Samstag, 24. Januar 2009

Szenen keiner Ehe

Schreib was.
Öhm- was denn?
Irgendwas. Los.
Mir fällt nichts ein.
Stell dich nicht so an, an die Tasten, bitte!
Hat doch keinen Wert, wenn mir nichts einfällt.
Appetit kommt auch beim Essen, meine Liebe, schreib einfach.
Ach, menno. Ist doch blöd, interessiert doch niemanden, wenn ich einfach so schreibe.
Klar, mach dich nur klein. Wenn du nicht schreibst, liest garantiert keiner.
Sag ich doch.
Klatsch
Aua!
Siehste.
Nein, seh ich nicht.
Werd bloß nicht frech, Mädchen!
Doch.
Nein!
Doch!!
NEIN!
Schrei nicht so!
WER SCHREIT DENN HIER?
Na, du.
ICH SCHREI NICHT!
Doch.
NEIN!
Und warum dann die Großbuchstaben?
Meine Tastatur klemmt.
Warum klemmt die denn?
Weil ich ein Glas Sekt drüber geschüttet habe.
Da würd mich mal interessieren...
Ja?
War das Sabotage oder ein Versehen?
Ein Versehen. Bzw. ein Headset-Kabel.
Das kannste wem erzählen, der sich die Hose mit der Kneifzange anzieht.
War aber so.
Bestimmt nicht!
Doch.
Und warum trinkst du überhaupt Sekt, wenn du am Rechner sitzt?
Sag ich nicht. Dann meckerst du nur wieder.
Ich mecker doch gar nicht.
Doch, tust du immer.
Wann würde ich wohl meckern?
Na, jetzt zum Beispiel.
Und wo bitte...?!
Na, die ganze Zeit meckerst du. Ich würd nicht schreiben.
Tust du ja auch nicht.
Wohl.
Nein.
Doch.
NEIN!
Siehst du. Jetzt meckerst du nicht nur, jetzt schreist du auch noch.
Du treibst mich in den Wahnsinn.
Du mich auch.
Dann sind wir uns ja einig. Schreibst du jetzt was?
Ach, leck mich.



So, oder so ähnlich...


Lily

Freitag, 23. Januar 2009

Wenn Falcon nicht wäre, hätte ich dieses Posting mit „Give a Little Bit“ betitelt. So jedoch schone ich seine Nerven :)

Du weißt, dass du zuviel Zeit…



…mit der Lektüre von Harry Potter verbracht hast, wenn du deinen krümelübersäten Küchenfußboden anschaust, und alles was dir einfällt ist ein leise gemurmeltes „Accio Besen!“


…in WoW verbracht hast, wenn du deine Freunde mit ausgiebigem Auf- und Abhüpfen begrüßt.


…im Ruhrgebiet verbracht hast, wenn du auf die Frage „Wer war das Schnitzel?“ mit „Mir!“ antwortest.


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Nicht, dass ich in letzter Zeit viel Schnitzel gegessen hätte. Ganz im Gegenteil, derzeit sind Eintöpfe angesagt, in großen Mengen gekocht, in kleineren eingefroren und als enorm preiswerte und leckere Mahlzeiten dann später verspeist.
Für dieses Wochenende stehen Grünkohl, Linseneintopf, das Linsenlecker (mit Hackfleisch und Jogurt-Sauce), Graupensuppe, Möhrengemüse, Spinat oder schlichte Spaghetti zur Auswahl.
Derzeit knurrt hier mein Magen nicht unbeträchtlich. Deshalb hör ich lieber auf mit den Schilderungen.
Vielen Leuten vergeht der Appetit bei Dicken Bohnen oder Graupen, mir nicht. Dafür lass ich gern eine Pizza stehen.
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Gestern abend hab ich die Gratulationscour zu Helmut Schmidts neunzigstem Geburtstag (23.12.08) gesehen.
Ist ja alt geworden, der Gute- aber er ist für mich immer noch eins: Deutschland.
Brandt hab ich bewusst nicht mitbekommen, dann kam Schmidt, und danach ging es, meiner Meinung nach, kanzlermäßig entschieden bergab.

Ich bin nicht immer seiner Meinung gewesen. Ihm habe ich aber immer abnehmen können, dass er im bestverstandenen Interesse Aller zu handeln glaubte, und niemals gegen sein Gewissen.


Glückwunsch nachträglich!


Lily

Mittwoch, 21. Januar 2009

Aus einer anderen Welt.





Dort sieht man die Herren Falcon und Klapsenschaffner, zusammen mit mir, wie wir den Immersangwald unsicher machen.
"Loot" ist der Fachausdruck für das Plündergut, welches man erhält, wenn man irgendwelche Gegner erlegt.
Wobei mich immer wieder erstaunt, dass die wandelnden Bäume hier stets etwas Kleingeld mit sich führen.
Man achte auf die geschmackvolle, zu Tarnzwecken vollkommen ungeeignete Kleidung. Wir verbringen viel Zeit damit, einander auf den Hintern zu starren- es geht nicht anders.
Bis vor einem Level oder so war der Herr Klapsenschaffner komplett in Ledergurte gehüllt, geschmückt mit allerlei zierlichen Schnallen. Die konnte er zum Glück ablegen, vermutlich hat sich die Brustbehaarung gern drin verfangen und geziept. Jetzt trägt er das, was man in lang vergangenen Zeiten ein Leibchen nannte, und dazu etwas, was den Anschein erweckt, aus Turnvater Jahns Schublade mit den Sporthosen zu stammen.
Aber er kann nichts dafür, wiewohl er darunter leidet.
Vor allem unter dem Spott seiner Mitspieler.

Sagt Lily,
die jetzt wieder Angeln geht.
Virtuell, versteht sich.

Sonntag, 18. Januar 2009

Und damit...

...hab ich mich heute beschäftigt (bisher jedenfalls):









Was das ist? Das soll was werden.
Ein eigener Entwurf zu einem -tadaa, die Spannung steigt- dieser netten kleinen Notizbücher für die Zuckersüßen unter uns. Vor allem für mich.

Was mich nämlich schon seit Jahren ärgert, ist die mangelnde Praktikabilität der mir bekannten Tagebücher für Diabetiker. Die sind für ca. 2-3 Monate gedacht, und sehen normalerweise schon nach 14 Tagen aus wie Schwein auf Urlaub. Wenn man seinen Blutzucker misst, sticht man sich dafür in den Finger. Die Durchschnittszuckerschnute ist hart im Nehmen und braucht für die Fingerkuppe kein Pflaster oder so, normalerweise ist die Haut schon so verdickt, dass es eh nicht mehr besonders blutet. Aber etwas bleibt meist zurück am Finger, also auch auf dem doofen Heft, denn die sind alle in dünne Pappe bzw. etwas dickeres Papier gebunden.
Also werde ich zusehen, dafür eine wenigstens abwaschbare Hülle hinzukriegen.

Außerdem mag ich es, wenn ich nicht nur dröge Zahlen oder ein Diagramm habe, sondern beides.
Die mir bekannten Tagebücher haben eigentlich alle keine Voreinteilung für die Uhrzeit, sofern man ein Diagramm zeichnen kann. Man trägt Messergebnis nach Messergebnis ein- ablesen kann man daraus sicher vieles, aber nicht auf den ersten Blick eine tageszeitbedingte Fehleinstellung. Das fällt leichter, wenn es eine gleichbleibende Achse gibt, an der man sich entlang hangelt. Dann ergibt ein Graph, der aufgrund der Messergebnisse gezeichnet wird, auch einen Sinn.

Zudem sind die Daten, die wichtig sind bzw. sein können, in der Regel weit gestreut. Sie irgendwo zusammenzuführen erscheint eine gute Idee.
Meine derzeitige Pumpe hat die Notfall-Service-Telefonnummer auf dem Gehäuse aufgedruckt. Prima. Die Pumpe davor hatte das nicht. Allerdings ist auch bei der jetzt hier betriebenen Pumpe diese Telefonnummer nur zu lesen, wenn ich das Gerät aus seiner Halterung rausprockel. Das ist genau so, wie sich das anhört: Prockelei.

Die Pharma-Zentralnummern für das Zubehör aufzunehmen bietet sich an dann braucht man sie nicht zu suchen, wenn man mal nachbestellen muss.
Das ist eigentlich immer dann der Fall, wenn man Nachschub braucht- die Teile sind so exotisch, dass man sie immer bestellen muss, und immer beim Hersteller. Der Großhandel hat sie nicht im Vorrat, und die Apotheke auch nicht. Da reicht eine neue, nicht wer-weiß-wie informierte PTA und schon ist das Theater groß (alles schon erlebt).
Es macht also Sinn, die Angaben irgendwo zu sammeln, ebenso wie ein paar Rubriken für die Basalraten, die man zuhauf bei neueren Pumpen einstellen kann. Wenn ich sie auch wirklich nutze, ergibt es guten Sinn, das zu vermerken. Wenn man aber nicht (mehr) weiß, welche Basalrate wann aktuell war, weil sie nur im Pumpenspeicher aufbewahrt wurden, nützt das ganze schöne Tagebuchführen nichts, oder nur wenig. Ich stell oft nur auf geringere prozentuale Abgabe ein, oder, am Wochenende, auch schon mal auf 110 %- man sollte auch das eintragen können. Manchmal ist allerdings auch die "Sport"-Rate dran. Dann kann ich das am jeweiligen Tag vermerken.

Jetzt fehlt mir nur noch eins: Ein passender Name, der sich nicht so zum Sterben langweilig anhört wie "Diabetikertagebuch". Denn, ehrlich gesagt, erstens ist es schnarchöde, und zum zweiten ist das nicht mein Tagebuch. Sofern ich dort mal nichts anderes einzutragen haben sollte als den Morgenwert von 95, erschieß ich mich.
Und ich würde mein Tagebuch nie jemandem zeigen. Dieses Ding will der Doc aber sehen- und bei der Bezeichnung sträubt sich in mir was dagegen.

Ich weiß, ich bin seltsam :-)

Lily

Samstag, 17. Januar 2009

Misc.

Ärgerliches


-kaputte Kameras anlässlich des schönsten Vollmonds, der jemals überm Ruhrgebiet zu sehen war

-eine Barschaft, die den Neuerwerb auch einer miesen neuen Kamera eindeutig ausschließt

-Katzen, die beim Balgen meinen wunderschönen Schneeflocken-Obsidian vom Schrank herunter geworfen haben. Der ist leider auf den Fliesen zerbrochen. Ich hab ihn kleben müssen. Mistviecher.


Beängstigendes


-liebe Menschen, die krank werden :-(

-Berge von Arbeit, die auch durch stetiges an-der-Sache-Dranbleiben keinen Zentimeter kleiner werden.

-Bügelwäsche. Oh.Mein.Gott.


Gemischtes


-eine ultimativ erforderliche Auseinandersetzung im Geist schon vorwegzunehmen

-einen weiteren Schweinehund als solchen zu erkennen, bzw. seine Tarnung aufzudecken (liebe Etosha, Meisterin der Benamsung dieser Seelen-Parasiten: Ich glaube, ich habe noch einige weiße Flecken, wo welche wohnen, an die du noch nicht gedacht hast. Krüppelviecher, boshafte!)


Nachdenkliches


-eine Anregung einer guten Freundin nicht an die Seite drängen sondern in den psychischen Brutkasten zu legen und einfach mal reifen lassen, ohne ständig dran rumzufingern.

-wieder feststellen, dass man mit ein bisschen Planung sowohl günstig als auch ganz gut leben kann (und sich ausnahmsweise nur ein bisschen ärgern, dass man das ja schon mal wusste und wieder vergessen hatte)


Feines


-gegen die eigene dunkelgrau getönte Brille ein Positiv-Tagebuch zu setzen, in das man abends mindestens drei gute Sachen des Tages einträgt- macht einem nicht nur klar, dass es die auch gibt, sondern weckt auch den Ehrgeiz, was zum Eintragen haben zu wollen.

Danke an Kate und all die anderen lieben Leute.

-die Tage werden wieder länger. Zum Glück.

-einen zweijährigen Neffen zu haben, der freudestrahlend auf einen zugelaufen kommt. Und einen dann einlädt, mit ihm und der Kiste Spielzeugwerkzeug das Kinderzimmermobiliar zu zerlegen. Yay.

