Mittwoch, 9. Juli 2008

Tell me your secrets and I tell you mine.

Ein kleines, ekliges Geheimnis von mir: Ich esse gerne dicke Bohnen. Das, was manche Zeitgenossen „Saubohnen“ nennen.

Hätte meine Mutter sie so genannt, hätte ich sie auch nicht probiert.

So allerdings erfreue ich mich des öfteren an diesem Gemüse, einem der wenigen, die ich gern bzw. nur gekocht esse.


Zu letzteren zählen auch Spinat und Grünkohl.
Da endet jedoch schon die Liste. Alles andere mag ich lieber roh. Grüne Bohnen, Rosenkohl und Schwarzwurzeln krieg ich gar nicht runter.

Okay, Spargel ess ich auch nicht roh. Nur gebraten. Müsst ihr mal versuchen, schmeckt um Klassen besser als gekocht.



Noch ein Geheimnis: In der ungenutzten Hälfte meines ehemals komplett belegten Doppelbettes spült eine unerkannt waltende Flut unablässig Bücher an. Ungefähr 10 sind es derzeit, und sie bilden ein Gegengewicht zu den anderen zehn, die auf dem Nachttisch kampieren. Mindestens drei sind immer im gleichzeitigen Konsum: Eins in der Küche, eins im Wohnzimmer und eins, das ich im Bett lese. Wobei in jedem Raum mehrere darauf warten, wieder aufgenommen zu werden. Lesezeichen sind bei mir ständig verkramt, und werden daher an der Magnetpinnwand zwischengelagert.

Zwischen den Büchern auf der anderen Betthälfte findet sich auch der Wecker (manchmal findet er sich auch nicht, dann steht er auf dem Nachttisch), sowie eine bunte Sammlung nächtlich abgelegter T-Shirts. Denn auch viereinhalb Lebensjahrzehnte haben mir kein Nachtzeug angewöhnen können. Und wenn draußen das Thermometer mehr als 15 Grad anzeigt, wird mir nachts zu warm. Eins der vehementer umkämpften Gebiete in meiner Ehe war die Frage, ob man bei Minustemperaturen die Schlafzimmerfenster offen stehen lässt (Ja natürlich :-) ) oder ob es sich anbietet, die Heizung aufzudrehen (Um Gottes Willen, bloß nicht!). Dafür läuft im Sommer schon mal der Ventilator die ganze Nacht durch.

Ich habe so gut wie NIE kalte Füße. Vermutlich bin ich keine richtige Frau.


Ich mache automatisch Platz auf meinem Stuhl, wenn Emily ankommt und rauf will. Noch schafft sie es alleine. Wenn nicht mehr, brechen schwere Zeiten an, weil sie nie irgendwo bleibt, wo ich sie hinsetze. Schon aus Prinzip. Glücklich ist sie dann aber auch nicht, sondern nörgelt so lang herum, bis ich entweder weiche, oder sie es schafft, auf andere Weise dahin zu kommen, wo sie hin will. In meiner alten Wohnung hatte ich Nachtspeicher, da wollte sie immer gern drauf Platz nehmen- das war warm am Hintern, und die Aussicht war spannend. Des öfteren sprang sie zu kurz, und schrammte dann mit den ausgefahrenen Krallen der Vorderläufe trickfilmgleich abwärts.

Meinen hysterischen Lachanfall bei der ersten Beobachtung dieses Stunts hat sie mir nie verziehen. Ebensowenig wie ihr Bruder Henry damit umgehen konnte, dass ich mich schlapp gelacht habe, als er mal schlafend vom Esszimmertisch gerutscht ist.

Das kommt davon, wenn man beim Schlafen ein Bein raushängen hat.

Was ich auch immer mache, aber ohne die Rutsch-Einlage.


Und wenn wir schon beim Geheimnisverrat sind: Ich habe einen inneren Sicherheitsbeauftragten. Der verbietet mir, in ein Kino zu gehen, in dem ich nicht weiß (oder sicher vermuten kann) wo der Notausgang ist. Auch macht er mir das Rad fahren zur Arbeit schwer, denn die Hauptverkehrsstraße, die ich sechzig Prozent des Wegs nehmen muss, hat nur einen durch eine mickrige Markierung abgeteilten Radweg. Der verläuft zwischen der Fahrbahn und dem Parkstreifen. Und ich traue einfach Autofahrern nicht unbedingt, wenn es darum geht, vom Straßenrand los zu fahren und vorher mal nach unschuldigen Radfahrern zu schauen. Und gegen einen hundertfünfzig-PS-starken Seat Leon, der mit Vollgas losbraust, hab ich keine Chance. Außerdem hört der nicht mal den Aufprall, wenn er die Boxen so laut aufdreht, wie er das normalerweise macht. Ja, du bist gemeint, du Nase.

Eine Nebenwirkung des Sicherheitsbeauftragten ist, dass ich nicht beim Fahren telefoniere.

Ich weiß, ich bin langweilig.


Auf meinem Badewannenrand stehen drei verschiedene Flaschen Shampoo. Alle in Benutzung, ebenso wie die vier Flaschen Duschgel. Ich habe neun verschiedene Farben an Nagellack für die Fußnägel, darunter dunkelblau und grün metallic. Meist benutze ich nur den dunkelroten.

Die Fingernägel lackiere ich mir nie.


