Freitag, 18. Juli 2008

A walk in the dark

Meine Turnwelt ist wieder in Ordnung. Nachdem die mittwochliche Ausschweifung für Frust gesorgt hatte, ist durch eine Runde Zirkelgehopse die Ruhe chez Lily wieder eingekehrt- worüber ich sehr glücklich bin.

Dafür hab ich mir heut nacht das Knie verdreht.
Vermutlich, weil aggressives Bettzeug (oder, wie der Ruhrgebietler sagen würde: Bezzeuch) mich aus dem Hinterhalt angefallen hat.
Ich bin als unruhige, ja gemeingefährliche Bettgenossin bekannt. Zwar schnarche ich nicht, das tut eine Dame nämlich nicht, aber es herrscht Unruhe bei mir. Allein schon wegen nächtlich stark schwankender Wärmebedürfnisse fliegt schon mal besagtes Bezzeuch im hohen Bogen durch die Gegend, wird des nachts gegen die Decke vom Nachbarbett ausgetauscht oder im Halbschlaf gesucht. Dann sind da die Dinge, die auf Nachttisch und Nebenbett lagern, und die auch schon mal in Kontakt mit wild rotierenden Armen oder Beinen kommen. Nachttischlampe, Bücher, Wecker: All das war schon oft geneigt, dem Ruf der Schwerkraft zu folgen und zu Boden zu donnern.
Auch findet sich der sonstige, auf dem Nachttisch lagernde Kram des Morgens und des Öfteren in spontaner Neuarrangierung. Abgesehen von Lesestoff, Lampe und Wecker steht da noch eine Glasschale mit Muscheln, in der ich auch Schmuck sammle, mein Pulsmesser, Traubenzuckerpakete in verschiedenen Anbruchstadien, und Kleinkram, wie Uhren, die Brille-mit-der-ich-nur-im-Bett-lesen-kann und eine Flasche Wasser.
Alles auf einer Fläche von 40x40 cm.
Man darf mich auch Nachttisch-Schlampe nennen.
Also, das feg ich alles schon mal runter, trete wild um mich und dreh mich des Nachts so fünfzig bis sechzig Mal um. Wenn der Blutzucker hoch ist, bin ich öfter mal auf dem Weg ins Bad, und muss zumindest im Flur das Licht kurz anmachen- man weiß nie, ob nicht vor der Tür ein Knäuel Katzen auf einen wartet (Erst stand da „Katzenhaufen“. Aber das könnte man missverstehen- denn es ist immer nur Emily, die schon mal so was macht. Nie „die Katzen“ als solche. Aber auch die Aussicht auf Hinterlassenschaften NUR von Emily ist nicht verlockend).
Also, ich bin unruhig, und vermutlich würde ein Mitschläfer niemals bemerken, wenn das Ruhrgebiet nächtens von Erdstößen geschüttelt würde.
Gefährlich wird es aber, wenn ich richtigen Stress habe, und es trotzdem schaffe, einzuschlafen. Dann kann man mich auch schon mal des nachts sehr aktiv antreffen: Schlafend und wandelnd.
Bei einer Gelegenheit hab ich nachts um drei vor der Wohnungstür gestanden, heftig bemüht, diese ins Schloss zu ziehen. Zum Glück klemmte die Tür, und so konnte ich mich nicht aussperren. Ich habe auch tatsächlich schon mitternächtlich in meinem Schlaf-Outfit (nichts als Haut…) auf dem Balkon gestanden. Da hat mich die Kälte geweckt.
Einmal habe ich meinen kompletten Kleiderschrank ausgeräumt, und alles auf den Boden geworfen. Leider musste mein waches Ich das Einräumen übernehmen.
Nicht das beste Hobby für jemanden, der allein wohnt.
Und vor allem nicht für jemanden, der gern die Kontrolle behält. Zu wissen, dass man vielleicht nachts herumläuft und sich in Gefahr bringt, ist da wirklich kein schönes Gefühl.
Zumal die Person, die da herumläuft, bisher nicht einmal was Sinnvolles getan hat.
ZU ärgerlich.


Lily

Nachtrag zu dem Bericht über das Laufen am Mittwoch:
Wenn da steht, 30 Minuten abwechselnd gegangen und gelaufen (gejoggt und gehinkt) dann bedeutet das „abwechselnd“, dass ich jeweils eine bis anderthalb Minuten das eine und dann das andere getan habe.
Ich könnt im Leben nicht loslegen und 30 Minuten AM STÜCK rennen.
Nicht mal mit einem angriffslustigen Bären im Schlepp.

Kommentare:

Paula hat gesagt…

Hast Du Dich mal mit "Schlafhygiene" beschäftigt? Nee, nicht Körperhygiene vor dem Schlafengehen, sondern die Bedingungen des Schlafens selbst?

Guckst Du hier:
http://www.entspannungsverfahren.com/pdf/mb_7.pdf

Das ist ja ein weites Feld und nicht so einfach rauszufinden, warum der Schlaf nicht sanft und süß ist.

Schönen Freitag!
P.

Meise hat gesagt…

Uiuiui, das hört sich tatsächlich gefährlich an.
Wahrscheinlich hat sich das Bettzeug diese Nacht einmal gewehrt, umd nicht wieder so sang- und klanglos aus dem Bett zu fliegen und sich an Ihrem Knie festgehalten. ;)

Georg hat gesagt…

Ich schlage vor, Du kaufst Dir einen gelben Schlafanzug. Dann kann zumindest Deine Umwelt erkennen wie gefährlich Du bist...

Du weist ja: rotierende Massen müssen gelb gekennzeichnet sein...

P.S. Noch eine Nachtschicht und Väterchen Urlaub ist da.

Lily hat gesagt…

Zum ersten Unterfangen Richtung besserer und ruhigerer Schlaf wird die Aktion "Wir schaffen mal wieder Ordnung" beitragen;-)
Es ist in den vergangenen Wochen schon besser geworden, seit mein BZ etwas flachere Kurven aufweist. Denn nächtliche Hochs sorgen für viel Verkehr zwischen Schlaf- und Badezimmer.
Und auch das Yoga und die Pilates-Übungen tragen ein wenig dazu bei, denn die abschließenden Entspannungsübungen sind wirklich gut.
Einen gelben Schlafanzug (falls man das so nennen kann) hab ich tatsächlich. Allerdings hab ich den noch nicht mit Gefahrenwarnungen in Verbindung gebracht.
Hach ja.
:-)
Schönen Samstag,

Lily

uschi hat gesagt…

BIG BIRD !!!!
Mit Kulleraugen und Federn auf'm Kopp

Meise hat gesagt…

Big Bird... *kicher* Cool!

Lily hat gesagt…

Nun. Big Bird hatte auch Federn am Hintern, soweit ich mich erinnern kann. Plus, er hat durch die Nase gesprochen, wohingegen Unterzeichnete lispelt :-)

Waren das noch Zeiten. Bibo und Herr Huber in der Sesamstraße...
Wo hat Big Bird eigentlich geschlafen? In einem großen, großen Nest?
:-)
Lily

Steffen hat gesagt…

Wie ist das jetzt eigentlich mit Henning? Hält der die Tür von innen zu und geleitet dich sanft wieder zur Ruhe, bevor er wieder auf dem Nachttisch Platz nimmt? :)

Lily hat gesagt…

Ich schlafe auch länger mit Henning. Bin früher müde und wache erholter auf. Alles so, wie es sein soll.