich vor Zorn und Angst und Trauer und Verzweiflung nicht geschlafen habe. Und natürlich auch vor Eifersucht, denn der Corpus Delicti war natürlich nicht zu Hause, sondern bei der Frau Gefährtin.


Ich hab ihm dann ein klassisches Ultimatum gestellt: Sie oder ich.


Was angeblich Erpressung ist- in Wirklichkeit jedoch nicht.

Denn natürlich habe ich ihm damit gedroht, auf mich verzichten zu müssen, wenn er weiterhin mit dieser Dame den für mich zu engen Kontakt pflegt. Und dass für mich zu meiner Ehe gehört, sie mit einem Menschen zu führen, und nicht mit einem Paar.

Damit habe ich ihm jedoch nicht mit einem empfindlichen Übel oder einem schweren Nachteil gedroht, sondern lediglich klar gestellt, unter welchen Umständen ich bereit bin, eine Beziehung zu ihm weiter in Erwägung zu ziehen.

Und es ging mir nur noch um mich.

Er hat nicht wirklich geglaubt, dass ich gehe, wenn er die Sache nicht beendet.

Ich bin aber gegangen.

Ohne auch nur einmal den Schreibtisch durchsucht zu haben, oder am Telefon gelauscht, oder sonst etwas in Richtung Überwachung unternommen zu haben- aber herrje, war das schwer, sich da zu beherrschen. Echt jetzt.

Ich würds mir nie wieder gefallen lassen, mich so lang zum Affen machen, so sehr jemanden meine Person unterspülen lassen.

Man kann jederzeit gehen, und das würde ich in so einer Situation auch jedem und jeder Betroffenen raten.

Und vorher? Wenn nur ein Verdacht, ein ominöses Gefühl, eine Unsicherheit da ist? Das Gespenst Eifersucht noch weit weg zu sein scheint, aber schon in die eigene Richtung schielt?

Rausgehen. Kontakte pflegen. Kein eigenes Fremdgehen, das macht es nicht besser. Sich ein Leben aufbauen, das nicht nur im Fall der Fälle ganz toll ist im Hinblick auf eine Art soziales Netz- sondern das einen fordert, das einen beschäftigt und mit anderen Perspektiven versorgt. Im besten Fall machts einen interessanter, im schlimmsten Fall hat man Telefonnummern, die man auch morgens um drei anrufen kann.

Durch alles andere muss man durch, leider.



In diesem Sinne…


Lily.

Mittwoch, 18. März 2009

Houston…

Jeder weiß, dass ein Satz, der mit „Houston…“ beginnt, in der Regel mit „…wir haben ein Problem“ endet.
Damit ist es wie mit dem notorischen „Sag mal Bescheid“, das die achtziger Jahre und auch noch Teile der Neunziger begleitete.
Heute ist mir danach, Erwartungen zu enttäuschen.
Deshalb schließe ich hier mit einem herzlichen:

Texas.


Immer die Eure,


Lily.

Dienstag, 17. März 2009

Erste Wahl

Menschen spüren sehr genau, ob sie geliebt werden oder nicht.
Keine Sprechblase kann vom Gegenteil überzeugen, wenn der Umgang miteinander nicht von Zuneigung, Respekt und Liebe getragen wird.
Die langsam sich anschleichende Verzweiflung, wenn das Lippenbekenntnis „Ich liebe dich doch“ mit dem, was nonverbal vermittelt wird, immer weiter auseinander klafft, die kennen viele.
Daraus werden dann vielleicht nächtelang sich im Kreis drehende Diskussionen, bei denen es nur darum geht, wer Recht hat.
Der, der sagt: Ich liebe dich? Der, der sagt: Das glaub ich nicht?
Die Tatsache, nicht (mehr) geliebt zu werden, mit der können viele Menschen besser umgehen als damit, dass man ihnen etwas vor macht. Das Gefühl, plötzlich und unerklärt nur noch zweite Wahl zu sein, setzt sich aber durch, und ist kaum zu ignorieren.
Dass das Gegenüber, aus welchen Gründen auch immer, Realität verschleiert, Entwicklungen leugnet, sich hinter Worten versteckt deren Bedeutung nicht mehr zu spüren ist, hat schon mehr Elend verursacht, als man sich gemeinhin vorstellt.

Im Extremfall redet einer dem anderen seine Wahrnehmungen aus, und verunsichert ihn auf Jahre, und vielleicht für immer.

Der ehrliche Umgang mit den eigenen Gefühlen, mit dem, was von einem selbst ausgeht, was man zu geben bereit und in der Lage ist, das ist offenbar etwas Ehrenrühriges.
Es fängt schon damit an, dass zu Beginn einer Beziehung, ganz am Anfang, wenn die Balzfedern noch fest am Platz verankert sind, viel Energie drauf verschwendet wird, die eigenen Absichten zu verschleiern. Sich bloß nicht zum Affen machen. Sich nichts vergeben… quid pro quo, eine sms von mir für eine sms von dir, bloß nicht aufdringlich werden, Spielchen. Das bestimmt, ob und wie man zusammen kommt- scheinbar. Dazu muss man sich offenbar dauernd frisch geföhnt und spaßig präsentieren, egal, wie man sonst ist.