-eine fünfzehnjährige Nichte zu haben, die freudestrahlend auf einen zugelaufen kommt. Und einen fragt, ob man nicht mal die Mittagspause mit ihr verbringen möchte. Es ist soo cool, wenn man die Kinder nicht erzieherisch beeinflussen muss, sondern so cool und ... cool sein kann, wie man will :-)

-heute gibt’s Möhrengemüse. Mit Frikadellen.



Ich wünsche euch ein schönes und positives Wochenende.



Lily

Mittwoch, 14. Januar 2009

Ha. Erlegt.

Hab ich nicht mehr alle Schweine im Rennen,

... oder steht da tatsächlich, dass 616 MB 6% von 2,3 GB sind?

Ein Gigabyte sind 1024 Megabyte, wenn mich nicht mein Gedächtnis in die Irre führt- das macht bei 2,3 GB ungefähr 2.350 MB. 616 MB sind da mehr als 25%. Korrigiert mich bitte, wenn ich Unrecht habe...


Edit: Soeben erfuhr ich auf meinem Bildschirm, dass 20-28 % von 2,3 GB immer 1,1 GB ergeben. Ist das Relativität, oder einfach nur unverständlich?

Montag, 12. Januar 2009

Ein Extra für den Schaffner und Falcon. Aber alle anderen dürfen auch gucken.



Warum heißt das Pferd "Pferd"?
Weil's lebt auf der Erd. Könnte es fliegen, hieße es Pfluft.


Geselligkeit in Orgimmar. Glaube ich. Kann auch woanders sein.
Aber es wurde gesungen, jedenfalls wurde dies auf ungeschickte Weise vorgegeben.


Und das passiert, wenn die Server down sind: Alles meldet sich da an, wo noch ein Zugang zu kriegen ist, und es wird ein wenig voll in den Anfängergebieten.
Nostalgische Grüße an den Herrn Epic-Mount-Eigner und seinen treuen Gefährten.


L

Kreatyvität

„Erfindungsreich“ ist ein schönes Wort, ebenso wie „Ärar“ oder „Nys“.
Während ich mir vorstelle, dass „Nys“ der Plural von Ny sein soll, lassen mich Begriffe wie „Quiene“ oder „Jassen“ total ratlos zurück.
Ich spiele Scrabble, online gegen den Rechner.
So langsam bin ich aus der Phase raus, wo er mich mit dreifacher Punktzahl locker geschlagen hat, und auch aus dem Trotz, der mich bei der Bemerkung „XYZ ist nicht im Wörterbuch enthalten!“ immer im Stillen „In meinem aber wohl!“ hat antworten lassen.
Ehrlich: Jemand, der mir „Quese“ als zulässiges Wort verkauft, aber „Deiche“ nicht kennt??
Den kann ich eigentlich nicht ernst nehmen.
Zu Anfang wollte ich ihm noch beibringen, dass Paraguay, Yussuf, Peggy und Chur erlaubt sind. Bis mir dann (nach Studium der Anleitung...) klar wurde, dass die Regeln was gegen Eigennamen und Geographie haben. Haben sie wohl immer, aber ich habe noch nie echtes Scrabble gespielt, muss ich zu meiner Entschuldigung sagen.
Diesem speziellen Online-Spiel kann man einiges beibringen, er merkt sich die für gültig erklärten Worte für die aktuelle Sitzung. Das kann nach hinten losgehen, wenn man mal als Notbehelf auf den ein oder anderen französischen oder englischen Begriff verfallen ist, bloß um der blöden Maschine nicht wieder den Triumph zu gönnen, einen abzumeiern.
Abmeiern. Auch schön.

Ab und zu ist die Versuchung groß, den eigenen Erfindungsreichtum (ha, verlängert!!! Drei Buchstaben!) ins Kraut schießen zu lassen... wobei ich eigentlich finde, dass „Geldwahn“ oder „Eidgold“ sehr gelungene Konstruktionen sind. Ebenso wie Stadtwiese. Das sind die Wiesen, die ein bisschen staubig aussehen, ihr wisst schon.
Erstaunlich finde ich, dass er seinen eigenen Wortschatz zu verlieren scheint. Letztens ging „Toque“ noch, das ist eine Kopfbedeckung, wenn mich nicht alles täuscht. Seit Samstag nicht mehr. Und obwohl er mir am Sonntag versucht hat, klarzumachen, dass „qe“ zulässig ist (wiesu denn bluß?) will er heut nichts mehr davon wissen. Aber da er die Worte aus dem Internet lädt, hat vielleicht einer mal die Rechtschreibkontrolle über das Netz laufen lassen. Oder das ist jetzt Netz 3.0? Wer weiß das schon immer so genau.


So. Und wenn mir jetzt noch einer verrät, was ich aus q u i a y u g machen soll, dann wäre das sehr nett.
Ich bin am Zug, am ersten sogar.



Lily
(Kennt er auch nicht)

Samstag, 10. Januar 2009

Ohne besonderen Grund.

Kennt ihr ihn auch? DEN Einen?

Die heimliche Teenager-Liebe, der coole Typ, der personifizierte Anlass verdrehter Augen.
Der Mann, der euch Herzklopfen verursacht, und in dessen Gegenwart ihr immer nur Unsinn von euch gebt.
Aufreizend wie ein Stein im Schuh. Distanziert wie Alpha Centauri.
Niemand, den man irgendwohin mitnehmen kann, keinesfalls die Sorte Mann, die sich gut auf der Familienfeier zu Mutters sechzigstem Geburtstag macht.
Meist hat er euren Geburtstag vergessen- wenn aber nicht, dann macht euch auf etwas wunderbar Abgedrehtes gefasst.
Er ist der, neben dem ihr morgens erwacht und euch fragt, welche wundertätige Macht ihn neben euch gelegt hat.
Er ist der Polarstern an eurem Himmel, auch wenn er kaum in der Lage ist, den nächsten Supermarkt zu finden.
Er wird euch die Sterne schenken, und nie den Müll runter bringen.
Er ist der, neben dem ihr euch wie die Verkörperung des Spießertums vorkommt.
Er zaubert Leuchtfeuer in eure Augen- und tiefste Verzweiflung in eure Herzen.
Noch nach Jahren wird euch ein Hauch von Rasierwasser, eine bestimmte Formulierung, ein Blick an ihn erinnern, und Jahrzehnte nachdem alles vorbei ist, wird es wieder so sein wie damals.
Es dauert eine Ewigkeit, bis die Bindung schwächer wird- und wenn man ehrlich ist, hört sie nie ganz auf zu existieren. Auch wenn der Mensch nicht gut für uns war, wenn alle anderen besser und heilsamer gewesen wären: Dieser Typ hat sich für alle Zeiten in unser Gedächtnis gegraben. Wenn wir Glück hatten, nicht in Form tiefer Wunden, sondern nur unbezahlbarer Erinnerungen.
Es ist nicht verwunderlich, dass dieser Mann irgendwann gegangen ist- es war verwunderlicher, dass er überhaupt da war. Seltsam und unglaublich, alles in allem.

Die wahre Liebe haben wir vielleicht woanders gefunden, etwas ruhiger, nicht so aufregend, dafür auch nicht von der Kurzlebigkeit einer Silvesterrakete. Vielleicht hat die Liebe ein paar Kilo zu viel, wo sonst ein Sixpack saß, ein paar graue Haare, wo dunkle Locken unsere Hände magisch anzogen. Vielleicht hat die Liebe ein überzogenes Konto und ab und zu Tennissocken an.
Trotzdem...
Ein Hoch auf die Liebe, in welcher Gestalt auch immer.


Lily

Freitag, 9. Januar 2009

Nachgelegt

Am Sonntag, während es noch dröhnend schneite, hörte ich ein Jauchzen (ja, tatsächlich!) von draußen, und eruierte als dessen Quelle die drei halbwüchsigen Knaben der Nachbarn von unten, die eine gewaltige Schneeballschlacht vom Zaun gebrochen hatten- immer rings um den Schneemann, der am Heck des Mutterautos stand.
Man jauchzte, man jodelte und hatte allerlei Spaß- in Turnschuhen, Tennissocken und Boxershorts.
Sonst trugen die Knaben nichts.
Da sag noch einer, die seien verweichlicht.

Lily
die selten drei halbnackte männliche Wesen auf einmal auf dem Hof hat herumspringen sehen.

Donnerstag, 8. Januar 2009

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen- manche verhungern dabei

Mein erster Vorname ist „Extrem“. Mein zweiter „Rückfall“. Abgesehen von Lily, versteht sich.
Das ist frustrierend, und zwar immer, jedoch immer in unterschiedlichem Ausmaß.
Derzeit ist es so, dass ich schreien könnte, und zwar vom ersten Morgenrot an bis die Sonne untergeht.
„Wer aus seinen Fehlern nicht lernt, ist dazu verdammt, sie wieder zu begehen“, hat mal ein kluger Mensch gesagt.
Wenn’s danach geht, hab ich eine Lernbehinderung- nicht, dass ich nicht vieles könnte, betrachtet man die grundsätzlichen Fähigkeiten dazu.
Dranbleiben, Ziele verfolgen, konsequent das Gelernte auch einüben und anwenden- das kann ich nicht.
Es ist im wahrsten Sinne frustrierend, wenn man immer wieder (und das seit Jahrzehnten) mit Schmackes an die Wand fährt.
Für dieses An-die-Wand-Fahren hab ich schon mehrfach einen hohen Preis gezahlt, nichtsdestotrotz vermute ich inzwischen, dass jeder Versuch, eine langfristige Verhaltensänderung zu etablieren, auch wieder scheitern wird.
Vielleicht geschieht das, weil ich mittlerweile nichts anderes mehr erwarte… Keine Ahnung.
Jenseits aller Frustration macht mich das auch kolossal wütend, wenn ich ehrlich bin.
Und mir gehen die Ideen aus, wie ich dem beikommen könnte.
Ich werde nicht lernfähiger, je älter ich werde, das steht fest.
Und die Aussicht auf weitere 20 oder 25 Jahre in dieser Gemütsverfassung stimmt mich keineswegs fröhlich.


Ich will im Heim!!!

Lily

Mittwoch, 7. Januar 2009

Eiszeit (vermutlich wenig originell, aber passend)

Alle reden übers Wetter, ich nicht.
Ich schreib drüber.
Nicht wirklich, aber ich möchte anmerken, dass heute morgen der Irrsinn in Gestalt von wild gewordenen, marodierenden Schülerhorden über uns hereingebrochen ist. Samt den ihnen zugeteilten Erziehungspersonen nehmen sie nun wieder am Straßenverkehr teil, der schon unter dem Schnee gelitten hat.
Aber mal abgesehen vom Wetter: Was ist eigentlich heutzutage mit den Beinen von Kindern und Jugendlichen los? Können die alle ihr Gewicht nicht mehr tragen, oder aus welchem Grund sind die Eltern als Chauffeure so beliebt? Zu meiner Zeit galt als verachtenswertes Weichei, wer sich fahren ließ. Heutzutage bilden sich regelungsbedürftige Schlangen an den Zufahrten der Schulen, damit die verpimpelten Damen und Herren möglichst wenig Kontakt mit der frischen Luft haben. Vielleicht auch, damit sie -ungeachtet der Witterung bauchfrei gewandet (oder besser: Ungewandet)- die Leistungsfähigkeit der Solidargemeinschaft „Gesetzliche Krankenversicherung“ auf die Probe stellen können.
Ich tröste mich immer damit, dass nach den Darwinschen Gesetzen und der Anwendung strikter Selektion diese Gestalten ebenso wenig in freier Wildbahn überleben wie die, die zu dieser Jahreszeit gegen Abend mit einer unbeleuchteten Mofa unterwegs sind. Selbstverständlich im knapp taillenkurzen Jäckchen, und mit wehendem Schal.
Vielleicht treibt mich hier aber lediglich der Neid- als ich so jung war, trug man Moonboots und Daunenjacken, und jede/r sah aus wie ein Michelin-Männchen.
Aber wir haben wenigstens nicht gefroren.
Arme Kinder.


Einen schönen Tag, so wenig Blechschäden wie möglich und eine tropffreie Nase wünscht


Lily

Sonntag, 4. Januar 2009

Urlaub in Allergien





Kein schöner Ort, dieses Allergien, wenn ich ehrlich bin.

Da freut man sich auf eine schöne Tasse Kakao nach längerem Aufenthalt an der sehr frischen Luft, und dann sowas- hatte doch glatt meine bisherigen Rundum-Erfahrungen mit Milch verdrängt. Grrr.