Mein letzter Versuch in Sachen Selbst-Haareschneiden ist gelungen. Die Farbe ist auch frisch.

Mindestens 30 € gespart.

Was auch sinnvoll ist. Denn heute kam die Nebenkostenabrechnung, und hat mir ein Zwischentief verpasst. Aber gründlich.

Weshalb hier auch nicht die eigentlich geplante Kurzgeschichte steht, sondern eine Sammlung mieser kleiner Geheimnisse.


Die Kurzgeschichte werde ich schreiben, wenn meine Kreativität mal weniger geschockt ist.



Liebe Grüße, und noch einen guten Rest von dem, was in meinem Studio „crazy wednesday“ heißt. Da geht der Zirkel andersrum.

Echt nicht so einfach für die reiferen Semester :-D



Lily

Kommentare:

Uschi (aus San Diego) hat gesagt…

Oh jaaa, ein Offenbarungs posting!

Ich HASSE Geschirr im Spuelbecken, auf dem Tisch, oder an der Couch. Das kommt SOFORT in den Geschirrspueler, ob noch in Gebrauch oder nicht.
Ich hasse Ameisen, ganz besonders in der Kueche. Und Spinnen. Ich hab 30 Dosen Ungeziefervernichter, ganz egal ob gruen oder nicht, hier in SoCal wimmmelt es von bugs.

Ich kann Verschwendung nicht ausstehen, Reste werden aufgehoben, in Cellophan gewickelt, in den Kuehlschrank. NICHT in den Muell.

Wozu braucht man 50 Paar Schuhe? Eben nicht. Ich bin der designated Aufbraucher von 'uncoolen' T Shirts.

Das Auto muss nicht aussehen wie ein Muelleimer.

Es ist einfacher, wenn man benutzte Toepfe spuelt und wegraeumt anstatt zu warten bis man einen Spatel braucht.
Die Katze mag Futter von sauberen Schuesseln.
Handtuecher gehoeren nur im Hotel auf den Boden, nicht zuhause.
Wenn man das Klopapier aufbraucht, macht man 'ne neue Rolle rein.
Und nein, ich weiss nicht, wo das 'wichtige' Dokument geblieben ist, von dem ich sagte, es sollte weggeraeumt werden...

Falcon hat gesagt…

Uih, die Stunde der Geständnisse.

Na gut. Ich mag auch dicke Bohnen, dünne dafür gar nicht, ausser als Beilage im Speckmantel zu Schweinefilet und Prinzeßkartoffeln. Da kann ich sie zumindest tolerieren.

Im Gegensatz zu offenbar 98% der Weltbevölkerung liebe ich Rosenkohl.

Ich reagiere unglaublich allergisch auf Katzenhaare; nach jedem Wohnungsreinigen, was bei uns immer Samstags ansteht, werde ich dank der auffliegenden Katzenhaare von einer Niesorgie gepackt und geschüttelt. Ich bring es trotzdem nicht übers Herz, die kleinen Biester zu erschlagen.

Ich mag unseren Garten, aber nicht die Gartenarbeit. Könnten wir es uns leisten, würde ich auf der Stelle einen Gärtner anheuern.

Wenn schon Jahreszeit, dann Herbst. Frühling finde ich furchtbar.

Duftbäumchen sind widerlich.

Würde meine Frau mich nicht regelmäßig zwiebeln, wäre unsere Wohnung das absolute Chaos. So muss ich mich auf mein Büro beschränken. Es ist unglaublich, wieviel sich in drei Jahren ansammeln kann.

Ich hasse lange Autofahrten. Und kurze. Ich hasse aber auch Fahrten mit den Berliner Verkehrsbetrieben, bei denen man regelmäßig den Eindruck gewinnt, mancher andere Passagier kenn das Prinzip der Körperpflege nur vom Hörensagen.

So, genug seelengestripteased für heute.

Paula hat gesagt…

Es sein nur soviel verraten: dicke Bohnen mag ich auch saugerne, am liebsten vom Iraner auf dem Markt, eingelegt in einer Tomaten/Chili-Paste, mmmmmh!

Lily hat gesagt…

Drei von vier Erklärenden mögen dicke Bohnen. Und ich hab immer gedacht, die züchten die nur noch für mich.
Schmecken ganz grandios mit Pecorino und ein paar Kräutern. Oder Speck.
Oder gratiniert, mit einer Scheibe Käse drüber.
*sabber*

Lily

Meise hat gesagt…

Brrr. Nee, dicke Bohnen sind für mich nix, Grünkohl auch nicht unbedingt. Dagegen mag auch ich (Hallo, lieber Falke!) Rosenkohl!
Bei mir sieht's auf der zweiten Betthälfte ähnlich aus, wie bei Ihnen! :)
Ich traue in der Regel KEINEM anderen Verkehrsteilnehmer, weil einfach jeder mal jemanden übersehen kann. Musste ich selbst mal feststellen, als ich mit meinem Auto ein anderes einfach übersehen und voll in die Seite gekracht bin. Ich hätte schwören können, es sei eben noch nicht dagewesen!!!
Ich hatte eine ganze Zeit lang auch mindestens je vier, fünf Duschgels und Shampoos in Benutzung. Seit ich umgezogen bin beschränke ich mich auf je zwei! Ich hab nicht mehr soviel Platz in meiner kleinen Dusche!