In dem Stadium zeigt sich oft schon, dass einer mehr Interesse als der andere hat. Aber es gilt, ihn trotzdem zu überreden, zu knacken, bestenfalls ohne dass derjenige es eigentlich bemerkt.
Das erreicht man, in dem man eben Nebelkerzen wirft, und im Schutz derselben sich langsam anpirscht an sein Wild, und es dann in einer Mischung aus Hinterhalt und Überredung einfängt und in die eigene Höhle schleppt.
An den Haaren, wenn’s sein muss.
So, dann hat man sein neues Spielzeug, dass dann nur noch hingebogen werden muss, damit es so ist, wie man sich das vorstellt.
Aber Achtung: Da ist ein anderer Mensch. Den lernt man kennen, ob man will oder nicht.
Und stellt dann vielleicht fest, dass das unter soviel Mühe gekaperte Wesen eigentlich gar nicht zu einem passt. Dass er/sie/es langweilig, cholerisch, nicht witzig, eifersüchtig, pingelig, schlampig oder was auch immer ist.
Weil man aber nie mit offenen Karten gespielt hat, geht’s dann erst richtig rund.
Oft genug hat man bis dahin soviel „gemeinsam“ (meist Dinge wie Haus, Baum, Kind, Buch… nicht zu vergessen einen Trauschein), dass die Auseinandersetzung schmerzhaft, lang, teuer und voller Kollateralschäden ist.
Manchmal kann man sich mit einem neuen Kind, Haus, Baum oder Buch ablenken, bis man irgendwann zu alt ist, und zu sehr aneinander gewöhnt, um noch irgend etwas ändern zu wollen oder zu können.

Bis dahin ist viel Raum für Elend.

Been there, done that.

In letzter Zeit beschleicht mich immer öfter der Gedanke (und ich weiß, ich wiederhol mich), dass es vielleicht eine gute Idee wäre, sich unter andern Gesichtspunkten nach einem Partner umzusehen.
Nicht unter Tarnung der vollen Kriegsbemalung, sondern mit offenem Visier. Menschen kennenlernen, potenziell interessante neue Gestalten in das eigene Lebensstück einfügen, sich bereichern daran. Zeigen, dass man das Gegenüber mag. Sich nicht auf E-Mail-und sms-Kontingente verweisen lassen. Keine Angst davor haben, Zuneigung zu zeigen.
Da ist dann, wenn man Glück hat, vielleicht jemand dabei, der wirklich für einen Mr oder Mrs Special ist oder werden kann.

Dafür gibt’s keine Garantie. Es gibt auch keine dafür, dass Mr oder Mrs Special, sofern gefunden, bis zum Ende aller Dinge „special“ bleiben werden.

Aber nur auf diese Weise hat man eine Chance, dass die guten Vorsätze, mit denen sich manche Leute trennen, nicht nur Lippenbekenntnisse sein werden:

„Freund bleiben“ kann man nämlich nur, wenn man das ist, oder wenigstens mal war.


Stets die Eure,



Lily

Mittwoch, 11. März 2009

...und hier mal was neues...

aus der Welt der Lootwiga.
Inzwischen ist sie ein Level 62 Paladin- also auf dem Weg zum ewigen Ruhm durch endlose Questen. 80 Level kann man erreichen... bisher bin ich nie weiter als bis Level 40 oder so gekommen, dank der Herren Klapsenschaffner und Falcon ist dies inzwischen anders.
Hier steht sie auf einem Steg, an dem sie in einigen Minuten ihre Angelfertigkeiten perfektionieren werden wird.


Und auf dem unteren Bild kann man das komplette User-Interface sehen, samt der ganzen zur Verfügung stehenden Zaubersprüche, der verschiedenen Utensilien wie Angel, Schild und Streitkolben, der Tränke zur Heilung und zur Verstärkung der Zauber und Rüstung.
Die Rüstung ist nicht mehr ganz so spärlich... leider ist es Plattenrüstung, bei Regen ist mit Rost zu rechnen :-)
Das schwarze Ding hinter ihr ist nicht der Schatten, den der dicke Hintern wirft, sondern die mächtige Ausstrahlung ihrer Waffe. Wer hätte das gedacht.



In diesem Sinne, schöne Grüße aus dem Dorf der Bruchhauer im Hinterland. Und Petri Heil, zusammen!

Stets die Eure,


Lily

Dienstag, 10. März 2009

Insalata mista

Lollies…
Hatte ich versprochen, kriegt ihr auch- wer möchte, kann mir seine Adresse mailen. Bitte mit Wunschgeschmacks-Angabe (die Auswahl beschränkt sich jedoch auf handelsübliche Geschmacksrichtungen, also ist Gold-mit-Kaviar leider eine unerfüllbare Vision).
Und da ich mich nicht entscheiden konnte, weil alle eure Beiträge mir so gut gefallen haben, verteile ich Lutscher an alle Kommentatoren des Warnhinweis-Posts.