In dem Zusammenhang fällt mir wieder ein kürzlich gelesenes Beispiel für missglückte Metaphern ein:


„...die Liebe ist wie eine Rose- wie eine erbrechende Knospe steht sie vor dir.“

Ich glaub, dann kam da auch noch was mit stechenden Dornen.


Danke auch.

Wenn ich mal das Verlangen habe, mein Frühstück wieder zu sehen, komm ich vorbei.


Bis dahin: Gute Nacht!



Lily

Freitag, 2. Januar 2009

Stunden später

bin ich wieder da, mitsamt viereckiger Augen.
Und so etwas wie einem Resümee: DVD-Spieler gibt es massenweise. Auch billige. Auch billige Marken-DVD-Spieler. Was es nicht massenweise im Elektro-Markt meines Vertrauens gibt: Willige Verkäufer, die auch noch über das ausreichende Wissen verfügen, aufgeregte Mittvierzigerinnen beim Erwerb neuer Geräte zu unterstützen.
Die Fragestellung war, ob es einen Player gibt, der problemlos an a) meinen 16 Jahre alten Fernseher und b) das nicht viel jüngere Dolby-Surround-System (Decoder und Verstärker-Kombi) passt.
Der Verkäufer, ein Vertreter der eher maulfaulen Sorte, brummte was von "passt schon" und "nehmen Sie den doch, der ist besser".
Soweit ich die Bebuchsung des hier vorhandenen, aber defekten Systems im Kopf hatte, war der alte Player direkt mit den Boxen verbunden. Genau wusste ich das auch nicht, denn die Verkabelung hat mein Bruder erledigt ( die Aura meines Wohnzimmers vibriert immer noch von den anlässlich dieses Geschehens ausgesprochenen Flüchen).
Maulfaul hin oder her, ich hab dem Verkäufer geglaubt, als er mir mitteilte, dass "die Buchsen da" ausreichen, um das Ding an den Verstärker zu bringen.
Zu Hause dann hab ich mich wie so oft gefragt, warum Stereodingsdas immer in der dunkelsten Ecke des Zimmers stehen müssen, und immer auf dem Boden. Warum es da immer so staubig ist, und warum nie genug Platz ist, um wirklich gut sehen zu können und auch überall dran zu kommen. Warum diese ganze Kabelei einheitlich schwarz ist, und warum Kabel offenbar genetisch darauf fixiert sind, sich zu verknoten.
Dann hab ich die Kabel abgezogen, und versucht, genau so wieder an dem neuen Ding anzubringen.
Woraufhin ein tiefes, sonores und vibrierendes Brummen ertönte.
Dann brach mir der Schweiß aus.
Und ich musste erstmal eine Lampe holen.
Der nächste Versuch ergab dann die Variante "tiefes Schweigen".
Anschließend hab ich erstmal alle Kabel wieder abgestöpselt, und die Bedienungsanleitung hervorgekramt.
Da ich keine Ahnung habe, wie der Signalgang ist, also ob das, was aus dem Player kommt, erst in den Decoder und dann in den Verstärker- oder was? An dem unvollständigen Satz sollt ihr meine Verwirrung erkennen, also keine Beschwerden, bitte.
Die Beschriftung auf den Geräten und die Zeichnungen im Heft waren keine wirkliche Hilfe- farbgleiche Anschlüsse miteinander verbinden. Ha! Da SIND keine farbgleichen Anschlüsse, basta.
Erstmal eine rauchen.
So.
Dann nochmal von vorn, und zwar ohne gedruckte Besserwisserei.
DVD-Player mit einem Satz Cinch-Kabel direkt an den Verstärker- und hurra! Dolby-Surround! und Musik! und überhaupt!
Aber kein Bild.
Erstmal eine rauchen.

Kaffee trinken.

Neuen Kabelsatz nehmen, und einfach mal alle Kombinationen durchprobieren.

Geht nicht, kein Bild. Nienich.

Kein BILD! Menno.

Verzweiflung gräbt sich langsam durch mein Gebein.

Dann ein (Licht-)Blick.

Was baumelt denn da blau herum?

Richtig.

Das Scart-Kabel.

Stimmt, das gehört da auch hin.

Schiefes Grinsen, Kabel einstöpseln, und- BILD!!!


Geht doch nichts über selbst machen :-)

Lily,

Vom Winde verweht.

Koinzidenzen, und: Rama dama im Autopilotmodus

Es ist vermutlich der reine Zufall, dass beim Blick in den ein oder anderen Blog dort Neujahrspostings auftauchten, die den gleichen Titel tragen wie der meine. Nächstes Jahr will ich mich bessern, und kretativer sein. Und wenns nur bei der Rechtschreibung ist. Versprochen.
Und nun Schluss mit den guten Vorsätzen.

Heute morgen weckte mich ein Geräusch von Nässe auf der Straße.
Hm. Bei nochmaligem Lesen stelle ich fest, dass das irgendwie doch ungeschickt ausgedrückt ist- aber es ist wahr. Nässe zischt so unter Autoreifen, das war das Geräusch.
Ein Nasszischen bedenklichen Ausmaßes also registrierten meine Ohren.
Regen find ich toll, also sprang ich motiviertestens aus dem Bett, nur um von der üblichen Eiseskälte meines (ungeheizten) Schlafzimmers umfangen zu werden.
Da fielen sie mir wieder ein: Die Minusgrade draußen.

Nass und kalt = glatt, sagte die Autofahrerzentrale in meinem Hirn, und langsam fügte sich eins zum anderen.

Nass +Kalt + Glatt+ Erdgeschossmieter.
Die Sehzentrale fügte noch eine Information hinzu: Weiß draußen.
Und das Unheil nahm seinen Lauf...

Keine Zeit zum Duschen, nein.
Schuhe, Jeans, Pullover, alte Jacke und Handschuhe angelegt und raus zum Räumen.

Der vergleichsweise noch vorhandenen Schlaftrunkenheit in meinem Schädel ist der (erste) Versuch zu verdanken, die üppigen Frontmeter vor und neben und hinter dem Haus mit Streusalz in den Griff zu kriegen. Wenige Meter später dann, unter dem Soundtrack der Schneeschaufeln, geschwungen von anderen Anwohnern, sickerte dann das Wort "Besen" von irgendwoher in mein Bewusstsein, und ich wusste, ich mache was falsch.

In den Eingeweiden des Hauses, tief verstaut unter der Treppe, fand sich dann ein Straßenbesen, und ich konnte meinen Bemühungen etwas effektiver Gestalt verleihen.

Eine knappe halbe Stunde später, wieder im Warmen und umsprungen von Katzen, war mir dann klar, dass es bestimmt witzig ausgesehen hat, wie ich dort den Besen schwang...

Abgesehen von dem, was unsere amerikanischen Freunde einen Bedhead nennen, trug ich meine alte rosa Daunenjacke.
Die verleiht der Trägerin eine gewisse unbeholfene Anmut, weil die Daunen total klumpig sind, und an den merkwürdigsten Stellen Beulen bilden.
So scheint es, als habe die damit Bekleidete einen Buckel links, und rechts eine melonengroße Einzelbrust (im Kontrast dazu verschwindet die linke ins Nichts, egal, ob D- oder E-Körbchen). Die Vorwölbungen, die am Rücken zu beobachten sind, erfüllen ganze Generationen von Orthopäden mit Gewinnhoffnungen, und ein Ärmel hat Elefantiasis im Endstadium.
Großstadtschick im Winter.
Über die Jeans kann man nichts Nachteiliges berichten, die ist einfach schwarz mit den hier obligatorischen Katzenhaaranhaftungen.
Die Füße jedoch traten dem Fass die Krone in die Eier.
An den Füßen?
Hatte ich Flipflops.
Die schicken, von Hippiemode geprägten Flipflops aus dem letzten Jahr, mit Perlen und Zeugs dran.
Dafür aber keine Socken. Die passen ja auch nicht in Flipflops.

Merken:
Nächstes Mal erst wach werden.
Und dann raus, egal, zu welchem Tun.

Lily.

Donnerstag, 1. Januar 2009

Same Procedure as Ev'ry Year...

nein, hier kommt jetzt keine eingebundene Filmschnulze mit Butler Freddy und Miss Sophy, sondern ein fieser kleiner Verriss von 2008 und ein paar anderen Vergangenheiten. Was anderes bleibt mir nicht übrig, denn die wirklich jetzt schon gelungendsten Worte für 2009 stehen drüben bei Etosha.
Lest und genießt.
Was meine geäußert werden wollenden Informationen betrifft: 2008 hat sich als im Abgang eher mieser Jahrgang geoutet, wie man an den folgenden Dingen merkt:
a) Mein DVD-Player hat sich heute Nacht mitten im ABBA-Film endgültig zu seinen Vorfahren verabschiedet. Einen Neuen gibt es erst morgen zu kaufen. D.H. meine liebevoll beschafften Neujahrs-Filme (und damit das ganze Sonntags-Programm) sind dazu verurteilt, in ihren Schächtelchen zu bleiben.
b) Weil somit die geplante Unterhaltung mittels geschickt gewählter Filme ausfiel, waren wir gezwungen, ein bisschen im nächtlichen Programm der Fernsehsender herumzuzappen. High Society (im Ersten) war nett, und man sang dort schön. Bing Crosby und Grace Kelly mit "True Love"... ach, war das nett. Man könnte fast wieder an die Liebe glauben.

Das Grauen lauerte im ZDF-Info-Kanal. Eine "Disco"-Retrospektive...jawoll, mit dem unkaputtbaren Ilja Richter. Die Haare... mein Gott, die Haare... Und gelbe Hosenanzüge. Die sind zum Glück ausgestorben. Aber sonst?
Dieses Machwerk hier hat dazu geführt, dass ich mich frug, welche Sprache der Mensch da eigentlich singt. Und dieses hier? Allmächtiger Schöpfer. Nicht mal eine Laissez-Faire-Haltung in Bezug auf die psychedelischeren der 70er-Jahre-Drogen kann das rechtfertigen. Der Typ ist doch eindeutig zugedröhnt, oder? Mal ganz zu schweigen von den wehrlosen Teenies, die sich da in merkwürdigen Zuckungen winden. Entweder sieht man nur das Kabel nicht, mit dessen Hilfe die Kinder Elektroschocks bekommen, oder die Eintrittskarte war mit willenszerstörenden Chemikalien getränkt.
Ich hätte nie gedacht, dass ich für die Existenz von Dieter Bohlen mal dankbar sein könnte- aber sowas wie dieser J. Bastos hätte es nicht mal auf die Castingstudio-Toilette geschafft.
Dann kam noch Sweet- der Lead"sänger" in scheußlichgrün berüschtem Outfit, in scharlachroter Schlaghose- niemand sollte sich über Schulterpolster und Karottenjeans das Maul zerreißen, bevor er dieses Elend gesehen hat.
Wenn ich daran denke, was solche Machwerke in unschuldigen Kinderseelen anrichten konnten, wünsche ich mir, ich hätte mit Vattern die Sportschau gesehen und was über die Abseitsregel gelernt, damals, als mein Hirn noch nicht so fest verdrahtet war.
Endgültig disqualifiziert hat sich das Jahr jedoch, als ich soeben erfuhr, dass meine Freundin Kate sich (ohne Einfluss von Alkohol, Drogen oder wildem Getanze) übel den Arm gebrochen hat.

Menno. Das wäre echt nicht nötig gewesen.

Der Hirsch war allerdings lecker, Rosenkohl und Klöße auch, und es ist noch was übrig. Auch von dem Kuchen.
Um fünf herum war ich endlich im Bett. (Das Grauen hat leider eine gewisse Faszination. Man wollte nicht wirklich zuschauen- aber als ich dann schlafen gehen wollte, kam Nazareth und sowas alles. Das hat mich ein bisschen versöhnt...)

Here's to 2009.- Möge es ein schönes Jahr werden.
Fühlt euch umarmt und be-Glück-wünscht, alle zusammen, und bleibt mir erhalten:-)


Eure

Lily

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Transitions

Manchmal scheine ich irgendwas richtig zu machen. Yay. Meine Erkältung ist jedenfalls so weit zurückgegangen, dass sie nur noch schwach am Rande der Nebenhöhlen zu sehen ist, und ich sogar schon wieder atmen kann, ohne in ein keuchendes, mehrstimmiges Lungenpfeifen auszubrechen.
Ein Hoch auf Meerwassernasenspray aus der Plus-Apotheke. Es brennt, es schmeckt scheußlich (und ja, man kann nicht umhin, den Geschmack zu bemerken, dank der Anatomie eines Menschenkopfes), aber es ist erheblich effektiver als die üblichen Nasentropfen oder -Sprays. Außerdem trocknet es die Schleimhäute nicht aus. Vermutlich hilft das beim Überwinden der Erkältung.

*An dieser Stelle denkt euch bitte einen eleganten und literarisch wertvollen Übergang zum obligatorischen Jahresend-Themenbereich. Danke.*

Es ist also Silvester (Überraschung!!), und Zeit, sich den Zettel mit den Vorsätzen für 2008 von der Pinnwand zu pflücken und mal nachzuschauen, was von den Vorsätzen in die Tat umgesetzt wurde.

Die Kurzbilanz zeigt folgendes:

Ich rauche immer noch, und ich will immer noch aufhören.
Es hat keine gute Fee eingegriffen und meinen Diabetes weg gezaubert- aber ich habe noch beide Beine, beide Füße, beide Augen.
Ich bin immer noch pleite. Aber nicht pleiter als vor einem Jahr.
Ich bin immer noch Single, und immer noch nicht sicher, ob ich das beenden will.
Ich hab soviel Sport getrieben wie noch nie in meinem Leben. Und es hat Spaß gemacht, wenn es derzeit auch mal wieder eher zögerlich vonstatten geht.
Es hat viele und sehr wichtige Erkenntnisse gegeben, die mir vielleicht weiterhelfen dabei, mich besser kennenzulernen.
Ich bin immer noch nicht erwachsen (verflixt auch).

Ansonsten:

Auch nach fast 400 Postings (in diesem Jahr) macht das Bloggen noch Spaß.
Die Frau von gegenüber scheint täglich mehr Hunde zu haben, die sie ausführen muss.
Der Mann von nebenan geht immer noch täglich um halb neun zur Mülltonne.

Mal sehen, was der Neujahrstag an guten Vorsätzen für 2009 bringt. Einen hab ich schon gefasst: Demnächst etwas früher in die Hufe kommen, wenns ums Bestellen der Weihnachtsgeschenke geht. Die letzten 2 (nur Draufgaben, daher also kein Drama) kamen am Montag an.
(Wenn jemand einen Tipp für ein wirklich wunderbares Bilderbuch braucht: Ich kann „Gute Nacht, Gorilla“ von Peggy Rathmann nur empfehlen. So schön!)

Ich wünsche euch allen genau das Silvester, das ihr euch selbst auch wünscht. Sofern ihr euch keine Gedanken darüber machen wollt, wünsche ich euch einen Tag, der sich als gut und segensreich erweist.
Einen guten Rutsch hinüber auf die andere Seite- und denkt dran: 2009 ist durch 7 teilbar.
Das hat man nicht jedes Jahr.


Lily

Samstag, 27. Dezember 2008

Argh. Und: HUST!

Memmo, mich hats erwischt. Beib, bicht die Liebe, sobderb was viel abstrebgebderes: Eib feister, ekliger, fieser Schbupfeb, eib ekliges Husteb, meib Kopf ist gabz zu ubd beide Dase juckt.
Ich hasse das, so sehr- bicht schlafeb köbbeb, weil mab keide Luft mehr kriegt, immer aufwacheb, weil mab Husteb muss ubd Kopfschmerzeb.
Bochmal:
Memmo.
Unb jetzt geh ich ibs Bett, dabit ihr euch bicht absteckt.

Lily K.Reidebleich, Jammerlappeb.

Freitag, 26. Dezember 2008

Hier bin ich wieder...

bis an die Zähne bewaffnet, dank meiner Weihnachtsgeschenke, versehen mit insgesamt drei Kalendern (Wand, Handtasche und nochmal Wand), einem wunderbaren Kugelschreiber (Danke, bestes Patenkind von Allen) und ein paar neuen Erkenntnissen:


A) Du weißt, dass du alt wirst, wenn du deinen Eltern eine CD zu Weihnachten schenkst, die du selbst auch hast, und von der du weißt, dass sie ihnen gefallen wird...

und

B) Du weißt, dass du einen Mitbewohner brauchst, wenn du einen Mückenstich auf dem Rücken hast, an der einzigen Stelle, an die du nicht mal mit einem Lineal dran kommst.



Lily


Bis an die Zähne bewaffnet heißt: Mit so einem Messer und einer taktischen Taschenlampe :-)

Vielen lieben Dank, Bruder!

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Enigma

Wie man an diesem Posting sehen kann, bin ich offenbar nicht ausgelastet. Nicht nur das, ich bin auch stillgelegt, im wahrsten Sinn des Wortes- hab nämlich kaum noch Stimme, und die wird jetzt geschont. Telefonieren fällt also aus, es wird geschrieben.
Weiß der Teufel, wo ich mir das geholt habe... jedenfalls zählt so ein Stimmausfall zu den Überraschungen, die man sich zu Weihnachten eher nicht wünscht.
Gewünscht (und selbst geschenkt, man weiß ja nie) hab ich mir ein neues Tarot (Tarzan). Bisher hatte ich das Crowley-Deck, und ich bin mal gespannt, ob ich dieses Deck (da Vinci) jetzt besser verstehe. Ich finde spannend, auf welche Ideen mich die Karten manchmal bringen. In Zeiten, in denen ich an Themen „dran“ bleiben will, zieh ich oft eine Tageskarte, und schreibe dann auf, was mir dazu einfällt. Das hat nichts mit Wahrsagen oder Hokuspokus zu tun, und ich will auch nicht verkrampft dann ein „Ergebnis“ kriegen- das ist eher ein Stückchen Meditation im Alltag, das mir gut tut und mir neue Blickwinkel eröffnet.
Meine erste Begegnung mit einem Tarot hat Silvester vor beinahe 25 Jahren stattgefunden, ein Party-Gag mit einer Beilage aus Grusel und Geheimnis. Die Besitzerin des damaligen Decks hatte das mitgelieferte schmalbrüstige Taschenbuch mit den Deutungen dabei- aus dem so gut wie keine tauglichen Infos hervorgehen.
Lange hatte ich das gleiche Deck mit dem gleichen Buch dazu, bis ich irgendwann ein neues gekauft habe. Wieder das Crowley-Deck, die Karten jedoch kleiner, und daher für meine eher kleinen Hände leichter zu mischen. Außerdem mit einem wirklich ausführlichen 600-Seiten-Wälzer dabei, mit dem ich schon mehr anfangen konnte. Weniger wegen neuer Legesysteme, als vielmehr wegen der informativen und weiterführenden Texte zu den Karten.
Die Beschäftigung mit der (ausufernden) Symbolik des Decks hab ich mir immer vorgenommen, dann aber doch nie begonnen. Vermutlich wäre das ein Schritt hin zum Selbstdeuten (Selbstmeuten) - ich muss aber zugeben, dass ich selbst auf den großen Karten des alten Decks die Symbole kaum alle erkennen kann. Trotz recht guter Druckqualität sind die (in der Reproduktion natürlich verkleinerten) verschiedenen Zeichen aus verschiedenen Alphabeten mir zu oft auch fremd, oder einfach verschwindend klein. Die Farbmetaphern sind zu oft sehr persönliche Impressionen der Malerin Frieda Harris, und Crowley hat häufig seine eigene, krude Philosophie darüber gespannt, die ich nicht nachempfinde.

Jetzt also da Vinci. Erfreulich kühle Illustrationen sind mir zuerst aufgefallen, natürlich- denn da Vinci hat selbst kein Tarot entworfen, die Bilder sind sämtlich seinen Zeichnungen entnommen und entsprechen dem symbolischen Empfinden der Autorin Caitlín Matthews. Bei diesem Tarot sind sogar die Kartenrückseiten (dunkelrot-silber bedruckt- schön!) unterschiedlich, und ergeben im Zusammenlegen eigene Bilder. Noch bin ich mitten im Vorwort, für das ich mir auch Zeit nehmen will- denn die Karten heißen anders als gewohnt, und erscheinen mir weniger mystisch-alchemistisch, sondern systematischer aufgebaut.
Gemäß meiner eigenen Tradition ist die Zeit zwischen den Jahren Tarot-Zeit- egal, ob gerade größere Denkaufgaben anstehen oder nicht. Einfach, weil mehr Ruhe da ist- und es ist so wie im Fernsehprogramm dieser Tage: Die größten mentalen Bauchklatscher und die persönlichen Highlights werden einer Bewertung unterzogen, einfach, weil Ultimo in Gestalt von Silvester nahe ist.

Bis dahin werd ich mich schlau lesen. Und meine Stimme schonen.
Einen schönen Weihnachtstag euch allen!




Lily

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Derdiedas unvermeidliche Weihnachtspost!

So.
Im Schlafzimmer lagert ein Stapel Bücher, die Karten sind geschrieben, das hässliche Geschenkpapier scheint sich selbst vernichtet zu haben, und im Flur stehen drei Säcke Silikat-Katzenstreu zwecks Auffüllens der Katzenkisten.

Yay. Weihnachten kann kommen.
In Packpapier gewickelt und mit selbst ausgeschnittenen Sternchen versehen, sowie mit gar buntem Geschleife verziert.

Obwohl ich so eine grottenschlechte Hausfrau bin, alles in allem, gerät das große W. mittlerweile halbwegs stressfrei, was das finish betrifft. Seltenst sieht man mich an Heiligabend noch einkaufen oder sowas, außer Lebensnotwendigem, wie der erwähnten Streu. Wenn ich dann alles da habe, was ich zu brauchen meine, fang ich langsam mit den wirklichen Vorbereitungen an. Staubsaugen, Tischdecken und solchen Dingen...

Seit dem Einzug der Katzen kann ich mich hervorragend herausreden, was die Notwendigkeit aufwändiger Deko betrifft, und mache mir auch damit keinen Stress mehr. Früher war das anders. Als chez Lily noch nicht chez Lily war, sondern eine Postkartenidylle-in-Lauerstellung war der Advent furchtbar. Hektisch, teuer, voller frustrierender Beutezüge in die lokalen Geschäfte... Weihnachtskalender basteln (keinesfalls kaufen, oh nein!), für Mann und Kind, mit teuer erworbenem Kleinkram bestücken, Adventkranz selbst binden, unentwegt putzen, Kekse backen und in Milde üben- so sah das Ideal aus, das sich auf gewohnt fiese und nachhaltige Weise der Erfüllung entzog. Das ganze kulminierte in einem Heiligabend mit einer Million Kalorien, und vollkommener Erschöpfung im Abgang.
Die im Nachhinein schreiend komischen Episoden unter der Überschrift „Wir schmücken einen Weihnachtsbaum“ waren mein jedes Jahr gefürchtetes Horrorszenario.
Ich kann mich an ein Jahr erinnern, in dem wir ums Verrecken den Christbaumständer nicht finden konnten...
Der mir damals amtlich Zugeteilte hatte im Jahr zuvor den Baum in Richtung Gartenende entsorgt- aber, wie es seine Angewohnheit war, das Angefangene nicht beendet. Und so hatte sich der Christbaumständer eben samt der inzwischen vollkommen entnadelten Alt-Tanne in böser Vorahnung hinter einem der Gartenhäuser versteckt. Nachdem er aus seinem Exil befreit worden und auf der Terrasse vom Dreck befreit und mit einer Ladung Farbspray wieder salonfähig gemacht worden war, war für den Exmann klar, dass er nicht mehr losfahren musste, um einen neuen zu kaufen, deshalb ging er wieder auf seine Couch. Tannenbaumaufstellung und -schmückaktion fanden immer an Heiligabend statt- und so war es recht nah am Ladenschluss, als er sich vom Sofa erhob und zur Tat schreiten wollte.
Der Christbaumständer war aus Gussmetall. Gussmetall mag es nicht, wenn man es herumwirft. Gussmetall mag auch nicht ein Jahr lang, bei Frost und Sonne und Regen und so, draußen im Garten stehen.
Der Ständer, baummäßig herausgefordert, begegnete den an ihn gerichteten Erwartungen mit einem kurzen, aber endgültigen „Knack“- und das wars dann. Heiligabend, 16 Uhr, und kein Baumarkt hatte mehr offen.
Ich war nicht gut genug gelaunt, um in das wiehernde Gelächter auszubrechen, das angemessen gewesen wäre.
Der männliche Hauptdarsteller hat es dann noch geschafft, einem Christbaumhändler den Tannen-Halter abzuschwatzen, der dann, nach einigem Entrosten und mit-Farbe-Besprühen, ganz passabel den Baum aufrecht hielt.
Alles in allem: Keine schöne Zeit.
Und nur im Nachhinein lustig :-)
Ich hab vielleicht nicht viel gelernt in den letzten Jahren- aber Weihnachten so zu stricken, dass das ohne viel Aufwand, ohne Nervenzusammenbrüche und Heulerei über die Bühne geht, gehört definitiv zu den erlernten Dingen.
Ich freu mich richtig auf den heutigen Abend. Weder der beste Sohn von allen noch ich haben irgendwelche übertriebenen Ansprüche, wir werden zusammen kochen, ein paar Kleinigkeiten austauschen und einen oder zwei Filme anschauen. Und dann? Dann bring ich ihn nach Hause, leg mich ins Bett und bereite mich auf weitere vier freie Tage vor.