Für alle anderen, also die, die nicht gern ihre Anschrift unters Volk streuen (was ich verstehen kann) gibt’s virtuelle Süßigkeiten nach Wahl:
Nennt mir ein Thema, und ich bastel euch einen virtuellen Lolly, schriftlich natürlich, an dem ihr dann etwas zu kauen bekommt. (Hoffentlich…)

Wer etwas anderes als einen Lolly haben möchte, Schokoriegel oder saure Gurken, möge mir dies ebenfalls mitteilen!

…und Regen.


Ich liebe Regen. Sagte ich das schon? Drin sein, ohne sich verpflichtet fühlen zu müssen, die Tolle Sonne ™ zu genießen, sondern statt dessen auf dem Bett liegen zu können und die Tropfen an die Fensterscheiben pladdern zu hören, ist eine feine Sache. Derzeit ist draußen das Wetter unentschieden, ob es sprüh- oder platzregnen soll- meinetwegen wechselt euch gern ab, Sprüh und Platz! Nicht, dass gleich einer weint!
Ich find’s auch nicht schlimm, draußen zu sein, und nass zu werden. Meist kann man da kleidungstechnisch durchaus was reißen… Das einzige, was richtig ätzend ist, ist Zweiradfahren im Regen. Sowohl beim Radfahren als auch beim Motorradfahren sind nass geregnete Brillen (verschärft durch das beschlagene Motorradhelmvisier des frühzeitigen Todes) gelinde gesagt suboptimal. Und es gibt kaum was fieseres, als wenn über den Helmrand einem kaltes Wasser in den Nacken und dann den Rücken runterläuft, in die Kombi hinein. Wenn die Stiefel einmal voll gelaufen sind, ist auch meine Toleranz für Wasser-das-vom-Himmel-fällt schlagartig zu Ende.
Vor allem, nachdem ich bei so einem Wetter nach zwei Stunden Regenfahrt vor Jahren den Sittich über den Lenker gemacht habe. Seither misstraue ich Doppelscheibenbremsen vorn grundsätzlich, und ganz besonders bei nasser Fahrbahn.
Da ist es was ganz anderes, bei Regen zu Fuß loszuziehen und den nahen Park eines nahen Schlosses ganz für sich alleine zu haben. Ohne Schirm, sonst werden nur die Finger kalt, mit dickem Pullover unter der Regenjacke, die extra zu diesem Zweck zwei Nummern zu groß gekauft wurde. Wenn’s dabei zu kalt wird, kann man anschließend zum Aufwärmen in die Wanne klettern.

Und das allerbeste ist, wenn es im Sommer, nach wochenlanger Trockenheit, so ein schönes, pladdriges, heftiges Gewitter gibt. Wenns vorher schon nach Regen riecht, und irgendwo weit weg schon anfängt, zu donnern und zu blitzen, und dann steht man irgendwo, schaut hinaus in den gelblichen Himmel, und zählt die Blasen auf den Pfützen, die auf der Straße an einem vorbei sich in den Gully stürzen. Anschließend hat man wieder eine runderneuerte, frisch gewaschene Welt.

Wunderschön.

Ganz die Eure,


Lily

Mittwoch, 4. März 2009

Alte Lieben

Irgendwie sterben sie nicht, die diversen Aspekte der Zuneigung zu alten, längst nicht mehr aktuellen Lieben- sofern sie solche geblieben sind, finde ich.
Eine Liebe bleiben konnten sie beinahe nur, wenn sie nie Realität wurden, sondern immer eine Traumvorstellung, ein nicht realisiertes Drehbuch blieben.
Die, die umgesetzt wurden in den Alltag, haben oft alle Beteiligten unrettbar beschädigt, und wenn nicht sie, dann wenigstens das Bild, das man mal voneinander hatte.
In der letzten Zeit muss ich da oft an einen Menschen besonders denken, den ich schon seit mehreren Jahrzehnten kenne, den ich von Anfang an mochte, der mir Traumstoff gegeben hat, und mir mit der schlichten Tatsache seiner Existenz durch manche ansonsten sehr ärgerlich verbrachte Nacht geholfen hat.
Wir haben nie was miteinander gehabt, lange zu meinem großen Bedauern. Ich hab nie erfahren, ob ihm das auch so ging, und das ist gut so- das hätte mir vollends den Schlaf geraubt für längere Zeit.
Heute ist es so, dass ich ihn immer noch sehr schätze, auch wenn die Held-meiner-Träume-Aura einer nüchterneren Betrachtung gewichen ist.

Die Zuneigung ist gewachsen, alles in allem.

Ich wünsch dir alles Gute, mein Lieber!


Lily