In diesem Sinne wünsche ich euch entspannte, ausgeruhte und gut gelaunte Mitmenschen um euch herum, ein bisschen Gelassenheit und Distanz zu dem, was „sein muss“. Weihnachten ist ein sinnliches Fest, voller Farben und Düfte und Aromen. Genießt es...

Alles Liebe,



Lily

Dienstag, 23. Dezember 2008

Neulich auf dem Eisberg...




enjoy.

auch das noch...


Montag, 22. Dezember 2008

blogorrhoe...

Jetzt neu und verbessert! Mit "H"!
Danke, Paula- ich hätt's nie bemerkt.

Lily

Ach, wenns mich nur gruselte...

Die Zeit zwischen den Jahren fängt auch immer früher an, hab ich festgestellt. Früher ging das am dritten Tag nach Heilig Abend los, mit der Geburtstagsparty bei meiner ehemaligen Freundin K. Sie endete pünktlich mit dem ersten Tag, an dem man im Büro das Datum mit einer neuen Jahreszahl am Ende schreiben musste.
Heute hat K. immer noch Geburtstag, aber ich geh nicht mehr hin. Zu der Party.Dafür fängt die Zeit zwischen den Jahren jetzt schon knapp vor Weihnachten an, nämlich am letzten oder vorletzten Tag vor Heilig Abend.
Vielleicht liegt das daran, dass wir heute an H.A. nicht mehr arbeiten müssen.
Mit der sich verlängernden Zeit zwischen den Jahren bleibt weniger übrig für den Rest des Jahres. Das erklärt, warum dieses immer schneller vergeht (wieder ein Problem gelöst, ohne Zuflucht zu komplizierten Erklärungen nehmen zu müssen. Bravo, Lily!)

Sieht man die Leute heute in den Supermärkten und Kaufhäusern Schlange stehen, dann könnte man glauben, spätestens am Mittwoch würde eine nie gekannte Hungersnot ausbrechen, und ein Mangel ganz allgemein an Dingen, die sich in Geschenkpapier wickeln lassen. Eins steht fest: „Rezession“ stand nicht über der Menschenmasse, die heute in der Elektro- und Musikabteilung der örtlichen Karstadt-Filiale darauf wartete, ihr Geld loszuwerden. Ein klitzekleines Bisschen beneide ich die Leute, weil sie so hemmungslos Kohle rauswerfen- allerdings sahen sie summa summarum nicht nach Spaßgesellschaft aus, sondern als wäre das Geschenkekaufen eine schwer auf ihnen ruhende Last. Vielleicht ist es also ganz gut, dass ich mal wieder/immer noch ohne Geld bin.

Ich hörte auch von der Existenz von Eltern, die am vergangenen Freitag erstmalig loszogen, um einen Berg von Dingen für ihre zwei pubertierenden Kinder zu beschaffen. Wobei ein Großteil des Bergs noch hinter Nebelbänken ruhte, und nur erst als vage Geschenk-Idee langsam Gestalt annahm. So kurz vor Weihnachten in einem gigantischen Mega-Einkaufs-Horror-Tütenschlepp-Marathon alles besorgen zu wollen, was man noch so zu brauchen scheint (inklusive dem Brauchtums-Grünzeug) hat ein bisschen was von Bungee –Springen ohne Seil, nur weniger lustig und mit ziemlicher Sicherheit gefährlicher. Dabei noch überlegen zu müssen, was man überhaupt kauft? Der Alptraum schlechthin.

Aber ein jeder quält sich so gut wie er kann…

sagt Lily, die jetzt nach Hause geht.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Stöckchen

Was selbst Geschnitztes.


1. Durch die gemischten Einflüsse genmanipulierter Marzipankartoffeln und kosmischer Strahlung bekommst du für dreißig Minuten eine übernatürliche Fähigkeit deiner Wahl. Welche wäre das, und was würdest du damit anstellen? (Außer für Weltfrieden sorgen. Das hatten wir schon!)


2. Stell dir vor, du gewinnst 500.000 € im Lotto. Was würdest du dir davon keinesfalls kaufen?

3. Welche fiktive Figur findest du am nervtötendsten?

4. Und welche würdest du sofort mit nach Hause nehmen und für immer behalten wollen?

5. Welche Arbeit in deinem Alltag würdest du sofort delegieren, wenn du jemanden dafür bezahlen könntest?

6. Welche Arbeit von Anderen würdest du auch ohne Bezahlung jederzeit übernehmen?

7. In welchem Kinofilm hättest du gerne eine Hauptrolle gespielt, welche und warum?

8. Was muss man tun, um dir möglichst schnell und effektiv auf die Nerven zu fallen?

9. Gibt es einen Tag in deinem Leben, den du löschen würdest, wenn du könntest?

10. Und gibt es einen, den du noch einmal wiederholen möchtest?



Ich werf mal an Frau Meise, an Paula, an Frau Vivaldi- und alle die, die fangen wollen.
Wer keinen Blog hat und antworten möchte: Die Kommentare sind geöffnet.


Lily

Oder

lieber mint?
Hm.

Ist

ziemlich bonbonfarben- aber ich mag rosa:-)

Samstag, 20. Dezember 2008

cool :)

blogorrhoe Made with My Cool Signs.Net

A good and hearty laugh in the morning.

Das da unten ist gerade in meine neu.de- Mailbox gefallen... Wieso hab ich den Eindruck, dass das eine Art Postwurfsendung ist?
Im Original stand da ein Name anstelle von XXXXX und XY- aber das ändert nichts:-))
Ich kann nämlich nicht glauben, dass da wer so beduselt ist von meinem Foto und der damit verbundenen Schönheit. Nicht bei dem Foto...



Hello Dear
i think your beauty has just sent a nudge into my computer and its sending a cold into my spine ....Ummmmm..a litlle about me ...am nice but not that nice ...am cool but not that cool ....am tall but not that tall ....am handsome but not that handsome....grrr a, really sorry about all this ...i guess your beauty has made me fuzzy ....maybe a little introduction and lets see if you like me ....I'm XXXXXXXXX from england ....in my early forties, i have a kid and i lost my beautiful wife in a crucial car accident for about five years now. I like sincere friends, swimming, beaches, holidaying, nature-walking, going on mountains, reading good books, some cinemas, adventures, travelling, good music, joking, doing fun and laughing a lot.I also believe in spirituality . I am searching for a lady in whom I will find immense pleasure to love her and to care for her and to be loved by her a lot.I will give her all my love. She must be the one without whom I will not be able to live for a single moment and she must also be my best friend. Religion ,caste and all these things do not matter for me. She can be anybody. Because if there is deep love, everything will be there; faith, sincerity, truth, honesty. I value a lot love and friendship..
Moreso.... i am into building and construction .....though thats not what i do at the moment ..
i am a very Romantic person....i give all i can do to make a lady happy for the rest of her life...i will always make her happy i wont hurt her...i will never lie to her...i will be 100% honest and sincere to her but i will like her to do the same for me. i love helping peolple and she should also love helping people too.
Actually understanding matters alot and trust is another thing that goes along with a good relationship and friendship.
If you can give me your trust, am sure we can be friends without hurting each other.Although relationship is just like a perfume of which certain amount may delight you but too much of it can turn you off...i want you to be there for me if am not in happy mood to carry me on i can assure you..you will be the happiest lady on earth.
No distance of place or lapse of time can lessen the friendship of those who are thoroughly persuaded of each other's worth.Though miles may lie between us, we're never far apart, for friendship doesn't count the miles, it's measured by the heart.
So if you dont mind i will like to know more about you...and hop to get into a true relationship with you .... I'm always online at msn messenger, this is my email address, XXXXX.com ...till i hear from you ....remain blessed
XY


Ich geh mich jetzt gesegnet fühlen. Thanks a lot, Mr X!

Vom Sehen.

Blicksteuerung kennt man von verschiedenen Tätigkeiten: Motorrad- oder Autofahrern ist bekannt, dass man in der Regel dahin fährt, wohin man schaut. Was erklärt, warum der einzige Pfosten weit und breit gerne Kontakt mit dem Fahrzeug aufnimmt. Weil man ihn nämlich fixiert.

Es ist gar nicht so einfach, weg zu schauen, um ihn zu verfehlen.


Gut erzogene Haustiere und Kinder kennen ihn auch: Den BLICK. Mit oder ohne zusammengezogene Augenbrauen signalisiert er alles von „Jetzt ist aber Schluss mit [hier unerwünschte Tätigkeit einsetzen]“ bis zum „Wenn ich jetzt auch noch aufstehen muss, kannst du dein Testament machen“.

Der BLICK ist nur dann erforderlich, wenn die Umstände ein sofortiges und leibhaftiges Einschreiten unmöglich machen, und wird gern bei Telefonaten eingesetzt, sowie bei allen anderen Gelegenheiten, wenn ein zorniger Aufschrei nicht angemessen erscheint.

„The Glare of Death“ kriegt hier besonders Karlchen zu spüren, wenn er mal wieder die beiden Schwächsten im Bunde von ihren Ruheplätzchen vertreibt und hinter den Fernseher scheucht. Eddie könnte sich theoretisch selbst wehren, denn er ist immerhin gesund, eine Handbreit größer und erst drei Jahre alt. Warum er sich von dem kleinen Terroristen im Kuh-Design immer wieder verscheuchen lässt, ist mir ein Rätsel. Einmal zuschlagen, und das wärs, schätze ich- aber Eddie trägt Schrecktracht und faucht und legt die Ohren an- und dann gibt er Fersengeld. Karl weiß genau, dass es meine Missbilligung erregt, wenn er Furcht und Angst verbreitend unterwegs ist, und schaut sich, direkt nach vollbrachter Tat, schon mal prophylaktisch zu mir um. Fixiert werden ist ihm unangenehm, aber er holt sich seinen BLICK ab. Ich schwöre, man sieht ein rotes Leuchten in seinen Augen...

Es hat leider keinen nachhaltigen Effekt auf ihn- so wie auch alle Versuche, ihn anderweitig von derartigen Attacken abzuhalten. Mit Gegenständen werfen? Die meisten sind entweder gefährlich, wie Bleistifte oder sowas, oder sie sind Spielzeug für ihn. Was eine Belohnung für das Verhalten wäre. Und zudem bedeutet, dass ich mich von meinem Radiergummi verabschieden muss, bis er es unter die Couch befördert hat, wo er nicht dran kommt.

Beim besten Sohn von allen hat er besser geholfen, der BLICK. Und hilft auch heut noch... Darauf bin ich nicht wirklich stolz, denn eigentlich finde ich, dass ich nicht mehr in sein Verhalten hinein regieren sollte. Schließlich ist er beinahe 28 Jahre alt- und sollte, auch bei unpassendem Benehmen, die Folgen gefälligst selbst tragen, und meine Augen sollten bleiben, wo sie sind.

Die Zeiten, zu denen er den Nachbarn im Hof lautstark erzählt hat, was Mama und Papa vom Finanzamt zurück gekriegt haben, sind lange vorbei (Das hat eine Weile zu einem mehrsprachigen Familienleben geführt. Deutsch fürs Kind und Englisch für den Partner. Bis zur sechsten Klasse... da war dann Französisch angesagt. Das versteht er heute noch nicht).

Nett ist eine andere Art von Blick- bei der man über einen Raum voller Leute hinweg Verständnis und/oder Belustigung mit jemandem teilen kann, den man sehr lange kennt, und mit dem man in diesem Moment vollkommen einig ist. Ich weiß nicht, ob diese Art Blicke unbemerkt bleiben. Aber ich hoffe es...

In völlig anderem Zusammenhang fiel mein Blick heute morgen auf das miese, graue, trübe Wetter. Noch vier Tage bis Weihnachten, von Winter keine Spur mehr, die Deko hier Chez Lily beschränkt sich auf einen wunderbaren, beleuchteten (Premiere...) roten Papierstern im Fenster (Kein Blick der Welt hält das Katzenvieh davon ab, andere Deko zu zerstören), und in der Küche wartet Geschirr für eine Stunde Spülen.

Der Balkon ist trist, verregnet und voller erfrorener einjähriger Bepflanzungsreste. Vielleicht schaffe ich das Abräumen noch vor Weihnachten- schöner wäre es. Zumal in der nächsten Woche das letzte Mal die Kompost-Tonne geleert wird.

Trotzdem ist die Stimmung gut- gestern Abend habe ich mit einer Freundin wieder die exorbitant schöne Kneipenmeile in Dinslaken besucht, und wir haben superleckere Tapas gegessen. Die Fleischbällchen in Zimt-Rotwein-Sauce waren so lecker, dass ich mich hätte reinlegen können. Aber das gleiche galt für das eingelegte Gemüse, die Tintenfisch-Ringe und die Garnelen... Was ich nur immer noch nicht verstanden habe, ist, warum in Kneipen, in denen nicht getanzt wird, die Musik immer so höllisch laut sein muss. Der Absacker in einem Weinlokal, ohne Musik und ohne Qualm war die reine Erholung. Auch als Raucher- es war einfach schön, dass gute Luft herrschte, dass es nicht wegen notwendiger Lüftung ständig zog, und dass man sich nicht anschreien musste, um sich zu verständigen.

Dafür hab ich mich auf dem Rückweg derbe verfahren. Ich weiß nicht, warum ich der Meinung war, im Kreuz Duisburg-Nord unbedingt in Richtung Kamp-Lintfort fahren zu müssen. Aber ich habe Duisburg-Beeck kennengelernt.

Muss ich nicht noch mal sehen, zumindest nicht diese gräßliche, schlecht beleuchtete Hauptstraße, nachts und bei Regen.

Und ich möchte, dass jemand mal Autohifi-Geräte erfindet, bei denen man die Beleuchtung abschalten kann (Oder gibt’s die schon?). Wenn man so wie ich, eine Brille mit relativ dicken Gläsern hat, gibt das jede Menge überflüssiges und störendes Streulicht im Auto- und irgendwie nehmen die überstehenen Glasränder dieses Licht auf. Es fühlt sich an, als seien die Gläser von innen erleuchtet. Die Außenspiegel tun das ihrige dazu. Ich bin immer froh, wenn nachts keiner hinter mir ist. Vielleicht muss ich aber nur mehr Möhren essen.


Und jetzt werde ich einen Einkaufszettel basteln, damit nicht der leere Kühlschrank und der ungefüllte Gefrierschrank meinen Blick bei Feinkost Plus auf Dinge richten, die ich weder brauche noch haben möchte.

Einen schönen Samstag Euch allen!

Lily


Donnerstag, 18. Dezember 2008

Meanwhile…

Es passiert derzeit soviel nicht Blogbares, dass mir wirklich nichts zu Schreiben einfällt, außer einer Reihe von Ereignissen, die in sich ohne globale Bedeutung sind (was natürlich auch nicht heißen soll, dass ich sonst immer nur über Dinge von enormer Wichtigkeit schreibe…).

1. Ich hab alle Weihnachtsgeschenke eingekauft (Hurra. Sonst war das immer erst am 23. der Fall…)

2. Es gibt kein neues Geschenkpapier- die Maxi-Rolle von vor drei Jahren muss auch dieses Jahr wieder ausreichen. Es wird irgendwann als Tante Lilys Geschenkpapier in die Geschichte eingehen. Es ist scheußlich.

3. Wenn man scheußliches Geschenkpapier benutzt, sind die Chancen groß, dass niemand es aufbügelt und weiterbenutzt.

4. In diesem Jahr wird von mir nur Kultur (in Gestalt von Büchern und Theaterkarten) und Sport verschenkt. Der beste Sohn von allen hat ein Fahrrad von seinem Vater geschenkt bekommen (nachdem es 20 Jahre lang gar nichts und 6 Jahre lang Kleinigkeiten gab, und –als Krönung- im letzten Jahr ein Pfund Kaffee (wobei er nicht mal Kaffee trinkt)).
Für dieses Rad gibt’s von mir das ganze Zubehör. Helm, Schloss, Packtaschen, jede Menge sicherheitsrelevantes Reflektoren-Zeugs und so. Jetzt sieht er aus wie ein fahrender Weihnachtsbaum. Aber man sieht ihn. Neue Fahrradlampen sind genau so gut sichtbar wie Autoscheinwerfer, hab ich gestern festgestellt. Und das Rad ist wirklich gut und geeignet, damit Kilometer zu machen. Ich finde, da hat der Sohnvater sich mal was richtig Gutes einfallen lassen.... Das hab ich über ihn noch nie gesagt – er hat aber auch die letzten 27 Weihnachten sich wirklich nicht mit Ruhm bekleckert :D

5. Im Büro sind alle Leute mit hektischen Jahresschluss-Tätigkeiten beschäftigt. Die Rechner laufen heiß, manche Leute haben Standleitungen in die Finanzbuchhaltung, und nie war ein Fax so sinnvoll wie heute…

6. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist hier dann tote Hose. Ideale Zeit zum Aufräumen, Lüften und Stapel-Sichten. Ich denk drüber nach, ob ich meinen Schreibtisch anders hinstellen soll. Eigentlich wird’s mal Zeit, in den letzten Monaten find ich es hier extrem scheußlich, eng, rummelig und unübersichtlich.

7. Ich freu mich auf die freien Tage, auf Gammeln im Pyjama, auf Surfen bis zum Abwinken, Chatten, Bloggen und so weiter.

8. Und- ein bisher nie da gewesenes Ereignis: Es sind noch 14 Tage bis Silvester, und ich weiß schon, was ich mache.
Hirschbraten :D

Sonntag, 14. Dezember 2008

Erfinderisch

Der Mensch muss sich zu helfen wissen...

Bug- or Feature?

Die ein oder andere Szene im ein oder anderen Film oder Buch lässt mich immer ganz neidisch werden- nämlich die, in der seitens einer Frau mit Tellern geworfen wird. Oder mit Blumenvasen. Hysterische Ausbrüche, ungehemmtes Rumschreien, Haareraufen und bühnenreife Auftritte nötigen mir in gewisser Weise Respekt ab:-)

Vielleicht fehlt mir die richtige Frisur dafür oder irgendein Gen, jedenfalls kann ich sowas nicht.

Was nicht heißt, dass ich das nicht lernen will.


Deshalb meine Fragen an alle die, die es beherrschen:


Ist es so befreiend, wie es aussieht?

Sollte man vorher Kinder und schreckhafte Lebewesen entfernen?

Wie verhindert man, dass die Stimme ganz kreischig wird?

Und wie gut sollte man treffen können, beim Werfen?


Wenn es nicht wirklich erleichternd ist, würde ich vielleicht lieber mein Geschirr schonen, und mich im Voodoo üben.


Inquiring minds want to know...




Lily

Samstag, 13. Dezember 2008

10- äh, 18 gängige Irrtümer meiner (?) Katzen

1.Katzen sind durchsichtig. Ja, wirklich.

2.Die Anwesenheit einer befellten Ganoventruppe in einem Schlafzimmer erfüllt das Herz des Menschen mit Freude. Besonders beeindruckt ist er, wenn man ihm zeigt, dass man an Gardinen hochklettern kann. Diese Freude äußert er durch Lautstärke.

3.Ebenso freut er sich, wenn soeben direkt vor ihm ein Kater sich hat vom Schrank fallen lassen. Genau vor seine Füße. Der kleine Hüpfer- war das etwa kein Freudensprung?

4.Wenn man eine kleine, alte Katzendame ist, steht einem ein besonderer Platz zu. Zum Beispiel mitten auf dem Wohnzimmertisch.

5.Es ist vollkommen angemessen, die Nachbarskatze anzuschreien, wenn die den Balkon betritt. Ebenso, wenn sie auf der Fensterbank des Arbeitszimmers Platz nimmt. Vor allem nachts. Dann sieht man sie nämlich nicht, also muss man sie hören. Sonst wird noch vergessen, dass es Katzen im Haushalt gibt.

6.Der wacklige Ständer des PC-Monitors ist nur deshalb wacklig, damit Katz darauf ein wenig ihr Gleichgewicht trainieren kann, während die Bildröhre ihr den Hintern wärmt.

7.Ein Buch ist nur interessant, wenn Katzen drin vorkommen. Falls nicht, sollten sie sich draufsetzen, damit der Mensch wenigstens eine kleine Ahnung hat, wie es in der besten aller Welten aussähe.

8.Kabel sind zum Zerkauen da. Das kribbelt so nett an den Zähnen.

9.Das Schicksal eines Kratzbaums ist das Zerstörtwerden. Daher ist es verwerflich, wenn der Mensch dieses Schicksal mittels Heißkleber und anderer Hilfsmittel abzuwenden trachtet. Der Versuch ist strafbar.

10.Menschen sind besonders erheitert, wenn sie bei Betreten der Wohnung von ihren Katzen empfangen werden. Sie freuen sich um so mehr, je mehr Katzen um sie herumstreichen, und am meisten, wenn sie dabei die Hände voller Taschen oder Kisten haben. Dann brauchen sie unbedingt einige Fellgenossen, die ihnen um die Beine streichen. Damit, auch wenn er sie nicht sehen kann, der Mensch wenigstens fühlt, dass sie für ihn da sind. Immer.

11.Kein Kleidungsstück ist vollständig ohne Katzenhaare.

12.Dito Couch.

13.Das Öffnen einer Packung bedeutet immer und überall, dass es was zu Fressen gibt. Sofern die Menschen irrtümlich vergessen, dass sie ihren vierbeinigen Hausherren Tribut schulden, sind sie daran zu erinnern. Wenn tödliche Blicke nicht ausreichen, so sind Krallen zu Hilfe zu nehmen. Sollte Mensch den Teller verteidigen, so ist der Einsatz von Pfoten auch am Menschen gerechtfertigt. Blutende Wunden sind billigend in Kauf zu nehmen.

14.Tapeten sind erst richtig schön, wenn sie Krallenspuren tragen.

15.In frisch befüllten Katzenkisten kann man sich wälzen. Beim Aussteigen ist garantiert, dass eine maximale Menge an Streu ausgeteilt wird. Jedoch ist darauf zu achten, dies nur in Räumen zu tun, in denen der Mensch barfuß geht. (Barfuß = der Zustand, in dem der Mensch mit Schreien auf kleine Überfälle reagiert.)

16.Es ist ein Zeichen von Großzügigkeit, etwas in die Schuhe des Menschen zu füllen. Da Katzen keine Daumen haben, kann man nicht erwarten, dass sie Süßigkeiten vom Aldi holen, und muss mit Vorhandenem vorlieb nehmen. Durchgekaute Spielzeugmäuse, zum Beispiel. Oder Dinge, die schon einmal gefressen worden sind.

17.Kerzen sind wunderbar zum Spielen geeignet. Sofern Mensch sie ausbläst, ist er mit Verachtung zu bestrafen. Sofern man sich die Schnurrhaare ansengt, gilt dies ebenfalls. Außerdem ist der Mensch dann SCHULDIG. Dies ist ihm auf geeignete Weise zu vermitteln.

18.Über Tische springt man im möglichst flachen Bogen. Immer haarscharf über die Tassen, Flaschen oder Gläser hinweg. Sofern man einen dieser Gegenstände trifft, ist eine Wiederholung zulässig. Auch hat man das Recht, beleidigt zu sein.


Oh. Es klirrt aus der Küche. Muss mal eben.....






Lily

Sweets for my sweet...

Auf dem Weg aus der Mittagspause zurück ins Büro (man sagt fast schon selbstverständlich „nach Hause“, wenn man diese Dinge plant), hab ich dafür gesorgt, dass das ab 16 Uhr geplante Glühwein-Treffen auf eine solide Unterlage hoffen konnte, und bin noch kurz zur Bäckerei meines Vertrauens gegangen.

Dort hab ich vor 14 Tagen mal mit einem Unterzucker in der Schlange gestanden, verschwitzt und wacklig auf den Beinen, und dann die gekaufte Puddingschnecke fast mit einem Bissen vertilgt. Die Dinger sind heutzutage viel süßer als früher, und mit ordentlich Zuckerguss drauf versehen- natürlich hatte ich wieder vergessen, dass ich Traubenzucker in der Handtasche hatte.


Gestern also trat ich wieder dort ein, verlangte eine Puddingschnecke- und die Verkäuferin hat dafür gesorgt, dass ich ganz sprachlos war.

Sie schaute nur kurz auf und sagte: Ach, und wenn Sie nächstens unterzuckern, dann sagen Sie das doch sofort. Da brauchen Sie doch nicht zu warten. Reden Sie einfach dazwischen, und wir geben Ihnen sofort was...


Ich glaube, ich möchte sie heiraten.



Lily

Freitag, 12. Dezember 2008

Adventskalender

... sind da, um leergefuttert zu werden.
„Zeit, dass du erwachsen wirst“, sagt der Mensch, der mich dabei beobachtet, wie ich ausgewählten Kästchen bereits vor ihrer Zeit zu gähnender Leere verhelfe.
„Ausgewählt“ bedeutet in dem Zusammenhang: Alle Kästchen zwischen Tür Nummer eins und Tür Nummer 24.
Was hat denn das bitte schön miteinander zu tun?
Bzw. wie kommt der darauf, dass das vorzeitige Vertilgen sich mit Erwachsensein nicht verträgt?
Heißt das nicht auch, dass man
a) ohnehin nicht mehr ans Christkind glaubt, einem
b) sowieso keiner mehr was richtig Dolles, Schönes und Überraschendes schenkt und
c) dass man seine Schokolade genau dann essen kann, wenn man das will?

Also auch nach dem Zähneputzen, dem Diät-Vorsatz und solchen Dingen? Erwachsensein besteht doch auch aus Selber-Bestimmen-Dürfen. Oder nur aus dem ganzen langweiligen und gut überlegten Zeug?

Und dann gibts da noch was:
Leider gibts niemanden, der mir jetzt einen Neuen kauft.
Ist das "erwachsen sein"?
Wenn ich richtig drüber nachdenke, war ich dann schon mit fünf erwachsen.
(Sofern es da schon Adventskalender mit Schokolade drin gab. Vermutlich hatte man da aber noch die Sorte mit Bildern, also musste das Erwachsenwerden bis zum siebten oder zehnten Geburtstag warten. Sei’s drum.)

Darf ich das jketzt mal zusammenfassen?

Erwachsen sein heißt, den Adventskalender schon am 30. November leer zu machen.
Aber ohne sich zu beschweren, wenn’s dann am ersten Dezember keine Schokolade gibt.


Herzlichst,



Lily

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Reminiszenzen








Bullet-Ware

∙ Im Zuge des weihnachtlichen Deko-Overkills hätte ich gestern beinahe mein Büro abgefackelt. Wenn man Papier über brennenden Teelichtern ausbreitet, ist das nicht weiter verwunderlich.


∙ Zum Zwecke der Verhütung derartiger Zwischenfälle gibt der Sicherheitsingenieur einmal im Jahr ein Pamphlet heraus, welches mit „Jahreszeitliche Brauchtums-Dekorationsartikel“ überschrieben ist. Ich muss bereits bei der Überschrift derartig lachen, dass ich mich nicht mehr dem Inhalt widmen kann. Ist vielleicht auch besser so.


∙ Mein Kind wünscht sich in diesem Jahr etwas Leichtes auf dem heiligabendlichen Esstisch. Genauere Nachforschungen ergaben, dass er unter „schwerer Kost“ –Fleisch versteht.
Ich seh mich Heilig Abend schon Möhren knabbern. Vielleicht lässt er sich ja zu einem gemischten Salat mit Geflügelfilets überreden. Und vielleicht einen Obstsalat zum Nachtisch.
Traditionell gibt’s Heilig Abend Kartoffelpüree mit Sauerkraut, Kassler und Zwiebelringen. Ist doch auch beinahe alles pflanzlich… Und das Kassler würd ich auch allein essen.


∙ Der Kollege von gegenüber hat öfter mal etwas schwach begabte Kundschaft. Was ich nicht verstehe, ist, wieso lautes Sprechen das gegenseitige Verständnis fördern soll. Einen anderen Grund für das Gebrüll kann ich mir nämlich nicht vorstellen.


∙ Es gibt nur wenig, was mehr ankotzt als Schuhe, die die Socken verfärben: Nämlich Jeans, die das mit ganzen Beinen machen. Meist färben sie auch noch die Hände, und im Falle, dass man ins Schwitzen gerät, auch mal T-shirts, die mit der Jeans in Kontakt kommen.
Blau oder schwarz schimmernde Beine brauchen gar keine Cellulite mehr, um bizarr auszusehen. Andererseits fällt es dann nicht mehr so auf, wenn man blaugefrorene Knie hat vom Rumstehen an Weihnachtsmarkt-Glühweinständen.


In diesem Sinne: Einen schönen Tag,


Lily

Dienstag, 9. Dezember 2008

21rst Century Tiger

Ich hab Kritik kassiert, und zwar für meinen letzten Post- sowohl wegen des Suchens an sich, als auch wegen des Inhalts.
Nun.
Da es sich um ein komplexes Thema handelt, muss ich es ein bisschen klein hacken, um besser dran rumnagen zu können.
Die Suche an sich ist da schon ein Ding, an dem sich so manches aufhängt. Paula zum Beispiel hat geschrieben, dass wer suche, nicht finden werde- und da bin ich anderer Meinung.

Sicher, es ist möglich, dass man zufällig jemandem über den Weg läuft, und ihn/sie findet. Früher war das so, und mit früher meine ich nicht nur knackigere Zeiten, attraktivere Zeiten- sondern zunächst mal Zeiten, in denen man mehr Freizeit hatte. In denen man nicht von morgens um halb acht bis abends um halb sechs in einem schlecht beleuchteten Büro saß – um ab acht Uhr auf der Couch wegzudämmern. Lather, rinse, repeat- am nächsten Tag geht’s von vorn los.
An den Wochenenden – ach, die Wochenenden, die waren schon mal Thema. Und was da Spannendes und Aufregendes los ist, braucht keinen zweiten Aufguss. Wichtiger noch: Es geht allen so.
Die freie Wildbahn ist demnach ziemlich wildleer. Weil kaum noch wer draußen spielen kommt, vor allem nicht die Altersklasse, die so gefragt ist von den Jahrgängen Vierzigplus.
Millionen von Singles sitzen in ihren einsamen kleinen Singles-Nestern und es tut sich nichts an der Veränderungsfront.
Jedes noch so große Ausmaß an Hoffnung ist da vergebens, denn: Um gefunden zu werden, muss ich gesucht worden sein- und umgekehrt.
Aktivität ist dabei unverzichtbar, glaube ich.
Finden anstelle des Suchens ist eine schöne Formulierung, wirklich- es schmeckt für alte Neurotiker/innen nur ungefähr so, wie der Tipp, einfach nicht aufs Essen zu achten, Diät würde sich dann von selbst ergeben. Weit gefehlt. Was sich findet, sind Vorräte der kalorienhaltigen Art, und das Bedürfnis nach größeren Jeans.
Mir gefällt jedoch an dem Ansatz, dass er das Problem auf einen Randplatz verdrängt. Es ist der Suche (oder der Chance, zu finden) nämlich sicher abträglich, zu verkrampfen und die Partnerlosigkeit bzw. -Suche zum zentralen Anliegen zu machen. Das würde bedeuten, sich selbst abzuwerten, was ein sicherer Fahrschein in unruhige Gewässer ist.
Und natürlich gehört dazu, dass man ein Leben hat, neben der Partnersuche.

Wenn also Suche, dann wo?

Die Möglichkeit, sich jemanden an seinem Arbeitsplatz zu suchen, ist trotz der statistisch ausgezeichneten Aussichten doch stark davon abhängig, welche Art Arbeitsplatz man hat. Und selbst wenn da ausreichend Auswahl vorhanden ist: Meine Befürchtung ist, dass so was zu Problemen führt, eben an dem Arbeitsplatz. Denn da hat man einen Ruf zu verlieren- wenn’s schief geht. Unter Umständen verbaut man sich Karrieremöglichkeiten, weil bestimmte Posten wegen einer Beziehung mit eine/r/m Vorgesetzten ausgeschlossen sind.

Für mich kommt das Büro nicht in Frage.

Was dann?
Naturgemäß sucht sich der Tiger sein Gnu am Wasserloch- da, wo auch eine nennenswerte Wahrscheinlichkeit besteht, nicht nur ein paar Zebras zum Quatschen zu treffen, sondern wo man auch über Stachelschweine lästern und aus einiger Entfernung die Antilopen bewundern kann.
Beziehungsbörsen scheinen die Wasserlöcher des 21. Jahrhunderts zu sein.

Das scheint alles merkwürdig, das schmeckt immer noch nach dem Verzweiflungsaroma der Anzeigen, die sich so amüsant lesen, wenn man jung und attraktiv ist: „Arme Witwe, frauliche Figur, zieht bei Gefallen sofort zum Mann“. Oder so. Ganz zu schweigen von all den stattlichen Erscheinungen, den finanziell Unabhängigen, den Nicht-Disco-Typen.


Im Unterschied zu Anzeigen in Zeitungen bieten die Möglichkeiten des Web 2.0 jedoch ein paar interessante zusätzliche Features. Mehr Platz, mehr Fotos, mehr Möglichkeiten sich zu präsentieren- und auch zu blamieren. Direkterer Kontakt via E-Mail und Chat, überregionale Reichweite, wenn man das will- und, last but not least: Jede(r), der dort registriert ist, weiß, dass der Andere ebenfalls sucht. Ob er/sie das auch ehrlich tut, weiß man natürlich nicht. Aber wenn der/die Auserwählte regelmäßig online geht, ist die Chance, dass er/sie ebenfalls noch auf der Suche ist, ganz gut. Natürlich ist Papier, respektive Webspace, mehr als geduldig, und ob das immer alles so stimmt, weiß man nicht- aber so ist das Leben...
Klar kann der Axtmörder von Lüchtinghausen hinter dem Nick "Blümchen59" lauern, das weiß man nie- und der Typ, der schreibt, er will eine Frau, mit der er alt werden kann, sucht vielleicht nur ein ONS. Wenn man den Äußerungen der Männer in ihren Profilen Glauben schenkt, dann gibts genauso viele Frauen, die nur den kurzen Kick suchen... Wie gesagt, ich denke, dass das wirkliche Leben die gleiche Art Überraschungen bieten kann- und wird. Das hängt zum nicht geringen Teil auch von einem selbst ab.

Ich habe also mein Profil reaktiviert, und schau mich auf dieser Plattform derzeit ein bisschen um. Ich begebe mich sozusagen in ein Setting, in dem ich die Chance habe, auch wen zu entdecken. Oder? Eine Suche mit den eingestellten Features meines Profils ergibt in der Regel eine Auswahl von 1000 Profilen. So viele verschiedene Menschen treffe ich im wirklichen Leben in einem ganzen Jahr nicht.

Ungeschickt formulierte, schlecht bebilderte und von Selbsteinschätzungsproblemen geschüttelte Profile wie im letzten Post angeführt gibt es- und ich halte es immer noch für legitim, das zu bemerken. Und meine Spottlust ist ungebremst. Jede(r), der/die sich dort präsentiert, ist sich klar drüber, dass viele Andere das eigene Profil lesen, und muss damit rechnen, dass er oder sie nicht gut ankommt. Manches ist kontraproduktiv, wie nicht erkennbare Gesichter auf Fotos- die Arbeit des Hochladens braucht man sich dann gar nicht zu machen.
Auch mein eigenes Profil schaue ich mir die Tage noch mal an, vor allem in Bezug auf besagte Selbsteinschätzung. Da kann man hoch- oder tiefstapeln, und das gilt es zu vermeiden. Deshalb wird mir eine Freundin dabei behilflich sein.
Wenn mir das alles zuviel wird, melde ich mich ab, und basta. Oder gehe einfach eine Weile nicht online- hat den Vorteil, dass man ans Ende der Vorschläge rutscht und nicht mehr bemerkt wird. Das ist das Cyber-Äquivalent der niedergeschlagenen Augen.

Seit meinen ersten Erfahrungen auf dem Gebiet der Beziehungsplattformen hab ich ein bisschen was dazu gelernt. Die richtige Seite aussuchen ist nicht unwichtig, nicht zu lange zu mailen, sondern recht schnell zu telefonieren und sich zu treffen (Mails können sehr irreführend sein), nichts persönlich zu nehmen und vor allem etwas Geduld zu haben.

In diesem Sinne.


Lily

Sonntag, 7. Dezember 2008

Frau Lilys Lebensweisheiten

Nachdem ich einen alten Account auf einer dieser Beziehungsbörsen seit einigen Tagen wiederbelebt habe, muss ich ein paar Sachen loswerden...

Wenn Mann über 50 ist, und eine Partnerin sucht, macht es sich nicht wirklich gut, wenn er schreibt, dass er noch bei den Eltern wohnt... Überleg mal scharf. Wirklich bei den Eltern? Nicht vielleicht doch in einer eigenen Wohnung im Haus der Eltern? Tatsächlich im Kinderzimmer, und Mama macht die Wäsche? Nicht gut... Vielleicht wär es prima, erstmal auszuziehen. Und dann auf die Suche machen. Wirst schon sehen, das klappt dann auch mit den Frauen.

Nicknames wie „Trinker“ oder „ItallienStallien“ (in dieser Schreibweise) kommen nicht wirklich positiv an.

Die Fotos sollten dich zeigen, nicht deinen Porsche. Und: Ein Trabbi würde mehr über dich aussagen.

Begrüßungstexte sind schwierig, das ist eine Tatsache, und das berücksichtigt auch jede(r). Wenn der Text bei Goethe, Schiller, Saint-Exupery oder Erich Fried abgeschrieben ist, sollte man das aber ruhig zugeben. Ist keine Schande, wenn man Lesen kann.

Es ist auch keine Schande, wenn man nicht rechtschreibsicher ist- aber es gibt bestimmt jemanden, der mal Korrektur liest. Texte, die da lauten „kein premium“ sprechen nicht wirklich an. Ebenso wie die, in denen kein einziges Wort richtig geschrieben ist. Auf Buchstabenrätsel haben die meisten Leser(Innen) keine große Lust.

Den einleitenden Halbsatz „Nach einer großen Enttäuschung“ sollte man noch einmal überdenken. Da schwingt jede Menge Unbearbeitetes mit. Und was wollt ihr? Mitleid?

Auch die Einleitungen „Mal sehen, was es hier so gibt“ oder „Wer hier rumhängt, weiß ich nicht, aber ich versuchs mal“ wirken nicht einladend.

Am besten gefallen mir die, die gleich in ihren Texten vom Leder ziehen und zur Publikumsbeschimpfung übergehen. Ich las irgendwo, dass es eine Schande sei, dass man sich „als Mann so bewehren“ müsse (ich nehme mal an, er meinte bewähren)- bingo, bei mir brauchst du es gar nicht erst versuchen. Und ich halt mich auch von dir fern, versprochen. Andere schrieben, dass „die Frauen“ eh kein Interesse an ihnen hätten, und dass die Übermacht von 10 Männern pro teilnehmender Frau diesen wohl zu Kopf gestiegen sei- das ist nicht nur unfreundlich, damit zieht man auch nur Frauen an, die sich gern beschimpfen lassen.

Keine Eigenschaften anzugeben, die die Traumfrau haben soll, ist genauso kontraproduktiv wie die Angabe :25,3 Jahre jünger, 1,80-1,82 m groß, 58,7 Kilo leicht, dunkelrot-braungesträhnte Kurzhaarfrisur und 80.000 € angestrebtes Jahreseinkommen. Das eine ist so vage, dass man als Leserin den Eindruck hat, das einzig Wichtige seien die richtig befestigten Titten (sorry), das andere ist so speziell, dass einem bestimmt Miss Wunderbar durch die Lappen geht...Außerdem wirkt das ziemlich arrogant.

Ach, und noch was: Die Fotos... Mal abgesehen vom Porsche, der, wenn gut fotografiert, vielleicht noch ein ästhetisches Vergnügen bereitet: Überbelichtete, unterbelichtete, unscharfe Fotos oder solche mit ausgiebigen Hinweisen auf eine äußerst unaufgeräumte Wohnung sind genau so anti wie Urlaubsbilder, auf denen viiiel Strand und eine an den Rand gequetschte Gestalt zu sehen ist. Auch ein üppiger Umtrunk mit deinen Kumpels, bei dem man dich schielend und sabbernd geknipst hat, ist kein Anlass, der auf so einer Seite dokumentiert werden sollte.


So. Und jetzt Schluss mit Besserwissen, ich muss noch Mails beantworten ;-)


Schönen zweiten Restadvent,


Lily

Samstag, 6. Dezember 2008

Erkältungszeit

Freitag, 5. Dezember 2008

Under the Cities



A Horse with no Name


On the first part of the journey
I was looking at all the life
There were plants and birds and rocks and things
There was sand and hills and rings
The first thing I met was a fly with a buzz
And the sky with no clouds
The heat was hot and the ground was dry
But the air was full of sound

I've been through the desert on a horse with no name
It felt good to be out of the rain
In the desert you can remember your name
'Cause there ain't no one for to give you no pain
La, la ...

After two days in the desert sun
My skin began to turn red
After three days in the desert fun
I was looking at a river bed
And the story it told of a river that flowed
Made me sad to think it was dead

You see I've been through the desert on a horse with no name
It felt good to be out of the rain
In the desert you can remember your name
'Cause there ain't no one for to give you no pain
La, la ...

After nine days I let the horse run free
'Cause the desert had turned to sea
There were plants and birds and rocks and things
there was sand and hills and rings
The ocean is a desert with it's life underground
And a perfect disguise above
Under the cities lies a heart made of ground
But the humans will give no love

You see I've been through the desert on a horse with no name
It felt good to be out of the rain
In the desert you can remember your name
'Cause there ain't no one for to give you no pain
La, la ...

Dewey Bunnell, 1971

Dienstag, 2. Dezember 2008

Ohne Titel, denn mir fällt keiner ein.

Heute morgen im WDR-Radio:

Die Moderatorin erwähnte den Zuhörer mit Vornamen „Horst“, der –um einmal im Radio erwähnt zu werden- sich per Mail gewünscht habe, Namensgeber für einen Stau auf der A 3 zu sein.
„A 3: Horst- Sie sind sechs Kilometer lang, reichen von Buschhausen bis Sterkrade, und - Sie haben keinen Grund“.

Heute morgen unter meinem Rock:

Es tut sich etwas.
Nein, nicht das, was man gemeinhin mit so was meinen könnte.
Sondern es entfernt sich etwas:
Das Taillengummi der von mir (mangels meiner Kältefestigkeit) angelegten Strumpfhose (Sorte: Warm und blickdicht) bewegt sich. Richtung Knie.

Nun ist das normalerweise nicht allzu schlimm.
Passiert schon mal, man kann’s nicht ändern, und geht halt ab und zu in die stille Ecke zum Strumpfhose-Wieder-Hoch-Ziehen.
Dafür muss man in die stille Ecke. Glaubt mir, es sieht Scheiße aus, wenn man das in der Öffentlichkeit macht.
Leider geht mit zunehmender Konzentration auf die Dinge, die man primär tut (oder tun muss, z.B. arbeiten) manchmal das Bewusstsein für die Umgebung verloren. Es kann also passieren, dass man in eher selbstvergessenen Stadien auch schon mal Hand anlegt, wenn andere Leute anwesend sind.
Dann ist man entweder unter eng, bestenfalls erstgradig verwandten Menschen, oder man wünscht sich, man habe doch die Jeans angezogen

Manchmal greift jedoch eins ins Andere. Die Dinger rutschen, der nächste Kollege ist in Sichtweite und man kennt ihn nicht gut oder schlecht genug, um in seiner Anwesenheit zur Tat zu schreiten.

Konfrontiert mit dieser Sorte Dilemma begibt man sich schnell Richtung Gemeinschafts-stille-Ecke (aka „Waschraum“).
Bereits zu Beginn der Wanderschaft (und der Weg ist lang!) bemerkt man, dass diese Strumpfhose, im Gegensatz zu der Nylon-Variante (die man insgesamt doch öfter trägt) schneller und doch entschiedener ihren eigenen Willen entwickelt als man ahnte.

Jeden Schritt nutzt sie, um sich ein Stückchen weiter vorwärts zu begeben, bzw. sich unter Einfluss der Muskeltätigkeit der Beine in sich zusammenzuziehen.
Bei der Ankunft im Treppenhaus ist das Taillengummi bereits in der Leiste eingetroffen, der Schritt hängt dafür ungefähr auf halber Höhe des Oberschenkels- dort behindert er den Gang ganz erheblich. Das muss man erlebt haben, das fühlt sich an, als seien Fußfesseln dort angebracht. Nicht erklärbar, aber auch nicht zu empfehlen.

Zehn Schritte weiter hängt der Zwickel in den Kniekehlen, und das Taillengummi bewegt sich über das Hinterteil (mithilfe einer interessanten Abroll-Technik) weiter abwärts.
Rings um die Knöchel hat sich eine Wollstrumpf-Rolle entwickelt, die höchst dekorativ über die Ankle-Boots hängt.
Auch fühlt man mehr, als man das möchte, dass der Rock dabei ist, sich langsam an den nackten Beinen hochzuschieben, aus unerklärlichen, aber vermutlich elektrostatischen Gründen.
Man ahnt (und fürchtet) den krassen Farb-Unterschied zwischen der schwarzen Strumpfhose und den winterblassen Beinen – im Fall der Fälle jedem der anderen Mitarbeiter sichtbar und sicher auch unvergesslich bleibend.

Wenn jetzt ein Windstoß käme, oder auch nur ein bisschen Zugluft, dann, ja dann hat diese Strumpfhose dafür gesorgt, dass man sein Gesicht nur wahren kann, in dem man ernsthaft eine der rituelleren Varianten des Selbstmordes in Erwägung zieht.

Während der Zwickel der Strumpfhose sich in alarmierendem Tempo der Wade nähert (und damit der Moment einzutreten droht, in dem man sich auf effektive und nachhaltige Weise mit diesem Ding selbst gefesselt hat) und die Tür zum Waschraum nur quälend langsam näher kommt, überlegt ein Teil des Gehirns, ob es Sinn macht, zu behaupten, man sei die eigene Zwillingsschwester.

Leider wissen zu viele Leute hier, dass meine Schwester nicht nur blond ist und zehn Zentimeter kleiner als ich, sondern auch klapperdürr, im Gegensatz zu mir.

Außerdem sieht sie mir nicht ähnlich.

Aber das ist auch egal, ich merke, wie das im beinahe freien Fall befindliche Taillengummi immer schneller Richtung Kniekehle rutscht und bäume mich auf in einem letzten Versuch, die Waschraumtür schneller zu erreichen als der Klamotten-Gau meiner Selbstachtung den Strick um den Hals legen kann.

Den letzten Meter lege ich mit einem beinahe olympischen, beidbeinigen Hüpfer zurück, anders ist es nicht möglich. Das Taillengummi hat sich in Höhe der Wade mit dem Rest der Strumpfhose und dem Rock zu einer Art Wurstkringel vereinigt, der, diabolisch und zweckmäßig, das Gehen verhindert. Hochroten Kopfes und meinem Schöpfer dankend mache ich ein paar rettende Mikroschritte in Richtung Toilettenkabine, schließe mich ein und beginne, die Wurst auseinanderzufisseln, um mich wieder komplett zu bekleiden.

Nach mühevollem Gefummel und Gezerre habe ich schließlich das Ding so weit, dass ich es wieder in die Höhe ziehen kann.

Nach dreiundvierzig Jahren des mich selbst Ankleidens beherrsche ich diese Tätigkeit, sollte man meinen.
Aber nichts da.
Ein beherzter Griff, und schon gibt’s den verräterischen Knacks.
Meine Finger durchbrechen die Maschen des Gewebes, und reißen ein Loch in die (auch noch teure!) Strumpfhose.
Es ist was in Bewegung.
Unter meinem Rock.
Eine Laufmasche.
Sie wurde zuletzt in Höhe der Kniekehle gesichtet.
Ich geh jetzt nach Hause, mich umziehen.



Lily
die das natürlich alles erfunden hat. Sowas passiert nicht, niemals!

Fragen Sie Tante Google

Und da sage noch einer, moderne Menschen wären oberflächlich.
Ts ts...



Lily

Montag, 1. Dezember 2008

Sorgen...

Is your cat plotting to kill you?